Fazit
Hotel.
Das Hotel Laponia ist ein 3-Sterne-Hotel im skandinavisch-rustikalen
Stil. Mit rund 200 Zimmern ist es das größte am Ort. Es bietet 2
Restaurants, von denen eins im Winter geschlossen ist sowie ein Pub,
das abends ein paar Stunden geöffnet ist. Zur Ausstattung gehören
noch ein kleiner Swimmingpool, 2 Saunen: eine für Männer und eine
für Frauen sowie ein kleiner Fitnessraum. Überall im Haus verteilt
sind gemütliche Sitzecken.
Das
Publikum ist sehr gemischt: von Jung bis Alt waren alle Altersgruppen
vertreten, die meisten Gäste derzeit sprachen deutsch. Durch das
große Angebot an Wintersportaktivitäten waren viele jüngere Leute
hier. Jetzt über Silvester war das Haus wohl ausgebucht. Was z.B.
dazu führte, dass die öffentlichen Sitzplätze so gut wie immer von
größeren Gruppen okkupiert waren und auch die Sauna häufig mit 6
Frauen voll besetzt war. Aber wir waren viel unterwegs, und so haben
wir uns nach dem Abendessen dann überwiegend in unserem Zimmer
aufgehalten, da das Bistro um 21.00 schloss.
Überall
in den Sitzecken und auch auf allen Tischen im Restaurant brannten
noch echte Kerzen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Unser
Zimmer wirkte neu möbliert mit einem gemütlichen Doppelbett, zwei
kleinen Sesseln und einem Tisch sowie einem Schreibtisch mit Stuhl
und Wasserkocher sowie zwei Gläsern und zwei Tassen. Der
Kleiderschrank war leider sehr klein, und 4 Kleiderbügel waren auch
eher knapp bemessen. Am meisten aber haben uns Haken gefehlt, an
denen wir unsere nassen Klamotten nach der Rückkehr aufhängen
können. Sowohl im Zimmer als auch im Bad gab es keine Möglichkeit
dafür. Ein Flachbildfernseher bot auch deutsche Programme,
allerdings war der Empfang häufig so schlecht, dass ich lieber über
das kostenlose WLAN gestreamt habe. Was wohl andere auch so machten,
und so brach ab 18.00 häufig die Verbindung ab. Dennoch kann ich für
mich sagen, dass für 6 Nächte der Standard völlig ausreicht und ich dieses Hotel auch jederzeit wieder buchen würde.
Ach
ja, zum Arrangement gehörten übrigens noch ein dicker
Schnee-Overall sowie ein paar gefütterte Boots. Wer vor der Anreise
brav seine Kleider- und Schuhgröße angegeben hatte, erhielt bei der
Anreise eine Tüte mit diesen Kleidungsstücken leihweise bis zum
Ende der Reise.
Einem
Bademantel haben wir für 15 € pro Person vor Ort ausgeliehen.
Das
Restaurant
Wir
hatten lediglich das Frühstück gebucht, obwohl wir ein paar Wochen
vor der Abreise ein Schreiben des Veranstalters erhielten, in welchem
man uns nahelegte die Halbpension hinzu zu buchen, da nicht sicher
sei, ob im Ort noch andere Restaurants geöffnet seien. Der Preis von
fast 50 € pro Person pro Abend mag zwar angemessen sein für
skandinavische Verhältnisse, machte uns die Entscheidung dagegen
jedoch leichter. Ausschlaggebend war allerdings, dass wir gerne auch
mal in einheimischen Restaurants essen gehen und häufig abends gar
nicht mehr so hungrig sind. Im Nachhinein stellte sich diese
Entscheidung als genau richtig heraus. Es gab nämlich die
Möglichkeit nach Voranmeldung im Restaurant auch à la Carte zu
essen und außerdem waren einige Restaurants im Ort geöffnet, manche
allerdings nur mittags.
Insgesamt hat uns das Essen gut geschmeckt.
Das Frühstücksbüffet war reichlich, mit frisch gebackenem Brot und
diversen Käse- und Wurstsorten, Eierspeisen und warmen Speisen zur
Auswahl. Lediglich Obst war nur spärlich im Angebot und manchmal war
es kurz nach 9.00 auch schon nicht mehr da. Alle anderen Speisen
wurden mehr oder weniger schnell nachgelegt. Aber die Qualität war
gut, und uns hat’s geschmeckt.
Insgesamt
viermal haben wir im Restaurant zu Abend gegessen: zweimal à la
Carte (u.a. Rentiergulasch und arktischen Saibling), und jedes Mal
waren wir sehr zufrieden. Das Essen war wirklich schmackhaft und die
Portionen absolut sättigend. An Silvester gab es das schon
beschriebene Menü, insgesamt war dieses Essen auch qualitativ
enttäuschend. Bis auf die leckere Vorspeise waren wir eher enttäuscht.
Der
Veranstalter flycar war die positivste Überraschung überhaupt. Von
der Abholung am Flughafen mit überaus freundlicher Begrüßung bis
zur Abreise hat dieses junge Team so viel gute Laune versprüht, ist
geduldig und freundlich auf die diversen Wünsche der Gäste
eingegangen, dass ich restlos begeistert bin. Auch die
Ausflugsguides, von denen einige erst seit kurzem hier sind, z.B. im
Rahmen eines Studienpraktikums, haben ihre Sache richtig gut gemacht.
Fehlende Professionalität wurde durch Engagement und Begeisterung
ausgeglichen - mir hat es richtig gut gefallen. Bereits während des
Bustransfers erhielten wir Unterlagen mit dem Programm für die
einzelnen Tage. Da gab es dann Leute, die sich beschwerten, dass ihre
Schneeschuhwanderung oder Schneemobilfahrt erst bei Dunkelheit ende -
ja haben diese Leute sich nicht informiert, dass jetzt, wo die Tage
am kürzesten sind, nur drei Stunden zwischen Sonnenaufgang- und
-Untergang liegen. Wie gesagt, ich habe die Geduld der jungen Leute
bewundert.
Die
Fluggesellschaft Alba
Star ist eine kleine auf Mallorca beheimatete Fluggesellschaft. Die
Boeing 737 war nicht mehr die jüngste, aber für einen Flug von
knapp über 2 Stunden völlig ausreichend. Das Tragen einer
FFP-2-Maske während des Flugs sowie ein Coronatest vor dem Abflug
waren obligatorisch. Es gab ein leckeres belegtes Brötchen sowie alkoholfreie warme und kalte Getränke.
Das
Wetter
Ende
Dezember/Anfang Januar liegen gut 3 Stunden zwischen Sonnenaufgang
und Sonnenuntergang. Hinzu kommt noch jeweils 1 Stunde Dämmerung.
D.h. gegen 15.00 ist es schon wieder dunkel. Wenn der Himmel dann den
ganzen Tag bedeckt ist oder es schneit, ist die Welt in Weiß- und
Grautöne getaucht. Kommt die Sonne durch, sind die Farben umso
leuchtender. Das alles fand ich schon sehr beeindruckend. Und erst die
tiefstehende Sonne hat dieses faszinierende intensive Leuchtkraft
ermöglicht. Das spricht für eine Reise im Dezember/Januar.
Die
Temperaturen lagen die ganze Zeit über deutlich unter null: an
warmen Tagen stieg das Thermometer auch mal kurzfristig auf -6 Grad,
meist aber zeigte es -12 bis -15 Grad an. In sternenklaren Nächten
konnten es durchaus auch -25 Grad sein. Während wir in Arvidsjaur
waren, änderte sich sowohl das Wetter als auch die Temperaturen
häufig. Der Schnee ist anders als in Bremen sehr trocken und fein, und
wenn es schneit und windig ist, kommt es leicht zu Schneeverwehungen.
Polarlichter
haben wir nicht gesehen, ein Grund noch mal im Winter in den Norden
Skandinaviens zu fahren.
Schwedische
Kronen haben wir dieses Mal nicht mehr eingewechselt: hier bezahlt
jede auch den kleinsten Betrag mit EC- oder Kreditkarte.
Alles
in allem eine Reise, die uns sehr gut gefallen hat. Vielleicht würde ich
beim nächsten Mal eher im Februar/März reisen, wenn die Tage länger sind.
Eine Schwedin, die hier lebt, erzählte mir, dass manchmal noch bis
in den Mai hinein hier Schnee liegt. Und noch wahrscheinlicher ist,
dass ich Ende diesen Jahres wieder in den Süden und in die Sonne
fahren werde. Kälte und ich, das passt nicht so gut zusammen.
Wenngleich die Schönheit Skandinaviens wie auch Grönlands, Islands
sowie Spitzbergens mich dann doch immer wieder verleiten eine Reise
in den hohen Norden zu buchen. Und ich habe es noch nie bereut und
ich werde bestimmt wiederkommen.
So, das war's. Ich bedanke mich für Eure lieben Kommentare und freue mich, wenn die eine oder andere Lust bekommen hat auch mal im Winter nach Lappland zu fahren. Ich kann Euch versprechen: es lohnt sich 

VG Verena