Beiträge von nordwind

    Castello - Labyrinth zwischen Markusplatz und Arsenal

    Teil 4 - Ziel in Sicht oder doch zu früh gefreut?

    Bisher ging es auch immer weiter, doch irgendwann stehen wir am Ende des Weges und müssen ein kleines Stück zurück, um eine Brücke über den Kanal zu finden. Auf der anderen Seite folgen wir weiter der gehofften richtigen Gasse und kommen unseren Ziel immer näher. Nicht jede Gasse führt zu einer geeigneten Brücke, so kommt es zu einigen Zickzack. Nachts oder bei Nebel möchte ich hier keinesfalls unterwegs sein. Allein der Gedanke daran lässt mich frösteln.

    Links oder Rechts? Beides scheint möglich, oder auch nicht.

    Das Bauchgefühl sagt rechts, doch da zeichnet sich im Hintergrund wieder eine Hauswand am Ende der Gasse ab, an der Schluß zu sein scheint. Also links. Leider falsch.

    Wir landen an einen schönen Campo. Hier fallen besonders die Schornsteine der Kamine auf.

    Natürlich steht hier auch wieder ein Pozzi, wen wundert´s wenn der Platz grad so heißt: Campo de Pozzi.


    Die von uns gewählte Abbiegung führt uns nur noch weiter weg und hier ist’s kaum noch schön oder romantisch zu nennen. Doch wohin jetzt, zurück? Irgendwo muss es doch weiter gehen. Dann sehen wir das kleine handgemalte Schild „ARSENAL“. Erleichtert folgen wir dieser Richtung, auch wenn wir jetzt tatsächlich auf die vermeintliche Hausmauer zu steuern.


    Es ist die Außenmauer des ARSENALS! Geschafft!




    Von jetzt an folgen wir entlang des Kanals der Fondamenta dei Pennini. An einem kleinen Campo sitzt einsam eine alte Venezianerin in ihrer Küchenschürze in der Sonne. Eine andere alte Dame mit der unvergleichlichen Grandezza der Italienerinnen hält sich aufrecht und stützt sich fest auf den Arm einer jüngeren Frau, vielleicht ihre Enkelin, während sie vor uns herschreitet. Mich beeindruckt die Würde die beide so unterschiedlichen Frauen ausstrahlen - der berühmte Stolz der Venezianer.



    Fast haben wir das Arsenal endgültig erreicht. Nur noch über die letzte Brücke und noch ein kurzes Stück entlang eines weiteren Kanals und wir stehen endlich an unserem Ziel: dem Eingangstor zum Arsenal von Venedig.




    Das ARSENAL - das Herz der Löwenrepublik

    Lg ücki

    :thumbup:8):thumbup:RB - Fortsetzung

    Castello - Labyrinth zwischen Markusplatz und Arsenal

    Teil 3

    Unterwegs sehen wir nicht nur abwetterte Fassaden oder Türen deren Farbe längst verblichen ist. Immer wieder fallen prächtige Türen, Familienwappen, wunderschöne Fensterdetails und vieles mehr auf.


    Castello ist vielleicht nicht so prächtig wie andere Stadtteile, doch auch hier finden sich verschiedene Palazzi und Kirchen.





    Lg ücki

    :thumbup:8):thumbup: RB Fortsetzung

    machten uns einen schönen Ladies Nachmittag im KidsClub und in der X-Lounge bei Häppchen und Champagner (für mich) und heißen Kakao (fürmeine Tochter). Hach, ist das Leben schön!

    Herrlich:)

    Da werden noch sicher viele Ladys Auszeiten in den nächsten Jahren folgen;)


    Mich haut jedesmal das Wolkenspiel vom Hocker, ich finde,das sieht man nur so im Norden.

    Voll erwischt - Nordlandvirus in Reinstform:S

    Lg ücki

    Auch wenn ich mich wiederhole, deine Infos sind genial.

    So präzise bekommt man das wohl nur hin, wenn man sich akribisch vorbereitet

    Das Fotobuch dazu ist auch toll. Ein Luxusreiseführer für Venedig.

    Capri51

    Hab lieben Dank für Dein Lob:)

    Sicher hab ich mich auf Venedig vorbereitet, doch mehr aus rein touristischer Sicht.

    Diese Fülle von Infos die ich mir inzwischen angelesen habe, hätten mich vor Ort eher erschlagen.

    Ich mag es wenn mich ein Ort noch überraschen kann, mich beeindruckt durch sein Flair und ich mich doch vor Ort bereits etwas auskenne und orientieren kann.

    Erst im Reisebericht vermischt sich alles zu dieser speziellen Mischung aus Geschichte, Geschichten und eigenem Erleben, naja und natürlich die Sprüche von Robby meinem kleinen Coautor.

    Kein Wunder, dass ich immer so lange zum Schreiben brauch, da sind ja auch noch so ein paar Fotos....

    Lg ücki

    Castello - Labyrinth zwischen Markusplatz und Arsenal

    Teil 2



    Was mag früher hier für ein Leben in den Gassen geherrscht haben…

    Ein wenig Normalität findet sich noch immer, wenn manchmal auch auf etwas kuriose Art und Weise, man muss nur genau hinschauen.

    Da werden Kaminessen einfach um ein Fenster herum mit Knick gebaut, eine Fenster öffnet sich genau über einer Gasse oder im tiefsten Gassenwirrwar versteckt, bietet ein Baumarkt allerlei Nützliches an. Selbstverständlich hängt die Wäsche malerisch über den Gassen oder sonstwo recht abenteuerlich und wedelt lustig im Wind.


    Gasse um Gasse, Brücke um Brücke, Kanal um Kanal laufen wir immer weiter Richtung Arsenal. Leben möchte ich ich in diesen engen Gassen nicht. Das sehen die Venezianer sicher anders, und doch werden es täglich weniger.




    Eingang zu einem Corte - einem Hinterhof.


    Der nächste Kanal mit Brücke findet sich immer, die Frage ist nach der wievielten Gasse mit Ecken und Winkeln.

    Und ein Sotoportego gewährt Einlass in die nächste Gasse.

    Lg ücki

    :thumbup:8):thumbup: RB - Fortsetzung

    Castello - Labyrinth zwischen Markusplatz und Arsenal

    Teil 1

    Ausgerüstet mit einem Stadtplan geht’s hinein nach Castello mit dem Ziel am Arsenal das Labyrinth wieder zu verlassen. Wir lassen uns darauf ein und schauen so einwenig in die Hinterhöfe der Venezianer.



    Der Weg führt uns vorbei an der Rückseite des Dogenpalastes mit Blick zur Seufzerbrücke. Noch sind wir mitten drin im touristischen Gewimmel. Doch das soll sich bald ändern.


    Die Ponte de la Canonica führt uns endgültig ins Wirrwarr der Gassen und Kanäle.


    Kleine Geschäfte bieten traditionelle oder touristische Waren an. Auffällig sind bereits hier die verschlossenen Ladengeschäfte.



    Eine kleine Stärkung muss sein. Der hübsche Campo ist noch recht touristisch, doch es gefällt uns hier sehr gut.



    Das tat gut. Cappuccino in Venedig hat ja so seine eigene Geschichte für mich.

    Auf geht's weiter hinein ins Labyrinth. Bisher war alles nur zum Aufwärmen.;)

    Lg ücki

    :thumbup:8):thumbup: RB - Fortsetzung

    Castello - das Arbeiterviertel

    Bettlaken, die nicht nur auf der Wäscheleine hängen, Brunnen, die keine Brunnen sind und Schulen, ohne Schüler

    Das Stadtteil Castello ist dicht bebaut. Immer dichter wurden die Häuser aneinander gesetzt, wenn das nicht reichte wurden die Gassen überbaut, damit wenigstens noch ein kleiner Raum zusätzlich Platz bot. Hier wohnten die meisten der Arsenalotti, die Werftarbeiter, oft auch in eigenen Quartieren. Diese engen Gassen enden oft abrupt an einem Kanal über den sie mit unzähligen Brücken verbunden sind.



    Ab und zu öffnet sich unvermittelt ein kleiner Campo, ein Platz meist mit einem Pozzi, einem venezianischen Brunnen, der eigentlich gar kein Brunnen im strengen Sinne ist.



    Zisternen - Wasserreservoire inmitten der Lagune

    Der Wassermangel an Süßwasser war für Venedig stets ein großes Problem.

    In Zisternen wurde Regenwasser gefiltert und konnte über die Brunnenköpfe als gereinigtes Trinkwasser entnommen werden.

    Bei Trockenheit wurde zusätzlich Wasser mit Booten aus nahen Flüssen herangeschafft.

    Seit 1884 liefert die Wasserleitung vom Festland ausreichend Trinkwasser.

    Es existieren noch rund 5000 erhaltene Brunnenköpfe, die Vera da Pozzo.

    Da wo etwas mehr Licht und Sonne Zutritt haben, finden sich auch einige Prachtbauten, so z.B. Kirchen und Palazzi oder auch sogenannte Scuola, das sind Zunft- oder Gemeinschaftshäuser von Verbänden verschiedenster Art, seien es Handwerker, Kaufleute, oder verschiedene Nationalitäten. Oftmals dienen diese Räume auch religiösen Zwecken.

    Heute stehen in den Gassen viele Gebäude leer, werden anderweitig genutzt oder die Ladengeschäfte sind geschlossen.

    Wie orientiert man sich in diesem Wirrwarr? Vielleicht anhand der Straßennamen und den dazugehörigen Hausnummern? Das was anderswo sinnvoll erscheint, versagt in Venedig, zumindestens teilweise. Typisch sind die Straßen- und Brückenbezeichnungen an den Hauswänden. Auf einen schwarz umränderten Rechteck, den nizioleto – kleines Bettlaken -, steht der Name auf weißem Grund mit schwarzer Farbe. Soweit sind diese Bezeichnungen hilfreich, sofern sie mit den heutigen Namen übereinstimmen und sich kein Wechsel von der venezianischen Schreibweise zur italienischen in aktuellen Karten vollzogen hat.



    Als nächstes fallen unglaublich hohe Nummerierungen an den Hauseingängen auf. Was hat es damit auf sich? Die Habsburger schenkten den Venezianern eine straffe Durchnummerierung, diese sollte die Verwaltung erleichtern. Zur Orientierung sind diese nur bedingt nützlich, da einfach an einem Anfangspunkt eines Stadtteils begonnen wurde und am anderen Ende das letzte Haus die höchste Nummer erhielt. Dazwischen können die Nummern brav einer Gasse folgen oder auch nicht. Und da sind auch noch schwarze und rote Zahlen - mit Schwarz wurde bei der ersten Nummerierung begonnen, während der ersten habsburgischen Herrschaft. Nachdem Venedig zwischenzeitlich an Napoleon zurückfiel, wurde später eine nochmalige bis heute gültige Nummerierung, diesmal in roter Farbe vorgenommen.


    Gassen, Hinterhöfe und Durchgänge - das venezianische Labyrinth

    Innerhalb der einzelnen Stadtsechstel gibt es zusätzlich zu den Kanälen und Brücken ein verwirrendes Labyrinth aus Gassen, Durchgängen, den Sorteportego, und vielen Hinterhöfen und Plätzen.

    Manch Gasse ist kaum breit genug, dass zwei Personen aneinander vorbeigehen können.

    Fondamenta deuten an, dass hier der Weg entlang eines Kanals verläuft.

    Die Venezianer bezeichnen ansonsten ihre Wege als Calle. Die Unterschiede liegen im Detail. So ist eine Calle longa eine lange Straße, dagegen die Calle large eine besonders breite Straße.



    ++++

    Auf geht’s. Tauchen wir ab ins venezianische Labyrinth im Stadtteil Castello. Immer der Nase nach und über alle Kanäle parallel zur großen Promenade am Markusbecken, der Riva degli Schiavoni bis wir das Arsenal erreichen. Das ist zumindestens unser Plan. Ob es uns gelingt, ohne uns zu verlaufen? Was werden wir unterwegs alles so nebenbei entdecken? Wir sind gespannt.

    Lg ücki

    :thumbup:8):thumbup: RB - Fortsetzung

    Castello - die Anfänge Venedigs

    Castello gehört, neben Rialto, zu den ältesten Sestiere oder Stadtteilen von Venedig. Auf der dazugehörenden vorgelagerten Insel San Pietro di Castello, im frühen Mittelalter als Olivolo bekannt, begann die Besiedlung bereits im 7. Jhd. Aus dem Bischhofssitz von Olivolo entwickelte sich letztlich das Patriarchat von Venedig.

    Die Basilika San Pietro di Castello war Sitz des Patriarchen von Venedig, weit ab vom Machtzentrum der Dogen am Markusplatz. Dies änderte sich erst mit dem Ende der Republik Venedig. Der berühmte Markusdom wurde 1807 zum Sitz des Patriarchen.

    Und wo befindet sich dieses kleine geheimnisvolle Eiland voller Geschichte? Vom Markusplatz gesehen am anderen Ende der Stadt, dies war dem Rat von Venedig sicher gerade recht. Die mächtigen Ratsherren wollten sich gewiss nicht allzu viel in ihre Geschäfte dreinreden lassen.

    Wechselt man die Perspektive und schaut aus Sicht der Seefahrer auf Venedig begrüßen die Türme von Olivolo die Heimkehrenden zusammen mit denen weiterer vorgelagerter Laguneninseln. Damals wie heute strecken dazwischen die Kräne des Arsenals ebenfalls ihre Hälse in die Höhe und weisen den Weg zur großen Werft.

    Einzigartiges Venedig, vielschichtig, geheimnisvoll und immer wieder überraschend. Wer hätte dieser kleinen unbedeutenden Insel solch eine Vergangenheit und Bedeutung zugetraut, wo doch heute jeder Tourist zuerst an San Marco und den Dogenpalast denkt. Der Name Castello beruht auf dem ehemaligen Castell des ersten Bischofsitzes auf der Insel Olivolo, auf der wahrscheinlich tatsächlich, wie es der Name andeutet Oliven angebaut wurden, oder war es doch die Form der Insel gleich einer Olive, die diesen schönen alten und fast vergessenen Namen gab?

    Lg ücki

    :thumbup:8):thumbup: RB - Fortsetzung

    Bodenseesonne

    Herzlichen Dank für deinen wunderbaren Reisebericht rund um die Ostseeküste.

    Viele eigene Erinnerungen wurden wieder wach.:)

    Gerade die Markthallen sind so typisch für die östliche Küche. Alles frisch vom Markt zu holen gehört dort noch oft zum gewohnten Alltag.

    Euren Rundgang in Kopenhagen haben wir vor zwei Jahren fast genauso in umgedrehter Reihenfolge absolviert ;)

    Es war schön mit Euch zu reisen.

    Lg ücki

    Prima Teamarbeit mit Euch Susi66 und uschisiggi :)

    Manchmal braucht es halt den Blick von anderen:/

    Die Seite gefällt mir jetzt auch besser, als die ursprüngliche Variante, liebe Susanne. Sie muss in erster Linie zu Dir und Deiner Gestaltungsart passen.

    Achte noch auf genügend Abstand des Textes von der Mitte, wegen des Verlustes durch die Buchbindung. Gilt für alle Seiten.

    +++Ich vermisse den Fotobuchthread+++

    Lg ücki