Okay, dann mache ich jetzt mal endlich mit meinem Reisefazit weiter. Ich wollte mich ja noch ein wenig zum Essen an Bord äussern, nachdem ich ja auf den bei mir sonst üblichen Foodporn weitgehend verzichtet habe.
So "abwechslungsreich", wie die Qualität der Speisem im T&N war, so zufrieden waren wir wieder einmal mit dem Atlantik. Ich muss für das Haupt-Bedienrestaurant da echt mal eine Lanze brechen. Okay, es ist jetzt nicht die hohe Sterneküche, aber das ist auch gar nicht unser Anspruch. Wir finden, dass man da sehr lecker und bei Bedarf auch reichhaltig essen kann, manche Gerichte sind auch echte Kunstwerke. Okay, von manchen Speisen hatten wir bei der Bestellung eine ganz andere Vorstellung als das, was wir letztlich serviert bekamen, aber geschmeckt hat es eigentlich fast immer.
Okay, die fahrgebietsbezogenen Gerichte waren dann über die Reisedauer ein wenig phantasielos, man denke nur an die verschiedenen Variationen von Hackfleischbällchen. Aber dennoch auch nie wirklich enttäuschend.
Und ich habe wieder einmal gelernt, dass die gleichen Gerichte auf den verschiedenen Schiffen sehr unterschiedlich daherkommen können. Bestes Beispiel ist der "Tofu in der Pfefferkruste", den ich auf dieser Reise nun zum 4. Mal gegessen habe.
Beim ersten Mal vor ein paar Jahren war er brilliant, und ich meinte schon, ich hätte ein neues Lieblingsgericht bei TC. Beim zweiten Mal, zwei Reisen später, war er aber ziemlich enttäuschend, gar kein Vergleich mit der ersten Variante. Beim dritten Mal dann recht gut, aber immer noch nicht so gut, wie beim ersten Mal. Und diesmal eigentlich ganz okay, wenn da nicht die staubtrockene Haptik der Pfefferkruste gewesen wäre.
Es kommt also tatsächlich sehr auf die jeweiligen Küchencrews an, die Rezepte der TC-Chefköche sind wohl eher ungefähre Vorgaben, quasi der "Kodex der Piraten" der Bordkulinarik: keine Regeln, eher so unverbindliche Richtlinien.