Beiträge von Faulpelz

    Sowieso und Faulpelz

    Da ich als Frau mit 1,80 m Schuhgröße 44 habe, ist der Schuhkauf nie einfach. Ich kann euch einen guten online-Katalog empfehlen: Schuh Kauffmann aus Bopfingen. Da könnt ihr Schuhe ab Größe 42, mit unterschiedlichen Weiten problemlos bestellen, anprobieren und ggf. zurückschicken.

    Also mit 42 habe ich das Problem eher nicht. Ansonsten gibt es ja auch so einen gewissen Versandhändler... ;)

    Ich frage mich nämlich, warum Trans-Frauen so extrem auf weibliches gepolt sind, während genetische Frauen oft ganz natürlich in Sneakern, Jeans und wechselnden Oberteilen, ungeschminkt und mit kurzem Haar unterwegs sind, ohne sich deswegen männlich zu fühlen?

    Also meiner Erfahrung nach sind wir nicht anders als Cis-Frauen auch, es gibt solche und solche. Manche fallen einfach mehr auf als andere.

    Was das Schminken angeht: im Alltag verwende ich lediglich ein wenig leichten Puder, um den leider immer noch vorhandenen Bartschatten abzudecken. Zu besonderen Anlässen darf es auch mal Lippenstift sein. Augen-Make-up hingegen ist, aus verschiedenen Gründen, so gar nicht meins.

    Aber ich habe auch schon Transfrauen getroffen, die so aussahen, als kämen sie gerade von einem eher mässig erfolgreichen Paintball-Match. 8|

    Mit der Miles and more KK Gold verfallen deine Meilen nicht und bei jedem Einkauf sammelst du Meilen-

    Mit der Platinkarte sind es sogar noch mehr Meilen, ausserdem ist noch eine echt geile Reiseversicherung in der Jahresgebühr inklusive.

    Und ansonsten kann man auch noch jede Menge Aktionen zum Auffüllen des Kontos mitnehmen, wenn man ein wenig Zeit investieren möchte. Einfach mal nach "Meilen optimieren" googlen.

    Ich lasse seit über 10 Jahren einen nicht unerheblichen Teil meiner Praxisausgaben über meine M&M-Karte laufen. Bringt mir >300k Bonusmeilen im Jahr, ohne dass ich dafür einen Finger rühren muss (und ist komplett legal). :)

    Micht scheisst nur echt an, dass die Star Alliance in diesem Jahr schon wieder die Bedingungen verschlechtert hat. Vor allem, dass man nun nicht mehr die Steuern und Gebühren, die zum Teil echt hahnebüchen und an den Haaren herbeigezogen sind, durch höheren Meileneinsatz kompensieren kann, ist echt übel. :(

    Ach ja, noch ein Tip für alle in Deutschland: man kann auch Payback-Punkte in Meilen umtauschen. Dann verdient man beim Einkauf mit der M&M-Karte gleich doppelt. Analog geht das in der Schweiz mit coop-Superpunkten.

    Aber mich würde interessieren, ob Deine Frau ebenso viele Klamotten/Schuhe kauft, wie Du zur Zeit?

    Kleiner Nachtrag in dieser Sache:

    Als wir vor gut 3 Jahren auf unsere Tansania-Safari gingen, habe ich für meine Frau aus den Tiefen des Internets zwei paar Damen-Cordhosen gefischt, die gegen alle ihr bislang bekannten Regeln für Damenhosen verstiessen: 5 Taschen, alle in voller Grösse, mit genügend Platz für Geldbörse, Handy und alles Weitere. Es geht also. :)

    Meine Frau liebt seither diese Hosen, ich werde diese aber leider in Kürze ersetzen müssen. :huh:

    Aber mich würde interessieren, ob Deine Frau ebenso viele Klamotten/Schuhe kauft, wie Du zur Zeit?

    Die geht leider meinen aktuelle Style so gar nicht mit. Aber sie kann auch gut damit leben. Also damit, was ich weiter oben als meinen alten "Männer-Style" beschrieben habe.

    Fakt ist allerdings auch, dass sie mich vor etwa einem halben Jahr gebeten hat, sie in Stilfragen zu beraten. Und was wirklich super ist: wir haben inzwischen dieselbe Kleidergrösse. Da muss ich derzeit sehr aufpassen, dass sie mir nicht die besten Stücke aus dem Schrank klaut.

    Ist aber auch okay für mich.

    Zitat

    Und, falls ja, wie groß sind Eure Kleiderschränke bzw. musstet Ihr anbauen?;)

    Naja, meiner reicht im Prinzip noch aus. Meine Frau beschwert sich nur immer wieder, dass unseres Haushaltshilfe "ihre" Klamotten bei mir einsortieren würde...

    Und noch einmal muss ich einen kleinen Einschub machen. Mir ist gerade klar geworden, wie sehr meine Frauwerdung eigentlich meine persönlichen Finanzen herausgefordert hat. Und zwar in puncto Kleidung.

    Eigentlich wurde mir dies schon vor ein paar Wochen klar, als mich ein guter Freund mal fragte, was ich eigentlich in diesem Jahr, vor allem seit meinem finalen Coming-out als Frau im Sommer dieses Jahres, für Klamotten ausgegeben habe.

    Okay, da ich zuvor immer nur in Sommer-Regionen und in meinen Ferien als Frau unterwegs gewesen war, hatte ich nicht wirklich sooo darauf geachtet. Bewusst wurde es mir eigentlich erst, als ich im September begann, mir erstmals auch eine Herbst- und Wintergarderobe zuzulegen (was ja bislang nicht wirklich notwendig gewesen war). Inklusive Schuhen. Aber letztlich hatte ich ja für die Sommerreisen in den letzten zwei Jahren auch eine Menge Geld investiert. Inklusive Schuhen.

    Und dann natürlich auch die ganzen Einkäufe im Laufe des vergangenen Frühjahres und Sommers, die sich ja nach meinem Coming-out im Juni dieses Jahres nicht mehr vermeiden liessen. Inklusive Schuhen. Und im Jahr zuvor. Inklusive Schuhen.

    Schon gar nicht zu sprechen vom Effekt, den mein massiver Gewichtsverlust in den letzten zweieinhalb Jahren hatte. Okay, auf Schuhe in diesem Fall nicht so sehr.

    Egal: in meinem früheren Leben als Mann hatte ich es mir einfach gemacht. Ich besass immer nur etwa 4-6 Paar Hosen gleichzeitig (meistens Jeans, gelegentlich mal auch etwas aus Stoff oder Cord), dazu ein im Laufe der Jahre gewachsenes Arsenal aus T- und Polo-Shirts, welches ich dann nach dem Prinzip «was gerade im Schrank oben liegt» dazu kombiniert habe. Und zwei mehr oder weniger dunkle Anzüge mit passenden Hemden und Krawatten, die aber meistens in meinem Kleiderschrank verstaubten. An Schuhen hatte ich nie mehr als ein Paar für den Alltag, welches dann im Bedarfsfall kurzfristig ersetzt wurde, und ein – zugegebenermassen selten getragenes – Paar für besondere Anlässe.

    Seit ich als Frau herausgekommen bin, ist diese Situation «ein wenig» eskaliert. In meiner jahrzehntelangen Rolle als Mann habe ich mich mehr als nur einmal darüber lustig gemacht, dass manche Frauen stundenlang vor ihrem Kleiderschrank stehen und dann befinden: «Ich habe nichts anzuziehen!» Heute weiss ich das besser…

    Auf der anderen Seite habe ich es noch nie so sehr genossen, Klamotten shoppen zu gehen, wie heute. :) Meine Frau war im vergangenen März superneidisch, als ich dies zum ersten Mal als Frau ausgerechnet nicht mit ihr gemacht habe, sondern mit meiner Schwester, als ich seinerzeit zu Besuch in HH war. Aber wir haben das im August dieses Jahres, zwei Monate nach meinem finalen Coming-out, in Lörrach nachgeholt.

    Anyway: wie ich bereits schrieb, fragte mich kürzlich mal ein Freund, was ich denn so infolge meines Coming-outs für Kleidung ausgegeben hätte. Als ich dann mal schnell über die Bücher ging, hat es mich schon echt aus den Nylons gehauen!

    Ich habe dann die Rechnung noch erweitert. Immerhin habe ich in den letzten zweieinhalb Jahren auch gut 30kg Gewicht verloren, und musste infolgedessen auch immer wieder, zum Teil liebgewonnene, Kleidungsstücke ersetzen. Immerhin wiederum keine Schuhe – die musterte ich immer nur aus, wenn ich bemerkte, dass sie mir a) irgendwie trotzdem nicht passten (Schuhgrösse 42 bei Damen ist nicht zwangsläufig kompatibel mit Herren-Schuhgrösse 42!) oder b) mir die Absätze – trotz bester Vorsätze – zu hoch waren.

    Am Ende kam ich vor Kurzem zu einer ein wenig niederschmetternden Bilanz. Seit ich Ende April 2022 jenes schicksalhafte Gespräch mit meiner Frau geführt habe, welches mittlerweile zu meinem finalen Coming-out als Frau geführt hat, habe ich nicht weniger als 7000 Franken (!) für Kleidung ausgegeben. Und für Schuhe.

    Ist irgendwie Wahnsinn, nicht wahr? Bei uns im Hausflur stehen im Regal mittlerweile gut 30 Paar Schuhe, von denen mehr als 20 meine sind. Mein Kleiderschrank quillt inzwischen über von Röcken, Pullovern, Kleidern (für Winter wie Sommer), Hosen (dito), Shirts, Blusen etc. Von der ganzen Unterwäsche, Nachtbekleidung und vor allem Strumpfhosen (ein gaaanz spezielles Thema!) mal gar nicht zu reden.

    Bin ich jetzt einfach nur verrückt? Oder einfach nur als Frau angekommen? Überkompensiere ich irgendetwas? Bin ich ein wandelndes Klischée (vor allem wegen der Schuhe)? Oder ist das schlichtweg nur das Resultat meiner Hormontherapie? Ich weiss es nicht…

    Was meint Ihr? :/

    Nächster Tag: St. Lucia

    Ihr habt ja wahrscheinlich schon weiter oben von unserer Seilbahnfahrt gelesen. Was ich weiter oben noch nicht schrieb: wir mussten am unteren Ende der Seilbahn ein wenig warten. Und in dieser Zeit musste ich plötzlich mal «für kleine Mädchen». Was nun?

    An Bord war es bislang für mich kein Problem gewesen, die Damentoilette zu benutzen, aber nun auf einer karibischen Insel?

    Auch wenn ich recherchiert hatte, dass man auch dort mit Transpersonen wie mir kein wirkliches Problem hatte?

    Ich habe mich daher zuerst, da wir sowieso noch warten mussten, auf eine Stufe vor den «Restrooms» gesetzt, irgendwo zwischen Herren- und Damentoilette. Währenddessen habe ich sehr genau beobachtet, wann Frauen die Damentoilette betraten und verliessen. Ich wollte einfach niemand verletzen oder in Verlegenheit bringen.

    Ich musste nicht lange darüber nachdenken, denn völlig überraschend kam plötzlich eine Mitarbeiterin der Seilbahn auf mich zu und meinte: «You need to pee?» Ich habe spontan genickt, was sollte ich auch sonst tun? Und ehe ich es mich versah, nahm mich die gute Frau bei der Hand, führte mich in die Damentoilette, suchte nach einer freien Kabine und meinte dann lächelnd: «There you can do.»

    Das war so dermassen grossartig, dass ich fast geheult hätte. ;(Sogar auf dieser kleinen Karibikinsel wurde meine Identität respektiert und mir der Raum zugewiesen, der meiner Identität entsprach.

    Naja, den Rest unseres Ausflugs könnt Ihr ja weiter oben nachlesen.

    Und am Nachmittag wollten meine Frau und ich Teil zwei unseres Besuchs im Erwachsenenpool durchführen, leider unterbrochen von gewissen Umständen (die ich heute medizinisch einer gewissen «Abnehmspritze» zuordnen kann). War aber bis dahin ziemlich cool. Und inzwischen bin ich sogar sehr sicher, dass sich meine «gastrointestinalen Beschwerden» nicht nur meinem Diabetes-Medikament, sondern vielmehr der dazu parallel begonnenen Hormonbehandlung zuweisen lassen können.

    Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema. Egal, an diesem Abend hiess das Motto an Bord: «Dress to impress!»

    Und genau dafür hatten meine Frau und ich uns im Vorfeld ganz besondere Outfits besorgt. Die Idee dahinter war ein kompletter Gender-Wechsel. Meine Frau hatte sich dafür einen blauen Hosenanzug bestellt, inklusive passender hellblauer High-Heels. Für mich hatte ich für nicht weniger als CHF 400 ein Spitzen-Abendkleid geordert, welches ich noch hier vor Ort in der Schweiz vor Reisebeginn für weitere fast CHF 100 auf meine Körpermasse hatte umarbeiten lassen. Hier ein Foto von uns auf der Kabine, bevor wir gemeinsam ins Hauptrestaurant gingen:

    Und obwohl wir bislang noch nie auf KFen den Bordfotografinnen gestattet haben, von uns Fotos zu machen – diesmal haben wir es erlaubt:




    Stay tuned, es kommt noch einiges...

    Okay, wo waren wir? Ach ja, Tobago. War eigentlich auch nichts Besonderes mehr. Also hinsichtlich meines Coming-outs. Es wurde allmählich zur Routine:

    Die Menschen dort hatten so gar kein Problem mit mir im Rock. Okay, wenn ich mir so die Statistiken in den üblichen Queer-Lexika imn Internet anschaue, ist Tobago für Transpersonen sogar einer der sichersten Orte Südamerikas.

    (Und hurra: ich habe endlich herausgefunden, wie das mit dem Einfügen von Fotos im korrekten Format funzt. Ist aber m.E. ein wenig umständlich.)

    Die nächste grosse Challenge für mich wartete dann auch an Bord. Meine Frau und ich hatten uns für den späten Nachmittag einen Besuch des Erwachsenenpools vorgenommen. Und ich muss zugegeben, dass ich da noch reichlich Schiss hatte.

    Es ist nun einmal eines, in Frauenkleidung an Bord herumzulaufen oder von Bord zu gehen. Aber an einem Pool im Badeanzug aufzutreten, ist etwas völlig anderes. Das hatte ich zuletzt in den 1990ern in Hannover und seinerzeit auch nur 2x gewagt. Und obwohl ich mich vorher bestens mit ein paar «Hilfsmitteln» aus einem Transgendershop im Internet ausgestattet hatte, war ich verdammt verunsichert. 8|

    Aber auch da half mit wieder das schon mit meiner Frau etablierte «Showtime!»-Ritual. Und eines muss ich mal ganz deutlich sagen: ich empfinde es als einen grossen Vorteil als Frau, einfach nur ein langes Kleid über den Badeanzug überzuziehen (im Gegensatz zum wirklich komplizierten männlichen Procedere, eine Hose (so kurz sie auch sein mag) über die Badeshorts zu ziehen, letztere ab- und später wieder anzulegen), und dieses am Pool einfach abzulegen.

    Und genau so ging es dann an diesem Tag. Wir gingen von unserer Kabine zum Erwachsenen-Pool, fanden spontan zwei freie Liegen, ich legte mein langes Batikkleid ab und ging gleich ins Wasser. Wie cool war das, nach gut 30 Jahren endlich wieder meine Bahnen als Frau zu schwimmen! Okay, es gab am Anfang ein paar irritierte Blicke, aber spätestens, als meine Frau und ich im Schatten auf unseren Liegen lagen, und ein Kellner uns unsere gewünschten Cocktails brachte, merkte ich, dass ich auch diese Herausforderung unserer Reise souverän gemanaged hatte.

    (Fortsetzung folgt)

    Alle genannten Reisen haben ihren Reiz, es kommt darauf an, wo die eigenen Priritäten liegen. Wir haben im Juli 2019 die grosse 17tägige Norwegen/Spitzbergen/Island-Tour gemacht, die war sehr schön. Aber halt relativ wenig norwegisches Festland. Das holen wir nun im kommenden Februar nach.

    Nö, das liegt ganz einfach daran, dass es mir irgendwann einfach zu stressig wurde. Die RBe waren vom Spass zur Pflicht geworden und gingen mir übrrhaupt nicht mehr leicht von der Hand. Deshalb habe ich mir selber eine entsprechende Auszeit verordnet.

    Aber keine Sorge, irgendwann fange ich wieder an. Ein paar Ideen habe ich schon. Aber es wird noch ein wenig dauern.

    Und schwupps - schon ist es passiert:

    Faulpelz
    10. Januar 2024 um 21:30

    Zwar eine alte Pendenz, aber endlich habe ich wieder Spass am Schreiben eines RB. (Bitte bis Seite 13 scrollen.)

    Nochmal eine kleine Auszeit aus dem RB. Ich habe weiter oben schon erwähnt, dass ich eine KF als idealen Ort für ein Coming-out empfinde. Dies muss ich leider etwas relativieren.

    Es ist der ideale Zeitpunkt und Rahmen, wenn man seine persönlichen Unterstützer*innen dabei hat. Wir nennen diese auch üblicherweise "Allies" (manchmal auch "Allys"). Also unsere Verbündeten, die uns im Notfall vor jenen schützen, die unserer Lebensweise und Identität nicht folgen können oder wollen.

    Der Fall der Lana Kaiser (den meisten von Euch höchstwahrscheinlich besser bekannt unter ihrem Deadname "Daniel Küblböck") hat aber sehr traurig aufgezeigt, wie es schiefgehen kann, wenn eine Transperson ohne ausreichende persönliche und unmittelbare Unterstützung auf einer KF herauskommt.

    Ohne die bedingungslose Unterstützung meiner Frau und meiner Kinder stünde ich heute nicht dort, wo ich bin. Und auch die in diesem Thread beschriebene Reise hätte schnell anders verlaufen können.

    In diesem Sinne möchte ich, bevor ich demnächst mit den Aktualiserungen und Ergänzungen meines RBs fortfahre, einen Moment innehalten und Lana gedenken. ;(

    Danke für Euer Verständnis!

    Okay, der nächste Tag ist kurz erzählt. Wir waren zum Karneval auf Trinidad. Unser Guide hatte so gar kein Problem damit, dass ich ein weites Sommerkleid mit orange-braunem Muster getragen habe, dazu eine Tribal-Perlenkette mit mehreren Lagen. Die Leute in der Karnevals-Parade auch nicht. Wir haben toll zusammen getanzt.

    Und bei der «White Night» am Abend sind meine Frau und ich fast im Partnerlook gegangen.

    (Und schon wieder funzen die Formate nicht. Keine Ahnung warum. :()


    (Fortsetzung folgt)