25.09., der Tag vor dem „bösen“-Tag
Er startet früh und ausgeschlafen. Die Sichtbehinderung vor unseren Kabinen lässt sich nicht schön reden
bietet dafür auch sehr interessante Eindrücke. Dazu mehr, wenn wir nach Kotor kommen.
Die Muttis möchten sich beim Frühstück bedienen lassen, dem Seebären ist es egal - er kennt ja eh nur X-Lounge zum Frühstück. Also auf ins Mediterran, einen hübschen Tisch gesucht und gefunden und dann passiert es: Schwiegermutter und Seebär verlieren die Kontrolle über ihr Frühstück und geben sie komplett an den es furchtbar gut meinenden Kellner ab, der strahlend alles in rauen Mengen auf ihren Tellern ablud. Was hatte der für einen Spaß! Die zwei waren tapfer und haben es brav abgearbeitet und die vorher bestellten Eierspeisen noch dazu.
Wir folgten der über mehrere Reisen eingespielten Routine und gingen auf einen Kaffee in die AAB. Die Sonne schien, der Wind machte die Temperaturen angenehm - Kreuzfahrerherz was willst Du mehr? Wir ließen die Muttis dort sitzen und machten uns auf zum Lektor, der uns was über Kotor und Montenegro erzählen wollte. Als ich seinen Namen im Programm las, kam mir dieser irgendwoher bekannt vor. Aber woher sollte ausgerechnet ich einen Lektor kennen? Das Rätsel löste er und seine Stimme auf: es war der Sportreporter Peter Leissl vom ZDF. Er geht, so erzählte er, im Februar in Ruhestand und hat sich schon mal ein Hobby zugelegt, dass auch seinen Studiengängen entgegen kommt. Lektor also. Nun gut. Ich sage mal so: er hat seine Präsentation ordentlich wegkommentiert und uns mit vielen Fakten versorgt. Interessant ja, aber gepackt hat er mich damit nicht. Den Seebären ebenfalls nicht, der ist sogar zwischendurch weggenickt. Weitere seiner Vorträge haben wir dann auch nicht mehr besucht.
Der Tag plätschert ansonsten vor sich hin…. ein kleiner Garnelen-Teller hier und ein kleines Eis da, ein Nickerchen vor dem Abendessen, ein Cocktail, ein Bier und das war es auch schon.
Schwiegermuttern hatte gestern verkündet, dass ihre und meine und die Kosmetikerin meiner Mutter gesagt hat, sie müsse unbedingt die Hanami-Ente essen! So und wenn Elisa das sagt, dann muss das auch so sein! (Wir erinnern uns an dieser Stelle an die Reise im Februar/März: das Schiff bestand nur aus den beiden Atlantik-Restaurants). Sie will uns daher an ihrem Geburtstag ins Hanami einladen! Mir platzt ein „das geht nicht!“ raus und ich reserviere schnell für den heutigen Abend, also gestern für morgen, einen Tisch. Meine Mutter gibt sich Mühe, nicht sämtliche Gesichtszüge entgleisen zu lassen. Mit gehangen, mit gefangen. So ist es halt manchmal und dem Geburtstagskind kann sie sich ja schlecht am Vorabend des bösen Tages verweigern.
Also ziehen wir Abends los und es wird ein schöner und für die meisten auch leckerer Abend. Nur meine Mutter ärgert sich, dass sie sich nicht einfach zweimal die BBQ-Chickenwings bestellt hat. Die Hanami-Ente ist nicht ihrs, Kosmetikerin hin oder her. Die Atmosphäre und den Sonnenuntergang genießt sie aber genauso wie wir.