Beiträge von Nane

    Bereits um 8.00 Uhr erreichten wir Århus, die zweitgrößte Stadt von Dänemark.

    Moin liebe Silke,

    bevor ich meinen letzten Seetag plus Fazit in meinen Hurtig RB schreibe, habe ich jetzt deinen Bericht nachgelesen.

    Was haben wir uns geärgert, dass AIDA kurz nach unserer Buchung eine Routenänderung verkündete. Aarhus wurde kommentarlos gestrichen und wir werden nicht in unserer Heimatstadt Kiel ankommen :cursing:

    Okay, eine Rückkehr in Hamburg ist nicht die schlechteste Alternative, aber wir hatten uns schon was dabei gedacht und die 70. Geburtstagsfeier unserer Freundin fällt ins Wasser, sehr ärgerlich.

    Dein Fazit ist sehr hilfreich für uns, denn wir sind AIDA Neulinge. Bisher habe ich mich strickt geweigert, mit ihnen zu fahren. Schon alleine das Buffetkonzept, ach, das blende ich jetzt mal aus.

    Sehr gut gefällt mir, dass man in den Städten bleiben kann, nicht nur 2, 3 oder 4 Stunden. Ich möchte in so eine Stadt und Umgebung eintauchen, sie entdecken, in ein Restaurant gehen können, unnütze Dinge einkaufen, einfach Zeit haben, abseits der Hauptwege herumströmern, in Ruhe fotografieren.

    Das war dann unsere Entscheidung für die AIDACara Reise! Wenn es bloß nicht so lange dauern würde . . . März 2021 8|

    LG Nane

    Sonntag – 17.03. - Trondheim - Kristiansund - Molde

    Um 06:30 Uhr legen wir bereits in Trondheim an, es ist windig, kalt und ungemütlich, es regnet - bäääh - . . . und bereits um diese Uhrzeit öffnet das Restaurant zum Frühstück, die Landausflüge beginnen ab 07:30 Uhr.

    Einige Gäste werden schon hier von Bord gehen, fahren mit der Bahn nach Oslo oder fliegen nach Hause.

    Eine neue Restaurantmitarbeiterin kommt an Bord. Hilde ist nicht nur sehr professionell, sondern sie kann lächeln, sie grüßt, sie hält Blickkontakt und sie hat auch immer ein paar nette Worte für ihre Gäste übrig. Scheinbar ist dafür die unhöfliche Kellnerin gegangen, Birgits Haare sind beim Abservieren nicht mehr in Gefahr . . . . Die Ausflüge starten und wir frühstücken dann mal in aller Ruhe.

    Wir hatten alle den 2-stündigen Ausflug 11a – Trondheim und Nidarosdom gebucht, 99€ pro Person bzw. an Bord 795 NOK ca. 82€. Aber wer will denn um 07:45 Uhr schon im Bus sitzen. Also haben wir alle wieder storniert und zwar unabhängig voneinander.

    Zusammen mit Anna gehen wir von Bord, neben uns liegt unser Schwesterschiff, die MS Richard With. Zwei Hurtigruten-Schiffe am Kai werden bald Vergangenheit sein, wegen der Fahrplanänderung ab Sommer 2019 sind dann keine Schiffsbesuche mehr möglich.



    Wir gehen entlang der Nidelva, hier reihen sich die alten, auf Pfähle gegründeten Speicherhäuser, die teilweise aus dem 18. Jahrhundert stammen. Anna sucht die hölzerne, dunkelrote Gamle Brybo, sie wurde 1861 im neugotischen Stil errichtet. Diese Klappbrücke war früher der einzige Zugang zur Innenstadt, doch sie findet sie nicht.







    In der Mitte des zentralen Marktplatzes Torvet sehen wir die hoch aufragende Säule, die das Standbild des Wikingerkönigs und Stadtgründers Olav Tryggvason trägt. Doch auch hier müssen wir Umwege laufen, Trondheim ist voller Baustellen, sind wir etwa zuhause in Kiel?



    So gehen wir dann doch zum Nidarosdom, die Hurtigbusse sind auch schon da, die französischen, englischen und deutschen Gruppen stehen alle auf dem Vorplatz. Ich lese zufällig, dass Sonntags von 9 -10 Uhr „open kirke“ sei. Das bedeutet, wir brauchen die 110 NOK Eintritt p.P. heute nicht zahlen und gehen in den Dom. Es herrscht Fotografierverbot und das wird auch durchgesetzt, unsere sächsischen Mitreisenden stellen sich doof, verstehen angeblich so gar nichts und kassieren prompt eine deutliche Ermahnung.



    Wir schauen uns dieses gewaltige Nationalheiligtum an, freuen uns gerade, dass wir mal eben 164€ gespart haben und gehen dann zum Schiff zurück. Uns läuft die Zeit davon, es ist bedeckt, äußerst ungemütlich, es wird immer windiger. Unser Freund Wolfgang kann uns zuhause dann tatsächlich auf der webcam sehen – unglaublich – wir werden beobachtet . . .

    Um 10 Uhr legen wir ab, sehr, sehr schade, dass wir den 6-stündigen Besuch zu Beginn unserer Reise nicht hatten. Um 11 Uhr gibt es Informationen für aussteigende Gäste in Bergen, na ja, Jan-Helge liest uns den Ankunftszettel vor, Fragen hat dann auch keiner.

    Der letzte Nachmittag vergeht wie auf jeder anderen Schiffsreise, wir sitzen ganz oben in der Explorer Lounge, trinken Tee, wer packt unsere Koffer? Jan und Birgit gehen zum Expeditionsteam, einen Ausflug monieren, den sie auf der Bordrechnung gefunden, aber nie gebucht haben . . .

    Nach dem letzten Abendessen berichtet uns Jan von seinem unerfreulichen Gespräch mit Torstein. Es ist wohl nicht so einfach, einem Kunden den Geldbetrag für eine nicht getätigte Ausflugsbuchung wieder gutzuschreiben. Es entwickelte sich ein Gespräch, bei dem am Ende Jan zu hören bekommt, dass er nicht auf dem richtigen Schiff sei, dass er zukünftig besser AIDA buchen solle, ich lach' mich gerade weg . . . nicht komisch – gar nicht komisch!

    Das Schiff fängt an zu schaukeln, wir fahren wieder über das „offene Meer“ für zwei Stunden durch die Hustadvika und mitten in der Nacht durch Stadhavet. Davon merken wir in dieser Nacht nichts, wir schlafen einfach.

    Sechs Tage später, am Samstag, den 23. März, wird das Kreuzfahrtschiff Viking Sky hier in der Hustadvika bei einem Sturm in Seenot geraten, alle vier Maschinen sind ausgefallen. An Bord befinden sich 1.373 Menschen, gut 460 werden mit Hubschraubern evakuiert. Letztendlich wird die Viking Sky mit zwei Schleppern am Sonntag erfolgreich in den Hafen der Stadt Molde begleitet. Die Besatzung eines Frachters, der helfen wollte, gerät dabei ebenfalls in Seenot.



    HIER GEHT ES WEITER

    Es geht wieder zurück auf die Kong Harald und um 21:30 Uhr legen wir pünktlich ab.

    Wir gehen hoch auf Deck 7, wo bleibt mein Grünlichtgewitter? Es ist eine leichte Bewölkung angesagt, der KP-Wert ist bestens, also gute Polarlichtaktivität, das muss heute klappen.

    Wir sehen leichte, schmale grau/grünliche Bänder an Steuerbord, neben mir fängt man an zu kreischen „oh my god, oh my god“, die Frau hört gar nicht mehr auf.



    Hinter mir steht plötzlich ein wildfremder älterer Asiate und plärrt lauthals in mein Ohr „want to see? want to see?“

    Ich drehe mich um, gucke überrascht auf seine Kleinbildkamera direkt vor meiner Nase, sehe irgendwas verschwommenes Grünes auf dem winzigen Display.

    Was will der Mann von mir, Birgit jubelt ihm zu „GREAT“ - er ist begeistert, so macht man Leute glücklich und geht.

    Einige Gäste krabbeln auf Deck 6 über die Whirlpool-Absperrungen hinweg, nur um besser fotografieren zu können.









    Ich verstehe diesen Hype nicht, bin ich wieder die Einzige, die enttäuscht ist? Das ist doch kein Nordlicht! Leider kann ich euch keine besseren Bilder präsentieren und diese wenigen sind auch alle nachbearbeitet. Also, es nützt alles nichts, ich muss da noch mal hin :love:

    Gegen Mitternacht liegen wir im Bett und schlafen auf der Stelle ein, hören und sehen nichts mehr . . . .

    Gute Nacht

    Die Speisekarte für heute Abend wird studiert und lockt uns überhaupt nicht und so buchen wir kurzentschlossen für 18:30 Uhr wieder ein Abendessen im Kysten Restaurant.

    Wir sind zunächst die einzigen Gäste und genießen einfach alles, die Jakobsmuscheln, das umwerfend zarte Rinderfilet, die Schokomousse in weiß und schwarz und das Glas Shiraz/Cabernet bzw. Mack-Bier. Anna überrascht uns und spendiert alle Getränke, wir werden sie definitiv wieder mit auf Reisen nehmen . . .

    Die nächsten Gäste kommen erst gegen 19:30 Uhr und wir fragen uns, ob es eigentlich ein Kapitänsdinner im Hauptrestaurant gibt oder geben wird? Auf dem Tagesprogramm stand kein einziges Wort davon und das Menü war nicht gerade besonders – wir werden es nie erfahren . . .

    Um 20:45 Uhr legen wir in Rørvik an und kurze Zeit später kommt schon die MS Lofoten. Das nutzen wir natürlich sehr gerne und viele andere Gäste auch, wir gehen schnell rüber zu einem Kurzbesuch.





    Seit 1964 fährt das älteste und kleinste Schiff der Flotte für Hurtigruten. Hier ist der traditionelle Stil erhalten geblieben, die Ausstattung ist weitgehend original, mit viel Holz und Messing, Original-Kunstwerken, Bullaugen, sie steht unter Denkmalschutz und die Gäste an Bord sind begeistert und große Fans.






    Ich komme mit einer Dame ins Gespräch, sie schwärmt von "ihrem" Schiffchen, die Augen leuchten, Begeisterung pur . . . so sehen echte Fans aus. Ende 2020 soll sie außer Dienst gestellt werden, das wird noch ein trauriger Abschied werden.

    Wir fotografieren fleißig und dann legt die alte 55-jährige Lady ab und rauscht einfach schnurgerade davon, das hat was! Nice to see . . .


    Ihr merkt es schon, dieser 10. Reisetag, der 16. März hört nicht auf . . . also weiter geht's.

    Der Torghatten

    Alle, die eine Kamera haben, drängeln plötzlich ziemlich hektisch an die Reling, einige vergessen ihr gutes Benehmen. und alle wollen diesen berühmten Berg mit Loch fotografieren.



    Die Stative stehen schon lange und Torstein erzählt die nächste Sage über das Loch im Berg. Dazu wird Musik gespielt, warum?? Die Stimmung ist so einmalig schön, das braucht es gar nicht.





    Der Torghatten liegt auf der Insel Torget, in seiner Mitte hat er ein ca. 35 m hohes und rd. 160 m langes Loch. In einer ca. 30 minütigen Wanderung kann man dieses Loch erreichen.






    Eine wunderschöne Lichtstimmung macht sich breit, das Schiff fährt extra eine Schleife, damit alle ein gutes Foto machen können. Und der Sonnenuntergang ist heute wunderschön, endlich . . .


    Und weiter geht die Bilderflut . . . . wenn mich jemand fragt, ob ich die nordgehende oder die südgehende Route empfehlen würde, ich kann es immer noch nicht beantworten.



    Es bleibt nur wenig Zeit bis Brønnøysund, um 16 Uhr legen wir hier für 1 Stunde und 15 Minuten an.

    Die Stadt liegt in der geografischen Mitte Norwegens, wir sehen weniger Schnee, es ist etwas wärmer geworden und die Kinder fahren jetzt mit ihren Fahrrädern statt Schlitten.






    Unser einstündiger Rundgang führt uns zur Kirche, wir sehen sehr einfache Holzhäuser, vieles scheint dem Verfall preisgegeben zu werden.






    Die Sieben Schwestern erstrecken sich von Norden nach Süden auf der Insel Alsten.

    An der Helgelandküste wirken die sieben aufgereihten Berggipfel (910 – 1072 m hoch) so erhaben, dass sich bei Einheimischen eine Legende von zu Stein erstarrten Trollfrauen um sie rankt.





    Torstein und sein Expeditions-Team haben oben an Deck die Bar bestückt und er erzählt allen die Sage von den sieben Schwestern und die ist lang, sehr lang . . . .







    Wir erleben alles bei einem wolkenlosen Himmel und strahlendem Sonnenschein, Umlaufdeck 5 und Außendeck 7 sind gut gefüllt, alle Kameras klicken was sie können. Es ist aber auch ein zu schönes Motiv.


    Samstag – 16.03. - Bodø - Ørnes - Nesna - Sandnessjøen - Brønnøysund - Rørvik

    Der Tag startet gut, die Sonne scheint, stahlblauer Himmel, wir haben kaum Wind.

    Heute ist wieder ein Reisetag mit lauter "points of interest", sie werden alle im Tagesprogramm aufgelistet. Die MS Polarlys wird auch schon angekündigt und begrüßt uns, um 9:30 Uhr überqueren wir wieder den Polarkreis. Damit nehmen wir Abschied von der Arktis und heute gelingen mir auch schöne Fotos.

    Auf Deck 7 wird die nächste arktische Tradition bei Hurtigs zelebriert. Bei dieser Polarkreiszeremonie wird Lebertran verteilt und wer das mitmacht, darf den Löffel behalten.






    Wir drücken uns wieder erfolgreich davor, gehen lieber runter zum Shop. Heute gibt es um 10 Uhr Polarkreisbriefmarken und Poststempel, das Angebot wollen wir nutzen. Nebenan beginnt ein Vortrag "Norwegische Trolle und Märchen" und diese Präsentationen sind immer gut besucht.

    Wieso beginnt eigentlich das Mittagessen heute schon wieder um 11:30 Uhr, sind wir im Krankenhaus?

    Uns zieht es wieder nach draußen, Sandnessjøen steht an und danach die sieben Schwestern und es sind nicht die Wasserfälle im Geirangerfjord gemeint.





    Er ist genau so ein Fan wie Ihr, ich leider nicht..., auch wenn mir dein RB und die Bilder super gut gefallen haben.

    Ich konnte mir auch nie einen Skiurlaub vorstellen, bis mich mein damaliger Freund, heute Ehemann, genau dorthin mitschleppte. Es war genial oder ich noch schockverliebt 8o

    Das wiederholte sich jetzt mit seinem Wunsch "Postschiffreise". Was bin ich froh und glücklich diese Reise gemacht zu haben.

    Betrachte es einfach als Abenteuerurlaub !

    Ach nö..., und ehrlich gesagt, wäre auch das Schiff, wie es Nane beschrieben und gezeigt hat, auch nicht so meins.

    Was mir ganz wichtig ist, ich kritisiere ja durchaus in meinem Bericht, aber grundsätzlich ist diese klassische Postschiffreise mit Hurtigruten nur zu empfehlen.

    Es gibt diverse Schiffe bei Hurtigs, ab 2021 kommen dann noch die neuen Havila Schiffe hinzu.

    Es gibt auch hier diverse Kabinenkategorien, ganz unten im Keller, auf dem Umlaufdeck wie wir und auf der Kong Harald gerade neu renoviert und möbliert. Es gibt auch eine tolle Suite, wer mag, da findet jeder seins und die Preise sind entsprechend unterschiedlich.

    Und die Servicekräfte kannst du ganz anders erleben, anderer Kapitän, etwas bessere Beständigkeit der gebotenen Leistungen und alles ist gut.

    Ich habe im Hurtigforum und auch auf FB überwiegend sehr positive Kritiken gelesen, aber vielleicht trauen die anderen sich nicht und benennen die Mängel nicht.

    Unser Service war gut, bis auf diese 3 Personen und 3 oder 4 Begebenheiten. Unser Schiff war auf dieser Reise komplett ausgebucht, im Winterhalbjahr ist das nicht immer der Fall. 100 Gäste weniger und alles sieht komplett anders aus. Mich hat am meisten gestört, wie man damit vor Ort umgegangen ist. Ein freundliches Wort und man vergisst den ganzen Kram doch sofort.

    LG Nane

    Kannst du bei Gelegenheit nochmal etwas zur Fototechnik sagen? Sind die Bilder nachbearbeitet?

    Die meisten Fotos habe ich mit meiner Systemkamera Canon EOS M 50 plus 18-150 mm Objektiv geschossen.

    Die Canon war nagelneu, ich keine Ahnung von dem Teil, gerade umgestiegen von einer Kompaktkamera. Daher hatte ich so ziemlich alles im Automatikmodus fotografiert. Die Bildbearbeitung beschränkte sich dann auf die eventuelle Korrektur von Kontrast und/oder Helligkeit.

    Mein Mann hat ein wenig mit der Panasonic Lumix TZ 71 fotografiert und einige Bilder sind vom Handy.

    Samsung A5 und S7

    Einige wenige Bilder sind mit einer großen Canon Spiegelreflex plus Megaobjektiv aufgenommen worden. Frag' mich nicht welches Modell, ich durfte damit mal bisschen rumspielen. Jau, tolles Teil, aber ich bin froh mit meiner Systemkamera und übe gerade fotografieren . . . . :)

    Dich hat ja auch ganz tolles Wetter auf der gesamten Reise begleitet , dieses Glück hat man nicht so oft. Auf all diese schöne Küstenlandschaft musst du aber verzichten, wenn du mit einem Kreuzfahrtschiff fährst , ich glaube du würdest enttäuscht sein.

    Wir hatten wirklich unverschämtes Wetterglück und es hielt bis wir wieder den Polarkreis erreichten. Allerdings ahnt ihr es ja schon, das Polarlicht war reichlich zickig und auch irgendwo jenseits von Brønnøysund - ach die Geschichte erzähle ich morgen oder übermorgen . . . .

    Nun kennen wir ja die Kreuzfahrerei zur genüge und freuen uns auf die großen Orte mit viel Zeit und natürlich auf massenhaft Polarlichter.

    Ich bin wirklich gespannt, was uns erwartet.

    LG Nane

    Das Abendessen beginnt heute schon um 17:30 Uhr, Buffet, freie Platzwahl bis 20 Uhr.

    Und wir nutzen diese frühe Zeit, denn wir erreichen bereits um 18:30 Uhr Svolvær, die Hauptstadt des Lichtes.



    Allerdings ist es bei Ankunft schon stockfinster. Hier waren wir doch schon? Lakritze? Schnee-Eule?

    Jan hat das Geocaching wieder entdeckt und ist auf und davon. Wir bummeln mit Birgit durch's abendliche verschneite Örtchen. Wir haben zwei Stunden Zeit, stromern herum und besuchen einen Supermarkt (Lakritze!). An der Kasse sitzt ein sehr netter junger Mann, der sich wahrscheinlich über uns Germans totgelacht hat. Ja, ich kenne diese automatischen Kasse, ja, die gibt's mittlerweile auch in unserem Dorf. Ich stelle mich reichlich doof an, offensichtlich hat mich das norwegischen Münzgeld vollkommen irritiert oder doch der junge Mann ? :/:saint:

    Heute, am Freitagabend, sind die Lokale und Restaurants gut besucht, wir müssen allerdings schon wieder zu unserem Schiff zurück. Ach schade . . .








    Aktuell sind einige Wochenendfahrer an Bord gekommen und eine nervige Gruppe aus Frankreich, 5 oder 6 sehr junge Mädels und ein Kerl, du liebe Güte, nein, sie sind nicht alleine an Bord, kreisch, gacker, lach . . . . .

    Also beginnt unser übliches Abendprogramm, dicke Klamotten an und hoch auf's Deck 7. Ach ja, wir haben eine überragende Prognose für Nordlichter heute Abend, weiß die Wolkendecke das? - Nein -

    Gute Nacht


    HIER GEHT ES WEITER

    Diese Flut von unbeschreiblich schönen Anblicken hört heute gar nicht mehr auf.



    Nach Stokmarknes geht es wieder in den schönen, engen Raftsund, diesesmal bei Tageslicht. Gegen 17 Uhr sollen wir den Trollfjord erreichen.

    Wir entscheiden uns für einen Platz ganz vorne am Bug. Die Idee hatten alle anderen auch, es ist alles voll, alle fotografieren, GoPro's werden befestigt wo nur Platz ist, Spiegelreflexe hängen gleich daneben, unzählige Handys klicken.






    Es wird eine tolle Tour, aber der eiskalte Fahrtwind sorgt dafür, dass ich um 16:45 Uhr abbreche und die Einfahrt zum Trollfjord nicht erlebe.

    Der Trollfjord ist ein Seitenarm des Raftsundes, die Einfahrt nur 100 m breit. Am Ende warten gigantisch hohe Berge, der Trolltindan ist über 1.000m hoch.

    Doch so viel Glück haben wir heute nicht, wir können nicht mehr einfahren. Der Kapitän dreht das Schiff auf der Stelle und macht so die Fotografen glücklich.



    Um 11:30 Uhr müssen wir heute zum Mittagessen, denn um 13 Uhr sind die Rückkehrer eingeplant, die wir in Sortland wieder an Bord nehmen werden.

    Zunächst stehen wir alle pünktlich vor dem Restaurant und warten und warten, es wird ein 3-Gänge-Menü serviert. Da es heute Mittag keine freie Platzwahl gibt, erleben wir Hurtigruten von der unschönen Seite. Am Restauranteingang steht unsere Oberkellnerin Susanne und wedelt wie ein alter Wachtmeister aus vergangenen Zeiten auf der Straßenkreuzung mit ihren Armen herum – sie kräht auf englisch "take this way, only this way, to the end, quickly, quickly"

    Zwei weitere Angestellte stehen in Abständen da und fuchteln genauso herum – weitergehen – weitergehen – nicht stehenbleiben – alle aufrücken – bis nach hinten durchgehen – unglaublich . . . .

    Zur Krönung serviert man uns dann eine wellige und tranige Makrele, die ich nur zur Hälfte esse und ihre grässlichen ungeschälten Pellkartoffeln dürfen sie auch behalten. Das Dessert „gefällt“ mir am besten, ein Mini-Baiser in Größe eines 5-Mark-Stückes (kennt das noch wer?), ein gleichgroßer Klecks geschlagene Sahne plus 4-5 Brom-/Blaubeeren mit einem Teelöffel Saft dekoriert.

    Wir flüchten wieder nach draußen, denn jetzt sollen wir die beiden Busse mit den Teilnehmern der Vesterålen-Rundfahrt begrüßen. Kurz vor der Brücke von Sortland halten die Busse auf einem Parkstreifen und warten auf das Schiff. Die Reiseleiter stehen mit dem Schiff in Verbindung und auf Zuruf setzt sich der Bus in Bewegung. Und so funktioniert es meistens, dass der Bus sich genau in der Mitte der Brücke befindet, wenn das Schiff unten durchfährt. Also immer schön rechts im Bus sitzen, wenn man das Schiff fotografieren will.



    Wir stehen alle vorne am Bug, Volker hat die Ehre und hält den Banner mit links und in der rechten Hand wird die norwegische Flagge geschwungen was das Zeugs hält.

    Tatsächlich kommen die Busse pünktlich über die Brücke gefahren, das Schiff tutet, wir winken alle, die Busse hupen, was für ein Zufall . . . schön ist's.

    Wir fotografieren Anna und Anna fotografiert uns, herrlich.




    Die gesamte südgehende Route ist eher wie ein einziger Seetag, es gibt keine größeren Häfen mehr. In zahlreichen Häfen wird nur kurz für 15 Minuten angelegt.

    Die gebirgige Winterlandschaft der Vesterålen/Lofoten zieht derweil an uns vorbei. Anna berichtet von ihrer Fahrt, sie hat Rentiere, Elche, die älteste Kirche und eine Lachszucht gesehen. Auch wenn man sehr lange im Bus gesessen hat, ihr hat es gefallen.

    Erst um 14:30 Uhr sind wir verspätet in Stokmarknes und da wir nun nur noch 45 Minuten Aufenthalt haben, gehen wir nicht ins Hurtigruten-Museum. Davor liegt die MS Finnmarken, die von 1956 bis 1993 im Liniendienst war, bis sie von der aktuellen Richard With abgelöst wurde.








    Und der Tag ist noch nicht zu Ende, jetzt wartet der Raftsund auf uns. Dieses mal nicht mitten in der Nacht und Svolvær werden wir auch wiedersehen.

    Dann erreichen wir die Risøyrenna. 1922 wurde dieser Kanal eingeweiht und noch heute nutzen die Hurtigschiffe täglich diese Verbindung.

    Bojen markieren die Fahrrinne, die nur wenig tiefer ist, als für die Schiffe notwendig. Der Risøy-Kanal (Risøyrenna) mit einer Länge von 4,8 km verläuft durch den Risøysund. Er hat eine Tiefe von 7m, sowie eine Sohlenbreite von 100m und ist das Ergebnis langer Bemühungen, den Hafen von Risøyhamn besser erreichbar zu machen. Zweimal muss man in dem engen Fahrwasser die Richtung wechseln.







    In langsamer Fahrt gleitet das Schiff durch die Risøyrenna.

    Die Hurtigruten-Schiffe konnten ihn erst passieren, nachdem der flache Sund zwischen den Vesterålen-Inseln Andøya und Hinnøya auf Betreiben des Hurtigruten Gründers Richard With auf einer Breite von 50 Metern ausgebaggert worden war.

    Gegen 11 Uhr legen wir im kleinsten Hafen an, den Hurtigruten anläuft, Risøyhamn hat nur gut 200 Einwohner.







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    Freitag – 15.03. - Finnsnes - Harstad - Risøyhamn - Sortland - Stokmarknes - Svolvær - Stamsund/Lofoten


    Ich glaube, an diesem Tag haben wir mit Abstand die meisten Fotos geschossen. Und welche davon stelle ich hier ein, wähle ich aus?



    Zunächst stand vor ein paar Tagen die Entscheidung an, ob wir den Bus-Ausflug Inselwelt der Vesterålen von Harstad nach Sortland buchen sollen oder lieber auf der Kong Harald bleiben und uns die Fahrt von den Vesterålen zu den Lofoten vom Schiff aus anschauen.

    Heute morgen gehen wir etwas später zum Frühstück, lassen den vielen Ausflüglern den Vortritt. Bereits um 8 Uhr startet der 4 ½-stündige Vesterålen Panorama Ausflug. Wir haben uns letztendlich gegen diese Fahrt entschieden, 129 € pro Person gespart, unsere Freundin Anna fährt dagegen mit.

    Im Restaurant finden wir fast alle Tische unaufgeräumt vor, das schmutzige Geschirr steht häufig noch da, es ist nicht neu eingedeckt worden, das Personal kann das einfach nicht so schnell schaffen, ist überfordert.

    Wir verlassen das Restaurant, ziehen unsere dicken Winterjacken an, bewaffnen uns mit Kameras und Fernglas und gehen zunächst auf dem Umlaufdeck rund um's Schiff. Manche absolvieren hier ihren Frühsport und gehen, laufen, walken Runde um Runde.



    Wir aber wollen hoch auf das Aussichtsdeck 7, Norwegen gucken . . . die Sonne scheint . . .






    Die Cara fährt aber nicht so küstennah, oder? Das wäre dann doch wieder eine eher klassische Kreuzfahrt, obwohl der Zugewinn an Komfort ja auch nicht schlecht wäre.

    Ich habe eben mal die Preise für die Tour aufgerufen, gar nicht so uninteressant...

    Ich gehen nicht davon aus bzw. weiß es teilweise. Nicht jedes Schiff darf oder kann die exakte "Hurtigrute" fahren, wie z.B. die Risøyrenna.

    Wir haben Menschen mit Handicap kennengelernt, die einfach nur in der Explorer Lounge oder im Multe Cafe vor den großen Panoramafenstern saßen und diese schöne Landschaft an sich vorbeiziehen ließen.

    Bei uns kam dann doch der Wunsch auf, in einer Stadt wie z.B. Tromsø mehr Zeit zu haben. Nur, wer fährt dort im Winter?

    Die Cara Preise sind nicht unattraktiv und eine Außenkabine reichte uns im Winter vollkommen. Unsere Freunde kommen wieder mit, was macht man dann? Buchen

    Ich bin mega gespannt, denn bisher haben wir AIDA kategorisch ausgeschlossen, wir fahren einfach zu gerne mit den Amis und das internationale Publikum ist auch sehr unterhaltsam 8) aber das ist eine andere Geschichte.

    Sorry Nane diese letzte Zwischeninfo für Interessierte musste noch sein.

    Das ist kein Problem für mich, Christine.

    Immer her mit den Infos, was habe ich teilweise gesucht und auch gefunden. Das Mitternachtskonzert steht dann für 2021 auf dem Programm, da muss mein Mann dann tapfer sein. Wobei ich überzeugt bin, dass ihm das sehr gut gefallen wird.

    Gerade erst entdeckt und :love::love::love::love::love::love::love: so schön :love::love::love::love::love::love::love: !

    Danke Takis, schön, dass auch du mitfährst. Ich verfolge dich auch immer sehr gerne, egal ob mit dem Moped gen Norden oder Wohnmobil zu den Nachbarn.

    würde ich von Aida Cara nur dringenst abraten.

    Oh je, du machst mich fertig! Gebucht ist gebucht.

    Dein Schreibstil ist sehr erfrischend und es macht viel Spaß deinem Bericht zu folgen

    Gaby, Danke auch dir, ich freue mich über jedes Lob.


    LG Nane

    Um 23:45 Uhr legen wir wieder in Tromsø an und viele Gäste haben das Mitternachtskonzert in der Arctic Cathedral gebucht. Die Busse warten bereits, wir haben uns gegen den Besuch entschieden.

    Tromsø by night will fotografiert werden.

    Und wer liegt neben uns? AIDACara - hier kommt uns zum erstenmal die Idee, ob man nicht vielleicht mit der Cara diese Winterreise wiederholen sollte / könnte / überleg . . . .








    Als die Gäste des Mitternachtskonzerts zurück an Bord kommen, schlafen wir schon tief und fest.

    Gute Nacht


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