Ein Traum von uns ist auch ein Spiel der NFL in den USA zu sehen. Sind auch FootballFans jedoch nicht von einem bestimmten Team. Hier in Deutschland sind wir wieder glücklich, dass RheinFire wieder spielt.
Naja, die ELF (European League of Football) schaut zwar ganz schön aus, hat aber seit ihrer Einführung eine ganze Reihe Teams aus der GFL (German Football League) plattgemacht. Deshalb gestaltet sich ihre Expansion in einigen Ländern auch so schwierig - die entsprechenden Nationalverbände gehen da sehr auf Widerstand.
Ich habe vor 30 Jahren selber als Running Back in der GFL gespielt [1], bis ich wegen einer schweren Knieverletzung aufhören musste (und drei Tage nach der Verletzung kam die Einladung zum Sichtungslehrgang der deutschen Nationalmannschaft...
tja, shit happens manchmal...). Aber rund ums Millenium hatte die GFL, auch wegen der grossen Erfolge der deutschen Teams auf europäischer Ebene, eine Hoch-Zeit, die bis heute nicht erreicht ist. Höhepunkt war das Europapokal-Endspiel 1999 zwischen den Hamburg Blue Devils und den Braunschweig Lions in der AOL-Arena in Hamburg (Hamburger Football-Fans damals bekannt als die "AOHell-Arena"
) mit gut 36'000 Zuschauern. Ein Jahr später hat die NFL-Europe dort das Konkurrenzteam "Hamburg Sea Devils" installiert. Damit begann der NIedergang der GFL mit zahlreichen Klub-Pleiten.
Und dasselbe passsiert "dank" ELF gerade erneut.
So sehr ich dem europäischen Football wünsche, dass er die Aufmerksamkeit bekommen soll, die er verdient, so sehr blutet mir als Aktivem der "alten Zeit" das Herz, wenn ich den Niedergang von Traditionsteams erlebe.
Wir waren mit unseren Jungs 2018 im Vorfeld unserer Neuengland/Kanada-KF mit der MS6 bei einem Spiel der NY Giants gegen die New Orleans Saints. Die Giants haben zwar verloren, aber für die Jungs war das Ganze trotzdem ein Riesenerlebnis. Und seither sind die beiden Giants-Fans. 
Ich selber war schon 2x bei Spielen meines Lieblings-Teams, den Minnesota Vikings. Einmal 2013 in London (gegen die Pittsburgh Steelers), zusammen mit meinem Schwager. Und dann kam 2017 der grosse Höhepunkt: da bin ich Anfang Oktober nur für ein Wochenende nach Minneapolis geflogen, um mir das klassische Duell gegen die Green Bay Packers [2] anzuschauen (die Vikings haben damals 23:10 gewonnen
).
Meine Frau hat mir immerhin eines voraus: die Rams haben schon 2x den Superbowl gewonnen, die Vikings leider noch nie.
Aber man muss halt auch gönnen können.

[1]
Anfang der Nuller-Jahre habe ich in einer psychosomatischen Rehaklinik mit einem Psychologen zusammengearbeitet, der damals noch bei den Braunschweig Lions aktiv war. Wir waren 1991 in der GFL beim Spiel Hamburg Silver Eagles gegen die Hildesheim Invaders (bei denen ich danach 2004-2005 als Stadionsprecher und -DJ aktiv war) aufeinandergetroffen. Und als er 2003 mit seinem neuen Team aus Braunschweig im GFL-Finale in Wolfsburg den von mir dann favorisierten Hamburg Blue Devils denkbar knapp mit 36:37 nach Verlängerung unterlegen war, haben wir uns trotzdem anschliessend getroffen und ein Bier zusammen getrunken.
[2]
Vikings vs Packers ist in der NFL das Pendant zum Duell von Borussia Dortmund und Schalke 04 in der deutchen Fussball-Bundesliga. Der Unterschied ist allerdings, dass es beim Football kein Problem ist, wenn sich Fans der rivalisierenden Teams im Stadion begegnen. Deshalb kennt der American Football auch keine Gästesektoren im Stadion, weder in den USA, noch in Europa. Und die Polizei muss auch nie die verschiedenen Fangruppen auf dem Weg ins Stadion trennen. 
Ich habe seinerzeit in Minneapolis auf der Haupttribüne umringt von Packers-Fans gesessen - überhaupt kein Problem. Wir haben zwar gegenseitig bei Fehlern der jeweils anderen Mannschaft heftigst gefrotzelt, aber auch immer wieder sehr schöne Selfies zusammen aufgenommen und uns gegenseitig zum einen oder anderen Bier eingeladen.
Manchmal wünschte ich, das wäre beim klassischen Fussball auch möglich... 
Und ich habe seither mit meinen damaligen Sitznachbarn aus Green Bay, Sue und Nick, einen losen Kontakt. Von den beiden ist immer noch eine Einladung zum "Rückspiel" im Lambeau Field in Green Bay offen, bei dem ich auch meinen langjährigen Studienfreund "Onkel Joe" (bekannt auch aus einigen meiner Reiseberichte, er ist übrigens Packers-Fan!) mitbringen soll/werde/möchte.
(Sorry für das lange OT, aber ich wollte bei dieser Gelegenheit einfach mal eine Lanze für diesen Sport und seine grossartigen Fans brechen.)