Simple überschlägige Rechnung, aber mit einer deutlichen Tendenz zur realistischen Wahrheit. Wobei der Durchschnitts-Erlös pro reisendem Kunden deutlich höher ist. Trotzdem ist die Rechnung tendenziell richtig.
Ähnlich sieht es bei der TUI Group im Segment der Pauschalreisen aus, allerdings mit Zahlen in ganz anderen Dimensionen. Würde (müsste) man die Rückforderungen der Reisegäste/Kunden gänzlich zu 100% erfüllen (min. 1,2 Milliarden Euro), wäre die TUI Group morgen Pleite, denn dafür standen Ende Feb./2020 bei der TUI Group nur rund 800 Millionen Euro zu Verfügung.
Ein Sachverhalt den der TUI Vorstand angeführt von Friedrich (Fritz) Joussen bereits in 02/2020 erkannt und prognostiziert hatte. Um für die drohende Insolvenz einen Ausweg zu finden, wurde mit der Deutschen Bundesregierung erfolgreich ein 1,8 Milliarden Euro Kredit vereinbart, zu Gunsten der TUI Group, einem Konzern mit gut 70.000 Mitarbeitern
Ob und in welcher Dimension die einzelnen Töchter TUI Töchter z.B.:
* TUI Pauschalreisen
* TUIfly die Airline (Deutschland)
* TUI Hotels (etwa 100)
* TUI Cruises
davon alle und zu welchen Anteilen partizipieren, ist nicht bekannt. Die TUI Group muss das nicht veröffentlichen und ob der Kredit an solche Vorgaben gegenüber dem Kreditgeber gebunden ist, wurde nicht veröffentlicht. Gerade im Fall von TUI Cruises wäre das allerdings politisch und fiskalisch betrachtet eher brisant, da 50% der Unternehmung TUI Cruises in US-Händen liegt und das Unternehmen seinen Sitz in Malta hat. Lediglich die Bedingung das für 2020 keine Dividende an die Aktionäre vergütet wird, wurde bekannt gegeben.
Was bedeutet das ? Die TUI Group würde überschlägig gerechnet z.Z. noch über das Kapital verfügen, die Forderungen der Kunden zu erfüllen - nämlich aus Mitteln des Staatskredit. Allerdings nur dann, wenn so schnell es geht wieder Einnahmen generiert werden können. Also Einnahmen aus Anzahlungen von Reisen. Wenn das aber nicht bald der Fall ist und der derzeitige Zustand bis zum Sommer/Herbst anhalten würde, ist "der Topf des 1,8 Milliarden Euro Kredit" bald leer.
Und dann ? Dann steht die Insolvenz vor der Türe oder der Staat stützt den TUI Konzern nochmal mit einem erneuten Kredit.
Dass das alles zur weiteren Staatsverschuldung beiträgt, den wir alle als Steuerzahler in den nächsten 10 Jahren ausgleichen müssen, ist fast schon müssig zu erwähnen. Zudem stehen vor der Türe der Bundeshauptstadt in Berlin gefühlt 100.000 weitere Unternehmen, die um Geld bitten oder betteln.
Einer der grössten Bittsteller (oder Bettler) ist dabei die Lufthansa. Bemerkenswert dazu die gestrige (06.05.2020) Aussage vom Lufthansa Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr:
"Wir brauchen Staatliche Hilfe, aber keine Staatliche Geschäftsführung"
Mit anderen Worten, der Staat muss uns mit finanziellen Mitteln helfen, aber wie wir das Unternehmen führen, bestimmen wir selber.