Wenn das Trinkgeld nicht so fließt, wie sie sich das vorstellen, hört die Freundlichkeit auch ganz schnell auf. Das ist kein Vorurteil, sondern mehrfach selbst erlebtes und gelerntes.
Diese Erfahrung haben wir bei unserer Nilkreuzfahrt auch gemacht. Sogar der Zollbeamte am Flughafen hat mit einer Hand den Pass kontrolliert und die andere hat er aufgehalten und Bakschisch verlangt. Ganz zu schweigen von den Kofferträgern, welche einem die Koffer regelrecht aus der Hand gerissen haben.
Aber andererseits habe ich mich über so manch fliessende Träne alter Männer gefreut, welche neben den Schiffsanlagestellen auf einer Bank sassen , wo wir unser Obst, welches täglich in der Kabine lag , unauffällig in einem Papiersäckchen "vergessen" haben.
Abgesehen von den Tempelanlagen hat mich das Treiben am Nil fasziniert. Da wurde neben der Wäsche, den Teppichen - welche dann am Ufer ausgebreitet wurden - auch Kind und Kuh gewaschen. Die Bauern mit den Pflügen erschienen mir wie aus einem anderen Jahrhundert und hinter den oft nicht mal hundert Meter Grünland die Wüste. Ich würde so eine Nilkreuzfahrt so gerne noch mal machen , aber ich bin eben doch ein Hasenfuss , welcher vor der politischen Situation zurückschreckt.
lg Christine