Hallo zusammen,
wir sind zurück von einer sehr schönen Reise mit der MS2 nach Norwegen, Island und den Färöer Inseln
Die Reise ging am 30.6.1014 in Kiel los und endete dort am 14.7.2014.
Die älteren unter uns werden sich erinnern:
Es war die Zeit der WM und wir sahen alle deutschen Begegnungen vom Achtelfinale bis zum Endspiel. Das Schiff hatte ordentlich Schlagseite, aber es hat die WM überlebt, genau wie wir.
Doch um die WM soll es hier nicht unbedingt gehen. Ich hatte zugesagt, nach der Reise einen kleinen Bericht über die Reise an sich, insbesondere aber über die privat gebuchten Ausflüge zu schreiben.
Und los geht´s.
Vorab noch einen kleinen Hinweis.
@waesserchen hat in dieser Rubrik auf folgende Seite hingewiesen:
Nordkap & Island
Hier werden Ausflüge u.a. in Akureyri und Reykjavik sehr ausführlich, auch mit geschichtlichem Hintergrund, beschrieben. Die Ausflüge wurden zwar mit anderen Gesellschaften bzw. mit einem Taxi unternommen, die Ziele waren aber nahezu deckungsgleich mit denen, die wir besucht haben.
Also: Ausführliche Infos gibt es dort und natürlich an anderen Stellen im Forum.
So, jetzt aber:
Nach der Abfahrt in Kiel bei sonnigem Wetter und einer ruhigen Reise um das Skagerrak war nach einem SEETAG unser erstes Ziel
BERGEN
Für Bergen hatten wir keinen Ausflug gebucht.
Wie meistens war das Wetter regnerisch, der Floyen (dortiger Hausberg) lag in dichtem Nebel. Später besserte sich das Wetter dann doch noch. Wir haben die für Bergen bekannte Tour durch die Stadt gemacht:
Innenstadt, Bryggen, Fischmarkt, Festung. Auf dem Floyen waren wir nicht, erst wegen des Nebels, dann wegen der Warteschlange vor der Kasse. Aber, wir sind den Berg bis über die letzte Bebauung hinweg hochgelaufen. Dort gibt es sehr schöne Ecken, und die Aussicht ist auch nicht ohne.
OLDEN
Wir hatten uns entschieden, zum Briksdale Gletscher zu fahren. Vorab hatten wir Olden Cruise A/S wegen des Shuttles angeschrieben. Reservierungen wurden von dort nicht angenommen, aber uns wurde eine ausreichende Kapazität zugesagt.
Und so war es auch. Direkt am Anleger gibt es das Ticket Office. Tickets gekauft, rein in den kleinen Bus (ca. 16 -20 Personen). Bei schönem, aber sehr kaltem Wetter (das werde ich im Weiteren nicht mehr erwähnen, denn diese Aussage gilt für die gesamt Reise, bis auf eine Ausnahme: Stavanger) fuhren wir ca. ½ Stunde durch eine sehr schöne Landschaft zum Parkplatz vor dem Gletscher. Bis zum Fuße des Gletschers sind es dann noch rund 2,6 km. Ich empfehle sehr, diesen Weg zu Fuß zu gehen, und nicht mit dem Troll-car zu fahren. Es lohnt sich, und ganz ran kommt man mir dem Fahrzeug auch nicht.
Wir hatten bis zur Rückfahrt insgesamt 2 Stunden Zeit. Die Zeit war ausreichend, verging aber sehr schnell, da es sich an fast jeder Ecke lohnte, stehen zu bleiben und die Landschaft anzuschauen.
Nach der Fahrt und ein paar Häppchen an Bord machten wir einen längeren Spaziergang durch Olden zu den 2 Kirchen und dann im Großen Bogen auf der anderen Seite des Flusses zum Fjord zurück zum Anleger.
Es folgten 2 SEETAGE mit durchaus gemischtem Wetter.
AKUREYRI
Das Wetter, man ahnt es schon, war gar nicht mal so gut, es regnete überwiegend. Und wir machten unseren Ausflug mit FAB Travel, vorab über das Internet gebucht.
Als erstes kamen wir schon mal zu spät, da ich der Annahme war, wir würden mit den Gästen der AIDA zusammen fahren. Das war dann eine Fehlannahme und die Mitfahrer mussten u.a. auf uns warten. Ich bitte alle die, die davon betroffen waren und dies zufällig lesen an dieser Stelle nochmals um Entschuldigung.
Der Bus war nicht besonders neu, aber, Wetter wie Bus wurden durch unsere Reiseleiterin und die angefahrenen Ziele mehr als wettgemacht. Die Reiseleitung hieß Susanne, eine junge Frau aus Deutschland, die seit 6 Jahren auf Island lebt. Sie hat uns viel über Land und Leute, die Sprache, das isländische Namensrecht, das dortige Telefonbuch, die 13 isländischen (bösen) Weihnachtsmänner und vieles mehr sowie natürlich die einzelnen Stationen der Tour erzählt. Das war wirklich toll, nochmals viele Dank.
Die Stationen waren der Godafoss Wasserfall,
der Myvatensee mit den Pseudokratern, das Hochtemperaturgebiet Hverarönd am Vulkan Námafjall mit seinen blubbernden und dampfenden Schlammlöchern (es wir Eintritt verlangt, ist aber gar nicht nötig, man sieht alles auch ohne weiter hinein zu gehen). Während Interessierte in einem Thermalbad baden,
fahren wir vorbei an einem Geothermalkraftwerk zu einem noch mit etwas Schnee bedeckten Krater mit Kratersee. Dann geht es nach Dimmuborgir,
einer „Stadt“ aus Lavaformationen und schließlich zu einem kleinen See, der aus einer warmen Quelle gespeist wir. Trotz Badeverbot, man weiß nie, wo das Wasser wie heiß ist, rudert ein Franzose, später dann im Adamskostüm, auf seinem Surfbrett über den See.Der gelungene Ausflug dauerte rund 7 Stunden, alles hat prima geklappt, und selbst das Wetter wurde ab und an etwas besser.
Nach der Tour haben wir dann Bekannte aus Bayern getroffen, die mit der AIDA unterwegs waren und sind noch eine kleine Runde durch die Gemeinde spaziert.
ISAFJÖRDUR
Eigentlich wollten wir mit West Tours eine längere Wanderung machen, aber das haben wir uns dann aufgrund des möglichen Wetters und der Strecke doch noch anders überlegt.
Also haben wir letztlich die Jeeptour „Fjorde und Farms“ bei West Tours gebucht.
Der Jeep war dann doch kein Jeep, sondern ein 7-sitzer von Toyota, aber das spielte keine Rolle. Wir hatten die Tour ausschließlich für uns 4 Personen gebucht. Unser Guide war eine Lehrerin aus Isafjördur, die mit ihrem Mann eine Farm bei Flateyri betreibt.
Nach der Besichtigung eines kleinen Wasserfalls war Flateyri auch unsere erstes Ziel. Erreichbar ist das Dorf seit 1996 durch einen 9 km langen Tunnel, oder eben mit einem Boot. Der Ort wurde Ende der 90er Jahre von einer Lawine getroffen, die genau vor der Kirche zum Stehen kam. Es waren 20 Tote zu beklagen und die Bevölkerung halbierte sich im Laufe der nächsten Jahre auf nun ungefähr 200 Einwohner.
Der Ort hat eine ganz besondere Ausstrahlung. Es herrscht fast totale Ruhe, trotz einer etwas größeren Fischfabrik. Es gibt viele leer stehende und verfallende Häuser, andererseits aber auch Ferienhäuser mit eigenem Boot für Angelfreunde. Und es gibt einen Laden für gebrauchte Bücher, die per Kilopreis angeboten werden. Dieser Laden feiert 2015 sein 100jähriges Jubiläum.
Höchst interessant war dann der Besuch auf der Farm unserer Fahrerin. Es gibt dort frei laufende Schafe, Hühner und, und das ist das Beste, rund 1500 Nester für Eiderenten. Die Enten kommen dann so daher, sehen die Nester, und schon werden dort Eier gelegt und die jungen Enten großgezogen. Vorher rupfen sich die Weibchen allerdings die ganz zarten Federn von der Brust und polstern das Nest aus. Die Erpel machen sich nach getaner Arbeit, wenn wir es richtig verstanden haben, alsbald aus dem Staub.
Wenn die Nester wieder verlassen sind, werden die Federn einkassiert, sie bringen auf dem europäischen Markt rund 1000 € das Kilo.
Dann waren wir noch auf dem örtlich Skiberg, haben uns das Städtchen Bolungravik und die dortige Kirche angesehen, an einer Art kleinem Freilichtmuseum direkt am Meer, in dem gezeigt wurde wo früher die Fischer in der Fangsaison gelebt und gearbeitet haben.
Das allerdings Fischköpfe getrocknet, und dann nach Afrika exportiert werden, mutet doch etwas seltsam an.
Wenn man andere Dinge anschauen möchte, z.B. das Polarfuchmuseum u.a., kann man dies vor der Fahrt absprechen
Der Ausflug dauert gut 4 Stunden und war sehr gelungen und informativ.
REYKJAVIK
Hier war wieder eine Tour mit FAB Travel angesagt.Diesmal waren wir pünktlich, d.h., nach Ankunft und Freigabe des Schiffes ab zum Bus.
Das Wetter war gut, der Bus neuer und voll besetzt, Guide war ein Herr mittleren Alters der in Köln an der Sporthochschule studiert hat. Er war nicht ganz so gesprächig wie Susanne, aber er hatte es auch etwas schwerer, da wir ja schon „vorgebildet“ waren.
Natürlich fuhren wir den „Golden Circle“, und deshalb weise ich hier bezüglich der einzelnen Stationen nochmal auf die eingangs genannte Seite hin. Wir haben all das dort Beschriebene gesehen, außer der blauen Lagune und des Sees am Kraftwerk. Und wir sind genau anders herum gefahren. Es war sehr beeindruckend, wenn auch die einzelnen Anlaufpunkte mehr als gut besucht waren.
Zusätzlich waren wir noch an einem kleinen Wasserfall, einer Sammelstelle für Schafe, wenn sie nach dem Sommer von der „Alm“ zurückkommen und wieder auf die Eigentümer verteilt werden, an einer bischöflichen Ausbildungsstätte mit Kirche und letztlich in Reykjavik an dem Perlan, dem Warmwasserspeicher über der Stadt.
Aber noch ein Wort zum „Golden Circle“.
Der Geysir Strokkur und der Wasserfall Gullfoss sind sehr beeindruckend.
Aber das Naturschutzgebiet mit der – sichtbaren – Kontinentalspalte, an der die Nordamerikanische und die Eurasische Platte sich voneinander entfernen, ist grandios. Das ist wirklich Erdgeschichte pur.
Wir waren auch von dieser Tour, die rund 7 Stunden gedauert hat, sehr angetan.
1 SEETAG mit dem üblichen Wettermix, aber ganz ok
FÄRÖER INSELN
Eine nette Inselwelt mit was weiß ich wieviel Schafen, die auch an der steilsten Stelle nicht ins Meer fallen.
Auf den Färöer haben wir keinen privat gebuchten Ausflug gemacht, sondern sind über die TUI mit Bus und „Fast Boat“ zu den Vogelfelsen gefahren. Nochmals Danke an @baseman49 für den Tipp. Es war eine prima Tour. Das Wetter war sehr gut und das Vogelvolk zahlreich.
Und zurück wussten wir dann, dass es tatsächlich ein „Fast Boat“ ist. Die Tour ist sehr empfehlenswert.
Anschließend haben wir uns Thorshavn ausgiebig angeschaut. Ein nettes Städtchen mit vielen roten Holzhäuschen einer schnuckeligen kleinen Altstadt.
1 weiterer SEETAG, Wetter siehe oben
STAVANGER
Eine tolle Stadt bei tollem Wetter, es war sonnig und WARM.
Wir hatten eine Bootsfahrt auf dem Lysefjord bis zum Pulpit Rock bei Rodne Fjord Cruise gebucht.
Auch dieser Ausflug war sein Geld wert. Zwar hatten wir zu Beginn der Fahrt einen Aussetzer des Motors, aber nach einem erfolgreichen Reset der Elektronik lief alles wie am Schnürchen.
Wir fuhren über 3 Stunden durch eine wunderschöne Landschaft bis zum „Predigerstuhl“, den wir uns irgendwie anders vorgestellt hatten. Wir dachten der Felsen läge genau und alleine über dem Fjord. Dem war dann nicht ganz so.
Mit dem Fernglas konnte man sehen, dass auf dem Plateau tatsächlich Personen saßen und die Beine baumeln ließen. Das ist für mich mit einer guten Portion Höhenangst unvorstellbar.
Das Boot fuhr ab und an sehr nahe an die Felsen heran, so dass einem schon erst Bedenke kommen konnten. Aber, der Kapitän kannte den Weg.
Über Lautsprecher wurden auch immer wieder Erklärungen in diversen Sprachen gegeben.
Nach der Fahrt haben wir uns ausgiebig das Stadtzentrum und die Altstadt angeschaut.
Sehr schön. Und ein 0,4rer Bier am Hafen getrunken. Ok, es war mit ca. 9 € nicht ganz billig, aber die Lage der Kneipe, und das Wetter……..!!
Und so ging unser letzter Ausflugstag mit herrlichen Eindrücken zu Ende.
Und natürlich, und das gilt auch für die 12 davor liegenden Abende, mit einem ausgezeichneten Essen im Atlantik Restaurant.
Letzter SEETAG mit einem Wetter, furchtbar.
Aber der Tag endet ja mit dem spannenden und erfolgreichen Endspiel der Fußballweltmeisterschaft.
So, das war´s für diese Reise. Nun warten wir auf Karneval 2015, dann geht es für eine Woche in den Orient.
