12.10.23
Die Wettervorhersage behielt leider recht. Es war wieder seeehr stürmisch, das Thermometer schaffte nur die 2 Grad und am Nachmittag kam erst Regen dazu der dann in Schnee überging. Pfui Teufel!
Aus dem Grund haben wir heute auch keine große Eile. Wir frühstücken wieder ganz in Ruhe und fast allein in der Küche. Hier in Grundarfjördur bleiben die meisten nur eine Nacht und fahren sehr früh weiter.
Wir schaffen es gegen elf auf die Straße und fahren zuerst Richtung Svödufoss. Vom Parkplatz aus kämpfen wir uns mit aller Kraft gegen den Sturm voran zum Wasserfall. Auf dem Bild sieht man es schlechter als auf einem Video, aber der Satz "Vom Winde verweht" trifft es hier ziemlich exakt ![]()
Unser nächstes Ziel heißt Hellisandur, genauer gesagt die Murals.
Die Bilder an den Wänden finden wir total schön und nachdem drei Damen aus dem asiatischen Raum endlich genug durchs Bild geturnt sind, können wir dann auch mal Fotos schießen ![]()
Geplant waren jetzt eigentlich ein paar Stopps an der Küste. Der heftige Sturm lässt uns diese Idee aber verwerfen. So heißt unser nächstes Ziel Saxholl Krater. Beim "Aufstieg" zum Kraterrand erfassen uns immer wieder Sturmböen und ich muss mich wirklich konzentrieren nicht weggeweht zu werden. Ganz wohl ist mir hier wirklich nicht! Der Krater ist natürlich total schön, aber Markus hüpft mir für meinen Geschmack viel zu nah am Rand herum
. Ich bin dann doch etwas erleichtert als wir wieder unten sind.
Es soll weitergehen zum Djupalonssandur und Londrangar. Je näher wir diesen Zielen aber kommen, umso schlechter wird das Wetter. Zum mittlerweile wirklich bösen Sturm kommt jetzt der Schneeregen dazu. Am Parkplatz beschließen wir das Unternehmen hier abzubrechen. Es macht weder Spaß noch Sinn bei dem Wetter weiter draußen rum zu marschieren.
Wir fahren also weiter, durch Arnarstapi und die Südküste entlang. Für mich als Beifahrer sind die Sturmböen eine Zerreißprobe für meine Nerven. Man spürt den Sturm, kann aber nichts machen. Markus will über den Bergpass der 54, ich bin aber strickt dagegen. Road.is meldet nämlich mittlerweile "Spots of Ice", das brauche ich jetzt wirklich nicht auch noch. Er gibt nach und wir fahren weiter die Südküste entlang um dann die 56 Richtung Norden zu nehmen. Je weiter wir Richtung Osten kommen umso weniger wird das Schneegestöber. Wenigstens das! Da wir schonmal in der Ecke sind und quasi daran vorbei fahren, machen wir noch einen Abstecher zum Shark Museum. Das war zwar für morgen geplant, aber wir haben ja noch Zeit.
Die kleine Erklärung wie der "Gammelhai" hergestellt wird ist sehr interessant. Beeindruckt hat mich die Haihaut. Rauer als jedes Schleifpapier das ich kenne.
Dann kommt natürlich der Moment der Verkostung. Riechen tut es ja grauslig, die Konsistenz ist nicht ganz meines, aber der Geschmack ist weniger schlimm als ich gedacht hatte. Mein Leibgericht oder gar der Fernsehsnack wie uns erzählt wird, wird es aber sicher nicht.
Im Trockenhaus wurde gerade am Wochenende davor erst wieder frisch aufgefüllt. Der Duft hinterm Haus war wirklich unbeschreiblich ![]()
Jetzt reicht es für heute aber wirklich und wir fahren zurück zum Guesthouse. Dort machen wir uns zum aufwärmen einen Kaffee und spielen ein bisschen.
Wir denken schon ans Kochen, als sich das Guesthouse schlagartig füllt. Eine gefühlte Busladung Chinesen ist angekommen. Es werden Tütenweise Lebensmittel in die Küche geschleppt. Dann geht es los...zu acht wird geschnippelt, mit sämtlichen Töpfen und Pfannen die die Küche hergibt hantiert, alle acht vorhandenen Herdplatten sind belegt. Es qualmt und dampft überall wie wild. Die Dunstabzüge bleiben aber aus, gibt es wohl zu Hause nicht. Stattdessen sitzt an jedem Fenster das zu öffnen ist, ein weiteres Mitglied der Gruppe und hält es auf. Das Szenario hat etwas von einem Schwarm Heuschrecken die über ein Feld herfällt
.
Wir beschließen das Kochen erstmal zu verschieben und flüchten in unser Zimmer. Wir duschen und wundern uns das es trotzdem im ganzen Zimmer noch nach Essen riecht. Eine Stunde später starten wir einen zweiten Kochversuch...als wir nach vorne kommen ist die Küche in bläulichem Dunst versunken, es sieht aus wie nach einem Bombenangriff, es sitzt immernoch an jedem Fenster ein "Lüfter", der Rest ist am essen. Die Lautstärke ist unbeschreiblich. Unser schockierter Blick spricht vermutlich Bände
. Wir machen auf dem Absatz kehrt und verschieben unser Abendessen.
Irgendwann hören wir geschäftiges Treiben und Geschnatter im Flur. Aha, sie sind fertig. Wir gehen also gegen 20 Uhr auf einen dritten Versuch in die Küche. Alle sind weg, es ist gespült, aber alles nur an der Spüle aufgestapelt. Das machen leider die meisten so, die Mama kommt sicher später und räumt alles weg
.
Wir schaffen es also doch noch zu einem Abendessen und spielen im Anschluß noch was. Später im Zimmer ist an schlafen noch nicht zu denken. Denn die chinesische Truppe ist zwar in ihren Zimmern, aber alle Türen stehen offen und es wird sich lautstark über den Flur hinweg unterhalten. Sowas haben wir echt noch nicht erlebt ![]()
Naja, irgendwann kehrt doch Ruhe ein und wir landen im Land der Träume.