Donnerstag 14.03.2019 Seetag
Feuerland & Kap Hoorn
Aus dem Programm: "Vorgesehen sind Passagen im Beagle-Kanal mit Seitenarme und am Kap Hoorn. Das tatsächliche Programm ist vorbehaltlich der Wetter- und Tidesituation sowie der Lotsen- und Kapitänsentscheidung."
7.00 Uhr 11° C, klar, 13.00 Uhr 12° C, sonnig mit leichten Schleierwolken, trocken
Uns wurde vorher schon mitgeteilt, dass wir heute um 7.30 Uhr in den Beagle Kanal und die Gletscherallee einlaufen würden, und so lassen wir uns wieder um 7 Uhr vom Handywecker wecken. Uns erwartet ein wunderbarer kitschiger Sonnenaufgang, bestes Wetter und eine Traumkulisse.
Ganz langsam fährt die Artania an den Gletschern vorbei. Das Wasser ist glatt, es ist fast windstill. Wir sind ganz bezaubert.
In der Ferne sieht man immer wieder unzählige Wale, bzw. deren Blas und Rücken. Über Lautsprecher wird mitgeteilt, dass hier quasi die Kinderstube der Blau- und Finnwale ist, die in dieser geschützten Umgebung erwachsener werden dürfen. Für unsere Fotoapparate sind die Tiere leider zu weit weg.
Obwohl wir sämtliche Schichten übereinander tragen, kriecht uns die Kälte allmählich in die Knochen. Und so gehen wir dann doch irgendwann zum Frühstück und zum Aufwärmen. Anschließend zieht es uns aber sofort wieder nach draußen. Auf unserem Balkon auf der Backbordseite sitzen wir eingemummelt windgeschützt in der Sonne und lassen das Ufer und Ushuaia an uns vorüberziehen. Genau die richtige Stimmung, um unsere Flasche Phoenixsekt zu öffnen, die noch in unserem Kühlschrank wartet.
Es ist einfach herrlich! Wir sehen eine Menge Vögel, Delfine, Wale und Robben.
Am Spätnachmittag gegen 17.30 Uhr wird es ernst. Wir näher uns Cabo Horno, das wir gegen den Uhrzeigersinn umrunden werden, um die Windverhältnisse nutzen zu können. Die Lautsprecherinformation spricht von einer "gemütlichen Kap Hoorn Umrundung bei ruhiger See und nur Windstärke 5", und so ist es auch. Zumindest auf der Nordseite der Insel sieht noch alles ruhig und freundlich aus. Wir sehen die Station und das Albatros-Denkmal fast im Sonnenschein liegen.
Als wir uns dann aber der Südseite der Insel und dem eigentlichen Kap Hoorn zuwenden, wird es spürbar unruhiger und wilder. Die Gischt klatscht an die Felsen, man sieht einzelne tückische Felsspitzen aus dem Wasser ragen, und man kann sich inzwischen sehr gut vorstellen, mit welchen Widrigkeiten die Seeleute früher zu kämpfen hatten.
Wir sind eigentlich ganz froh über die "gemütliche" Fahrt. Unsere Fantasie reicht, um sich den Rest vorstellen zu können. Ganz langsam schippert Kapitän Hansen am Kap vorbei und lässt dann zu Ehren der Seeleute, die hier ihr Leben verloren haben, das Typhon ertönen. Ein ergreifender Moment...!
Und dann ist dieser Höhepunkt der Reise auch schon vorbei. Eine Stunde später bekommen wir das Kap Hoorn Diplom auf die Kabine geliefert.
Durch die ganze Aktion kommen wir ziemlich spät zum Essen, wie auch viele andere Passagiere. Dadurch kommt es zu Verzögerungen bei der Versorgung. Nach VnM können wir uns den Stress in der Küche gut vorstellen.
Apropos Küche... Heute kam nicht nur das Kap Hoorn Diplom auf die Kabine sondern auch das Rezept für die cremige Maishähnchensuppe. ![]()
Ich hin hocherfreut und gerührt! Da hat der Küchenchef nicht nur so dahingesagt, dass ich das Rezept bekommen könnte... Und er hat es sogar unterschrieben! Das sind so die kleinen, feinen Dinge, für die ich Phoenix so sehr schätze!
