Wir haben auch gerade aktuell die besagte "Neue Blickwinkel-Tour" mitgemacht und ich berichte auch einfach mal kurz über die Erlebnisse.
Das wesentliche wurde ja bereits schon mehrfach erwähnt. 79€ pro Person, Anmeldung vorher an der Rezeption nötig. Laut Durchsagen des Kreuzfahrtdirektors, der die Tour mehrfach beworben hatte, beschränkt auf max. 20 Personen. Angekündigte Bereiche waren Küche, Lager, Wäscherei. Angegebene Dauer etwa 1,5 Stunden, Zeitpunkt um 16.00 Uhr an einem Seetag.
Eigene Fotos waren nicht erlaubt, dafür wurde die Tour durch einen Fotografen des Fototeams begleitet, der auf Wunsch jederzeit gern (später natürlich kostenpflichtige) Fotos macht. Ebenfalls begleitet wurde die gesamte Tour durch eine Mitarbeiterin aus dem Gästeservice (die dann aufpasst, dass zwischendrin niemand falsch abbiegt und in den Crewgängen verloren geht und dass die Gruppe zusammen bleibt.)
Zum Inhalt: Start war für unsere Gruppe von 24 Leuten um 16.00 Uhr im Diamanten mit Sektempfang durch den GM und dem Fotografen für ein Gruppenbild. Anschließend hat der Küchenchef übernommen, wir sind in den sagenumwobenen Crewgängen verschwunden
und wurden in die Hauptküche geführt. In der Küche war zu der Zeit logischerweise kein regulärer Küchenbetrieb, es waren lediglich einige Mitarbeiter dabei, kalte Vorspeisen für das Abendmenü im Atlantik vorzubereiten. Der Küchenchef erklärte uns dann alles zu Abläufen, Geräten usw. und beatwortete auch gerne Fragen. Danach ging es mit der Rolltreppe der Küche ein Deck tiefer in die Patisserie. Auch hier gab es gute Erklärungen und es war jederzeit möglich Fragen zu stellen. Da wir offenbar etwas zeitverzögert zum Plan waren, konnte man im Hintergrund bemerken, dass hier gleich die Arbeit weiter- bzw. losgehen sollte. Der Küchenchef erwähnte dies auch. Hier konnte man dann nochmal bemerken, wie zeitlich gut geplant diese Touren sein müssen, um keine regulären Arbeitsabläufe zu behindern.
Von hier aus ging es dann in die Lager- und Provianträume. Es wurde frisch gepresster Orangensaft gereicht und dabei schon einmal grob alles erklärt. Anschließend wurden uns alle Türen der einzelnen Räume geöffnet. Von den TK-Häusern für Fleisch und Fisch bis hin zu den Räumen, wo Spirituosen und der ganze Champagner gelagert wurde konnten wir überall hineinschauen und die Räume auch betreten. Insbesondere in dem Raum der Spirituosen nutzten einige Gäste die Gelegenheit, sich vom Bordfotografen vor den ganzen Flaschen und Kartons ablichten zu lassen 
Danach ging es in die Wäscherei, wo wir von der stellvertretenden oder assistierenden (?) Hausdame übernommen wurden (die genaue Jobbezeichnung ist mir gerade entfallen, es war auf jeden Fall etwas in der Art
)
Wie auch immer, eine sehr nette junge Dame, die uns dort durch alle Räume geführt hat. Von der beeindruckend großen Waschmaschine bis hin zu den Bügelräumen konnten wir überall einen Einblick erhalten.
So konnten wir sehen, wie zwei Mitarbeiter gerade Tischdecken in die große Maschine einlegten, wo die Wäsche hinterher schön glatt und gefaltet wieder herauskommt. Es wurde uns auch noch vorgeführt, wie die kleinen Sticker mit Kabinennummer an Wäschestücken angebracht werden, wie Sachen aufgebügelt werden usw.
Zeit für Fragen war auch hier jederzeit und man hatte auch nicht das Gefühl zu stören, im Gegensatz zu Küche und Lager lief die Arbeit in den Räumen zum Zeitpunkt der Tour ja weiter. Alle Mitarbeiter in den doch erstaunlich kleinen und engen Bereichen der Wäscherei waren freundlich und zeigten uns scheinbar gern ihre Arbeit.
Den Abschluss fand die Tour dann in der Waterkant-Bar auf Deck 4. Hier war bereits ein keiner Bereich für die Tour-Gäste abgesperrt und mit kleinen Tellern eingedeckt. Es wurde Champagner und Häppchen gereicht. Dazu kam der Hotelmanager und beantwortete nochmals ausführlich Fragen und erzählte kleine Anekdoten über lustige Erlebnisse, aber durchaus auch zur aktuellen Lage mit Personalengpässen und Problemen bei der Container-Logistik.
Es war bereits nach 18.00 Uhr, unsere Tour war also recht lange unterwegs. Je nachdem wie viele Fragen aufkommen, kann man die angesetzten 1,5 Stunden sicherlich nie auf die Minute genau planen. Wer also die Blickwinkel-Tour bucht und im Anschluss noch etwas vorhat, sollte etwas Zeitpuffer dazwischen einplanen.
Fazit: für 79€ pro Person ein sehr hoher Preis für das, was man im Endeffekt herausbekommt: einen kleinen Blick hinter die Kulissen eben. Hier muss schlicht jeder für sich selber entscheiden, ob man das für gerechtfertigt hält. Wir fanden es am Anfang auch recht teuer, haben aber aus Interesse trotzdem gebucht. So eine Tour macht man schließlich in der Regel ja auch nur 1x und nicht auf jeder Reise. Auf den anderen Schiffen sieht es schließlich auch nicht viel anders aus.
Nachdem wir die Tour nun mitgemacht haben muss man allerdings sagen, der hohe Preis hat auch seine Gründe. Es steckt schon ein gewisser Planungsaufwand dahinter, die Gruppen können insbesondere im Küchenbereich nur durchgeführt werden, wenn hier gerade kein Betrieb stattfindet. Dazu kommt das gebundene Personal (GM zur Begrüßung, Fotograf + Mitarbeiterin aus dem Gästeservice, die dauerhaft mitlaufen. Personal aus Küche, Lager, Wäscherei. Im Anschluss noch der Hotelmanager und zwei Servicemitarbeiter, die der Gruppe in der Bar Häppchen und Champagner servieren.) Ansonsten lag später auf der Kabine noch ein Gutschein pro Person für ein ausgedrucktes Foto nach Wahl der Tour, welches man sich beim Fototeam bestellen konnte.
An einem weiteren Seetag fand noch eine zusätzliche Blickwinkel-Tour statt, diese wurde aber nicht mehr offensiv im Tagesprogramm oder mit Durchsagen beworben. Entweder war die Tour den Suitengästen vorbehalten oder aber die erste Tour war so gut nachgefragt, dass zwei daraus gemacht wurden. Wir haben die Gruppe zufällig beim Abschluss in der Waterkant-Bar gesehen, auch hier waren es wieder 24 Leute. Besucht wurde diesmal statt der Wäscherei das Theater (Küche und Lager waren identisch zur ersten Tour). Trotz des hohen Preises scheint die Nachfrage durchaus vorhanden zu sein. Wir sind auf jeden Fall froh die Tour gemacht zu haben, da man doch viele interessante Einblicke erhalten konnte.