Auch von mir soll ein Fazit natürlich nicht fehlen. In einigem wiederhole ich das, was Nicole und Kai
@pamina, Gudrun Cree, Siegrid uschisiggi und Ron und Bernd BuR bereits geschrieben haben. Aber jedeR hat ihre eigenen Schwerpunkte. Uns alle eint, dass wir restlos begeistert waren und es sicherlich immer noch sind. Und nun folgt meine
Zusammenfassung
und Fazit
der Reise
Eine
Traumreise, die unseren hohen Erwartungen voll gerecht geworden ist,
ja
sie sogar noch weit übertroffen hat.
Das
Wetter war (bis Ilulissat) gut bis sehr gut, die Temperaturen anfangs
sogar zweistellig. Zwei Regen- und Nebeltage in Sisimiut und
Kangerlussuaq haben das Erlebnis dort nur
wenig
eingeschränkt. Danach waren
wieder Sonnenschein und Wolken angesagt. Auf der Rückfahrt ab
Kangerlussuaq nahm der Wind zu: Sturmtiefs aus Kanada zwangen auch zu
der ersten Kursänderung: Narsaq wurde gestrichen, dafür waren wir
über Nacht in Nuuk. Uns hat es gefallen. Da der Wind überwiegend
von hinten kommt und die Stabilisatoren am Schiff hervorragend sind,
haben uns die bis zu 9 Windstärken nicht allzu viel ausgemacht.
Nordlichter gab es einmal (schwach) auf der Hinreise und viel stärker
und schöner auf der Rückfahrt am Samstag Abend, als wir auf dem Weg
zu Cap Farwell, der Südspitze Grönlands waren. Leider war die
Durchsage nur auf den Fluren und im Fernsehen, so dass wir sie nicht
mitbekamen. In
der darauffolgenden Nacht waren sie dann auch noch mal über mehrere
Stunden zu sehen – ein faszinierendes Schauspiel. Reykjavik haben
wir in Rekordzeit erreicht (auch wegen eines med. Notfalls, der
schnell in ein Krankenhaus überführt werden musste). Das starke
Vibrieren des Schiffes beim Anlegemanöver mitten in der Nacht
stellte sich im Nachhinein als Fischernetz heraus, das sich um eine
Schiffsschraube gewickelt hatte. Ein Taucher hat es dann
abgeschnitten. Danach noch eine weitere wetterbedingte Kursänderung:
da die Windvorhersage für die Färöer ungünstig war, sind wir auf
Scrabster im äußersten Norden Schottlands ausgewichen – eine
hübsche Alternative. Zwar kam auf diesem Abschnitt der Wind mehr von
vorn und das Schiff hatte stärkere Rollbewegungen, aber die waren
nie wirklich stark.
Das
Schiff: ist zwar schon älter, und so entsprechen die Kabinen mit
ihren getrennten in Längsrichtung stehenden Betten nicht mehr den
heutigen Erwartungen. Aber sie sind sehr geschmackvoll neu renoviert,
die Betten sind bequem, und es gibt genügend Stauraum in Schränken
und Schubladen. Zusätzliche Kleiderbügel gibt es auf Anforderung.
Die
Dusche ist geräumig. Duschbad, Shampoo sowie Flüssigseife von
Rituals sind vorhanden. Sehr positiv sind mir die flauschigen
Handtücher und Bademäntel aufgefallen.
Die
Steckdosen sind amerikanische Norm, 110 V. 1 Adapterstecker ist
vorhanden. Wer einen zu Hause hat, sollte ihn ins Gepäck tun. Es
gibt insgesamt 4 USB-A-Steckdosen.
Das
Essen ist von durchgängig von guter bis sehr guter Qualität.
Verglichen zur Artania ist es hochwertiger. Auch das Essgeschirr und
die Gläser sind schön und hochwertig. Der
inkludierte Wein ist leicht und ok. Schade nur, dass man
Mineralwasser mit Sprudel extra bezahlen muss bei den Mahlzeiten.
Es
waren drei Lektoren an Bord: das Ehepaar Grobe vom
Alfred-Wegener-Institut hat uns mit Vorträgen zu Vulkanen,
Gletschern, der Plattentektonik, dem Forscher Alfred Wegener mit
seinen Grönland-Expeditionen, der MOSAIK-Expedition, während derer
vor kurzem das Forschungsschiff Polarstern an einer Eisscholle
befestigt ein Jahr lang durch die Arktis gedriftet ist und mit
weiteren Vorträgen begeistert. Der andere Lektor, der Landeskunde
vermitteln sollte, hat mich enttäuscht.
Von
dem Kapitän Burkhard Müller bin ich ausgesprochen begeistert: ich
habe nie einen Kapitän erlebt, der seine Entscheidungen derart
transparent und nachvollziehbar vermittelt und in der nautischen
Fragestunde 1,5 Stunden lang über die Bauweise und die technischen
Möglichkeiten von Kreuzfahrtschiffen und der Amadea im besonderen
informierte. Besser geht es für mich nicht.
Die
Kreuzfahrtdirektorin hingegen hat mit ihrer Art meine Geduld und
Leidensfähigkeit stark strapaziert. Nicht nur, dass sie viele
Ansagen sehr ausführlich machte und mehrfach wiederholte. Am
schlimmsten war ihre Ansprache zu den Galadiners: „Ziehen Sie das
beste an, was Sie im Schrank hängen haben. Und ziehen Sie sich nach
dem Abendessen nicht gleich wieder um sondern tragen Sie es gerne
auch noch anschließend bei den Shows oder in der Bar.“ Gut nur,
dass sich kaum jemand dran gehalten hat. Zu ihren Gunsten spricht,
dass sie schon sehr bemüht war. Und sicherlich hat sie auch bei den
vielen alten Menschen an Bord die Erfahrung gemacht, dass es besser
ist, eine Durchsage dreimal zu wiederholen als nachher eine lange
Schlange an der Rezeption zu haben, die alle nochmal nachfragen.
Das
Unterhaltungsangebot an Bord war sehr unterschiedlich. Da war für
jedeN etwas dabei. Mir haben der Pianist, der Querflötenspieler, die
Gitarristin sowie das Jazz-Duo sehr gut gefallen. Und es gab die
beste Crew-Show, die ich je gesehen habe.
Was
ich mir wünschen würde:
-
Cocktails, die ihren Namen wert sind. Es
muss nicht mehr Alkohol sein für mich, aber wenn man das Glas dann
bis zum Rand mit Saft oder Kokosmilch auffüllt, schmeckt man vom
Alkohol nichts mehr. Wir haben mehrere Cocktails ausprobiert und sind
letztlich bei Gin Tonic und Aperol Sprizz geblieben.
-
Wahrscheinlich
liegt es daran, dass auf dem Schiff nur 110 V verfügbar ist,
jedenfalls gibt es anderes als auf der Artania in den Kabinen keine
Nespresso Maschine. Mal kurz einen Kaffee zwischendurch zu trinken
ist also nicht möglich, sondern nur, wenn eine der Bars geöffnet
hat. Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es eine Station
mit Kaffee, Tee und Wasser, die von 6-24 Uhr oder besser noch rund um
die Uhr verfügbar ist.
-
Die
Lektorenvorträge des Ehepaar Grobe waren hervorragend. Manchmal
konnte ich sie nicht ganz hören, weil ich einen Spa-Termin gebucht hatte,
der sich nur schwer verschieben ließ. Deshalb würde ich mir
wünschen, die Vorträge
der Lektoren für 2 Tage nach dem Vortrag im Intranet über
den Fernseher
verfügbar zu
haben.
So, das war's. Danke für Eure Geduld bei so viel Text, aber das musste mal sein. Zur Belohnung gibt es dann auch noch einen schönen Sonnenuntergang
VG Verena