Arsenal - Werft und Herzstück der Serenissima
Teil 2
Du ücki, habe ich Dich nicht prima hierher an unser Ziel gelotst?
Danke Robby, ohne Deine Spürnase wären wir bestimmt unterwegs verloren gegangen und in dem Labyrinth verschwunden. Hat es Dir gefallen?
Na klar. Das war richtig toll. Das ist so völlig anders als alle anderen Städte. Mir gefallen die vielen Kanälen und Brücken ganz besonders. Am liebsten wäre ich ab ins Wasser und überall lang geschwommen.
Das glaub ich Dir. Doch das lass lieber sein. So sauber ist das Wasser in den Kanälen nicht. Sehr oft stinkt es sogar, wir haben heute richtig Glück.
Schade. Schauen wir uns jetzt die Werft an?
Da würde ich gern. Doch es gibt kein direktes Museum für die Werft. Das Gelände gehört noch heute zur Marine und ist größtenteils für Besucher nicht geöffnet. Eine riesige Mauer schützt das Werftgelände gleich einer Festungsmauer.
Och, das ist schade. Gibt’s denn gar nix zu sehen.
Aber sicher. Schau mal da vorn, das ist der Eingang zum Arsenal mit den beiden markanten Türmen des
Wassertores und dem prächtigen Eingang daneben, dem Landtor.
Das schaut ja aus wie ein richtiges Schloß! Und ich dachte das soll eine Schiffswert sein, so mit Schiffen die auf Kiel liegen und um die man rumlaufen kann.
Keine Sorge, Robby. Schiffe gucken kannst Du gleich. Jetzt schauen wir uns erstmal den imponierenden Eingang zum Arsenal richtig an.
Du, sind das Löwen die da den Eingang bewachen? Die sind ja riesig! Da kommen wir doch nie dran vorbei!
Ganz ruhig, schau doch genau hin. Die insgesamt drei Löwen sind alle aus Stein und sehr alt. Richtig gesagt, regelrecht antik. Diese Figuren haben die Venezianer im Laufe der Zeit erbeutet und hierher gebracht. Der linke Löwe ist über 2000 Jahre alt und stand einst in der Nähe von Athen.
Und wieso sind die hier?
Vermutlich, weil der geflügelte Löwe das Wappentier der Venezianer ist. Ein solcher wacht auch über dem Eingang des Portals. Siehst Du?
Sehe ich.
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Meist wird der Löwe mit einem geöffneten Buch und einer Inschrift gezeigt. Das deutet auf die Herrschaft der Serenissima, der Löwenrepublik, oder der Seerepublik Venedig hin. Die Dogen hatten im Laufe der Jahrhunderte ihre Macht im gesamten Adriaraum ausgebreitet. Dazu gehörten Kolonien im heutigen Kroatien und Griechenland, sogar am Schwarzen Meer bis zur Insel Krim sind venezianische Spuren zu finden. Die Häfen auf unserer Reise standen alle unter dem Einfluss Venedigs, wobei Bari in Süditalien nur eine Handelsniederlassung hatte. Dagegen findet sich in Dubrovnik, Zadar und sogar in Korfu der venezianische Löwe als Herrscher wieder.
Dazu brauchten die Venezianer natürlich eine tüchtige Seeflotte. Unzählige Handelsschiffe transportierten ihre Ware über die Meere. Allerdings nicht ohne Widerstand der anderen Seemächte, wie z.B. Genua, dem mächtigsten Gegner. Daher war eine umfangreiche schlagkräftige Kriegsflotte die Folge.
All diese Schiffe wurden hier auf dem Gelände des Arsenals gefertigt und gewartet. Unzählige fleißige Hände rührten sich in den verschiedensten Gewerben oder Zünften. Seilmacher, Eisengießer, Segelmacher und natürlich die Schiffsbauer selbst. Das riesige Heer der Arsenalotti, der Werftarbeiter hatte eine relativ gesicherte Existenz. Die Arbeiter waren im Prinzip Staatsangestellte mit verschiedenen Privilegien. Der Werftbetrieb ist sozusagen das Herzstück und der wichtigste Garant für die Vormachtstellung Venedigs. Was wäre die Seemacht ohne seine Schiffe? Die Effektivität der Produktion ist geradezu legendär.
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Können wir denn gar nichts besichtigen?
Es gibt ein Marinemuseum, leider wird es gerade neugestaltet. Dort gibt es viele Informationen rund um die Schiffe und einige Schiffsmodelle zu besichtigen, sogar ein Modell der einstigen Prachtgaleere der Dogen - den Bucintoro.
Manchmal gibt es die Möglichkeit das Gelände zu besichtigen. Einen Blick können wir von der steilen Holzbrücke hinüber werfen. Zu Zeiten der Werft konnten die beiden Brückenhälften mittels Seilszug hochgezogen werden, damit die Schiffe passieren konnten.
Das was wir hier sehen, ist das alte Becken, das neue Becken ist um ein Vielfaches größer. Siehst Du dort die alten Schiffshallen?
Schade dass keine Schiffe mehr hier liegen.
Stimmt. Das würde alles viel eindrucksvoller machen. Da hab ich doch das Richtige für uns ausgesucht: den Besuch der Bootshalle. Dort sind verschiedene Schiffe und auch Gondeln des Marinemuseums ausgestellt.
Da lass uns gleich hingehen, ja bitte.
Sicher. Schau mal der Eingang ist gleich hier an der Brücke.
Super. Das ist doch was Richtiges. Aber sag mal, warum ist da an der Tür eine Kette gespannt?
Keine Ahnung. Laßt uns nachschauen.
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Begleitet uns durch die Hallen der ehemaligen Ruderwerkstatt des Arsenals. Leider ist dies nur ohne Bilder möglich...
Lg ücki


RB - Fortsetzung