4. Checkout und Rulantica:
Diesmal mussten wir
in der Schlange beim Frühstück mal etwas warten, gut 7-8 Minuten
dauerte es, bis wir platziert wurden (obwohl wir exakt pünktlich zur
angemeldeten Zeit da waren). Und diesmal war auch der Tisch nicht
gerichtet, stattdessen wurden Geschirr, Besteck, Gläser usw. auf
Tabletts an das «neutrale Ende» des Tisches gestellt. Am Sonntag
war die Überforderung der Servicepersonals noch deutlicher zu
spüren, als am Samstag.
Als Eierspeise gaben
wir den Spiegeleiern eine Chance, die waren wirklich gut. Der Rest
war in etwa wie am Vortag.
Danach gingen wir
packen und checkten schliesslich gegen halb 11 an der Rezeption aus.
Da wir ja an diesem Tag noch ins Rulantica wollten, erhielten wir
bereits an der Rezeption unsere Wristbands. Wir verstauten unseren
Koffer uns alles andere, was wir an diesem Tag nicht brauchten, im
Auto und gingen über eine eigene Zugangsbrücke im ersten Stock
direkt vom Hotel zum Badeingang.
Im Rulantica ist der
erste Stock mit seinen Umkleidebereichen nur für die Hotelgäste da,
die Tagesgäste (die übrigens auch im voraus buchen müssen, eine
Tageskasse gibt es dort nicht) kommen durch das Erdgeschoss ins Bad.
Die Umkleiden sind
schön geräumig, vor allem die hohe Anzahl an Familienkabinen (davon
sogar zwei für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern mit
integriertem Wickeltisch und Waschbecken) fiel uns sehr positiv auf.
Allerdings mussten wir ein wenig suchen, bis wir freie Schliessfächer
fanden. Klar: das Bad hatte bereits um 10 Uhr aufgemacht, Hotelgäste
durften sogar schon ab 9 Uhr hinein, da kamen wir natürlich etwas
spät.
Was wir im Bad
selber dann auch bei der Suche nach freien Liegen merkten. Es gibt
davon zwar jede Menge in Rulantica, aber sie zu finden ist nicht so
einfach. Zumal auch keine Beschilderungen der ineinander
verschachtelten Wege vorhanden sind und der Übersichtsplan wegen der
Corona-Einbahnstrassen nicht viel nutzt. Aber schliesslich fanden wir
dann doch 4 Liegen nebeneinander direkt beim Ausgang zum
Aussenbereich.
Es ist jetzt nicht
so einfach, «Rulantica» zu beschreiben. Wer das «Aqua Basilea» in
Pratteln bei Basel kennt, wird zumindest etwas damit anfangen können,
dass «Rulantica» etwa genauso gross ist und der Tageseintritt
gleich teuer. Aber den meisten von Euch hilft dieser Vergleich nicht
wirklich weiter.
«Rulantica» ist
eine muschlförmige Halle mit grosser Fensterfront und verschiedenen
Themenbereichen, die ineinander verschachtelt sind. Und hier merkt
man, dass da Leute am Werk waren, die bislang einen Freizeitpark
gestaltet haben: die Themings sind absolut genial und mit einer irren
Liebe zum Detail umgesetzt. Es gibt ein grosses Wellenbad, eine
Warmbadelagune mit Poolbar für Erwachsene, die wie ein Fichtenwald
angelegt ist, einen Bereich mit Extremrutschen, der als Eispalast
gestaltet ist, einen Bereich für kleinere Kinder mit 20cm
Wassertiefe, Kletterbaum und -seilen, verschiedenen
Wasserspielzeugen, jeder Menge Pilzen, Fontänen, Wasserfällen und
nicht weniger als 5 kindgerechten Rutschen verschiedener Grösse und
Form.
Dann einen Bereich
für grössere Kinder und Jugendlich mit drei Rutschen und einem
Becken, wo man um die Wette auf wackligen Pontons laufen kann, ein
Hüttendorf auf Stelzen mit einer Bar und Zugang zu noch ein paar
Rutschen, darunter ein Schnellrestaurant für Burger und Pommes sowie
den Zugang zu einem Wildwasserkanal im Aussenbereich, einen weiteren
Aussenbereich mit diversen Wasserspielen, Massageliegen, einer
Poolbar und einem Food Truck mit Würstchen und Steaks vom Grill, ein
weiteres Restaurant in Form einer Tropfsteinhöhle, wo man Pizza,
Pasta, Sandwiches und Kuchen bekommt und wo es die schon aus der
«Sports Arena» im EP bekannten «Coke Freestyle»-Automaten gibt, wo
man sich seine Limonade selber mixen kann.
Und last but not
least «Snorris Saga». Snorri ist ein kleiner blauer Tintenfisch,
das Maskottchen von «Rulantica». Man hat vom EP bereits vor 2
Jahren ein eigenes «Rulantica»-Universum lanciert, mit
Abenteuerbüchern für Kids, CDs, Spielfiguren und jeder Menge
Souvenirs. Und das findet in «Snorris Saga» seine Entsprechung im
Bad, denn hier kann man, in einem Schwimmring liegend, einen Rundkurs
im Bad abfahren, der zu grossen Teilen unterirdisch unter anderen
Bad-Teilen verläuft und wo Snorris Geschichte auf Monitoren zu sehen
ist; das Ganze stimmungsvoll beleuchtet und musikalisch untermalt.
Also im Prinzip ein Fahrgeschäft wie im Park, halt nur in der
Wasserwelt.
Es wird übrigens
bereits weitergebaut: schon 2021 soll im Aussenbereich der grösste
Wasserspielplatz der Welt eröffnet werden. Laut offiziellen Angaben
hat die EP GmbH bislang erst ein Drittel der zur Verfügung stehenden
Fläche bebaut. Und von einem Indoor-Park, der ganzjährig genutzt
werden kann, und der evtl. ab 2026 gegenüber von «Rulantica»
entstehen soll, war ja auch schon zu hören.
Man hat den
Eindruck, dass da in Rust das Europäische Pendant von «Walt Disney
World Orlando» entsteht, wo es ja 4 verschiedene Parks (davon ein
Wasserpark) und diverse Themenhotels gibt.
Aber nun etwas mehr
zu unserem Tag im Bad: natürlich kann man in einem Schwimmbad kaum
MNS tragen, deshalb war dies auch nur bis zu den Umkleiden
obligatorisch. Aber sämtliche Mitarbeiter trugen Masken, viele
ausserdem Handschuhe und Gesichtsvisiere.
Was uns sehr positiv
auffiel, war die hohe Disziplin mit der die Gäste die Abstände
einhielten – innerhalb- und ausserhalb der Wassers. So viel
Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme hat mich echt überrascht – geht
doch!
Allerdings auch ein
Kritikpunkt: für die Benutzung bestimmter Rutschen sowie von
«Snorris Saga» benötigt man Doppel-Schwimmringe. Diese werden zum
Problem, wenn vorne ein Kind fahren soll und hinten jemand mit
grösserem Übergewicht – dann stimmt die Gewichtsverteilung
nämlich nicht mehr und beide legen sich gepflegt auf die Fresse.
Ist mir mit meinen
132kg bei «Snorris Saga» leider gleich 2x hintereinander so
passiert (und es hat mich persönlich sehr verletzt, dass der
zuständige Mitarbeiter, anstatt mir zu helfen bzw. sich zu
erkundigen, ob ich mir etwas getan habe (habe ich nämlich), in das
schallende Gelächter der hinter uns Wartenden eingestimmt ist –
sorry, aber das ist ein no-go!). Und erst nach diesem Malheur sah ich
dann, dass auf dem Reifen ein Aufdruck «max. 100kg» zu finden war.
Weder hatte mich der Mitarbeiter darauf aufmerksam gemacht, noch war
am Eingang zur Attraktion ein entsprechender Vermerk zu finden.
Übrigens auch bei keiner anderen Rutsche – und die Wartezeiten
reichten von 10 bis 30 Minuten. Ist schon ärgerlich, wenn man erst
nach dieser Zeit feststellen muss, dass man gar nicht mitfahren kann.
Aber an den Eingängen zu den Rutschen stehen lediglich Mindestalter
und -grösse. Da sollte nachgearbeitet werden.
Das Essen im Bad war
durchwachsen. Die Pizzen eher mässig, mit drögem Teig, die Pasta
okay bis gut, der Kuchen sehr gut. Burger, Pommes und Gegrilltes
haben wir diesmal nicht angetestet, vielleicht beim nächsten Mal.
Sehr lecker und auch
preislich attraktiv die verschiedenen alkoholischen (€ 8.20) und
alkoholfreien (€ 6.80) Cocktails, darunter ein paar Klassiker, aber
auch hauseigene Kompositionen. Und immer mit Deckel und Strohhalm
aus- und einlaufsicher, so dass man sie auch mitten in den Pool
mitnehmen kann.
Da wir ja noch
eineinhalb Stunden Heimfahrt vor uns hatten, verliessen wir kurz vor
5 Uhr, nach insgesamt 6 Stunden im Bad. Wir hatten zwar nicht alles
geschafft, was wir uns vorgenommen hatten (so hatte es selbst am
Wellenbad eine Schlange, weil nicht mehr als 80 Personen gleichzeitig
reindurften), aber dennoch viel Spass gehabt.
«Rulantica» ist
zwar von uns aus gesehen 40-45 Minuten weiter als das «Aqua
Basilea», aber bei gleichem Preis und viel, viel, viiiieeel
schönerer und kindgerechterer Umsetzung (und wesentlich günstigerem
Essen und Getränken) ist es für uns trotzdem attraktiv. Wir werden
sicherlich noch öfters hinfahren.
Und das war auch
schon mein Bericht – Kommentare und Fragen sind gerne willkommen.