Beiträge von Emmalotta

    6.Schiffstag - und das Wetter kippt endgültig

    Leider zum Schlechteren. Fing gestern Abend schon an mit Böen bis 45 Knoten. Für die Nacht wurden 6 bis 7 Windstärken angesagt, das Schiff schaukelte etwas. Und vor allem ist es lausig kalt . Wir saßen trotzdem im Zwiebellook unter den Heizstrahlern in der Phoenixbar und klönten bis in die Puppen.

    Heute regnet es wenigstens nicht, das verspricht ein weitgehend trockener Ausflug zu werden: per Schiff in den Ausflugsort Naantali, eine der ältesten Städte Finnland. Von mir gebucht, weil ich Turku und Umgebung für die unattraktivste Destination auf dieser Reise hielt. Was für eine grandiose Fehleinschätzung!

    Ein Bus bringt uns in den hübschen kleinen Stadthafen von Turku (einst übrigens Finnlands Hauptstadt). Dort entern wir unser Schiffchen und tuckern auf dem Fluss Aura Naantali entgegen - vorbei an alten und nicht so alten Schiffen…

    …vielen Schären-Inselchen mit wunderschönen Holzhäusern, Bade- und Saunahäuschen direkt am Wasser…

    …der Meyer-Werft

    …und schließlich Naantali selbst. Die Altstadt ist niedlich, aber sehr klein und ziemlich touristisch - ein auch bei den Finnen gern besuchter Ausflugsort.

    Wir haben eine Dreiviertel Stunde Zeit, uns umzusehen und fahren dann zurück nach Turku zum Sightseeing aus dem Bus heraus. Denn leider regnet es schon wieder, und deshalb hab ich nur dieses eine Foto für Euch:

    Ich kann Euch aber versichern, dass Turku viel schöner als Helsinki ist und ich bei einem nächste Stop dort garantiert einen großen Stadtbummel machen werde!

    Abends hat es bei starkem Wind und Dauerregen gerade noch zehn Grad. Jetzt braucht man draußen trotz Heizstrahler eine Decke, Mütze, Schal und Handschuhe wären auch nicht schlecht… <X

    Geht bald weiter

    Auf meinem Bummel höre ich aus einem offenen Fenster, wie sich ein Chor einsingt. Kurz darauf kommen junge Choristen aus dem Haus, und ich spreche sie an. Ja, sie hätten in 15 Minuten eine Probe… Also bin ich rechtzeitig zur Stelle und höre ganz wunderbaren Gesang unten auf der Straße. Die Letten sind berühmt für ihre Chorkultur!

    Es tröpfelt mal wieder, und weiter geht es durch die Altstadt.


    Zwischendurch immer mal wieder Unterschlupf suchen…

    Und dann stehe ich vor dem wunderschönen Schwarzhäupter-Haus:

    Administrator : Diese erkennbaren Herrschaften sind Pappkameraden!

    Und plötzlich fällt mir ein, dass ich ja bei Getyourguide eine Eintrittskarte erworben habe. Die liegt in meiner Kabine…. X( Auf die Idee, dass sie auch im Postfach meines Handys liegt, komme ich leider nicht :cursing: Und so bleibt mir nur das Äußere dieses Schmuckstücks.

    Hab ich schon erwähnt, dass es immer wieder kräftig schüttete?

    Fortsetzung folgt.

    Neuer Tag - neues Wetterglück in Riga?

    Die Sonne scheint, als ich morgens ziemlich früh und optimistisch gestimmt in die Stadt aufbreche. Die Altstadt ist nur 10 Fußminuten entfernt. Man verlässt das Hafengelände rechter Hand, läuft die Promenade an der Düna entlang, unter der großen Tragseilbrücke durch und dann 50 m weiter über den Fußgängerüberweg. Schon ist man da. Und schon macht der Himmel die Schleusen auf. Nur kurz, dann wieder zu. Etwas Sonne, dann wieder Schleusen auf. So wird es den ganzen Vormittag bleiben… Egal, Riga ist bei jedem Wetter soooo schön!

    Geht gleich weiter

    Natürlich ist der Restaurantbereich auf eine solche Situation logistisch nicht vorbereitet.

    Sorry, Peter, das sehe ich anders - so, wie sich derzeit jeder Passagier darauf vorbereiten muss, womöglich positiv isoliert zu werden, muss sich auch eine Reederei damit befassen, wie sie im Falle eines Falles mit der Situation umgeht. Diese Hausaufgaben haben sie bei AIDA nicht gemacht.

    Das beginnt mit dem ganz und gar unmöglichen Downgrade und endet mit dem völligen Ausfall von Unterhaltungsangeboten. Ich bin gerade mit Phoenix unterwegs gewesen. Dort bleibt man als Isolierter grundsätzlich in seiner gebuchten Kabine - in meinem Fall außen mit Sichtbehinderung. Das wusste ich aber und hab mich darauf eingestellt - andernfalls hätte ich Balkon buchen müssen.

    Auf dem Fernseher gab es nicht nur TV, sondern drei verschiedene Spielfilme, jeder Vortrag des Lektors und jedes andere Event in der Showlounge wurde übertragen, und das täglich. Die Artania ist meines Wissend deutlich betagter als die Aura, und technisch war das alles dort möglich.

    Mich hat es zum Glück erst am Tag nach der Reise erwischt, aber wir hatten von Anfang an etliche Infizierte an Bord.

    Ich wünsche Euch eine ganz rasche Genesung ohne weitere Folgen und drücke alle Daumen und Großzehen für das Freitesten!

    Insgeheim mache ich drei Kreuze, dass es mit dem eigentlich gebuchten Ausflug nicht geklappt hat ;) und freue mich nun auf die Altstadt. Auf der Fahrt erfahren wir noch Interessantes über Land und Leute: das Einkommen der Letten ist eher gering, Urlaub nur alle zwei bis drei Jahre möglich. Und dann zieht es die Letten in die Berge, als Kontrastprogramm.

    Letten haben es gern entspannt und können so gar nicht verstehen, dass Leute anderswo schon um 8 Uhr im Büro am Schreibtisch sitzen. Man fange lieber später mit der Arbeit an, komme dann aber auch abends erst später nach Hause.

    Ein Drittel der Bevölkerung ist russisch, auch viele Ukrainer leben in Lettland… das Thema, an das nun alle im Bus denken, spart unsere Guide taktvoll aus. Aber überall in Riga sieht man ukrainische Flaggen…

    Jurmala haben wir bei Sonnenschein besuchen können, in Riga öffnet nun der Himmel seine Schleusen. Und wie! Bald steht das Wasser in den Straßen - trotzdem ist die Stimmung gut, denn die Stadt ist bezaubernd!

    Es regnet allerdings derart stark, dass ich nicht viel fotografiere - ist ja auch schwierig mit dem Schirm in einer Hand :S Aber ich hab ja morgen noch einen halben Tag in Riga.

    Zurück auf dem Schiff bringt mir mein Kabinensteward Masduki übrigens eine Flasche Senkt mit einem Entschuldigungsbrief - wegen dem verpatzten Ausflug… Das ist Phoenix!

    Jurmala ist ein alter Badeort an der Ostsee, etwa eine halbe Autostunde von Riga entfernt und bekannt für seine vielen Holzhäuser im Jugendstil. Sie stehen allesamt unter Denkmalschutz, sind also relativ preiswert zu haben, aber sehr teuer zu renovieren, unter Beachtung vieler rigider Vorschriften. Unsere sehr nette Guide weiß sehr lebendig und humorvoll davon zu erzählen, es macht großen Spaß, ihr zu lauschen und dabei den malerischen Ort schon aus dem Bus zu bestaunen:

    Schon von außen, so unsere Guide, könne man erkennen, wem die Häuser gehören: wurden die Fensterrahmen mit Schnitzereien verziert, sind die Besitzer Russen, haben die Häuser Türmchen, gehören sie Deutschen, und sind sie schlicht und eher wenig restauriert, dann wohnen Letten darin…

    Wir haben dann eine Dreiviertel Stunde Zeit, gemütlich zum kilometerlangen Strand zu spazieren und den Rigaischen Meerbusen zu bewundern.

    Geht gleich weiter

    4. und 5. Schiffstag - 24 Stunden in und um Riga herum

    Der Blick aus dem Kabinenfenster und erst recht vom Deck aus verheißt nichts Gutes:

    Die Wolken hängen tief über Riga :| und es wird wohl ein recht unfreundlicher Tag werden, auch wenn es kurz vor dem Anlegen wieder heller wird

    Gegen 14 Uhr legen wir an, um zehn nach zwei sollen wir uns in der Show Lounge zum Ausflug einfinden. Ich habe den Besuch eines Freilichtmuseums geplant - die liebe ich! - und einen anschließenden Rundgang durch die Altstadt. Pünktlich treffe ich ein - und stehe in einer Riesenschlange 8| Plötzlich wird von vorn nach hinten die Parole ausgegeben „Ausflugsnummer 312 soll direkt durchgehen!a und es wird hektisch. Ich schiebe mich durch die Massen, vorbei an diversen Reiseleitern, deren Funkgeräte glühen und erreiche mit hängender Zunge die Gangway. Unten angekommen, erfahre ich „Tut uns leid, der Bus ist schon weg“. Ich sei leider zu spät gekommen.

    Wer mich kennt, weiß, dass meine Unpünktlichkeit darin besteht, fast immer etwas zu früh da zu sein. Das kann ich jetzt also nicht akzeptieren, auch, dass es heißt „ Alle anderen waren doch da!“ waren sie eben nicht, und man sollte die Paxe möglichst durchzählen, bevor der Bus losfährt X/…

    Ein Ehepaar trifft ein, auch sie sind betroffen - jetzt sind wir schon drei.

    Als es heißt, im Bus nach Jurmala mit anschließendem Altstadtrundgang sei vielleicht noch ein Platz frei, greife ich zu - und das sollte sich als Glücksfall erweisen!

    Fortsetzung folgt

    Irgendwie, irgendwann lande ich am Schloss und da war doch was … ach ja, Wachwechsel um Viertel nach 12! Sowas hab ich schon mal in Kopenhagen erlebt. Da marschierte plötzlich ein halbes Dutzend Soldaten in blauen Paradeuniformen im Stechschritt mitten durchs Fußgängergewühl. Traf vor dem Schloss ein anderes halbes Dutzend, grüßte knapp und zackig, tauschte die Plätze und die Abgelösten marschierten davon. War echt cool und dauerte kaum eine halbe Stunde.

    Wer also meint, Königs mögen es in Skandinavien gern klein und bescheiden und pflegten das Understatement, wird hier in Stockholm eines Besseren belehrt: Schon lange vor dem anberaumten Wachwechsel hatten sich Heerscharen von Schaulustigen im Schlosshof versammelt - in Schach gehalten von sehr ernsthaft dreinschauenden Jungsoldaten in prächtiger Festtagsuniform, mit schussbereitem MG im Anschlag. Die sorgten dafür, dass auch keiner unordentlich im Weg stand.

    Dann erklang in der Ferne - alle spitzten die Ohren: kommt es von da links oder von dort rechts?? - ein rhythmisches Getrommel. Alsbald setzte dazu noch ein festliches Tschinderassabumm ein und dann marschierten sie auf:

    Peter
    6. Juni 2019 um 11:56


    Nach dem Abschluss der militärischen Zeremonie hat das Musikkorps dann noch eine Vorstellung extra für‘s Publikum gegeben - so eine Art Tattoo mit echt gekonnten Marschformationen und schmissiger Musik. Echt empfehlenswert! Aber ich hab mich angesichts der Menschenmassen doch lieber hinter meiner Maske verschanzt… auch wenn‘s letztendlich nix genützt hat.

    Fortsetzung folgt

    Kopfsteinpflaster auf schmalen Gassen, alte Häuserzeilen, Stille und viel Grün …

    Peter
    6. Juni 2019 um 11:56


    Ein alter Barbershop - wäre ich ein Mann, würde ich mich gerne hier rasieren lassen…

    Fortsetzung folgt

    3.Schiffstag - großes Kino in Stockholm

    Um 4 Uhr morgens kommt er Lotse an Bord, dann beginnt die Fahrt durch die Schären. Da wir am frühen Abend auf gleichem Weg wieder raus fahren, spare ich mir das Frühe Aufstehen, stelle den Wecker aber so, dass ich die letzte Stunde vor dem Anlegen noch miterlebe:

    Einmal war ich schon hier, hab damals Djurgarden ausführlich kennengelernt, und möchte mich nun ganz auf die Altstadt konzentrieren.

    Schon zuhause hab ich mir ein Ticket für den HoHo -Bus gekauft, nachdem klar war, dass wir im entlegenen Freihafen festmachen und der Bus auch von dort startet. Es ist hochsommerlich warm, aber nach dem ersten Sonnenbrand am Seetag bin ich nun im Besitz einer großen Flasche sündhaft teurer Sonnenmilch aus dem Bordshop (warum gibt‘s an Bord keinen Rossmann oder DM?) und frisch einbalsamiert. Entgegen meiner Langschläfermentalität (und dank der Vibrationen des Schiffs beim Anlegen) starte ich früh in die Stadt.

    Allein auf dem offenen Oberdeck gibt‘s erste Eindrücke dieser tollen Stadt:

    An der Haltestelle Slussen steige ich aus und fühle mich nur wenige Schritte weiter plötzlich wie in einer alten Kleinstadt im schwedischen Irgendwo


    Fortsetzung folgt