Marseille - die sperrige Schöne

  • Marseille - die sperrige Schöne


    Marseille - ein Name, der soviel Widersprüchliches in sich vereint, ist heute wie in alter Zeit eine lebendige Hafenstadt, mit all dem dazugehörigen Licht und Schatten.

    Im Sommer 2017 erlebten wir diese wundervolle Stadt sehr intensiv auf unserer Reise nach Südfrankreich mit dem TGV.

    Der vollständige Reisebericht mit den Abenteuern von Monsieur Robby liegt noch unter Verschluss der Freischaltung fürs Forum.

    Daher habe ich mich entschlossen, die touristisch für Kreuzfahrer wichtigen Teile wieder im Originaltext und mit einigen Bildern zu versehen. Nicht wundern wenn ab und zu scheinbar ohne Zusammenhang Robby wieder auftaucht. Es wird nur dennoch nur die Kurzversion.

    Kommt mit und begleitet uns durch einen spannenden Tag am Meer in einer faszinierenden Stadt. Ob hoch hinaus oder weit hinaus , ob Hitze oder Kühle im Schatten.Edle Düfte oder leichtes Gruseln, Schiffe vom Fischkutter bis zur Luxusjacht, Architektur, Handwerk und gutes Essen mit dieser unvergleichlichen Mischung einer echten Hafenstadt, all dies erwartet uns bis zum Abend die Sonne über der Stadt im Meer versinkt.

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    Lg ücki

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Bereit für Marseille!



    Tief und fest war der Schlaf, bis ein seltsames Geräusch durch unser Fenster drang.

    Morgens um 6 Uhr erwacht die Stadt und putzt sich für den kommenden Tag. Die Kehrmaschine wird an den nächsten Tagen unser Zeichen zum Aufstehen.

    Noch eine kleine Weile gönnt mir ücki, doch dann ist die Nacht vorbei.

    Erst mal Lage checken. Wo sind wir hier? Hinterhof, okay. Dafür war´s die Nacht schön ruhig. Nachdem ich mich etwas umsehe, staune ich dann doch.

    Ist doch ganz nett , die Balkons gleichen modernen Schwalbennestern.


    Über den Dächern strahlt bereits die Sonne und Berge sind auch zu sehen, dahinter ein maroder Altbau. So richtiges südliches Flair, sogar mit Palme. Das ist sicher noch zu toppen?


    Das große Fenster verwandelt ücki kurzerhand in unser Freiluftcafe´und zaubert in der Miniküche ein erstes Frühstück mit einem leckeren Morgenkaffe.


    Bereit zur Stadterkundung?


    An der Rezeption erhalten wir heute auf englisch noch einige Infos, z.B. wo der Bus zum Hafen abfährt.


    Kaum öffnen sich die Türen des Hotels empfängt uns die mediterrane Wärme.

    Marseille - Licht und Schatten der Metropole



    Tauchen wir also ein in die Stadt und sein pulsierendes Leben, wobei wir uns ein straffes Programm vorgenommen haben.



    Hafenstadt, Kriminalität und Drogenhandel, hoher Ausländeranteil usw., das sind oft die Schlagworte in den Medien. Unrecht haben sie wohl nicht, aber dies allein wird dieser alten über Jahrhunderte dem Meer und dem Leben zugewandten Metropole am Mittelmeer nicht gerecht.



    Spätestens seitdem Marseille als Kulturhauptstadt 2013 herausgeputzt wurde, gibt es auch das Marseille der Touristen aus aller Welt. Nicht ohne Grund. Eine Grande Dame unter den Städten dieser Welt empfängt uns auf seiner Sonnenseite. Den Schatten werden wir suchen, den kühlenden und Erholung bietenden, vor der Sonne des Südens.

    ******


    Auf dem hübschen Place Jules Guesde ist der Tag noch jung. Vor dem arabischen Cafe´gleich vor dem Hotel sitzen, die ersten Gäste bei ihrem Morgenkaffee. Alles Männer. Und wo sind die Frauen? Auf der anderen Seite beim Plausch und einem improvisierten Flohmarkt unter großen Bäumen. Aufgeregt bewegen sich im Sonnenlicht ihre bunten Kopftücher.

    Und doch ist dieser Ort so französisch wie es nur geht, denn gegenüber spannt der Triumphbogen Porte d'Aix, auch Porte Royale (dt. Königstor) seine Arkaden stolz seit fast 200 Jahren über den Platz. Mehrfach umgewidmet (Jeder wollte seinem Ruhm, da musste der Vorgänger weichen.) rührt sein Name von seinem Standort an der Straße nach Aix-en-Provence.

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    An der Bushaltestelle warten wir auf Bus Nr. 82 in Richtung Pharao Catalans. Trotz der ruhigen und schönen Atmosphäre beschleicht mich ein mulmiges Gefühl. Wurden doch erst gestern mehrere Bushaltestellen Ziel einer Autoattacke, bei der eine Frau starb. Kein terroristischer Anschlag, aber Wachsamkeit ist in einer Großmetropole auch und gerade als Tourist ratsam. Doch davon später mehr.

    Der Bus kommt und wir verlassen diesen ruhigen Platz, bereit für unser Tagesprogramm.



    Beim Busfahrer teste ich schon mal meine Französischfloskeln.


    Bonjour. Deux billets, s'il vous plaît. Merci.

    Je Fahrkarte 2€ für eine Stunde.


    Wir steigen am Busbahnhof Canebière Bourse aus. Wenige Meter weiter sind wir an der Touristinformation, und erwerben den Tagespass für Marseille zu je 26,- €.



    Darin sind der öffentliche Nahverkehr, Museen und die Fähren zu den Inseln vor der Stadt und Touristzüge in der Stadt enthalten. Leider mussten wir uns dennoch an den Kassen anstellen und auf unseren Pass die jeweiligen Tickes eintauschen. Es ging dadurch nicht einfacher oder schneller. Machte für uns daher im Nachhinein keinen Sinn den Pass zu haben. Die Nahverkehrstickets als Tageskarte 5,20 € oder 3-Tagesticket für 10,80 € sind für Bus, Metro und Straßenbahn gültig, und recht günstig.



    Rund um die alte Börse spielen Licht und Schatten miteinander.

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    Ein rätselhaftes Gebilde entpuppt sich als Taucherglocke und lädt zum Besuch des Marinemuseums ein, das im Gebäude der Börse untergebracht ist.

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    Unser Ziel ist der Vieux-Port.

    Damit sind endgültig auf der Sonnenseite der Stadt angelangt.



    Lg ücki

  • Der Vieux-Port - Großstadt trifft Meer


    Heraus aus der Enge und dem dunklen Schatten der Häuserfronten, z.B. der Canebiere oder La Canebière, blendet die strahlende Helligkeit das Auge.


    Es geht auch heller.

    Es braucht Zeit sich an das strahlende Licht zu gewöhnen, sich umzusehen und die Gesamtheit des Areals rund um den Alten Hafen zu erfassen.


    Durch den Stadtumbau wurde hier eine verkehrsberuhigte Fläche geschaffen, Platz zum Verweilen, Flanieren, Schauen, sich in die Reihe der Wartenden an den Fähren einzureihen oder direkt am Wasser bei den Marseiller Fischern an einem ihrer Fischstände die frisch gefangene Ausbeute des letzten Fanges zu bewundern. Zu bestaunen gibt es genug, sei es die Intensität des blendenden Lichts, die Menge der Jachten, die Größe des Hafens, die hellen Steinfassaden der Gebäude oder das noch stillstehende Riesenrad, das seinen Namen zu recht trägt. Der Ausblick auf die Stadt von dort oben muss großartig sein.



    Und dann steht auf einmal alles Kopf! Dort wo sich die Sonne, das Meer und die steinernen Fassaden treffen, spiegelt sich alles wieder und verbindet aufs Neue Stadt und Meer. „L’Ombrière", der Schattenspender ist eine kleine Oase der Erholung inmitten einer von der Sonne aufgeheizten Fläche, mit einem Makel - Bänke sucht der fußmüde Betrachter vergebens.



    Das Spiegeldach von Norman Foster reiht sich ein in eine Reihe bekannter Projekte dieses renommierten Architekten. Die begehbare Glaskuppel des Deutschen Reichstages in Berlin gehört dazu.




    Bienvenue au cœur de la ville!/ Willkommen im Herzen der Stadt!

    ****



    Lg ücki ( geht gleich mit Fotos weiter)

  • ...ich kann die Fotos leider erst sehen wenn ich sie nochmals anklicke

    Schade, hab die Bilder aus dem Originalbericht kopiert. Ging schneller;)

    Manchmal reicht das erste Anklicken mit der Speicherung für alle folgenden Vorgänge.

    Ansonsten , dauert das wieder Heraussuchen und Umwandeln etwas länger für mich:whistling:.

    Probiere bitte noch den nächsten Beitrag.

    Hier ist alles zu sehen, auch in der Vorschau.

    Lg ücki

  • Fortsetzung Fotos Viuex-Port



    Erstmal einen Rundblick. Ca. vom gleichen Standort in der Mitte der Stirnseite des Kais Quai des Belges.



    Blick nach links. Das Spiegeldach, die Anlegestellen für die Fähren und die Metrostation, direkt am Meer

    Der alte Alte Hafen liegt geschützt, das offene Meer ist von hier nicht zu sehen.

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    Blick nach rechts Fischmarkt, Riesenrad

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    Hinter uns die Fahrstraße mit Bushaltestellen. Diese werden von bewaffneten Polizisten gesichert. Komisches Gefühl. Einerseits Sicherheit, andererseits wird so eine latente Gefährdung realer.

    Die Sicherheitsbaken werden zu Sitzplätzen umfunktioniert, beruhigende Normalität.

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    Lg ücki

  • Touristische Angebote im Hafen

    Mit dem Bus 60 hinauf zur Notre Dame De La Garde. Von dort oben gibt es einen herrlichen Blick über die gesamte Stadt.

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    Mit dem Katamaran oder dem Segelschiff entlang der Küste zu den Calanques. Das sind Felsenschluchten aus weißem Kalkgestein im Nationalpark. ( Anbieter im Hafen)

    Mit den Hop on Hop off Bus gehts durch die Stadt, beidseitig um das Hafengebiet.

    Oder wie wär´s mit einer Fahrradtour?

    Der Touristenzug Le Petit Train fährt von hier auf zwei Routen:



    Notre Dame de la Garde


    Rundfahrt entlang der Küstenstraße vorbei an Festungen, Palästen und einem wunderschönen Ausblick aufs Meer mit seinen Inseln geht es zur Notre Dame de la Garde und einen Rundblick über Stadt und Meer.



    Altstadt Le Panier und Hafenterrassen

    Das Ziel ist das Altstadtviertel mit seinen engen Gassen und hübschen Plätzen.

    Die Fahrt entlang des modernen Hafengebiets, dem neuen Gesichts von Marseille.



    Einzeln kostet die Fahrt 8€.

    Wir haben die Fahrt im Marseillepass enthalten. Am Kassenhäuschen werden die Tickets eingetauscht.

    Lg ücki

  • Altstadt Le Panier und Hafenterrassen


    Unterwegs mit dem Petit Train durch Le Panier dem Altstadtviertel, früher ziemlich, als typisches Hafenviertel der Matrosen verrufen.



    Durch die touristische Aufwertung bekommt dieses Viertel eine immer größere Bedeutung im Stadtbild. Doch die stolzen Marseiller sahen das und den Petit Train nicht immer positiv.



    Ein Artikel aus Zeit online - Marseille, wo ist dein Lärm? läßt den Leser in die Atmosphäre dieser Stadt eintauchen.



    Lassen wir jetzt die Bilder sprechen.

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    Auf halber Strecke gibt es einen Stopp. Zeit zum Bummeln durch die Gassen, Treppen steigen und in den Himmel gucken. Nackenstarre holt sich, wer diesen in den engen Gassen sichten will oder einen Blick auf ein blumengeschmücktes Fenster haben will.

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    Am Platz nahe der Haltestelle lädt ein typisches Cafe´geführt von einem netten, wahrscheinlich algerischen Pärchen zum Verweilen ein.





    Die Speisekarte ist erstmal eine Herausforderung. Doch die Getränkebestellung klappt auf französisch, den Rest übernimmt ücki mit Englisch.

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    Die kleinen Scheiben auf dem Salatteller sind Panisses. Eine Marseiller Spezialität, frittierte herzhafte Scheiben aus Kichererbsenmehl. Lecker, wie das ganze Essen. Dazu eine freundliche und nette Bedienung. So gefällt mir das.



    Wer, wie wir nur einen Tag in Marseille hat, möchte doch auch ein paar schöne Dinge zur Erinnerung mit nach Hause nehmen.



    Gleich oberhalb an der Haltestelle, am oberen Ende des Platzes verläuft die Rue du Panier. In Nr. 29 befindet sich ein liebevolles Schatzkästchen voller Marseiller Besonderheiten zum Mitnehmen. Seife, Düfte, leckere Köstlichkeiten aus der Provence und gleich am Eingang Gebäcktütchen mit Mininavettes. Nicht das Original in der größeren Form, aber immerhin lecker zu einem Espresso oder noch besser Cafe´Noisette - Espresso mit geschäumter Milch.



    Nature et Tendances - Geschenke aus Südfrankreich



    29, rue du Panier



    13002 Marseille



    Hier und immer wieder begegnet uns der Begriff - Artisan.

    Er zeigt an, dass die jeweiligen Produkte nach handwerklicher Tradition hergestellt wurden. Er begegnet uns immer wieder, nicht nur in diesem geheimnisvollen und ganz speziellen Viertel.



    Es gibt auch das andere Panier, mit Street Art, bröckelnden Fassaden und verschlossenen Läden.


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    Fortsetzung folgt...

  • Modernes Marseille

    Die Fahrt führt uns weiter in das moderne Marseille und zu den neugestalteten Hafenterrassen. Heraus aus dem Schatten der engen Gassen empfängt uns die gnadenlos brennende Sonne.



    Zunächst durch große Boulevards, wo auch die neugebaute Straßenbahn fährt. Einkaufszentren, Ladenstraßen und großzügige moderne Häuserreihen zeigen ein völlig anderes Bild dieser Stadt.

    Am Kreuzfahrtanleger liegt ein Kreuzfahrtschiff.

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    Das MuCEM - Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers in Marseille ist ein neueröffnetes Museum am Hafen. Ein besonderes architektonisches Highlight ist die spitzenartige schwarze Fassade, ein Spiel mit Licht und Schatten - so typisch für diese Stadt. An dieser Stelle treffen 2000 Jahre Seefahrergeschichte und Stadtgeschichte auf die heutige Zeit. Verbunden durch die moderne Architektur mit den alten Festungsanlagen ergibt sich eine neuartige Stadtansicht und Aushängeschild für die Stadterneuerung.

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    Über diese Treppe sind die Wege vom Alten Hafen Vieux Port über die schwarze Füßgängerbrücke vorbei an der Festung Fort Saint Jean in Richtung MuCEM und dem Hafengelände erreichbar.



    Am Ende der Tour hat uns der Vieux Port wieder.

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    Hier endet die Rundfahrt. Eins der M´s auf dieser Reise - Marseille.

    Bin schon auf die beiden anderen M´s gespannt.



    Wir könnten jetzt mit dem TUK TUK weiter fahren. Werden wir aber nicht.

    Wenn Ihr wissen wollt, was wir als nächstes erlebten, bitte ich um ein klein bisschen Geduld. Bald geht es weiter.


    Etwas verrate ich schon mal. Es wird bunt und farblos, alt und immer wieder neu, dabei zeitlos und vergänglich zugleich, wie der Hauch einer Erinnerung und dabei aus Marseille nicht wegzudenken.



    Lg von Eurem Monsieur Robby

  • nordwind

    Lieber Robby :love:

    Wie lieb von Dir und nordwind extra für uns auf der Mein Schiff Home Deine Erlebnisse in Marseille mit diesen wunderschönen Bildern hervorzuholen.

    So kann ich mir ein wenig vorstellen, was wir morgen hätten erleben können. Aber ich sehe schon, dies müssen wir so bald wie irgendmöglich nachholen :love:

    dickes Dankeschön :*:*

    LG Heike

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    voller Freude auf: :love:

    2026: 03 Donau A-Rosa Donna / 04 MS3 Kurzreise Bremerhaven/Rotterdam

    Bisher:

    2025: 10 Donau A-Rosa Bella 2024: 11: Donau A-Rosa Donna 05: MS 3 Großbritannien 03: Donau A-Rosa Mia 01: Rhein A-Rosa Sena 2023: 12: Weihn. A-Rosa 08: Donau A-Rosa 05: Donau A-Rosa 2022: 12: Weihn. Donau A-Rosa / 09: MS3 Westeuropa / 04: MS1 Norwegen mit Nordkap & Tromso :love:   2021:10: Main Highlights Viva Treasures / 07: MS1 Schwedische Küste 3 2019: 12: Donau A-Rosa / 11: Donau A-Rosa / 08: MS5 Westeuropa mit Knut 05: NMS1 Rockliner 6 Helsinki-Stockholm / 05: NMS1 Oslo-Kopenh. / 03: Donau A-Rosa 2018: 11: Donau A-Rosa / 05: NMS1 Oslo-Göteborg-Kopenh. / 03: Donau A-Rosa 2017: 05: MS6 Danzig-Bornholm / 03: Donau A-Rosa 2016: 11: Donau A-Rosa / 07: MS5 Danzig-Bornholm / 05: AMS1 Westeuropa 2015: 06: MS4 Oslo-Kopenh. / 03: Donau A-Rosa 2014: 05: MS2 Rockliner 3 / 03: Donau A-Rosa 2008: 08: Donau MS Heinrich Heine

  • Am Hafen

    Nach unserem Abstecher ins Panierviertel und der Fahrt entlang der neuen Hafenterrassen wollen wir weiter den Geheimnissen dieser Stadt auf den Grund gehen.

    Dazu mussten wir auf die andere Seite des Vieux Port wechseln.

    Die schicke Hafenfähre für gerade mal 50 Cent kam uns gerade recht.





    Licht und Schatten begleiten uns auch hier, und nicht nur von der Sonne. Die Geschäfte und Restaurants entlang der Uferstraße Quai Rive Neuve liegen im tiefen Schatten. Wer genauer schaut, sieht ein anderes Marseille, als das herausgeputzte. Hier zeigt sich die Stadt durchaus von seiner ursprünglichen Seite. Neu gestaltete Geschäftseingänge können nur bedingt den allgegenwärtigen vernachlässigten Zustand der Häuser verbergen.



    Tipp: An einem der Cafés gibt es leckeres Straßeneis, dort werden auch gekühlte Getränke verkauft. In der Cours Jean Ballard (gegenüber der Fähranleger zu den Frioulinseln, Straße an der Ecke zwischen den beiden Mac Donald) befindet sich ein kleiner Sparsupermarkt.

    ++++

    Hallo Leute, also während Euch ücki grad von einem Straßeneis vorschwärmt, lade ich Euch ein mit mir, Monsieur Robby, einwenig in der Zeit zu reisen ganz nebenbei etwas vom Savoir–vivre im Sinne von guter Lebensart und der Erhaltung von regionalen Traditionen und Produkten zu entdecken.



    Und ganz ehrlich, nachdem ich mich mit dem folgenden befasst hatte, war mir ziemlich übel. Aber diese Zeit im 17.Jhd. unter dem Sonnenkönig Ludwig IV. prägte die Stadt sehr nachhaltig. Daher nur die Kurzversion.



    Unser nächstes Ziel hängt fast genauso eng mit der Geschichte Marseilles zusammen wie die Seefahrt.



    Auf dieser Seite des Hafens befand sich das ehemalige berühmt-berüchtigte Arsenal der Marine. Tausende Sträflinge arbeiteten hier in der Schiffswerft oder wurden hier als Galeerenruderer auf die Schiffe verfrachtet. Prächtige Schiffe zum Ruhme Frankreichs und seines Königs verließen den Hafen von Marseille. Tief im Inneren aneinandergekettet, Tod und Elend vor Augen, ruderten Abertausende Verurteilte, Gefangene und Deserteure. Dazu gehörten auch die vom Staat als Ketzer verurteilten Protestanten.



    In einigen Häuserschluchten kann man noch Relikte dieser Zeit, mit einer unendlichen Reihe von Treppen und Brücken zwischen den Hauswänden finden. Bedrückend, dunkel, und nicht gerade das Bild von einem Ort wo man leben möchte.

    Genau zur selben Zeit erlebte ein anderer Wirtschaftszweig unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. einen großen Aufschwung - die Seifensiederei. Nachdem die Zahl der Galeeren reduziert wurde, verblieben viele ehemalige Ruderer und schufteten nun in den Seifensiedereien der Stadt.



    Doch lassen wir die die Schatten der Vergangenheit ruhen.



    Das nächste Kapitel gefällt mir schon bedeutend besser. Ich hatte ja schon versprochen, dass es zeitlos und ganz fest zu Marseille gehört. Dennoch ist es oft nur ein Hauch.



    Licht und Schatten - unsere ständigen Begleiter führen uns zu einem Ort, wo sich beides auf wundervolle Weise verbindet:



    Le Musée du Savon de Marseille de la Savonnerie La Licorne



    Das Seifenmuseum wurde 2016 von Serge Bruna in einem historischen alten Steingewölbe gegründet. Mit Begeisterung und echter Leidenschaft erklärt und erzählt er jeden Interessierten (auch Englisch) über die Geschichte der Seife und deren Produktion.

    Savon de Marseille steht für ein echtes traditionelles und regionales Naturprodukt. Die echte Marseiller Seife besteht zu exakt 72% reinem Pflanzenöl, insbesondere Olivenöl. Dafür gibt es sogar seit 1688 ein Reinheitsgebot für Seife. Dies wurde durch Ludwig IX. höchstpersönlich erlassen, leider vergaß seine Majestät den Markennamen schützen zu lassen. Bis heute hat sich nichts daran geändert, so dass es viele Fälschungen gibt.

    Die Lage der Stadt am Meer eignete sich besonders gut um hier eine florierende Industrie zu gründen. Rohstoffe für die Produktion waren leicht verfügbar. Reines Olivenöl, Parfüms und ätherische Öle, sowie Meersalz sind von jeher regionale Produkte am Mittelmeer.

    Ein Blick in eine der noch produzierenden Savonnerien läßt den Besucher abtauchen in die Geschichte und das Leben der Menschen in der Provence. Seife aus Marseille gehört heute zu den Kulturgütern der Provence.


    Gleich neben dem Museum befindet sich selbstverständlich ein herrlich nostalgischer Seifenladen Savonnerie Marseillaise De La Licorne. Allein der Duft nach Lavendel, Rosen, Orangen oder anderen Düften zieht einen magisch an.



    Hier können wir auch den Eintritt ins Museum in ein Stück Seife umwandeln. Dabei wird es letztendlich nicht bleiben…



    Allergiker, Nostalgiker und alle die auf eine besondere Qualität Wert legen sind hier genau richtig.



    …Es ist bunt und farblos, alt und immer wieder neu, dabei unverwüstlich und vergänglich zugleich, wie der Hauch einer Erinnerung und dabei aus Marseille nicht wegzudenken…



    Genauso bleibt uns dieses kleine zauberhafte Erlebnis in Erinnerung.



    Tipp: Schöne und authentische Urlaubserinnerung

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    Seife ist geeignet als Mitbringsel in verschieden Größen, Formen und Düften



    Neutralseife ist eine sehr gute Reinigungsseife für Textilien.



    Allergikerfreundlich



    Musée du Savon de Marseille La Licorne, 25 Quai de Rive Neuve, Marseille



    Savonnerie Marseillaise De La Licorne, 26 quai Rive Neuve, Marseille



    Die von uns besuchte Savonnerie produziert an anderer Stelle in der Stadt, die Produktion kann besichtigt werden.

    Diese kleine Duftpyramide verströmt den wundervollen Duft der Savon de Marseille und vermittelt selbst an grauen Tagen das Gefühl gleich hinaus in die Sonne Marseilles zu treten.

    Jetzt habe ich doch glatt vergessen, zu erzählen wieso Salz gebraucht wird, um Seife herzustellen.



    Dann braucht es noch Natronlauge , Soda oder früher Pottasche, um überhaupt die Verseifung in Gang zu bringen. Die gesamte Herstellung ist ziemlich kompliziert und benötigt viel Erfahrung.

    Dabei überwacht der Seifenmeister, gleich einem Koch den gesamten Herstellungprozeß.

    Oder hättet Ihr gedacht, dass Seife nicht nur zum Waschen benutzt wird, sondern selbst mehrfach gewaschen wird ? Und dann noch mit Salz?



    Wer mehr wissen will, sollte mal Tante Wiki fragen

    Übrigens im Seifenmuseum kann man nach Anmeldung seine Seife selbst bearbeiten und personalisieren. Ein hübsches Geschenk.

    Lg Euer Monsieur Robby


  • An der Fähre

    Hallo ücki, meinst Du nicht, dass es langsam Zeit wird für eine Fahrt raus auf´s Meer und zur Monte Christo Insel rüber?



    Machen wir. Wird doch Zeit uns ein wenig auch die beiden anderen M´s anzuschauen!

    Magst du was zum Château d’If erzählen?



    Och jetzt würde ich am liebsten erstmal raus auf´s Meer und mich einfach überraschen lassen!



    Na los dann. Laufen wir zur Fähre.


    Doch auch hier wieder die Ernüchterung. Trotz Marseille-Pass müssen wir uns in der normalen Warteschlange anstellen, um Tickets zu erhalten. Routiniert läuft die Abfertigung der wartenden Massen. Auf dem Oberdeck finden wir einen schönen Platz.



    Dann begleitet uns hinaus auf´s Meer, vorbei an den Fort´s die die Hafeneinfahrt einst bewachten.

    Der Blick zurück gibt einen wunderbaren Eindruck von der schönen Lage der Stadt.

    Alle Mann an Bord. Leinen los. Die EDMOND DANTES legt ab, auf ihrer Fahrt zur Gefängnisinsel Château d’If und einstigen Festungsinsel zur Verteidigung des Hafens.

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    Lg Monsieur Robby

  • Robby und das Geheimnis vom Château d’If


    Kaum aus den Hafen heraus, kommt schon das Château d’If in Sicht - einst Festung zur Verteidigung des Hafens, später Staatsgefängnis und heute Touristenmagnet. Die Insel und die dicken Mauern haben schon viel erlebt und können viel erzählen.

    Doch deswegen kommen die wenigsten hierher. Eine Name und ein Schicksal steht über allen anderen - Edmond Dantes, der Graf von Monte Christo.

    Begeben wir uns ins Reich der Legenden, deren Stoff gewoben wurde aus dem feinsten Gespinst zwischen Realität, Geschichte, Fantasie und Dichtung. Nichts regt sosehr die Fantasie an, wie die Möglichkeit einem echten Geheimnis auf die Spur zu kommen. Also, wer herausfinden will, was wahr, was Dichtung und ob es tatsächlich einen echten Edmond Dantes mit einen ausgeklügelten Rachefeldzug unter dem Denkmantel der Gerechtigkeit gab, oder ob der Graf von Monte Christo nur den zur Person gewordenen Wunsch nach Vergeltung aufgrund erlittener ungerechter Behandlung verkörpert, sollte uns zunächst auf die Insel d’If folgen.



    Diese gehört zu den Marseille vorgelagerten Frioulinseln und wird mehrmals täglich vom Frioul If Express angesteuert. Das Gefängnis ist identisch mit dem Château d’If, in dem der spätere Graf von Monte Christo gefangen gehalten wurde. Die eigentliche Montechristoinsel, also der Ort des legendären Schatzes, ist eine kleine italienische Insel zwischen Korsika und Italien.



    Doch nun zurück zum Château d’If. Eine beinahe unerträgliche Hitze umgibt dieses kleine kahle Eiland.



    Kein Ort könnte einen Gefangenen sosehr seine ausweglose Lage täglich vor Augen führen, wie ein Blick aus den kleinen Fensterlöchern hinüber zu einer lebendigen Stadt. Dort sind die Gefangen hinter den dicken Mauern längst vergessen. Bis auf Einen, bis heute…



    Ücki, jetzt machst Du es aber spannend.



    Du wolltest doch bestimmt selbst das Geheimnis lüften, oder ?



    Was für eine Frage!

    ****

    Ein beinahe unwirklicher Ort in seiner Kahlheit der Vegetation, der Glätte der Steine, überragt von dem mächtigen Mauern des Château d’If.



    Nur langsam gewöhnen sich die Augen an das schattige Licht im Innern des Gemäuers, zu sehr gleißte draußen die Sonne, zurückgeworfen vom hellen Kalkstein. Genauso fühlen auch wir uns, zurückgeworfen in eine ungemütliche und schreckliche Zeit, als hier Menschen weggeschlossen wurden, um sie dem Leben zu entziehen.

    Die einzig mögliche Führung gibt es nur in Französisch.



    Im Gegensatz zu den früheren Bewohnern kann sich jeder hier frei bewegen. Das verlockt natürlich die Geheimnisse eingehender zu erforschen.

    ****

    Sieh mal ücki, was da steht: Comte de Monte Christo.



    Aha.



    Aha! Hör mal das bedeutet doch, wenn hier überall die Namen der berühmten Gefangenen stehen, dass hier genau in dieser Zelle der Graf von Monte Christo gefangen war. Richtig?



    Hhm, wenn es da steht, scheint es so zu sein.



    Scheint…? Ücki, es steht doch da.



    Überredet, wenn es offiziell dran steht, dann ist dies wohl die berühmte Zelle, wo eines Tages der greise Abbé Faria auftaucht, nachdem er einen Tunnel zu Flucht graben wollte. Sehen wir mal nach.



    Das ist ja dunkel hier. Bloß gut das heute Lampen an sind. So ganz ohne Licht war das bestimmt ganz schön gruselig. Sieh mal, dort hinten, das muss er sein - der Tunnel. Dann ist die Geschichte also doch wahr?!



    ….(Tja, was meint Ihr? Könntet Ihr jetzt sogleich, eine solch schöne Illusion zerstören?)….Der Tunnel ist auf jedenfalls da.



    Der muss doch irgendwo herkommen? Duuu, da kann man sogar durchgucken. Das muss ich unbedingt rauskriegen.



    Bisher haben wir noch gar nicht in die anderen Zellen geschaut, mal sehen, was es dort noch zu sehen gibt. Vielleicht finden sich noch ein paar Hinweise. Oder glaubst Du ernsthaft, echte Geheimnisse lassen sich so einfach lösen, ohne dass man sich anstrengen muss?



    …Naja, leicht war das schon. Aber, das würde bedeuten, wenn etwas zu einfach ist, sich in Wirklichkeit etwas anderes dahinter verbirgt. Gibt es vielleicht hier etwa noch einen verborgenen Raum? Und wo?



    Sieh Dich um, da ist nichts. Keine geheimen Gänge oder Räume.



    Hhm, jetzt bin total verunsichert.



    Wieso? Du kannst doch jederzeit beweisen, dass Du in der Zelle des Grafen von Monte Christo warst. Doch die Frage ist, war auch der Graf wirklich hier?



    Aber nebenan ist die Zelle des Abbé Faria. Steht auch dran….



    Moment mal, du meinst, weil etwas dran steht, heißt es noch lange nicht, dass es auch drin ist bzw. war. Hey, das ist cool. Aber das wäre ja eine tolle Geschichte. Das muss ich unbedingt raus kriegen.

    Hier stehen noch viele Namen an den Zellen. Dort unten sind an der Wand auch Namen eingemeißelt. Also, waren hier ganz viele Menschen eingesperrt. Das macht mir eigentlich Angst, können wir nicht mal auf Meer schauen?



    Komm wir gehen wir auf den Turm nach oben. Dort haben wir einen schönen Rundblick zur Küste, zu den anderen Frioulinseln und auch auf Dein geliebtes Meer.



    Wow. Was für eine Aussicht!



    Besser?



    Eindeutig besser!



    Fein. Gehen wir zur Fähre und verlassen diesen außergewöhnlichen Ort.

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    Einige Zeit später auf dem Weg zurück. Geblendet von der Sonne ist kaum noch der Umriss des Château d’If vom Schiff aus erkennbar. Es bleibt genauso zurück wie die Schatten der Vergangenheit. Licht und Schatten - es gibt wohl kaum einen Ort, wo diese drastischer als hier aufeinander treffen.

    Du ücki, ich glaub die echten Gefangenen wären längst vergessen, wenn es nicht den Grafen von Monte Christo gegeben hätte. Da ist doch eigentlich gut, dass es die Legende gibt.



    Bist ein kluger kleiner Seehund.

    ***

    Die reale Geschichte ist weit aus weniger bekannt, doch nicht weniger bewegend, wenn man hinter den Fakten das Leben und Schicksal realer Menschen erfasst. Auskunft geben auch einige Schautafeln, welche Verbindung zwischen Alexandre Duma, dem geistigen Vater des Grafen von Monte Christo, und dem Château d’If besteht.


    Noch spannender wird es allerdings für denjenigen, der sich die Zeit nimmt, und die bewegende Familiengeschichte von Alexandre Dumas, und hier besonders das bewegte Leben seines Vaters Thomas-Alexandre Dumas nachliest. Dieser war der geborene Held für seinen kleinen Sohn, der seinen Vater frühzeitig verlor. Dessen Leben und das seiner Kameraden bildete die Vorlage für die Romane seines Sohnes Alexandre Dumas.



    Über diesen wurde sogar eine mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Biografie geschrieben. (Tom Reiss: „Der schwarze General: Das Leben des wahren Grafen von Monte Christo“)

    ****

    Am Eingang des Hafen werden wir von den Wahrzeichen des alten und des heutigen Marseille begrüßt.

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    Lg ücki und Robby

  • Der Tag ist noch lange nicht zu Ende

    Zurück in Marseille ist der Tag noch lange nicht zu Ende. Doch vorerst steht erstmal alles Kopf.

    Voila, unter dem Dach des Herrn Forster können wir den kühlenden Schatten genießen.

    Etwas zum Sitzen sucht man leider vergebens. Doch lange bleiben wir auch nicht.

    Bald geht es weiter. Und wer dachte, jetzt kommt nichts Spanndes mehr, der sollte aufpassen, dass er nicht die vielleicht abenteuerlichste Etappe unseres Tages in Marseilles nicht verpasst, denn diesmal wird´s wirklich kriminell...

    Alles geht nicht an einem Tag, so dachten wir und so hatten wir uns für den Besuch des Château d’If entschieden. Marseille hat mit den vorgelagerten Frioulinseln ein eigenes Inselreich gleich vor der Haustür. Einen kleinen Eindruck konnten wir so von dieser Landschaft mitnehmen, zumal die Fähre vom Château d’If nicht direkt zurückkehrt, sondern erst zu den größeren Frioulinseln fährt, um dort einen Stopp einzulegen. Unsere Fahrkarten gelten hier nicht für den Ausstieg, sondern nur als Rückfahrtticket.



    Der Nachmittag ist noch lange nicht vorbei und so kann mein geheimer klitzekleiner Wunschplan verwirklicht werden - Fahrt zu den Calanques, den Felsenschluchten entlang der Küste.



    Für eine Schiffstour ist es tatsächlich zu spät. Aber der Nationalpark ist mit dem Bus erreichbar und damit in unserem Tagespass enthalten.



    Tipp: In der Touristinfo nochmal nachfragen, dort hatten wir die verschiedenen Umstiege im Plan eingezeichnet bekommen. Alternativ fährt auch eine Fähre und nur für ein letztes Stück benötigt man den Bus. Das aber bitte, genau wie unsere Umstiege noch einmal persönlich nachfragen bzw. im Fahrplan nachsehen. Apropos Fahrplan, die öffentlichen Verkehrsmittel fahren sehr früh am Abend ihre letzte Tour! Unbedingt beachten!


    Ab Vieux Port mit Bus 83 bis Parc Balneaire Du Prado/ Av. du Prado, Umstieg in Bus 19, weiter bis Av. de Montredon (Endhalt von 19), weiter mit Kleinbus 20 bis Callelongue, dem Endziel.


    Nun denn, starten wir eine Bustour entlang der Corniche bis zur Endhaltestelle an der ersten Felsenschlucht. Die Fahrt beginnt mit Bus 83 am Vieux Port vorbei am Fort St. Nicolas durch enge Straßen, die wohl nicht zu den Vorzeigestraßen der Stadt gehören, ehe es weiter geht durch neuere Viertel und letztlich zur Küstenstraße Corniche President Kennedy mit seiner berühmten kilometerlangen Betonbank entlang des Steilufers und den prächtigen Villen oberhalb am Hang. Besonders wenn die Sonne im Meer versinkt, ist hier ein wunderbarer Platz um diesen Ausblick zu genießen.

    Öffentlicher Nahverkehr mit Unmengen von Touristen in Großstädten hat natürlich häufig überfüllte Busse und Bahnen zur Folge. Daher heißt es jetzt: Aufgepasst Taschendiebe!


    Und ein solcher schlängelte sich geschickt an meinen Guten heran, hatte dieser doch die Fahrkarte nach der Kontrolle wieder eingesteckt. Aha, wieder so ein ahnungsloser Touri, scheint sich unser Freund gedacht zu haben. Doch da hatte er nicht mit der Achtsamkeit des von ihm so seltsam Bedrängten gerechnet. Soo voll war der Bus zu diesem Zeitpunkt dann doch nicht, dass kein Abstand möglich gewesen wäre.


    Mein Guter hält zwar nichts von Frauenhandtaschen, von wegen Diebstahl, Vergessen, unnützem Kleingeplänkel und allem was Frau so alles mitschleppt, doch auf seine Herrengürteltasche verzichtet er nur in den seltensten Fällen freiwillig….Darüber diskutiere ich schon lange nicht mehr, am Ende steht die Frage nur zur Debatte wieviel Schuhe, Tücher, Taschen oder Mützen Frau braucht … Selbstverständlich immer wieder das Passende, und wenn nicht vorhanden, da hilft doch nur die eine oder andere Neuanschaffung, oder?


    Auf ebendiese Gürteltasche bzw. deren Inhalt hatte es unser Freund abgesehen. Womit er wohl nicht gerechnet hatte, dass sein Verhalten sehr auffällig war und mein Guter seine Tasche auch regelmäßig abtastet, Reiseerfahrung. Bingo. Da war eine Hand zuviel in der Tasche!


    Mein Guter ist schon ein Gemütsmensch, kann aber auch ordentlich Kontra geben. Aufgerichtet zur vollen Größe mit einem Blick, den manche, die ihn nicht kennen zum Fürchten finden, ergoß sich über den Übeltäter im schönsten Sächsisch eine ordentliche Schimpftriade, die diesen den Rückzug antreten lies. Die Sache war es ihm dann wohl doch nicht wert. An der nächsten Haltestelle stieg er aus. Wir beließen es auch dabei.


    Selbst im schlimmsten Fall hätte es sich nur um etwas Kleingeld in eben dieser Tasche gehandelt, keine Papiere oder Dokumente, diese gehören da beim besten Willen nicht hin.


    Ich geb zu, von alldem habe ich nicht allzuviel mitbekommen, da ich etwas weiter vorn auf einem Fensterplatz saß, mit dem Rücken zu den beiden. Im Nachgang bin ich froh, dass es sich nur um einen Taschendieb handelte, und nicht um jemand der mit Messer usw. andere bedroht. Solcherlei Vorfälle scheinen keine Seltenheit zu sein, denn im Bus zurück, der diesmal kaum noch Luft nach oben hatte, schrie plötzlich auch ein Frau laut auf. Also, wer mit den Bussen unterwegs ist, Vorsicht und Augen auf.


    Am Umstieg Parc Balneaire Du Prado/ Av. du Prado ( gegenüber befindet sich der große Stadtstrand) wechseln wir in Bus 19 und dann Bus 20. Die Anschlüsse gehen fließend ineinander über.

    Die Fahrt entlang der Küste ist abwechslungsreich, Großstadt, Vororte, Badestrände und wunderschöne Aussichten aufs Meer. In Callelongue, einem kleinen verträumten Fischerdorf inmitten einer kleinen Felsenschlucht haben verschiedene Restaurants für ihre Gäste geöffnet. Das könnte uns gefallen, wenn nicht die Rückfahrt mit den zeitigen Dienstschluss der Busse wäre. Gut lassen wir die Bar´s und Cafe´s im wahrsten Sinne links liegen und umrunden die kleine Bucht und folgen dem Weg hinauf zu den Felsen. Die Vegetation ist hier von hitzeresistenten Arten, wie Kakteen und Agaven geprägt.

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    Der Pfad scheint hier an einem Grundstücke zu enden, doch ein scheinbar algerisches Pärchen vor uns kennt sich offenbar aus, also folgen wir ihnen und sind an einer kleinen Klippe angelangt. Schön ist es hier. Weißer glatter Kalkstein, blauer Himmel, blaues Meer, spärliche Vegetation und hier und da in den Klippen verstreut, diejenigen die diesen Anblick in Ruhe genießen wollen.


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    Was macht indessen das Pärchen? Genießt ein paar Kaktusfeigen, die die Frau geschickt pflückt und von den Stacheln befreit. Kaum das sie uns bemerkt, pflückt sie geschwind noch ein paar dieser leckeren Früchte und bietet diese uns an. Dankbar kosten wir. Ausgesprochen lecker!

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    Nach dieser kulinarischen Stärkung kehren wir um, wir wollen nicht erst mit dem letzten Bus fahren. Es bleibt uns noch etwas Zeit, also gehen wir an der Straße entlang zu dem Aussichtspunkt oberhalb des Ortes. Von hier haben wir eine wundervolle Sicht auf eine faszinierende Inselwelt entlang der Calangues. Hinter einer Felsenspitze beginnt bereits die Sonne zu verschwinden und strahlt die Inseln mit ihrem warmen Abendlicht an. Innehalten, Staunen und Schauen. Fremdartig ist diese Küste mit diesem unglaublich blauen Meer, der Côte d’Azur, genauso fremdartig wie die Beats arabischer Klänge aus den Lautsprecherboxen eines jungen Pärchens.

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    Die Busse sind rückzu hoffnungslos überfüllt, spätestens ab dem Prado passt niemand mehr rein; wer raus will, sollte fliegen können. Irgendwann haben auch wir es geschafft.



    Doch dort, wo heute sich tagsüber Licht und Schatten am Vieux Port ein harten Kampf lieferten, umschmeichelt uns am Abend eine rosa Wolke. Die untergehende Sonne verwandelt den rosafarbenen Kalkstein der Häuser in eine rosa Traumkulisse. Kitschig schön. Zeit zum Flanieren entlang des Hafens oder der blinkenden Verlockung nachzugeben, um in den Sonnenuntergang mit dem Riesenrad über Marseille zu schweben.



    Übrigens war dann tatsächlich der letzte Bus zu unserem Hotel abgefahren, doch die Metro fuhr bis spät in die Nacht. Am Bahnhof Saint Charles hatte noch Mc Donald geöffnet, gut dann halt hier noch eine kleine Stärkung. Doch wie das so ist in Frankreich, auch hier gab es Ungewöhnliches.



    Zu unseren Pommes und Burgern gab´s ein klassisches Klavierkonzert. ??? Durch die menschenleeren Bahnhofshalle klangen die Klänge eines Pianos, auf diesem spielte mit geradezu besessener Leidenschaft ein vielleicht gerade mal 13/14jähriger Junge. Seine Freunde schauten immer wieder mal vorbei, doch dieser Junge war so in sein Spiel vertieft, dass er noch lange nicht aufhielt. (Die SNCF hat ein eigenes Unterhaltungsprogramm für Reisende. Piano en Gare - ein öffentlich aufgestelltes Piano zum Spielen für jedermann.)



    Wer würde vermuten, dass aus einen Besuch bei McDonald ein unerwarteter Kunstgenuss entsteht? Savoir–vivre - da war es wieder. Warum auch nicht. Gehört es nicht auch dazu den Alltag, ein kleines bisschen froher oder abwechslungsreicher zu gestalten?



    Das war unser Tag in Marseille, vollgepackt mit so viel Schönem, Interessanten und Erlebnisreichen, dass wir die nächste Nacht tief und fest schlafen, bevor wir uns noch einen richtigen Urlaubstag an der Côte d’Azur gönnen.



    Mögt Ihr uns begleiten ?



    Lg ücki und Monsieur Robby

  • So kann ich mir ein wenig vorstellen, was wir morgen hätten erleben können. Aber ich sehe schon, dies müssen wir so bald wie irgendmöglich nachholen

    Die Stadt Marseille hat mich innerhalb eines Tages verzaubert8)

    Wir hatten ausgesprochen herrliches Mittelmeerwetter, so dass selbst die unschönen Seiten nicht so auffielen. Die Stadt bietet bei einer guten Vorbereitung innerhalb kurzer Zeit völlig gegensätzliche Erlebnisse. Wenn Ihr wieder die Gelegenheit habt, schaut vorbei am Kai und im Vieux Port von Marseille und lasst Euch von dem rauhen Charme der Stadt einfangen.

    Lg ücki

  • April 21 die Stadt im Rahmen einer Kreuzfahrt besuchen.

    Das wünsche ich Euch:)

    Bis dahin träumen wir einwenig von unseren Reisen;)

    Lg ücki

  • Ich bin begeistert nordwind. Und hoffe sehr, Marseille wirklich mal kennenlernen zu dürfen !

    Simone :)

    - Mein Schiff 7 Kanaren mit Madeira 15.12.25 - 22.12.25
    - Mein Schiff 1 Blaue Reise Panoramafahrt I Ostsee & Baltikum 4.7.21 - 11.7.21
    - Mein Schiff 4 Kurzreise Palma mit Marseille & Barcelona II 16.4.20 - 20.4.20 - Absage der KF wg. Covid-19-Pandemie
    - Mein Schiff 4 Norwegen Nordkap I mit Trondheim 31.5.18 - 11.6.18
    - Mein Schiff 5 Karibik ab/bis Dominikanische Republik 16.12.16 - 30.12.16
    - Mein Schiff 4 Norwegen Südnorwegen mit Kopenhagen II 6.8.16 - 14.8.16

  • 73Simone

    Dank Euch auf der Mein Schiff Home 8) hab ich entschlossen den Bericht zeitnah für Euch einfach wieder ans Licht zu holen :)


    Wer weiß wann, ich wünsche es Dir. selbst einmal am Hafen auf die Kulissen diese schönen alten Stadt zu schauen.

    Lg ücki