Beiträge von Mara88

    11.01.2025 Punta Arenas, Chile - Teil 1

    Liegezeit von 13:00 bis 18:00

    Können und Mut bringen einen ans Ziel

    Die nächtliche Schiffspassage ist erfolgreich verlaufen und unser Kapitän hat uns sicher nach Punta Arenas gebracht. :):thumbup:

    Dies und Das – Die Tender Plattform bei HAL

    Da bereits unsere beiden letzten Häfen, Puerto Montt und Chacabuco sowie auch heute Punta Arenas Tenderhäfen sind, möchte ich Euch die Tender Plattform von HAL zeigen, da ich dies so von anderen Reedereien nicht kenne.

    Vom Inneren des Schiffes gelangt man bequem zu einem eigenen Ausstiegsbereich. Dieser ist hinter der normalen Ausstiegsluke, außen vor dem Schiff. Von hier kann man bequem eine Treppe hinuntergehen. Hier befindet sich auch wieder ein eigener Plattformbereich, von dem man bequem in das Tenderboot steigen kann.

    Bei anderen Reedereien ist es oft so, dass man direkt aus der Luke in das Tenderboot steigen muss. Das wird schon bei leicht unruhigem Seegang zum Balance Akt. Passen Luke des Schiffs und Einstiegshöhe des Tenderbootes auch wirklich zusammen?

    Neben dieser bau-technischen Konstruktion ist die Crew von HAL ausgesprochen gut ausgebildet für das Tendern. Sie helfen einem sehr sorgsam, aber auch zielführend ins Tenderboot. Sie sind sehr hilfsbereit und geduldig beim Umgang von Menschen, die nur mühsam ins Boot kommen. Das Tender Team behält immer die Ruhe und kein Passagier wird unnötig gedrängt oder gehetzt. Das dauert zwar manchmal gefühlt länger, aber ist es vermutlich gar nicht. Denn im Gegensatz zu anderen Reedereien werden die Boote sehr selten bis auf den wirklich allerletzten Platz aufgefüllt. Man hat also auch während der Tenderfahrt noch das Gefühl „Ich bekomme Luft“.

    Gleichzeitig gibt es beim Tendern und auch an der Gangway, wenn das Schiff direkt im Hafen liegt, Crew Mitglieder, die für den speziellen Einsatz für oder mit Rollstuhlfahrern ausgebildet sind. Soweit ich weiß, gibt es hier für Gäste, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auch einen eigenen Aufzug, der sie bis zur untersten Ebene auf die Tenderplattform bringt.

    Insgesamt ist uns das sehr hilfsbereite Verhalten der Crew gegenüber Menschen mit Behinderung sehr positiv auf unseren Reisen mit HAL aufgefallen.

    Anmerkung: Das Foto von der Tenderplattform stammt von der Koningsdam vor Maui. Sie gehört zu der größeren Schiffsklasse von HAL, der Pinnacle Class. Die Plattform auf der Oosterdam ist aber sehr ähnlich, halt nur etwas kleiner.

    Willkommen in Punta Arenas. Willkommen an der Magellanstraße.

    Die Stadt hat inzwischen ca. 140.000 Einwohner und sie wächst weiter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis ca. 1940 erlebte sie eine ihrer absoluten Blütezeiten. Bevor der Panama Kanal gebaut wurde, war sie die wichtigste Hafenstadt im Süden Südamerikas. Damals wie heute spielen der Fischfang und die Schafszucht eine besondere Rolle für die Stadt.

    Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts ist hier der ein oder andere Auswanderer sehr reich geworden, darunter auch einige Deutsche. Mit Wal- und Robbenfang und der Aufzucht von riesigen Schafherden, konnte man damals viel Geld verdienen. Daher wird Punta Arenas auch gerne als die Stadt der Schaf-Barone bezeichnet.

    Bei einer Stadtbesichtigung sieht man an manchen Stellen noch die imposanten Bauten der prachtvollen Villen aus dieser Zeit.

    Beim Besuch von Punta Arenas hat man als Kreuzfahrt-Besucher eine wesentliche Frage zu klären. Pinguine Ja oder Nein. Wenn die Antwort „JA“ lautet, zieht es die meisten zur Magdalenen Insel. Hier lebt eine sehr große Pinguin Kolonie, die man mittels eines Bootausfluges besuchen kann. Diese Touren sind sehr begehrt und daher wohl auch schnell ausgebucht.

    Beantwortet man die Frag mit „Nein“, zieht es die meisten in die Stadt, zum Sight Seeing oder in die Umgebung. Eine Stadtbesichtigung kann man auch gut alleine absolvieren, wenn man sich vorher seine Spaziergangsroute überlegt hat. Oder man macht eine geführte Tour.

    Sowohl für die „Pinguin“ als auch die „Stadt“ - Variante gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten und ebenso viele Anbieter (Reederei und andere Touranbieter).

    Dies und Das – Wo liegt die südlichste Stadt der Welt?

    Eine Grundsatzfrage bleibt aber für jeden Besucher gleich. Ist Punta Arenas nun die südlichste Stadt der Welt oder ist es doch das kleinere Ushuaia? Die Antwort, die man hier in Punta Arenas erhält, ist ziemlich klar. Wir sind die Stadt, Ushuaia ist ein Dorf. Das sehen die Bewohner von Ushuaia natürlich anders. Ihre Stadt liegt sachlich gesehen südlicher. Und wenn man bedenkt, dass es dann noch den viel kleineren Ort Port Williams gibt, der noch südlicher liegt als Ushuaia, bleibt die Frage offen. Oder anders gesagt, dass kann jeder Besucher für sich entscheiden. Weit weg und tief im Süden sind sie alle. ;)

    Für Punta Arenas hatten wir ursprünglich einen privaten Ganztagesausflug gebucht. Neben der Stadtbesichtigung hätten wir auch den Parque del Estrecho und das Forte Bulnes ganz im Süden der Region besichtigt. Doch durch unsere Routenänderung und die verkürzte Liegezeit mussten wir diesen stornieren.

    Daher hatten wir kurzfristig (also einen Tag vorher) über HAL einen deutschsprachigen Ausflug „Highlights von Punta Arenas“ gebucht.

    Unser Treffpunkt heute war im „World Stage“ Theater. Hier bekamen wir die obligatorischen Farbsticker mit Ausflugsnummer und tenderten gemeinsam mit unserer Gruppe an Land. Das klappt in der Regel immer recht gut bei HAL.


    Geht gleich weiter, wir sehen uns an Land in Punta Arenas …

    10.01.2025 Entlang der Pazifik-Küste - Teil 2

    Weiter ging unsere Fahrt entlang Patagoniens. Am späten Nachmittag bogen wir dann in einen geschützten Seitenarm eines Fjordes.

    Jetzt begann für den Kapitän und seine Navigations Crew „Mission Impossible“ – Würde ihr Zeitplan und die Routenberechnung aufgehen?

    Wir dagegen konnten die wunderschöne Landschaft genießen. Wir waren mitten in Patagonien. Der Anblick der mächtigen Anden erinnerte mich wieder an unseren tollen Flug von Buenos Aires nach Santiago de Chile über dieses große Bergmassiv. Unglaublich was wir seitdem alles erlebt hatten und wie unendlich lang diese Bergkette ist. Sie, die Anden, waren immer noch da.

    Die aktuelle Routenänderung war nicht schön. Natürlich hätten wir die chilenischen Fjorde mit ihren bekannten Gletscher Formationen gerne gesehen. Aber auf früheren Reisen hatten wir bereits das Glück Gletscher z.B. in Alaska oder Grönland zu erleben. Daher war dieser Wegfall für uns nicht so tragisch. Andere Gäste waren schon sehr enttäuscht. Sie hatten sich auf ihre „ersten“ Gletscher so richtig gefreut. Ich war dagegen über die verlängerte Liegezeit in Ushuaia happy. Auf diesen Hafen habe ich mich besonders gefreut und fand die ursprüngliche Liegezeit von 14:00 bis 20:00 Uhr sehr knapp bemessen.

    Uns beschäftigte an diesem Tag viel mehr die Frage, ob es wirklich mit der Antarktis klappen wird. Denn in 3 Tagen sollten wir in Ushuaia sein und dann würde am Abend unsere große Fahrt in die Antarktis starten. Dieser Teil der Reise war der Hauptgrund für uns, warum wir nach Südamerika geflogen sind. Kap Horn und die Antarktis waren für meinen Mann die absoluten Reise Highlights. Wir wussten aber auch, dass nicht jede geplante Reise in die Antarktis auch stattfindet. Das Wetter hier unten in Südamerika kann einem manchmal einen bösen Streich spielen.

    Wir konnten also nur die Daumen drücken, hoffen, dass der Wetter-Gott uns gnädig ist und immer wieder einen verstohlenen Blick auf die Windy App werfen. Aber die war halt aktuell einfach nur sehr pink.


    Dies und Das – Buchtipp „Der Pinguin meines Lebens“:

    Buch: Der Pinguin meines Lebens

    Auto: Tom Michell

    In diesem Buch wird die Rettung eines kleinen, völlig ölverschmierten Magellan Pinguins beschrieben. Der Lehrer Tom findet ihn in Punta del Este und nimmt ihn – notgedrungen- mit nach Buenos Aires. Er tauft ihn auf den Namen Juan Salvador und damit beginnt eine unglaubliche Freundschaft.

    Das Buch ist sehr charmant und nett geschrieben. Eine leichte Lektüre zum Schmunzeln, an einigen Stellen auch zum Nachdenken.

    Für alle, die Pinguine mögen, eine absolute Empfehlung. Für alle die Pinguine mögen und schon mal in Punta del Este, Montevideo und / oder Buenos Aires waren, aus meiner Sicht, eine Pflichtlektüre. Viel Spaß beim Lesen! ;)

    Ob wir es tatsächlich bis Punta Arenas geschafft haben, verrate ich Euch morgen.;)

    Viele Grüße und bis morgen

    10.01.2025 Entlang der Pazifik-Küste - Teil 1

    Wir sind auf der Flucht oder Pink verändert alles

    Eigentlich war für den 10. und 11. Januar das sogenannte „Scenic Cruising“ in den chilenischen Fjorden geplant. Dies ist in der Regel immer eine sehr schöne Landschaftsfahrt mitten durch die chilenischen Fjorde, wo man z.B. den imposanten Amalia Gletscher sehen kann und auch den Sarmiento Channel passiert.

    Per Durchsage wurden wir an diesem Morgen informiert, dass es um 10:00 Uhr im Theater ein „Kapitäns-Briefing“ gibt.

    Die vom Pazifik heranziehenden Stürme und Winde der letzten Tage kamen mit ungebremster Wucht auf die chilenische Südspitze zu. Vergleichbar zu einem Hurrikan oder einem Taifun. Allerdings gibt es diese Kategorie Bezeichnung für den Süden des Südamerikanischen Kontinents nicht.

    Der Kapitän schilderte uns anhand mehrerer Wetterkarten und Grafiken die aktuelle Lage. Die Vorhersagen für die nächsten Tage, für die Region rund um Punta Arenas, hatten es in sich. Das Sturmtief zog genau dorthin. Ich sage es mal flapsig „sie waren pink“ in Anlehnung an die Windy App. Aufgrund der aktuellen Wetterlage, würde eine Anfahrt von Punta Arenas für den ursprünglich geplanten Termin am 12. Januar 2025 nicht möglich sein.

    Zugleich musste die Oosterdam aber auch Schutz vor den aktuellen Stürmen suchen, die direkt auf die chilenische Pazifikküste zusteuerten. Sie hätten uns mit voller Wucht erwischt.

    Daher war die einzige Lösung, um uns aus dieser sehr unangenehmen Lage zu befreien, eine sehr zügige Fahrt entlang der Pazifikküste. Tief im Süden wollte der Kapitän im Landesinneren nach einem geschützten Platz für die Oosterdam suchen.

    Sein Ziel war es den Besuch von Punta Arenas einen Tag vorzuziehen. Denn für diesen Tag war ein kleines Hoch auf den Wetterkarten zuerkennen, bevor das nächste Sturmtief die Stadt erreichen würde.

    Das klang erst mal gut. Allerdings hatte einer der Fjorde, die wir auf dieser neuen Route durchfahren mussten, nur eine maximal Tiefe von 8 Metern. Nach den Berechnungen des Kapitäns mussten wir genau um 01:00 Nachts diesen passieren, um die optimalen Tide Verhältnisse ausnutzen zu können. Sollte dieser Plan nicht gelingen, wäre ein Anlaufen von Punta Arenas am nächsten Tag nicht möglich.

    Was wir an den dann folgenden Tagen machen werden, würde er mit seinem Team jeweils zeitnah entscheiden. Die aktuelle Planung war weiterhin Ushuaia 13. Januar anzulaufen. Allerdings mit verlängerter Liegezeit. Er wollte bereits morgens um 09:00 hier anlegen und wie geplant bis 20:00 bleiben.

    Jetzt hieß aber es erst mal Schiff, Mannschaft und Gäste in Sicherheit zu bringen.

    Auf die Frage eines Gastes, ob denn genug Lebensmittel an Bord wären, sagte der Kapitän nur trocken. „ Ab jetzt gibt es nur noch Wasser und Brot“ – Gelächter im Publikum – Dann sein Nachsatz: „ für Suiten Gäste: Wasser, Brot und Butter.“ Ich mag diese Art von Humor. ;):thumbup:

    Mit Vollspeed ging es nun entlang der Chilenischen Küste.


    Gleich geht es weiter …

    09.01.2025 Puerto Chacabuco / Chile - Teil 3

    Am Ende unseres „Trails“ erreichten wir ein kleines Restaurant direkt am See.

    Hier wurde gegrilltes Lamm vom offenen Feuer serviert. Dies ist ein sehr typisches Gericht in Patagonien und es war unglaublich lecker! Eine Tanzvorführung und live Musik sorgten für richtig gute Unterhaltung. Normalerweise sind solche Sachen ja nichts für uns. Aber hier hat echt alles gepasst. :thumbup:

    Dies und Das - Reiseberichte im Forum / Südamerika

    Zunächst einmal vielen, vielen Dank an all die „Reiseberichte-Schreiber“ hier im Forum. Mir macht es immer viel Spaß Eure Berichte zu lesen, Neues zu entdecken, tolle Tipps für die kleinen und großen Dinge zu finden und auch gerade in der Vorbereitung einer Reise sind hier so viele Berichte eine große Hilfe.

    Dieser Erfahrungsaustausch – gerade weil hier wirklich viele gute und fundierte Reiseberichte zu finden sind – macht „unser“ Forum für mich so besonders. Dafür vielen Dank an Euch alle. <3<3<3:thumbup::thumbup::thumbup:

    An dieser Stelle möchte ich mich bei Zweien von Euch heute ganz besonders bedanken, weil Eure Berichte für mich so extrem wertvoll waren bei der Planung dieser Reise.

    uschisiggi Liebe Siegrid, Dein toller Bericht von 2014 (Lissabon nach Valparaiso mit Oceania ) war einer der Gründe, warum wir unbedingt die Südspitze Südamerikas komplett umrunden wollten und bewusst nach eine Tour gesucht haben, die sowohl die argentinische als auch die chilenische Seite abdeckt und zusätzlich noch die Antarktis anfährt.

    Und heute an dieser Stelle, passt der Hinweis auf Deinen Bericht so gut rein, denn Du beschreibst in Deinem Reisebericht genau eine Tour, von den eingangs erwähnten zwei Anbietern, die mir für Chacabuco bekannt sind. Diese hatte ich auch in der engeren Wahl. Vielen, vielen Dank!

    Bremerin Liebe Verena, Dein genialer Reisebericht von eurer kompletten Südamerika Reise 2024 mit der Amadea war mir eine besondere Hilfe beim „Fine Tuning“ der finalen Gestaltung der Landgänge für unsere Reise. Deine so detaillierten Informationen zu den Häfen und Hintergründen, die Du in Deinen Berichten immer schreibst, sind einfach super. Vielen, vielen Dank!

    Nun geht es aber weiter. Die Ausfahrt am frühen Abend durch die Fjorde war wieder traumhaft. Zunächst verabschiedeten wir uns mit einem letzten Blick auf den kleinen Ort.

    Und dann ging es wieder durch die Fjorde zurück Richtung offenes Meer, zur Pazifik Küste.

    Liebe Foris, Liebe Mitfahrer, Liebe Mitleser,

    erst einmal vielen, vielen Dank für Euer Interesse, die Likes und vor allem Eure positiven Rückmeldungen. Sie sind ja so ein bisschen das „Seelen Schoki“ für die Schreiberlinge unter uns. Ganz herzlichen Dank! <3:thumbup:

    Als ich mit meinem Bericht angefangen habe, dachte ich, dass mein geplanter Zeitpuffer ausreichend sei, um immer einen kleinen Vorsprung vom Schreiben zum Einstellen zu haben. Das hat am Anfang auch prima geklappt. Aber seit 2 oder 3 Tagen ist er komplett aufgebraucht. Ich „arbeite“ also just in time. Und das ist einfach Stress pur für mich und macht daher aktuell keinen „echten“ Spaß mehr.

    Das Schreiben, das Raussuchen von Bildern und Informationen, das Konvertieren von Bildern usw. dauert einfach doch noch länger als ich gedacht hatte. Aber das kennen ja viele von Euch aus eigener Erfahrung.

    Also, ganz einfach. Ich brauche ein bisschen Luft und Zeit.;)

    Daher geht es erst am Montag, den 24. Februar 2025 weiter.

    Ich wünsche ich Euch allen jetzt schon ein schönes Wochenende!

    Aber natürlich verabschiede ich mich für heute nicht ohne ein paar abendliche Impressionen. Denn an diesem Abend war das Licht und die Stimmung ganz besonders schön …

    Also bis Montag – wir haben dann einen Seetag vor uns und kommen der Südspitze Südamerikas immer näher …

    Viele Grüße

    Anke

    09.01.2025 Puerto Chacabuco / Chile - Teil 2

    Heute haben wir einen Ausflug über die Reederei / HAL gebucht. Ich dachte es könnte ganz nett werden. Aber was soll ich sagen? Wir waren beide am Ende total begeistert.

    Unser Ausflug hieß „Patagonia Nature in Depth“ – Startzeit um 12:15, Dauer 5 Stunden, Wanderung im Aikendel del Sur Natioanlpark mit Barbecue.

    Wir sind ca. 20 Minuten mit dem Bus in das Naturreservat gefahren und waren mitten im „Regenwald“. Unser Guide war heute Nikolas. Er arbeitet hier als Ranger im Nationalpark und ist vor zwei Jahren aus Santiago de Chile hierher gezogen.

    Bevor unsere Wanderung (ein sogenannter Trail) losging, erhielten wir zunächst einmal einige Information und Hintergrund in der Eingangshalle zum Reservat, eine Art Museum.

    Die einzelnen „Wandergruppen“ starteten etwas zeitversetzt, so dass jede Gruppe wirklich für sich alleine unterwegs war.

    Die Waldgebiete hier in den Regionen sind relativ jung. Etwa 150 bis 175 Jahre alt. Als im 19. Jahrhundert die ersten Siedler hierher kamen, waren sie im Rahmen der „Urbanisierung“ schon gründlich gewesen. Es wurde so ziemlich alles gerodet, was ging. Holz war damals wie heute ein sehr gutes Geschäft. Leider wurde auch später, als man die Gebiete wieder neu aufgeforstet hat, der wirtschaftliche Aspekt in den Vordergrund gestellt. Es wurden und werden bevorzugt schnell wachsende Gehölzarten angebaut. Gerne in Monokulturen. Eukalyptus, den man hier oft sehen kann, ist übrigens keine heimische Pflanze aus Südamerika.

    Daher ist dieser Naturpark, den wir heute besucht haben, schon etwas Besonderes. Hier wird extrem auf den Erhalt und die Vielfalt der beheimatet Pflanzen geachtet.

    Unsere Wanderung dauerte tatsächlich fast 2 Stunden – für 3 km.;)

    Es wurden immer wieder Stopps eingelegt, wo Niklas uns viel zu Pflanzen, der Natur und einigen Vogelarten erzählte.

    Aber die „Geh-Geschwindigkeit“ war unglaublich. Es war „Steh-Gehen“ – so langsam kann man sich eigentlich gar nicht bewegen. Eine völlig neue Erfahrung.

    Aber die Stimmung und die Atmosphäre war so beeindruckend und ganz besonders, das wir irgendwie ganz entspannt wurden. Ich glaube so stelle ich mir „Wald-Baden“ vor. Und das obwohl unsere Gruppe aus fast 30 Personen bestand.

    Hier nun noch mal ein paar Bilder in groß zum „Mit-Baden“, falls Ihr Lust habt. ;)


    Gleich geht es weiter mit unserem Barbecue ….

    09.01.2025 Puerto Chacabuco / Chile - Teil 1

    Liegezeit: 10:00 bis 18:00

    Grün kann unglaublich beruhigend sein

    Willkommen in Patagonien

    Puerto Chacabuco ist ein ganz kleiner Ort mitten im Fjordbereich der südlichen Carretera Austral.

    Die Einfahrt durch die schmalen Fjorde ins Hinterland war schon atemberaubend – man hatte das Gefühl in Norwegen zu sein. Der Anblick der schneebedeckten Berggipfel, die hier einfach durch die Anden viel höher und größer sind, haben uns sprachlos gemacht.

    Diese wunderschöne Passage ist für mich ein gutes Beispiel, warum man einfach Kreuzfahrten machen sollte oder muss. ;)

    Im Tagesprogramm wird auch besonders auf diese Panoramafahrt mit dem Vermerk „Scenic Cruising“ hingewiesen. Und daher war es schön, dass wir erst um 10:00 angekommen sind. So war morgens genug Zeit, diese auch in Ruhe genießen zu können.

    Dies und Das – Landgang Chile – Keine Einfuhr von Lebensmitteln

    In Chile (und auch in Argentinien) ist das Mitnehmen von Lebensmitteln nicht erlaubt, genauer gesagt verboten. Der Kreuzfahrtdirektor betont das auch an jedem Hafen mehrmals in seinen Durchsagen. „Keine Lebensmittel. NUR Wasser“. Da fragt man sich schon, was an dieser – aus meiner Sicht – klaren Aussage nicht zu verstehen ist. :/

    An jedem Hafen passiert man als erstes wenn man an Land kommt, das jeweilige Kreuzfahrtterminal mit den üblichen Gepäck-Kontroll-Bändern. Hier werden die Taschen und Rucksäcke der ankommenden Tagesgäste durchleuchtet. Und was finden die netten Kontrolleure in den Taschen der Cruise Gäste: „Bananen, Äpfel, belegte Brötchen, usw.“ – und das nicht in kleinen Mengen. Da kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln … . Übrigens besteht auf die Einfuhr von Lebensmitteln sogar eigentlich eine hohe Strafe seitens der Behörden.

    Das ist das kleine Cruise Terminal in Chacabuco.

    Von dem heutigen Hafen hatte ich nicht besonders viel erwartet. Die Anzahl an privaten Anbietern ist ausgesprochen klein. Um genau zu sein, ich habe eigentlich nur zwei interessante Anbieter gefunden. Da diese Touren auch wieder mit einem Kleinbus gewesen wären, haben wir uns dagegen entschieden. Nicht falsch verstehen, ich mache extrem gerne Touren mit privaten Anbietern im Kleinbus, aber nur Kleinbus auf einer Reise, ist dann auch irgendwann eintönig. ;)

    Geht gleich weiter ….

    08.01.2025 Puerto Montt, Chile - Teil 4


    Abendspaziergang auf Deck 3, dem Promenadendeck

    Der Beginn einer großen Liebe …

    In den ersten Berichten vom Schiff habe ich Euch ja schon das schöne Promenadendeck gezeigt. An diesem Abend hat eines unserer liebgewordenen „Oosterdam –Rituale“ begonnen. Unsere täglichen Runden über das Promenadendeck.:love:

    An Seetagen ist es vormittags zwischen 10:00 und 12:00 immer recht gut besucht, d.h. es sind vielleicht 30 bis 50 andere Gäste hier. Dann „laufen“ hier viele pflichtbewusst hier „Bewegungsrunden“.

    Abends trifft man – erstaunlicherweise – hier nur sehr wenige Menschen. Die aber regelmäßig, immer wieder. So hatte sich nach ein paar wenigen Tagen eine kleine Gemeinschaft gebildet. Man redet nicht groß, stört den anderen nicht beim Genießen der besonderen Stimmung, aber man grüßt sich jeden Abend mit einem vertrauten Lächeln.


    Und dann gibt sie ja immer wieder mal

    diese ganz besonderen Sonnenuntergänge,

    die man so nur auf einem Schiff erlebt,

    die unvergesslich bleiben,

    und die einen tief berühren.



    Ich wünsche Euch beim Betrachten dieser Bilder einen besonders schönen „Lese-Guck-Moment“;)

    und sage Tschüss, bis morgen.

    Wir sehen uns dann zum nächsten Landgang in Chacabuco.

    08.01.2025 Puerto Montt, Chile - Teil 3

    Doch jetzt war erst mal Lunch Time. Wir fuhren zu einem kleinen, landestypischen Lokal, das auch viel von Einheimischen besucht wird. Uns hat es hier richtig gut gefallen. Natürlich konnte man hier auch wieder Empanadas kaufen. Ich habe heute einen überbackenen Maisauflauf – ein wohl sehr typisches Gericht für die Region- probiert. Lecker.

    Danach ging unsere Fahrt weiter. Wir verließen das Vulkangebiet und fuhren entlang des großen Sees, der hier die gesamte Region dominiert: Der Lagos Llanquihue.

    Die Landschaft wurde immer grüner, viele Felder waren zusehen. Die Häuser hier erinnern wirklich in vielen Fällen an die bekannten Häuser, die man im Schwarzwald findet.

    Inzwischen hatten sich die Wolken fast verzogen, man konnte immer mehr blauen Himmel entdecken.

    Als wir die hübsche Stadt Varas erreichten, schien sogar die Sonne. Hier gibt es viele Geschäfte und Hotels, die in dem bekannten „Schweizer Chalet Stil“ gebaut sind. Beim Bummel durch den beschaulichen Ort fühlte man sich eher wie in einem Skiort in den Alpen und denkt nicht, dass man sich langsam dem „Ende der Welt“ nähert. Auch hier entdeckt man immer wieder „deutsche“ Spuren der Einwanderer. Von der vorgelagerten Uferpromenade hat man einen wunderschönen Blick über den See.


    Und dann war er da. Mein ganz persönlicher Moment mit dem Osorno.

    Natürlich haben wir auch unser eigenes „privates Foto“ mit ihm zu Dritt. ;)

    Schöner und besser hätte dieser Tag nicht verlaufen können.

    Jetzt ging es wieder zurück nach Puerto Montt. Nach einem letzten Stopp an den Markthallen, die man sich auch einfach hätte sparen können, ging es zurück zum Hafen.

    Hier haben die Seelöwen von Puerto Montt unsere Liegezeit genutzt und ein gemütliches Schläfchen in der Sonne auf der Bugwulst der Oosterdam gemacht.

    Eigentlich sollten so viele Bilder ja für einen Tag reichen, oder?

    Aber ich kann es Euch nicht „ersparen“. Wir treffen uns gleich noch zum „Sun Downer – Spaziergang“ auf dem Promenaden Deck …

    Bis gleich ….

    08.01.2025 Puerto Montt, Chile - Teil 2

    Jetzt waren wir an den Saltos del Petrohue, den bekannten Wasserfällen angekommen. Hier ist es immer recht voll. Aber wir hatten Glück, Denis hatte unsere Ankunftszeit gut geplant. Ein ganzer Pulk an großen Bussen stand zur Abfahrt bereit.

    Hier hat sich jeder sein Ticket für den Park-Eintritt per Kreditkarte selber gekauft. Ich glaube es waren 7800 CLP, ca. 7,80 Euro für 2 Personen.

    Und los geht es. Einmal über die Brücke wandern und man ist mitten im Vulkangebiet. Man ist umgeben von sprudelnden Wasserläufen, brodelnden Wassermengen. Man hört das Tosen der Wassermassen und spürt die Gischt im Gesicht.

    So weit, so gut. Inzwischen hatte der Regen aufgehört, aber der Himmel war immer noch grau in grau. Auf meine Frage, ob man von hier normalerweise den Osorno sehen könnte, zückte Dennis mit leicht entschuldigendem Lächeln sein Handy:

    Tja, so hätte es sein können. Aber die Wolkendecke blieb dicht.

    Bei unserem nächsten Stopp wurde es zwar heller, der Himmel riss ein bisschen auf und wir konnten das erste Mal die tolle Landschaft mit ihren Vulkanbergen im Hintergrund sehen und erleben.

    Als wir uns dann aber in die andere Richtung umdrehten, sahen wir eine Felskette im Wolkendunst. Und wenn man ganz genau guckte, konnte man ihn ganz leicht erahnen. Der Osorno war schemenhaft erkennen.

    Jetzt hatte ich ja erst mal wenigstens ein Foto von ihm. Ob wir ihn heute noch besser zu Gesicht bekommen würden?


    Gleich geht es weiter – Es ist Lunch Time ….

    08.01.2025 Puerto Montt, Chile - Teil 1

    Liegezeit: 08:00 bis 17:00

    Manchmal muss man einfach nur ein bisschen Geduld haben …

    Willkommen im Süden von Chile

    Willkommen in Puerto Montt

    Diese Region ist geprägt von unendlich vielen Vulkanen, einer wunderschönen Seenlandschaft, tollen Wasserfällen, grünen Wäldern und Feldern. Diese Region wurde stark von Deutschen, Schweizern und Österreichern Mitte des 19. Jahrhunderts besiedelt. Ihnen wurden damals Landflächen von der chilenischen Regierung kostenfrei zugeteilt, wenn sie diese roden und die Gegend urbanisieren.

    Diesen besonderen „deutschen“ Charme, vielleicht besser „alpenländischen Charme“, findet man auch heute noch an vielen Stellen. Wenn man hier eine Bäckerei besucht, findet man bestimmt auch eine „Schwarzwälderkirsch-Torte“

    Fast alle Kreuzfahrer die hierher kommen, wollen natürlich die tolle Landschaft entdecken, aber eigentlich will jeder nur das „eine“ Foto machen. ;) Den bekanntesten Vulkan der Region, den Osorno mit seiner schneebedeckten Kuppe, fotografieren. Das ist vergleichbar mit „dem“ Foto vom Berg Fuji in Japan.

    Wir hatten heute bei Denis eine Kleingruppen-Tour, extra für Kreuzfahrer, gebucht. Dieser Ausflug ist einfach super. Einige von Euch, die bereits die Südamerika Runde gedreht haben, kennen die Tour und Denis ja bereits.;) Allen anderen kann ich sie nur empfehlen.

    Unsere Tour fand heute auf Englisch statt. Wenn Denis genug Anmeldungen für eine deutschsprachige Tour hat, bietet er diese auch in Deutsch an. Er selber spricht übrigens auch lieber Deutsch als Englisch.

    Wettertechnisch waren wir inzwischen weiter unten im Süden angekommen. Statt der 30 Grad in den letzten Tagen, war die gefühlte Temperatur heute so um die 20 Grad.

    Kurze Anmerkung: Mein Mann war die ganze Reise über immer wieder total fasziniert davon, dass die Sonne „falsch rum“ steht. Mittags steht sie im Norden. Daher bedeutet Richtung Süden es wird kühler, und nicht wärmer. Natürlich ist der Mond für uns hier auch falsch rum. So merkt man hier jeden Tag wirklich, dass man auf der anderen Seite der Weltkugel ist.

    Allerdings fand ich dieses Thema heute nicht ganz so spannend. Es war bewölkt und die Aussichten auf blauen Himmel sehr gering. Ich wollte aber doch so gerne mein eigenes Foto vom Osorno Vulkan machen.

    Unser erster Stopp war ein Aussichtspunkt oberhalb von Puerto Montt. Hier hatten wir erst mal einen tollen Blick auf die Stadt. (einmal nach rechts, einmal nach links)


    Hier konnten wir auch schon die ersten „deutschen“ Spuren entdecken.

    Jetzt fuhren wir erstmal eine längere Strecke mit dem Kleinbus. Dennis erzählte uns viel zu „Land und Leuten“ und gab uns viele Informationen zur Region.

    Bei unserem nächsten Halt legten wir einen kleinen Spaziergang ein. Mitten durch eine Art Regenwald ging es zunächst zur grünen Lagune, Laguna Verde.

    Allerdings hatte es inzwischen auch noch angefangen zu regnen. Als wir am Lago „Todos los Santos“ angekommen waren, teilte uns Denis mit, dass man an Tagen mit schöner Sicht hier einen tollen Blick auf den Osorno hätte. Aber heute….?

    Ganz ehrlich? Ich war schon ziemlich enttäuscht. Aber gut, am Wetter kann man halt nichts machen. Dann werden wir den Osorno wohl nicht sehen. Ich hatte bereits vorher gelesen, dass das öfter passieren kann.

    Dafür gab es auf dem Parkplatz frischgebackenen „deutschen“ Streuselkuchen, den ich natürlich probieren musste.

    Weiter ging unsere Tour in das Naturschutzgebiet vom Vicente Perez Rosales National Park.

    Wir stoppten kurz am Fluss und stellten erleichtert fest: Der Regen lässt langsam nach.


    Gleich geht es weiter. Wir kommen zu den bekannten Petrohue Wasserfällen …

    07.01.2025 Seetag 1 -Teil 2

    Dies und Das – Kabinencrew

    Wir empfinden die Crew auf den HAL Schiffen als besonders nett und zuvorkommend. Besonders fällt uns das immer bei der Kabinencrew auf. Sie versuchen echt alles, um es einem so angenehm wie möglich zu machen. :thumbup:

    Es sind immer zwei Mitarbeiter, die für einen Kabinenabschnitt zuständig sind. Sie stellen sich immer am ersten – dem Einschiffungstag – vor. Man wird nach speziellen Vorlieben / Wünschen gefragt, wie z.B. ob man jeden Tag frische Eiswürfel auf der Kabine haben möchte und ganz wichtig, man wird dann auch nach seinem Vornamen gefragt. Ab dem nächsten Tag wird man dann immer mit Namen begrüßt. Natürlich auch manchmal über den Gang hinweg. Ich finde das immer toll und freue mich über das „Hello Anke, How are you.“ – und ich bin jedes Mal fasziniert, dass sie die ganzen Namen der neuen Gäste – sozusagen – in einer Nacht auswendig lernen. ;)

    Nur am Rande: Nach einer Reise mit HAL bekommt man einen Fragebogen zugeschickt. Hier wird auch die Beurteilung der Crew abgefragt. Wenn man will, kann man hier einzelne Mitarbeiter speziell erwähnen. Für die Kabinencrew ist dies scheinbar besonders wichtig. Wenn Ihr also mit Eurer Kabinencrew zufrieden wart, gebt ruhig die 10 Punkte. 9 Punkte gelten wohl schon als schlechte Bewertung. Ich habe manchmal das Gefühl, das ist fast wichtiger als Trinkgeld. Daher mache ich mir immer direkt ein Foto von der Visitenkarte des Kabinen-Teams mit ihren Namen.

    Ich glaube wir brauchen an dieser Stelle nicht wirklich über Sinn und Unsinn von solchen Bewertungstools diskutieren.

    Kapitänsempfang

    So nun geht es aber erst mal weiter mit unserem 1. Seetag. Heute war natürlich erst mal der obligatorische Kapitänsempfang. Er findet im Theater, dem „World Stage“, statt. Am Eingang erhält jeder Gast, wenn er mag, ein Glas Sekt.

    Neben der Begrüßung der Gäste stellt der Kapitän hier seine Offiziers-Mannschaft vor. Unser Kapitän Kevin Beirnaert hat das dieses Mal mit einer sehr trockenen, humorvollen Art kurz und knapp getan. Mir hat seine Art sehr gut gefallen. Aber noch viel mehr hat mich sein Können als Navigator und Lenker eines Kreuzfahrtschiffes beindruckt. Aber dazu mehr in den nächsten Tagen.

    Nach diesem kurzweiligen Event ging es für uns zum Abendessen in den Dining Room. Natürlich gab es heute Abend zur Begrüßung der Gäste ein Gala Dinner. Aber bevor wir Platz nehmen können, stellt sich ja noch die Kleiderfrage. ;)

    Zur Info am Rande: An den Dressy Abenden gibt es auch immer ein sogenanntes Gala Dinner.

    Dies und Das – Dressy Day / Kleiderordnung

    Da das Thema „wie kleidet man sich bei HAL“ hier im Forum schon ein paarmal Thema war, greife ich es hier noch mal auf und hoffe, dass ich damit ein wenig weiter helfen kann.

    Bezüglich einer „vermeintlichen Kleiderordnung“ braucht Ihr Euch wirklich keine Gedanken machen – und vor allem nicht von einer Buchung einer Reise mit HAL abschrecken lassen.

    Aus meiner Sicht gibt es keine feste, einengende Kleiderordnung bei HAL. Es gelten die gleichen „Regeln“ wie z.B. auf der Mein Schiff, dass man am Abend nicht mit kurzer Hose ins „Atlantik“ geht. Hier ist es der „Main Dining Room“. Man soll das Buffet- Restaurant „Lido“, vergleichbar zum Ankelsmann auf der Mein Schiff, nicht nur in Badehose oder Bikini betreten und so weiter….

    Insgesamt ist die Atmosphäre auf dem Schiff entspannt und vollkommen leger. Gerade an Seetagen ist es mir bei dem ein oder anderen Anblick von Mitreisenden fast zu leger. Muss man mit Schlabber Joggings Hose und ausgelatschten Birkenstock wirklich in der Öffentlichkeit rumlaufen? Aber egal. ;) Ich will damit nur sagen, hier ist es locker und zwanglos.

    Früher gab es bei HAL sogenannte „Formal Nights“. Wir haben sie 2016 auf unserer Reise mit der Eurodam noch kennengelernt. Da wurde seitens HAL tatsächlich noch für den Abend um gehobene Abendgarderobe gebeten. Ich hatte mir extra dafür zwei schicke neue Cocktail-Kleider zugelegt und mein Mann hat einen dunklen Anzug mit Krawatte getragen. Diese Formal Nights wurden aber kurze Zeit später seitens HAL abgeschafft, da sich immer weniger an die Vorgaben gehalten haben und es von vielen Gästen auch nicht mehr gewünscht wurde.

    Seitdem gibt es die „Dressy Days“. Das sind die Tage wo Frau / Mann sich in Schale werfen kann, wenn sie / er will. Man muss es aber nicht. Ich trage an diesen Abenden häufig einen kurzen Rock mit Rollkragenpullover mit einem schicken Tuch / Stola und /oder Kette. Alternativ mal ein etwas schickeres Sommerkleid. Mein Mann Lederschuhe mit einer dunklen Jeans und weißem oder schwarzem Hemd, dazu einen schicken Pullover / Jacke. Also, wenn man sich an diesen Abenden so kleidet, wie man sich für einen Besuch auf der Mein Schiff in den Bezahlrestaurants kleidet, ist man aus meiner Sicht durchaus richtig angezogen.

    Aber natürlich kann man sich am Dressy Day auch mächtig in Schale werfen. So viele Gelegenheiten gibt es ja dazu im normalen Alltag nicht mehr.

    Auf unserer aktuellen Reise waren diesmal erstaunlich viele Gäste – vielleicht 30 Prozent - , die sich zum Dressy Day tatsächlich richtig aufgehübscht hatten. Männer im Anzug mit Krawatte, Frauen im schicken Kleid mit ein bisschen Silber- oder Gold-Glanz.

    Während unserer 22 tägigen Reise hatten wir 4 sogenannte Dressy Days. Wie viele es pro Reise gibt, hängt von der Länge ab. Die anderen, also normalen Tage, werden im HAL „Slang“ als Casual Days bezeichnet.

    Zu weiteren Thema wie Essen, Restaurants, Getränke und Getränke Pakete, Bordsprache, Gästestruktur und ähnliches folgen in den nächsten Tagen noch weitere Informationen / Beiträge.

    Mit einem letzten Blick auf das Meer verabschiede ich mich für heute.

    Morgen ist unser erster Landgang. Wir sehen uns in Puerto Montt. Und dann gibt es ganz viel Landschaft und endlich mal wieder ganz viele Bilder. ;)

    Bis morgen!

    07.01.2025 Seetag 1 -Teil 1

    Seetag Nummer 1 – Einleben auf der Oosterdam

    Der heutige Tag begrüßte uns mit blauem Himmel und Sonnenschein.

    Was macht man am ersten Seetag? Man schlendert natürlich erst einmal über das Schiff. Versucht sich einen Überblick zu verschaffen. Wo ist Was? Wir haben viel Vertrautes vorgefunden, was wir bereits von HAL kennen. Manches vermisst, was wir von den großen Schwesterschiffen gewohnt waren. Und ganz ungewohnt, wir hatten für einen ersten Seetag richtig ein bisschen Stress.;) Vormittags ging es zum amerikanischen Forums-Treffen. Nachmittags standen schon erste Vortrags- und Informationsveranstaltungen an.

    Und dann war da ja auch noch unsere Kabine, wo wir das ein oder andere noch besser verstauen, sortieren und organisieren wollten. Ausgepackt und grob eingeräumt hatten wir natürlich gestern schon. Jetzt folgte das „Fine Tuning“. Bei einer 22 tägigen Kreuzfahrt hat man halt doch mehr Klamotten und vor allem mehr von den anderen Sachen wie Medikamente, Körperartikel, Bücher, etc. dabei.

    Dies und Das – Unsere Balkonkabine auf der Oosterdam

    Wir haben auf dieser Reise die Kabine 6129 bewohnt. Sie ist auf dem „Upper-Verandah Deck“ im hinteren Teil des Schiffes auf der Steuerbord Seite.

    Sie liegt sehr zentral: sehr nahe am Treppenhaus und zu den Aufzügen. Damit ist man relativ schnell oben auf Deck 9. Hier ist u.a. das Pooldeck und das Buffet Restaurant, das „Lido“. Und man ist auch relativ schnell unten auf dem Promenadendeck auf Deck 3. Hier befinden sich u.a. einige Bars, Restaurants und Shops. Allerdings hört man in der Kabine auch ab und zu die Geräusche aus dem Aufzug. Mit einem Ping-Ton wird im Aufzug das Erreichen einer bestimmten Etage mitgeteilt (plus Textansage). Also, für geräuschempfindliche Menschen vielleicht nicht die erste Wahl. Wir haben es fast gar nicht gehört und würden aufgrund der für uns so praktischen Lage diese Kabine immer wieder buchen.

    Obwohl die Kabine nun nicht wirklich modern wirkt, man könnte auch sagen etwas „hausbacken“ ist, haben wir uns hier ausgesprochen wohl gefühlt. Ich bin selber ein bisschen erstaunt darüber, da von unserer „Geschmacksrichtung“ wir ganz klar die „Mein Schiff“ Kabinen favorisieren.

    Die Kabine ist zweckmäßig ausgestattet mit allem was nötig ist. Es gibt – übrigens auf allen HAL Schiffen, die wir kennen – immer einen Kühlschrank auf der Kabine. :thumbup: Und um es vorweg zu nehmen: Es gibt keine Kaffeemaschinen in den Balkonkabinen. Ob es sie in den Suiten gibt, weiß ich nicht.

    Auf der Kabine waren europäische als auch amerikanische Steckdosen vorhanden sowie USB-A Anschlüsse. Am Bett nur Stecker für USB – Typ A. Die Steckdosenleiste ist am Schreibtisch / Spiegel. Wer viele Steckdosen parallel braucht, sollte also auch amerikanische Adapter dabei haben.

    Sehr gut fanden wir, dass auch hier die Koffer wieder unter das Bett zum Verstauen gepasst haben. Die Schrankflächen mit Ablagefächern und Bereiche zum Hängen waren für uns ausreichend da und sogar die Menge an Bügeln war o.k., aber die bekommt man ja auch immer noch nach.

    Die Balkontür ist eine Klapptür (normale Tür) und keine Schiebetür. Das ist auch auf den neueren Schiffen so. Da wir gerne nachts, wenn möglich, mit offener Tür schlafen, (Ihr wisst schon das Meeresrauschen …) ist das halt immer ein bisschen „doof“. Daher gehört ein kleines Holzklötzchen, das man zwischen Tür und Türrahmen stecken kann, zu unserer privaten HAL-Grundausstattung. ;)

    Das Badezimmer – habe leider kein Foto – hat einen 90-iger Jahre Charme in beige. Das Waschbecken ist erstaunlich groß und man kann es als solches auch wirklich benutzen. Der Ablageschrank mit Tür ist sehr geräumig. Das Ablagefach unter dem Waschbecken (offen) ist auch recht groß. Hier findet man auch den Fön und einen Kosmetikspiegel. Ebenfalls wird hier von der Kabinen-Crew schon eine Rolle Toilettenpapier und eine Box mit Kosmetikpapiertüchern auf Vorrat hinterlegt.

    Nun zum leidigen Thema Dusche / Badewanne. Also, statt Dusche ist hier noch die „gute, alte“ Badewanne vorzufinden und zwar auch mit Duschvorhang und auch noch – wer es will oder es braucht - mit noppen Gummimatte zum reinlegen in die Wanne. Letzteres wurde von mir sofort in die hinterste Ecke verband. Der Rest ist halt wie es ist.

    Kosmetikprodukte wie Duschgel, Shampoo, Conditioner sind als Spender im Bereich der Badewanne und auch am Waschbecken zu finden. Die zur Verfügung gestellt Marke kenne ich nicht.

    Die Bettdecke (Ihr erinnert Euch, es war Thema vor ein paar Tagen …) ist auch hier – wie eigentlich auf allen amerikanischen Schiffen – auch wieder eine große Decke. Aber dies kann man direkt am Anreisetag mit seiner Kabinen-Crew klären. Sie wird dann innerhalb kürzester Zeit in zwei Bettdecken getauscht.

    Wie bereits gesagt, die Oosterdam ist kein neues Schiff und man sieht halt auch in der Kabine und im Bad gewisse Gebrauchsspuren. Wir wussten das vorher und daher war das okay. Aber ich denke es wäre schon gut, wenn sie bald mal wieder eine Werft besuchen würde. ;)

    Geht gleich weiter ….

    06.01.2025 San Antonio - Teil 2

    Dies und Das – HAL Oosterdam - ein paar erste allgemeine Infos

    Im Laufe des Reiseberichtes wird es noch viele weitere Informationen zum Schiff und der Reederei geben. Meine Notizzettel sind voll, daher ist diese Information jetzt nicht vollständig, sondern ist als kleine „Vorstellungsrunde“ gedacht. ;)

    Die Oosterdam wurde im Jahr 2003 gebaut. Eine komplette Renovierung hat im Jahr 2018 stattgefunden. Es passen etwas über 1900 Gäste auf das Schiff (offizielle Web Seite: 1964). Auf unserer Reise waren 761 Crew Mitglieder an Bord. Es gibt ca. 1000 Kabinen, Großteils mit Balkon. Es gibt insgesamt 11 Decks. Sie ist 285 Meter lang, 32 Meter breit. Alle Schiffe von HAL fahren übrigens unter niederländischer Flagge und diesen besonderen holländischen Charme findet man immer wieder auf den Schiffen.

    Die Oosterdam ist also ein etwas älteres – aber sehr liebenswertes - Schiff. Sie ist ein „klassisches“ Kreuzfahrtschiff. Ich finde die Schiffe von HAL generell von außen immer sehr edel mit ihrem dunkelblau – weiß Anstrich. Halt so ein bisschen wie man sich eine Kreuzfahrt in früheren Jahren vorgestellt hat. ;)

    Mit ihrer Größe ist sie in der heutigen Zeit ein eher kleines Schiff. Wir mögen das. Nicht nur die Laufwege von A nach B sind viel kürzer. Es ist halt alles ein bisschen kleiner und übersichtlicher. Man wird nicht so erschlagen von einer Unmenge an verschiedenen Bars, Veranstaltungsorten und Restaurants.

    Besonders gut gefällt uns das Promenadendeck mit dem Holzboden.:love:

    Innen ist die Oosterdam eher „konservativ“ eingerichtet. Mit ein bisschen Glanz und Gold, mit ein bisschen „Plüsch“, an vielen Stellen mit frischen Blumen (:/ Braucht man das?). Aber an manchen Stellen findet man auch schon ein paar modernere Elemente. Allerdings muss man auch sagen, dass sie (aktuell) schon etwas in die Jahre gekommen ist. An einigen Stellen sieht man gewisse Verschleißerscheinungen, z.B. an manchen Möbelstücken, Wänden usw. Aber sie ist definitiv super sauber. Hier wird jeden Tag – gefühlt fast mehr als normal – geputzt, poliert und gewienert.

    Die Gäste verteilen sich sowohl drinnen als auch draußen sehr gut. Natürlich kann es zu Stoßzeiten wie Mittags am Buffet schon mal sehr voll werden. Das löst sich aber innerhalb der nächsten 30 Minuten bis 45 Minuten wieder auf.

    Auch hier auf der Oosterdam merkt man sofort, man ist bei der Holland America Line. Das finde ich sehr schön. Was ich damit meine, werdet Ihr hoffentlich im Laufe des Berichtes noch genauer kennenlernen oder kennt es bereits, weil Ihr schon mal mit HAL gefahren seit. ;)

    Hier ein kleiner Anfang: Jedes der Schiffe von HAL hat seine eigenen Holzbänke.

    Wir haben uns auf dem Schiff gleich sehr wohl gefühlt. Wir kannten bisher nur die etwas größeren Schwesterschiffe wie die Koningsdam, Nieuw Statendam und Eurodam. Ich kann mir sehr gut vorstellen auch noch mal mit dieser kleineren Schiffsklasse von HAL eine Reise zu machen.

    Noch eine dieser Besonderheiten, vielleicht auch Eigenarten, ist der Teppich in den Aufzügen. Teppiche mit Wochentag! Sie werden jeden Tag in allen Aufzügen (!) auf allen Schiffen von HAL getauscht.

    Genau, unser Einschiffungstag war ein Montag.;)


    Doch jetzt heißt es erstmal „Leinen los – Wir legen ab.“

    Bei HAL gibt es übrigens keinen Auslaufsong wie man es von der Mein Schiff oder AIDA kennt. Dafür wird hier immer viel und laut das Schiffshorn betätigt.

    Morgen, an unserem 1. Seetag, zeige ich Euch unsere Kabine und erzähle Euch was ein Dressy Day ist. ;)

    Bis dann!

    06.01.2025 San Antonio - Teil 1

    San Antonio – Einschiffung Oosterdam

    Heute war also der große Tag. Einschiffung auf der Oosterdam und damit der Beginn unserer große Südamerika Kreuzfahrt.:)

    Unser Tag startete mit einem entspannten Frühstück in unserem Hotel in Casablanca. Beim Check Out im Hotel trafen wir zwei Franzosen, die hier gerade angekommen waren. Sie strahlten übers ganze Gesicht. Sie waren gerade von der Oosterdam abgestiegen. Sie hatten die gleiche Reise gemacht wie wir. Nur andersherum. Von Buenos Aires nach San Antonio. Sie waren vollends begeistert von ihrer Kreuzfahrt und ihren Erlebnissen. Was soll ich sagen? Unsere Vorfreude stieg natürlich noch einmal … .

    Pünktlich um 11:30 wurden wir in unserem Hotel von unserem Fahrer abgeholt und er brachte uns zum „Cruise Port“ San Antonio, sprich zum Container Hafen. San Antonio war natürlich auch heute nicht schöner geworden. Daher „Einfach Augen zu und durch … fahren.“

    Unser Fahrer brachte uns bis aufs Hafengelände, direkt zur Check In Halle und parkte genau vor der Kofferannahme-Stelle. Perfekt. :thumbup:Hier waren viele hilfsbereite Mitarbeiter, die uns sofort die Koffer abnahmen. Weiter ging es zum Check In ins Terminal.

    Dies und Das HAL – Reisepass Südamerika

    Für diese Kreuzfahrt, und ich vermute, dass das für alle Kreuzfahrten rund um Südamerika gilt, muss beim Check In der Reisepass abgegeben werden. Die Reederei braucht diese, um die Einreiseverfahren in Chile und Argentinien schneller abwickeln zu können. Man bekommt seitens HAL einen Beleg dafür. Am Ende der Reise erhält man ihn dann zurück. Über das Tagesprogramm wird der Tag, Ort und Uhrzeit, wo man ihn dann abholen kann, mitgeteilt.

    Das man seinen Reisepass abgeben muss, wurde auch bereits vor der Reise in den Unterlagen von HAL angekündigt. Daher ist es sinnvoll, wenn man sich vor der Reise Zuhause schon eine Kopie von seinem Reisepass macht. Für die Landgänge wurde immer empfohlen, entweder diese Kopie bei sich zuführen oder ein anderes Ausweisdokument wie z.B. Personalweis, Führerschein bei sich zu haben.

    Das Ehepaar vor uns beim Check In schien diese Information nicht gelesen zu haben. Sie waren im ersten Moment partout nicht bereit ihre Pässe aus der Hand zu geben. Nach einer längeren Diskussion – ich hatte schon das Gefühl, sie drehen gleich um, und sagen, dann treten wir die Reise nicht an – hatten sie ein Einsehen und gaben ihre Pässe doch noch ab. Und dann konnten auch wir einchecken. Es war der übliche Ablauf mit Kreditkarte hinterlegen, Foto machen usw..

    Dies und Das HAL – Check In Zeitfenster

    Ähnlich wie man das von der Mein Schiff kennt, versucht auch HAL den ersten Massenansturm der neuen Kreuzfahrtgäste zu organisieren. Es gibt eine offizielle Start-Zeit für den ersten Check In. Für uns war das heute 12:00 Uhr und dann werden nach Decks im Stundentakt die Zeiten zugeordnet. Dies wird per Brief / Mail im Vorfeld mitgeteilt. Gäste mit besonderer Priorität – „Priority Boarding“, wie zum Beispiel Suiten Gäste, HAL Stammgäste mit hohem „HAL Mariner Grad“ (dazu mehr irgendwann in den nächsten Tagen) können zu jeder Zeit einchecken.

    Nach unserer Erfahrung funktioniert dieses Prozedere für die „normalen“ Gäste aber nicht wirklich. Zum einen weil HAL in der Praxis nicht wirklich streng diese Zeitfenster überprüft und zum anderen wollen halt alle doch immer gleich am Anfang aufs Schiff. Und wenn der Pulk erst mal da ist, kann er sich ja schwerlich wieder in Luft auflösen. Allerdings ist – so wie bei der Mein Schiff auch – in Häfen, wo sich die Anreise der Gäste zeitlich verteilt, z.B. durch Fluganreisen, lange Transferzeiten etc., ist es entspannter. Kennt Ihr ja von Euren eigenen Check In Erfahrungen z.B. Kanaren (entspannter) und im Gegensatz dazu Bremerhaven oder Kiel (Alptraum). Vancouver ist nach unserer Erfahrung die amerikanische Variante von Bremerhaven. Hier hat unser Check In fast 4 Stunden gedauert. =O

    Heute in San Antonio ging es nach dem Check erstmal mit einem Bus über das große Hafengelände zur Oosterdam.


    Da war sie endlich.

    Unser Zuhause für die nächsten 22 Tage.:love:

    Auf dem Schiff wurden wir sofort von mehreren Offizieren und Crew Mitgliedern herzlich begrüßt. Natürlich mit der obligatorische Frage, ob sie einem weiterhelfen können. Das ist vielleicht nicht nötig, vielleicht nervt es den ein oder anderen. Wir finden es immer nett. Es gibt uns schon am Anfang der Reise das Gefühl bei HAL „Willkommen zu sein.“

    Auf dem Pooldeck wurden wir mit diesem Bild begrüßt. :thumbup: Das war doch schon eine tolle Einstimmung, oder? Allerdings muss ich Euch auch verraten, dass sie am nächsten Tag mit weißer Farbe wieder überrollert wurde. Es war wohl der Gruß für die Weihnachts- und Sylvester Reise vor uns. Trotzdem cool. Und wir haben als Foto für unsere Erinnerungen.;)

    Gleich geht es weiter …

    Dies und Das: Persönliche Anmerkungen zu Chile

    Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich diesen Beitrag schreiben soll und wann ich ihn einstelle.

    Natürlich ist es schöner einen Reisebericht über Chile nur mit tollen Bildern und positiven Kommentaren zu gestalten.

    Aber ich finde, dass auch die nicht so angenehmen Dinge und Erfahrungen zu einem Bericht dazugehören.

    Das was wir in Zentral-Chile, aber auch später in den anderen chilenischen Häfen teilweise gesehen und erlebt haben, hat uns „einfach kalt“ erwischt. Wenn man die Reiseführer liest, wird immer wieder betont, wie sicher und unbekümmert man durch Chile reisen kann. Oft wird Chile als die sicherste Reiseregion Südamerikas gepriesen. Auch wirtschaftlich wird der Eindruck erweckt, es sei ein aufstrebendes Land – zwar noch als Schwellenland definiert – aber kurz davor als Industrieland eingestuft zu werden.

    Wir sind hier in Chile angekommen und haben - vermutlich – eine zu heile Welt erwartet. Nach unserem ersten Tag in Santiago de Chile waren wir bereits verunsichert und nachdenklich geworden. Während unserer Stadt-Tour sind wir mehrfach von Einheimischen auf der Straße angesprochen worden, unbedingt auf unsere Wertsachen aufzupassen. Das ist uns so und in dieser Häufigkeit noch nie auf einer Reise passiert. Auch unser Hotel in Casablanca war mit Videokameras, teils vergitterten Fenstern und in der Nacht mit scharfgeschalteter Alarmanlage inklusive einer Handy - Notfallnummer ausgestattet.

    Bei den Fahrten durch die Städte haben wir ziemlich abgewohnte, verkommene Ecken passiert. Die Häuser, die wir auf dem Weg vom Flughafen gesehen haben, waren keine Slums, sondern die Wohngebiete der unteren Mittelschicht. Wir haben nicht nur in Santiago viele Obdachlose gesehen. All das hätten wir eher Buenos Aires erwartet, aber nicht in Chile.

    Was uns aber geschockt hat, war die scheinbare Gleichgültigkeit mit der die Menschen hier ihre Häuser, ihre direkte Umgebung und ihre wunderschöne Natur behandeln. Wir haben es an vielen Stellen als dreckig, ungepflegt und vermüllt empfunden.

    Das Gefälle zwischen Arm und Reich ist uns hier besonders aufgefallen. Bei unseren Besuchen z.B. in Süd-Afrika oder den Kapverden wussten wir im Vorfeld, dass es soziale Brennpunkte gibt. Wenn man Asien bereist, weiß man, das ein Besuch einer Markthalle ein besonderes Erlebnis der etwas anderen Art sein kann. (Hygiene , Geruch, Sauberkeit). Aber in Chile?

    Erschüttert hat uns unsere Auto-Fahrt entlang der Küste. Vielleicht auch weil wir uns auf eine unberührte, natürliche Küstenlandschaft gefreut hatten. Ehemals noble Orte, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die „In-Badeorte“ der High Society waren, sind verfallen und runtergekommen. Hier wird scheinbar nicht der einzelne Ort erhalten, renoviert oder wieder neu aufgebaut. Sondern man zieht einfach weiter. Baut irgendwo etwas Neues auf. Die Hinterlassenschaften können dann von der nächsten Gesellschaftsschicht genutzt werden.

    Insgesamt hatten wir den Eindruck durch verschiedenste Gespräche mit unseren Tour Guides und Anderen, dass sich die Stimmung in Santiago und dem dazugehörige Großraum in den letzten Jahren zum Negativen verändert hat. Einige Guides sind sicherlich nicht ohne guten Grund von Santiago weggezogen und arbeiten jetzt in anderen Regionen. Daher kann ich aktuelle Berichte über Mittelchile gut nachvollziehen, wenn es jemanden dort nicht so gut gefallen hat. Ich glaube, dass es leider nicht nur am Wetter liegt, sondern das manches hier seinen früheren Charme verloren hat.

    Diese Fülle an negativen Beobachtungen und Erfahrungen war für uns heftig und unerwartet. Vor allem das beklommene Gefühl, das man beim Betrachten und Erleben in diesen Situationen hat, konnten wir nicht so einfach abstreifen. Es ist eben auch ein Teil unserer Reiseerinnerungen.

    Rate ich jetzt zu einem Besuch von Chile ab? Ein ganz klares Nein. Die Landschaft dieses Landes ist einzigartig. Wenn man mit dem Wissen, das es hier große soziale Probleme gibt, nicht alles perfekt läuft und man an seine Sicherheit denken muss, kann man hier ganz tolle, unvergessliche Dinge erleben. Aber aktuell kann ich auch ganz klar sagen, für uns ist im Moment – einmal - auch genug.

    Viele Grüße und wie bereits angekündigt: Bis morgen auf der Oosterdam!

    Anke

    05.01.2025 Transfer Tag – Weinberge & Küste - Teil 2

    Pazifikküste oberhalb von San Antonio

    Unser erster Stopp an der Pazifikküste war der Ferienort Algarrobo mit seinem kleinen Naturschutzgebiet El Membrillo. Hier leben und brüten verschiedene Vogelarten.

    Weiter ging es entlang der Küste.


    In einem kleinen Ort haben wir sehr lecker zu Mittaggegessen und natürlich „Merluza“ probiert. Das ist ein weitverbreiteter Fisch in Chile. Echt Lecker !

    Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt gewesen die Pazifikküste zu verlassen und in unser sehr schönes Hotel in Casablanca, zurück in die Region der Weinberge, zu fahren. Aber Ihr wisst ja - Hinterher ist man immer schlauer bzw. und heute ging es auch nicht anders. ;)

    Da einer unserer Mitfahrer ein Zimmer im Hotel „Atlantico“ in San Antonio gebucht hatte, sind wir also den Küstenstreifen bis dorthin weitergefahren. Was wir auf dieser Strecke gesehen haben, hat uns einfach nur schockiert. Eine Ansammlung von verfallenen, abgewohnten Ferienorten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts absolut schicke Baderesidenzen waren. Sie werden heute aber immer noch als Ferienorte genutzt. Halt nicht mehr von High-Society.

    Als wir dann in San Antonio ankamen wurde es zwar ein wenig städtischer, aber definitiv nicht besser.

    Das San Antonio nicht schön ist, wusste ich vorher. Die Hotelauswahl ist sehr begrenzt und die Restaurantauswahl laut Tripad… mehr als überschaubar. Daher war für mich von Anfang an klar, hier werden wir nicht übernachten und ich hatte für uns ein Hotel im Umland reserviert.

    In San Antonio wohnen fast 100.000 Einwohner und hier ist einer der größten Containerhäfen Chiles. Das die Stadt aber so uneinladend und runtergekommen ist, hätte ich nicht gedacht.

    Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie erleichtert wir an diesem Nachmittag waren, dass wir hier nicht auch aussteigen mussten, um hier eine Nacht zu verbringen.

    Denn zum Glück ging unsere Tour weiter.

    Zurück in Casablanca

    Wir sind wieder zurück in die Weinbergregion gefahren. Hier hatten wir in dem Hotel „Casablanca BCW Boutique Hotel“ ein Zimmer reserviert. Und was soll ich sagen? Die Bilder im Internet waren schon toll, die Bewertungen sehr gut. Aber „in echt“ war es noch viel schöner. :love:

    Die Anlage mit ihren Blumenbeeten, kleinen Rasenflächen und dem Pool mit Liegen ist ausgesprochen schön und gepflegt. Das Essen am Abend war ausgezeichnet. Die Zimmer sehr sauber. Kurz um: Hier kann man sich wohlfühlen.

    Wir hatten mit unserer Mitfahrerin Nancy aus dem amerikanischen Forum einen ausgesprochen netten Abend.

    Hier im Hotel wird fast nur spanisch gesprochen und wir mussten uns daher ein bisschen mit Händen und Füßen verständigen. Was aber bei den ausgesprochen freundlichen Mitarbeitern des Hotels auch für beide Seiten ziemlich lustig war. :)

    Da das Hotel sozusagen im „Nichts“ des Casablanca Tals liegt, hatten wir den Taxi-Transfer am nächsten Tag auch über Philipp organisiert. Auch dieser Transfer hat wieder einwandfrei geklappt.

    Philipp stand uns auch am nächsten Tag per Handy und WhatsApp weiter zur Verfügung, falls irgendetwas wäre. Das hat uns viel Sicherheit und Ruhe gegeben.

    Daher kann ich eigentlich zum Abschluss unserer zwei tollen Tage mit ihm nur noch unsere Mitfahrerin Nancy zitieren: „ Oh, he is so nice and polite.“:thumbup:


    Morgen geht es weiter. Wir checken auf der Oosterdam ein. :love:

    Bis dann!

    05.01.2025 Transfer Tag – Weinberge & Küste - Teil 1

    Heute ging es von Santiago de Chile in die bekannten Weinberge vom Casablanca Tal und an die Pazifikküste. Unser Guide war weiterhin Philipp.

    Für den Transfer von Santiago de Chile zum Kreuzfahrthafen San Antonio bietet sich ein sogenannter „Transfer Ausflug“ an. Was man sich auf solch einer Tour ansieht, kann man individuell für sich entscheiden. Zum Beispiel: eines der bekannten Weingüter, Valparaiso, die mondänen Küstenorte, die oberhalb von Valparaiso liegen oder die sogenannte Küste der Poeten. Entscheidend ist hier sicherlich auch, was man alles sehen will und wie es zeitlich zu schaffen ist. Es gibt eine Vielzahl an Anbietern im Internet. Alternativ kann man auch direkt nach San Antonio fahren. (einfache Strecke 130 km, Fahrzeit ca. 1,5 Stunden)

    Letzteres wollten wir nicht. Vielmehr wollten wir diesen Tag nutzen, um das Umland von Santiago de Chile zu erkunden. Da Tagestouren mit einem privaten Guide und entsprechend großem Minivan etwas teurerer sind, habe ich über das bekannte amerikanische Kreuzfahrt Forum nach Mitreisenden gesucht. Daher hat unsere Tour heute auch auf Englisch stattgefunden.

    Um 10:00 wurden wir von Philipp und seinem Fahrer mit einem großen Minibus abgeholt und haben unsere 2 weiteren Mitfahrer – beides Single-Mitfahrer – an ihren Hotels in Santiago eingesammelt.

    Wieder versorgte uns Philipp mit vielen Informationen zu „Land und Leuten“. Nach gut einer Stunde Fahrt waren wir im Casablanca Tal angekommen.

    Und konnten diesen tollen Ausblick genießen.

    Weiter ging unsere Fahrt zu der bekannten Wallfahrtskirche Santurio de la Virgen de Lo Vasquez

    Jedes Jahr am 8. Dezember (Maria Empfängnis) wird hier ein großes Fest gefeiert zu dem Tausende von Menschen aus der Region Santiago und Valparaiso kommen. Selbst die Autobahn wird an diesem Tag für Autos gesperrt, damit die Pilger sie benutzen können.

    Chile ist bekannt für seine Weine. Es ist einer der größten Weinproduzenten der Welt. Zwischen Santiago de Chile und dem Pazifik liegen einige der besten Anbaugebiete. Daher war für uns klar, dass wir auf jeden Fall ein Weingut besichtigen wollen.

    Weingut „Vina Casas Del Bosqu“.

    Die meisten Weingüter sind sonntags geschlossen. Daher hatten wir vorab unsere Tickets für eine Führung inklusive Verkostung im Internet gekauft.

    Uns hat es auf dem Weingut sehr gut gefallen. Die Führung und die Weinverkostung wurden sehr professionell durchgeführt. Unsere Gruppe bestand aus ca. 12 bis 15 Personen.

    Zuerst erhielten wir eine Übersicht über das Weingut und seine angebauten Rebsorten, dann erfolgte eine Besichtigung der Produktionsanlagen und zum Abschluss erfolgte die Weinverkostung. :thumbup:

    Kleiner Tipp zum Ticket: Wir hatten die „Premium Wein Tour“ gebucht. Die normale Tour „Aroma Tour“ ist aber völlig ausreichend. In unserer Gruppe hatten die meisten dieses Paket gebucht und wir haben am Ende nur noch eine weitere Weinsorte probieren können. Den Aufpreis kann man sich sparen.

    Falls Ihr mal die Möglichkeit habt in Chile einen „Carmenere“ Wein zu probieren, dann tut es. Diese Rebsorte wurde im 19. Jahrhundert in Europa durch die Reblaus fast ausgerottet. Durch einen Zufall wurde in den 90iger Jahren entdeckt, dass diese Sorte in Chile überlebt hat. Es ist ein trockener Rotwein, der kalt getrunken wird und eher an einen Weißwein erinnert. Prost! ;)

    Gleich geht unsere Fahrt an die Pazifikküste weiter ….

    04.01.2025 Santiago de Chile - Teil 2

    Nicht weit weg vom Präsidentenpalast ist der bekannte Platz Plaza de Armas.

    Ein „Plaza de Armas“ ist eigentlich in jeder südamerikanischen Stadt zu finden. Es ist der Hauptplatz einer Stadt, meistens steht hier auch das Rathaus. Er wird auch als Waffenplatz oder Appellplatz bezeichnet.

    Hier steht die Kathedrale von Santiago de Chile, das Rathaus, die Hauptpost und das National-Museum. Dieser Platz lebt! Hier tummeln sich die Menschen, an diversen Ständen werden Souvenirs angeboten und fliegende Händler preisen ihre Waren an. Bilder ohne Menschen sind schier unmöglich. Und vorsichtig – Es ist auch ein Eldorado für Taschendiebe.

    Unten links in der Collage seht ihr das Denkmal der Ureinwohner, das „Monumento Al Pueblo Indigena“.

    Oben rechts in der Collage seht ihr das National Museum (Gebäude mit den roten Plakaten). Hier gibt es ein sehr schönes Cafe. Ein Besuch dort ist auch ohne Eintritt möglich. Hier haben wir eine kleine, sehr erholsame Pause eingelegt.

    Die in Zentral Chile ursprünglich beheimateten Palmen sind übrigens Honigpalmen. Sie unterscheiden sich durch ihren grauen Stamm von anderen Sorten und sind hier noch zu finden.

    Frisch gestärkt ging unsere Tour weiter. Natürlich durfte ein Besuch auf dem bekannten „Mercado Central“ den Markthallen von Santiago de Chile nicht fehlen.

    Ganz ehrlich? Uns hat der Markt nicht so wirklich angesprochen. Auch wenn seine gusseiserne Konstruktion schon beeindruckend ist.

    Cerro San Christobal

    Jetzt ging es mit „Uber“ quer durch die Stadt zum großen Hausberg von Santiago de Chile, dem Cerro San Christobal. Man kann ihn sowohl mit einer Seilbahn, einer Standseilbahn oder zu Fuß erklimmen. Ein Besuch hier oben ist absolut empfehlenswert.

    Auf der einen Seite ist es eines der Naherholungsgebiete der Stadt mit Wander- und Radwegen und diversen kleinen Lokalen. Zum anderen ist es ein religiöser Wallfahrtsort. Hier gibt es eine kleine Kapelle und ganz oben thront eine Marienstatue.

    Aber das wichtigste: Man hat einen absolut spektakulären Ausblick auf Santiago de Chile.:thumbup:

    Das hohe Gebäude auf dem Bild ist der Sky Costanera. Er ist 300 Meter hoch und ist wohl das höchste Gebäude Südamerikas.

    Nachdem wir hier oben alles erkundet hatten, haben wir uns ein schattiges Plätzchen gesucht und die obligatorischen Empanadas verzehrt.

    Durch unsere wirklich guten Gespräche mit Philipp haben wir nicht nur viel über die Stadt, sondern auch über Chile, Südamerika und das Leben im Allgemeinen gelernt. An einigen Stellen wurden wir sehr nachdenklich. Von hier oben hatten wir auf jeden Fall tiefe Einblicke gepaart mit weiten Ausblicken. ;)

    Nun ging es wieder mit der Standseilbahn nach unten und mit „Uber“ zurück zu unserem Hotel.


    Dies und Das – Sonnenschutz & Kopfbedeckung

    Ganz wichtig ist in Südamerika an Sonnencreme mit hohem UV Schutz zudenken. Die Sonnenstrahlen sind hier vergleichbar intensiv wie in Australien. Man merkt schon nach kurzer Zeit, wenn man keinen Schutz aufgetragen hat, wie schnell man rot wird. Wir wurden von allen Guides (auch ganz im Süden) immer wieder darauf hingewiesen: „Denkt an die Kopfbedeckung und Sonnencreme!“

    Für den Abend hatten wir in einem französischen Restaurant, dem „Le Flaubert“, einen Tisch reserviert. Es liegt in der gleichen Straße wie unser Hotel.

    Das Essen war ausgezeichnet und die Atmosphäre ausgesprochen angenehm.

    Und natürlich durfte ein Pisco Sour nicht fehlen. Pisco ist das National-Getränk der Chilenen und Ihr solltet es auf einer Reise hierher auf jeden Fall mal probieren.:)

    Jetzt hieß es aber erst mal wieder „Koffer packen“. Morgen geht unsere Reise mit Philipp weiter. Wir fahren in die Weinberge und an das Meer an der Pazifik-Küste.

    Bis morgen!