Hier
im Forum wurde ja schon einige Male nach den Frühstücksmöglichkeiten
auf den diversen Schiffen gefragt. Als ich auf Euer Bitten hin bei
meiner kürzlichen KF auf der MS5 das neue Frühstücksangebot im
Hanami angetestet habe, kam mir die Idee: warum nicht mal einen
Vergleich der verschiedenen Optionen an Bord machen? Es gibt da
nämlich Locations, an die so manche/r beim Thema Frühstück gar
nicht denkt, obgleich das echte Alternativen sind.
Achtung:
dieser Test erfolgte im Zeitraum 10.-27.7.2019 auf der Mein Schiff 5.
Änderungen sind selbstverständlich jederzeit möglich, ebenso
Unterschiede innerhalb der Flotte.
Der
Test erfolgte in den Lokalitäten unter verschiedenen
Kriterien, für die jeweils zwischen 0 (sehr schlecht, gar nicht) und
5 (sehr gut) Punkte zu erreichen waren:
Auswahl:
Wieviele
Sorten Brot, Aufschnitt etc. gibt es, wieviele Gerichte am Mittag und
Abend? Gibt es hier Besonderheiten, die es nirgendwo sonst an Bord
gibt?
Service:
Manche
Restaurants sind komplett bedient, manche teilweise, in manchen gilt
vollständige Selbstbedienung. Allerdings kommt dort manchmal an
anderen Stellen Service zum Tragen.
Ruhe:
Für
viele von Euch ist Ruhe beim Essen wichtig. Wie ruhig ist eine
Location denn nun?
Ambiente:
Manchen
ist es wichtig, manchen nicht so sehr – ich habe es trotzdem
getestet: gemütlich oder zweckmässig?
Platz:
Ist
es schwierig, sogar in Frühstücks-Randzeiten in diesem Restaurant
einen Tisch zu bekommen? Oder ist es dort selbst zu Stosszeiten
angenehm leer?
Preis:
Viele
Frühstücke sind im KF-Preis inbegriffen, manche jedoch nicht. Und
im Falle der X-Lounge nur indirekt. Lohnt sich der Aufpreis?
Zeit:
Von
wann bis wann gibt es wo Frühstück – eine ganz wichtige Frage.
Manche Restaurants haben auch wechselnde Frühstückszeiten.
Maximal
waren also 35 Punkte erreichbar. Und selbstverständlich handelt es
sich hier um die ganz persönliche Meinung meiner Frau und
meinerseits. Wir haben allerdings versucht, den Test so objektiv wie
möglich zu gestalten – und die Gesamtpunktzahl wird kaum die
persönlichen Präferenzen der/s Einzelnen abbilden. Gedacht ist
dieser Thread als kompakte Übersicht.
Ich bin noch in den Vorbereitungen, kann aber schon einmal verkünden, dass ich Euch hier im Forum demnächst mal einen umfassenden Frühstücks-Test präsentieren werde. Da werden dann auch viele Fragen beantwortet.
Lasst mir bitte noch ein wenig Zeit - neben dem noch laufenden RB hat mich inzwischen auch der Alltag wieder.
Kann man da nicht einfach statt Flaschen zwei Gläser bestellen? Faulpelz : du hattest doch geschrieben, dass man da alles von der Karte (natürlich AUSSER Getränke in Flaschen) bestellen kann?! Liebe Grüße aus Hessen!
Wenn man diese Pakete über die GGF bestellt, bekommt man statt der Wein- bzw. Schampus-Flasche einfach eine Karaffe.
Ich vermute mal, dadurch soll vermieden werden, dass sich GGF-Bucher mal eben noch den Koffer mit Flaschen für zuhause vollmachen.
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Dazu kommen dann noch ca. ein halbes Dutzend Seiten in der Karte mit Getränken, im Grunde fast das gesamte Sortiment der Diamant-Bar, bis auf die Cocktails (davon gibt es nur 4 alkoholfreie).
Irgendwie war sie
schon irritierend gewesen, unsere erste Polarnacht. Auch wenn der
Vorhang unsere Kabine gut verdunkelte, blieb da dennoch stets dieser
kleine helle Streifen am Rand, den wir einfach nicht loswurden. Meine
innere Uhr mochte das so gar nicht verknusen und schaltete gleich mal
vorsorglich auf ein Erwachen im 1-Stunden-Takt. Na, toll…
Ich war jedoch nicht
der Einzige, den die Mitternachtssonne aus dem Takt gebracht hatte,
auch meine Frau und meine Kinder schliefen im Endeffekt und nach
unruhiger Nacht fast bis Mittag. Ein schnelles Mittagessen im
Anckelmannsplatz und ein ziemlich fauler Nachmittag folgten. Besser
alle Kräfte aufsparen für den Abend. Man muss ja die Nordkapklippe
auch nicht zwingend von unten fotografieren.
Kurz nach 17 Uhr
näherten wir uns dem Hafen von Honningsvag, konnten jedoch nicht
einlaufen. Der Grund: die Mein Schiff 3, welche dort noch festgemacht
war:
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Nach entsprechendem
Zeremoniell, viel Getute beider Schiffshörner und noch mehr Gewedele
hunderter Handtücher war der Platz am Pier dann doch endlich für
uns frei. Der Blick vom Balkon war schon einmal recht pittoresk:
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Diesmal standen
getrennte Landausflüge meiner Familie auf dem Programm. Für die
Jungs und mich ging es zum Nordkap. Leider haderte ich während der
gesamten Fahrt mit leicht verschmutzten stark spiegelnden
Busfenstern, daher hier nur ein kleiner Eindruck von Unterwegs:
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Die Landschaft war
doch gegenüber vorgestern ein ganzes Stückchen karger geworden. Die
Nordkapstrasse ist übrigens nur knapp 4 Monate im Jahr geöffnet,
ansonsten benötigt man ein Schneemobil, um an ihr nördliches Ende
zu gelangen. Und irgendwo in diesem Nirgendwo fanden wir schliesslich
das Kap und die dazugehörige Nordkaphalle. Hinter dieser lag es
dann; das Ende der Welt. Also zumindest drängte sich mir ein
entsprechendes Gefühl auf, wenn ich mir die Unmengen von
Mitreisenden an diesem Ort wegdachte. Was nicht so ganz einfach war,
vor allem rund um den Nordkapglobus – ein wenig Ordnung, eine
kleine Reihenfolge, damit jeder irgendwie zu seinem Foto kommt:
unmöglich. Selbst extreme Fotopositionen erforderten etliche
Versuche:
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Anschliessend
gönnten die Jungs und ich uns erstmal eine heisse Schokolade (war
sehr gut!), dann fand ich zum ersten Mal auf der Reise Zeit zum
Postkartenschreiben. Und ein paar kleine Souvenirs wurden auch noch
schnell eingesackt.
Auf dem Rückweg war
schon ein deutlicher Unterschied bei den Lichtverhältnissen zu
spüren (es war ja inzwischen auch schon fast 22 Uhr), zum Glück riss endlich die Wolkendecke auf:
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Am Hafen gelang es
mir dann noch, einen schönen Norwegerpulli für meine Frau zu
ergattern (und die Kids wollten plötzlich auch welche – leider
waren dort aber keine Kindergrössen vorrätig), dann ging es wieder
auf‘s Schiff.
Meine Frau hatte
währenddessen eine Schnellboot-Tour zu den Fanggründen der
Königskrabben gemacht. Sie liebt vielerlei Arten von Meeresfrüchten
und hat die Beine der Krabben seinerzeit vor 4 Jahren im Gosch
schätzen gelernt (wobei die derzeitige dortige Zubereitungsart
inzwischen nicht mehr ganz ihr Gusto trifft). Und so hatte ich mir
erlaubt, ihr mal eine eigene Tour zu buchen.
Zuerst wurden die
Teilnehmer mit Schutzkleidung ausgestattet. Erste Hürde, da es
zunächst schien, als wäre für meine bessere Hälfte keine passende
Grösse dabei. Irgendwie fand sich dann doch etwas, in dem meine Frau
aber derart eingeschränkt war, Arme und Beine nicht mehr sonderlich
gut anheben zu können. Das Aufsteigen auf das Schnellboot und die
sattelartigen Sitze geriet daher gleich zur ausgewachsenen Turnübung.
Aber schliesslich
konnte der wilde Ritt losgehen, nur gut, dass meine Perle – genau
wie ich – grosser Achterbahn-Fan ist, sowas bereitet einen auf
derartige Momente gut vor.
Leider durften die
Tourteilnehmer beim Bergen der Fangkörbe aus 300-400m Tiefe (!) nur
zuschauen. Mehr als die Hälfte der Krabben gingen als zu klein oder
krank gleich wieder ins Wasser zurück (Geschlechterunterschiede
wurden anscheinend nicht gemacht). Nach der Bootsfahrt erklärte ein
Guide, dass der Fang der Königskrabben streng quotenreglementiert
ist, obwohl die Viecher eigentlich eine echte Plage sind und die
Fischbestände dezimieren (sie wurden vor einigen Jahrzehnten mal von
sowjetischer Seite in der Region angesiedelt, weil sie in der UdSSR
als Delikatesse sehr begehrt waren).
Wieder an Land wurde
der Fang begutachtet. Bei dieser Gelegenheit konnten die
Ausflugsteilnehmer zum ersten Mal so richtig die Grösse der Krabben
erfassen:
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Nota bene: zu diesem
Zeitpunkt waren die Königskrabben noch nicht tot. Nicht ganz ohne
Risiko also, sie vor den eigenen Körper zu halten.
Die Guides
übernahmen dann die schnelle Tötung und Zerteilung der Tiere, von
denen heutzutage praktisch nur die Beine und die Schulterpartien
gegessen werden – lediglich chinesische Touristen verlangen
regelmässig auch die Innereien. Im Samenzelt kam es dann zur
Zubereitung im grossen Kessel und zur anschliessenden Verkostung.
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Dort trafen wir
innert nur 5 Minuten wieder auf der Kabine aufeinander. Und da sich
schon wieder Hunger eingestellt hatte, probierten wir erstmals den
Diamant-Kabinenservice aus:
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Salamipizza,
Käseplatte und für unseren Grossen ein Mettbrot (ja, er kommt da
ganz nach mir), das war unser später Abendsnack an diesem Tag. Käse
und Brot waren sehr gut, die Pizza so lala: dem Kleinen schmeckte
sie, meine Frau und ich hatten aber den Eindruck, dass die Salami
leicht ranzte (was uns aber nicht daran hinderte, sie einige Tage
später nochmal zu bestellen, da war dann alles tiptop in Ordnung).
Und nachdem sich
jetzt ja doch wieder ein Foodpic in den Beitrag geschlichen hat, hier
noch zum Ausgleich mein absolutes Lieblingsfoto dieser Reise – die
Mitternachtssonne über Honningsvag:
Ist das die Einschätzung eines gestressten Vaters oder die des Arztes ?Wenn ich mir so das Foto mit Kind unter der Decke betrachte, finde ich dein Söhnchen recht ruhig vor.
Das täuscht. Unter der Decke führt er gerade mit 20 Freunden einen Indianertanz auf.
Aber morgens und abends (vor der ersten Pille und nach Wirkungsausklang der letzten) geht echt was ab.
Zitat
Dazu die Gretchenfrage " Wie oder was ist dort der Kaffee? oder .
Wenn man den Massstab des Schiffstesters anlegen würde:
Wenn man den Massstab eines Arztes mit vielen Jahren Erfahrung im Bereitschaftsdienst anlegen würde:
Unruhiger Schlaf,
düstere Träume – und immer wieder eine Ananas in farbenfrohen
Pullovern, die tief aus meinen Gedanken hervorzuklettern versuchte.
Die letzte richtige Nacht für etwa eine Woche versprach nichts
Gutes, ich war im falschen Film gelandet...
Was dagegen hilft?
Rischtisch, ein leckeres Frühstück im Hanami. Die Details habe ich
ja schon geschildert, einzig ein besseres Bild vom Geflügelwrap, der
laut meiner Frau diesmal etwas anders schmeckte, war ich noch
schuldig:
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Ich selber probierte
an diesem Morgen das Onsen-Ei mit Kaviar. Eigentlich sollte es im Inneren
wachsweich gekocht sein, war aber am Ende doch zu fest geraten. Aber
nicht unlecker.
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Seetage sind immer
gut für Kurse und Seminare an Bord. Für meine Frau und mich
bedeutete dies, nur ein Restaurant weiter gehen zu müssen, denn im
Schmankerl fand um 10 Uhr unser Strudel-Workshop statt. Alles war
schön hergerichtet:
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Das ging irgendwie
viel leichter, als gedacht. Okay, der Teig war schon am Vortag
vorbereitet worden, die Äpfel waren ebenfalls vorher in Zuckerwasser
eingelegt worden. Als weitere Zutaten für die Füllung standen uns
dann nach Wahl Zucker, Zimt, weisse und dunkle Schokolade, Mandeln
gemahlen und in Blättchen zur Verfügung. Jeder halt so, wie sie/er
mochte. Die Strudel wurden dann nummeriert und in die Küche
gebracht. Wir durften dann am Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr zum
Probieren kommen.
Und wo wir schon mal
da sind, da bleiben wir auch gleich hier…
...soll heissen,
auch das Mittagessen fand wieder im Schmankerl statt. Für die Kids
gab es Palatschinken satt, für meine Frau und mich diverse Suppen
(wobei ich konstatieren muss, dass die Kapressknödelsuppe auf der
MS6 im Oktober um Längen besser gewesen war), anschliessend hatte
ich den Wurstsalat, der aber eher enttäuschte.
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Beides sehr lecker
und schmackhaft.
Nachdem wir die Kids
für eineinhalb Stunden im Kids Club entsorgt hatten, hatten meine
Frau und ich auf unserer Kabine endlich mal Zeit für uns. Aber bevor
Ihr jetzt irgendwelche zügellosen Fantasien habt: die nutzten wir
voll und ganz zum Schlafen. Den brauchten wir nämlich dringend, das
Leben im Allgemeinen und Urlaub im Speziellen ist halt nicht so ganz
einfach, wenn man Kids mit ADS bzw. ADHS hat. Und so verpassten wir
auch friedlich schlummernd die Polarkreistaufe auf dem Pooldeck.
Egal, danach waren
wir erfrischt genug, mit den Jungs das Backwerk vom Vormittag zu
verkosten. Es war besser gelungen, als meine Frau und ich befürchtet
hatten – und im familieninternen Duell ging ich als klarer
Abstimmungsieger vom Tisch (und dass, wo ich eigentlich gar nicht
backen kann – musste ich hier ja aber auch nicht).
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Das Abendessen
nahmen wir dann in der Osteria ein, da war nach einem enttäuschenden
Besuch auf der MS6 noch ein wenig Klärungsbedarf offen gewesen (vor
allem, weil fast die Hälfte der Gerichte auf der Karte wegen eines
Lieferfehlers nicht erhältlich gewesen war). Und in der Tat mundete
das Essen ausgesprochen gut. Von klassischem Mozzarella mit Tomaten,
bei dem ich es ganz pfiffig fand, die Basilikumnote zusätzlich noch
mit einem Spritzer Pesto zu verstärken,
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Der Hammer jedoch
waren die Spaghetti Bolognese, die unsere Jungs geordert hatten. Ich
habe Ragù im Laufe der Zeit in den verschiedensten Varianten
gekostet, in unserem Nachbardorf gibt es ein kleines italienisches
Restaurant mit einem herzigen neapolitanischen Wirt, dessen Version
unsere Kinder eigentlich lieben – aber das hier war echt ein
Knaller:
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Diesmal stand noch
ein wenig Tonic-Kunde auf dem Programm, jetzt konnten wir
verschiedene Gins in Kombination mit verschiedenen Mixern probieren.
Und auch der eigene Entwurf kam zur Verkostung, bevor er
transportsicher verpackt wurde.
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Jaaah, das kam schon
recht nahe an das heran, was ich mir erhofft hatte. Vor dem
Verschliessen füllte ich noch eine kleine Menge mit dem Mixer meiner
Wahl in einem Glas ab, damit meine Frau auf der Kabine auch noch
probieren konnte.
Ausgerechnet während
des Workshops geriet dann das Schiff in deutlich stärkeren
Wellengang, so dass der Grossteil der Teilnehmer annahm, es sei jetzt
vielleicht besser, die Kabine aufzusuchen. Egal, so blieb für den
Rest noch mehr zum Schlabbern…
Irgendwann fand ich
dann auch den Weg auf unsere JS. Und meine Frau musste am Ende
tatsächlich Abbitte leisten – ich hatte zu guter Letzt doch einen
Gin Tonic kreiert, der ihr schmeckte. Na darauf doch gleich noch
einen… oh, Mist, der war jetzt verschweisst. Und der Gin Tonic aus
der Minibar geradezu profan – egal, für ein paar Schlucke auf dem
Balkon reichte es gerade noch.
Wir waren gerade
irgendwo vor Tromso, als der Alkohol zu wirken begann. Plötzlich war
die Luft erfüllt von Möwen, die um das Schiff herumflogen.
„Verdammt“, rief ich, „was sind das nur für Viecher?“ „Wir
müssen anhalten“, meinte meine Frau, aber ich fiel Ihr ins Wort;
„Wir können hier nicht anhalten! Das ist Möwenland!“
Schnell zum Kofferraum, äääh wieder
hinein, den Kühlschrank checken. Wir hatten drei Dosen Cola, je 2
Fläschchen Wodka und Campari, ein Fläschchen Gin, eines mit
Weinbrand, etwas Apfel- und Orangensaft, Tonic und Bitter Lemon, zwei
Flaschen Wein, eine Flasche Sekt sowie diverse Wasserflaschen
zweierlei Gasgehalts. Dazu noch diverse Kaffeekapseln. Nicht, dass
wir all dies an diesem Abend noch brauchten. Aber wenn man sich
mal vorgenommen hat, eine ernsthafte Minibar anzulegen, neigt man dazu,
extrem zu werden.
„Du musst dringend
aus diesem falschen Film rauskommen“, rief meine Frau. „Komm,
lass uns noch auf einen Drink an die Diamant-Bar gehen.“ Mein Blick
klärte sich. Ich stand auf, sah meine Frau an, und sagte: „Schatz,
ich denke, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“
Das, was Du da verlinkst, mag schon stimmen, dennoch steht es jedem Forumsbetreiber frei, für sein Forum Regeln aufzustellen, die über das gesetzliche Mass hinausgehen, solange sie nicht gegen diese Gesetze verstossen. Das ist hier nun einmal so, ich finde es auch schade und verpixel meine Bilder eher ungern, aber ich tue es dennoch.
Na, da bin ich doch mal auf die Fortsetzung gespannt.
Schön geschrieben und bebildert bisher.
Vielen Dank für deine Mühe und liebe Grüße
Anette
Kommt schon:
13.7.2019 –
Geiranger:
Die Einfahrt in den
Geirangerfjord hatte ich genüsslich verschlafen. Nach Aussage meiner
Frau hatte ich allerdings auch nicht viel verpasst, da vor unserem
Balkon dicke Suppe gehangen hatte.
Zum Frühstück
gingen wir, wie bereits am Tag zuvor, ins Tag&Nacht Bistro. Das
ist übrigens ein echter Geheimtip, wenn man mal kurz vorm
Landausflug schnell einen Happen schnappen will und nicht allzu viel
Wert darauf legt, 8 Sorten Aufschnitt oder 10 verschiedene Brötchen
zur Auswahl zu haben. Und es ist irgendwie morgens nie voll.
Ich war gerade halb
durch meine Rühreier durch, als mir ein älterer Herr am Nebentisch
auffiel. Beziehungsweise sein Hut. Das war doch tatsächlich das
gleiche Modell, welches seinerzeit auch der legendäre Wolfgang
Kieling in seiner Rolle als Professor Gunnström in der bereits im
letzten Kapitel dieses Berichtes zitierten TV-Serie „Patrik Pacard“
getragen hatte. Was war hier los?
Anschliessend ging
es über die schwimmende Anlegebrücke in den beschaulichen kleinen
Ort, der im Prinzip rund 250 Einwohner hat, eine Zahl, die sich im
Sommer durch Saisonarbeiter im Tourismus mal schnell verzehnfacht.
Von den hunderttausenden Touristen – die meisten davon durch
Kreuzfahrtschiffe – mal gar nicht zu sprechen.
Die von uns für
diesen Tag gebuchte Tour hiess „Adlerkehre und Ziegenalm“. Zu
ersterer fuhren wir auch schnell hinauf, nur um feststellen zu
müssen, dass die o.g. dicke Suppe noch immer tief über den Bergen
hing. Nahezu null Sicht auf die MS5 zu diesem Zeitpunkt – das
folgende Bild hatte ich zwei Serpentinen zuvor noch schnell aus dem
Bus heraus gemacht:
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Na gut, dann
vielleicht bei der Rückfahrt.
Weiter ging es ins
Landesinnere, wo wir kurze Zeit später an einem hübschen kleinen
Bergsee, dem Eidsvatnet, vorbeikamen. Auch hier hingen die Wolken
immer noch tief:
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Dann begann der
wirklich abenteuerliche Teil der Busfahrt: über eine einspurige
Schotterpiste mit Steigungen von bis zu 24% hinauf zur Herdalssetra,
der grössten Ziegenalm Norwegens. Vorbei ging es an munteren
Bergbächen (unter Wolken),
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Plötzlich stieg
wenige Meter vor mir ein Hubschrauber auf! Naja, eher eine
Kameradrohne, aber sofort waren meine Gedanken wieder bei der
TV-Serie von 1984. Hatte nicht Patrik selber einen
Modell-Hubschrauber mit in den Fjord gebracht? Hatte er an diesem
nicht eine Kamera befestigt und damit die Alm mit den in Eis und
Schnee wachsenden Ananaspflanzen entdeckt? Ich war schon dabei, mich
nach Dimitri und anderen sinistren Figuren mit dunklen Sonnenbrillen
umzuschauen, als mich der Erklärungstext einer netten jungen Dame
aus Süddeutschland, die den Sommer über auf der Alm wohnte, aus
meinen Gedanken riss.
Ziegenalmen sind in
Norwegen selten geworden, viele Bauern produzieren den traditionellen
Braunkäse, den Geitost, auf niedriger gelegenen Höfen (übrigens
konnten wir von unserem Guide erfahren, dass der letzte Bauernhof im
Geirangerfjord bereits 1964 aufgegeben wurde).
Um Geitost
herzustellen, wird der Ziegenmilch zunächst Lab beigegeben. Der
dabei entstehende Frischkäse wird überwiegend verworfen, da die
Milch zuvor nicht pasteurisiert wurde. Der verbleibenden Molke wird
dann Zucker zugegeben und langsam lange erhitzt und die Flüssigkeit
verkocht ist. Die daraus erhaltene Masse wird dann in Blockformen
abgekühlt und geschnitten. Für 1kg Käse werden 10l Molke benötigt.
Ausserdem werden auf
der Alm auch noch Karamellbonbons auf Ziegenmilchbasis sowie
Ziegensalami hergestellt. All diese Leckereien konnten wir dann in
einer Hütte verkosten und selbstverständlich auch käuflich
erwerben:
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Ein echtes
Geschmackserlebnis, da habe ich auch gleich ein paar Mitbringsel
erstanden (den Geitost mögen meine Frau und ich sowieso schon seit
langem – stellt Euch einfach einen Käse mit Karamellaroma vor, der
wie Plastiksprengstoff aussieht). Anschliessend konnte man ein wenig
auf eigene Faust die Alm erkunden. Während unser Grosser sich vor
allem für den Ziegennachwuchs interessierte, schaute ich mir die
alten Häuser mit ihrem Dachbewuchs ein wenig näher an:
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Schon urig.
Und schon ging es
wieder zurück zum Schiff. An der Adlerkehre waren die Wolken leider
nur wenig geringer geworden, im Gegenzug hatte sich die Anzahl an
Touristen an diesem Ort exponentiell erhöht. Nur mit Mühe fand
unser Busfahrer ein kleines Plätzchen zum Aussteigen unter
verschärften Bedingungen.
Man konnte die MS5
zwar jetzt von der Adlerkehre aus sehen, aber immer noch lagen dichte
Wolken über dem Fjord:
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Zurück in Geiranger
wollten wir eigentlich vor Ort essen gehen. Direkt am Anlieger war
dann auch ein Imbissstand, der u.a. Hot Dogs anbot – für meine
Frau und die Jungs gleich allererste Wahl. Dass ich noch ein wenig
nach besseren Alternativen ausschauen wollte, interessierte niemanden
aus meine Familie, ich wurde gnadenlos überstimmt. Okay, dann schaue
ich halt nach Souvenirs. Und so wechselten innert der Zeit, die Frau
und Kinder zum Sättigen brauchten, ein kleiner Troll und ein
2XL-Norwegerpulli in meinen Besitz. Letzteren werde ich
wahrscheinlich gnadenlos überzahlt haben, aber bei meinen
Körpermassen darf ich nicht so wählerisch sein…
Als ich wieder
zurückkam, war meine Frau ziemlich angefressen, dass ich ihr nicht
auch einen Pullover mitgebracht hatte. Ich stellte es ihr frei,
selber noch eine Einkaufsrunde zu machen, was sie jedoch dankend
ablehnte (aus gewissen Gründen, die weit in der Vergangenheit liegen
und mich auf Lebenszeit von der Pflicht, meine Frau zum Shopping zu
begleiten, befreit haben). Also zurück aufs Schiff.
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Am Nachmittag gingen
meine Jungs und ich dann zum Schwimmen in die Lagune. Was für ein
Panorama von den umliegenden Bergen, ein ganz besonderes
Schwimmerlebnis:
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dann die Vorbeifahrt
an den „Sieben Schwestern“, bei der der Kapitän das Schiff noch
eine 360°-Drehung vollführen liess, damit auch alle alles perfekt
bestaunen und ablichten konnten.
Für alle, die die
Legende nicht kennen: vor 200 Jahren soll es an beiden Ufern des
Fjordes je einen Bauernhof gegeben haben. Der eine Bauer hatte einen
Sohn, der andere 7 Töchter. Der Sohn des einen hat nun sämtliche
der 7 Töchter des anderen gefreit, jedoch auch von jeder einzelnen
einen Korb bekommen und sich infolgedessen dem Suff ergeben. Die
insgesamt acht Wasserfälle sollen nun die ewigen Tränenströme der
Beteiligten sein.
Hier zuerst die
Schwestern (man kann sie tatsächlich komplett durchzählen):
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(Bevor Ihr fragt:
die Geschichte war uns bereits von unserem Tourguide erzählt worden,
ausserdem wurde sie auf dem Schiff während der Vorbeifahrt auch
nochmals vom an Bord befindlichen Lektor erzählt.)
Und vor dieser
Kulisse sollte nun unser Grillabend stattfinden. Die Karte hat sich
übrigens gegenüber dem, was man auf der TC-Homepage finden kann,
leicht verändert:
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Das alles ging schön
und gut, bis wir den Sunnylvsfjord erreichten: da kam plötzlich
starker Wind auf, welcher sämtliche leichten Utensilien der Köchin
(eine netten jungen Dame die erst seit wenigen Wochen an Bord und im
TC-Ausbildungsprogramm war) wie Backpapier, Einmaltücher etc. in
einer grossen Wolke von Bord wehte bzw. auf dem Achterdeck verteilte.
Sie hat sich aber tapfer geschlagen und das Grillieren recht souverän
weiter über die Bühne gebracht. Für unsere Jungs wurde es aber
dann doch ein wenig zu kalt:
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Ja, darunter steckt
tatsächlich ein Kind. Nur gelegentlich kam von unter der Decke mal
eine tastende Hand zum Vorschein, die nur Sekunden später mit einem
Hähnchenschlegel oder einer Handvoll Pommes wieder verschwand. Aber
auch meiner Frau und mir wurde es irgendwann zu kalt, so dass wir uns
ins Schiffsinnere zurückzogen (ich möchte ja gar nicht wissen, wie
solche Grillabende auf hoher See ablaufen…)
Na da lese ich doch glatt parallel zum Schreiben meines eigenen Berichts mit. Schön, dass es eine Alternative gibt für diejenigen Poristi, die Foodpics nicht so mögen.
Aber ein kleiner Hinweis: wenn Du vermeiden möchtest, dass ein Teil Deiner Bilder wieder gelöscht wird, solltest Du alle Personen darauf unkenntlich machen. Ist hier inzwischen Regel.
Naja verneigen nicht gerade, wir haben vor einer Woche in einer Weinstube Leute kennen gelernt die waren fast 50x auf der MS. Die werden jedes Mal auf die Brücke eingeladen usw, da sind wir noch Wenigfahrer dagegen.
Wow, das wären ja 5 KFen pro Jahr. Was für eine Passion.
Schade, dass ihr bei so wunderschönem Wetter nicht mehr aus Bergen machen konntet ....
Naja, ich hatte schon überlegt, noch schnell zur Landausflugsabteilung zu gehen und nach Ersatz für den Nachmittag zu suchen, dann aber irgendwie auch keine Lust mehr gehabt...
oh man, nach 10 h DB gestern mit zahllosen Verspätungen hat uns der Alltag wieder
Davon konnten wir gestern auch ein Lied singen: unser Umstieg in Köln hätte fast nicht mehr geklappt dank über 30 Min. Verspätung im IC von Bremen. Und dann das altbekannte Highlight im ICE: ausgefallene Klimaanlage. Was waren wir froh, als wir gut 12h nach von Bord gehen endlich zuhause waren.
Hab dann auch gleich wieder mit meinem Reisebericht losgelegt, nachdem live ja leider wegen des furchtbaren Internets an Bord nichts ging.