Beiträge von Faulpelz

    Einleitung:

    Hier im Forum wurde ja schon einige Male nach den Frühstücksmöglichkeiten auf den diversen Schiffen gefragt. Als ich auf Euer Bitten hin bei meiner kürzlichen KF auf der MS5 das neue Frühstücksangebot im Hanami angetestet habe, kam mir die Idee: warum nicht mal einen Vergleich der verschiedenen Optionen an Bord machen? Es gibt da nämlich Locations, an die so manche/r beim Thema Frühstück gar nicht denkt, obgleich das echte Alternativen sind.

    Achtung: dieser Test erfolgte im Zeitraum 10.-27.7.2019 auf der Mein Schiff 5. Änderungen sind selbstverständlich jederzeit möglich, ebenso Unterschiede innerhalb der Flotte.

    Der Test erfolgte in den Lokalitäten unter verschiedenen Kriterien, für die jeweils zwischen 0 (sehr schlecht, gar nicht) und 5 (sehr gut) Punkte zu erreichen waren:

    Auswahl:

    Wieviele Sorten Brot, Aufschnitt etc. gibt es, wieviele Gerichte am Mittag und Abend? Gibt es hier Besonderheiten, die es nirgendwo sonst an Bord gibt?

    Service:

    Manche Restaurants sind komplett bedient, manche teilweise, in manchen gilt vollständige Selbstbedienung. Allerdings kommt dort manchmal an anderen Stellen Service zum Tragen.

    Ruhe:

    Für viele von Euch ist Ruhe beim Essen wichtig. Wie ruhig ist eine Location denn nun?

    Ambiente:

    Manchen ist es wichtig, manchen nicht so sehr – ich habe es trotzdem getestet: gemütlich oder zweckmässig?

    Platz:

    Ist es schwierig, sogar in Frühstücks-Randzeiten in diesem Restaurant einen Tisch zu bekommen? Oder ist es dort selbst zu Stosszeiten angenehm leer?

    Preis:

    Viele Frühstücke sind im KF-Preis inbegriffen, manche jedoch nicht. Und im Falle der X-Lounge nur indirekt. Lohnt sich der Aufpreis?

    Zeit:

    Von wann bis wann gibt es wo Frühstück – eine ganz wichtige Frage. Manche Restaurants haben auch wechselnde Frühstückszeiten.

    Maximal waren also 35 Punkte erreichbar. Und selbstverständlich handelt es sich hier um die ganz persönliche Meinung meiner Frau und meinerseits. Wir haben allerdings versucht, den Test so objektiv wie möglich zu gestalten – und die Gesamtpunktzahl wird kaum die persönlichen Präferenzen der/s Einzelnen abbilden. Gedacht ist dieser Thread als kompakte Übersicht.

    Ich bin noch in den Vorbereitungen, kann aber schon einmal verkünden, dass ich Euch hier im Forum demnächst mal einen umfassenden Frühstücks-Test präsentieren werde. Da werden dann auch viele Fragen beantwortet.

    Lasst mir bitte noch ein wenig Zeit - neben dem noch laufenden RB hat mich inzwischen auch der Alltag wieder.

    Kann man da nicht einfach statt Flaschen zwei Gläser bestellen? Faulpelz : du hattest doch geschrieben, dass man da alles von der Karte (natürlich AUSSER Getränke in Flaschen) bestellen kann?!:/ Liebe Grüße aus Hessen!

    Wenn man diese Pakete über die GGF bestellt, bekommt man statt der Wein- bzw. Schampus-Flasche einfach eine Karaffe.

    Ich vermute mal, dadurch soll vermieden werden, dass sich GGF-Bucher mal eben noch den Koffer mit Flaschen für zuhause vollmachen. :huh:

    Hallo Faulpelz

    Könnte man das auch im Rahmen des GGF-paketes bestellen und in die Kabine bringen lassen?

    Lieben Dank für eine Antwort

    Loni65

    Kannste alles über GGF bekommen, haben wir gerade erst ausprobiert.

    Ich hatte übrigens noch etwas vergessen - es gibt neuerdings auch Pizza auf die Kabine:

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    DIe ist auch bei der GGF inkludiert.

    Guckstu hier:


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    Dazu kommen dann noch ca. ein halbes Dutzend Seiten in der Karte mit Getränken, im Grunde fast das gesamte Sortiment der Diamant-Bar, bis auf die Cocktails (davon gibt es nur 4 alkoholfreie).

    15.7.2019 – Honningsvag:

    Irgendwie war sie schon irritierend gewesen, unsere erste Polarnacht. Auch wenn der Vorhang unsere Kabine gut verdunkelte, blieb da dennoch stets dieser kleine helle Streifen am Rand, den wir einfach nicht loswurden. Meine innere Uhr mochte das so gar nicht verknusen und schaltete gleich mal vorsorglich auf ein Erwachen im 1-Stunden-Takt. Na, toll… =O

    Ich war jedoch nicht der Einzige, den die Mitternachtssonne aus dem Takt gebracht hatte, auch meine Frau und meine Kinder schliefen im Endeffekt und nach unruhiger Nacht fast bis Mittag. Ein schnelles Mittagessen im Anckelmannsplatz und ein ziemlich fauler Nachmittag folgten. Besser alle Kräfte aufsparen für den Abend. Man muss ja die Nordkapklippe auch nicht zwingend von unten fotografieren.

    Kurz nach 17 Uhr näherten wir uns dem Hafen von Honningsvag, konnten jedoch nicht einlaufen. Der Grund: die Mein Schiff 3, welche dort noch festgemacht war:

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    Nach entsprechendem Zeremoniell, viel Getute beider Schiffshörner und noch mehr Gewedele hunderter Handtücher war der Platz am Pier dann doch endlich für uns frei. Der Blick vom Balkon war schon einmal recht pittoresk:

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    Diesmal standen getrennte Landausflüge meiner Familie auf dem Programm. Für die Jungs und mich ging es zum Nordkap. Leider haderte ich während der gesamten Fahrt mit leicht verschmutzten stark spiegelnden Busfenstern, daher hier nur ein kleiner Eindruck von Unterwegs:

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    Die Landschaft war doch gegenüber vorgestern ein ganzes Stückchen karger geworden. Die Nordkapstrasse ist übrigens nur knapp 4 Monate im Jahr geöffnet, ansonsten benötigt man ein Schneemobil, um an ihr nördliches Ende zu gelangen. Und irgendwo in diesem Nirgendwo fanden wir schliesslich das Kap und die dazugehörige Nordkaphalle. Hinter dieser lag es dann; das Ende der Welt. Also zumindest drängte sich mir ein entsprechendes Gefühl auf, wenn ich mir die Unmengen von Mitreisenden an diesem Ort wegdachte. Was nicht so ganz einfach war, vor allem rund um den Nordkapglobus – ein wenig Ordnung, eine kleine Reihenfolge, damit jeder irgendwie zu seinem Foto kommt: unmöglich. Selbst extreme Fotopositionen erforderten etliche Versuche:

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    In der Ferne konnten wir noch die davondampfendeMS3 erspähen:

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    Anschliessend gönnten die Jungs und ich uns erstmal eine heisse Schokolade (war sehr gut!), dann fand ich zum ersten Mal auf der Reise Zeit zum Postkartenschreiben. Und ein paar kleine Souvenirs wurden auch noch schnell eingesackt.

    Auf dem Rückweg war schon ein deutlicher Unterschied bei den Lichtverhältnissen zu spüren (es war ja inzwischen auch schon fast 22 Uhr), zum Glück riss endlich die Wolkendecke auf:

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    Am Hafen gelang es mir dann noch, einen schönen Norwegerpulli für meine Frau zu ergattern (und die Kids wollten plötzlich auch welche – leider waren dort aber keine Kindergrössen vorrätig), dann ging es wieder auf‘s Schiff.

    Meine Frau hatte währenddessen eine Schnellboot-Tour zu den Fanggründen der Königskrabben gemacht. Sie liebt vielerlei Arten von Meeresfrüchten und hat die Beine der Krabben seinerzeit vor 4 Jahren im Gosch schätzen gelernt (wobei die derzeitige dortige Zubereitungsart inzwischen nicht mehr ganz ihr Gusto trifft). Und so hatte ich mir erlaubt, ihr mal eine eigene Tour zu buchen.

    Zuerst wurden die Teilnehmer mit Schutzkleidung ausgestattet. Erste Hürde, da es zunächst schien, als wäre für meine bessere Hälfte keine passende Grösse dabei. Irgendwie fand sich dann doch etwas, in dem meine Frau aber derart eingeschränkt war, Arme und Beine nicht mehr sonderlich gut anheben zu können. Das Aufsteigen auf das Schnellboot und die sattelartigen Sitze geriet daher gleich zur ausgewachsenen Turnübung.

    Aber schliesslich konnte der wilde Ritt losgehen, nur gut, dass meine Perle – genau wie ich – grosser Achterbahn-Fan ist, sowas bereitet einen auf derartige Momente gut vor.

    Leider durften die Tourteilnehmer beim Bergen der Fangkörbe aus 300-400m Tiefe (!) nur zuschauen. Mehr als die Hälfte der Krabben gingen als zu klein oder krank gleich wieder ins Wasser zurück (Geschlechterunterschiede wurden anscheinend nicht gemacht). Nach der Bootsfahrt erklärte ein Guide, dass der Fang der Königskrabben streng quotenreglementiert ist, obwohl die Viecher eigentlich eine echte Plage sind und die Fischbestände dezimieren (sie wurden vor einigen Jahrzehnten mal von sowjetischer Seite in der Region angesiedelt, weil sie in der UdSSR als Delikatesse sehr begehrt waren).

    Wieder an Land wurde der Fang begutachtet. Bei dieser Gelegenheit konnten die Ausflugsteilnehmer zum ersten Mal so richtig die Grösse der Krabben erfassen:

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    Nota bene: zu diesem Zeitpunkt waren die Königskrabben noch nicht tot. Nicht ganz ohne Risiko also, sie vor den eigenen Körper zu halten.

    Die Guides übernahmen dann die schnelle Tötung und Zerteilung der Tiere, von denen heutzutage praktisch nur die Beine und die Schulterpartien gegessen werden – lediglich chinesische Touristen verlangen regelmässig auch die Innereien. Im Samenzelt kam es dann zur Zubereitung im grossen Kessel und zur anschliessenden Verkostung.


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    Frisch aus der See – sowas kann man nicht mehr toppen. Nach ein paar Naturimpressionen ging es zurück zum Schiff.

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    Dort trafen wir innert nur 5 Minuten wieder auf der Kabine aufeinander. Und da sich schon wieder Hunger eingestellt hatte, probierten wir erstmals den Diamant-Kabinenservice aus:

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    Salamipizza, Käseplatte und für unseren Grossen ein Mettbrot (ja, er kommt da ganz nach mir), das war unser später Abendsnack an diesem Tag. Käse und Brot waren sehr gut, die Pizza so lala: dem Kleinen schmeckte sie, meine Frau und ich hatten aber den Eindruck, dass die Salami leicht ranzte (was uns aber nicht daran hinderte, sie einige Tage später nochmal zu bestellen, da war dann alles tiptop in Ordnung).

    Und nachdem sich jetzt ja doch wieder ein Foodpic in den Beitrag geschlichen hat, hier noch zum Ausgleich mein absolutes Lieblingsfoto dieser Reise – die Mitternachtssonne über Honningsvag:

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    Davon lasse ich mir definitiv noch demnächst eine Vergrösserung machen.

    Bis zur nächsten Folge, macht‘s gut.

    Ist das die Einschätzung eines gestressten Vaters oder die des Arztes;) ?Wenn ich mir so das Foto mit Kind unter der Decke betrachte, finde ich dein Söhnchen recht ruhig vor.

    Das täuscht. Unter der Decke führt er gerade mit 20 Freunden einen Indianertanz auf. :P

    Aber morgens und abends (vor der ersten Pille und nach Wirkungsausklang der letzten) geht echt was ab.

    Zitat

    Dazu die Gretchenfrage " Wie oder was ist dort der Kaffee? :) oder ;(.

    Wenn man den Massstab des Schiffstesters anlegen würde: <X

    Wenn man den Massstab eines Arztes mit vielen Jahren Erfahrung im Bereitschaftsdienst anlegen würde: :love:

    Here we go...

    14.7.2019 – 2.Seetag:

    Unruhiger Schlaf, düstere Träume – und immer wieder eine Ananas in farbenfrohen Pullovern, die tief aus meinen Gedanken hervorzuklettern versuchte. Die letzte richtige Nacht für etwa eine Woche versprach nichts Gutes, ich war im falschen Film gelandet...

    Was dagegen hilft? Rischtisch, ein leckeres Frühstück im Hanami. Die Details habe ich ja schon geschildert, einzig ein besseres Bild vom Geflügelwrap, der laut meiner Frau diesmal etwas anders schmeckte, war ich noch schuldig:

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    Ich selber probierte an diesem Morgen das Onsen-Ei mit Kaviar. Eigentlich sollte es im Inneren wachsweich gekocht sein, war aber am Ende doch zu fest geraten. Aber nicht unlecker.

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    Seetage sind immer gut für Kurse und Seminare an Bord. Für meine Frau und mich bedeutete dies, nur ein Restaurant weiter gehen zu müssen, denn im Schmankerl fand um 10 Uhr unser Strudel-Workshop statt. Alles war schön hergerichtet:

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    und nur eine knappe Dreiviertelstunde später war alles ganz wüst und vor jedem Kursteilnehmer lag ein geradezu perfekt gerollter kleiner Strudel:

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    Das ging irgendwie viel leichter, als gedacht. Okay, der Teig war schon am Vortag vorbereitet worden, die Äpfel waren ebenfalls vorher in Zuckerwasser eingelegt worden. Als weitere Zutaten für die Füllung standen uns dann nach Wahl Zucker, Zimt, weisse und dunkle Schokolade, Mandeln gemahlen und in Blättchen zur Verfügung. Jeder halt so, wie sie/er mochte. Die Strudel wurden dann nummeriert und in die Küche gebracht. Wir durften dann am Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr zum Probieren kommen.

    Und wo wir schon mal da sind, da bleiben wir auch gleich hier…

    ...soll heissen, auch das Mittagessen fand wieder im Schmankerl statt. Für die Kids gab es Palatschinken satt, für meine Frau und mich diverse Suppen (wobei ich konstatieren muss, dass die Kapressknödelsuppe auf der MS6 im Oktober um Längen besser gewesen war), anschliessend hatte ich den Wurstsalat, der aber eher enttäuschte.

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    Danach für meine Frau Krautspatzen von der Wochenkarte,

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    für mich das neue Schwammerlgulasch mit Serviettenknödel.

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    Beides sehr lecker und schmackhaft.

    Nachdem wir die Kids für eineinhalb Stunden im Kids Club entsorgt hatten, hatten meine Frau und ich auf unserer Kabine endlich mal Zeit für uns. Aber bevor Ihr jetzt irgendwelche zügellosen Fantasien habt: die nutzten wir voll und ganz zum Schlafen. Den brauchten wir nämlich dringend, das Leben im Allgemeinen und Urlaub im Speziellen ist halt nicht so ganz einfach, wenn man Kids mit ADS bzw. ADHS hat. Und so verpassten wir auch friedlich schlummernd die Polarkreistaufe auf dem Pooldeck.

    Egal, danach waren wir erfrischt genug, mit den Jungs das Backwerk vom Vormittag zu verkosten. Es war besser gelungen, als meine Frau und ich befürchtet hatten – und im familieninternen Duell ging ich als klarer Abstimmungsieger vom Tisch (und dass, wo ich eigentlich gar nicht backen kann – musste ich hier ja aber auch nicht).

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    Das Abendessen nahmen wir dann in der Osteria ein, da war nach einem enttäuschenden Besuch auf der MS6 noch ein wenig Klärungsbedarf offen gewesen (vor allem, weil fast die Hälfte der Gerichte auf der Karte wegen eines Lieferfehlers nicht erhältlich gewesen war). Und in der Tat mundete das Essen ausgesprochen gut. Von klassischem Mozzarella mit Tomaten, bei dem ich es ganz pfiffig fand, die Basilikumnote zusätzlich noch mit einem Spritzer Pesto zu verstärken,

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    und einem hauchzarten Rindscarpaccio,

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    hin zu guten Spaghetti Aglio, Olio et Peperoncino

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    und sehr leckeren Tagliatelle mit Salsiccia, Zwiebeln, Tomaten und Paprika.

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    Der Hammer jedoch waren die Spaghetti Bolognese, die unsere Jungs geordert hatten. Ich habe Ragù im Laufe der Zeit in den verschiedensten Varianten gekostet, in unserem Nachbardorf gibt es ein kleines italienisches Restaurant mit einem herzigen neapolitanischen Wirt, dessen Version unsere Kinder eigentlich lieben – aber das hier war echt ein Knaller:

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    Unbedingte Probierempfehlung für Eure nächste KF auf der 5 oder 6!

    Schliesslich stand ja noch Teil 2 meines Gin-Workshops an. Unsere Gebräue waren inzwischen durchgezogen und abflitriert worden:

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    Diesmal stand noch ein wenig Tonic-Kunde auf dem Programm, jetzt konnten wir verschiedene Gins in Kombination mit verschiedenen Mixern probieren. Und auch der eigene Entwurf kam zur Verkostung, bevor er transportsicher verpackt wurde.

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    Jaaah, das kam schon recht nahe an das heran, was ich mir erhofft hatte. Vor dem Verschliessen füllte ich noch eine kleine Menge mit dem Mixer meiner Wahl in einem Glas ab, damit meine Frau auf der Kabine auch noch probieren konnte.

    Ausgerechnet während des Workshops geriet dann das Schiff in deutlich stärkeren Wellengang, so dass der Grossteil der Teilnehmer annahm, es sei jetzt vielleicht besser, die Kabine aufzusuchen. Egal, so blieb für den Rest noch mehr zum Schlabbern…

    Irgendwann fand ich dann auch den Weg auf unsere JS. Und meine Frau musste am Ende tatsächlich Abbitte leisten – ich hatte zu guter Letzt doch einen Gin Tonic kreiert, der ihr schmeckte. Na darauf doch gleich noch einen… oh, Mist, der war jetzt verschweisst. Und der Gin Tonic aus der Minibar geradezu profan – egal, für ein paar Schlucke auf dem Balkon reichte es gerade noch.


    Wir waren gerade irgendwo vor Tromso, als der Alkohol zu wirken begann. Plötzlich war die Luft erfüllt von Möwen, die um das Schiff herumflogen. „Verdammt“, rief ich, „was sind das nur für Viecher?“ „Wir müssen anhalten“, meinte meine Frau, aber ich fiel Ihr ins Wort; „Wir können hier nicht anhalten! Das ist Möwenland!“


    Schnell zum Kofferraum, äääh wieder hinein, den Kühlschrank checken. Wir hatten drei Dosen Cola, je 2 Fläschchen Wodka und Campari, ein Fläschchen Gin, eines mit Weinbrand, etwas Apfel- und Orangensaft, Tonic und Bitter Lemon, zwei Flaschen Wein, eine Flasche Sekt sowie diverse Wasserflaschen zweierlei Gasgehalts. Dazu noch diverse Kaffeekapseln. Nicht, dass wir all dies an diesem Abend noch brauchten. Aber wenn man sich mal vorgenommen hat, eine ernsthafte Minibar anzulegen, neigt man dazu, extrem zu werden.

    „Du musst dringend aus diesem falschen Film rauskommen“, rief meine Frau. „Komm, lass uns noch auf einen Drink an die Diamant-Bar gehen.“ Mein Blick klärte sich. Ich stand auf, sah meine Frau an, und sagte: „Schatz, ich denke, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“


    Fortsetzung folgt… demnächst in diesem Theater...

    Faulpelz

    Na, da bin ich doch mal auf die Fortsetzung gespannt.

    Schön geschrieben und bebildert bisher.

    Vielen Dank für deine Mühe und liebe Grüße

    Anette

    Kommt schon:

    13.7.2019 – Geiranger:

    Die Einfahrt in den Geirangerfjord hatte ich genüsslich verschlafen. Nach Aussage meiner Frau hatte ich allerdings auch nicht viel verpasst, da vor unserem Balkon dicke Suppe gehangen hatte.

    Zum Frühstück gingen wir, wie bereits am Tag zuvor, ins Tag&Nacht Bistro. Das ist übrigens ein echter Geheimtip, wenn man mal kurz vorm Landausflug schnell einen Happen schnappen will und nicht allzu viel Wert darauf legt, 8 Sorten Aufschnitt oder 10 verschiedene Brötchen zur Auswahl zu haben. Und es ist irgendwie morgens nie voll.

    Ich war gerade halb durch meine Rühreier durch, als mir ein älterer Herr am Nebentisch auffiel. Beziehungsweise sein Hut. Das war doch tatsächlich das gleiche Modell, welches seinerzeit auch der legendäre Wolfgang Kieling in seiner Rolle als Professor Gunnström in der bereits im letzten Kapitel dieses Berichtes zitierten TV-Serie „Patrik Pacard“ getragen hatte. Was war hier los?

    Anschliessend ging es über die schwimmende Anlegebrücke in den beschaulichen kleinen Ort, der im Prinzip rund 250 Einwohner hat, eine Zahl, die sich im Sommer durch Saisonarbeiter im Tourismus mal schnell verzehnfacht. Von den hunderttausenden Touristen – die meisten davon durch Kreuzfahrtschiffe – mal gar nicht zu sprechen.

    Die von uns für diesen Tag gebuchte Tour hiess „Adlerkehre und Ziegenalm“. Zu ersterer fuhren wir auch schnell hinauf, nur um feststellen zu müssen, dass die o.g. dicke Suppe noch immer tief über den Bergen hing. Nahezu null Sicht auf die MS5 zu diesem Zeitpunkt – das folgende Bild hatte ich zwei Serpentinen zuvor noch schnell aus dem Bus heraus gemacht:

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    Na gut, dann vielleicht bei der Rückfahrt.

    Weiter ging es ins Landesinnere, wo wir kurze Zeit später an einem hübschen kleinen Bergsee, dem Eidsvatnet, vorbeikamen. Auch hier hingen die Wolken immer noch tief:

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    Und auch, als wir wieder bergab fuhren und am nächsten Fjord, dem Storfjord, anlangten, änderte sich dieses Bild nicht wirklich:

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    Dann begann der wirklich abenteuerliche Teil der Busfahrt: über eine einspurige Schotterpiste mit Steigungen von bis zu 24% hinauf zur Herdalssetra, der grössten Ziegenalm Norwegens. Vorbei ging es an munteren Bergbächen (unter Wolken),

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    einem Bergsee, dem Herdalsvatnet (ebenfalls unter Wolken),

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    bis wir schliesslich auf der Alm ankamen:

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    Plötzlich stieg wenige Meter vor mir ein Hubschrauber auf! Naja, eher eine Kameradrohne, aber sofort waren meine Gedanken wieder bei der TV-Serie von 1984. Hatte nicht Patrik selber einen Modell-Hubschrauber mit in den Fjord gebracht? Hatte er an diesem nicht eine Kamera befestigt und damit die Alm mit den in Eis und Schnee wachsenden Ananaspflanzen entdeckt? Ich war schon dabei, mich nach Dimitri und anderen sinistren Figuren mit dunklen Sonnenbrillen umzuschauen, als mich der Erklärungstext einer netten jungen Dame aus Süddeutschland, die den Sommer über auf der Alm wohnte, aus meinen Gedanken riss.


    Ziegenalmen sind in Norwegen selten geworden, viele Bauern produzieren den traditionellen Braunkäse, den Geitost, auf niedriger gelegenen Höfen (übrigens konnten wir von unserem Guide erfahren, dass der letzte Bauernhof im Geirangerfjord bereits 1964 aufgegeben wurde).

    Um Geitost herzustellen, wird der Ziegenmilch zunächst Lab beigegeben. Der dabei entstehende Frischkäse wird überwiegend verworfen, da die Milch zuvor nicht pasteurisiert wurde. Der verbleibenden Molke wird dann Zucker zugegeben und langsam lange erhitzt und die Flüssigkeit verkocht ist. Die daraus erhaltene Masse wird dann in Blockformen abgekühlt und geschnitten. Für 1kg Käse werden 10l Molke benötigt.

    Ausserdem werden auf der Alm auch noch Karamellbonbons auf Ziegenmilchbasis sowie Ziegensalami hergestellt. All diese Leckereien konnten wir dann in einer Hütte verkosten und selbstverständlich auch käuflich erwerben:

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    Ein echtes Geschmackserlebnis, da habe ich auch gleich ein paar Mitbringsel erstanden (den Geitost mögen meine Frau und ich sowieso schon seit langem – stellt Euch einfach einen Käse mit Karamellaroma vor, der wie Plastiksprengstoff aussieht). Anschliessend konnte man ein wenig auf eigene Faust die Alm erkunden. Während unser Grosser sich vor allem für den Ziegennachwuchs interessierte, schaute ich mir die alten Häuser mit ihrem Dachbewuchs ein wenig näher an:

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    Schon urig.

    Und schon ging es wieder zurück zum Schiff. An der Adlerkehre waren die Wolken leider nur wenig geringer geworden, im Gegenzug hatte sich die Anzahl an Touristen an diesem Ort exponentiell erhöht. Nur mit Mühe fand unser Busfahrer ein kleines Plätzchen zum Aussteigen unter verschärften Bedingungen.

    Man konnte die MS5 zwar jetzt von der Adlerkehre aus sehen, aber immer noch lagen dichte Wolken über dem Fjord:

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    Auch in Richtung der Wasserfälle „Sieben Schwestern“ sah es kaum besser aus (was sich aber am Abend noch ändern sollte):

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    Zurück in Geiranger wollten wir eigentlich vor Ort essen gehen. Direkt am Anlieger war dann auch ein Imbissstand, der u.a. Hot Dogs anbot – für meine Frau und die Jungs gleich allererste Wahl. Dass ich noch ein wenig nach besseren Alternativen ausschauen wollte, interessierte niemanden aus meine Familie, ich wurde gnadenlos überstimmt. Okay, dann schaue ich halt nach Souvenirs. Und so wechselten innert der Zeit, die Frau und Kinder zum Sättigen brauchten, ein kleiner Troll und ein 2XL-Norwegerpulli in meinen Besitz. Letzteren werde ich wahrscheinlich gnadenlos überzahlt haben, aber bei meinen Körpermassen darf ich nicht so wählerisch sein…

    Als ich wieder zurückkam, war meine Frau ziemlich angefressen, dass ich ihr nicht auch einen Pullover mitgebracht hatte. Ich stellte es ihr frei, selber noch eine Einkaufsrunde zu machen, was sie jedoch dankend ablehnte (aus gewissen Gründen, die weit in der Vergangenheit liegen und mich auf Lebenszeit von der Pflicht, meine Frau zum Shopping zu begleiten, befreit haben). Also zurück aufs Schiff.

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    Am Nachmittag gingen meine Jungs und ich dann zum Schwimmen in die Lagune. Was für ein Panorama von den umliegenden Bergen, ein ganz besonderes Schwimmerlebnis:

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    Beim Baden in der Lagune muss man übrigens so einiges beachten, unter anderem ist ein Handstand auf dem Wasser streng verboten:

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    Solltest Du also ein Zirkusartist mit messianischen Tendenzen sein, halte Dich vom Pool fern, okay?

    Für den Abend hatten wir uns dann, parallel zum Auslaufen aus dem Fjord, einen Grilltisch am Heck des Schiffes reserviert:

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    Und nun wurde es so richtig schön kitschig. Zunächst das Auslaufen aus Geiranger,

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    dann die Vorbeifahrt an den „Sieben Schwestern“, bei der der Kapitän das Schiff noch eine 360°-Drehung vollführen liess, damit auch alle alles perfekt bestaunen und ablichten konnten.

    Für alle, die die Legende nicht kennen: vor 200 Jahren soll es an beiden Ufern des Fjordes je einen Bauernhof gegeben haben. Der eine Bauer hatte einen Sohn, der andere 7 Töchter. Der Sohn des einen hat nun sämtliche der 7 Töchter des anderen gefreit, jedoch auch von jeder einzelnen einen Korb bekommen und sich infolgedessen dem Suff ergeben. Die insgesamt acht Wasserfälle sollen nun die ewigen Tränenströme der Beteiligten sein.

    Hier zuerst die Schwestern (man kann sie tatsächlich komplett durchzählen):

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    Und hier der junge Mann, dessen Tränen sich an seinem Schicksal, der Flasche, teilen:

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    (Bevor Ihr fragt: die Geschichte war uns bereits von unserem Tourguide erzählt worden, ausserdem wurde sie auf dem Schiff während der Vorbeifahrt auch nochmals vom an Bord befindlichen Lektor erzählt.)

    Und vor dieser Kulisse sollte nun unser Grillabend stattfinden. Die Karte hat sich übrigens gegenüber dem, was man auf der TC-Homepage finden kann, leicht verändert:

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    Ich spare mir an dieser Stelle die Bilder vom fertig grillierten Gut, hier nur ein Blick auf den Grillrost:

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    Das alles ging schön und gut, bis wir den Sunnylvsfjord erreichten: da kam plötzlich starker Wind auf, welcher sämtliche leichten Utensilien der Köchin (eine netten jungen Dame die erst seit wenigen Wochen an Bord und im TC-Ausbildungsprogramm war) wie Backpapier, Einmaltücher etc. in einer grossen Wolke von Bord wehte bzw. auf dem Achterdeck verteilte. Sie hat sich aber tapfer geschlagen und das Grillieren recht souverän weiter über die Bühne gebracht. Für unsere Jungs wurde es aber dann doch ein wenig zu kalt:

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    Ja, darunter steckt tatsächlich ein Kind. Nur gelegentlich kam von unter der Decke mal eine tastende Hand zum Vorschein, die nur Sekunden später mit einem Hähnchenschlegel oder einer Handvoll Pommes wieder verschwand. Aber auch meiner Frau und mir wurde es irgendwann zu kalt, so dass wir uns ins Schiffsinnere zurückzogen (ich möchte ja gar nicht wissen, wie solche Grillabende auf hoher See ablaufen…)

    Demnächst mehr, bleibt dabei.

    oh man, nach 10 h DB gestern mit zahllosen Verspätungen hat uns der Alltag wieder ;(;(;(

    Davon konnten wir gestern auch ein Lied singen: unser Umstieg in Köln hätte fast nicht mehr geklappt dank über 30 Min. Verspätung im IC von Bremen. Und dann das altbekannte Highlight im ICE: ausgefallene Klimaanlage. Was waren wir froh, als wir gut 12h nach von Bord gehen endlich zuhause waren.

    Hab dann auch gleich wieder mit meinem Reisebericht losgelegt, nachdem live ja leider wegen des furchtbaren Internets an Bord nichts ging.