Leute, Leute, gestern hättet Ihr mal sehen können, wie kleine Nachrichten glücklich machen.
Wir saßen da alle am Gate rum und beobachteten unseren Flieger, der vom Vortag noch am selben Fleck stand, sahen ein paar Leute, aber sonst nichts, die hintere Treppe wurde sogar weggefahren zu dem planmäßigen SundAir-Flug, der die alten und neuen Gäster der Mein Schiff 7 holte bzw. brachte.
Was nicht passierte: unser Gepäck wurde nicht verladen und uns sagte niemand Bescheid. Der Flughafen hatte wie bestellt das Gate zugewiesen und auf den Anschlagtafeln verschoben sich lediglich die Zeitangaben, je später es wurde. Anders als gestern war einfach niemand da, den man fragen konnte. Einige Paxe riefen bei TC in Hamburg an (ewige Warteschleife, dann die Empfehlung sich doch an die Fluggesellschaft zu wenden, aber keinerlei Sich Kümmern/Zuständigfühlen), andere beschwerten sich darüber, dass sich kein einziger MeinSchiff-Agent hatte blicken lassen, wieder andere versuchten SundAir zu erreichen und gerieten an ständig neue angebliche Teamleiter, von denen weder Auskunft noch Hilfe kam.
Allmählich wurde die Stimmung immer aufgeladener und je nach Mentalität waren manche verzweifelt, andere wütend, manche (ich!) ganz konfus, andere blieben ruhig und gelassen (und ich verliebte mich glatt aufs neue in meinen besonnenen Liebsten, weil er sich und auch mir ermöglichte, unseren Humor wiederzufinden.
)
Seit 12.30/13.00 Uhr saßen wir alle wieder am Gate herum, 14.05 hätten wir starten sollen, erst irgendwann nach 15 Uhr kam von irgendwo die Information, wir flögen nun doch und sogar nach Berlin (der BER hat Nachtlandeverbot ab 23 Uhr), jetzt werde das Flugzeug nur gerade gereinigt. Das beruhigte fürs erste. Und wieder verging eine Viertelstunde, 20 Minuten. Plötzlich Aktivität: zwei Gepäckförderbänder wurden zum Flugzeug gebracht. Nach abermals 10 oder 20 Minuten begann tatsächlich das Boarding und gleichzeitig sahen wir, wie unsere Koffer zum Flieger transportiert wurden. Jetzt kommt die Slapsticknummer, die ersten passieren das Gate, gehen die Treppen runter, warten, steigen in den Bus - Bus ist kaputt!
, sowas kann man sich nicht ausdenken.
Ich jedenfalls war froh, als ich endlich in der Maschine war und noch mehr als wir endlich abhoben. Jetzt erst konnte ich " uff" sagen, mich entspannen und mit Seelenruhe meinen Krimi zu Ende lesen (auf dem E-Reader, welcher sich plötzlich wieder eingekriegt hatte). Wir hatten anders als auf dem Hinflug sogar unsere reservierten Plätze und blieben zu zweit in unserer Reihe. Durch Rückenwind verkürzte sich die Flugzeit auf 4 h, 25 min, um etwa 21.40 Uhr landeten wir, 22.30 waren wir mit dem Gepäck am Auto und Mitternacht daheim, geschafft und glücklich und bei 30 Grad kälteren Temperaturen als auf den Kanaren.
Vom Flugkapitän erfuhren wir, dass tatsächlich das aus Deutschland kommende andere Flugzeug das fehlende Teil (wohl ein Computer für die Kommunikaion zwischen Pilot und Copilot) mitgebracht hatte. Dieses konnten die Techniker am Sonntag leider doch nicht reparieren und bauten nun das neue ein. Weil der Flieger aus Deutschland auch schon leicht verspätet war, verschob es sich bei uns noch viel weiter nach hinten. Hätte uns das nicht beizeiten jemand sagen können?
An diese Abreise jedenfalls werden wir uns noch lange erinnern.
[Wenn ich es die Woche schaffe, folgt noch ein Fazit zur Relax.]