Jetzt sind es nur noch gut 5 Wochen bis zu meinem Abflug und es wird langsam Zeit, sich um die Details der An- und Abreisen zu kümmern. Eigentlich sollte diese Planung nach all den Vorarbeiten nicht lange dauern und auch ohne größere Diskussionen machbar sein. Aber mit dieser Einschätzung lag ich voll daneben. 
Zuerst wollte ich mich um Heraklion kümmern, was mir am einfachsten erschien.
Von meiner Unterkunft sind es wohl nur knapp 400 Meter bis zur Haltestelle des Flughafenbusses, der laut Webseite alle 10-15 Minuten fährt. Das sollte also kein Problem werden und findet auch die Zustimmung meiner Finanzministerin. Nur die Irre schmollt etwas.
Irre: Nach 3 Tagen Trümmer und Museen will ich nicht mehr viel laufen. Ich will am Hotel abgeholt werden.
Finanzministerin: Für knapp 400 Meter lohnt sich kein Taxi. Die kurze Strecke kannst Du bestimmt noch laufen.
Irre: Ich will kein Taxi zur Bushaltestelle sondern zum Flughafen. Wir haben schließlich Gepäck dabei.
Finanzministerin: Das kommt nicht in Frage. Und das Gepäck muss Gipsy sowieso so kompakt zusammenpacken, dass sie es auch den Rest des Heimwegs allein transportieren kann.
Und damit schaut sie die Irre so angriffslustig an, dass diese erst einmal ein anderes Thema sucht.
Irre: Wie kommen wir eigentlich vom Schiff zum Hotel? Doch nicht etwa auch laufen? Und dann vielleicht auch noch verlaufen, weil wir das Hotel nicht gleich finden?
Finanzministerin: Wir verlaufen uns nicht, wenn Gipsy das gut vorbereitet hat.
Weil die beiden so aussehen als würden sie gleich einen Ringkampf anfangen, mische ich mich auch ein.
Gipsy: Wir müssen ja wohl zuerst ein Hafenshuttle nehmen. Aber ich habe noch nicht genau herausgefunden, wo das hält. Und bevor ich auf dem Hafengelände herumirre und keinen Ausgang für Fußgänger finde und dann auch noch in die falsche Straße abbiege, nehme ich lieber für die kurze Strecke ein Taxi.
Mein Blicke durchbohren die Finanzministerin: Wenn ich beide Hände voll habe mit Koffern ist das Navigieren über GPS und Karte ziemlich aufwändig. Da hilft uns ein Taxi beim Finden des Hotels. Und auf den Kaffee im Flughafen kann ich notfalls verzichten.
Die Finanzministerin hört nur etwas von "sparen" und gibt Ruhe. Somit ist die endgültige Entscheidung vertagt bis wir vor Ort sind.
Irre: Und jetzt kommt Dubai dran.
Finanzministerin: Halt, wir müssen erst noch schauen, ob wir die Hotels billiger bekommen können und dann umbuchen.
Finanzministerin: Ha, die anderen 3 Zimmer in unserer Unterkunft in Heraklion sind alle billiger geworden zu unserer Zeit. Das stornieren wir jetzt und buchen es morgen neu.
Gipsy: Wegen 5 Euro für 3 Nächte willst Du diesen Aufwand betreiben? Du spinnst.
Finanzministerin: Aber bei dem Hotel in Dubai gibt es ein Angebot, das 60 Dirham unter dem Preis unserer Buchung liegt.
Ich werfe nur einen Blick auf die Rate und überprüfe schon nicht mehr, ob die Ersparnis für einen Tag oder 3 Tage ist.
Gipsy: Finanzministerin, leidest du unter Reisefieber? Hast du die Bedingungen der Rate angesehen?
Finanzministerin: Was soll damit sein? Wir können Geld sparen?
Und sie hat wieder die Euro-Zeichen vor den Augen.
Gipsy: Entferne die Euro-Zeichen von deinen Augen, dann siehst du besser. Ich buche zum aktuellen Zeitpunkt garantiert nicht eine kostenlos stornierbare Rate in eine Prepaid-Rate um, nur um 60 Dirham zu sparen.
Die Irre hüpft herum und freut sich: Die Finanzministerin hat sich selbst disqualifiziert. Sie hat auch Reisefieber und kann nicht mehr richtig denken.
Sie versucht gleich, ihren Vorteil aus der Situation zu ziehen: Wenn wir in Dubai ankommen ist es Abend und ich bin bestimmt müde von der Reise. Da wäre es sicher ganz toll, wenn jemand mit einem Plakat mit unserem Namen darauf auf uns wartet und uns in unser Hotel bringt.
Finanzministerin: Das ist sicher schweineteuer. .... Die günstigsten Angebote sind nicht viel teurer als ein normales Taxi. Das können wir uns noch überlegen. Oder wir nehmen einfach ein pinkes Taxi. Das würde gut zu unserer Reise-Handtasche passen, die Gipsy schon in der engeren Auswahl hat.
Finanzministerin: Und zum Schiff kommen wir auch nur mit Taxi. Da fährt ja kein Bus. Das Taxi dafür können wir noch am Tag vorher vorbestellen, wenn wir die Situation besser einschätzen können.
Die Irre ist so überrascht, dass die Finanzministerin die Kombination Metro/Bus/Füße gar nicht in Betracht zieht, dass sie gar nicht weiter wegen einem Meet&Greet-Service quengelt.
Zuletzt wollen wir noch schauen, ob wir inzwischen die Fahrkarte für den Zug nach Zürich kaufen könnten. Und da kommt ein unerwarteter Schock.
Auf der Strecke wird in den nächsten Wochen ein Bahnhof umgebaut. Und dafür muss die Strecke ein paar Tage stillgelegt und mit Busersatz bedient werden. Und unser Anreisetag ist ebenfalls von der Stilllegung betroffen.
Irre geschockt: Was machen wir denn jetzt? Müssen wir wirklich gleich in einen Bus umsteigen und dann erst später in den schönen Zug? Und was wird dann mit unserem Frühstücks-Picknick im Zug? Das fällt wohl aus. 


Irre: Wenn es schon kein Frühstücks-Picknick gibt, können wir auch gleich mit einem Taxi oder Shuttleservice zum Flughafen fahren.
Die Finanzministerin umklammert mal wieder ihren Geldsack: Das kostet ja mindestens 100 Euro für uns. Das ist viel zu teuer.
Irre: Aber für den Zug gibt es auch keine Ermäßigung mehr, wenn man die Fahrkarte online kauft.
Finanzministerin: Eben. Das wird jetzt sowieso viel teurer als wir gedacht haben. Und der Aufpreis für 1. Klasse lohnt sich auch nicht mehr.
Irre: 

Das ist so doof. Jetzt bekomme ich nicht nur keinen Imbiss im Zug sondern muss auch noch mit dem ganzen Gepäck vom Zug in den Bus und dann wieder zurück in einen anderen Zug. 


Inzwischen habe ich die Bahnhofspläne genauer angesehen und gebe Entwarnung.
Gipsy: Das ist doch alles halb so schlimm. Die Schweizer rechnen doch beim Ersatz für den direkten Zug zum Flughafen mit Reisenden mit viel Gepäck und setzen passende Busse ein. In Kreuzlingen müssen wir nur vom Mittelbahnsteig zum Bahnhofsgebäude. Da gibt es Rampen und die Busse stehen ja gleich am Ende der Rampe.
Irre: Hey, der Bus fährt ja durch bis Frauenfeld. Aber der Zug fängt schon in Weinfelden an. Was soll das?
Gipsy: In Frauenfeld hält der Bus laut Bahnhofsplan gleich auf der anderen Seite von Bahnsteig 1, wo unser Zug dann abfährt. In Und wahrscheinlich kann der Bus die längere Strecke nach Frauenfeld besser in der verfügbaren Zeit hinter sich bringen als die kürzere nach Weinfelden. Der Bus nimmt bestimmt die Autobahn.
Irre: OK, aber das Frühstücks-Picknick muss trotzdem ausfallen.
Gipsy: Das darfst du auf dem Flughafen nachholen.
Finanzministerin: Aber nicht mit mir. Teurer als auf einem Schweizer Flughafen geht es kaum mehr.
Irre: Du hast wirklich Reisefieber und kannst nicht mehr klar denken. Wir dürfen doch in die Lounge und uns dort durchfuttern und so viel leckere Sachen trinken wie wir wollen. Das schaffen wir schon. Ist aber trotzdem schade. Aber die Butterbrezel kaufen wir trotzdem. Die kann ich essen, bevor der Zug in Konstanz abgefahren ist.
Finanzministerin: Jetzt müssen wir uns nur noch überlegen, wie wir von zu Hause zum Bahnhof kommen und wie wir vom Flughafen wieder heimkommen.
Irre: Heimkommen ist einfach. Da müssen wir nur den nächsten Zug nehmen und dann entscheiden, ob wir Bus oder Taxi fahren. Und zum Bahnhof können wir den Zug, Bus oder Taxi nehmen. Wenn es regnet, will ich das Taxi.
Die Finanzministerin ist wohl ziemlich erschöpft: Sollen wir es wagen, der Deutschen Bahn zu trauen, dass der Zug pünktlich fährt? Oder sollen wir nicht gleich den Bus einplanen und bei schlechtem Wetter am Abend vorher entscheiden, ob wir nicht doch ein Taxi nehmen?
Ich bin froh, dass wir diese ganzen Transfer-Entscheidungen an einem Abend vornehmen konnten. Natürlich muss ich noch einmal kurz vor der Reise überprüfen, ob sich etwas geändert hat. Aber erst einmal ist auch der Punkt "Wie kommen wir zum Flughafen/Schiff/Hotel?" erst einmal erledigt und wir können endlich schlafen gehen.
Und die Irre fängt schon kurz vor dem Einschlafen an zu träumen: Vielleicht muss die Bahn die Baumaßnahmen umplanen und unser Zug fährt doch durch.
Das müssen wir dringend noch am Tag vor der Abreise überprüfen.
Finanzministerin: Wir kaufen die Fahrkarte auch erst einen oder zwei Tage vor der Abreise und sehen dann, ob der Zug die ganze Strecke fährt. Und jetzt schlaf schön.