Beiträge von double999

    Na, das ging jetzt aber mal richtig flott…..

    Sehr geehrter Herr Double999,


    wir nehmen Bezug auf Ihr Schreiben vom 05.12.2022, in dem Sie uns über die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen Ihrer Mandanten Schwiegermutter und 1 in Kenntnis setzen.

    Es tut uns leid, dass Sie mit unserer vorangegangenen Korrespondenz unzufrieden sind. Seien Sie sicher: wir wollten Sie nicht verärgern.

    Gern haben wir den Sachverhalt erneut geprüft und kommen Ihren Mandantinnen mit einer Auszahlung von insgesamt 70 € entgegen.

    […]

    Guest Feedback Management


    Es liest sich zwar immer noch so, als würde man sich keiner Schuld für einen Fehler bewusst sein, aber egal, damit kann ich meinen Frieden finden….

    Für die nächste Reise habe ich eine Menge gelernt, aber so ist das halt als Anfänger…. ;)

    Danke für Eure Unterstützung!

    Liebe Grüße

    Das Schreiben ist nicht frech, sondern sehr dumm. Bevor ich so eine Antwort schreibe, prüfe ich doch erstmal die Sachlage. Wenn ich einen Check-In von 14:00-15:00 Uhr habe, den wahrnehme und kurz vor 15:00 Uhr auf dem Schiff bin (so hatte ich double999 zumindest verstanden), lässt sich das ja nachweisen. Sehr peinlich für TC

    Naja, ich hatte es zwar in vager Erinnerung, aber persönlich hätte ich wohl kaum nachweisen können, wann genau die aufs Schiff gegangen sind. Das hat mir TC ja freundlicherweise selbst mitgeteilt, 14:48 Uhr. Und ja, das lag genau in dem gebuchten Zeit-Slot zwischen 14.00 und 15.00 Uhr...

    Für Honorar übernimmt das ein nicht überbelasteter Anwalt doch gerne. Schnelles, leicht verdientes Geld für einen Schriftsatz. Sonst würden sich doch auch keine Rechtsanwälte für Nachbarschaftsstreitigkeiten( überhängende Äste, zu hohe Hecken, „Maschendrahtzaun“ etc.) finden. ;)

    Solche Mandate kann man natürlich kostendeckend eigentlich vernünftigerweise nicht bearbeiten und normalerweise würde ich wegen 70 Euro auch gar kein Fass aufmachen (zumal es ja nichtmal um mein eigenes Geld geht), aber wenn jemand derart wenig serviceorientiert kommuniziert, dann darf man auch mal unvernünftig zurückhandeln....

    Bin mal gespannt, ob sich jetzt jemand mit dem Sachverhalt beschäftigt, der gewillt ist, nachzudenken.

    So, Schreiben auf Briefkopf ist fertig und geht heute raus.

    Bebe: Ich kann noch nicht abschließend beurteilen, ob dass Problem aufgrund der Unfähigkeit einzelner Mitarbeiter/innen entstanden ist, oder ob es sich dabei um ein systematisches Problem handelt. Im letzteren Fall würde ich meine nächste Reise mit denen schon als eher unangenehm empfinden, was zusätzlich blöd ist, weil die nächste Reise ja schon gebucht ist. Wollen wir mal hoffen, dass es kein systematisches Problem ist.

    Luthienne : Ja, keine Sorge, die positiven Erinnerungen an die Reise stehen ganz klar im Vordergrund. Ich finde es trotzdem nicht richtig, was TUI hier macht. Wenn ich die Argumentation von denen richtig verstehe, dann kann jedem Gast eine Early-Checkin Gebühr berechnet werden, der vor dem offiziellen Reisebeginn an Bord möchte. Das kann ich ja sogar absolut verstehen. Nur lag der offizielle Reisebeginn halt in unserem Fall bei 13.00 Uhr und nicht bei 17.00 Uhr, dem offiziellen Auslaufen des Schiffs. Würde man den offiziellen Reisebeginn mit dem Auslaufen des Schiffs gleichsetzen, dann würde JEDER Gast die Early-Checkin-Pauschale zu zahlen verpflichtet sein - und genau das KANN einfach nicht richtig sein....

    So, weiter gehts....

    Soeben erreicht mich folgende Antwort:

    "Sehr geehrter Herr Double999,

    vielen Dank für Ihre erneute Nachricht.

    Es tut uns leid, dass Sie mit unserem Antwortschreiben unzufrieden sind.

    Um Wiederholungen zu vermeiden, möchten wir inhaltlich vollumfänglich auf die vorangegangene Korrespondenz verweisen. Aus unserer Sicht ergeben sich aus Ihrem Schreiben keine neuen Gesichtspunkte, die zu einer anderen Beurteilung der Angelegenheit führen. Daher können wir Ihnen nach wie vor kein Entgegenkommen in Aussicht stellen.


    Bitte erlauben Sie uns abschließend den Hinweis, dass wir unserer vorangegangenen Korrespondenz nichts mehr hinzuzufügen haben und die Verhandlung diesbezüglich als beendet ansehen."

    Okay, Das nächste Schreiben erhalten die dann halt mit Briefkopf....

    Deswegen niemals das Schiff verlassen ohne die Bordrechnung zu kontrollieren.

    Schwiegermutter plus 1 hatten nicht auf dem Schirm, dass man sich die Rechnung während der Reise auf dem Fernsehen hätte ansehen können - und ich selbst war noch nicht hinreichend sensibilisiert, die beiden darauf hinzuweisen…..

    Mit anderen Worten: ich habe die Gefahr nicht kommen sehen :(

    Für die nächste Reise weiß ich jetzt definitiv Bescheid, wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob die mich überhaupt nochmal mitnehmen, wenn ich denen jetzt so auf die Füße trete….

    Das Schiff fuhr doch von Bremerhaven und offiziell durfte man ab 13 Uhr einchecken, wenn man den ersten Slot gebucht hatte. Beim zweiten ab 14 Uhr, beim dritten ab 15 Uhr.

    Ablegen wollte das Schiff 17 Uhr.

    Die Schwiegermutter + Freundin hatten den zweiten offiziellen Slot. (So habe ich es wenigstens verstanden, korrigiert mich, wenn das falsch ist)

    Keiner dieser Zeit-Slots hat irgendwas mit Early Checkin zu tun, wo man bereits ab 9 Uhr aufs Schiff darf.

    Insofern ist das, was hier stattfindet, gewollt oder ungewollt Betrug am Kunden und TC sollte sich was schämen, diesen Unsinn nicht wenigstens nachträglich zu korrigieren, verbunden mit einer Entschuldigung, die ob des Ärgers auch eine Entschädigung beinhalten sollte.

    Alle richtig verstanden, Dorothea. Und ganz genau so - naja jedenfalls so ähnlich - habe ich das heute TC auch geschrieben. Ich will schwer hoffen, dass das hier eine unglückliche Verquickung von Unvermögen und Missverständnissen ist, denn anderenfalls müssten man vermutlich zu dem Ergebnis kommen, dass das massenhafter Betrug ist.....

    Bin mal gespannt, ob, wann und was diesmal geantwortet ist.

    Ich vermute, es hatte natürlich alles seine Richtigkeit, da die Reise ja schliesslich an einem Freitag 5 Wochen vor der Zeitumstellung startete, und immer dann, wenn es in dieser Konstellation regnet, kostet halt auch das normale Einsteigen 35,00 Euro pro Person - das weiss doch jeder....

    double999

    Gute Frage, hattest du es genauso geschrieben offizielle Check-In Zeit 14:00-15:00 Uhr?

    Hallo Maulwurf , auf Dich ist Verlass! Danke für die Antwort. Ja klar habe ich das genauso geschrieben. Ich habe auch alle Unterlagen mitgeschickt. Das scheint da nur keiner zu lesen, oder aber nicht zu verstehen....

    Ich werde es bei der nächsten mail morgen vielleicht noch deutlicher formulieren und den Text einleiten mit den Worten:

    Heute schreibe ich Ihnen mal bewusst ganz langsam, weil ich ja gemerkt habe, dass Sie nicht schnell lesen können....

    Ich werde gerne berichten, was daraus geworden. Falls noch jemand eine andere Idee hat - immer her damit!

    thx

    Hallo Zusammen,

    so schnell kann es manchmal gehen mit dem Wiederlesen....

    Ich weiß nicht so richtig, wo ich mit dem Thema hinsoll, deshalb hänge ich es einfach mal hier dran - es ist praktisch der Epilog der Reise.

    Nochmal kurz zur Wiederholung, kann sich ja alles keiner merken:

    Unsere allererste Kreuzfahrt haben wir zu siebt unternommen. Meine Eltern, die Mutter und beste Freundin meiner Frau sowie meine Frau, unser Sohn unc ich. Da meine Eltern und wir bereits am Vortag in Bremerhaven angekommen sind, haben wir den Early-Check-In genutzt und sind am Anreisetag schon früh auf dem Schiff gewesen. Meine Schwiegermutter und ihr beste Freundin hingegen konnten erst am Anreisetag selbst anreisen, haben daher ein ganz normales Check-In-Fenster zwischen 14.00 und 15.00 Uhr gebucht und waren dann halt später auf dem Schiff - um es genau zu sagen um 14:48 Uhr.

    Woher ich das so genau weiß? Nein, ich bin nicht Monk, aber das hat mir gerade eine nette Mitarbeiterin von Tui "ohne Worte"... äh, sorry, "offene Worte" geschrieben. Aber der Reihe nach....

    Am Abreisetag hatten wurde uns allen ja unsere Zimmerrechnung Bordrechnung an die Kabinennummer geklemmt. Und da wir im Vorfeld unsere Zahlungsinfirmationen hinterlegt hatten wurde der Rechungsbetrag brav abgebucht. Meine Schwiegermutter hatte am Abreisetag noch Geburtstag, ausserdem ist so ein Abreisetag ja hektisch, und daher haben mich beide erst später, als wir schon längst wieder zu Hause waren, gefragt: Du, sag mal double999, auf unserer Rechnung werden 70 Euro für einen Early-Check-in abgebucht. Weisst Du, was es damit auf sich hat?

    Ich dachte in dem Moment noch an ein Versehen und daran, dass das bestimmt die Gebühr für meine Eltern war, die der falschen Kabine zugeordnet wurde, aber auf deren Rechnung war die Gebühr auch enthalten, also konnten wir ein Kabinenversehen schonmal ausschliessen. Jedenfalls hab ich meine Schwiegermutter + 1 versprochen (als quasi-Reiseleiter fühlt man sich ja irgendwie verantwortlich), dass ich mich direkt nach dem Wochenende darum kümmere, kann ja nicht so schwer sein, der Fehler liesse sich bestimmt schnell aufklären... denkste!

    Direkt am Montag rief ich also die Hotline an und war nach nur 50 Minuten auch schon durchgestellt - echt der Hammer, wie schnell man bei Tui jemanden erreicht. Jedenfalls hab ich kurz die Fakten zusammengefasst und um Erstattung gebten, als die nette Dame mit entgegnete: Nein, das tut mir leid, die Reise ist ja schon vorbei, da bin ich leider nicht mehr zuständig. Sie müssen sich bitte per E-Mail an das Guest Feedback Management wenden, da wird ihnen geholfen. Hmpfff..... na gut, dann also E-Mail schreiben an offeneworte@.....

    Ich schildere den Sachverhalt und bekomme prompt eine Antwort. Na, das ging aber schnell, dachte ich mir. Pustekuchen, das war nur die automatische Eingangsbestätigung. Scheinbar hat Tui ganz schön Traffic auf dem Kanal, denn man teilte mir direkt mal folgendes mit:

    "bedingt durch die aktuelle Situation erreichen uns sehr viele Anfrage. Bitte geben Sie uns daher für die Antwort Zeit. Aktuell werden wir einige Wochen für die Antwort benötigen".

    Einige Wochen??? Puh, zum Glück geht es bei mir nur um Geld und nicht um irgendwelche lebenswichtigen Dinge, die ich vielleicht an Bord vergessen habe. Aber einige Wochen sind schon ganz schön lang für einen Support! Gelogen war es jedenfalls nicht, denn am letzten Donnerstag war es dann nach schon 8 (!!!!) Wochen endlich soweit, die lang ersehnte Antwort. Und zwar folgende:

    "Hallo Double999,

    vielen Dank für die offenen Worte.

    Der Early-Checkin richtet sich an alle Gäste mit einer eigenen Anreise, die vor dem offiziellen Reisebeginn auf das Schiff wollen. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir im Sinne einer Gleichbehandlung aller Gäste an den aufgezeigten Rahmenbedingungen festhalten wollen."


    Hääää? Was ist denn das für eine Antwort? Hat die überhaupt gelesen, was ich da geschrieben habe? Mein Blutdruck schoß auf 280, ich verletzte die goldene Regel "never reply in anger" und griff in die Tasten. Ob die mir nicht jemanden zuteilen könnten, der des Lesens mächtig wäre? Ob sie nicht besser aufhören sollte, sich morgens mit einem Hammer zu kämmen? Ich finde Eure Regeln ja toll, daber der Early-Check-in wurde halt weder gebucht, noch in Anspruch genommen, also warum zum Henker sollte der bezahlt werden? Und wenn man sich jetzt wieder 8 Wochen Zeit lassen würde, dann würde es aber rappeln im Karton....

    Auf senden geklickt, hingesetzt, durchgeatmet.

    Ping, eine Antwort. Ah, geht doch!

    "bedingt durch die aktuelle Situation erreichen uns sehr viele Anfrage. Bitte geben Sie uns daher für die Antwort Zeit. Aktuell werden wir einige Wochen für die Antwort benötigen". :cursing::cursing::cursing:

    Ernsthaft? Das kann doch nicht wahr sein.

    Wahr war es dann auch zum Glück nicht, denn tatsächlich bekam ich heute schon die nächste Antwort:

    "Hallo Double999,

    gerne erklären wir Ihnen, dass es nicht notwendig ist, den Early-Checkin vorab zu buchen, um ihn zu nutzen.

    Sobald das Schiff vor dem offiziellen Reisebeginn betreten bzw. für die Reise eingecheckt wird, handelt es sich um einen Early-Check-In, den unsere System automatisch erfassen. Auch weisen Schilder vor Ort im Terminal deutlich darauf hin.

    Frau Schwiegermutter plus 1 haben nach unseren Informationen um 14:48 Uhr eingecheckt. Dieser Zeitpunkt lag vor Reisebeginn. Wie bereits gesagt erfasst das System also automatisch den Early-Check-In. Hier liegt kein Fehler vor.

    (...)

    Freundliche Grüße"

    Ich bin absolut s p r a c h l o s...

    ...aber diesmal wähle ich den von Budda vorgeschlagenen Weg und antworte nicht sofort - auch wenn es mich in den Fingern juckt.

    Stattdessen wende ich mich an Euch Profis.

    Was zum Henker verstehe ich an diesem System nicht?

    Der offizielle Reisebeginn laut Reiseunterlagen lag bei 13:00 Uhr. Abfahrt aus Bremerhaven war 17:00 Uhr. Schwiegermutter plus 1 buchen den Slot zwischen 14:00 und 15:00 Uhr und checken um 14:48 Uhr ein.

    Warum ist das ein kostenpflichtiger Early-Checkin???

    Sorry, könnt Ihr mich bitte auf richtige Pferd setzen?

    Ganz im Ernst, um die 70 Euro geht es schon lange nicht mehr, mittlerweile geht es ums Prinzip, und das ist bekanntlich viiieeel schlimmer!

    DANKE

    Hallo Alle,

    es freut mich sehr, dass Euch mein Bericht offenbar so gut gefallen hat. Mal schauen, welche Reise wir als nächstes planen und ob da schon ein Maulwurf an Board ist….

    Vor ein paar Tagen in Berlin habe ich übrigens zufällig herausgefunden, wie man das Gefühl simulieren kann, welches ich in der ersten Nacht bei Windstärke 11 und Gegenwind hatte.

    Wer das gerne mal ausprobieren möchte, der fährt mit einem Fahrstuhl aus einem möglichst hohen Stockwerk nach unten, geht während der Fahrt in die Hocke und steht dann - ebenfalls noch während der Fahrt - wieder auf. Ich musste mir nämlich die Schuhe zubinden und hatte sofort das Gefühl des ersten Tages an Bord wieder im Kopf…. wenn mich also die Sehnsucht packt fahre ich einfach mal wieder Fahrstuhl ;)

    In diesem Sinne, bleibt alle gesund, bereitet Euch langsam auf Weihnachten vor und schreibt bitte weiterhin so tolle und viele Reiseberichte, die mir und so vielen anderen hier auf so wunderbare Weise die Zeit vertreiben.

    Und wer von Euch zögert und denkt, dass er oder sie es sich nicht zutraut, dem rufe ich zu: doch, es geht, man muss es einfach nur mal machen….

    Bis bald!

    Kleine Anmerkung: Es sind Kabinen und keine Zimmer ;)

    Ja, sorry, ich bin halt recht oft in Hotels unterwegs und bislang nicht ganz so oft auf Schiffen. Ich arbeite hart daran, das Verhältnis in Zukunft umzukehren…..

    Den gestrigen Bericht habe ich in einem Hotelzimmer in Berlin geschrieben, heute bin ich im wunderschönen Hamburg.

    Auf unsere gemeinsame Reise freue ich mich auch, dort kenne ich einige der Ziele bereits von meinen USA-Reisen.

    Einen RB von der Cruise kann ich mir ja sparen, wenn mit Dir ein Reisebericht-Prof an Bord ist…..

    Fazit

    Tja, was kann man für ein Fazit ziehen?

    Es ging turbulent los, wurde dann umwerfend schön und ging hinten raus dann leider doch zu schnell wieder vorbei. Ich bin dankbar für alle Eindrücke, die ich während der Reise sammeln konnte und alle Dinge, die ich in diesem tollen Land erleben durfte. Wer mir vor fünf Monaten gesagt hätte, dass ich freiwillig auf ein Kreuzfahrtschiff gehe, den hätte ich für verrückt erklärt. Ich habe die Reise mit zwei Vorbehalten angetreten. Wie würde mir die Reiseform „Kreuzfahrt“ gefallen? Wie gefällt mir das Land Norwegen? Ich hatte hinsichtlich beider Punkte Bedenken, und hinsichtlich beider Punkte waren die Bedenken absolut unbegründet. Das Norwegen, welches ich kennengelernt habe, ist großartig und wunderschön – eine wahre Naturgewalt auf der einen und eine Schönheit auf der anderen Seite. Und was soll ich zum Thema Kreuzfahrt an sich sagen? Vielfach wird vom „Kreuzfahrtfieber“ gesprochen, welches einen bei seiner ersten Reise ereilt. Wenn es diese Fieber wirklich geben sollte, dann liegt meine aktuelle Temperatur bei mindestens 41 Grad. Ich bin ziemlich sicher, dass die bereits gebuchte Fahrt im nächsten Oktober nicht unsere nächste Reise sein wird, sondern unsere übernächste…

    So, das war sie nun also, unsere allererste Kreuzfahrt und das war zugleich auch mein allererster Reisebericht. Danke, dass ihr mich noch einmal auf der Reise begleitet habt! Ich hoffe sehr, dass es Euch genauso gut gefallen hat, wie mir.


    Wir sehen, lesen, schreiben uns...


    ende

    24.09.2022 Bremerhaven – Abreise

    Eigentlich wollten wir gerne in der X-Lounge frühstücken, aber da wir ja zu siebt auf dem Schiff waren wollten wir die anderen jetzt nicht alleine lassen und so sind wir dann in den Anckelmannsplatz gegangen. Das allerdings hätten wir besser mal gelassen, denn was sich da für Szenen abgespielt haben, war schon nicht mehr feierlich. Ein Gedränge und Geschubse wie auf der Südtribüne von Borussia Dortmund – einfach nur furchtbar. Wenn ich gestern schon dachte, dass das Schiff voll ist, dann war es heute zum Platzen gefüllt. Manchmal muss mal vielleicht doch einfach mal egoistisch sein, aber so bin ich halt nicht. Der Fairness halber sei erwähnt, dass die X-Lounge, in der wir uns später noch verabschiedet haben, jetzt auch nicht super leer war, aber immerhin deutlich angenehmer als im Anckelmannsplatz.

    Und irgendwann war er dann da, der doofe Moment, in dem man dem Schiff Lebewohl sagt und es verlässt. Unser Sohn weinte dicke Krokodilstränen und stand noch lange an der Scheibe, um sich zu verabschieden.



    Tschüss MeinSchiff3, wir werden uns wiedersehen. Irgendwann irgendwo, aber definitiv wiedersehen!

    23.09.2022 Seetag

    Der Seetag ist mit wenigen Worten zusammengefasst: Das Schiff war voll! Beim ersten Seetag hat man es noch nicht so gemerkt, weil da ja vermutlich aufgrund des Seegangs ein gehöriger Anteil der Gäste damit beschäftigt war, sich in der Keramikabteilung der Kabine aufzuhalten und mit der Toilettenschüssel „per Du“ zu werden, aber am letzten Seetag war es brechend voll, und zwar überall. Was haben wir an dem Tag gemacht? Nicht viel. Der Kids-Club organisierte ein Eltern-Kinder-Frühstück im Atlantik, was echt ganz schön war. Irgendeiner der Erzieherinnern hatte beim Streichholzziehen verloren und musste im Capt’n Sharky-Kostüm auftauchen um die Kinder zu bespaßen. Ich vermute, dass es in dem Kostüm so ungefähr 85 Grad warm war und nach allem, was man aus den Bewegungen so ableiten konnte, war die Sicht auch eher ziemlich eingeschränkt, denn Capt’n Sharky ist ständig überall vorgerannt und ich unterstelle jetzt mal, dass die Erzieherin noch nicht oder zumindest nicht mehr betrunken war. Nach dem Frühstück wollte unser Sohn unbedingt nochmal schwimmen, was er zwar für eine sensationell gute Idee hielt, ich aber nicht. Anders als man meint ist der Innenpool nämlich nicht auf angenehme paarundzwanzig Grad aufgeheizt, sondern gefühlt gar nicht. Was für unseren Sohn also eine große Freude war, war für uns einfach nur kalt. Zum Glück kam er bald auf die Idee, dass er unbedingt noch in den Kids-Club wollte und sagen wir es mal so, wir haben ihm keine Steine in den Weg gelegt.


    Während unser Sohn also bespaßt wurde waren wir damit beschäftigt, uns mit den Abreisezetteln auseinanderzusetzen, die seit dem Vorabend auf unserem Zimmer lagen. Und da kam es wieder, dieses Gefühl, ein blutiger Anfänger zu sein, denn wenn wir alle Koffer am Vorabend der Ankunft vor die Tür stellen sollen, wie zum Henker verstauen wir dann die Hygieneartikel und alle Klamotten, die wir aktuell noch am Leib trugen? Alle Sachen einfach anzulassen erschien uns in mehrfacher Hinsicht keine gute Option zu sein, also musste der Bordshop dran glauben, in dem wir für einen kaum überzogenen Preis eine Tasche erwarben, die wir uns vermutlich ansonsten nicht gekauft hätten, und zwar die wunderschöne blaue Tui Mein Schiff Plastik-Einkaufstasche – und weil es so viel Spaß macht direkt zwei davon. Hier also nochmal der dringende Rat an alle Kreuzfahrt-Newbies: Nehmt Euch Handgepäckstücke mit! Das ist nicht für den Anreisetag, sondern auch für den Abreisetag ziemlich hilfreich….

    Am Abend war dann im Kidsclub noch Eltern-Disco, oder besser gesagt Kinderdisco, bei der die Eltern anwesend sein durften. Es war für die Kinder aber wirklich gemacht und wir bekamen noch einmal unseren ohnehin schon guten Eindruck von der Kinderbetreuung an Bord bestätigt. Nachdem unser Sohn dann noch bei dem Spiel „Die Reise nach Jerusalem“ einen MeinSchiff3-Lolli gewonnen hatte mussten wir feststellen: Mehr geht nun wirklich nicht!

    Und so endete der letzte Abend unserer Jungfern-Kreuzfahrt mit einem gemütlichen Glas Wein in unserem Zimmer, während unser Sohn im Schlafzimmer schon tief und fest schlief und vermutlich von Capt’n Sharky träumte.

    tbc

    22.09.2022 Stavanger

    Heute sind wir in Stavanger, einer Stadt mit mehr als 140.000 Einwohnern. Und, was soll ich lange um den heißen Brei herumreden? Wenn man an den Tagen vorher in Alesund, Geiranger, Nordfjordeid und Bergen war, dann fühlt sich der Aufenthalt in Stavanger an wie Erbsensuppe. Damit tue ich Stavanger vermutlich unrecht, und Erbsensuppe wohl auch, aber vielleicht weiß der eine oder die andere ja, was ich damit meine. Stavanger hat mich einfach nicht umgehauen. Tui hat die Route dramaturgisch in meinen Augen nicht gut aufgebaut. Wären wir in Stavanger angefangen und hätten uns dann langsam nach oben gearbeitet, dann wäre Alesund am Ende der Reise immer noch ein Knaller gewesen und Stavanger am Anfang halt auch gut, weil die erste Destination in einem neuen Land halt immer was Besonderes hat. In der Reihenfolge allerdings, in der wir die Häfen angefahren sind, ist Stavanger in meinen Augen ziemlich abgefallen.

    Das soll keineswegs bedeutet, dass Stavanger den Charme von Neumünster hat. Sorry, falls da jemand von Euch wohnt, aber - und ich kann das selbst nicht beurteilen - laut eines Rankings im Focus ist Neumünster die hässlichste Stadt Deutschlands. Aber wenn man halt vorher an so überragend überwältigenden Orten war, dann sind normal schöne Orte halt im Verhältnis zu den anderen nur noch nett, und „nett“ ist ja bekanntlich die kleine Schwester von „sch…se“…

    Was haben wir in Stavanger gemacht? Erst einmal prüfen, was man hier so alles machen kann, und das geht am Besten auf einer einstündigen Rundfahrt mit einem Hop-On / Hop-Off-Bus. Achtung: Tipp! Wenn man Eintrittskarten einer vorherigen Hop-on / Hop-Off-Fahrt vorweisen kann (wir sind ja in Geiranger schon damit gefahren), dann erhält man einen Discount auf den Fahrpreis von knapp 30 %. Es lohnt sich also, die Tickets aufzubewahren. Die Fahrt war tatsächlich ganz schön, führt aber unter anderem auch über eine Schnellstraße und genau das meine ich halt, wenn ich schreibe, dass Stavanger etwas im Vergleich zu den anderen Destinationen abfiel. Denn Stavanger ist kein kleines gemütliches, schläfriges Örtchen, sondern eine Stadt, und zwar die Mineralöl- und Energie-Hauptstadt Europas – und genau so sieht es dort auch aus.

    Nochmal, ich tue Stavanger ganz sicher unrecht und natürlich kann man von dort aus supertolle Ausflüge - zum Beispiel zum Preikestolen machen - aber das ist halt meine subjektive empfundene Meinung und mit kleinem Kind ist der Preikestolen auch eher suboptimal.

    Die Altstadt direkt am Hafen ist allerdings tatsächlich ganz schön und bietet auch eine tolle Ansammlung von Restaurants, Lokalen und Geschäften


    Unser Sohn war an dem Tag aber insgesamt auch nicht so gut drauf, hatte jetzt plötzlich Hunger und einfach keine Lust, durch Geschäfte zu bummeln, was ich absolut nachvollziehen kann. Also beschlossen er und ich, zurück zum Schiff zu gehen, während der Rest der Familie noch durch die Stadt lief. Als wir auf dem Schiff angekommen sind ging es – nachdem wir Jacken etc. auf dem Zimmer verstaut hatten - erstmal zum Kinderbuffet. Da trafen wir auf ein kleines Mädchen in Begleitung ihrer Mutter, mir der wir ins Gespräch kamen. Ja, sagte sie, Stavanger ist auch nicht so unser Ding, aber daaaaa unten



    da gibt wohl einen super Spielplatz für Kinder und genau da gehen wir jetzt mal hin. Und jetzt ratet mal, was mein Sohn in genau dieser Sekunde für einen Wunsch geäußert hat? Richtig, auch auf den Spielplatz. Na herzlichen Dank auch für den super Tipp. Mit der Aussicht auf ein schönes Spiel bei uns im Zimmer konnte ich ihn dann doch noch von der Idee abbringen, das Schiff jetzt nochmal zu verlassen. Einige Zeit später kam dann auch der Rest der Reisegruppe wieder an Bord und wir hatten noch einen schönen Abend im Atlantik.


    tbc

    21.09.2022 – Bergen – Teil 2

    Nachdem wir noch ein wenig durch die Gassen des Viertels geschlendert sind machten wir uns auf den Weg zur Floibahn, die auf den Fløyen, einen der 7 Hausberge Bergens, führt. Wir hatten Glück und mussten keine zwei Minuten am Ticketschalter anstehen. Während der 6-minütigen Fahrt mit der Bahn, die locker in einem 45-Grad-Winkel den Berg hochfährt, hat man schon einen ersten tollen Ausblick auf Bergen. Kommt man dann auf fast 400 Metern oben an wird es natürlich von der Aussicht her nicht schlechter, sondern einfach nur unfassbar viel schöner. Auf dem Berg, mit Blick in Richtung Altstadt, findet sich eine Art Tribüne, auf die man sich setzen und das Panorama mal in Ruhe auf sich wirken lassen kann – einfach eine tolle Aussicht!



    Auf dem Berg selbst findet sich neben einem Restaurant und einem Imbiss auch ein schöner, großer Kinderspielplatz und ein Kletterwald, in dem man sogar übernachten kann.

    Unser Sohn hatte jedenfalls ziemlich viel Spaß und wir später ziemlich viel Mühe, ihn zum Rückweg zu motivieren.


    Durch den langen Aufenthalt auf dem Spielplatz war es schon reichlich spät und da wir ja noch einen kleinen Spaziergang zum Schiff vor uns hatten machten wir uns auf den Rückweg, also mit der Bahn wieder runter in die Altstadt und von dort aus zurück zum Schiff. Wir kamen noch am Seefahrerdenkmal, der Tageszeitung und einem Schiff der Hurtigruten vorbei



    und so nahm auch dieser Tag in Bergen nach dem Passieren der Aksoy-Brücke ein Ende...


    Morgen dann noch Stavanger, anschließend ein Seetag und dann hatte uns Bremerhaven auch schon zurück – auch wenn das bei uns nicht große Gegenliebe stieß, denn wir hätten gut und gerne noch drei Wochen auf dem Schiff bleiben können….. mittlerweile waren wir ja nur noch halbe Anfänger, und halben Anfängern macht das Geschaukel ja bekanntlich nichts mehr aus...


    tbc

    21.09.2022 – Bergen – Teil 1

    Die großen Fjorde liegen hinter uns und die Halbzeit der Reise leider auch. Wir wachen heute auf und befinden uns nicht mehr in den Bergen, sondern in Bergen. Zum Frühstück in der X-Lounge gibt es erstmal eine heiße Schokolade und eine Menge Obst - okay, zwar auf Nutella und Pancakes, aber immerhin….


    Wir bleiben unserem Reisemotte auch weiterhin treu und verzichten auf eine geführte Tour, dafür führt uns unser Reiseführer – also ich – in Richtung Fischmarkt, UNESCO-Welterbestätte Bryggen, Floibahn und Fløyen. Nach dem gestrigen Reinfall mit Eidfjord und Nordfjordeid bin ich heute besonders gut vorbereitet - und, was soll ich sagen? Auch Bergen ist einfach der Knaller! Aber der Reihe nach….


    Von der Liegeposition aus liefen wir ca. 15 Minuten durch teils sehr schmale Gassen


    bis zum Fischmarkt und den Fischhallen.

    Die Hallen und der Markt waren ziemlich interessant und führten uns wieder einmal eindringlich vor Augen, wie teuer die Lebensmittelkosten in Norwegen sind. Meine Papa hatte sich im Atlantik spontan schockverliebt in einen norwegischen Karamell-Ziegenkäse, und genau den gab es zur großen Freude meines Vaters in den Fischhallen. Die Freude endete in dem Moment, in dem er aus kurzer Entfernung das Preisschild lesen konnte, denn für diesen zugegeben sehr leckeren Käse war ein stolzer Kilopreis von 80,00 Euro aufgerufen. Ein kurzer Blick auf den Amazonas verriet mir, dass ich dort den gleichen Käse für ein Drittel des Preises bestellen konnte und da ja bald Weihnachten vor der Tür steht hab ich schonmal ein schönes Geschenk für meinen Papa…. 😉

    Der Weg führte uns weiter nach Bryggen, einem fantastisch anmutenden Hanseviertel in Bergen, geschmückt mit lauter kleinen Handelskontoren aus Holz, die sich über die gesamte Länge der Promenade hinziehen.



    Die mehr als 50 Häuschen sind so alt wie schief, haben einen ganz tollen Charme und stehen meiner Meinung nach vollkommen zurecht auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

    In fast jedem dieser Häuser befindet sich heute ein Souvenirgeschäft, teilweise wird hier aber auch tolles Handwerk angeboten. In einem dieser Handelskontore gab es eine Weihnachtsausstellung. Klar, warum auch nicht, es war ja fast schon Ende September. Also Anfang September hätte ich das noch unpassend gefunden, aber jetzt ging das natürlich sehr gut – fand auch meine Frau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, aus möglichst jedem unserer Reiseziele landestypischen Christbaumschmuck mitzubringen. Ihr macht Euch kein Bild davon wie unser Tannenbaum mittlerweile aussieht – also jedenfalls nicht eintönig… Tja, was soll ich Euch sagen? Sie hat es auch in Norwegen geschafft....

    ....

    20.09.2022 – Nordfjordeid – Teil 3

    Nach knapp einer Stunde haben wir dann den Rückweg zum Bus angetreten. Also wieder zurück an Weiden und Wiesen, durch den Wald, über zwei Höfe und zurück zum Bus.


    Gegen 15.00 Uhr waren wir dann wieder an der Touristeninformation und sind noch ein wenig durch den Ort gebummelt. Direkt am Ufer gibt es ein kleines Shoppingcenter und da wir gerne noch ein Postkarten verschicken wollten gab es dort erstens Postkarten, zweitens Briefmarken und drittens einen Briefkasten. Anschließend, so gegen knapp 16.00 Uhr hatten wir aber wirklich dringend Hunger auf ein Stück Kuchen, ausserdem vermisste unser Sohn schon seine Kumpels aus dem Kids-Club - und da das Schiff in Sichtweite lag… tja, was soll ich sagen, es reichte für heute. Wir wurden begrüsst von einer kotzenden Schlange und einem betrunkenen Pinguin


    gingen anschließend Essen und genossen den Abschluss eines fantastischen Tages, bei einem Glas Wein und schwindendem Licht….

    Heute Nacht lassen wir die Fjorde dann hinter uns, was jammerschade ist. Aber wir nehmen tausende von Eindrücke mit, die uns niemand mehr nehmen kann. Und morgen früh sind wir dann in Bergen, dem bereits vorletzte Ziel unserer ersten Kreuzfahrt….


    tbc

    20.09.2022 – Nordfjordeid – Teil 2

    Je näher wir dem Wasserfall kamen desto lauter wurde das Getöse der Wassermassen. Man konnte sich also nicht verlaufen, immer dem Geräusch des Wassers hinterher… Die letzten Meter vor dem Wasserfall waren tatsächlich ziemlich beschwerlich. Er führt über Steine und Felsen uns ist aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in der Umgebung leicht rutschig. Ich hatte teilweise Sorge um meinen Papa, aber auch der hat es mit seinen 80 Jahren super gemeistert. Die Frage, die bei solchen Etappen immer im Raum steht, ist ja: Lohnt sich das eigentlich? Und die eindeutige Antwort lautet: Absolut!


    Aber seht selbst:


    Die Kraft und Stärke dieses Wasserfalls lässt einem im wahrsten Sinne des Wortes Hören und Sehen vergehen. Ich habe so etwas noch nie erlebt und bin wirklich dankbar für diese Möglichkeit.


    Wer immer die Möglichkeit hat, diesen Wasserfall zu sehen: MACHT DAS!!!!

    ....