Tach zusammen,
heute war es ein recht ruhiger Tag für mich.
Ich habe mich treibenlassen und den anderen bei ihren Beschäftigungen zugesehen. Ich habe nur zwei Dinge getan.
Als einen der ganz neuen Tagespunkte wurde das organisierte Hochseeangeln vorgestellt.
Wer wollte, konnte sich eine Angel beim KF Direktor abholen und dufte dann sein Glück vom Pooldeck probieren. Der Andrang und die Vorfreude war riesig. Aus allerlei Mündern vernahm ich den frohlockenden Ruf „Petri heil!“ Kurze Zeit später surrten die ersten Angeln. Mit über Bord gingen dabei auch allerlei Mützen, Kippen, Eheringe und 4 Personen schafften es tatsächlich ihr Gebiss zu verlieren. Es ist mir aber ein Rätsel, was manche als Köder verwendeten. Brot und Kombüsen Reste waren noch die am nachvollziehbarsten Produkte. Aber welcher Fisch beißt schon auf Sushi oder essbare Strohhalme?!
Da das ganze Intermezzo bei voller Fahrt von statten ging, fing der eigentliche Spaß beim Einholen der ersten Schnüre an. Schließlich standen die meisten Großwildjäger an den jeweiligen Seiten des Schiffs. Nur wenige am Heck. Nachdem sich die ersten 150 Angeln hoffnungslos verfangen haben, waren die Hecktriebler klar im Vorteil. Den größten Fang hatte am Ende des Tages ein Alleinreisender Mann aus Paderborn (kennt keiner, aber das macht nix, spielt in der ersten Liga). Sein Fang war drei Meter lang und wog 45kg. Das es sich dabei um ein altes Fischernetz handelte war nebensächlich. Denn es zählte der Fang aus dem Meer, nicht ob es essbar wäre.
Der Form halber sei erwähnt, dass dieses Spektakel ausschließlich den NICHT-Suiten Buchern vorenthalten war. Für die Suitengäste hatte man aus Sicherheitsgründen eine einfache Variante gewählt. Die bekamen nur Holzstöcke mit einer Schnur und einem Magneten. Damit durften sie vom X Sonnendeck die vorher im Pool drapierten Plastikfische, ebenfalls mit Magneten, „fangen“. Selbst das war noch kritisch, denn der Bordarzt musste 2x gerufen werden. Dennoch ein toller Spaß für alle. Der König des Fischernetzes hatte jedenfalls lange Gesprächsstoff an der Bar und ward sei dem nie wieder allein gesehen.
Mein zweites eigentliche Haileid war die Brückenführung. Endlich hatte ich mal Glück und gehörte zu den Auserwählten.
Auf der Brücke angekommen begrüßte mich ein groß gewachsener Mann mit weißer Mütze und weißer Jacke. Es war ein gewisser Sascha H. aus dem Black Forrest. Keine Ahnung was bedeutete aber die anderen waren hin und weg. Ich wollte mit meinem mir angeeignetem Fachwissen mit dem Meister aller Klassen fachsimpeln. Irgendwie war mir der Typ aber nicht suspekt. Meinen Fragen wich er aus und richtig was Neues lernen konnte ich auch nicht. Komischer Kauz. Stattdessen spielte er an allerlei Knöpfen rum, drehte daran und zog hieran. Pausenlos kommandierte er seine Mitarbeiter umher und gab die wildesten Anweisungen. Mit dem Steuer spielte er wie auf dem Atari64... Als dann auf einmal die Ankerketten rasselten fiel mir auch nichts mehr ein.
Nach einer Stunde wurde es mir zu blöd und ich ging.
Ich musste mich erst einmal von der Enttäuschung erholen.
Am Abend gönnte ich mir mal wieder die Wok Station. Das ist immer lecker und geht schnell. Als ich meinen Teller fertig hatte und abgeben wollte traute ich meinen Augen nicht. Hinter dem Tresen stand dieser Sascha H. und grinste mich an.
Erst nach einer weiteren Stunde konnte ich meine Gedanken wieder fassen und beruhigte mich. Allerdings blieb eine Frage des Tages ungeklärt.
wenn dieser Sascha H. der Koch war, wo war dann der Kapitän???
Diese Frage stellte ich später noch dem KF Direktor. Der sah allerdings auch anders aus als gestern. Er nahm meine Frage auf und will mir morgen eine Info geben.
Na da bin ich mal gespannt?! 

