Ein Traum wird wahr-Island im Oktober 2023

  • Seit unserer ersten Kreuzfahrt mit der MSC Preziosa im Jahr 2017, die uns nach Akureyri, Isafjördur und Reykjavik führte war klar, hier müssen wir auf jeden Fall nochmal hin und dann für länger! Dieses Land hat uns nur mit diesen kurzen Einblicken schon fasziniert :love: . Da wir nun endlich nicht mehr nach Ferienzeiten reisen müssen war klar, wir fahren außerhalb der Hauptsaison. Angedacht war September, aber da machte mir mein Chef einen Strich durch die Rechnung. Ok, dann eben im Oktober. Da stehen auch die Chancen auf Nordlichter nochmal besser (hoffen wir zumindest :S ). Auch Petrus wird uns hoffentlich einigermaßen wohlgesonnen sein :thumbup:.

    Zu den Eckdaten:

    Geplant sind 18 Tage einmal im Uhrzeigersinn aussen herum. Hauptsächlich auf der Ringstraße, wir werden aber auch Snaefellsnes erkunden und hoffen auf einen Abstecher ins Hochland.

    Gebucht sind Flüge, neun Unterkünfte rund um die Insel und natürlich ein Mietwagen. :nummer1:

    Monatelanges wälzen von Reiseberichten im WWW und Fähnchen bei Google Maps stecken, findet in wenigen Tagen seinen "Höhepunkt". Und eines steht fest, wir sind wirklich urlaubsreif :rolleyes:

    Hier mal unsere Routenplanung damit ihr wisst was euch erwartet.

    Ankunft Reykjavik und Fahrt nach Akranes. Dort eine Übernachtung.

    Grundarfjördur 3 Nächte

    Lytingsstadir 2 Nächte

    Laugar 3 Nächte

    Egilstadir 2 Nächte

    Svinafell 3 Nächte

    Vik 1 Nacht

    Laugaras 1 Nacht

    Vogar 2 Nächte

    Dann geht's leider wieder nach Hause.

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Dann will ich mal starten. Ich versuche auch Fotos einzufügen, hoffe es gelingt. Es werden aber nur Handybilder sein. Die "guten" sind auf der Kamera meines Mannes ;). Meine sind dann natürlich qualitativ nicht mit anderen hier aus dem Forum zu vergleichen, aber ich hoffe auf Vergebung. Soll den Bericht auch etwas auflockern.

    Ok, los geht's...

    9.10.23

    Gegen 7:30 Uhr klingelt der Wecker und der ersehnte Tag war gekommen. Heute geht's nach Island, einem lang gehegten Wunschziel von meinem Mann Markus und mir. Die "Kinder" sind erwachsen und kommen ohne uns klar, Zeit solche Wünsche zu verwirklichen.

    Gegen 8:30 Uhr packen wir die proppevollen Koffer ins Auto und fahren nach Frankfurt. Hier möchte ich anmerken, dass uns Koffer packen noch nie so schwer gefallen war als für diese Reise! =O Von was wieviel und reicht auch alles.... :rolleyes: es hat gereicht :P

    Unseren gebuchten Parkplatz bei Parkobello erreichen wir ohne Stau oder ähnliches. Shuttle funktioniert und um 11:15 Uhr stehen wir am Check in Schalter. Natürlich hat der noch geschlossen X( . Wozu soll man eigentlich so früh am Flughafen sein? Das was Zeit kostet, nämlich die Sicherheitskontrolle, kann ich erst passieren wenn ich eingecheckt habe. Naja egal, reicht natürlich alles wie immer zeitlich locker. Ebenfalls wie immer wird Markus Fotoausrüstung rausgezogen, extra gecheckt und ein Sprengstoff- und Drogentest gemacht :D . "Was ist denn in dem Kissen?"..."Reis"...verwirrter Blick des Beamten :D . Ich LIIIIEBE es ;) . Zur Erklärung: Markus hat ein ca. 20x20cm großes Stoffsäckchen gefüllt mit Reis dabei. Das benutzt er um z.B. Wasserfälle ohne Stativ zu fotografieren. Säckchen auf Stein, Kamera drauf, fertig.

    Dann sitzen wir also am Gate und warten auf das Boarding. Mit 20 minütiger Verspätung starten wir dann auch.

    In Keflavik begrüßt uns Island mit etwas Sonne und 8 Grad. Wir hatten nach der Vorhersage Schlimmeres erwartet! Die Koffer kommen schneller als wir das Kofferband erreichen. Wir sind beeindruckt, das hatten wir schon lange nicht mehr!

    Weiter geht's Richtung Ausgang. Dort steht schon der junge Mann von 4x4 Icerental. Wieder Erwarten und entgegen einiger Bewertungen im Netz, nimmt er alle inklusive Gepäck mit zur Station. Sehr gut, Zeit und Weg gespart! Die Übernahme verläuft reibungslos und wir erleben eine weitere Überraschung. Nachdem uns auf eine Anfrage im Vorfeld gesagt wurde es geht nicht das wir Spikes bekommen (es war ja erst der 9.10.), hatten wir nun doch welche drauf. Sie hatten gesehen das wir 18 Tage unterwegs sind und sicher auch in den Norden fahren werden. Da hatten sie zur Sicherheit welche aufgezogen. Nur soviel, wir werden die Spikes noch brauchen und zu schätzen wissen.

    Nächster Stopp war erstmal der Kronan in Reykjanesbaer. Wir waren zwar geistig drauf vorbereitet, dennoch haben uns die Preise teilweise erstmal schockiert und zu Schnappatmung geführt:D.

    Nun ging es auf zur ersten Unterkunft...doch kurz vor Reykjavik ging die Öllampe am Auto an. Klasse! Später werden wir die Vermietung kontaktieren und die werden sagen wir sollen es ignorieren. Kommt bei Suzuki ständig vor...ahja :/

    Unsere erste Nacht verbringen wir im Hotel Laxarbakki bei Akranes. Inklusive Sauna und Hot Tub :love: .

    Das Zimmer ist schön und sauber. Auch die kleine Küchenzeile ist perfekt für unseren Zweck.

    Den Rest des Abends verbringen wir mit Kochen, dann ab in die Sauna und den Hot Tub. Hach wie schön das ist!

    Dann heißt es erstmal schlafen :sleeping:

  • 10.10.23

    Über Nacht war es frisch geworden und stürmisch, die Wettervorhersage war auch nicht grade prickelnd. Wir machen uns erstmal Frühstück und genießen den Ausblick auf eingezuckerte Berggipfel dazu.

    Unser Plan für heute war eine Wanderung zum Wasserfall Glymur. Allerdings sind wir uns unsicher ob das eine gute Idee ist. Die Strecke ist ja wohl nicht gerade ein Sonntagspaziergang. Bachquerungen und Wege an Abhängen sind bei Schnee und Sturm vielleicht nicht die beste Idee. Beim Check out fragen wir wie die Vorhersage für den Tag aussieht und ob die Dame die Wanderstrecke kennt. Leider nicht und der Sturm soll auch bleiben. Und nu? :/

    Wir beschließen erstmal zum Startpunkt zu fahren und dann zu entscheiden.

    Unterwegs stoppen wir an den "Beached Whalers" am Hvalfjördur. Dort bläst es wirklich heftig und wir müssen uns schon kräftig gegen den Wind stemmen =O . Der Nieselregen kommt von der Seite statt von oben.

    Obwohl wir im Unterbewusstsein schon unsere Entcheidung kennen, fahren wir trotzdem zum Parkplatz beim Glymur. Der Blick Richtung Berg sagt uns hier endgültig das es keine gute Idee ist hier zu wandern. Auch zwei deutsche Mädels die wir hier treffen, entscheiden sich wie wir dagegen. So entscheiden wir uns den Hvalfjördur vollends zu umrunden. Wir hatten immer wieder wahnsinnig tolle Ausblicke auf der Fahrt.

    Dann fahren wir weiter nach Akranes zum Leuchtturm. Hier bläst es immernoch so heftig, dass es schwer fällt die Kamera oder das Handy einigermaßen ruhig zu halten. Nach einer kurzen Vesperpause fahren wir weiter Richtung Snaefellsnes.

    Unseren ersten Stopp machen wir hier bei den Basaltsäulen von Gerduberg. Es graupelt und durch den Wind fühlt es sich im Gesicht an wie tausend Nadelstiche :rolleyes:

    Lange halten wir es nicht aus. Es ist WIRKLICH unangenehm! Wir fahren weiter zum Selvallafoss. Ein wirklich hübscher Wasserfall und die Natur leuchtet hier noch in allen Herbstfarben. Auch bläst hier "nur" noch der Wind.

    Nun steuern wir unsere Unterkunft für die nächsten Tage in Grundarfjördur an. Hier werden wir 3 Nächte bleiben. Das Stöd Guesthouse liegt recht unscheinbar im Hafen. Der Check in ist unkompliziert und die junge Dame die uns alles zeigt supernett. Unser Zimmer hat einen seitlichen Blick auf den Kirkjufell, perfekt! :thumbup:

    Da es noch nicht so spät ist und das Wetter bis auf den anhaltenden Sturm ok, fahren wir noch zum Kirkjufellsfoss. Allerdings sind wir geizig und parken am Viewpoint Parkplatz. Von hier sind es noch ca. 25 min zu Fuß zum Wasserfall, aber dafür kostenlos. Der kleine Spaziergang tut uns nach den vielen km im Auto auch gut.

    Das Motiv hier, welches natürlich jeder kennt, ist schon ein paar Aufnahmen wert. Markus sucht sich immer wieder neue Perspektiven und experimentiert mit Einstellungen und Filter. Ich genieße einfach die Aussicht und beobachte die Touristen. Schon Wahnsinn das einige meinen 20cm hinter der Absperrung ist das Foto besser als an der Absperrung :cursing:

    Langsam wird es durch den Wind doch frisch, die 4 Grad haben wir heute nicht überschritten, und wir fahren zurück zum Guesthouse.

    Dort kochen wir uns in der Gemeinschaftsküche noch eine bunte Kartoffelpfanne. Alle gehen rücksichtsvoll miteinander um, das sollte am übernächsten Abend leider anders werden... X/

    Den heutigen Abend lassen wir auf der Couch im Gemeinschaftsraum mit Spielen ausklingen.

    Zum Glück sieht die Wettervorhersage für morgen besser aus :thumbup:

    Achja zum Thema Auto... Unser Schlüssel wollte partout nur ab und zu funktionieren. Oft ließ sich das Auto nicht abschließen, was eher ungünstig ist. Wir riefen also nochmal bei 4x4 Icerental an. Aussage der Dame am Telefon: "You have to make Klack-Klack not Klack":/ . Ahja... im Laufe des nächsten Tages fanden wir heraus, dass erstens Klack-Klack auch nicht funktioniert und wir zweitens den kleinen Knopf am Türgriff drücken mussten um auf- oder abzuschließen. Hätte ja auch mal jemand sagen können :rolleyes:

  • 11.10.23

    Heute schlafen wir etwas länger und frühstücken in aller Ruhe. Gegen 10:30 Uhr fahren wir los Richtung Olafsvik um dann nach Süden abzubiegen.

    Unterwegs haben wir immer wieder einen tollen Blick auf den Snaefellsjökull

    Auf der Fahrt kommen wir an einem Bergsee vorbei, fast wären wir vorbeigefahren. Erst im letzten Moment fällt mir im Augenwinkel auf, dass er quasi wie ein Spiegel da liegt. Heute war es zum Glück windstill. Sofort fahren wir zurück und parken. Ich war kurz wirklich absolut sprachlos über diese Spiegelung!! Man konnte kaum erkennen wo der Berg aufhört und der See anfängt.

    Leider kommen mit uns vier asiatische Touristinnen an. Mit dieser Sorte sollten wir noch öfter Bekanntschaft machen...leider.

    Natürlich müssen die Damen ganz nach vorne ans Ufer. Dort wird das Plüschtierchen platziert und fotografiert. Selbstverständlich in diversen Posen. Weiter geht es mit Selfies bis zum abwinken. Dann wird gegenseitig fotografiert. So langsam werden die Holländer die mit uns ankamen und wir etwas genervt X(. Gerne hätten wir Fotos ohne bunte Punkte am Ufer. Dann unterhalten sich die Damen aufgeregt über die Fotos und vergleichen wie wild...natürlich weiter direkt am Ufer. Dann platzt mir der Kragen und ich frage freundlich aber dennoch deutlich ob sie ihren Kaffeeklatsch woanders fortsetzen können :cursing: . Die Holländer lächeln nur verständnisvoll ;).

    Endlich können wir unsere Fotos machen.

    Nun geht es weiter nach Arnarstapi. Von dort wollen wir die kleine Wanderung an der Küste entlang nach Hellnar machen. Am Aussichtspunkt machen wir noch ein paar Fotos und uns anschließend auf den Weg. Kaum jemand ist hier unterwegs und wir genießen die Ruhe und die Umgebung.

    In Hellnar wollten wir gerne in das Cafe Fjöruhusid. Leider ist es schon in der Winterpause. Also laufen wir noch etwas durch das kleine Örtchen bevor wir uns auf den Rückweg machen.

    In Arnarstapi sehen wir uns noch den Steinbogen Gatklettur an.

    Wir machen noch Fotos vom Steintroll bzw. würden es gerne. Auch hier stehen wieder andere herum die nach gemachten Fotos erst einmal wie irre auf dem Handy herumtippen. Wieder leicht angenervt, bitte ich irgendwann darum diese Tätigkeit doch woanders zu erledigen. X(

    So langsam wird es uns frisch da das Thermometer nur 3 Grad anzeigt. Im Auto gibt es einen Snack und dann geht es weiter zur Raudfeldsgja. Ein schöner Ort und auch nicht zuviel los.

    Da das Wetter heut viel besser ist als gestern und morgen auch wieder Sturm angesagt ist, packen wir in den Tag was geht. Also fahren wir weiter zum Ytri Tunga. Dort fahren wir schneller als wir es registriert haben durch die Kamera am Parkplatz. Ok, hier wussten wir eigentlich im Vorfeld das Parkgebühren anfallen.

    Wir haben Glück und es sind auch Seehunde da. Sie sind wirklich total putzig und einer schwimmt sogar ein Stück auf uns zu.

    Wir schauen dem lustigen Treiben eine Weile zu und gehen dann zurück zum Auto. Spontan beschließen wir noch zum Bjarnafoss zu fahren.

    Wir gehen bis zur Brücke. Dort sehen wir das ein paar ziemlich weit oben, direkt am Fuß des Wasserfalls sind. Nein, so weit gehen wir heute nicht mehr hoch...ja genau ;)

    Am Ende ist Markus ganz oben und ich genieße ein paar Meter weiter unten die Aussicht aufs Tal.

    Dann machen wir uns auf den Rückweg nach Grundarfjördur.

    Wir beschließen heute zur Abwechslung Essen zu gehen. Auf Google Maps finden wir das Harbour Café. Super gemütlich, Essen sehr lecker und Personal mega freundlich...mehr kann ich dazu nicht schreiben.

    Im Guesthouse spielen wir noch zum Tagesabschluß ein bisschen und fallen dann müde ins Bett.

  • Hey Sonja , da lese ich doch sehr gerne mit (ein bisschen was hatte ich ja schon gesehen ;) )

    Viele Grüße Heike

    Leider schon vorbei:

    MSC Armonia Östliches Mittelmeer 06/2011
    Costa Pacifica Metropolen der Ostsee 08/2013
    Mein Schiff 1 alt Hamburg trifft Mallorca 09/2015
    Mein Schiff 3 Südnorwegen mit Kopenhagen 08/2017

    Mein Schiff 1 Hamburg nach New York 08-09/2022

    Mein Schiff 7 Kanaren mit Madeira 12/2024 - 01/2025

    MSC Preciosa Norwegen mit Nordkap 06/2025

    Traumreise ohne Schiff:

    Mit dem Wohnmobil durch den Westen Kanadas 08/2018

  • 12.10.23

    Die Wettervorhersage behielt leider recht. Es war wieder seeehr stürmisch, das Thermometer schaffte nur die 2 Grad und am Nachmittag kam erst Regen dazu der dann in Schnee überging. Pfui Teufel!

    Aus dem Grund haben wir heute auch keine große Eile. Wir frühstücken wieder ganz in Ruhe und fast allein in der Küche. Hier in Grundarfjördur bleiben die meisten nur eine Nacht und fahren sehr früh weiter.

    Wir schaffen es gegen elf auf die Straße und fahren zuerst Richtung Svödufoss. Vom Parkplatz aus kämpfen wir uns mit aller Kraft gegen den Sturm voran zum Wasserfall. Auf dem Bild sieht man es schlechter als auf einem Video, aber der Satz "Vom Winde verweht" trifft es hier ziemlich exakt 8o

    Unser nächstes Ziel heißt Hellisandur, genauer gesagt die Murals.

    Die Bilder an den Wänden finden wir total schön und nachdem drei Damen aus dem asiatischen Raum endlich genug durchs Bild geturnt sind, können wir dann auch mal Fotos schießen :rolleyes:

    Geplant waren jetzt eigentlich ein paar Stopps an der Küste. Der heftige Sturm lässt uns diese Idee aber verwerfen. So heißt unser nächstes Ziel Saxholl Krater. Beim "Aufstieg" zum Kraterrand erfassen uns immer wieder Sturmböen und ich muss mich wirklich konzentrieren nicht weggeweht zu werden. Ganz wohl ist mir hier wirklich nicht! Der Krater ist natürlich total schön, aber Markus hüpft mir für meinen Geschmack viel zu nah am Rand herum =O. Ich bin dann doch etwas erleichtert als wir wieder unten sind.

    Es soll weitergehen zum Djupalonssandur und Londrangar. Je näher wir diesen Zielen aber kommen, umso schlechter wird das Wetter. Zum mittlerweile wirklich bösen Sturm kommt jetzt der Schneeregen dazu. Am Parkplatz beschließen wir das Unternehmen hier abzubrechen. Es macht weder Spaß noch Sinn bei dem Wetter weiter draußen rum zu marschieren.

    Wir fahren also weiter, durch Arnarstapi und die Südküste entlang. Für mich als Beifahrer sind die Sturmböen eine Zerreißprobe für meine Nerven. Man spürt den Sturm, kann aber nichts machen. Markus will über den Bergpass der 54, ich bin aber strickt dagegen. Road.is meldet nämlich mittlerweile "Spots of Ice", das brauche ich jetzt wirklich nicht auch noch. Er gibt nach und wir fahren weiter die Südküste entlang um dann die 56 Richtung Norden zu nehmen. Je weiter wir Richtung Osten kommen umso weniger wird das Schneegestöber. Wenigstens das! Da wir schonmal in der Ecke sind und quasi daran vorbei fahren, machen wir noch einen Abstecher zum Shark Museum. Das war zwar für morgen geplant, aber wir haben ja noch Zeit.

    Die kleine Erklärung wie der "Gammelhai" hergestellt wird ist sehr interessant. Beeindruckt hat mich die Haihaut. Rauer als jedes Schleifpapier das ich kenne.

    Dann kommt natürlich der Moment der Verkostung. Riechen tut es ja grauslig, die Konsistenz ist nicht ganz meines, aber der Geschmack ist weniger schlimm als ich gedacht hatte. Mein Leibgericht oder gar der Fernsehsnack wie uns erzählt wird, wird es aber sicher nicht.

    Im Trockenhaus wurde gerade am Wochenende davor erst wieder frisch aufgefüllt. Der Duft hinterm Haus war wirklich unbeschreiblich <X

    Jetzt reicht es für heute aber wirklich und wir fahren zurück zum Guesthouse. Dort machen wir uns zum aufwärmen einen Kaffee und spielen ein bisschen.

    Wir denken schon ans Kochen, als sich das Guesthouse schlagartig füllt. Eine gefühlte Busladung Chinesen ist angekommen. Es werden Tütenweise Lebensmittel in die Küche geschleppt. Dann geht es los...zu acht wird geschnippelt, mit sämtlichen Töpfen und Pfannen die die Küche hergibt hantiert, alle acht vorhandenen Herdplatten sind belegt. Es qualmt und dampft überall wie wild. Die Dunstabzüge bleiben aber aus, gibt es wohl zu Hause nicht. Stattdessen sitzt an jedem Fenster das zu öffnen ist, ein weiteres Mitglied der Gruppe und hält es auf. Das Szenario hat etwas von einem Schwarm Heuschrecken die über ein Feld herfällt 8| 8| .

    Wir beschließen das Kochen erstmal zu verschieben und flüchten in unser Zimmer. Wir duschen und wundern uns das es trotzdem im ganzen Zimmer noch nach Essen riecht. Eine Stunde später starten wir einen zweiten Kochversuch...als wir nach vorne kommen ist die Küche in bläulichem Dunst versunken, es sieht aus wie nach einem Bombenangriff, es sitzt immernoch an jedem Fenster ein "Lüfter", der Rest ist am essen. Die Lautstärke ist unbeschreiblich. Unser schockierter Blick spricht vermutlich Bände =O . Wir machen auf dem Absatz kehrt und verschieben unser Abendessen.

    Irgendwann hören wir geschäftiges Treiben und Geschnatter im Flur. Aha, sie sind fertig. Wir gehen also gegen 20 Uhr auf einen dritten Versuch in die Küche. Alle sind weg, es ist gespült, aber alles nur an der Spüle aufgestapelt. Das machen leider die meisten so, die Mama kommt sicher später und räumt alles weg X( .

    Wir schaffen es also doch noch zu einem Abendessen und spielen im Anschluß noch was. Später im Zimmer ist an schlafen noch nicht zu denken. Denn die chinesische Truppe ist zwar in ihren Zimmern, aber alle Türen stehen offen und es wird sich lautstark über den Flur hinweg unterhalten. Sowas haben wir echt noch nicht erlebt :cursing:

    Naja, irgendwann kehrt doch Ruhe ein und wir landen im Land der Träume.

  • uschisiggi und Joni

    Ich habe den Bericht schon nach der Reise im Islandforum eingestellt. Den Plan ihn hier auch einzustellen hatte ich schon länger. Jetzt habe ich endlich mal die Zeit und Muße dazu

    Und ich habe gedacht, Du schreibst das hier gerade mal so schnell runter ;) .

    Leider schon vorbei:

    MSC Armonia Östliches Mittelmeer 06/2011
    Costa Pacifica Metropolen der Ostsee 08/2013
    Mein Schiff 1 alt Hamburg trifft Mallorca 09/2015
    Mein Schiff 3 Südnorwegen mit Kopenhagen 08/2017

    Mein Schiff 1 Hamburg nach New York 08-09/2022

    Mein Schiff 7 Kanaren mit Madeira 12/2024 - 01/2025

    MSC Preciosa Norwegen mit Nordkap 06/2025

    Traumreise ohne Schiff:

    Mit dem Wohnmobil durch den Westen Kanadas 08/2018

  • 13.10.23

    Ebenso lautstark wie die Chinesen kamen, verlassen sie das Guesthouse um 6 Uhr morgens auch wieder. Wir drehen uns aber nochmal um und schlafen noch bis halb neun.

    Der Sturm hat sich verzogen und es scheint sogar die Sonne etwas durch. Allerdings schaffte es das Thermometer heute nicht aus dem Minusbereich heraus und es wird heute noch turbulent...

    Nach dem Frühstück packen wir unsere ganzen Habseligkeiten ins Auto und machen uns auf den Weg. Da wir das Shark Museum ja gestern reingepackt hatten bleibt heute Luft und wir nutzen die mit einem Abstecher zum Gudrunarlaug.

    Bei strahlendem Sonnenschein und -3 Grad Außentemperatur (wie verrückt kann man sein?), sitzen wir ganz allein im Becken und genießen die Winterlandschaft um uns herum. Verrückt aber echt genial!

    Als es am Kopf dann doch kühl wird ziehen wir uns im kleinen Häuschen wieder um. Hier sind wir echt ein bisschen enttäuscht. Es ist ziemlich versifft, die vollen Mülleimer werden hier über den Winter eingemottet und es riecht nicht ganz so lecker <X . Naja, dann beeilen wir uns eben.

    Auf der Weiterfahrt wollen wir zum Hvitserkur. Als wir von der 1 abbiegen ist das Wetter leider nicht mehr so schön wie noch eine Stunde vorher am Gudrunarlaug. Schneeregen setzt ein der immer mehr zu Schnee wird. Die Straße ist jetzt auch nicht gerade der Hit und wir haben ein paar Asiaten im Kleinwagen vor uns, deren Reifen irgendwann mehr durchdrehen als vorwärts rollen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir am Parkplatz an. Wir machen erstmal eine Vesperpause, denn was da übers Meer auf uns zukommt sieht nicht so einladend aus.

    Am Ende ist es aber nur ein kurzer Graupelschauer.

    Dann machen wir uns auf die Socken runter zum Strand um näher an den Fels heranzukommen. Unterwegs schauen auch ein paar Seehunde aus dem Wasser. Der Fels ist von unten deutlich beeindruckender als vom Aussichtspunkt.

    Weiter geht's... die Rückfahrt zur 1 ist zumindest von oben ohne Schnee, die Straße ist dank unserer Spikes aber gut machbar.

    Unser nächster Zwischenstopp ist der Kolugljufur. Hier im Norden ist es jetzt sehr winterlich, was aber wirklich seinen Reiz hat.

    Mittlerweile ist es später Nachmittag und wir haben bis zur nächsten Unterkunft noch ein Stück vor uns. Es fängt auf der Weiterfahrt wieder an zu schneien. Kilometer für Kilometer wird es schlechter.

    Auf einem Bergstück haben wir schon Bedenken irgendwann nicht mehr vorwärts zu kommen, oder einer unserer Vorausfahrer. Oder gar das die Strecke dicht gemacht wird.

    Dieses Schneetreiben ist der normale Mitteleuropäer eher nicht gewohnt =O.

    Als wir wortwörtlich übern Berg sind wird es schlagartig besser. Was waren wir dankbar über unsere Spikes!

    Gegen 19 Uhr haben wir es geschafft und wir kommen bei Evelyn auf ihrem Pferdehof bei Varmahlid an. Sie zeigt uns unser Cottage und wir richten uns erstmal häuslich ein. Dann gibt es Abendessen.

    Draußen ist es mittlerweile wirklich kalt und die Fenster des Cottage sind nicht ganz so dicht. Dann zieh ich eben noch was drüber ;) .

    Heute ist es sternenklar und wir schauen alle paar Minuten raus ob wir Nordlichter sehen. Zum Glück wurden wir von einer Freundin im Vorfeld aufgeklärt das es erst wie ein Nebel oder Schleierwolken aussieht. Ohne diesen Hinweis hätten wir es vielleicht verpasst :D. Dann waren sie aber da. :love:

    Manchem wird es nur ein Lächeln hervorrufen, aber wir waren total happy! Unsere ersten Nordlichter!!! :love: :love:

    Völlig durchgefroren gehen wir um Mitternacht ins Bett.

  • 14.10.

    Gestern war es ja spät und deshalb schlafen wir heute etwas länger.

    Es hatte über Nacht ein bisschen geregnet und unser weißes Auto hat zumindest zum Teil seinen Cappuccino-Ton den es seit gestern hatte wieder verloren :D .

    Das Wetter war eher bescheiden. Bewölkt und das Thermometer pendelt sich wieder um den Gefrierpunkt ein.

    Auf unsere Unterkunft Lytingsstadir bei Evelyn, sind wir über eine Fernsehdoku gestoßen. Sie bietet auf Ihrem Hof drei Cottages und Ausritte an. Wir hatten ein Kombipaket bei ihr gebucht.

    Ursprünglich war für heute eine Fahrt ins Hochland zum Kerlingarfjöll geplant. Diesen Plan hatten wir aufgrund der Wetterlage und -vorhersage schon vor Tagen verworfen. Plan B ist die Umrundung der Halbinsel Tröllaskagi. Wegen der Straßenverhältnisse rät uns Evelyn aber auch davon ab. Dann wird das heute wohl ein ruhiger Tag.

    Für unseren geplanten Ausritt morgen früh sieht es auch eher schlecht aus. Die Pferde sind noch oben auf der Weide und haben noch keine Wintereisen. Der Boden ist auch gefroren und so ist es doch nicht ungefährlich für Pferd und Reiter. Evelyn möchte aber den Tag und die Wetterentwicklung abwarten.

    Bei uns macht sich doch Enttäuschung breit :( , wir hatten uns sehr auf den Ausritt gefreut. Aber jetzt warten wir mal ab.

    Für heute fahren wir erstmal zum Reyjafoss ganz in der Nähe. Der gefällt uns wirklich gut durch die Stufen die in unterschiedliche Richtungen führen.

    Am Wasserfall kommt eine Gruppe Reiter vorbei. Da kommt uns die Idee doch einfach mal zu fragen ob sie noch Plätze für morgen frei haben. Das Mädel von Hesta Sport meinte es gäbe noch frei Plätze und wir sollten doch an der Rezi in Varmahlid nachfragen. Eine Option für uns?

    Erstmal fahren wir nach Saudarkrokur um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Wir gehen noch an den Strand, der aber hier wenig spektakulär um nicht zu sagen langweilig ist. Im Ort schauen wir kurz im Museum "1238 Battle of Iceland" vorbei. Aber eigentlich nur um an der Tourist Info nach den "Highlights" im Ort zu fragen :S, die es im Prinzip nicht gibt ;). Die junge Dame dort ist eine Studentin aus Deutschland mit der wir uns dann etwas unterhalten. Sie gibt uns noch Tipps wann und wo ihrer Meinung nach Whale Watching lohnt.

    Am frühen Nachmittag fahren wir zurück und machen in Varmahlid den Stopp bei Hesta Sport. Auch hier treffen wir wieder auf eine gebürtige Deutsche. Es gibt für den nächsten Tag noch zwei Plätze für den Ausritt um 10 Uhr. Machen oder nicht? Wir sagen ihr ganz ehrlich wie die Situation mit dem anderen Ausritt bei Evelyn ist und wir natürlich ihr den Vorrang lassen möchten. Sie versteht das, kann uns aber natürlich nicht versprechen das die Plätze in zwei Stunden noch verfügbar sind. Wir entscheiden uns fürs pokern.

    Zurück in Lytingsstadir holen wir uns bei Evelyn zwei Audioguides für ihre Torfhäuser auf dem Hof. Bei dieser Gelegenheit fragen wir nochmal nach. Da es den ganzen Tag um den Gefrierpunkt geblieben war, wird es nicht funktionieren. Sehr schade aber nicht zu ändern. So greift dann eben Plan B und wir melden uns bei Hesta Sport an. Die Plätze sind noch frei und wir freuen uns riesig.

    Jetzt wird es aber Zeit die Torfhäuser zu besichtigen. Der Audioguide führt uns durch und es ist total interessant. Die Häuser sind selbst gebaut unter Anleitung einem DER Profis auf Island. Der Name ist mir leider entfallen.

    Wiedermal ziemlich durchgefroren verziehen wir uns ins Cottage und trinken Kaffee.

    Den Rest des Tages und Abends verbringen wir mit der üblichen Routine, die ihr jetzt auch schon kennt ;) ...Spielen und Abendessen.

    Heut geht's etwas früher ins Bett da wir morgen ja das Date mit den vierbeinigen Isländer haben.

    Wo ist eigentlich der Smiley mit dem Islandpferd??? 8o

  • 15.10.23

    Heute ist wieder Reisetag und es ist bewölkt. Das Thermometer schafft es in den Plusbereich, wenn auch nicht viel, allerdings haben wir Vormittags ein bisschen Nieselregen.

    Nachdem alles im Auto verstaut ist geht es um 9 Uhr Richtung Varmahlid zu Hesta Sport. Die Dame von gestern freut sich mit uns das es geklappt hat. Nachdem alle Gruppenteilnehmer eingetrudelt sind werden wir zum Stall, der in der Nähe des Reykjafoss ist, geschickt. Dort werden wir von zwei netten Mädels, ebenfalls aus Deutschland, in Empfang genommen. Die rüsten uns erstmal mit Regenkleidung und Helm aus. Hat schon was von Straßenarbeitern :D

    Ist aber äußerst zweckmäßig :thumbup:.

    Dann bläuen uns die Mädels ein, dass es Unglück bringt wenn man den Namen seines Pferdes nicht weiß. Natürlich merken wir uns den alle gut, mein hübscher hellbrauner Begleiter heißt Mön. Vermutlich schreibt man es anders, aber da habe ich nicht nachgefragt ;) . Markus grauer Isländer heißt Bokki...wie passend sage ich nur :P .

    Dann geht es los. Begauf, bergab, erst langsam, dann auch mal schneller. Auch getöltet wird zwischendurch. Wir reiten durch den Fluß und schließlich zum Reykjafoss. Dort gibt es ein obligatorisches Erinnerungsfoto.


    Nach 1 1/2 Stunden geht es zurück zum Stall. Beim absteigen merke ich wie durchgefroren und steif ich jetzt bin ?(. Jeder darf seinem Pferd noch ein Leckerli geben, streicheln Fotos machen, usw. Dann schälen wir uns mühsam aus der Regenkleidung. Das Angebot, an der Rezeption in Varmahlid noch mal die Toiletten zu nutzen und eine heiße Schoki zu trinken, nehmen wir gerne an.

    Dann heißt es für uns, weiter geht's. Unsere nächste Unterkunft, Storu Laugar, liegt in Laugar, ca. 140km entfernt.

    Auf dem Weg ist nicht viel geplant und so entscheiden wir spontan einen Stopp am Godafoss einzulegen. Wir kennen ihn schon von unserem ersten Stopp auf Island, während einer Kreuzfahrt im Jahr 2017. Da waren wir aber im August dort und jetzt wollten wir den Godafoss evtl. vereist erleben. Wir stellen fest das sich hier einiges verändert hat. Wo wir 2017 noch mit unseren Töchtern über Steine geklettert sind, gibt es jetzt gut ausgebaute Wege und einen Parkplatz. Sogar ohne Parkgebühr :D, das Thema wird uns nämlich im Verlauf der Reise noch beschäftigen und auch ärgern...

    Der Godafoss ist nicht ganz so vereist wie erhofft, aber trotzdem ganz anders als damals und wunderschön!

    Jetzt geht es auf direktem Weg in die Unterkunft. Wir checken aber nur kurz ein und stellen das Gepäck ab. Auf den ersten Blick gefällt es uns hier sehr gut. Wir sind von Elfen gut behütet und entspannen können wir auch.

    Der Tag ist ja noch jung und deshalb fahren wir weiter Richtung Myvatn. Ziel ist die kleine "Insel" Höfdi. Ich frage mich an diesem Abend noch des öfteren, wie wir dieses Juwel 2017 quasi übersehen konnten. Dimmuborgir, Pseudokrater, Hverir... alles haben wir gesehen und sind zielsicher an Höfdi vorbeigefahren. Aber jetzt erkunden wir diesen schönen Ort ganz allein. Niemand sonst ist hier und die Insel schön verschneit.

    Als die Sonne langsam untergeht machen wir uns auf den Rückweg.

    In Laugar gibt es ein Restaurant das wir heute ausprobieren. Es ist wirklich gut hier und da die Kochmöglichkeit in unserer Unterkunft nicht so der Hit ist, was wir aber wussten, beschließen wir an einem der nächsten zwei Abende nochmal zu kommen.

    Doch jetzt...ruft uns der Hot Tub :love:

    Den haben wir 1 1/2 Stunden ganz für uns allein. Bevor uns dann womöglich Schwimmhäute wachsen, gehen wir zurück ins Zimmer, lesen noch ein bisschen und entschwinden dann ins Land der Träume.

  • 16.10.23

    Zum ersten Mal auf unserer Reise haben wir in dieser Unterkunft Frühstück mit dabei. Darauf freue vor allem ich mich sehr. Im Normalfall kommt für mich Selbstverpflegung im Urlaub nicht in Frage. Wenn die Verpflegung nicht eh dabei ist, gehen wir Frühstücken und Abendessen, sonst ist es für mich kein Urlaub. Grund dafür ist mein Job. Ich arbeite in einer Kantine, da habe ich das ganze Jahr tagein, tagaus, kochen, spülen und wieder sauber machen. In diesem Urlaub mache ich die große Ausnahme, da ich das Geld lieber in tolle Aktivitäten stecke.

    Also, auf geht's zum Frühstücksbuffet. Es gibt alles was man braucht, ausser... Skyr =O. Das finden wir dann doch ungewöhnlich. Satt werden wir natürlich trotzdem :thumbup: .

    Eigentlich wollen wir heute zum Dettifoss und zur Asbyrgi. Die Straßenkarte bei Road.is zeigt uns das die anvisierte Ostroute gesperrt ist. Auch die Westroute ist ab der Abzweigung zum Dettifoss nach Norden gesperrt, nach Süden wird "Wet snow" angezeigt. Asbyrgi wird also auf einfachem Weg eher nichts. Wir fragen unsere Gastgeberin und (ich vermute) ihren Mann, ob die Strecke zum Dettifoss machbar ist. Ja, das ist kein Problem. Ok, und Asbyrgi? Der nette Herr zückt das Handy und ruft, weiß der Geier wo, an. Dettifoss-Asbyrgi wird nicht gehen. Asbyrgi geht nur vom Norden her. Ok, dann fällt Asbyrgi wohl eher aus. Der Umweg wäre schon sehr zeitaufwändig. Außerdem wollten wir dort gerne wandern, aber bei 20 cm Schnee auch kein Spaß, zumindest für uns.

    Wir fahren also erstmal los Richtung Dettifoss. Das Wetter ist noch unentschlossen was es will. Morgens noch Nebel, Mittags bewölkt, Nachmittags dann Sonne. Mehr als zwei Grad erreichen wir heute trotzdem wieder nicht.

    Auf der Ringstraße ist alles noch prima, dann geht es aber auf die 862 Richtung Dettifoss...es waren die schlimmsten Kilometer dieses Urlaubs 8| =O . Zumindest für mich als Beifahrer, Markus fand das alles nicht so schlimm. Über 24km geht es permanent über 15cm Schneematsch vom feinsten. Oft mit nur drei Fahrrillen...wehe es kommt Gegenverkehr =O und der kommt natürlich!! Wir schwimmen und schlingern mehr als das wir fahren. Das ist aber wohl nur mein Beifahrergefühl...ich habe Blut und Wasser geschwitzt sag ich euch 8| .

    Aber scheinbar kein Problem, hier ist alles unterwegs. Vom normalen PKW, über diverse Campergrößen bis zum Reisebus.

    Irgendwann kommen wir aber zum Glück an. Alles ist tief verschneit, den Weg zum Wasserfall finden wir aber trotzdem.

    Den Dettifoss kann ich persönlich irgendwie nicht einordnen. Das Tosen und Donnern ist unglaublich beeindrucken! Der Schnee drumherum ist ganz grau und schwarz von der Gischt die allerhand Material in die Luft befördert! Die Kräfte die hier am Werk sind, sind auch etwas furchteinflösend. ABER schön finde ich ihn eigentlich nicht. Weder die Umgebung noch den Wassefall selbst. Keine Stufen, Höhlen dahinter oder Gesteinsfarben und -formen. Dieser Wasserfall beeindruckt rein durch seine Kraft.

    Natürlich gehen wir noch weiter zum Selfoss. Leider kommt man nicht ganz so nah ran, da der Weg abgesperrt ist. Auch zum Hafragilsfoss ist der Weg leider gesperrt.

    Nach zwei Stunden gehen wir zurück zum Auto. An der 862 überlegt Markus ernsthaft Richtung Asbyrgi zu fahren, die Straße ist nicht gesperrt. Ich zeige ihm den Vogel und wehre mich mit Händen und Füßen :cursing: .

    Zähneknirschend gibt er nach ;)

    Die 20km die bis zur Ringstraße noch vor uns liegen, reichen mir dann auch wieder. Da wir ja aber noch Zeit haben, stoppen wir dann schließlich noch bei den faulen Eiern bei Hverir.

    Hier machen wir mal wieder mit den Kameras und Parkgebühren Bekanntschaft X( . Weiß eigentlich jemand ob Knöllchen gekommen wären, wenn wir nicht bezahlt hätten? Ich kann mir nicht vorstellen das bei der Menge Besucher einer Knöllchen verschickt. Markus und ich diskutieren das die nächsten Tage immer wieder.

    Das Wetter ist mittlerweile wirklich schön geworden und dieser Ort, wie auch schon 2017, total faszinierend. Blubbern, zischen, dampfen, stinken,...ganz wie in Teufels Küche.

    Je näher wir dann aber Richtung Laugar kommen, umso nebliger wird es.

    Unser Abendessen ist heute ein wahrer Gaumenschmaus <X . Es gibt Couscous aus der Tüte. Den hatten wir gekauft da wir die Mitteilung hatten, dass es nur einen Wasserkocher und eine Mikrowelle in der Unterkunft gibt. Vor Ort haben wir dann auch noch eine Induktionsplatte, aber der Couscous muss ja auch weg :D.

    Dann kommt mein Lieblings-Tagesordnungspunkt...der Hot Tub. Den haben wir wieder für uns allein :thumbup:

    Im Bett diskutieren wir ob Whale Watching morgen sein soll oder erst übermorgen. Wir entscheiden uns für morgen und buchen noch kurz Tickets bevor wir uns einkuscheln :sleeping:

    Einmal editiert, zuletzt von Sonja (2. Februar 2024 um 21:43)

  • 17.10.23

    Heute steht eines unserer Highlights auf dem Programm, Whale Watching. Leider waren uns die großen Wale im Januar auf Dominica nicht wohlgesonnen und wir sahen "nur" Delfine. Aber heute, so hofften wir, soll es klappen.

    Deshalb stehen wir heute früh auf und sind um 8 Uhr schon beim Frühstück. Nicht ganz so günstig wie wir schnell feststellen. Gestern waren wir fast alleine hier, heute bevölkert eine Reisegruppe aus Griechenland lautstark den Frühstücksraum. Naja, Augen zu und durch.

    Um 8:45 Uhr starten wir dann Richtung Husavik. Die Straßenverhältnisse sind gut und wir sind pünktlich dort. Unterwegs überholen uns mehrere Autos, die zu der griechischen Reisegruppe gehören. Na hoffentlich gehen die nicht auch zum Whale Watching sagt Markus noch.... =O. NATÜRLICH gehen sie auch zum Whale Watching und NATÜRLICH auch mit Gentle Giants wie wir :D . Aber der Dampfer ist ja groß genug ;). Ausserdem vergeht so einigen von ihnen bald das Lachen...

    Auf der Fahrt sage ich zu Markus noch, mal sehen wieviele die Fische füttern...ach Quatsch meint er...ja genau :S. Beim Abholen der Tickets weißt uns die Dame darauf hin das es in der Bucht Südwind geben wird und es auch schaukeln könnte. Wir lächeln und nicken, nichts was uns Bauchschmerzen macht. Wir hatten auf unseren Kreuzfahrten und Bootsausflügen schon anderen Seegang, ohne das es uns auch nur flau wurde. Ich bezeichne uns mal als seefest ;).

    Am Schiff erhält jeder einen warmen Overall und Regenschutz. Verpackt wie ein buntes Michelinmännchen und insgesamt sechs Schichten Kleidung geht es raus in die Skjalfandibucht. Das wird ja hoffentlich reichen :D

    Wir sind kaum 10 Minuten unterwegs, als sich der erste Grieche des Frühstücks entledigt <X. Mindestens vier oder fünf weitere Mitreisende folgen ihm im Verlauf der Tour.

    Fast zeitgleich tauchen die ersten Wale auf :love:. Ein weiterer Traum geht in Erfüllung! Was die nächsten gut 2 Stunden folgt übertrifft meine Erwartungen. Zwar sind es bis auf eine Ausnahme alles Buckelwale und vermutlich auch oft die Selben, aber das interessiert mich ÜBERHAUPT nicht! Diese Ruhe und Eleganz die diese Tiere ausstrahlen beeindruckt mich unglaublich. Ich bin absolut im Glück und den Tränen nahe. Auch jetzt beim schreiben wieder :S. Als dann zweimal einer direkt neben dem Boot auftaucht bin ich komplett sprachlos. Ein pusten direkt neben mir und Zack ist er da! WAHNSINN!!!

  • Ich könnte hier noch stundenlang rumschippern und die Wale beobachten. Kurz vor der Rückfahrt taucht noch ein Zergwal auf. Bis wir die Kamera gezückt haben, ist er aber auch schon wieder weg. Egal, wir sind happy und es geht zurück an Land.

    Mit der Buchung bei Gentle Giants bekommt man in einigen Geschäften, Cafés und Restaurants in Husavik Rabatte. So auch im Bistro Lokal gleich gegenüber. Dort gönnen wir uns jetzt eine heiße Schokolade, mmmmh.

    Ich möchte gerne ins Whale Museum, welches ja nur wenige Meter weiter ist. Das Museum ist sehr interessant. Cool wäre ein Audioguide oder per App auf dem Handy, dann hätte ich auch den letzten Rest verstanden. Mein Englisch ist schon ganz ok, aber eben nicht perfekt.

    Besonders beeindruckend ist natürlich das Skelett des Blauwals.

    Im oberen Stock gibt es einen kleinen "Kinosaal". Dort läuft ein Film über den Walfang bzw. Grind auf den Färöer. Wir schauen uns den ganzen Film an und ich bin anschließend sehr nachdenklich. Die Bilder sind schon heftig, aber auch Bilder aus deutschen Schlachthäusern sind heftig. Sind wir tatsächlich besser wenn wir nur Schweine, Hühner und Rinder schlachten? Ich bin kein Vegetarier und in der Landwirtschaft aufgewachsen, töten der Tiere gehörte ganz selbstverständlich dazu. Aus Tradition zu töten ist natürlich nochmal eine andere Hausnummer. Wale sind natürlich auch deutlich gefärdeter als Schwein, Huhn und Rind, aber tot ist tot. Wie gesagt, ich bin sehr nachdenklich und auch innerlich zerrissen.

    An der Kasse des Museums fragen wir nach dem Weg zum Fels Gatanöf. Der ist zwar nicht weit von hier, aber die Dame kennt ihn nicht und kann uns auch nicht wirklich weiterhelfen. Also fahren wir mal los. Nach einem Fabrikgebäude nördlich von Husavik biegen wir auf einen Feldweg ein. Ein paar Meter weiter stellen wir das Auto ab und laufen in die mutmaßlich richtige Richtung an den Viehweiden entlang. Tatsächlich sehen wir ihn dann auch bald. Irgendwie sah er auf den Bildern aber imposanter aus. Wir klettern noch runter an den Strand um ein paar Fotos zu machen. Das Wetter ist mittlerweile aber eher ungemütlich geworden und der Wind pfeift uns ordentlich um die Ohren. Also geht es zurück zum Auto.

    In Husavik besorgen wir noch ein paar Kleinigkeiten im Netto. Nächster Stopp ist die Vinbudin. Dort besorge ich drei Flaschen Bier für meine Kollegin. Die macht ihrem Mann immer einen Bier-Adventskalender und hatte mich um drei Flaschen aus Island gebeten. Quasi das Highlight ;).

    Heute essen wir auf dem Rückweg nochmal im Dalakoffin in Laugar. Es war wieder sehr lecker, wenn auch nur Burger.

    Ihr erratet sicher wo wir die nächsten 1 1/2 Stunden verbringen...genau, im Hot Tub. Wieder ganz allein und in himmlischer Ruhe. Genau richtig nach diesem eindrucksreichen Tag.

    Dann heißt es mal wieder packen, morgen geht es weiter in den Osten.

  • 18.10.23

    Heute gehen wir wieder erst später frühstücken, so ist es wieder ruhiger ;).

    Dann packen wir den Rest zusammen und starten in den bewölkten Tag. Es bleibt heute mit 3 bis sechs Grad, im Vergleich zu den Tagen davor, angenehm.

    Die Fahrt nach Egilsstadir verläuft reibungslos. Doch bevor wir dort ankommen ist ein Stopp an der Studlagil Schlucht. Der Wanderführer rät uns am Gehöft Klaustursel zu parken. Das letzte Stück ist wohl sehr holprig. Im Nachhinein fragen wir uns was für ein beknackter Rat das ist :/. Die Strecke ist einwandfrei zu fahren, alle außer uns tun das auch :D und landschaftlich sind die knapp 2km auch nicht überragend. Ok, so hatten wir wenigstens Bewegung ;).

    Nach dem hinteren Parkplatz kommt man gleich zum Studlafoss und ab hier ist dann auch ein bisschen mehr los. Markus macht erstmal einige Aufnahmen des Wasserfalls. Links und rechts ist er noch ziemlich vereist und hat so eine ganz besondere Wirkung.

    Wir folgen weiter dem Wanderweg am Fluß entlang. Es ist teilweise schon noch ziemlich vereist und verschneit. Ob wir so wohl in die Schlucht runtersteigen können? Wir werden uns die Sachen mal anschauen und uns dann entscheiden. Dann kommt die Schlucht in Sicht und unsere ersten Gedanken sind "Das ist ja wie am Giant's Causeway" :D.

    Wir sehen schon von weitem das andere bis hinunter in die Schlucht steigen, das ist ja schonmal vielversprechend. Wir gehen bis an den oberen Rand weiter und steigen dann mal ein Stück hinunter. Wir achten schon sehr auf unsere Schritte da es wahlweise rutschig oder matschig ist und natürlich jede Menge Steine zu überklettern sind. Links und rechts von uns gibt es auch noch einiges zu bestaunen.

    Wunderschön hier unten! Oben hatte die Schlucht uns noch nicht im Bann, aber spätestens als wir jetzt ganz hinunterklettern ist es um uns geschehen :love:. Der Abstieg ab hier ist auch nur noch halb so wild. Unten angekommen halten gerade drei Asiaten ihre "Insta-Fotosession" ab X/. Da wir ja höflich sind und auch nicht möchten das uns jemand durchs Bild latscht, warten wir... und warten... und warten... X(. Nach fast zehn Minuten ist aber wirklich Schluß mit lustig! Wir laufen unbeeindruckt an ihnen vorbei und fangen an selbst unsere Bilder zu machen. Das finden die drei irgendwie gar nicht lustig, war uns jetzt aber echt schnuppe.

    Einfach toll hier! Wir verlassen den unteren Teil Schlucht damit auch andere hinunter können. Ein bisschen oberhalb bleiben wir aber noch, um den Ort noch etwas zu genießen. Dann wird es auch irgendwann Zeit zurück zu gehen.

    Auf der Weiterfahrt nach Egilsstadir stoppen wir noch am Rjukandafoss direkt an der 1. Wir sind mal wieder allein, perfekt.

    Kurz nach fünf kommen wir am Gistihusid Lake Hotel Egilsstadir an. Hier werden wir zwei Nächte bleiben, checken ein und beziehen unser Zimmer im Untergeschoss. Hier gibt es ein tolles Restaurant im Hotel. Zur Feier des Tages, denn heute ist "Bergfest", reservieren wir uns einen Tisch. Wir bestellen jeder zwei Gänge und es war wirklich der Hammer!!

  • Der Höhepunkt sollte heute aber erst noch kommen. Die Polarlichtapp sagte Gutes vorraus und wir checken im fünf Minutentakt die Wolkenlage. Gegen 22 Uhr sehen wir die ersten Schleier. Schnell anziehen, Kamera schnappen und nichts wie runter zum See. Hier haben wir Dunkelheit Richtung Norden und trotzdem den See im Vordergrund. Was jetzt passiert ist einfach Wahnsinn! Um es mit den Worten der Amerikaner die später dazukommen auszudrücken...HOLY SHIT :D

    Die Lichter kommen... sie bleiben... sie leuchten... sie tanzen, einfach unglaublich.

    Nach zwei Stunden sind wir so voller Eindrücke und Glückshormonen, dass wir ins Bett müssen ;).

  • 19.10.23

    Heute verheißt uns die Wettervorhersage einen bewölkten Tag bei 5 bis 8 Grad. Regen soll es zum Glück nicht geben.

    Nach dem wirklich tollen Frühstück fahren wir am Ostufer des Lagarfljot entlang Richtung Süden. Unser erstes Ziel heute ist der Hengifoss. Gegen 10:15 Uhr kommen wir am Parkplatz an. Das Besucherzentrum dort ist immernoch im Bau. Was man bisher sieht und wie es fertig aussehen soll gefällt uns.

    Außer uns sind noch ca. 10 weitere Fahrzeuge am Parkplatz, also nicht zu überfüllt. Unser Ziel sehen wir schon in der Ferne.

    Unterwegs kommen wir am Litlanesfoss vorbei.

    Der Weg zum Hengifoss wird zunehmend abenteuerlicher! Was der Isländer so Wanderwege nennt...

    Highlight natürlich die Bachquerung, Markus hat am Ende dann doch feuchte Socken, da er manche Stelle falsch eingeschätzt hatte.

    Oben angekommen schütteln wir nur den Kopf über eine Gruppe, die meint sämtliche Hinweisschilder auf möglichen Steinschlag ignorieren zu müssen. Als ob der Wasserfall drei Meter weiter vorne soviel anders aussehen würde. So etwas werde ich nie verstehen.

    Jetzt schauen wir uns erstmal am Hengifoss satt. Ein bisschen Sonne würde die roten Streifen natürlich noch schön zum leuchten bringen... aber das Leben ist kein Wunschkonzert ;).

    Auf dem Weg nach unten brechen Sonnenstrahlen durch die Wolken und ergeben ein tolles Bild über dem See. Dann sehen wir, wie die Sonne durch ein Wolkenloch über den Berg Richtung Hengifoss zieht. Leider sind wir schon etwas weiter weg, aber wir warten trotzdem bis die Strahlen den Wasserfall erreichen.

    Der Moment ist ganz kurz, aber der Wasserfall leuchtet wunderschön!

    Mittlerweile ist es schon 13 Uhr und Zeit für einen Snack. Unsere Must see Pläne haben wir nun "abgearbeitet". So fahren wir am Westufer wieder Richtung Egilsstadir und dann weiter Richtung Seydisfjördur. Auf dem Weg stoppen wir am Gufufoss.

  • In Seydisfjördur fahren wir zuerst zum Budareyrarfoss. Der Zugang hier scheint fast neu angelegt zu sein, wir wählen die rechte Seite. Recht schnell merken wir das es die Falsche ist, weil man links weiter hoch kann. Brücke gibt es keine und nochmal komplett runter und wieder rauf...dazu haben wir keine Lust. Also queren wir mal wieder den Bach. Dieses Mal aber ohne feuchte Socken :D. Ein Weilchen verbringen wir hier und genießen auch den Ausblick über Seydisfjördur und den Fjord.

    Die üblichen Touristenbilder sind schnell gemacht, da Seydisfjördur ja wirklich übersichtlich ist. Aber auch wirklich hübsch.

    In der Nähe des Wasserfalls entdecken wir eine Fotowand mit Informationen zum Erdrutsch im Jahr 2020. Es dauert einen Moment bis wir den Ort des Geschehens zuordnen können. Wenn man die Tafel betrachtet ist der nämlich genau hinter einem. Die Bilder sind schon erschreckend. Man merkt wieder Mal das der Mensch eigentlich gegen die Natur nichts auszurichten hat! Die Bilder werden bei mir am nächsten Tag noch nachwirken...

    Wir fahren zurück nach Egilsstadir. Einkaufen steht auf dem Plan. In der nächsten Unterkunft sind die Einkaufs- und Essensmöglichkeiten quasi nicht vorhanden. Tanken müssen wir auch noch, denn morgen steht unser längster Streckenabschnitt an.

    Abendessen gehen wir heute im Salt Bistro. Hier soll es Rentierburger geben, den wollte ich unbedingt probieren. Im Café dann die Ernüchterung...Rentierburger ist aus. Schade X/. Ich werde aber trotzdem satt.

    Nach dem tollen Erlebnis gestern Abend, hoffen wir natürlich wieder auf Nordlichter. Heute haben wir aber kein Glück.

    Dann spielen und lesen wir noch etwas und gehen etwas früher ins Bett.

  • 20.10.23

    Heute morgen checke ich zuerst mal die Wettervorhersage. Für unsere Strecke ist einiges an Regen vorhergesagt. Dann checke ich noch Safetravel...das hätte ich mal lieber nicht getan. Von Reykjavik bis Djupivogur ist "heavy rain" und "possibility of landslides" gemeldet. Sofort habe ich das Bild von Seydisfjördur im Kopf.

    Irgendwie kann ich das Frühstück heute nicht genießen ?(, obwohl es wieder wirklich klasse ist. Safetravel hin oder her, irgendwie müssen wir ja zur nächsten Unterkunft. Deshalb fahren wir gegen 9:30 Uhr los.

    Das Wetter bleibt den Tag über ganz ok, bewölkt, zeitweise etwas Nieselregen bei 6 Grad.

    Viel ist für heute nicht eingeplant, da wir ja auch noch gut 370km zurücklegen müssen. Wir folgen erst einmal der Ringstraße. Zwischen Djupivogur und Höfn hält Markus an um ein paar Fotos zu machen. Am Berg sehe ich in der Ferne Tiere, aber was sind das für Tiere? Pferde?...nein passt nicht von der Form. Kühe?...nein die bewegen sich anders. Wir haben keine Ahnung. Wenige Kilometer weiter kommen wir an einer handvoll Rentiere vorbei und da fällt es uns wie Schuppen von den Augen :S. Wieder ein paar Kilometer weiter sehen wir die gleiche Fellfarbe wieder am Hang. Praktischerweise gleich neben einer kleinen Haltebucht, natürlich fahren wir raus. Wir sind nicht die ersten die die Tiere gesehen haben. Eine ganze Weile stehen wir alle so da und schauen den Rentieren beim grasen zu. Bis sie schließlich über den Gipfel verschwinden.

    Im Verlauf der Fahrt denke ich immer wieder an die Erdrutschbilder, wenn wir an hohen Hängen mit jeder Menge losem Gestein vorbeifahren. Wohl ist mir auf diesem Streckenabschnitt nicht.

    Wir fahren weiter bis zum Abzweig zum Strand von Stokksnes. Auf dieses Motiv freue ich mich schon lange. Das Wetter ist leider nicht ganz so der Hit, aber lassen wir uns überraschen. Am Ende bin ich wirklich überrascht! Der Berg sieht sogar bei diesem Wetter fantastisch aus. Mystisch, geheimnisvoll, Respekt einflößend... Nur eine handvoll anderer Besucher sind hier.

    Wir fahren bis zur Absperrung am Leuchtturm weiter und laufen von dort bis ganz nach vorne. Gerne wären wir eine größere Runde gegangen, das lässt mein Rheuma heute aber leider nicht zu. Wir haben die nächsten Tage viel vor und das möchte ich nicht gefährden.

    Dann fahren wir natürlich noch zum Viking Village. Ich hatte ja schon viel gehört und gelesen, aber das es so heruntergekommen ist hatten wir nicht erwartet. Gelohnt hat es sich unter keinen Umständen.

    Auf unserem Weg nach Svinafell, wo unsere nächste Unterkunft ist, kommen wir dann an der Jökulsarlon vorbei. Wir haben noch Zeit und halten hier deshalb an. Die erste Reaktion als wir auf den Parkplatz einbiegen ist "WOW!". Da wir jetzt ja eh schon durch die Parkplatzkamera gefahren sind können wir auch aussteigen. Das Wetter ist wirklich ungemütlich und der Gletscher nicht mal zu erahnen. Aber die Eisberge leuchten in den schönsten Farben.

    Auch ein paar Robben zeigen sich. Langsam wird es aber dunkler und wir fahren weiter.

    In Svinafell ist unsere Unterkunft "The Potatoe Storage". Mit Abstand die beste Unterkunft unserer Reise.

    Wir werden fast schon erwartet, denn Regina kommt sofort aus dem Haus als wir ankommen. Sie zeigt uns alles genau und dann packen wir aus. Anschließend kochen wir uns was leckeres. Die Küche ist top ausgestattet.

    Natürlich schauen wir auch immer wieder nach Nordlichtern, denn die App macht uns Hoffnung. Es lässt sich auch ein bisschen was erahnen, aber nicht so spektakulär. Ausserdem geht Markus unser Schweizer Nachbar gewaltig auf die Nerven. Der tigert ständig von A nach B und versucht Fotos zu machen. Dabei latscht er dauernd durchs Bild :cursing: .

    Wir verziehen uns dann doch wieder nach drinnen und spielen noch etwas. Aber die lange Fahrt fordert ihren Tribut und wir schlummern bald hinweg.