TUI Konzern erhält erneut staatliche Kredite

  • Verschiedene Nachrichten-Agenturen (u.a. AFP, dpa) melden heute (Mittwoch, den 02.12.2020), dass der TUI Konzern erneut einen Kredit vom Bund in Höhe von 1,8 Milliarden Euro erhält.

    Nach den Krediten im März 2020 - ebenso in Höhe von 1,8 Milliarden - und einem weiteren staatlichen Kredit (Stabilisierungspaket) im August 2020 über 1,2 Milliarden Euro, ist das nun die 3. staatliche Kreditvereinbarung.

    Wenn man die zeitlichen Abstände der Kredite sieht, muss man davon ausgehen, dass die TUI Group damit "über den Winter kommt".

    Welche Unternehmesbereiche des Konzern (z.B. TUI Reiseveranstaltungen, TUI Hotels, TUI Reedereien, TUI Airlines) in welcher Form davon auch immer partizipieren, darüber macht der Konzern naturgemäß und verständlich keine Angaben.

    Einmal editiert, zuletzt von Wupperschiff (2. Dezember 2020 um 17:51)

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Ich bin mir nicht sicher, ob es sich dabei tatsächlich um einen Kredit über 1,8 Mrd EUR handelt.

    Wenn ich das richtig gesehen habe, ist das Paket 1,8 Mrd. EUR schwer, wobei der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) 1,1 Mrd. EUR beisteuert, 200 Mio. EUR kommen von der KfW (Darlehen) und 500 Mio. EUR kommen als Kapitalerhöhung der Großaktionäre /Investmentbanken.

    Dabei hat der Staat die Möglichkeit, die in den 1,1 Mrd. EUR enthaltenen stillen Beteiligungen zu einer Beteiligung an TUI "umzuwandeln". TUI würde dadurch quasi (zumindest zum Teil) zum "Staatskonzern".

    Der Aktienkurs zumindest hat eine erstmal aufgrund dieser Nachricht der Notwendigkeit weiterer (Unter-)Stützung spürbar nachgegeben. Insgesamt denke ich aber auch, dass die Existenz von TUI damit über den Winter und, bei "normalem" Verlauf, für länger gesichert sein sollte.

    Langfristig ist TUI aber wohl eher für Kreuzfahrer als für Dividendenjäger interessant...

    Viele Grüße!