Tromsø – Wo die Eismeerkathedrale auf Bierdurst trifft
7. Juli, Tromsø.
Ankunft um 9:30 Uhr – also genug Zeit, um sich nochmal genüsslich im Bett zu räkeln. Schließlich mussten wir erst um 19 Uhr wieder an Bord sein. Der Plan war klar wie norwegisches Quellwasser: Eismeerkathedrale, Seilbahn, Stadt erkunden – und wenn noch Zeit bleibt, die nördlichste Brauerei der Welt. (Hansi, unser Gastronom mit Berufsehre, bestand auf Letzteres – rein aus Forschungszwecken natürlich.)
Erste Entscheidung des Tages: Shuttlebus von TUI?
15 Euro für ein bisschen Hin- und Hergegurke? Nee, danke. Wir sind ja nicht aus Zuckerwatte – also lieber die Öffis. Direkt im Industriehafen von Tromsø (ja, romantisch ist anders) entdeckten wir einen Stand der Touristinfo. Jackpot! Dort gab’s ein Tagesticket für den Bus, einen Stadtplan und den heißen Tipp: Wenn wir Eismeerkathedrale und Seilbahn besuchen wollen, sollen wir zur Touristinfo in der Stadt – dort gäbe es 10 % Rabatt auf beide Eintritte. Der freundliche Herr hat uns gleich alle Busstationen und Sehenswürdigkeiten im Plan eingekringelt – Service deluxe!
Mit dabei: Cordula und Paul.
Die beiden hatten wir am Vorabend kurzerhand adoptiert. Statt vom Sohnemann in Bremerhaven abgeholt zu werden (Fahrzeit ca. 3 Stunden), fuhren sie einfach mit uns zurück. Paul war so begeistert, dass er gleich die Bustickets für uns alle spendierte – Gentleman durch und durch. Was die Tickets gekostet haben? Keine Ahnung – aber günstiger als der TUI-Transfer war’s allemal.
Ab in den Bus, rein in die City.
Touristinfo gefunden, Tickets für Seilbahn und Eismeerkathedrale gekauft – und weiter ging’s zur ersten Station: der berühmten Eismeerkathedrale. Von außen: Wow! Ein architektonisches Meisterwerk. Von innen: Joa, ganz nett. Kein Halleluja-Moment, aber immerhin Punkt 1 auf unserer Liste abgehakt.
xxxAdminxxx bitte keine Innenaufnahmen von Kirchen.
Nächster Halt: Seilbahn.
Unser Glück: Sie hatte gerade frisch nach Renovierung wieder geöffnet – also kaum Betrieb. Ruckzuck waren wir oben auf dem Berg. Und was soll ich sagen? Die Aussicht war ein Traum Grauer Himmel, klare Luft, ein Kaffee in der Hand – Norwegen von seiner Schokoladenseite.
Aber dann… das Ticket-Drama.
Unsere Rückfahrtickets funktionierten nicht. Die nette Mitarbeiterin grinste nur und ließ uns trotzdem durch – sie kannte das Problem wohl schon. Nur Paul blieb wie ein VIP hinter der Schranke stehen. Wir lachten, winkten und riefen: „Paul, mach’s gut – vielleicht sehen wir uns auf dem Schiff wieder!“ 😄
Nach einigem Hin und Her wartete Cordula tapfer auf ihren Mann, während wir schon mal runterfuhren. Unten am Bus trafen wir uns wieder – alle wieder vereint, wie in einem norwegischen Roadmovie.
Zurück in der Stadt trennten sich unsere Wege.
Cordula und Paul wollten ins Polarmuseum, wir hatten noch einen Punkt auf unserer Liste: die nördlichste Brauerei der Welt. Und siehe da – schnell gefunden! Nach 30 Minuten Wartezeit sollte die nächste Führung starten. Aber: auf Englisch. Ich: „Kriegen wir hin.“ Mein Freund: „Uff.“
Die Führung – ein echtes Highlight!
Der Guide war super. Erst ein Film über die Geschichte der Brauerei – auf Norwegisch, aber mit deutschen Untertiteln (weil außer uns nur vier Norweger dabei waren – Bingo!). Dann die eigentliche Führung – natürlich mit Verkostung (grins). Der Guide sprach ein gut verständliches Englisch und merkte schnell, dass ich zwischendurch übersetzen musste. Also machte er immer wieder Pausen, damit ich in Ruhe dolmetschen konnte. Eine tolle Geste – und ein echtes Erlebnis für uns beide.
Dann hieß es: Zurück zum Schiff.
Aber wo war nochmal die Bushaltestelle? Touristinfo gefragt – aber wohl nur halb zugehört. Also suchten wir… und suchten… und suchten. Irgendwann fanden wir sie dann doch – müde, aber glücklich, endlich wieder zurück zu unserem schwimmenden Zuhause.
An Bord: Frisch machen, Aperölchen, Abendessen.
Heute wieder 5-Gänge-Menü im Atlantik – lecker wie immer und zackig serviert. Danach ging’s in die Galeriebar – eine unserer Lieblingsbars. Etwas ruhiger, stilvoller, mit einem Duo, das jeden Abend spielte. Die Sängerin hatte eine Stimme, die selbst Eisberge zum Schmelzen gebracht hätte.
Fazit des Tages:
Viel gelaufen, viel erlebt, viel gelacht. Müde waren wir alle – nicht nur Paul. 😄