Sooo.... die erste Maschine mit Schmutzwäsche läuft, die Kids sind abgefüttert, die Koffer zumindest zur Hälfte ausgepackt - Zeit für den nächsten Bericht zur GGF.
Ich hatte ja weiter oben schon berichtet, dass man sich als Inhaber der "White Card" (bzw. als "White Guest" - so werden wir im crewinternen Jargon genannt) auch Drinks an die Diamantbar bestellen kann, die auf der dortigen Karte gar nicht gelistet sind (was u.a. daran liegt, dass die Barkarte der Diamantbar vor einiger Zeit ein wenig zusammengekürzt wurde). Meine Frau und ich hatten das (eher unfreiwillig) mit unserer Bestellung von 2 Mai Tai ebendorthin getestet - die Cocktails kamen seinerzeit von der TUI-Bar.
An dieser Stelle ein kleiner Einschub zum Thema, wie die Cocktails an den verschiedenen Bars an Bord der TC-Flotte eigentlich gemixt werden (vielen Dank an den lieben Barkeeper, der auf unserer Reise den "Gin-Workshop" durchführte, der da so einiges hat durchblicken lassen). Aufgrund der besseren zeitlichen Effektivität erfolgt das Mixen der Cocktails nämlich eher per Augenmass (und ich hatte mich schon gewundert, warum die ganzen Drinks immer so extrem alkohollastig waren).
Nur an der Diamantbar erfolgt das Mixen so, wie man es von den meisten Cocktailbars an Land gewohnt ist: per Abmessung der einzelnen Anteile. Und nur an der Diamantbar werden auch die korrekten Gläser verwendet.
Meine Frau und ich haben im Laufe unserer KF mal die diversen TC-Taufcocktails durchprobiert. Mal an der Diamantbar, aber auch mal an der Unverzichtbar oder der AAB. Ergebnis: an den beiden letztgenannten Bars musste das Personal zuerst einmal die Köpfer zusammenstecken, wie genau die Rezepturen der Taufcocktails überhaupt lauten. Dann wurden diese in den klassischen Plastik-Cocktailgläsern serviert - mit eher fragwürdigem Geschmack.
An der Diamantbar hingegen wurden die korrekten Gefässe verwendet, die Rezepturen waren auch wesentlich weniger alkohollastig und sehr viel ausgewogener. Einschub Ende.
Fazit: wenn man einen Cocktail korrekt gemixt haben möchte, muss man zur Diamantbar gehen, alles andere ist eher "so ungefähr" gemischt.
Aber nun kommt erst das Hämmerchen: prinzipiell kann man ja via Diamant-Service alles von der entsprechenden Karte auf jede Kabine liefern lassen. Halt gegen Aufpreis. Also vice versa zu dem, was ich weiter oben berichtet habe.
Als "White Guest" kann man das gesamte Sortiment der Diamant-Service-Karte auch an JEDEN Ort auf dem Schiff liefern lassen, den man möchte.
Das klingt zunächst recht unspektakulär, hat aber weitreichende Konsequenzen. Ich habe mir erlaubt, das mal anzutesten. Und dabei habe ich auch die Lieferzeiten (ganz grob minutengenau) gemessen, bis das Bestellte auch tatsächlich am gewünschten Ort eintraf.
Meine Referenz war dabei die Zeit, die der Diamant-Service gebraucht hatte, uns einen Sektkühler mit Eis (weil wir die in der GGF inkludierte Champagnerflasche nicht am ersten Tag an Bord geköpft hatten) sowie unser Treuegeschenk "Kaviar mit Sauerrahm und Kesselchips" auf die Kabine zu liefern. Das waren gut 12 Minuten gewesen.
Test 1: Bestellung einer Flasche "fritz cola" an die AAB
Die ist dort nicht in der Karte gelistet, wohl aber in der Karte des Diamant-Service. Als ich an der AAB die Bestellung aufgab, musste der Kellner zwar erst bei seinem Chef rückfragen, dann kam aber schnell das "okay", und die Bestellung traf immerhin nach knapp 18 Minuten an der AAB ein. Muss sich wohl noch einspielen.
Test 2: Bestellung eines Gin Tonic mit "Monkey 47"-Gin (welcher nur an der Diamantbar vorrätig ist) und einer Käseplatte in die Lumas-Bar.
Hier hatte der Kellner gar kein Problem, wusste nach Blick auf meine weisse Karte sofort Bescheid und meinte dementsprechend auch: "No Problem." Der Longdrink und die Käseplatte trafen dann auch in rekordverdächtigen neuneinhalb Minuten an meinem Tisch ein. Like!
Und sofort setzte der - von TC anscheinend gewünschte - Effekt ein: vom Nebentisch fragte mich nämlich eine ältere Dame, wie man denn bitte so eine leckere Käseplatte mit Weintrauben an dieser Bar bekommen könne. Ich habe ihr selbstverständlich den Trick mit der weissen Karte erklärt, woraufhin an ihrem Tisch eine erregte Diskussion ausbrach. Einer der Gesprächsfetzen, den ich mitbekommen habe, war: "Dann machen wir das nächstes Mal doch auch." (Man sollte dazu wissen, dass es schon der 9. Tag der Reise war.)
Der von TC erhoffte Mundpropaganda-Effekt hatte also astrein gezündet.
Was noch nicht so gut ist: eigentlich sollte für diesen Service an jeder Bar an Bord auch eine Karte des Diamant-Services vorliegen. War aber leider nicht so. Da muss wohl noch ein wenig nachgearbeitet werden.
Dennoch für diesen Service von meiner Seite: Daumen hoch!
Und es wird noch besser - stay tuned!