Es ist für die Veranstalter ja im Moment auch nicht so einfach zu entscheiden, ob und wann sie ihre Kataloge für 2022 tatsächlich rausgeben wollen, da sich ja sogar die Experten widersprechen, wann genau die Pandemielage wieder "normale" Reisen zulassen wird.
Interessant war da ein Fachartikel, den mir meine Frau heute gezeigt hat: da hat eine Forschergruppe geschaut, ob die bei bekanntermassen hoher Infektionslage immer noch relativ niedrigen Hospitalisierungs- und Sterbezahlen alleine mit den bislang so oft gehörten Argumenten
1. es würden sich ja immer noch vor allem jüngere Menschen anstecken (was in den letzten 2-3 Wochen nicht mehr so einfach zu halten ist)
2. man habe ja seit dem Frühjahr gelernt, mit Corona-Infektionen besser umzugehen
3. ausserdem wisse man ja nicht, wie hoch die Dunkelziffer im Frühjahr wegen der geringeren Testzahlen gewesen sei (noch so ein Argument, welches sich aufgrund der derzeitigen Positivquoten der Tests auch nicht mehr lange wird halten lassen)
zu erklären wären.
Die Forscher, die den besagten Artikel am Wochenende veröffentlicht haben, haben dabei gute Argumente geliefert, dass sich die Differenz bei den genannten Zahlen eben nicht alleine durch 1.-3. erklären liessen und man schauen müsse, ob es noch andere Gründe für das aktuelle Infektions- bzw. Komplikationsgeschehen gibt. Und da wurde allen voran die Möglichkeit genannt, dass sich das Virus in der Zwischenzeit durch Mutationen verändert habe - deutlich infektiöser, aber gleichzeitig weniger gefährlich. (Meine Rede seit Juni!
)
Sollte sich diese These als korrekt erweisen, würde das u.U. sogar bedeuten, dass auch die Sommerreisen 2021 wie geplant durchgeführt werden könnten. Es gilt also immer noch, dass möglichst keine Aussagen und/oder Entscheidungen zu lange im Voraus getroffen werden sollten. Daher macht die aktuelle "Taktik", die Absagen scheibchenweise zu servieren, absolut Sinn.
Wenn die Reedereien schlau sind (und das unterstelle ich ihnen mal
), warten sie erstmal die Entwicklung der kommenden Monate ab. Und sobald sich die Zeichen verdichten, dass die o.g. These korrekt sein könnte, würde ich - wäre ich verantwortlich - auch den Sommerkatalog 2022 rausgeben.