Jetz aber!
Tag 1 – Anreise nach Palma de Mallorca:
Okay, es geht los.
Nachdem wir ja bereits am Vortag zum Flughafen Zürich in Kloten
angereist waren, hiess es nun bereits um halb 5 Uhr morgens das warme
Bett zu verlassen, nachdem schon um 4 der Wecker erbarmungslos
geklingelt hatte. Frühstück gab es im Hotel leider auch noch nicht,
aber dem hatte ich im Voraus vorgesorgt und für den Flug etwas
bestellt.
Im Flughafen war
schon erstaunlich viel los. Glücklicherweise waren wir unser Gepäck
bereits am Abend zuvor losgeworden, so dass wir nur noch durch die
Sicherheitskontrolle mussten, was erfreulich schnell ging (bis auf
die üblichen Alarme, wenn die Elektronik meine Hosenträger bemerkt
– aber die dann folgenden Leibesvisitationen bin ich inzwischen
gewohnt…). Dann natürlich der im Flughafen weitestmögliche Weg zu
unserem Gate A85, immerhin funktionierten die Rollsteige.
Boarding ging auch
flott, meine Frau und die Kids hatten ihre Sitzplätze auf einer
Seite des Ganges, ich selber kam neben einem Ehepaar zu sitzen, die
wir bereits im Vorabend in der Check-in-Schlange getroffen hatten. Ob
wir auch auf mein Schiff 2 gehen würden? Ja klar. 
Das bestellte
Bordessen war so lala, da kenne ich auch in der Eco so manches
Besseres, aber Hauptsache, der Magen war ein wenig gefüllt. Nach
eineinhalb Stunden Flug dann schon die Landung in PMI, ein wenig
rasant aufgesetzt und dann voll in die Eisen gegangen – da war wohl
der Copilot am Steuer. Dennoch tosender Applaus aus dem Heck, was
meine Sitznachbarin zu der Bemerkung veranlasste: «Uns applaudiert
niemand, wenn wir unseren Job machen.» Daraufhin meine Frau
Schnarrrchsack trocken: «Uns schon. Auf dem Balkon.» 
Flugs ins Terminal,
denn der Kleine quengelte schon seit 10 Minuten, er müsse dringend
zur Toilette. Das Ganze zog sich dann etwas in die Länge,
währenddessen der Rest von uns auf seine Rückkehr wartete. Was aber
für unseren Grossen recht kurzweilig war, denn die
Lautsprechenanlage im Terminal war defekt, was dazu führte, dass
sich jede Durchsage wie eine Kakophonie von Furzgeräuschen anhörte.
Schön, dass er sich für sowas noch so begeistern kann… 
Schliesslich die
Kontrolle der QR-Codes, meine Frau musste ausserdem nochmal das
Impfzertifikat vorweisen (da hatte anscheinend etwas mit dem Upload
nicht geklappt). Dank der zwischenzeitlichen Wartezeit waren auch
unsere Koffer schon auf dem leeren Gepäckband, schnell die Tags
angeheftet, dann durch den Ausgang, wo auch schon ein netter
TC-Mitarbeiter wartete und zu den Bussen wies.
Dort angekommen
trafen wir auf eine Gruppe Senioren, die in breitestem Wienerisch mit
einer spanischen TC-Mitarbeiterin, die Deutsch nur mit starkem
spanischen Einschlag sprach, diskutierten. Ob dies der Bus von TUI
sei? - Ja, dieser Bus fährt zur Mein Schiff 2. - Ja, aber ist das denn
TUI? - Der Bus fährt zu «Mein Schiff». - Wir suchen den Bus von TUI.
So ging das mehrere
Minuten hin und her und immer haarscharf aneinander vorbei, bis ich mich schliesslich
an den Senioren vorbeidrängelte und der TC-Mitarbeiterin ein knappes
«Zur Mein Schiff 2 von TUI Cruises, ist das hier richtig?» zuwarf,
woraufhin sie mit «Jaja, TUI Cruises Mein Schiff» antwortete.
Da dämmerte es den
Senioren und einer von Ihnen meinte zu seinen Mitreisenden: «Das ist
ja doch der Bus zum Schiff.» Ich konnte mir einen innerlichen
Facepalm nicht verkneifen und dirigierte den Rest meiner Familie um
den Bus herum zum Gepäckverlad und dann in den Bus. Pech für die
Seniorengruppe: wir bekamen die letzten 4 Plätze, ganz vorne im Bus.
(Aber keine Sorge, der nächste Bus stand bereits parat.) 
Das war doch alles
schon recht glatt gegangen, so konnte es auch weitergehen. Ging es
auch.
Nach gerade mal 20
Minuten waren wir schon am Terminal, und dort kam uns die erste
Sitzreihe schon wieder zugute, denn eine TC-Mitarbeiterin betrat den
Bus und notierte sich jetzt erstmal Sitzreihe um Sitzreihe die
Kabinennummern der PAXe. Somit waren wir auch die ersten, die
aussteigen und an einen völlig leeren Schalter vor dem Terminal
treten konnten, wo unsere Schiffspässe darauf gecheckt wurden, ob
wir den Gesundheitsfragebogen auch korrekt ausgefüllt hatten,
ausserdem mussten wir dort unsere Testzertifikate vom Vortag vorlegen
(und nein: darauf muss nicht, wie hier im Forum immer wieder
behauptet, die Pass- bzw. Ausweisnummer vermerkt sein; das ist bei
Schweizer Zertifikaten nämlich gar nicht vorgesehen), ebenso die
Impfzertifikate.
Zwei Minuten später
betraten wir dann ein praktisch leeres Terminal. Nur 2 Schalter waren
mit PAXen besetzt, wir mussten nicht mal den Suiten-Bonus beim
Check-in ausspielen. Schnell ein paar Fotos gemacht und der Hinweis,
dass statt der SNRÜ eine Kurzeinweisung stattfinden würde (kannten
wir schon), für die wir zwischen 16:30 und 17:30 Uhr an unsere
Musterstation kommen sollten (das enge Zeitfenster war für uns neu).
Noch schnell durch
die Sicherheitskontrolle, dann ging es an Bord. Dort lotste uns ein
Mitarbeiter sofort zu den Aufzügen und wies uns auf Deck 12, wo wir
im Anckelmannsplatz frühstücken könnten. Wollten wir aber gar
nicht, wir wollten lieber an die TUI-Bar, auf den ersten Cocktail der
Reise. Nein, wir sollten bitte auf Deck 12 fahren. Okay, wenn es denn
sein muss…
Den Cruise Brothers
gefiel das natürlich gar nicht, aber wenn man schon mal da ist, kann
man sich ja nochmal etwas Frisches, Gesundes gönnen:
Ausserdem war nun
Zeit, sich mit der MS-App schon mal ins Bordnetz einzuloggen. Funzte
aber noch nicht so wirklich gut, vor allem der Internetzugang war
noch nicht freigeschaltet. Immerhin konnte ich aber die Restaurant-
und Bar-Öffnungszeiten abrufen. Siehe da: die TUI-Bar hatte bereits
seit 9 Uhr geöffnet. Und die AAB würde in wenigen Minuten um 10 Uhr
öffnen. Also spontaner Ortswechsel, schon gab es ihn: den ersten
LIIT der Reise:
Aber mal ganz
ehrlich: nach der Tour mit MSC im Juli empfand ich den Long Island
Ice Tea von TC als viel zu stark. Sorry, aber das geht wirklich
besser. Ein Cocktail muss dem Gast nun wirklich nicht sofort die
Schuhe ausziehen, okay?
Vom hinteren Bogen
der Joggingstrecke konnte ich noch einen schönen Blick auf die Bucht
von Palma inklusive La Seu erhaschen,
dann kam schon die SMS, dass
unsere Kabine jetzt für uns bereit sei. Um – ich habe genau auf
die Uhr geschaut – 10:40 Uhr! Das muss echt neuer Reederei-Rekord
sein, absolut unglaublich.
Aber uns nicht
unwillkommen, so konnten wir uns erstmal auf ein kleines Nickerchen
hinlegen und ein bisschen Schlaf nachholen. Vom Balkon aus konnten
wir die Europa 2 gegenüber im Hafen sehen:
Die MSC Preziosa lag
an diesem Tag ebenfalls in Palma.
(Fortsetzung folgt)