Viking Sky vor Norwegens Küste heute in Seenot geraten


  • Zunächst kommt es auf die Kapazität der Hubschrauber an. Die TV-Bilder über den Vorfall der Viking Sky zeigen auf, dass der/die eingesetzten großen Hubschrauber etwa ein Kapazität mindestens 30 Personen hatten. Das ist für einen Hubschrauber sehr viel.


    Da aber pro Vorgang mit einer Rettungswinde nur immer ein einziger Passagier (plus einem Rettungsbegleiter) hoch zum Hubschrauber "gewinscht" werden kann und wie im Fall der Viking Sky maximal zwei Hubschrauber (wenn überhaupt) gleichzeitig zum Einsatz kommen können, dauern solche Einsätze extrem lange. Dazu kommen noch weitere Faktoren, die das Zeitfenster entsprechend ausdehnen. Da hat z.B. die Windstärke einen starken Einfluss auf den Hubschrauber, wenn der über einen längeren Zeitraum über dem Schiff stehen muss. Bewegt sich das Schiff dazu noch, muss der Heli der Bewegung des Schiffes ständig folgen.


    Weiter kommt die Entfernung zum Festland dazu, wenn der/die Hubschrauber diese Distanz vielfach hin und her fliegen müssen.


    Man kann das ganze Szenario auch sehr makaber kommentieren. Wenn ein Kreuzfahrtschiff in eine solche Situation gerät - zum Beispiel an einem Sonntag - müsste man Coupons für die Rettungswinde ausgeben. Dann könnte man z.B. die Nummer 1.255 erhalten, mit dem Hinweis, dass man voraussichtlich für eine Rettung mit der Winde am darauf folgenden Mittwoch gegen 17:30 Uhr vorgesehen ist.


    Entschuldigung für diese sicherlich sehr makabere Darstellung. Damit soll nur deutlich werden, wie unrealistisch die Vorstellung ist, man könnte zeitnah mit Rettungswinden an Hubschraubern ein Schiff evakuieren. Und im Fall der Viking Sky reden wird "nur" von etwa 1.400 Personen an Bord, inklusive der Besatzung.


    Man stelle sich ein solches Szenario z.B. bei der neuen AIDAnova vor. Bei etwa 5.000 bis 6.000 Passagieren und weiteren 1.500 Besatzungsmitgliedern. Nein, ein solches Szenario möchte sich niemand vorstellen.


    Bleibt die Frage nach einer schnelleren Evakuierung. Natürlich ist diese möglich, dann aber mit deutlich mehr Risiken. Hätte man bei dieser Windstärke Rettungsboote zu Wasser gelassen, hätten erheblich Gefahren bestanden. Und das nicht nur bei diesem Wellengang für die Boote. Bereits beim ablassen zum Wasser, hätten bei diesen Windstärken Risiken bestanden, die wohl kaum noch überschaubar gewesen wären.

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Um es einmal kurz zu sagen: Pro Flug konnten 15 - 20 Passagiere evakuiert werden ;)


    LG

    Peter

  • tigerdisco , oder es hat am Brennstoff gelegen, oder oder. Wir wissen es im Moment nicht. Aber man muss sich einmal in die Lage des Kapitäns versetzen.

    Nach Costa habe ich einmal einen Bericht gelesen, darin ging es um Evakuierung eines Kreuzfahrtschiffs. Statistiker rechnen alleine mit zwei bis drei Herzinfarkten bei Passagieren bei dem Verlassen des Schiffs. In dem Moment wo der Kapitän das Signal zum Aufsuchen der Musterstation gibt, musste er auch damit rechnen. Ich möchte nicht in seiner Haut stecken.

    Das was auf den Videos zu sehen war, wie Sessel hin und her gerutscht sind. Jetzt überlegt mal, ältere Paxe Sind gerade im Treppenhaus, oder in der Kabine. Wo hält man sich fest? Kein Wunder dass es viele Knochenbrüche gab.

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