Fazit
Die neue Mein Schiff 1 hat uns gut gefallen, insbesondere das Design im Inneren ist überzeugend und geschmackvoll. Das Mehr an Menschen auf dem Schiff hat uns nicht gestört – in der Regel verläuft sich das aufs Beste und auch an Seetagen findet man sein Plätzchen.
Einen schönen Rundumblick am Heck hat man allerdings nur noch vom Außenbereich des "Anckelmannplatzes" aus.
Weiter oben ruiniert die Joggingstrecke die Aussicht nach hinten fast komplett, von der Außenalsterbar und auch von der neuen Hohe-Luft-Bar blickt man nun entweder auf diese bauliche Scheußlichkeit oder auf ein Zeltdach, welches wohl einen X-Bereich im Heck überdacht.
Auch der Bugbereich ist ausschließlich Suitengästen vorbehalten und zu Teilen noch den Saunanutzern zugänglich.
Mir gefällt das nicht, man hat so viel weniger Meeresgefühl. Das hält mich zwar nicht ab, das Schiff zu buchen, denn sonst ist es schön und das Essen sogar hervorragend, doch bei gleicher Route würde ich mich wohl eher für die 3-6 oder auch für die liebenswerte alte Herz entscheiden.
Während ich Suitenbewohnern, die ja einen Aufpreis zahlen, ihre Vorteile noch halbwegs gönne (allerdings nicht den ganzen Bug und nicht das ganze Heck!), so frage ich mich, wieso man wegen höchstens 100 regelmäßigen Läufern allen anderen die Aussicht zerstören muss.
Sauberkeit, Service und Essen waren wieder erstklassig auf dem Schiff, letzteres diesmal sogar noch einen (winzigen) Tick besser, als wir es auf anderen Schiffen aus der MS-Flotte erlebten.
Anders als man vielfach in Bewertungen liest, hat es uns auch im Fischhaus geschmeckt (wir verstehen den Hype um Gosch ohnehin nicht – das ist im Wesentlichen doch Imbissqualität, selbst auf Sylt). Fischbrötchen und Co. gab es auch auf der 1, sie sind nun im angrenzenden Anckelmanns zu haben.
Das Anckelmanns wiederum hat durchgängig geöffnet, was wir als äußerst angenehm empfanden. Keineswegs führt das dazu, dass Speisen nun stundenlang auf dem Büfett herumstehen. Im Gegenteil: wie lange etwas draußen ist und wann es ausgetauscht wird, ist streng geregelt, man erfährt dies von kleinen Zetteln oder Schildern bei jeder Schüssel und zu jeder Speise-Platte.
Insgesamt beindruckte uns die Vielfalt – wir konnten auch in 14 Tagen nicht alles ausprobieren.
Das gilt auch für die Bars, die allesamt ein hochwertiges Inklusive-Sortiment anbieten, eigentlich braucht man überhaupt nichts anderes mehr. (Als neues Getränk, das mir auch geschmeckt hat, habe ich Pimm´s ausprobiert, hatte mal jemand im Forum erwähnt - Lesen bildet
)
Verzichtet haben wir auf den Besuch der neuen Bierbar "Ebbe und Flut", nicht weil das eine Zuzahlbar ist, sondern weil es dort fast immer ganz leer gewesen ist. Schade drum.
Unsere Balkonkabine ließ nichts zu wünschen übrig, war sehr ruhig, dazu gemütlich eingerichtet und sehr praktisch hinsichtlich der Staumöglichkeiten.
Die Häufigkeit von Handtuch- und Bettwäschewechsel konnte man selbst bestimmen, die Klimaanlage war gut zu regulieren und leise.
Unser Zimmerservice erfreute uns fast jeden Tag mit phantasievollen Bettdeckentieren und arbeitete auch sonst tadellos.
Das gilt eigentlich für das gesamte Personal, wir sind überall mit großer Freundlichkeit behandelt worden.
Das Unterhaltungsprogramm genügte im wesentlichen unseren Ansprüchen, wir sind eher dankbar, wenn Animation und Unterhaltung dezent bleiben. Gut fanden wir die Vorträge zu Land und Leuten und Teile des Schaubühnenprogramms, welches sich jedoch schon in der zweiten Wochen so ziemlich wiederholte.
Shows und Partys interessieren uns etwas weniger, doch waren die Poolpartys recht ansprechend gemacht.
Die Lifeband in der Schaubar sagte uns mehr zu als irgendwelche Bands auf der Leinwand in der TUI-Bar. Life ist life, auch unser Sohn ist in seiner Freizeit Musiker, wir respektieren insbesondere die damit verbundene Arbeit und hören mit Wohlwollen zu.
Wir hatten insgesamt, wenn ich richtig zähle, 7 Ausflüge über TUI gebucht. Diese sind verhältnismäßig teuer wie bei allen Reedereien, jedoch bekommt man auch etwas geboten für sein Geld. Unzufrieden waren wir kein einziges Mal und die Organisation klappte in der Regel perfekt. Wir hatten nur 1x einen Ganztagesausflug dabei, so blieb überall noch genug Zeit für eigene Wege.
Unsere Handys stellten wir auf See aus und empfanden das als durchaus angenehm. In der zweiten Woche buchte mein Mann dann aber doch das kleinstmögliche Datenvolumen hinzu (250 MB? Weiß ich nicht mehr genau – das reichte dann aber vollkommen um z.B. hier im Forum mitzulesen
.)
Wir habe diese Reise (unsere vierte bzw. fünfte) wieder sehr genossen und den besonders guten Service auch gern mal mit einem Trinkgeld honoriert, wie wir es an Land ja auch tun würden. Das Personal freut sich über solche Anerkennung und wir auch.
Nun bleibt mir nur noch allen zu danken, die mich lesend bis hierher begleitet haben und ihnen und uns für die Zukunft ähnlich wunderbare Reisen zu wünschen.
Ahoi heißt es in der Seemannsprache und ahoi sagt jetzt Dorothea.
(Mir macht das übrigens Freude, so ausführlich zu schreiben - es reaktiviert und bewahrt meine Erinnerungen und selbst mein Mann lässt sich das ganz gern vorlesen und wendet höchstens ein, ich hätte ja die Wolkenfälle auf La Palma vergessen
)
Jetzt aber wirklich: finis.