Wie von euch gewünscht, stelle ich hier einen schon etwas älteren Reisebericht unserer Reise nach Hawaii, mit Vorprogramm in San Francisco und Nachprogramm in Vancouver, ein. Wir waren wieder mit Evaschaf und Ralf unterwegs. Unsere Lemminge waren somit wieder mit, allerdings wurde der Begriff an sich erst in diesem Jahr im Herbst in Wien wirklich spruchreif - also wundert euch nicht. Das ändert natürlich nichts daran, dass sie trotzdem für Koffer und unser leibliches Wohl verantwortlich sind.
Viel Spaß also an alle, die es interessiert:
Sonntag, 30.4.2023 – Zuhause
The day before! Lange haben wir gewartet, 2-mal schon gebucht und geplant, 2-mal wurde aus bekannten Gründen nichts daraus. Das führte 2020 dazu, dass Bernd seinen 50. Geburtstag nicht wie geplant auf Hawaii feiern konnte, sondern in Klagenfurt. Er konnte nicht wie geplant mit Eva und Ralf bei einem Luau anstoßen, sondern musste mit einem Mäc Menü vorliebnehmen. Also eigentlich eh fast dasselbe (Sarkasmus Ende).
Aber 2023 sollte es endlich soweit sein. Zwar ist es jetzt der 53. Geburtstag (omg, mein Mann ist tatsächlich ALT – wäre jetzt ein guter Zeitpunkt zum Eintausch? Ein neuer Junger, noch wenig gebraucht, ohne Wehwehchen? – aber vielleicht will der jedes Wochenende ausgehen? – nein, alleine beim Gedanken bin ich müde, außerdem müsste ich mit der Erziehung von vorne beginnen; okay, ich behalte ihn doch), aber trotzdem schön. Eva und Ralf kommen mit, wir freuen uns schon sehr. Wir werden uns in Frankfurt schon treffen, wenn wir es schaffen, alle Koffer zu packen – keine Ahnung, was nimmt man für 3 Wochen? Alles? Keine gute Lösung, passt nicht rein (habs probiert und dann festgestellt, dass mein Mann ja auch mitwill, ergo auch Platz braucht – immer dieses ethische Dilemma, Mann oder Koffer, Liebe oder Gewand, Kofferträger oder dafür zahlen, wahrscheinlich wird’s der Mann). Also heißt es auswählen, Herzen brechen, Hoffnungen zerstören – die zurückgelassene Bluse weint noch immer. Irgendwann ist der Koffer dann doch voll und lässt sich schließen – trotzdem habe ich das Gefühl, irgendwas vergessen zu haben. Mal sehen, was noch kommt.
Morgen geht es so gg 3 Uhr los Richtung Graz, da geht es in den Flieger nach Frankfurt. Ich freue mich auf Freunde, gutes Wetter, schöne Plätze, die Eclipse und neue Erinnerungen. Aloha, Hawaii.
Montag, 1. Mai 2023 – Abfahrt
Tag der Arbeit in Österreich und gleichzeitig der Tag unserer Abreise. Wir fliegen heute von Graz über Frankfurt nach San Francisco und beginnen so unsere Hawaii-Kreuzfahrt. Um 2:30 Uhr läutet der Wecker und beendet so sehr unfreundlich eine sehr kurze Nacht. Der erste Satz meines Mannes ist dann auch nicht sowas wie „Hurra, die Reise beginnt“, oder „endlich geht es los“, nein, es ist „für diese Uhrzeit bin ich nicht mehr geschaffen“. Und das wird er noch mehrmals heute sagen. Trotzdem schaffen wir es, uns adäquat anzuziehen (also nicht schön, das ist nicht das Ziel, das Ziel ist es, alle Körperstellen, die man nicht sehen will oder soll, zu bedecken und das ist uns gelungen), alle Koffer (es sind 5! An der Zahl! Keine Ahnung, wer das tragen soll) gehen zu und haben unter 23 kg und sind irgendwann auch im Auto verstaut. Dann noch schnell Anna abgeholt, sie bringt uns nach Graz und los geht’s. Auch Anna ist komischerweise nicht begeistert von der Uhrzeit – liegt scheinbar in der Familie! Wir kommen nach problemloser Fahrt pünktlich in Graz an und können ohne Aufenthalt nach der Verabschiedung durch die Security gehen. Graz ist da wirklich angenehm, kleine Wege und wenig Zeitverlust. Auch der Flug nach Frankfurt verläuft ruhig und wir landen pünktlich nach 1 Stunde 10 Minuten. Ich bin da mal wirklich froh, der erste Flug geschafft und ruhig war er auch – so kann es weitergehen.
Dann ist es auch endlich soweit, wir treffen Eva und Ralf. Umarmungen werden ausgetauscht,
Geschichten erzählt (Eva hatte, nein, keine Probleme mit dem Pass, dafür Probleme mit der Kofferaufgabe – wahrscheinlich war das System überfordert mit der Masse an Koffern) und unser gemeinsames Entsetzen über einen fast 12 stündigen Flug ausgetauscht (war der Flug immer schon so lange? Ich glaube ja nicht, da hat sich irgendwer mit mir ein Späßchen erlaubt – nicht, dass ich da viel Spaß versteh, 12 Stunden – ein Wahnsinn). Es sind auch wirklich viele Menschen am Gate, viele Kinder, gsd sind wir Business und Premium Eco, sodass es gehen wird (haha, auch Kinder sitzen Business – die Welt steht nicht mehr lange).
Der Flug ist dann erstaunlich kurzweilig, wahrscheinlich schlafe ich sogar kurz ein. Wenig Turbulenzen und eine ausgesprochen nette Crew und ausreichend Alkohol – und schon geht fliegen für mich. Also versteht mich nicht falsch, das ändert nichts an meiner Flugangst, aber ich habe es überlebt (ich brauch ein „flight survivor“ für mich). Die Einreise in SFO geht dann erstaunlich schnell und auch alle Koffer haben es mit uns geschafft. Wenn es mal läuft ….
Das Wetter allerdings ist deutlich verbesserungswürdig, es ist stürmisch und dadurch wirklich a….kalt. Auf jeden Fall so kalt, dass wir alle unser Repertoire an warmer Kleidung aufstocken müssen (und das bei der Masse an Gewand, die wir mithaben). Ich befürchte auch, das Wetter wird sich kaum verbessern, jedenfalls gibt die Vorhersage kaum Hoffnung auf Sonne. Egal, ist ja eh nicht änderbar, damit müssen wir leben. Wir fahren mit Lyft vom Flughafen zum Hotel, sehr empfehlenswert, preisgünstig und man kann die Größe des Autos vorher buchen – wichtig bei gefühlten 97 Koffern (obwohl Singapur ja gezeigt hat, wir kriegen viele Koffer in noch so kleine Autos). Vom Ausgang des Flughafens muss man nur auf Ebene 3 gehen, hier gibt es Abholzonen mit Nummern und diese Nummer bekommt man bei der Bestellung. Unser Auto ist dann auch groß, allerdings nicht ganz groß genug für alle Koffer (so ein Auto würde man wahrscheinlich Lieferwagen nennen), aber das ist kein Grund, uns aufzuteilen, Singapur hat gezeigt, Beinfreiheit ist nur ein Wort und die Durchblutung kann auch ohne größere Ausfälle reduziert werden, indem Koffer auch da platziert werden, wo sie normalerweise nicht sind – auf den Knien (netterweise wurde der leichteste Koffer dafür gewählt, also der unter 23 kg). Wir erreichen unser Hotel nach (wenig) angenehmer Fahrt (wie gesagt, Koffer!) und bevor wir schwere körperliche Schäden erleiden, das Marriott Vacation Club Pulse. Es liegt in der Nähe vom Fisherman`s Wharf und ist sehr cool. Die Zimmer sind riesig, sehr stylisch eingerichtet, sehr gute Lage, also empfehlenswert. Heute wollen wir noch ein wenig Richtung Golden Gate Bridge marschieren, der erste Blick auf DIE Brücke. Das machen wir auch, allerdings ist der Wind echt eine Herausforderung und wir geben nach einem kurzen Blick auf.
Zurück geht es Richtung Pier 39, die Seelöwen wollen dringend fotografiert werden. Und sie geben sich auch besondere Mühe, um fotogen auszusehen. Und man muss auch gar nicht schnell beim Fotografieren sein, weil bewegen tun sie sich nicht unbedingt viel. Böse Zungen (Eva!) behaupten, darin ähneln sie Cooper (unser wunderschöner, und vollschlanker roter Kater) – das sind dann aber bösartige Lügen. Wir sind an den weiteren Tagen auch immer mal kurz für eine Stippvisite bei ihnen, und ich könnte schwören, dass sich die meisten höchstens umgedreht haben (also keine ganze Drehung, das wäre echt zu viel Stress).
Dann ist es aber für heute mal genug, uns ist echt kalt, wir sind müde (zu dem Zeitpunkt sind wir schon seit 24 Stunden munter) und hungrig. Gegen den Hunger ist auch schnell was gefunden (niemand will mich lange hungrig ertragen), wir probieren bei Boudin Bakery die Clam Chowder, eine cremige Muschelsuppe, welche im Brot serviert wird. Auch alle anderen Sachen sind gut, wir sind jedenfalls gut gesättigt. Danach geht es zurück zum Hotel, für heute geben wir auf. Und ich muss leider sagen, ich schlafe ein, da ist es fast noch hell – egal, für heute habe ich genug Aufregung. Gute Nacht, San Francisco, streng dich morgen mehr an mit dem Wetter!
