Da es ja gewünscht ist, werde ich hier mal einen kurzen Bericht vom Jeckliner schreiben.
Die Route war Mallorca - Barcelona - Marseille - Seetag - Mallorca. Über die Destinationen brauche ich hier nicht groß zu schreiben, weil die waren sowieso nicht das Ziel der Jecken an Bord. Womit wir schon beim ersten Punkt wären.
Die Jecken Gäste: Eine bunte Mischung von Freunden des rheinischen Karnevals, die sich aus vielen Ländern Europas zusammen setzten. Ich persönlich habe kennengelernt Jecke aus (logisch) Deutschland, aber auch aus Österreich, Schweiz, Belgien, Niederlande und Polen. Und hier hat keiner einen Unterschied gemacht, woher man kam, auch nicht wenn man aus Düsseldorf war (Spaß). Der Kölner Express übertreibt da mal gerne, aber es waren schön deutlich mehr kölnisch angehauchte Jecken an Bord. Leider gab es auch einige Gäste an Bord, die entweder die Beschreibung der Reise nicht richtig gelesen haben oder von ihrem Reisebüro schlecht beraten worden sind. Man sah es ihnen wirklich an, dass sie absolut fehl am Platze waren.
Die Jecken Promis und Bands: Das Aufgebot an Stars ließt sich wie ein Who-is-Who des Karnevals: Bläck Fööß, Höhner, Klüngelköpp und Swinging Fanfares als Bands. Dazu kamen noch Borney und die TriTops, welche als Hamburger Partyband alle vier Abende die Schaubar zum kochen brachte. Hut ab vor der Leistung. Natürlich standen die anderen vier Bands dem im keinsten hinterher. Auch die rockten die Pool- bzw. Theaterbühne. Als Einzelkünstler waren Guido Cantz, der das ganze moderierte, Tom Gerhard, der als Hausmeister Krause bzw. als Tommy über die Bühne wirbelte und Philipp Godart, der mit seinen Mitsingkonzerten in der Schaubar uns allen den Text bekannter Karnevalsklasiker aus vollem Halse singen ließ. Herrlich.
Und als Traditionscorps des Kölner Karneval waren die Alstädter Köln 1922 e.V. mit 80 Mann (und Mariechen) an Bord. Eine klasse Truppe, die vier tolle Auftritte mit Ihrem Tanzpaar hingelegt hat. Und was der Express mal wieder hochgepuscht hat wegen Waffen an Bord, Die "angeblich" gefährlichen Gewehre waren soganannte Knabüs. Das sind Holzgewehre in den oben im angedeuteten Lauf ein Strüssche (Blumensträußchen) steckt. Das die Jungs und Mädels von der Security die nicht kannten war klar. Nach kurzer Aufklärung durften die Knabüs auch mit an Bord.
Die Crew: Nachdem vor uns ja die Metall Fans an Bord waren, dürfte es für die Crew ein kurzer Kulturschock gewesen sein, als die Jecken an Bord kamen. Aber, die Crew hat sich schnell auf das neue Publikum eingestellt und hatte auch keine Hemmungen das eine oder andere mal mitzufeiern. Ganz großes Kino.
Über das Essen brauch ich hier auch nichts zu schreiben, außer das es an einem Abend im Ankelmansplatz Rheinische Spezialitäten wie Himmel un Ääd, Sauerbraten, Mettbrötchen, Halve Hahn, Rievkooche, Düppekooche und noch so einiges mehr gab (die Nichtkölschen mögen mir verzeihen). Und zu erwähnen, es gab Kölsch und Altbier zusätzlich zum Bitburger frisch vom Fass an allen Tagen.
Der Tagesablauf: Wir waren am Anreisetag relativ spät, gegen 15 Uhr, an Bord. Viele sind mit den Frühfliegern gekommen und die Party war im vollsten Gange. An der Aussenalster war fast kein Platz mehr zu bekommen, es wurde lauthals gesungen, geschunkelt und gelacht. Das zog sich dann bis zu Abend weiter hin, wobei nach dem Essen und der SRÜ das ganze auf das Pooldeck verlegt worden ist, wo die Eröffnungsshow stattfand. Am späten Abend ging es dann in die Schaubar oder in die Abtanzbar. Ganz ehrlich, so voll habe ich beide noch nie gesehen. An den nächsten Tagen ging es immer um 11.11 Uhr am Pooldeck los, wo wechselweise zwei DJs auflegten, Philipp Godart und die Altstädter bis Abends und in die Nacht hinein für Stimmung sorgten. An Tag zwei, drei und vier fand am Abend im Theater die Karnevalssitzung statt. Naja, war keine richtige Sitzung aber klasse Unterhaltung. Guido Cantz führte durch das Programm und abwechselnd spielten Klüngelköpp, Höhner und Bläck Föös. Wobei zwei immer im Theater und der dritte am Pooldeck spielte, wechselweise. Die Altstädter waren mit Tanzpaar und Tom Gerhard jeden Abend auf der Bühne. Bei den Umbaupausen gab Guido Cantz einiges aus seinem Programm zum besten. Nach dem Theater ging es entweder hoch zum Pool, in die Schaubar oder in die Abtanzbar. Dort konnte man bis in die frühen Morgenstunden weiter feiern, was auch einige getan haben, sogar so weit, das sie den Weg zur Kabine nicht mehr gefunden haben und kurzerhand im Gang geschlafen haben. Wie gut das die Teppiche so schön weich sind.
Mein Resümee: Eine sehr, sehr lustige Reise, wo das Herz des Karnevalisten lacht. Und nicht nur das, wir habe Tränen gelacht, die Stimme heiser gesungen, viel getrunken (ja auch das gehörte bei uns dazu), eine Menge netter Leute kennengelern, getanzt und fast durchgehend Spaß gehabt.
Das "und fast" bezieht sich eigentlich auf den einzigen negativen Punkt auf dieser Reise. Wenn die Party um 11.11 Uhr anfängt und man sich den ganzen Tag in der Sonne den Alkohol in den Hals schüttet, ist am Ende des Tages leider nicht mehr viel von Verstand übrig. Klingt komisch, ist aber so. Leider sank das Niveau in meinen Augen am späten Nachmittag am Pooldeck ins Bodenlose, unterste Ballermann Schublade. Vieleicht nicht von allen die anwesend waren, aber von so einigen. Die haben das dann auch leider in die Restauranst transportiert. Man darf gerne auf so eine Tour lustig sein und auch mal laut lachen, aber das im z.B. Atlantic Abends die ganze Zeit, geht in meinen Augen garnicht. Dafür hat man die Bars, das Pooldeck und die Disco. Da kann man laut und lange feiern. Das ist wie gesagt meine persönlich Meinung und ich bin eine echte rheinische Frohnatur, die aber auch mal gerne für eine kurze Ausszeit beim Essen ist.
Laut unbestätigten Berichten soll es nächstes Jahr wieder einen Jeckliner geben. Ob wir dabei sind, mal schauen. Ist ja noch was dahin. Ich hoffe das ich hiermit Euch ein wenig Einblick in unsere Tour geben konnte.
Liebe Grüße
Christoph
P.S.: Sollte ich hier den einen oder anderen Gastkünstler vergessen haben, so war das nicht beabsichtigt. Wahrscheinlich hab ich diesen dann nicht gesehen.