Teil 1 : soll es losgehen?
Ungefähr am 30.9.2022 erreichte mich der erste Anruf des Ballonteams, das bis zu diesem Zeitpunkt schon rd. 190 Überquerungen gemacht hat: in 3 oder 4 Tagen könnte es soweit sein - und mir rutsch erstmal das Herz in die Hose. Ich hatte mit einer längeren Wartezeit gerechnet. Der Termin "kollidiert" mit einem Geburtstag in der Familie und ausserdem war ich Anfang September (als Mitbringsel von unserer TA) an Corona erkrankt. Der Husten war noch immer nicht ganz weg und nach kurzer Rücksprache mit meinem Arzt habe ich den ersten Anlauf abgesagt.
Teil 2: aber jetzt dann ... oder?
Ende November wieder ein Anruf des Ballonteams - die nächste Überquerung ist geplant am 1. Advent, Sonntag den 27.11.2022. Oh weh, die Knie werden wieder weich , aber wie praktisch - ein Sonntag! Also kurz durchgeatmet und zugesagt.
Für die Fahrten trifft man sich sehr früh (ich glaube es war 4 Uhr)irgendwo am Chiemsee, oft direkt am Firmensitz des Ballonteams. Eine Vorübernachtung ist also erforderlich, Tipps dafür gab es auch vom Ballonteam - ein einfaches (und preisgünstiges Hotel in Laufnähe des Treffpunkts) und ein fast doppelt so teures, von dem ich dann abgeholt worden wäre. Ich brauchte nur ein Bett , Frühstück am Sonntag fällt eh aus (morgens um 4) und am Montag wollte ich früh wieder zurückfahren, um keinen Urlaub nehmen zu müssen. Ich entschied mich also für die Spar-Version, telefonierte mit der Inhaberin, die mir mitteilte, dass sie zwar eigentlich Betriebsruhe haben, ich aber trotzdem kommen kann. Wir verabredeten und für Samstagabend 19.00 Uhr.
Teil 3: jetzt geht es los:
am Samstag Spätnachmittag machte ich mich auf in Richtung Chiemsee (ca. 3,5 Stunden Fahrt von uns entfernt) und stand tatsächlich um 19 Uhr vor dem dunklen Gasthof . Tja, da stand ich leider alleine, von der Wirtin keine Spur. Und warum auch immer, hatte ich nach keiner Handy-Nummer gefragt, sondern hatte nur die Festnetznummer. Die rief ich an - um aus dem verschlossenen Gasthof, das Klingeln zu hören. Und jetzt? In meiner Not, rief ich beim Ballonteam an, niemand zu erreichen. Dann meine letzte Rettung - das andere Hotel. Und da wurde mir sehr nett geholfen: die beiden Inhaberinnen helfen sich immer gegenseitig aus, wenn sie noch Gäste unterbringen müssen. Sie rief also für mich "meine" Wirtin an und diese war ein paar Minuten später da, mit dem Hinweis, dass ich nur die Festnetznummer lange genug hätte klingeln lassen müssen, die wäre dann aufs Handy weitergeschaltet worden. Ich konnte also mein Zimmer beziehen - und war dann ganz alleine in dem Gasthof ...
Teil 4: Mut antrinken:
es war ja der Vorabend des 1. Advent und eigentlich dachte ich, dass es rund um den Chiemsee zahlreiche Weihnachtsmärke geben müsste, Leider war das nicht der Fall und geregnet hat es auch noch. An einem kleinen Campingplatz am See in der Nähe gab es einen kleinen Weihnachtsmarkt, der aber aufgrund der schlechten Witterung schlecht besucht war. Für mich gab es da einen Glühwein und eine Bratwurst und dann ging es zurück und ab ins Bett - morgen geht es früh los.
Schonmal vorab: unser Transportmittel am nächsten Morgen
Gruß Joni