Beiträge von Nelly

    27. Mai – Abreise und Fazit

    Wir hatten uns zum Frühstück verabredet und wer kam nicht? Papa und Bonny. In meinem Kopf ging plötzlich das Horrorkino an, aber Steffi beruhigt mich: Die haben nur verschlafen. Ja nee, ist klar… mein Papa und… Tja, da kam er, wirre Haare, genervter Blick: Die beiden hatten verschlafen. Über Nacht hatten wir eine Stunde Zeitverschiebung, die Handys hatten sich nicht automatisch umgestellt und entsprechend zu spät geklingelt… Ach, wie ist das Leben lustig… Also, wenn man nicht verschlafen hat, jedenfalls.

    Zwischen Kabine verlassen und Schiffsfreigabe füllten wir den Gästefragebogen aus, brachten die Trinkgeldumschläge zur Rezeption und waren uns einig: Tallin war unser Highlight.

    Die Rückfahrt verlief ohne größere Abenteuer und so konnten wir nach nur 2 Stunden Fahrt wieder in unsere Wohnung: Auch mal schön, so eine Reise fast ohne Anfahrt und mit Chauffeur.

    Fazit zur Reise: Ich glaube, das ist selbsterklärend: Jederzeit wieder! Auch, wenn wir diese Reise gar nicht unbedingt gebucht hätten, es wäre sooooo schade gewesen!

    Fazit zur Innenkabine: Man ist ja nur zum schlafen auf der Kabine. Das können wir so bestätigen. Ob das jetzt aber ist, weil wir nur zum schlafen auf der Kabine sind, oder weil die Kabine so komisch ist, dass wir nur zum schlafen da sein wollen, ließ sich an dieser Stelle nicht klären.

    Nein, so schrecklich war es nicht, weder hatten wir Platzangst, noch war die Luft ganz furchtbar oder die Kabine ungemütlich. Wir haben unglaublich gut geschlafen, aber unser Zeitgefühl hat uns in der kompletten Zeit nicht wieder eingeholt. Es war weg. Schlicht und ergreifend weg.

    Würden wir wieder eine Innenkabine buchen? So lange unser Budget es zulässt, es zu können, aber nicht zu müssen, nein. Alle weiteren Kreuzfahrten haben wir auch mit Balkon gebucht. Papa und Bonny würden bei der nächsten Tour übrigens auch den Balkon bevorzugen, obwohl sie mit ihrer Außenkabine auch sehr glücklich waren. Würden wir lieber drei Jahre auf eine Balkonkabine sparen, oder lieber einmal im Jahr eine Tour in einer Innenkabine buchen, sollte das Geld knapp werden? Dann doch die Innenkabine. Ich wollte eigentlich eine Lanze für sie brechen, ich weiß nicht, ob mir das gelingt. Es war schon okay so, wie es war. Wir wissen jetzt, dass es nicht unser ist. Aber, das müssen wir an dieser Stelle wirklich sagen: Wir waren mit der Familie unterwegs und brauchten wirklich nicht den Rückzug, also war es für diese Tour doch die wirklich richtige Entscheidung.

    So, jetzt bin ich auch endlich fertig mit dem Reisebericht, es tut mir leid, dass ihr immer so lange warten müsst.

    Erwähnte ich eigentlich schon, dass es nur noch 30 Tage bis zur nächsten Tour sind?

    Viele Grüße, eure Vanessa mit Steffi, Bonny und Papa alias TomTom

    26. Mai – Seetag

    Der letzte Tag auf der Mein Schiff 1 und der letzte Tag unserer Kreuzfahrt nach dem Ausschlussprinzip. Ach, was war das schön…

    Papa und ich gingen in die Nautisch-Technische-Fragestunde und unsere Frauen tigerten auf dem Schiff auf und ab. Ich gebe zu, ich bin kein großer Fan von unserem Kapitän gewesen, (war ich auf der Kanarentour schon nicht), aber Papa freute sich: Jens Troier war eine zeit lang auf einem U-Boot gefahren und weil die Welt so klein ist: Papa erkannte ihn. Sie waren tatsächlich mal eine Weile gleichzeitig unterwegs. (Wenn ich mich manchmal so erzählen höre über meinen Vater, glaube ich es mir selbst nicht, aber der Mann kann nicht still sitzen und er hat wirklich alles das gemacht, was ich so erzähle…)

    Nach der Stunde machten Steffi und ich Nägel mit Köpfen und buchten erneut eine Westeuropakreuzfahrt, vielleicht konnten wir sie ja dieses Mal antreten. September 2020, vorsichtshalber informierten wir Papa und Bonny schon mal, sie sollten anfangen zu sparen und Urlaub einreichen.

    Den Rest des Tages verbrachten wir mal hier, mal dort, gemeinsam beim Abendessen im Mediterran und schließlich ließen wir den Abend in der Hohe Luft Bar ausklingen. Es regnete Bindfäden, es war kalt, aber im überdachten Bereich hatten wir noch jede Menge Spaß, bequatschten den Urlaub von vorne bis hinten, zurück von hinten nach vorne, über unsere Angst, dass es nicht klappen konnte, unsere Freude, dass es so toll war, ach, eigentlich über alles. Jaaaa, wir konnten uns alle sofort vorstellen, wieder in genau dieser Kombination noch einmal zu verreisen.

    Was sollen wir sagen: Ein perfekter Urlaub!

    25. Mai – Helsinki / Finnland – Hoch hinaus bei Sonnenschein

    Da wir die letzten Tage immer recht früh von Bord gegangen sind, ob mit oder ohne Ausflug, entschieden wir uns jetzt für einen etwas späteren Landgang, nämlich 10:00 Uhr. Noch hatten wir nichts verpasst, es regnete nämlich und so standen wir pünktlich kurz vor 10 im Rezeptionsbereich und ließen den Familienrat tagen. Für 30 Euro den Hop-On-Hop-Off-Bus? Für 9 Euro den Tui-Shuttle-Service direkt zur Markhalle oder doch lieber per Pedes? Alle drei Möglichkeiten hatten so ihren Charme und so entschieden wir uns schließlich für „wir haben vier gesunde Paar Beine, wir laufen.“

    Wie gut, dass der Rat ein paar Minuten brauchte, es klarte nämlich tatsächlich etwas auf und die Chance einigermaßen trocken in die Stadt zu kommen, bestand durchaus. Natürlich meinte man an den roten Bussen, es fängt ganz bestimmt wieder an zu regnen, aber wir ließen uns nicht beirren und behielten Recht!

    Die Alte Markthalle ist ziemlich schön anzusehen, im Inneren gibt es jede Menge Möglichkeiten die leckersten Fresschen zu bekommen, und so schön angerichtet! Tja, Pech, wer auf dem Schiff frühstückt und dann keinen Hunger mehr hat.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Weiter ging es danach zum Riesenrad, für 12 Euro gab es tolle 15 Minuten Fahrt mit sehr schönen Ausblicken über Helsinki. Wir sahen, wo wir noch hinlaufen konnten und vor allem das Freibad direkt am Hafen gefiel uns. Leider sind die Scheiben getönt, was aber erst auf den sehr blaulastigen Fotos so richtig auffiel. Egal, war trotzdem ein Riesenspaß!

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Wir besichtigen noch eine architektonisch sehr schöne Kathedrale, die aber sowohl in Steffi, als auch in mir ein sehr bedrückendes Gefühl auslöste, keine Ahnung warum. Vielleicht war der Dom von Helsinki am Senatsplatz ja mehr unser Ding? Wir erfuhren es nicht, denn wegen einer bevorstehenden Hochzeit durfte man leider nicht ins Innere. Aber die Hochzeitsgesellschaft war schon da und das war auch nett anzuschauen. Die Sonne hatte ein Einsehen mit uns und es wurde richtig schön Draußen!

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Also genossen wir einfach ein wenig den tollen Blick von ganz oben der Treppe auf den Platz und amüsierten uns über die vielen Möwen. Vor allem eine war witzig anzuschauen, ihr gefiel das nämlich ganz offenbar gar nicht, dass wir sie genau fixierten. Sie schrie uns an und machte den Großen. Ganz ehrlich: Von dem Selbstbewusstsein hätte ich manchmal gerne was.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Schließlich luden wir Papa und Bonny auf einen Kaffee ein, beobachteten die anderen Gäste, und daddelten alle ein paar Minuten im Internet. Meinem Pony ging es super und meine Reitfreundin war am Vortag mit ihr spazieren gewesen, dafür liebte ich mein Smartphone, das Pony vermisste ich doch immer sehr.

    Den Heimweg fanden wir dank Navi TomTom wieder ohne uns zu verlaufen, wir drei Mädels verließen uns voll und ganz auf Papa und so sahen wir zwar noch schöne Ecken von Helsinki, eierten aber nicht völlig planlos hin und her.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    In einem Supermarkt deckte ich mich noch mit jeder Menge Lakritz ein und sorgte für ein kleines Kopfschütteln bei Steffi. Komische Souvenirs, aber lecker waren sie dann doch!

    Den Nachmittag verbrachten wir am Pooldeck, genossen das letzte Auslaufen in der Champagnerbar und bei einem Cocktail am Abend trauten wir uns dann auch mal die Frage aller Fragen zu stellen.

    Vanessa: „Und, wie gefällt euch die Kreuzfahrt?“

    Papa: „Ganz gut, aber beim nächsten Mal…“

    Steffi und Vanessa: (freuen sich, dass es ein nächstes Mal gibt, warten dennoch auf das „aber“)

    Papa. „…fahren wir wohl lieber mit der AIDA.“

    Steffi und Vanessa: „Waaaaaas?“ (nichts gegen AIDA, aber uns gefiel die Mein Schiff als solches so gut, dass wir uns gar nicht vorstellen konnten, dass man jetzt noch wechselte. War es ihnen zu langweilig? Der Altersdurchschnitt zu hoch? (Der lag in der Tat bei eher „älter“). Wollten sie nur alles einmal erkunden, was der Markt zu bieten hatte?

    Papa: „Naja, da sind die ganzen leckeren Cocktails nicht inklusive, das ist bestimmt figurfreundlicher.“

    Bonny (tätschelt sich den Bauch): „Die 5 Kilo extra pro Kabine haben wir wohl geknackt.“

    Puh. Noch mal Glück gehabt. Und mit ein paar kleinen Tricks hat Familie Nelly das ganze übrigens wieder ohne Übergepäck geschafft.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    24. Mai – Der zweite Tag in St. Petersburg – Eine Flussfahrt die ist lustig

    Am zweiten Tag ging die Einreise nach Russland schon wesentlich schneller und einen weiteren Stempel gab es auch nicht. Heute hatten wir uns für einen Halbtagesausflug entschieden, der uns eine Bootsfahrt auf der Newa, sowie den Besuch der Peter- und Paulkathedrale und der Blutskirche versprach.

    Unsere Reiseleiterin Julija erzählte wie schon Olga einen Tag zuvor spannend und kurzweilig. Vieles kam uns schon bekannt vor, es ging um die Geschichte St. Petersburgs und die Zarenzeit. Leider fehlte mir auch in diesem Vortrag ein wenig zum Leben in Russland: Was arbeiteten die Menschen, wie waren sie politisch interessiert, warum verließen so viele ihr Land? Eine interessante Information an dieser Stelle war übrigens: Die Russen sind sehr erbost über die Tatsache, dass sich viele Illegale, oftmals Sinti und Roma, dort einnisten und auch nach Jahren noch kein russisch sprechen und sich nicht integrieren. Das war mir neu, dass viele auch nach Russland auswanderten.

    Auf dem Ausflugsboot entschieden wir vier uns für Plätze im Freien, immerhin gab es Decken. Boah, war das kalt! Mit unseren mobilen Empfängern konnten wir trotzdem gut hören, was Julija erzählte.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Als wir unter der ersten Brücke hindurchfuhren, winkte uns ein Teenager freudig zu, der freundliche Tourist, also wir, winkte zurück. Ein paar Minuten später fuhren wir unter der nächsten Brücke hindurch und stutzen: Das war doch derselbe junge Mann wie eben? Spätestens an der dritten war uns klar: Den erleben wir jetzt die ganze Fahrt. Tatsächlich joggte der Teenager die ganze Zeit neben uns her und stand dann auf jeder Brücke, um uns zu winken. Papa reagierte als einziger jedes Mal. Mir schwante schon, dass da wohl ein Trinkgeld erwartet wurde und tatsächlich erzählte man uns folgendes: Es ist eine richtige kleine Mafia (nicht meine Worte!), die sich um die Rechte streiten, den Booten zu winken und die Jungs werden immer jünger. Die schwänzen die Schule, um sich ein Zubrot zu verdienen. Allerdings erfolgreich, denn trotz der Aufforderung, das nicht zu fördern, gaben doch einige aus unserer Gruppe ein paar Münzen.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Die vielen schönen Bauten, die wir zu Gesicht bekamen, sind übrigens zum großen Teil nur von außen schön, dahinter verbergen sich Sozialbauten. Das waren starke Kontraste. Häuser aus der Zarenzeit und aus der Sowjetzeit.


    In der Peter- und Paulfestung werden wir, Punkt 12, erst einmal mit einem Kanonenschlag begrüßt. Boah, da standen wir aber Gewehr bei Fuß, so sehr haben wir uns alle erschrocken, das hatte Julija uns verschwiegen, die Kanone am Mittag. In der Kathedrale liegt gefühlt die halbe Zarenfamilie begraben. Übrigens drei Meter unter der Erde, die Marmorsärge oberhalb sind leer. Tatsächlich fand ich das eher faszinierend und nicht beängstigend. Skurril war, dass da Menschen Selfies vor den Grabstätten machten. Also ich bin wirklich die letzte, die Selfies verurteilt, aber in diesem besonderen Fall machte ich dann doch eine Ausnahme.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Das höchste Gebäude Russlands...

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Extra für Steffi: Das Stadion von Zenit St. Petersburg (sie ist großer Fußballfan...)

    Der Ausflug gefiel uns sehr, es war von allem etwas dabei, und wir hatten wegen der Länge noch genug Zeit den Tag Revue passieren zu lassen. Das passierte übrigens am Pool. Man stelle sich vor, nach einem gemeinsamen Mittagessen im Anckelmannsplatz (Papa und Bonny waren begeistert von der Auswahl) schlenderten wir Mädels über das Deck, setzten Papa für eine Zigarette an der Überschaubar ab und machten es uns mit Decken in den Stühlen am Pool bequem. Tatsächlich saßen wir fast vier Stunden am Pool, bei einer Außentemperatur von etwa 5 Grad. Was für ein großartiger Nachmittag! Manchmal tanzten wir uns unter der Decke warm, machten Witze und wir kamen sogar einmal zu Gesprächen, zu denen man sonst nie kommt, weil man sich so selten sieht. So eine Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung ist echt unsexy, aber wichtig, gerade in der Eltern-Kind-Beziehung sollte man mal darüber gesprochen haben.

    Später am Abend saßen wir zusammen in der Schaubar, sahen uns ein wenig den Shanty Chor an der Treppe der Lumas Bar an und gingen dann tatsächlich alle zusammen in die Abtanzbar! Weil Papa und ich gar nicht mehr runterkamen von der Tanzfläche und mein Alter Herr mich sogar zu einem Disco-Fox aufforderte, konnte ich mir folgenden Spaß nicht verkneifen:

    „Guter Mann, Sie könnten mein Vater sein!“ Die Gesichter der anderen, die nahe genug dran standen um es zu hören, waren einfach herrlich.

    Papa ganz cool: „Ich fühle mich aber gar nicht so alt!“

    Ach, ich gerade ins Schwärmen… Nach einem „Moskau, Moskau, schmeißt die Gläser an die Wand…“ und wildem Gehopse im selben Rhythmus wie alle anderen, waren wir dann aber nicht mehr lange da und verzogen uns müde auf unsere Kabine. Kaputt, aber glücklich. Ach wie schön, dass meine Bonny zum Zeitpunkt der Buchung nicht fliegen durfte…

    23. Mai 2019 – St. Petersburg Teil 2 – Der Peterhofpalast und die Gärten

    Nach dem Mittagessen ging es weiter zum Peterhof. Olga zählte noch einmal alle durch und stellte entsetzt fest „da fehlt doch jemand!“ Papa gab ziemlich zerknirscht zu „ja, meine Frau“ und Steffi und ich kicherten in uns hinein. Ausgerechnet auf einem geführten Ausflug ging Bonny verschütt. Naja, eigentlich hatte sie nur beim Essen und dem Ruf der Natur getrödelt, aber das wusste Olga natürlich nicht.

    Der Peterhof war nicht annährend so voll wie der Katharinenpalast sondern, viel, viel schlimmer! Wir wurden wieder in Museumstreter gesteckt, mussten Jacken und Rucksäcke abgeben, da waren die unglaublich streng und durften dann wieder hinter Olga hinterherwatscheln und uns spannende Geschichten anhören. Die Zarenzeit war eine Zeit, in der die Frauen das Sagen hatten. Katharina die Erste hatte 15.000 Kleider, von denen sie jedes nur ein einziges Mal trug. Und es muss Ewigkeiten gedauert haben, bis sie endlich in einem steckte, alleine konnte sie die auf jeden Fall nicht anziehen. Wow. Papa knuffte mich in die Seite „na, das ist nichts für dich, oder?“ Nein, definitiv nicht. Er zog mich manchmal damit auf, dass ich nur so wenige Klamotten besitze. Aber, ich gebe es zu, ich hätte gerne mal so ein Kleid aus der damaligen Zeit angezogen.

    Wieder erzählte Olga anschaulich und in ausreichender Menge, es machte meist Spaß ihr zuzuhören, auch wenn ich es manchmal etwas schwierig fand, den Anschluss an die ganzen Familienkonstrukte zu halten.

    Der Peterhof war eine ziemlich spannende Angelegenheit, kaum vorstellbar, dass hier tatsächlich jemand gelebt hatte, mir ist so viel Protz und Raum immer unheimlich. Das Bernsteinzimmer war übrigens der einzige Raum, in dem man nicht fotografieren darf. Ich habe gefragt, warum das so ist: Das Blitzlicht schadet den Farben des Bernsteins, also hat man es sicherheitshalber gleich ganz verboten.

    An jedem Zimmerdurchgang sitzen übrigens grimmig blickende Frauen, die aufpassen, dass man auch weitergeht und nicht mit dem Handy oder Fotoapparat über die Absperrbänder hinausgeht. Wer die Blicke ignoriert, wird mit einer Alarmanlage bestraft, die ziemlich oft anging.

    Nach der Führung ging es in die Gärten. So was unglaublich schönes! Die Springbrunnen, die Liebe, mit der alles angelegt wurde, so viele schöne Pflanzen, so viel grün und bunt, ach, wir konnten uns gar nicht sattsehen! Wie das wohl bei Sonnenschein aussah? Wir sahen leider nicht alles, da hätte man Stunden zu gebraucht, aber es war auf alle Fälle ein wundervolles Erlebnis! Zum Glück verliefen sich die vielen Touristen dort auch wieder, sodass wieder etwas mehr Luft und Raum zum Atmen blieb.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Übrigens funktionieren die Springbrunnen noch immer mit der Technik von "damals".

    Nur die Sonne wollte sich nicht zeigen und der Wind vom Finnischen Meerbusen pfiff uns ganz schön um die Ohren. Olga fragte, ob wir noch mal schnell zum Wasser gucken wollten, oder weiter in die Gärten. Die ziemlich einstimmige Meinung war: Weiter in die Gärten, also tigerten wir los bis nach ein paar Metern Papa fragte, wo denn seine Frau sei. Steffi und ich nur gleichzeitig: „Am Meer“. Papa grummelte und tatsächlich stand Bonny ein paar Minuten später wieder neben uns und schwärmte von der aufgewühlten See. Ach, was lieben wir sie für ihre unbeschwerte Art! (Ehrlich, sie ist toll…)

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Das Ende läutete sich so langsam ein und um ein Klischee mal nicht zu bedienen: Die Japaner sind uns alles andere rücksichtsvoll begegnet. Wir hatten noch etwa eine halbe Stunde Zeit für Biopause und Rucksäcke holen und zurück zum Bus, und wenn ich nicht irgendwann meine Hände in die Hüfte gestemmt hätte um mich ein klein wenig breiter zu machen, wäre ich jetzt noch inmitten von drängelnden Asiaten gefangen, die alle zuerst vor und zurück wollten.

    Am Parkplatz tauschte Papa mit einem Geigenspieler noch ein paar Euro gegen Rubel, damit Bonny sich ihren Kühlschrankmagneten kaufen konnte und dann ging es auch schon zurück zum Schiff.

    Was für ein Tag! Der Ausflug war zwar etwas arg voll mit Menschen, aber er hat sich auf jeden Fall gelohnt! Alles, was wir gesehen haben war unglaublich, wir waren alle vier begeistert und ich hätte mich nachträglich in den Allerwertesten gebissen, wenn ich das nicht gesehen hätte.

    Zurück auf dem Schiff entschieden wir uns für ein kleines Abendessen im Anckelmannsplatz, keiner hatte mehr große Lust auf bedient werden und ließen dann den Abend in der Lumas Bar zu viert ausklingen.

    Steffi und ich hatten seit Ewigkeiten nicht mehr so viel Zeit mit den gleichen Menschen verbracht und wir waren uns einig: Mit den beiden jederzeit wieder! Da Steffi den Katalog schon wieder zur Hälfte auswendig gelernt hatte, bequatschten wir Papa und Bonny, kamen aber noch zu keinem Ergebnis.

    Stattdessen freuten wir uns auf den nächsten Tag in St. Petersburg.

    23. Mai 2019 – St. Petersburg – Extra für uns öffnet der Katharinenpalast…

    Um Viertel nach Sieben sollte die Treffzeit für unseren Ausflug „Eine Reise ins Land der Zaren sein“. Wir holten Bonny und Papa an deren Kabine ab, da wir uns sicher waren, wahrscheinlich am Theater den Überblick zu verlieren. Es ging aber tatsächlich vom Andrang her und so saßen wir immerhin recht schnell und warteten, dass unser Bus aufgerufen wurde.

    Bis dahin durften wir uns etwa sieben Mal anhören, was wir eigentlich brauchten für den Ausflug: Unseren Reisepass, die Bustickets, die Bordkarte und ganz wichtig: Den Abschnitt vom Ausflug und zwar unseren eigenen. Bonny hatte sich extra für diese Reise einen Pass beantragt und hoffte jetzt sehr auf ihren ersten Stempel.

    Weil uns die Zeit etwas lang wurde, erzählten wir meinen Eltern, dass wir nicht vom Wecker wach wurden, sondern vom Anlegemanöver. Da unsere Kabine ganz vorne war, waren wir recht nah am Bugstrahlruder und das musste ganz schön arbeiten wegen des Seitenwindes. Leider klapperte unser Kabinenpräsent vom Reisebüro, eine noch nicht getrunkene Flasche Weißwein, in ihrem Bottich und das ganze Bett vibrierte. Ich glaube, so bewusst hatten wir das Anlegen noch nicht mitbekommen.

    Die Einreise dauerte etwas, weil die Damen an der Grenzkontrolle ziemlich genau auf alles guckten (keine Ahnung auf was genau) und nicht einmal eine kleine Regung im Gesicht zeigten, aber wir bekamen den Stempel. Bonny konnte sich gar nicht daran sattsehen und Papa war etwas gnatschig, weil erstmal außerhalb des Gebäudes Rauchverbot war. Er schaffte es trotzdem noch eine zu qualmen und dann ab in unseren Reisebus.

    Olga erzählte eine Menge zu St. Petersburg, zur Entstehung, darüber, dass Wohnungen hier relativ günstig waren, dass die meisten Eigenheim hatten und was wir jetzt demnächst alles zu sehen bekamen. Die Fahrt nach Puschkin wurde somit recht kurzweilig. Leider hatte ich in Geschichte ganz offensichtlich nicht ausreichend aufgepasst, weil mir fast alles recht neu war, was sie über die Zarenzeit und die überwiegend weiblichen Herrscher erzählte, aber ich war gewillt, es zu Hause noch einmal nachzulesen. Zugegeben, in der Schulzeit war Geschichte nicht gerade mein Lieblingsfach, ich war zwar ziemlich gut darin, aber ich schätze ich lernte es immer nur für die jeweilige Klausur auswendig und vergaß dann alles wieder.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Die ersten Eindrücke in St. Petersburg...


    Zurück nach Puschkin. Wir stiegen aus dem Bus aus und tigerten die letzten 200 Meter zum Katharinenpalast, dessen Prunk wir schon erahnen konnten, als wir näher dran waren. Mir war schon klar, dass dort jede Menge los sein würde, aber so viel! In der Ausflugsbeschreibung hieß es „extra für Sie öffnet der Katharinenpalast früher seine Pforten“ was übersetzt so viel hieß wie „extra für Sie und alle anderen Kreuzfahrer und alle anderen touristischen Monstergruppen die irgendwie angemeldet sind dürfen Sie eine Stunde vor Individualtouristen rein.“

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Also Augen zu uns durch. Wir sind alle kein Fan von großen Menschenansammlungen, ich bekomme regelrecht Platzangst, aber das wollten wir alle so sehr sehen, dass es schon irgendwie ging. Im Eingangsbereich bekamen wir schicke Museumstreter an und dann ging es Gruppe für Gruppe in den Palast. Da jeder einen kleinen Empfänger am Ohr hatte, konnte man gut lauschen und der allgemeine Geräuschpegel war nicht allzu laut. Jede Gruppe musste diese Walkie-Talkies tragen, was es insgesamt recht angenehm machte.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Auch wenn unheimlich viele Menschen da waren fand ich es völlig in Ordnung, die Zeit die wir zum Gucken hatten, nämlich so viel, wie Olga erzählte, reichte im Großen und Ganzen meist aus. Klar, am liebsten hätten wir noch viel mehr gehört und mehr Zeit zum Gucken gehabt, aber für die erste Hälfte des Ausfluges fand ich das schon recht angemessen. Außerdem war es wirklich viel Input, alles konnte man nicht aufsaugen.

    Die Bilder die ich habe, sind wirklich der Hammer. So viel Prunk, Protz und Gold, ganz und gar nicht meine Welt und doch wunderschön anzusehen! Wie viel Handarbeit und Zeit in die Verzierungen der Decke, jeder einzelnen Wand und Kronleuchter gesteckt wurde, muss der Wahnsinn gewesen sein. Auf neudeutsch: Wir waren regelrecht geflasht davon.

    Danach ging es in den Garten, in dem unser Spaziergang leider nicht ganz so lange und üppig ausfällt, hier hätte ich es gut und gerne noch etwas länger ausgehalten. Wirklich wunderschön angelegt. Man hat damals wohl versucht Teile davon wie einen kleinen Wald aussehen zu lassen, mit See und allem was dazugehört. Leider war es echt schrecklich kalt und windig und wir waren doch froh, als es zurück zum Bus ging.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Ein Mittagessen war inkludiert, was wir für unseren Teil nicht gebraucht hätten, aber es war essbar. Ein Salat, eine Suppe, Reis, Hühnerfleisch und eine Kugel Eis zum Nachtisch. Okay, das Fleisch hab ich liegen gelassen, was mir komische Blicke am Tisch einbrachte und den Sekt und den Wodka dazu haben sowohl Steffi als auch ich an meine Eltern abgeschoben. Beides war süß, brrr…

    Danach ging es zum Schloss Peterhof, das schreibe ich dann in einem zweiten Teil, das sprengt sonst den Rahmen… Auf jeden Fall war die Fahrt dorthin noch mal ganz nett, weil Olga nicht müde wurde von Russland zu erzählen. Auch wenn Russland als solches nie ein Ziel wäre, das wir bewusst ansteuern würden (Gay-Travel-Index und so) waren wir doch von der Schönheit positiv überrascht. Dazu im nächsten Bericht mehr.

    Ganz liebe Grüße, eure Nelly

    22. Mai 2019 – Zauberhaftes und sommerliches Tallin

    Auf dem Weg zum Frühstück machten Steffi und ich erstmal Halt auf Deck 5, um uns davon ein Bild zu machen, wie das Wetter und die Sonne so war. Konnte man es eigentlich glauben? So traumhafter Sonnenschein und warm war es auch!

    Wir zogen uns dieses Mal alle vier etwas luftiger an und tigerten dann einfach mal „frei Schnauze“ los in die Stadt, den Schildern zur Altstadt folgend. Naja, und ein bisschen den anderen, die alleine von Bord gingen.

    Nach nur drei Minuten bekam Papa schon die erste Krise des Tages, weil Bonny schon die erste, bzw. auf dem Rückweg die letzte Möglichkeit entdeckte, Kühlschrankmagnete zu kaufen. Alles klar, da konnte ja gar kein Strick mehr reißen.

    In der Altstadt waren wir alle vier erst einmal unglaublich begeistert. Wunderschöne alte Gässchen, tolle Häuser, alles wirkte so ursprünglich und „echt“. Kaum ein Mensch war zu sehen (wir waren sehr früh von Bord) und wir konnten jede Menge schöne Fotos machen. Wieder hatten wir keinen Plan davon, wo wir eigentlich hin wollten. Wir hatten am Ausgang einen Stadtplan mitgenommen, der uns in die Hand gedrückt wurde und hangelten uns an dem ein bisschen durch die Stadt. Ich hatte in einem Reisebericht gelesen, dass an einer der vielen Kirchen eine Aussichtsplattform war, und da wollten wir hin. Schlau wie ich war (nicht) hatte ich mir weder gemerkt noch aufgeschrieben, welche Kirche es war. Nun denn, wir finden es schon.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Das erste, was wir uns von Innen ansahen, war die Russisch-Orthodoxe Kirche. Die war einfach wunderschön anzusehen, die Zwiebeltürme sahen im strahlend blauen Himmel richtig unwirklich aus und wir konnten unser Glück kaum fassen. In Deutschland war das Wetter wohl ziemlich bescheiden zu diesem Zeitpunkt. Auch wenn im Inneren gerade eine Zeremonie abgehalten wurde, waren ziemlich viele Touristen dort, aber es war ruhig. Ich kaufte zwei Kerzen die ich anzündete (einmal für Oma, einmal für Opa) und dann gingen wir nach ein paar Minuten wieder raus. Papa war etwas verwundert, dass ich die Kerzen angezündet hatte, weil ich evangelisch bin und meine Großeltern es auch waren, aber ich erzählte ihm, dass ich das immer mache, egal in welcher Kirche. Sofern es die Möglichkeit gibt, kaufe ich Kerzen. (Wenn auch nur in der ersten Kirche des Tages, aber immerhin.) Papa war jedenfalls sehr gerührt, dass ich an seinen sehr gläubigen Vater dachte mit meiner Geste.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Ich brauchte einen kleinen Moment zum Sammeln (brauche ich danach immer) und dann versuchte ich den Rest der Bande zu überreden, dass wir jetzt den Kirchturm mit Möglichkeit zum Gucken fanden. Papa war zum Glück ein guter Kartenleser, was ihm spontan den Beinamen TomTom einbrachte (er heißt Thomas) und führte uns zielsicher. Leider wurden wir nur Stückweise hineingelassen und Steffi als letzte in der Schlange sollte auf die nächste Tour warten. Ich versuchte es mit lieb und freundlich fragen, weil sie zu uns gehörte, aber man blieb hart. Gut, dann keiner von uns, ne Viertelstunde warten hatten wir keine Lust. Außerdem hatte Papa schon den ersten der drei Aussichtsplattformen von Tallinn ausgemacht und da schossen wir schöne Fotos und machen eine kleine Pause.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Auch die anderen Plattformen waren toll. Besonders lustig: Immer kurz nach uns kamen sie: Die Reisegruppen von Tui und viele, viele Asiaten. Oh ha, plötzlich wurde mir bewusst, dass wir auch schon sehr oft zu diesen Gruppen gezählt hatten und ich war so froh, dass es dieses Mal nicht so war. Nun gut, es wäre schön gewesen, ein bisschen was erzählt zu bekommen, aber weil es so gut mit uns passte, hatte keiner das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

    Nach einer Kaffeepause in einem witzigen Draußen-Café wanderten wir weiter zum Marktplatz und der Alten Apotheke. Und hier stockte TomTom. „Na, kein Empfang?“ Irgendwas war gerade so konfus, dass wir alle die Orientierung verloren hatten. Mir wurde das zu blöd, ich befragte Gockel Maps und weil es so schön ist, sich über andere zu amüsieren: „bitte 50 Meter nach rechts.“

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Am schönsten war es aber an der alten Stadtmauer, die einfach wunderschön stand und toll war. Hier versuchten wir uns an ein paar Selfies, irgendwie mussten wir Bilder davon haben, wie wir hier standen. Und wie das so ist, wenn vier Leute gleichzeitig aufs Foto sollen: Einer guckte immer blöd. Wurden also ein paar mehr und wir gackerten wie eine Horde Hühner.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Langsam wurde es auch Zeit für den Heimweg, immer wieder verloren wir Bonny mal, weil die hier noch mal guckt und da noch mal guckt und wir waren einfach nur froh, dass wir sie im Getümmel in der Innenstadt nicht verloren haben. Irgendwann tauchte sie immer wieder auf. Ein bisschen anstrengend vielleicht, aber auch sehr liebenswert.

    Nachmittags saßen Bonny und ich mal wieder in der Hoheluft Bar, ich schickte wieder Bilder, auch an sandy , als danke, weil sie mich auch immer versorgte und abends gingen wir erneut zusammen in den Fischmarkt. Wir vier verstanden uns so großartig, dass ich mich schon fragte, wann denn der große Knall kam, es konnte doch nicht wirklich alles so rund laufen?

    Nach einem Absacker in der Lumas Bar gingen wir viel zu spät ins Bett, und das, wo wir doch morgen um viertel nach sieben im Theater sein mussten, St. Petersburg rief nach uns!

    Nelly und das Wasser sieht aus wie ein (fast) glatt gezogenes Bettlaken :)

    LG Kathrin

    Der Vergleich ist toll, jetzt muss ich zu Hause beim aufs Bett gucken an die Schären denken! Danke für das Bild im Kopf!

    So, jetzt bin ich euch noch schnell hinterher gereist. s macht echt Spaß, deinen Erzählungen zu "lauschen", Vanessa.:)

    LG Susanne

    Willkommen, liebe Susanne! Das freut mich, wenn du gerne zuhörst :-D

    Liebe Nelly,

    was für Bilder. :love::love::love: Die Fahrt durch die Schären ist so genial, ich "höre" gerade wieder die Stille. <3

    Du bist ja schon mehrfach für deinen Schreibstil gelobt worden, ich kann mich nur anschließen. Auf die Gefahr hin, dass ich jetzt Streit mit deiner Frau oder meinem Mann bekomme - manchmal könnte ich dich vor Freude knubbeln für einige deiner Beschreibungen. :D:S Und deine "Bonny" - was für eine wunderbare Bezeichnung "Bonusmama" - ist mir schon richtig ans Herz gewachsen, ohne sie zu kennen. Sie scheint es ja richtig zu genießen...

    Liebe Grüße Petra

    Ach was, für so liebe Äußerungen darf auch mal geknuddelt werden! Meine Bonny ist wirklich die Beste, man muss sie einfach lieb haben! (Sie freut sich so sehr darüber, dass ich sie Bonusmama nenne, dass sie es regelmäßig erwähnt, dass sie es ist...)

    Nelly

    Gerade entdeckt und jetzt abonniert. Sehr gerne lese ich die Familienreise (nach) und bin ich Kürze auf dem Laufenden. Der Beginn gefällt mir schon mal sehr gut

    Huhu Gabi, das freut mich, je mehr, desto lustiger wird es!

    Ein wirklich sehr schöner Bericht, Nelly!!!:thumbup::)

    Vor ewigen Zeiten war ich mal in Stockholm und habe die Stadt in sehr guter Erinnerung. Allerdings reiste ich damals auf dem

    Landweg an und die Fahrt durch die Schären mit dem Schiff muss ich gaaaaanz unbedingt auch mal machen 8)!

    Vielen Dank! Und die Fahrt durch die Schären lohnt sich wirklich sehr, soooo schön!

    Wir, das sind außer mir noch zwölf Mädels, starten morgen zu unserem jährlichen Mädelswochenende (intern auch Tuttentour genannt). Wo es hin geht? Keine Ahnung.


    Wir sind Teil eines Karnevalvereins und jeweils zwei von uns planen den Ausflug ohne das Ziel zu nennen. Das erfahren wir erst morgen während der Fahrt. Im Vorfeld gibt es grobe Infotmationen, mehr nicht.

    Klingt lustig, da bin ich doch glatt mal dabei! Viele Grüße, Nelly

    Dienstag, 21. Mai 2019 – Wunderschönes Stockholm und noch schönere Schären

    Ab etwa halb vier sollten wir die Schären erreichen und der Kapitän ermunterte uns abends noch bei seiner Borddurchsage, sich den Wecker zu stellen. Ja nee, ist klar. Halb vier… Also, falls wir zufällig wach werden sollten, gehen wir natürlich an Deck, aber extra dafür so früh aufstehen? Steffi und ich waren echte Faulbären was das anging, aber immerhin hatten wir im Gegensatz zu meinen alten Herrschaften gestern auf das ausgedehnte Mittagsschläfchen verzichtet.

    Wir wachten also wieder erst mit dem Wecker auf und, peinlich, peinlich, wir waren schon so gut wie im Hafen. Naja, abends würden wir das ganze Schauspiel ja noch einmal betrachten können.

    Während des Frühstücks machte ich den fatalen Fehler, Papa nach seiner Nacht zu fragen, noch bevor er mindestens zwei Becher Kaffee getrunken hatte. Er brummelte nur etwas und deutete mit dem Kopf zu Bonny, die vergnügt grinste.

    „Ich hab mir natürlich den Wecker gestellt und mich dann mit der Decke ins Fenster gesetzt. Es war ja sooo schön. Irgendwann wurde mir das dann aber zu ungemütlich und ich bin an Deck gegangen. Kann schon sein, dass ich dabei ein bisschen gerumpelt habe.“

    Oh ha, Bonny nahm ja alles mit, sehr cool! Sie war auch die zappeligste von uns, als es dann endlich von Bord ging. Stockholm begrüßte uns mit sonnigen 20 Grad und nach nur fünf Minuten Fußweg machten wir den ersten Halt um unsere Jacken in die Rucksäcke zu stopfen.

    Es war wirklich einfach, keinen Plan zu haben. Tags zuvor hatten wir zwar alle zusammen den Lektorenvortrag gesehen, konnten uns aber auf keine gemeinsame Aktivität einigen. Papa und Steffi wollten sich treiben lassen, Bonny eine Tour mit dem Hop On – Hop Of – Bus machen und ich hätte gerne das Vasa-Museum gesehen. Andererseits: Das Wetter war so genial! Also fanden wir den kleinsten gemeinsamen Nenner, der da hieß: Gamla Stan, also die Altstadt. Und von nun an klappte auch das mit dem „einfach sein“. Wir sahen das königliche Schloss, die Wachablösung (gefiel mir besonders gut), die Deutsche Kirche, die schmalste Gasse der Stadt (inklusive einmal durchlaufen), diverse Museen und Kirchen, die alle von außen sehr schön aussahen. Keiner von uns konnte sich aufraffen, mal irgendwo reinzugehen, Stichwort Wetter! Dafür saßen wir viel am Hafen und hielten die Näschen in die Sonne. Aber irgendwann wurde das dann doch zu warm und wir wollten noch ein bisschen bummeln.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Wie sagte der Lektor so nett: „Die Straßen sind nicht barrierefrei, viel zu viele Schuhgeschäfte.“ Recht hatte er. Anfällig war allerdings nur Bonny, die unbedingt Kühlschrankmagnete brauchte und dann an dem einen oder anderem Schaufenster kleben blieb.

    Einen kurzen Moment der kritischen Eingewöhnung an einander hatten wir dann auch noch: Wir waren soweit durch und keiner hatte mehr etwas, dass er unbedingt sehen wollten. Wie vier Mal Pik Sieben standen wir dann rum, gnatschten uns kurz für eine Minute an und dann lud Papa uns alle auf einen Kaffee ein. Die Welt war wieder in Ordnung und danach traten wir auch, natürlich nicht ohne Andenken, den Weg zurück zum Schiff an.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Zurück auf dem Schiff setzten wir Papa zum Rauchen in der Außenalster Bar ab und wir drei Mädels machten uns auf zum Bosporus. Zwei Mal Döner und einmal Falafel (die waren für mich) und zum Nachtisch natürlich noch mal ein Eis. Es kann ja so einfach sein, drei Frauen glücklich zu machen.

    Den Rest des Tages verbrachten wir in der Hoheluft Bar, schickten ein paar Bilder nach Hause und ich erkundigte mich einmal, ob es meinem Pony gut ging. Das war der Nachteil am Datenroaming und der Tatsache, dass man gefühlt nicht so weit weg von zu Hause war: Das Internet war wieder einfach verfügbar. Dem Pony ging es übrigens blendend, was mich gleich wieder lächeln ließ.

    Die Ausfahrt aus den Schären war natürlich das Highlight des Tages: So viel wunderschöne Natur, so viel Ruhe und so viel Ehrfurcht davor, was Mutter Erde uns da geschenkt hatte. Zum Glück spielte das Wetter noch immer mit, die Sonne noch lange zu sehen und die Zeit schien ewig. Ich glaube, eine faszinierende Hafenausfahrt hatten wir noch nicht!

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Nelly

    Auch ich bin wieder interessiert am Lesen und gespannt , wie es weiter geht. Danke schon mal für den tollen Bericht.

    Sehr gerne, ich freue mich, wenn du dabei bist und Freude hast!

    Nelly Ich bin jetzt schon hin und wech von deinem Bericht- und das schon nach dem ersten Tag;) Du sprichst mir bei so vielen Sachen aus der Seele :D Ach ja und ich hab’s bislang auch erst einmal in die Abtanzbar geschafft :S;)

    Ui, besten Dank für das tolle Lob! Na da bin ich ja aber mal neugierig, wo wir ähnlich ticken!

    Ich hoffe ihr hattet eine tolle Reise! Freue mich auch, dass du uns begleitest!

    Schade :(ich könnte jetzt noch stundenlang weiter lesen ! Sooo toll geschrieben. :!: Liebe Grüße Petra

    Daaaaaankeschön, das freut mich sehr! Jetzt geht's ja auch schon weiter, hihi...

    Huhu Nelly ,

    Wie gut das es den Seetag gab so konnte ich mit meinem Paddelboot noch hinter euch her paddeln und schwups aufs Schiff :)mal schauen ob dir pink Tasche oft zum Einsatz kommt :)

    Wow, du bist ja ein flotter Paddler... Um ehrlich zu sein, die Handtasche war gar nicht dabei, bei Ausflügen ist der gute alte Rucksack doch praktischer.

    Montag, 20. Mai 2019 – Seetag mit ohne Sicht

    Normalerweise funktionierten unsere inneren Uhren ganz ausgezeichnet. Wenn wir vor Mitternacht ins Bett gingen, wachten wir wirklich spätestens um 7 Uhr auf, acht Stunden schlafen waren im Normalfall ja genug. Als ich an diesem Morgen das erste Mal aufwachte, versuchte ich in mich hineinzuhören, wie spät es wohl war. Die Innenkabine verriet natürlich rein gar nicht. Also riskierte ich dann doch einen Blick auf meine Uhr. Bitte was! Halb acht? Ach du Schreck!

    Wir hüpften also unter die Dusche und wunderten uns die ganze Zeit über, dass das Dunkel der Kabine uns wirklich so durcheinander gebracht hatte. Geschlafen haben wir übrigens wunderbar, und wahrscheinlich war das einfach nur, weil wir endlich Urlaub hatten. Jedenfalls wollten wir das gerne glauben.

    Papa wartete schon fertig vor deren Kabine auf uns und wir machten uns auf ins Atlantik Klassik zum Frühstück. Egal auf welchem Schiff, für uns der schönste inklusive Frühstücksbereich.

    Steffi erzählte, dass wir wie kleine Steine geschlafen hatten und schob gleich die Frage hinterher, wie es denn ihren Schwiegereltern in der Nacht erging.

    Papa: „Ach ganz gut, wir waren erst um ein Uhr im Bett, wir waren noch so lange schwofen in der Abtanzbar.“

    Fast verschluckte ich mich an meinem Tee. Wie bitte? Steffi und ich hatten zweieinhalb Reisen gebraucht und meine alten Herrschaften hotteten gleich am ersten Abend auf ihrer ersten Kreuzfahrt ab. Irgendwie fühlte ich mich, als Küken am Tisch, plötzlich uralt.

    „Du weißt doch, je oller, je doller“, meinte meine Bonny und ich beschloss, dass ich wohl etwas in meinem Leben ändern musste.

    Nach dem Frühstück nahmen wir die beiden sprichwörtlich an die Hand, für unseren, ebenfalls liebgewonnen „Zug durch die Gemeinde“ und zeigten ihnen das Schiff, das wir selbst noch nicht kannten.

    Draußen empfing uns eine schöne Nebelsuppe, alle 2 Minuten erklang das Schiffstyphon und man sah wirklich nicht besonders weit. Aber cool war es schon, wenn die Nebeltröpfchen einem direkt ins Gesicht sprühten. Im Laufe des Tages klarte es dann aber doch auf und wurde noch ganz schön.

    Unser Lieblingsplatz auf den anderen Schiffen war die Himmel & Meer Lounge, damit konnte der „Ruhepol“ auf keinen Fall mithalten, jedenfalls nicht für uns. Zum einen war es schwer einen Platz für vier zu bekommen, da die meisten sich zu zwei auf den Ecksofas fläzten, zum anderen sah die Lounge zwar sehr stylisch aus, aber überhaupt nicht mehr gemütlich und zum Träumen einladend. Wir nahmen das erste und letzte Getränk dort ein, eine kleine Chance gaben wir ihr trotzdem.

    Dafür gab es einen neuen tollen Platz: Die Hoheluft Bar gefiel uns allen sehr gut! Vor allem konnte Papa dann in einem Teil rauchen.

    Die Joggingstrecke ist natürlich der Hammer, echt schön, aber so toll der Abschnitt mit der Steigung auch ist: Auch uns gefiel der fehlende Ausblick auf das Meer von der Außenalsterbar nicht. Viele nutzten außerhalb der Joggingzeiten die Strecke um zu gucken, aber irgendwie hätte man das wirklich anders lösen können. Wir joggen zwar auch ganz gerne mal, aber so schlimm war die Runde über Deck 14 vorher nun auch nicht.

    Zusammenfassend können wir sagen, dass die Mein Schiff 1 zwar schick ist, aber nicht unser Lieblingsschiff wird. Für die Karibik ist sie bestimmt ein tolles Schiff, weil es sehr viele Außenbereiche gibt (wie auch den „kleinen“ und nicht überdachten Pool) aber auf der Ostsee war es doch ganz schön frisch. Meinen Eltern hat sie, ohne Vergleichsmöglichkeit, aber sehr gut gefallen! Da wir Fahrten eher nach der Strecke und nicht nach dem Schiff aussuchen, würden wir sie trotzdem wieder buchen, aber ein liebstes Schiff darf man ja trotzdem haben.

    In der Hoheluft Bar hatten wir übrigens eine ziemlich lustige Begegnung… Wir saßen zusammen, träumten vor uns hin und genossen jeder einen Drink seiner Wahl. Neben uns waren vier russisch sprechende Menschen, die einen Pina Colada nach dem anderen schnabulierten. Wow. Ich wäre schon scheintot und die lallten noch nicht einmal. So viel zum Thema Klischee. Irgendwann kam ich mit dem Niederländer neben mir ins Gespräch, freute mich mal ein paar ganz kleine Brocken auf seiner Muttersprache einwerfen zu können und dann hakten sich auch die Russen ins Gespräch ein. Einer der Männer fror nämlich erbärmlich und jammerte, es sei ja soooo kalt Draußen. Naja, kalt schon, aber so schlimm nun auch wieder nicht. Dann meinte er, er käme aus Nowosibirsk, der größten Stadt Sibiriens. Wir kamen aus dem Lachen gar nicht mehr heraus (die russischen Damen auch nicht), weil das nämlich so ganz und gar nicht dem Klischee entsprach. Ein frierender Sibirier? Irgendwie schon komisch.

    Übrigens durfte der arme Niederländer in St. Petersburg, der Hauptgrund für seine Reise, nicht von Bord, da er keinen Reisepass hatte und man ihm wohl im Vorwege erzählt hatte, die niederländische ID reiche. Also jedenfalls wenn ich das richtig verstanden habe, aber so sinngemäß kommt das schon hin. Kurz: Er durfte nicht von Bord, hat das aber erst beim einchecken erfahren, der arme!

    Den Abend verbrachten wir getrennt, mit der neuen Verabredung zum Frühstück und dem ersten Landgang. Die nächste Nacht würde dann hoffentlich zeigen, ob unsere inneren Uhren wieder funktionierten.