Beiträge von Dorothea

    Donnerstag, 14. März 2019: La Palma

    Morgens gegen 7.30 Uhr macht unser Schiff auf La Palma fest.

    Über Whatsapp schickt uns die Hundepension ein kurzes Video von unserem Max, den ich auch in meinem Avatar habe. Wir freuen uns, dass es ihm dem Anschein nach gut geht und wissen ihn da bestens aufgehoben.

    Apropos Tiere – einmal haben wir unterwegs vom großen Schiff aus Delphine gesehen, die durch die Wellen sprangen, und mein Mann beobachtete ganz kurz sogar zwei Schildkröten im offenen Ozean (ehe ich auf den Balkon war, waren sie leider schon wieder abgetaucht ;().

    Für den Vormittag steht eine Panorama-Fahrt auf unserem Programm. Erstaunlich ist die Beobachtung, dass auf der anderen Seite des durchaus nicht großen Eilandes La Palma gänzlich andere Klimaverhältnisse zu herrschen scheinen und dass da auch ganz andere Pflanzen wachsen. An diesem Tag ist es auf der Seite, wo unser Schiff angelegt, eher feucht, auf der anderen aber sehr trocken und sonnig.

    Auch auf den Kanaren sind verheerende Waldbrände schon vorgekommen und deren Überreste kann man noch sehen. Verblüffend ist hier die endemische Kanarische Kiefer. Die übersteht so etwas nämlich viel besser als alle anderen Bäume und selbst, wenn die Rinde verbrannt ist, treibt sie wieder aus.

    [Ich weiß nicht mehr genau, von welcher Insel die Geschichte von dem umweltbewussten Wanderer stammte. Dieser hatte sich eines Morgens in der Natur erleichtern müssen und statt das Klopapier einfach unter Laub oder Moos zu verbergen, kam er auf die Idee, es anzuzünden. Auch wieder „gut gemeint“, doch hier mit verheerenden Folgen, denn den Brand bekam er nicht mehr in den Griff und entkam mit knapper Not selbst den Folgen seiner Stupidität.]

    Wieder zurück beim Schiff gehen wir noch in das wirklich zauberhafte Städtchen Santa Cruz de la Palma, bummeln ein bisschen herum und schauen einer Straßenmusikerin zu, die ein sogenanntes Hang spielt. Das ist ein melodiöses Schlaginstrument und klingt sehr schön. Es sieht ein bisschen aus wie ein Ufo, als seien zwei Metallschüsseln irgendwie aufeinander gebracht worden, und es erzeugte durch scheinbar sanfte Schläge mit den Händen sehr melodische Klänge. Wir, die es auch mal versuchen durften, bekamen allerdings kaum einen gescheiten Ton heraus. Wir schickten ein Bild davon an unseren Sohn, der hobbymäßig Schlagzeug und Gitarre spielt. Er kannte das Instrument schon und erzählte uns, es sei bei uns noch selten und wohl sehr teuer. Tante Gockel verrät mir, dass es in Bern erfunden wurde, der Zuspruch sei groß gewesen, doch habe die Ursprungsfirma die Produktion alsbald wieder eingestellt. Von Anfang an habe mithin die Nachfrage das Angebot überstiegen. Auch unser Sohn sagte, man müsse mit ungefähr 2000,- (zweitausend!) Euronen rechnen für so ein Ding. Ein mit ihm befreundeter Musiker versuche derzeit, es sich selbst zu bauen.

    Die Schaubühne am Abend bringt schon wieder eine Wiederholung, der Zauberer ist dran. Langsam kommen wir uns ein wenig vor wie Waldorf und Statler aus der Muppet-Show (nicht dass wir auf dem Balkon sitzen, wir gehen ja gar nicht hin, aber wir nörgeln schon ganz ähnlich ;))

    Dienstag, 12. März 2019: Madeira

    Heute hieß es besonders früh aufstehen, denn unser gebuchter Ausflug durch die „malerischen Dörfer und schroffen Gebirgswelten“ von Madeira begann schon Punkt 8 Uhr. Meinem Mann, der immer schnarcht wie ein Bär, macht das nix, mir schon. Wenigstens im Urlaub möchte ich keinen Wecker stellen müssen. Doch weil ich morgens auch keine Hektik ertragen mag, sondern in aller Ruhe frühstücken und mich fertig machen möchte, blieb uns nichts anderes übrig.

    Wir hatten eine deutsche Reiseführerin, die uns wieder viel erzählen und zeigen konnte, so dass wir einen ganz guten Eindruck von der ganzen Insel mit nach Hause nahmen. Hierher würde ich auch ohne KF mal wieder kommen. Wir erfuhren zwar nur wenig zur Geschichte oder wie man heute auf Madeira so lebt, umso mehr jedoch zu Flora und Fauna und es ist ja nicht umsonst die Blumeninsel. An vielen Stationen gab es außerdem etwas zu probieren, so etwa das Nationalgetränk Poncha. Auch ich ließ mich trotz der frühen Stunde zu einer Kostprobe überreden. Es schmeckte durchaus, doch auf einen zweiten ließ ich es lieber nicht ankommen und mein Mann auch nicht.

    Der Ausflug war schon 13 Uhr wieder zu Ende, so dass wir genügend Zeit hatten am Nachmittag noch Funchal zu erkunden. Wir ließen uns mit dem Taxi zur Markthalle fahren und bummelten anschließend durch die hübsche Altstadt. Zurück liefen wir erst, doch weil wir pflastermüde geworden waren, nahmen wir schließlich ein Tuktuk. Das war ganz neu für uns, wir wurden während der Fahrt kräftig durchgepustet. Der Fahrer hätte sich am liebsten gleich für den nächsten Tag von uns engagieren lassen, doch darauf ließen wir uns nicht ein.

    Am Abend brachte die Schaubühne einmal mehr den „Kontrabass“, den wir schon gesehen hatten, weshalb wir erst die Lesung um 22.30 Uhr „Innenkabine mit Balkon“ besuchten. Das war recht lustig und nun brauchen wir das Buch gewiss nicht mehr kaufen. [Ich habe hier daheim noch ein launiges von Wladimir Kaminer (schrieb u.a. "Russendisko", ist m.E. auch verfilmt worden) zum Thema KF, er ist wohl mehrmals mit der AIDA als Vorleser mitgefahren – irgendwer hatte uns zu Weihnachten Karten für seine Lesung bei uns in der Nähe geschenkt.]

    Mittwoch, 13. März 2019: Madeira

    Am zweiten Madeira-Tag gibt es keinen Ausflug, stattdessen gehen wir am Vormittag einfach nochmal durch die schöne Stadt, besichtigen einen botanischen Garten und ich bekomme endlich einen passenden Sonnenhut, was gar nicht so einfach ist. Zuerst einmal muss er mir gefallen, dann soll er möglichst faltbar sein, um ihn im Koffer zu verstauen, denn ich habe keine Lust ihn auf dem Flughafen und im Flieger auf dem Kopf zu behalten. Dann aber – und das ist das schwierigste – muss er passen. Meinem Mann, mir (und auch unserem Sohn, der sich darüber immer beschwert) sind die Hüte und Mützen, die gewöhnlich so angeboten werden, meist zu klein, wir brauchen immer eine gewisse Portion Glück, damit etwas passt.

    Hier auf Madeira sind die Kpfbedeckungen sogar viel zu klein. Während ich sonst mit dem Kopfumfang 59 der 60 klarkomme, musste ich hier auf, sage und schreibe 63 cm (!) zurückgreifen, ehe etwas passt. Das aber haben die meisten Läden gar nicht im Sortiment. Deswegen bin ich richtig happy, noch etwas gefunden zu haben. Und auch eine Handtasche aus Kork wird noch meine.

    Mein Mann bekommt es jetzt mit der Angst wegen der Gepäckzunahme (alleine die Steine aus Agadir wiegen ja schon ordentlich) und so bucht er uns 5 kg Übergepäck hinzu.

    Die geplante Korbschlittenfahrt müssen wir auf das nächste Mal verschieben, das ergab sich einfach nicht, dafür sehen wir noch das Christiano-Ronaldo-Museum. Dieser wird ja auf der Insel sehr, sehr verehrt. Alle Fußballfans mögen mir verzeihen, ich amüsierte mich nicht wenig über seine Stilisierung zum Säulenheiligen. Einen Mann, der von sich selbst öffentlich und bar aller Ironie sagt, er sei ein Glückskind, weil er nämlich nicht nur schön sei und reich, sondern auch gut Fußball spielen könne, kann ich nicht ganz ernst nehmen, selbst wenn er gut oder sogar hervorragend spielt. Die Statue vor dem Museum ist denn auch etwas über lebensgroß und versieht ihn mit einem deutlich wahrnehmbaren großen Gemächt (welches übrigens von den Besuchern am meisten abgegrabbelt ist und in der Sonne glänzt, was es mit der Brust der Julia in Verona gemeinsam hat ;))

    Um 14 Uhr legen wir wieder ab. Das Wetter ist nun sonnig und angenehm warm. Deshalb gehen wir zwar noch zum Vortrag über La Palma, schenken uns aber die Kapitänsstunde, denn wer weiß, wann es wieder einmal so schön sein wird wie an diesem Nachmittag.

    Abends ist Poolparty mit Schokoladen-Obst-Büfett. Nicht schlecht. Wir schauen ein Stündchen vorbei und gehen dann noch auf einen Absacker in die Außenalster.

    Montag, 11. März 2019: 3. Seetag

    An unserem dritten Seetag, dem ersten auf dem Kurs nach Madeira, scheint die Sonne, Wind und Wellen sind zwar spürbar, stören jedoch kaum.

    Beim Frühstück ist es im Anckelmannsplatz genau wie am vergangenen Montag proppevoll. Viele schlafen am Seetag wohl etwas länger und wollen dann annähernd zur gleichen Zeit frühstücken. Es sieht außerdem so aus, als seien nun mehr Kinder, auch solche im schulpflichtigen Alter an Bord. Wir wundern uns ein bisschen, stellen dann aber fest, dass in zwei Bundesländern tatsächlich Ferien sind – Zeugnisferien vielleicht? Ostern kann es ja noch nicht sein und für Winterferien scheint es zu spät.

    Zum Frühstück weichen wir heute ins Tag & Nacht-Bistro aus, da ist es zu Beginn noch ganz leer. Das Büfett dort ist zwar beschränkt, doch das was wir gewöhnlich essen, ist dabei. Ein Blick nach unten zeigt uns, dass es auch im Atlantik recht turbulent zugeht. Himmlische Ruhe herrscht hingegen im Esszimmer.

    Wir machen uns einen ruhigen Tag ohne großartige Unternehmungen. Ein Höhepunkt ist gegen Mittag die Begegnung mit der neuen „Mein Schiff 2“, die unser Kapitän Andreas Greulich lange vorher ankündigt. Sie kommt gerade aus Madeira, wohin wir erst wollen. Wir können sie schon lange vorher am Horizont ausmachen, bis zur wirklichen Begegnung dauert es dann noch eine gute Stunde, obwohl doch beide Schiffe aufeinander zu fahren.

    Hier wird die schiere Größe der neuen Schiffsgeneration mal so richtig wahrnehmbar. Die beiden Schwesterschiffe fahren ungefähr im Abstand von einem Kilometer aneinander vorbei und natürlich wird gehupt, ertönt beider Schiffshorn und viele Passagiere winken, freuen sich und zücken ihre Fotoapparate und Handys.

    Am Nachmittag hören wir uns den Madeira-Vortrag an und lösen sodann unsere Gutscheine in der Diamantbar ein, wo wir einen Kir Royal genießen. Wieder stellen wir fest, dass die Preise hier völlig normal sind, so dass man sich durchaus auch ohne Gutschein etwas bestellen könnte, wenn man denn will. Wirklich traumhaft ist ja immer die Aussicht nach hinten, das hat uns seinerzeit auch auf der Mein Schiff 4 in der Kaffee-Lounge besonders gefallen.

    Die Kaffee-Lounge gibt´s hier leider nicht mehr.

    Den Abend verbringen wir in unserer Kabine, die Schaubühne hat schon wieder Häuptling Seattles „Worte wie Sterne“ im Programm, und es wiederholte sich überhaupt bereits nach einer Woche so manches.

    Wir schauen gegen 22 Uhr nochmal in der TUI-Bar vorbei, wo wir uns nett unterhalten und ca. um Mitternacht legen wir in Madeira an.

    Sonntag, 10. März: Las Palmas - Gran Canaria

    Morgens zwischen 5 und 6 Uhr legte unser Schiff wieder in GC an. Schon am Abend konnte man allüberall auf den Fluren die bereitgestellten Koffer sehen und ich sage jetzt mal außerhalb meines sonstigen Sprachgebrauchs: es ist wirklich ein „geiles Gefühl“ ;) das zu sehen und noch bleiben zu dürfen.

    Wir hatten, wie schon berichtet, erst spät um eine Woche verlängert und konnten sogar unsere Kabine behalten (genau diese werden wir im Sommer auf der Ostsee nochmal haben). An der Rezeption wurden jetzt unsere Bordkarten einfach verlängert bzw. neu ausgedruckt, denn es standen zuerst falsche Datumsangaben darauf, sonst aber ging alles im Selbstlauf und am Nachmittag hatten wir genauso wie die neuen Gäste unsere zu den Ausflügen gebuchten Tickets und die üblichen Wohlfühlclub-Gutscheine auf dem Bett liegen.

    Das Gedränge morgens im Anckelmanns ist an diesem Tag erheblich größer als sonst, alle Welt scheint hier nochmal frühstücken zu wollen. Ich denke doch, dass die übrigen Restaurants auch zum Frühstück öffneten, zumal es schon 9 Uhr ist, weiß das aber nicht mehr genau.

    Unser erster Weg am Vormittag führte uns zu dem neu erbauten Aquarium „Poema del Mare“ ganz in der Nähe unserer Anlegestelle und sowohl baulich als auch von dem Gezeigten her unbedingt empfehlenswert. Am meisten beeindruckte mich, dass es neben den üblichen Verdächtigen (Rochen, Haie, Schildkröten u. v. m.) auch ganz Winziges zu bewundern gab, zum Beispiel eine Art Röhrenaale, die in großer Zahl 2 oder 4 oder auch mal 8 cm aus ihren winzigen Röhren schauten und sich bei Annäherung eines Fisches blitzschnell zurückzogen. War das aber ein kleiner, mithin als ungefährlich erkannter Fisch, so schoben sie sich wieder heraus und brachten diesen zum Rückzug - er schwamm sogar rückwärts vor Schreck. Sowas hatte ich noch nie gesehen.

    Zauberhaft auch die vielen verschiedenen Quallen in den Säulenaquarien, zarteste Gebilde und alles lebt und formt seine ganz eigene Welt, man ist versucht, sich vor der Vielfalt der Schöpfung zu verneigen (da werde ich jetzt mal sentimental). Und schön, dass man so etwas hier zu sehen bekommt.

    Wir verlassen das Aquarium nach ca. 3 Stunden, während zunehmend Familien herbeiströmen, denn es ist ja Sonntag und wird immer voller.

    Draußen ist es nun richtig warm geworden, so dass wir noch einmal zum Schiff zurückkehren, um uns kurze Sachen anzuziehen, denn wir wollen an den langen Stadtstrand von Cartagena. Leider vergessen wir, uns mit Sonnencreme zu versehen, bis dato war es ja noch nicht so warm. Wir gehen also durch die Stadt zur anderen Seite der Halbinsel, wo es einen wunderbaren Sandstrand gibt und patten auch hier wieder barfuß die ganze Strecke an der Wasserkante entlang. Heute am Sonntag sind viele Einheimische da und es wird schon erheblich mehr gebadet. Wir amüsieren uns insbesondere über zwei junge Mädchen, die sich im Sand gewälzt haben, nun aber nicht recht wissen, wie sie denselben wieder aus den Bikinihöschen herauskriegen sollen. Sie sitzen im flachen Wasser und lassen sich von den anrollenden Wellen übergießen – aber das hilft wenig.

    Wir gehen und gehen, die Sonne scheint, Wind und Wellen kühlen und so merken wir gar nicht, wie schnell wir verbrennen. Am Abend bin ich überall an Hals und Ausschnitt, wo kein T-Shirt war, krebsrot, beinahe wie ein Engländer. Eigene Blödheit, möchte ich sagen, es ist an der Grenze zum schlimmen Sonnenbrand, tut ein paar Tage weh und verschwindet dann wieder, ohne dass die Haut sich schält – das ist immerhin noch ein Trost.

    In der Stadt und auf der Insel ist der letzte Karnevalstag, heute findet „Die Beerdigung der Sardine“ als letzter Akt statt, man hört auch hier und da Musik und uns begegnen kleine Männertrupps, die sich u.a. Brüste umgeschnallt haben und sich als Frauen verkleidet, denn so agieren sie bei der Beisetzung der Sardine. Manche sind schon mittags sturzbetrunken und keiner hat was dagegen, touristische Aufmerksamkeit zu erzielen. So viel wir gehört haben, wird am späten Abend wohl eine aus Pappmaché nachgebildete Sardine auf ein Floß gesetzt und dem Meer übergeben, gesehen haben wir das nicht mehr.

    Wir sind am späten Nachmittag zurück auf unserem Schiff und können zum ersten Mal die Außenalsterbar wirklich genießen, denn jetzt erst stimmt das Wetter dafür.

    Abends 21.15 Uhr dann die Seenotrettungsübung, an der auch wir wieder teilnehmen müssen und für die wir die gleiche Prozedur wie eine Woche vorher veranstalten.

    Danach ist Auslaufparty an Deck, aber das Schiff muss noch warten, weil wieder Passagiere fehlen, ein oder mehrere Flieger wieder über Gebühr Verspätung haben. So geht es erst 23.15 Uhr wirklich los und wir sehen der sehr schönen Ausfahrt aus dem Hafen von Las Palmas von unserem windgeschützten Balkon aus zu. (Wie wir später erfahren, erreicht uns eine fehlende Gruppe erst zwei Tage später auf Madeira, was nun wirklich nicht schön ist, auch wenn TUI-Cruises hier gar nichts dafür kann und sich wahrscheinlich/hoffentlich gut um die verspäteten Gäste gekümmert hat)

    Sonnabend, 9. März 2019: La Gomera

    Auch auf der Insel bzw. im Hafen von La Gomera hält der Sturm an. Das Schiff liegt am Kai, der auf der anderen Seite von einer hohen Hafenmauer begrenzt wird. In der Quasi-Schlucht zwischen Schiffsköper und Wand baut sich ein regelrechter Windkanal auf, der den Atem abschneidet, zwischen Kaimauer und Schiff spritzt zusätzlich die Gischt quer über den von allen zu passierenden Weg.

    Wir sind zum ersten Mal auf dieser Insel, haben deshalb eine Panoramafahrt zum allgemeinen Kennenlernen gebucht und müssen nun wie alle anderen auch irgendwie da durch kommen. Ich schrieb schon anderswo – alleine hätte ich wahrscheinlich einfach „kehrt“ gemacht – doch mit meinem Mann zusammen bewältige ich auch diese Unbill, rückwärtsgehend und mit total zerzausten Haaren stehe auch ich schließlich vor unserem Bus.

    Wind und Gischt bewirken außerdem, dass unsere Balkonbrüstung – erst einen Tag zuvor gereinigt – schon wieder stark mit Salzkristallen überzogen ist. Keineswegs sind dabei die Wellen bis in den 9. Stock hoch geschlagen, aber die Vereinigung von Gischt, Luft und Wind machte das Bemühen vom Vortag in nullkommanix zunichte.

    Im Inselinneren ist der Sturm von der Küste nur noch als normaler Wind wahrnehmbar. Uns werden vor allem die Naturschönheiten gezeigt: Lorbeerwälder, Baumheide (Heidekrautbäume), Nebelwald (u.a. mit Baumbart bewachsene Farne und an diesem Tag ausnahmsweise nicht neblig, sondern sogar sonnig) sowie eine Art Riesenlöwenzahn, welcher aber zu den Gänsedisteln zählt. Da ich keine Fotos einstelle, verweise ich an der Stelle mal auf die über dreißig tollen Reiseberichte zu den Kanaren, die wir hier schon haben und von denen ich stellvertretend für ganz viele andere nur mal den von marielaurin und von Dagl67 nennen will. Allein dort finden sich jede Menge Bilder zum Thema.

    Was sich bewahrheitet: auch diese Insel ist einzigartig, nämlich deutlich anders als die übrigen Kanaren, das traf bisher auf jede besuchte Insel zu. Übrigens sind es gegenwärtig nicht mehr nur 7 Inseln, das Lanzarote ca. 1 km vorgelagerte La Graciosa gilt seit neuestem als selbständige Insel Nr. 8.

    An diesem Abend werden für die Schaubühne ein wenig pathetisch „Worte wie Sterne“ angekündigt. Eine berühmte Rede, die der Indianerhäuptling Seattle gegenüber oder für den amerikanischen Präsidenten gehalten hat, sollte da in Bilder und Musik umgesetzt werden. Das Ergebnis ist mäßig.

    [In dem Ort, wo ich aufgewachsen bin, gibt es auf dem Friedhof eine grüne Wiese zur anonymen Bestattung, da steht an einem Ende ein großer polierter Stein aus schwarzem Marmor und darauf sein vielleicht berühmtestes Zitat: „Wir sind ein Teil der Erde und sie ein Teil von uns“, womit Christ und Nicht-Christ gut leben (und sterben) können.]

    Das Theater unterlegt die komplette Rede nun mit Streichern und bebildert die Ausführungen mit mehr oder weniger bekannten Naturbildern von der amerikanischen Westküste. Häuptling Seattle war gewiss ein interessanter Geist mit einer innigen Beziehung zur Natur, daran liegt es wohl nicht, doch eines war er wahrscheinlich nicht: sentimental. Die Aufführung aber trieft nur so davon, wobei die Musik noch am ehesten überzeugt. Die Ansagen macht überflüssigerweise eine Schauspielerin im Wallekleid, die einfach nicht gut spricht (in „Money, money“ war sie die bei jedem Klingeln kreischende Ehefrau), den Häuptlingstext sagt jemand im Indianerkostüm auf, das Ergebnis ist irgendwo zwischen Fasching und „sehr bemüht“ zu verorten (ich erinnere mal: das Gegenteil von „gut“ ist nicht „schlecht, sondern „gut gemeint“ ;)).

    In der Nacht tritt unser Schiff die Rückreise nach Gran Canaria an und da wir nun überwiegend im Windschatten der Inseln bleiben, ist es gut auszuhalten.

    Freitag, 8. März 2019: Teneriffa

    Auf Teneriffa waren wir schon mal vor ein paar Jahren und sind damals mit dem Mietauto überall umhergefahren. Besonders beeindruckte uns seinerzeit neben der alten Hauptstadt Laguna der LORO-Park bei Porto la Cruz. Deshalb hatten wir uns nun entschieden, hier über TUI unseren einzigen Ganztagsausflug „Hinter den Kulissen des LORO-Parkes“ zu buchen. Die Vorfreude wurde etwas gedämpft, denn bereits auf den Tickets wurde auf einen „straffen“ Zeitplan im Park verwiesen. Dennoch ist das ein sehr lohnenswerter Ausflug gewesen. „Hinter den Kulissen“ ging es zwar tatsächlich in ziemlichem Tempo durch (u.a. durch die technische Unterwelt der Schaubecken), doch erfuhren wir von unserer deutschen Führerin sehr viel Interessantes und nach dem Mittagessen hatten wir dann so viel Zeit, wie wir nur wollten und für die einzelnen Shows hatten wir überall reservierte Vorzugsplätze.

    Die Führerin erzählte uns zum Beispiel von der rein männlichen Gorilla-WG, die es im Park – nebenbei: mehrfach als einer der besten Zoos der Welt ausgezeichnet – gäbe. Zoos in aller Welt hätten Probleme, männlichen Gorilla-Nachwuchs unterzubringen, sobald dieser geschlechtstreif wird und beginnt dem dominanten „Alten Silberrücken“ Konkurrenz zu machen. In der Natur verlassen männliche „Halbstarke“ die Ursprungsgruppe und rotten sich zu „Jungmänner“-Guppen zusammen, bis sich irgendwann/irgendwo die Gelegenheit ergäbe, ein eigenes Rudel zu gründen oder zu übernehmen. Genau das werde hier nachgeahmt. Die männlichen Gorillas untereinander kämpfen auch in diesem Fall ihren jeweiligen Rang aus, leben dann aber recht friedlich miteinander. Zudem habe man so für den internationalen Gorilla-Genpool der Zoologischen Gärten mögliche Reserven.

    Besonders herzbewegend fand ich die Geschichte vom Orca-Weibchen Morgan und ihrem Kalb Ula. Die Orcas vermehren sich bei guter Haltung auch in Gefangenschaft. Allerdings wüssten die jungen Weibchen nicht unbedingt, was mit dem Nachwuchs anzustellen sei, so etwas hätten sie nur in natürlichen Familienverbänden durch Beobachtung erlernen können. (Die Orcas im LORO-Park stammen größtenteils aus den USA und sind Nachzuchten, keiner von ihnen könnte sich im Ozean selbst ernähren, sie haben auch das Jagen nicht gelernt.) Die Betreuer müssen deshalb unterstützend eingreifen und etwaige Kälber oft per Flasche zufüttern.

    Vor einigen Jahren nun wurde in den Niederlanden ein halbverhungertes Orca-Weibchen angespült. Es erhielt den Namen Morgan, wurde aufgepäppelt und es wurde der Versuch unternommen, die zugehörige Orca-Familie in den Weiten des Nordmeeres wiederzufinden. Das blieb jedoch erfolglos, weshalb Morgan letztlich in den LORO-Park kam. Erst hier stellten die Tiertrainer fest, dass Morgan ein Handikap hat: Sie ist schlicht taub, nimmt zumindest nur eingeschränkte Frequenzen akustisch wahr, weswegen sie wahrscheinlich ihre Familie auch nicht wiederfinden konnte (und auf Dauer im offenen Ozean keinerlei Überlebenschance gehabt hätte). Hier im LORO-Park gelang mit viel Geduld ihre Integration in die bestehende Orca-Gruppe und auf einmal war sie sogar trächtig. Sie brachte dann Ula völlig normal auf die Welt und anders als die anderen Orca-Weibchen wusste sie, wie es zu säugen und zu versorgen war… Später stellte sich heraus, dass sie nicht genug Milch produzierte, weshalb auch hier dann zugefüttert werden musste. Inzwischen aber ist aus dem Walbaby Ula ein strammes Orca-Mädchen geworden, das sich weiter und prächtig entwickelt.

    Das hat mich sehr beeindruckt, ebenso wie viele weitere Maßnahmen, die im LORO-Park zur Arterhaltung vieler verschiedener Tierarten getroffen werden.

    Ich weiß, dass man unterschiedlicher Meinung sein kann, was die Vorführung von Tieren in Zoos und im Zirkus betrifft, einige lehnen ja dergleichen ganz ab. Was mir immer zu denken gegeben hat, ist, das sich Tiere im Zoo oft langweilen. Sie haben nichts zu tun, bekommen ihr Futter ohne große Anstrengung, ist es da wirklich von Schaden, ihren natürlichen Spieltrieb zu fördern?

    Ich persönlich kann nichts Verwerfliches an einer Einrichtung wie dem LORO-Park sehen, zumal die Einnahmen in eine Stiftung gehen, die wiederum Artenerhalt und Tierschutz in vielen Projekten unterstützt und ermöglicht. Wenn dann zusätzlich Menschen die Begegnung mit beeindruckenden Tieren ermöglicht wird, so ist das doch zu begrüßen, finde ich.

    Was uns generell auf den Kanaren bei dieser Reise aufgefallen ist: wie sehr inzwischen auch Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf dem Programm stehen. Das war bei unseren Besuchen vor zehn Jahren so noch nicht der Fall.

    Und was außerdem auffiel: wie stark an die Belange auch von Menschen mit Handikap gedacht wird, abgesenkte Bordsteinkanten, Zugänge für Rollstühle, uns schien es, als sei man da, zumindest in den Zentren, erheblich weiter als bei uns daheim.

    Als wir gegen 17 Uhr an diesem Tag zurück zum Schiff kommen, finde ich auf der Kabine ein wunderschönes Blumengesteck v.a. aus Rosen und Gerbera vor, welches mir mein Mann zum Frauentag - es ist ja der 8. März – heimlich bestellt hatte. Diese Blumen erfreuen mich dann noch bis zum Schluss unserer Reise.

    Um 18 Uhr gibt es wieder einen Lektorvortrag, diesmal zu La Gomera. Danach gehen wir essen, weshalb wir bei der Zauberershow in der Schaubühne erst die Spätvorstellung 22.30 Uhr besuchen können. Ich bin müde und staune zwar über einige Tricks, doch manches ist einfach weniger für die große Bühne geeignet, der Zaubermeister offeriert seine Kunststückchen ja auch gelegentlich an den Tischen der Diamant- oder der Bierbar, haben wir gehört.

    Erst ziemlich spät legt unser Schiff ab, es ist recht stürmisch auf dem Meer, doch kommt der Wind nicht mehr unmittelbar auf die Seite, was ich als angenehmer als am Vortag empfinde.

    Donnerstag, 7. März 2019: Lanzarote, Arrecife

    Im letzten Jahr hatten wir hier eine Ganztags-Tour gebucht und außer den vielen Manrique-Stätten insbesondere den Nationalpark und die geologischen/vulkanischen Attraktionen gesehen. Von Arrecife oder den Stränden bekamen wir hingegen gar nichts mit und so entschieden wir uns diesmal dafür, per TUI-Bus nach Puerto del Carmen zu fahren, wo es einen wunderschönen Strand mit weißem Sand gibt.

    Luft und Wasser haben am Vormittag ungefähr die gleiche Temperatur, 18 Grad, aber es ist sonnig und wir laufen barfuß an der Wasserkante entlang und genießen so Wind und Wellen. Es sind auch einige wenige dabei, die hier richtig baden. Am Ende der Bucht spülen wir die Füße ab, lassen sie in der Sonne trocknen und laufen dann die Promenade entlang bzw. in die Seitenstraßen des Ortes, soweit es Geschäfte gibt. Obwohl weder mein Mann noch ich sonderliche Shopping-Fans sind, haben wir beide Spaß. Ich bekomme eine schöne neue Uhr, denn bei meiner alten ist bei der Umstellung auf die hiesige Ortszeit der Stellknopf abgebrochen. Mein Mann sucht ein Portemonnaie, in dem er sämtliche Karten unterbringen kann, das zudem noch ein Kleingeldfach aufweist, trotzdem keine „Maulsperre“ bekommt und welches vor allem in seiner Hosentasche Platz finden soll. Auch er wird fündig. Wir erstehen dann noch diverse Souvenirs und Ansichtskarten, die wir gleich schreiben und abschicken, sie alle sind ungefähr eine Woche nach unserer Rückkehr glücklich bei den Adressaten angekommen.

    Den Nachmittag vor der Abfahrt vertrödeln wir so ziemlich. Inzwischen mögen es 22 Grad geworden sein, doch der Wind hat zugenommen und steht unangenehm auf der Außenalsterbar.

    An diesem Abend gehen wir wieder in die Schaubühne, wo Patrick Süßkinds Einpersonenstück „Der Kontrabaß“ (ich glaube von 1981) gegeben wird. Süßkind ist etwas später vor allem als Autor von „Das Parfüm“ (auch verfilmt) international bekannt geworden, sein kleines Theaterstück wurde eine Zeitlang sehr viel gespielt.

    Der hiesige Darsteller ist wirklich gut (war mir schon bei „Money, money“ als einer der besseren aufgefallen) und gefällt auch meinem Mann. Mir hingegen ergeht es etwas sonderbar. Wir schaukeln ja auf dem Atlantik und wenn sich da Dünung und Wind ungünstig verbünden, z.B. beide von der Seite eintreffen, während das Schiff den Schutz vorgelagerter Inseln verlassen hat, so kommt es trotz Stabilisatoren zu Rollbewegungen, die ich in der fensterlosen Schaubühne als besonders unangenehm empfinde. Zudem fahren wir sehr langsam, was diesen Effekt noch zu verstärken scheint. Einige Zuschauer verlassen denn auch mitten in der Vorstellung den Raum, die Wände knarren und vielleicht habe ich zu viel Phantasie, jedenfalls werde ich beinahe seekrank. Dabei ist der Wind an sich keineswegs besonders stark, auch nicht der Wellengang, aber beides zusammen lässt es mir im Magen flau werden. Nach der Vorstellung, als wir den geschlossenen Raum verlassen haben, wird es schon besser und zum Überfluss gönne ich mir in der Schaubar erst einen Schnaps und dann noch ein Pimm´s, was nun geholfen hat, vermag ich nicht mehr zu sagen. ;)

    An diesem Abend gibt es in der „Großen Freiheit“ ab 22 Uhr noch ein großes Dessert-Büfett. Da gucken wir bloß mal, denn erstens traue ich dem Frieden im Magen doch noch nicht so ganz, zweitens schaukelt es beständig weiter (so dass man öfter per Ausfallschritt ausgleichen muss) und drittes ist man – bin ich jedenfalls – einfach satt nach dem in der Regel reichhaltigen Abendessen.

    Zwischen Theater und Schaubarbesuch wanke ich mit Göga zur LUMAS-Galerie, wo wir das am Vortag erwähnte Diptychon nun tatsächlich kaufen. (Es kam eine Woche nach Reiseende per UPS bei uns an, die Verpackungshülle war beschädigt, doch Gott sei Dank nur diese. Nun hängen beide Bilder an prominenter Stelle bei uns im Wohnraum und erinnern uns an die schöne Reise:)).

    Mittwoch, 6. März 2019, 2. Seetag

    Der zweite Seetag empfing uns mit vielversprechendem Wetter, die Sonne lugte hervor, mindestens 18 Grad sind angekündigt und im windgeschützten Bereich könnte es angenehm werden. Frühstücken wollten wir eigentlich unten im Atlantik, doch dort war es laut und kam uns wuseliger vor als das „Anckelmanns“ - ich glaube, es war das Lachsfrühstück, bin mir aber nicht mehr sicher. Wir fuhren dahin zurück und fanden hier tatsächlich wieder einen schönen Fensterplatz.

    Am Vormittag besuchten wir dann noch eine Vorstellung der Nordamerika-Routen von TUI-Cruises. Bei der Gelegenheit erfuhren wir, was schon hier im Forum umgegangen war, nämlich dass Südafrika im Winter 2020/21 wirklich kommt und dass man auch Südamerika schon auf dem Schirm habe, allerdings dies wohl erst, wenn die 7 und die 8 kämen, realisieren könne, also nicht vor 2022.

    Weil das Wetter später doch nicht so sehr nach draußen lockt, beteiligen wir uns am frühen Nachmittag zusammen mit ganz wenigen anderen Paxen an einem Kunstrundgang, zu dem die LUMAS-Galerie eingeladen hat. Später sind wir dankbar für diese Idee, denn wir werden aufmerksam gemacht auf die über 600 Kunstwerke, die es an Bord gibt. Plastiken sind darunter, aber vor allem ist es Fotokunst, oft verfremdet, am PC bearbeitet, teils sehr beeindruckend, teils auch zu kaufen. – LUMAS fertigt Kleinserien zwischen 75 und 150 signierten Exemplaren von solchen Kunstwerken, wodurch sie erheblich günstiger sind, als wenn man Originale in anderen Galerien kaufte.

    Wir verstehen nicht allzu viel von bildender Kunst, aber wir sind neugierig. Und wir überlegen, uns ein Diptychon zuzulegen, das uns besonders anspricht – da hätten wir die Nummer 139 (und bekämen es natürlich nach Hause geliefert, müssten es keinesfalls im Flieger selber mitnehmen).

    Als Folge des Kunstrundganges nehmen wir uns vor, den vielen Bildern auf den langen Fluren mehr Aufmerksamkeit zu widmen, sie sind z.B. keineswegs beliebig geordnet. Tatsächlich schaffen wir hierbei später allerdings nur unser eigenes Deck 9 und Teile von Deck 10. Aber wir sind ja im Juli wieder auf dem Schiff, da könnten wir weitermachen… ;)

    Punkt 17 Uhr beginnt ein Vortrag zum Vulkanismus von Lanzarote. Auch den besuchen wir, denn der Lektor spricht gut und wir haben die Vulkane alle schon in natura gesehen, was uns die Sache besonders interessant macht.

    Den Abend verbringen wir wieder in der Schaubühne, wo diesmal eine richtige Klamotte auf dem Spielplan steht „Money, money“ betitelt. Ich will nicht sagen, es sei nicht unterhaltsam gewesen, aber die Komik ist eine Holzhammer- und Schenkelklatschkomik und die schauspielerischen Leistungen mindestens einiger Darsteller (nicht aller!) passen dazu. :S

    Dienstag, 5. März 2019: Agadir

    Der Tag beginnt sehr diesig, wie es in Agadir häufiger der Fall sein soll. Das Schiff hat im Industriehafen festgemacht, welcher etwas außerhalb der Stadt liegt und wenig ansprechend wirkt. Man sieht auf Kräne und Container und LKWs, die diese abholen. Geruchsbelästigung durch die Fischfabrik konnten wir nicht feststellen, doch ein Tanker gegenüber, der wohl gerade be- oder entladen wurde, verbreitete etwas Dieselgeruch. Man sieht außerdem, dass die dortigen Anlegemöglichkeiten für Kreuzfahrer erweitert werden sollen, ein Kai wird gerade verlängert.

    Auch in diesem Jahr überlegten wir, ob wir nicht doch Marrakesch ins Programm nehmen sollten. Im Jahr zuvor hatten wir das von TUI als dessen „Kleine Schwester“ beworbene Taroudant besucht und es hatte uns gefallen, nicht zuletzt, weil wir einen sehr guten Führer dabei hatten (In meinem RB von dunnemals auf der alten MS2 berichtete ich es auch ausführlich)

    Auch nach Taroudant waren es schon ungefähr anderthalb Stunden Busfahrt, nach Marrakesch hätte eine Tour mindestens dreieinhalb Stunden gedauert. Auf 7h Bus hatte ich einfach keine Lust und überredete meinen Mann, uns doch lieber erstmal Agadir selber anzusehen, von dem wir im Vorjahr nur wenig zu Gesicht bekommen hatten.

    Gesagt getan, für 8.45 Uhr buchten wir eine Panoramafahrt durch die Stadt. Die war genauso, wie man so etwas erwartet, nicht besser, nicht schlechter. Zuerst ging es zur Kasbah hoch über der Stadt. Das ist eine Festungsruine, die von der Altstadt nach dem großen Erdbeben 1961 übrig geblieben ist, alles andere wurde damals zerstört. Das wieder aufgebaute Agadir ist dadurch eine moderne Stadt geworden, wie es sie auch in Europa geben könnte.

    Von der Kasbah hat man, wenn es klar ist, einen Traumblick auf die Unterstadt und das Meer. Leider war es diesig. Von der Festung selbst bzw. deren Resten ist mir nicht viel in Erinnerung geblieben. Geschäftstüchtige Einheimische standen davor mit kleinen Souvenirständen, man konnte sich zudem gegen einen Obolus mit Kamelen fotografieren lassen oder diese reiten, auch Ponys waren vorhanden.

    Die nächste Station war eine Art neuer Altstadt, die Neue Medina, gebaut von einem italienischen Architekten, architektonisch durchaus nicht ohne Reiz, aber auch sehr künstlich. Innen befanden sich einige Geschäfte und kleine Werkstätten, dazu ein Restaurant und alles ist noch im Wachsen. Wir fanden hier einen jungen Mann, der kleine Skulpturen aus einem weißen Stein fertigte. Wir kauften ihm zwei ab als Souvenirs für die Kinder und uns.

    Der Bus brachte uns schließlich an den Strand, wo wir eine knappe Stunde Freizeit hatten. Hier ist uns etwas Putziges passiert, worüber wir heute noch lachen müssen. Wir schlenderten da so entlang, mein Mann hob einen Stein auf und auch ich interessierte mich für einen hellblauen Kieselstein. Nun wussten wir allerdings nicht, ob man als Tourist so etwas überhaupt mitnehmen darf, man hat da Geschichten gehört und ob die nun von Thailand oder von Marokko handelten… ;)

    Plötzlich jedenfalls war ein fliegender Händler da, der uns Steine, Mineralien offerierte und sie gleich aus einem Sack vor uns hinlegte: von außen unscheinbar, immer in zwei Hälften aufgebrochen und innen eine Art farbiges Kristall. Ich wusste nicht, was das ist, ob es so etwas überhaupt gibt oder ob es in Taiwan gefertigt wird. Ich wusste nur, dass ich das nicht wirklich wollte und nicht brauchte. Der Händler konnte nun kaum Englisch, wir kein Französisch oder Arabisch, und er holte immer neue Farbvarianten aus dem Sack hervor und nannte dann auch einen (unverschämten) Preis in Euro.

    Da fängt doch mein Mann an zu handeln, bietet einen etwas geringeren Preis (aber immer noch doppelt so viel, wie ich überhaupt gezahlt hätte!). Ich schließe daraus, er - wolle – solche – Steine – wohl haben. Der Händler zeigt noch mehr Varianten und ich betrachte insbesondere einen in Kobaltblau und in Smaragdgrün. Das verwundert nun wieder meinen Mann, der daraus schließt, ich –wolle – undzwar sogar zwei davon(!) und kurz und knapp mit dem Händler zum Abschluss kommt.

    Als der weg ist, stehen wir beide da mit den in Zeitungspapier eingewickelten großen Steinen und ich frage meinen Mann, wofür er die eigentlich haben wollte. Da guckt er mich erstaunt an und sagt, er hätte gedacht, ich wollte die haben und gleich zwei davon.

    Jetzt mussten wir lachen über unsere Dummheit und schmunzelten auch nicht wenig über den Händler, der heute wohl ein Supergeschäft gemacht hatte. Na, jetzt zieren die beiden Gesteinsgebilde mein Bücherregal im Arbeitszimmer. :)

    Gegen 13 Uhr sind wir zurück auf dem Schiff und nun endlich ist die Sonne da und bescheint etwas später sogar unseren Balkon.

    Wir haben für den frühen Abend noch etwas gebucht, eine Fantasiafahrt zu den Berbern mit Programm und Abendessen, von der ich irgendwo schon mal eine positive Beschreibung gelesen hatte.

    Um 16.45 Uhr geht es los. Die als Schauplatz angepriesene „Berberfestung“ ist zwar nur ein zugeschüttetes Freibad, aber wir werden empfangen von Trommeln und Musikern, bekommen im Verlauf ein wenig Akrobatik zu sehen und eine Feuershow (für die es leider noch zu hell ist, genau diese Art Feuerakrobatik hat unser Sohn vor Jahren auch mal praktiziert), Pferde reiten Scheinattacken, Büchsen knallen, kurz: da wird sich echt bemüht, uns Touris zu unterhalten. Anschließend geht es in ein großes Zelt, wo runde Tische für je 8 Leute eingedeckt sind, sogar Wein wird angeboten. Hier erhalten wir ein mehrgängiges marokkanisches Menü, das meinen Mann und mich ehrlich entzückt (der Führer vom Vormittag hatte behauptet die marokkanische Küche sei die viertbeste der Welt).

    Zuerst gibt es verschiedene Gemüse, teils als Salat, teils gegart, beides für europäische Gaumen ungewöhnlich gewürzt. Den nächsten Gang bilden eine Art Frühlingsrollen bzw. Teigtaschen: gefüllt mit Gemüse und Hühnchenfleisch (süß u.a. mit Zimt abgeschmeckt) und mit Kartoffelmasse (salzig im Kontrast dazu). Der Hauptgang ist ein Eintopf in einem großen Behältnis für alle serviert, bestehend aus Huhn, Kartoffeln, Blumenkohl, Möhren, Oliven u.v.m., wirklich sehr lecker. Zuletzt kommt noch Obst und schließlich Gebäck. Zwei Männer an unserem Tisch aßen fast nichts, der eine hatte eine Magenverstimmung (oder schob eine solche vor) – warum sie überhaupt mitgefahren waren, erschloss sich uns nicht. Zwischen den Gängen gab es zudem Musikeinlagen und auch eine Bauchtänzerin erschien.

    Wohl gesättigt und aufs Beste unterhalten sitzen wir nun da, da wird diskret ein kleines Körbchen für eventuelle Trinkgelder herbeigebracht. Wir legen 5 € hinein, denn es hat uns gefallen, doch niemand an unserem Tisch tut es uns nach, sie hatten alle angeblich oder tatsächlich gar kein Geld dabei. Auf mich wirkt das peinlich. Da mühen sich 20 Leute mehrere Stunden, nun ja – man hat den Ausflug bezahlt, aber selbst in Deutschland ist man nicht so knickerig.:rolleyes: (Ähnliches fiel mir auch bei allen Busausflügen auf, wo nur einige dem Busfahrer und dem oder der Reise-Führer(in) ein Geldstück zusteckten).

    Gegen 21 Uhr sind wir zurück auf dem Schiff und gehen noch bis Mitternacht in die Schaubar, denn morgen ist wieder Seetag.

    Montag, 4. März 2019: 1. Seetag

    Wir frühstückten im zunächst schwach besuchten „Esszimmer“, was 6,50 € pro Person kostet, worin allerdings der frischgepresste O-Saft zu den sonst üblichen 2,90 € schon enthalten ist, so dass es sich allenfalls um einen symbolischen Preis handeln kann, mit dem man wohl die Besucherströme ein wenig zu regulieren versucht.

    Im Diamanten, wo auch das „Esszimmer“ untergebracht ist, ist es sehr ruhig und man hat einen phantastischen Heckblick.

    Mindestens vier Kellner wuseln um uns herum, bieten Brot an, nehmen Bestellungen auf, bringen Kaffee. Nicht alles klappt schon optimal, erst kommt z.B. der Ober mit dem allgemeinen Brotangebot, etwas später dann ein anderer mit Artisan-Brot. Ich bestelle mir Egg Benedict, weil ich das noch nie gegessen habe und einige im Pooldeck24-Forum so davon schwärmen. Es schmeckt auch tatsächlich gut, doch werde ich beim nächsten Besuch dahier lieber mal das Rührei mit Trüffel probieren.

    Den Tag über laufen wir auf dem ganzen Schiff umher und erkunden alles Neue, am Nachmittag besuchen wir den ersten Lektorvortrag zu Agadir. Das Wetter beschert uns heute höchsten 18 Grad und es ist recht windig. Abends ist es uns zu kalt zum Draußensitzen.

    Wir gehen 20.15 Uhr in die Schaubühne. Dort läuft „Dick und Doof – Der Klaviertransport“. Ich habe schon sehr lange keine Filme mit den beiden mehr gesehen. Das Ganze wird am Flügel musikalisch unterlegt und vor allem sprechen mehrere Schauspieler vom Ensemble sämtliche vorkommenden Rollen. Das ist urkomisch und alle amüsieren sich königlich. Stan Laurel und Oliver Hardy sind aber ohnedies begnadete Komiker, es macht viel Spaß zuzusehen, wie Erwartungen beim Publikum aufgebaut und düpiert werden. Nach der Vorstellung gehen wir noch ein Stündchen in die Schaubar, wo eine Life-Band spielt.

    Sonntag, 3. März 2019: Anreise

    Wir wollten um 6.20 Uhr von Tegel nach Gran Canaria fliegen. Also fuhren wir morgens um 2 von daheim los, gaben das Auto auf einem Parkplatz im Umfeld ab und wurden per Shuttle zum Terminal gefahren.

    Kurz nach 4 Uhr konnten wir auch tatsächlich das Gepäck abgeben, erfuhren aber sofort, dass der Flieger wahrscheinlich zwei Stunden Verspätung haben wird, weil es technische Probleme gegeben habe und erst ein neues Flugzeug von Hannover hergeschafft werden müsse. :( Wir wappneten uns also mit Geduld – es dauerte auch noch ein Weilchen, bis die Sicherheitskontrollen besetzt wurden und als wir auch da durch waren, mussten wir uns zunächst mit Getränkeautomaten behelfen, denn die Cafés hatten alle noch geschlossen, nur die Läden im DutyFree boten schon allerlei Schnickschnack an.

    Doch etwa 8.20 Uhr ist es endlich soweit, wir heben ab, das Tuifly-Ersatzflugzeug ist sogar besonders hübsch, nicht im üblichen TUI-Blau, sondern zur Abwechslung einmal sonnengelb lackiert. :)

    Wir haben unsere Plätze dort, wo man ein wenig mehr Beinfreiheit hat, denn eine Sitzreihe ist ausgebaut, weswegen die Nummerierung auch nicht mehr ganz stimmt. Alle Leute mit TUI-Anreise-Paket bekommen unterwegs ein durchaus schmackhaftes Käsebaguette sowie je ein Heiß- und ein Kaltgetränk nach Wahl. Die Stewardess gibt aus Versehen auch eines an den Mann auf dem Gangplatz neben uns und muss das dann allen Ernstes wieder einkassieren.

    Doch sonst klappt nun alles und gegen 13 Uhr Ortszeit sind wir auf unserem Schiff, der neuen Mein Schiff 1. Der Online-Checkin geht dabei genauso fix wie derjenige ohne.

    Im Hafen sind gerade die Aida Nova und die Stella, doch wir haben fast nur Augen für unser Schmuckstück, die neue Mein Schiff 1. Vor uns liegen zwei Wochen Urlaub, unsere 4. Kreuzfahrt, eigentlich auch gleich noch die fünfte, denn zuerst hatten wir nur eine Woche gebucht und erst später verlängert. TUI-Cruises gönnt uns denn auch 2x auf dieser Reise die Mehrfachfahrer-Gutscheine für Pralinen und Champagner.

    Der Himmel ist leicht schleierig, aber die Sonne kommt später heraus und es sind trotz Wind knappe 20 Grad, sehr angenehm im Vergleich mit den niederen Temperaturen zuhause.

    Unser erster Weg führt uns ins „Anckelmanns“, wo sich gerade alte und neue Gäste die Klinke in die Hand geben, auch wir essen eine Kleinigkeit und sehen uns sodann die Außenalsterbar an. Die ist an sich nicht schlechter als auf den Vorgängerschiffen, die Unterteilung in einzelne Bereiche gefällt uns sogar recht gut - nur die Joggingstrecke verschandelt wirklich den Ausblick, auch zieht es nun zusätzlich noch von einer Seite mehr, denn die Bar ist nach backbord gerückt und bíetet dadurch steuerbord weniger Windschutz. Die neue Hohe-Luft-Bar hilft gegen all das nicht wirklich – die schöne Rundumsicht, die wir so mochten, ist dahin.

    Anders als vorausgesagt, bekommen wir keine SMS, dass unsere Kabine fertig sei. Wir gucken gegen 14 Uhr also einfach mal selbst nach. Und trara: alles perfekt, auch unsere großen Koffer sind schon da, die kleine Reisetasche aus dem Handgepäck, die wir am Bus einfach mit aufgegeben hatten, wird etwas später gebracht. Auch bringen mir unsere beiden Kabinen-Stewards noch am selben Abend einen passenden Bademantel und ein zusätzliches Kissen.

    Diese beiden sind wahre Perlen, immer freundlich und augenscheinlich gut drauf, fast jeden Tag erfreuen sie uns mit den phantasievollsten Bettdeckentieren. Wir haben eine wunderbare Balkonkabine, steuerbord auf Deck 9 , zwischen Treppenhaus B und dem Heck gelegen, im Allgemeinen sehr ruhig, nur unsere Nachbarn sind an den ersten Tagen ein wenig vernehmbar, wenn sie auf dem Balkon sind, ihre Kinder sind in der Innenkabine gegenüber, so dass da zuweilen etwas Trubel ist.

    Um 21.15 Uhr soll die Seenotrettungsübung sein. Unsere Musterstation ist diesmal die Schaubar. Wir gehen schon 20.45 Uhr dorthin, bekommen dadurch einen guten Sitzplatz und sogar noch ein Bier, so dass wir die Übung selbst besonders komfortabel absolvieren können. Wie immer wird ein Film gezeigt, der auch im Kabinen-TV permanent angesehen werden kann, Besatzungsmitglieder führen das Anlegen der Rettungsweste vor und an beiden Seiten tauchen Beauftragte auf, die Schilder mit den Rettungsboot-Nummern hochhalten. Vor allem aber wird die Vollständigkeit der Anwesenden kontrolliert (und natürlich fehlen wieder ein paar Namen oder Leute). Bei TUI hat man in den Kabinen keine Rettungswesten mehr, man möchte vermeiden, dass erst alles unnützerweise zu den Kabinen stürmt, im Notfall soll unverzüglich über die Treppenhäuser die jeweilige Musterstation aufgesucht werden. Dort und auf den Rettungsbooten selbst befinden sich genügend Westen für alle. Nachdem alles geklärt ist, beendet der Kapitän die Übung.

    Das für 22 Uhr vorgesehene Auslaufen verschiebt sich, denn noch immer sind nicht alle Passagiere da. Wir beobachten ca. 23 Uhr von unserem Balkon aus, wie noch zwei Busse eintreffen. Die letzten Gäste werden sofort von zahlreichen Besatzungsmitgliedern in Empfang genommen und es scheint, auch das Gepäck macht nicht den Umweg über die Crewtreppenhäuser, sondern wird sofort gebracht.

    Kaum sind alle herein, wird abgelegt. Da ich schon bei der Übung fast im Sitzen eingeschlafen bin, verfolge ich das Ganze nurmehr akustisch, liege im Bett und freue mich auf den ersten Seetag.:sleeping:

    Mein Mann aber stand noch lange auf dem Balkon und betrachtete die entschwindenden Lichter von Las Palmas.

    Wobei man in Kiel auch prima vom Bahnhof zum Schiff laufen kann. Wir haben im letzten Jahr einfach unsere Koffer abgegeben und waren froh, nach 5,5 h Zugfahrt ein bisschen die Füße vertreten zu können ;)

    Und wir sind voriges Jahr im Herbst sogar mit Gepäck zum Schiff gelaufen. Unser Zug kam noch vor Aufnahme des TUI-Shuttleservices in Kiel an. Das Schiff (bei uns die MS 4) sahen wir aber schon daliegen, als wir aus dem Bahnhof traten. Weil das Wetter stimmte und alles so nah aussah, machten wir uns per pedes auf den Weg, Es mögen maximal anderthalb km gewesen sein, schätze ich. Sogar die Kofferrollen haben es überstanden.

    Beim nächsten Mal werden wir zwei Paare sein und fahren mit dem Auto nach Kiel, weil wir keine gescheite Zug-Verbindung gefunden haben. Da kommen wir auf der Rückreise auch wieder in Kiel an und nicht wie voriges Jahr in Hamburg.

    Allen eine schöne Cruise wünscht Dorothea

    Hinter dem Fischmarkt ist ein recht großer, schön und gemütlich bestuhlter Außenbereich mit ungefähr 30 Tischen für je 2-6 Personen, wofür der genutzt wird kann ich gar nicht sagen, da stehen keine Besteckständer, die werden nur hingestellt, wenn jemand zum Frühstücken aus dem Anckelmann kommt. Der Fischmarkt selbst bedient diesen Außenbereich nicht. Der Bereich ist aber dauerhaft zugänglich, es wird dort abgeräumt, aber man kann dort nichts bestellen o.ä. Ist direkt unter der Außenalster, in die man auch hochgehen kann von dort aus.

    Auf der nMS1 gehörte dieser Außenbereich zum Anckelmanns, wir sind bei schönem Wetter recht gern dort gewesen. Ist der einzige Bereich, wo man noch direkt ins Schraubenwasser blicken kann, ohne Suitengast zu sein.

    [Übrigens zum Thema Frühstück im Atlantik. Wir haben am zweiten Tag den Versuch unternommen, unten zu frühstücken, wo das Büfett ist. Da war es gefühlt noch lauter und wuseliger als manchmal im Anckelmanns, aber mit eingeschränkter Platzwahl. Wir sind dann ins Esszimmer ausgewichen oder auch ins Tag&Nacht-Bistro, wo es ruhig zuging, aber in dem einen einen Obolus kostete, in dem anderen die Auswahl beschränkter war.]

    Wir haben auf der nMS1 zweimal im Esszimmer gefrühstückt, u.a. weil ich auch mal Egg benedict kosten wollte.

    In den 6,50 € ist der frisch gepresste O-Saft schon inbegriffen, der kostet sonst ja auch 2,90. Mithin kostet das Frühstück selbst dort ganze 3,60, also eher ein symbolischer Preis, den TUI wohl in erster Linie zur Regulierung aufruft, damit es dort ruhig ist und bleibt.

    Ein ruhiges Frühstück bekam man außerdem im Tag&Nacht.

    Als wir vor ca. 2 Wochen auf La Gomera waren, war es auch sehr windig. Zwischen Schiffswand und Hafenmauer bildete sich sogar eine Art Windkanal, in dem man kaum vorwärts kam und wo einem der Wind regelrecht den Atem abschnitt. Wenn ich alleine gewesen wäre, hätte ich kehrt gemacht, so schlimm war das. Mit Hilfe meines Mannes bin ich rückwätsgehend und total zerzaust da durch gekommen und hatte nach unserem Halbtagsausflug nicht die geringste Lust, das noch einmal zu probieren.

    Auf der Insel selbst ging es aber, da waren wir kaum beeinträchtigt.

    Ich musste jetzt erstmal in meinen Reiseaufzeichnungen nachschauen, wo das war - nun fiel es mir wieder ein. (Vielleicht sollte ich doch einen richtigen RB schreiben, man vergisst so vieles)

    Allen einen schönen Restsonntag wünscht Dorothea

    Wie bewohnten Anfang März für 14 Tage diese Kategorie-D-Kabine steuerbord im hinteren Schiffsdrittel und waren superzufrieden. Das Bett steht am Fenster, die Füße zeigen in Fahrtrichtung und es ist sehr ruhig, weil oben und unten alles Kabinen sind, von denen man fast nichts hört.

    Auch die Wege sind nicht weit, man ist etwa in der Mitte zwischen Heck und Treppenhaus B.

    Für unsere Sommerreise im Juli 19 hatten wir schon vor dieser Reise dieselbe Kabine gebucht und freuen uns nun noch mehr als eh schon. Auch alles andere wirklich top!

    Musterstation ist die Schaubar.