Nachdem wir im August 2022 (es gibt dazu einen RB) eine ähnliche Reise gemacht hatten, haben wir uns aufgrund der großen Hitze seinerzeit dieses Jahr für April/Mai entschieden. Auf der Hinreise entfällt Cherbourg, dafür gibt es auf der Rückreise einen Stopp in Zeebrügge. Außerdem ist die Tour einen Tag kürzer, was den Ausfall von Bilbao zur Folge hat. Das ist sehr schade, da wir es 2022 aufgrund der Wärme nicht über Getxo hinaus geschafft hatten. Des Weiteren haben wir mehr warme Sachen eingepackt, da wir als notorische Draußensitzer an der Überschaubar auf kühles Wetter vorbereitet sein wollen.
25.04.24 Abreise. Die drei Reisetaschen hatten bereits gestern gepackt. Auf Frühstück verzichten wir weitestgehend, da es bald was an Bord gibt. Außerdem hatte ich meine Frau auf zehn Uhr gebrieft, da ich für das tägliche Abendessen rechtzeitig einen Tisch reservieren wollte. Das hat dann auch alles gut geklappt und wir sind pünktlich gestartet. Einmal durch den Elbtunnel und dann quer durchs Elbe-Weser-Dreieck gen Bremerhaven. Prognostizierte Ankunftszeit war 12:15 Uhr. Also alles wunderbar, wenn nicht ... Ja, wenn mich nicht meine Frau nach ungefähr einer Stunde gefragt hätte, ob ich denn auch an die Pässe gedacht hatte. Hatte ich nicht. Und eigentlich würde der Perso für diese Reise reichen. Ich hatte aber im Schiffsmanifest unsere Passnummern angegeben. Da mir das Risiko zu hoch war, gab es nur eine Entscheidung, zurück marsch, marsch. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie dankbar ich meiner Frau und wie stinkig ich auf mich selber war. Nützt alles nichts, nochmal durch Elbtunnel. Wir hatten Glück, es stockte nur ein wenig. Zuhause die Pässe eingesammelt und dann schnellstens zum Cruiseterminal bzw. zu P1. Da wir separat einchecken konnten, mussten wir nur noch durch den Flaschenhals der Sicherheitskontrolle. Gegen drei Uhr habe ich mit viel Glück den letzten Tisch buchen können. Nun konnte der Urlaub entspannt beginnen und es gab erst einmal Tapas und zwei Gin Tonic.
Was ich noch nicht berichtet habe, beim Einchecken sagte man uns, dass wir auch nur mit dem Perso mitgenommen worden wären. Weiß man das vorher? Oder hätte meine Frau unterwegs nicht gefragt, hätten wir so manchen Stress erspart.
Abgelegt haben wir verspätet, da einige Mitreisende den Weg zur Sicherheitseinweisung nicht rechtzeitig gefunden hatten. Wir hatten Glück und ergatterten zwei freie Plätze mit zwei netten Tischnachbarn in der Außenalsterbar. Dann ging es auch irgendwann los. Die Koffer waren auch noch vor dem Abendessen an der Kabine. So ging es um 19:00 Uhr zum Abendessen und anschließend mit warmen Sachen an die Überschaubar. Auf dieser Reise hatten wir viel Glück mit unseren Mitreisenden. Schon am ersten Abend formierten sich vier Paare zu einer geselligen Truppe, die sich jeden Abend an der Überschaubar wieder traf.
26.04.24 Erster Seetag. Wir hatten schönes Wetter, auch wenn uns der Wind auf unseren zehn Runden um den Schornstein mächtig ins Gesicht blies. Früher fand ich Seetage doof. Heute genieße ich sie und frage mich immer, wie man so viel Zeit unbemerkt mit Nichtstun verbringen kann.
27.04.24 Zweiter Seetag. Auch nicht anders als gestern. Ausschlafen - Frühstück - Boxenstopp - 10 Runden - Latte Machiato und heiße Schokolade - noch 'ne Runde übers Schiff - Tapas und Gin Tonic - Siesta - Bier an der ÜB - Abendessen - noch mehr Bier an der ÜB - Schlafengehen um Mitternacht.
28.04.24 Sonntag. Anlegen in A Coruña um viertel nach acht.
