Mittwoch, 9.Oktober 2019
Anreise, nicht ganz reibungslos – oder: Krankenhaus statt
Kreuzfahrt?
Endlich, endlich konnte es - nach fast zwei Jahren Wartezeit - losgehen! Ich hatte mir einen
ganz kommoden Zug nach Bremerhaven ausgesucht: halb zehn ab Düsseldorf, mit
einem Umstieg in Bremen, Ankunft 13.20 Uhr in Bremerhaven.
Am Hauptbahnhof wahnsinniges Gewimmel, es waren doch noch
keine Herbstferien in NRW? Offenbar aber Wandertage oder Klassenfahrten, denn
es wimmelte vorwiegend von Teens mit Koffern, Taschen und erwachsenen
Begleitpersonen. Eine solche Truppe hatte ich vor mir auf der Rolltreppe zum
Gleis 18 – lauter aufgeregt schnatternde, kichernde und drängelnde Zehn- bis Zwölfjährige.
Und dann kam es, wie es kommen musste (?): kurz vor der Ankunft ganz oben,
staute und klumpte es ganz gewaltig, das Geschnatter wurde lauter und erstes
Geschrei kam dazu – und ganz plötzlich lief die Rolltreppe rückwärts.
Ich klammerte mich (wie meine Hintermänner und –frauen) panisch
an die Handläufe, was völlig blödsinnig war, denn auch die liefen rückwärts –
und innerhalb von Sekunden lagen wir alle flach auf den Stufen, die
unaufhörlich abwärts führten… Bis endlich einer auf die Idee kam, mit den
Notknopf die vermaledeite Treppe zum stehen zu bringen.
Ich kam nicht ohne Hilfe Dritter mit meinem mehr als 8
Kilo schweren Rucksack wieder auf die Beine, und als ich dann zitternd endlich
auf dem sicheren Bahnsteig stand, fiel mit ein, was zu tun gewesen wäre:
einfach umdrehen und runter statt rauf gehen – MIT der Treppe, nicht GEGEN sie.
Tja, hinterher ist man immer schlauer …
Mit nur zehn Minuten Verspätung war die Bahn für ihre
Verhältnisse überpünktlich, und die Fahrt verlief relativ ereignislos. Bis es
in Diepholz zum außerplanmäßigen Halt kam, weil „ein Wagen technisch überprüft
werden muss“. Nach fünf Minuten gings dann weiter mit der Ansage: „Die
technische Überprüfung ist abgeschlossen. Wir haben festgestellt: da war nix“.
Immer wieder amüsant, das Bordprogramm der Deutschen Bahn!
Als wir endlich in Bremerhaven ankamen, wurden wir bereits von einer Phoenix-Mitarbeiterin und dem städtischen Schuttlebus erwartet. Ruckzuck ging es zur Columbuskaje. Da sahen wir sie dann schon:
Dann hieß es noch 30 Minuten warten, und um 15 Uhr kamen wir dann genauso ruckzuck an Bord denn am check-in war rein gar nix los:
https://forum.pooldeck24.de/forum/thread/17403-warum-wurde-mein-foto-gelöscht/
Schon auf dem Gang vor der Gangway wurden wir mit Sekt begrüßt, danach kam die obligatorische, immer wieder nette Begrüßung mit Handschlag (KD Klaus Gruschka) und ein Crewmitglied brachte mich auf die Kabine 5619:
Das Fenster ganz rechts unter dem Rettungsboot ist meins, die Sichtbehinderung war minimal
Die Kabine gefiel mir gut, das Bett war wieder (mit Topper) sehr gemütlich.
Das Bad sehr neu, sehr schön … mit viel Platz im linken Spiegelschrank.
Allerdings doch mit einigem, was man bemängeln könnte: der
Boden der Dusche (die ich aufgrund der Enge nicht fotografieren konnte) ist bei Nässe sehr, sehr glatt, den Haltegriff
hat man, wenn man raus will, im Rücken, und das Wasser kommt aus der Brause
nicht gebraust, sondern gerieselt. Dauert, bis man den Schaum von Kopf und Köper
runter hat. Ein Klappsitz wäre sehr nützlich in dieser Dusche – nicht nur für
gehandicapte, sondern alle Passagiere, die bei Seegang duschen möchten. Und
Seegang hatten wir reichlich – davon aber später mehr.
Nach diesen ersten Eindrücken trieb mich der Hunger zum Begrüßungsimbiss: Frikadellchen, Bratwurst, Chili con carne und das leckere Phoenix-Brot – in der Phoenix Bar, die zu meinem Lieblingsplatz werden sollte.
Nach der sehr disziplinierten Rettungsübung folgte ein sehr schönes, stimmungsvolles Auslaufen – mit einem ersten Vorgeschmack auf das Wetter, das uns die ersten Tage begleiten sollte, und auf den Seegang im Atlantik:
Damit war der Tag aber noch nicht zu Ende - Fortsetzung folgt!