ich kann mich meinen "Vorrednern" nur anschließen; eine tolle Reise habt ihr euch da ausgesucht. Südafrika steht auf unserer Wunschliste auch ganz oben. Wir freuen uns jetzt schon auf Deinen bestimmt wieder reich bebilderten Bericht.
Bevor ihr aber an Bord geht, müsst ihr die Amadea erst einmal uns überlassen. Wir haben ja direkt nach unserer Traumreise das Angebot von Phoenix angenommen und unter Anrechnung der angebotenen "Entschädigung" für die corona-bedingten Unbillen die Schwarzmeerkreuzfahrt im Juli 2021 gebucht. Willkommen an Bord in 378 Tagen heißt es auf der Phoenix-Seite.
Nächsten Monat wollten wir mit der AIDAbella zum Nordkap, abgesagt. Da lassen wir uns die Vorauszahlung erstatten. Eine Flusskreuzfahrt mit Freunden im Mai nach Holland und Belgien, abgesagt. Da haben wir auf 2021 umgebucht. Für die gebuchte Flusskreuzfahrt auf der Rhone im August sind wir vorsichtig optimistisch. Flusskreuzfahrten starten ja gerade wieder und Nicko (mit denen wir fahren wollen) hat auch schon ein Sicherheits- und Hygienekonzept vorgestellt.
Da müsste doch eigentlich auch die von Dir erwähnte Flusstour im Dezember stattfinden, oder habt ihr die storniert? Wie ist es Dir überhaupt gelungen, Deinen Mann zu einer Flusskreuzfahrt zu überreden? Ich meine mich erinnern zu können, dass das für ihn noch nicht in Frage kam.
TUI Cruises hat bis 15. Juli 2020 alle Kreuzfahrten abgesagt.
AIDA bis Ende Juli! Waren selbst davon betroffen; unsere Tour zum Nordkap mit Start 12.07. ab Kiel und auch die nachfolgende sind abgesagt.
Auf den Flüssen geht es allerdings bald wieder los. In einem Newsletter von A-Rosa wurden
konkret die Hygienemaßnahmen vorgestellt. So gibt es z.B. kein Buffet mehr; das Abendessen wird beispielsweise am Tisch serviert und es wird in zwei Schichten gegessen.
Für unsere Fahrt auf der Rhone mit Nicko im August haben wir daher noch Hoffnung.
Bislang haben wir nie daran gedacht, mal auf einem dieser Schiffe eine Kreuzfahrt zu unternehmen - meine Frau und ich sind Vegetarier - und ich war mir bis zu Deinem Hinweis im „Fazit“ nicht sicher, ob es dort auch so tolle Angebot für uns „Randgrupp“ auf diesen Schiffen geben könnte.
Hallo in die Schweiz,
also als Randgruppe würde ich Vegetarier in der heutigen Zeit wirklich nicht mehr bezeichnen. Ich habe mal zwei Menus (Gala-Dinner und philippinisches Abendessen) beigefügt als Vorgeschmack für künftige Reisen mit Phoenix
War
das jetzt eine Traumreise, wie im Titel des Reiseberichts behauptet?
Ich meine, definitiv ja. Wir haben die Stadt unserer Träume, San
Francisco, besucht und ausgiebig erkunden können. Sie war einer der
Hauptgründe, weshalb wir die Kreuzfahrt gebucht haben. Der erste
Teil der Reise verlief ja auch (fast) planmäßig, was dann folgte,
hätten wir uns nicht zu träumen gewagt. Insofern passt Traumreise
auf jeden Fall. Es ist natürlich schade, dass wir fast die Hälfte
der vorgesehenen Häfen nicht besuchen konnten; andererseits sind wir
froh, dass wir letztendlich gesund zu Hause angekommen sind. Die
Entscheidung von Phoenix-Reisen und der Reederei, die Amadea zurück
nach Deutschland zu beordern, war auf jeden Fall richtig. Ob wir
überhaupt noch einen Flughafen gefunden hätten, von dem ein
Rückflug möglich gewesen wäre, steht ja in den Sternen. Das
Schicksal der Passagiere auf der Amera, von dem am Montag in dem
Beitrag der ARD berichtet wurde, hat gezeigt, dass selbst ein
Flughafen nichts wert ist, wenn einem der Landgang verwehrt wird.
Insofern
muss man den Verantwortlichen bei Phoenix in Bonn und der Reederei
ein dickes Lob aussprechen. Außer der Amera und der Amadea war auch
noch die Rückkehr der Passagiere auf der Albatros und der Artania zu
organisieren. Letztere hatte es ja besonders schlimm getroffen.
Das
Lob erstreckt sich natürlich auch auf die Phoenix-Mitarbeiter an
Bord sowie die komplette Crew der Amadea. Sie alle haben in
besonderem Maße dazu beigetragen, dass wir die Reise trotz der
Einschränkungen genossen haben. Insbesondere Kreuzfahrtdirektor
Steffen Spiegel hat uns in seinen täglichen Ansprachen immer wieder
Mut gemacht und damit dafür gesorgt, dass erst gar kein
„Lagerkoller“ aufkommen konnte. Auch die zahlreichen Aktivitäten
während der Seetage müssen in diesem Zusammenhang genannt werden.
Bei
der Crew muss ich diejenigen besonders hervorheben, die seit Panama
eigentlich gar nicht mehr an Bord sein sollten. Dort sollte nämlich
ein partieller Wechsel stattfinden. Doch statt nach Hause zu fliegen,
mussten sie jetzt bis Bremerhaven an Bord bleiben. Von dort sollte
dann die Heimreise organisiert werden. Ich hoffe, dass das auch
geklappt hat.
Nun
ein paar Worte zum Schiff. Die Amadea war Neuland für uns. Da
wir aber die Artania von zwei Reisen schon kannten, wussten wir
zumindest, was uns bei den Kabinen erwartet. Und hier ist auch ein
kleiner Kritikpunkt, wie ich es schon bei der Artania geschrieben
habe: Der schlauchartige Zuschnitt und die getrennt stehenden Betten
entsprechen nicht den heutigen Anforderungen. Ablagemöglichkeiten
waren allerdings, selbst für eine mehrwöchige Reise, ausreichend
vorhanden.
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Das
Schiff wird bei Werftaufenthalten regelmäßig verschönert. Beim
nächsten Mal sollte dabei das Mobiliar in Harry`s Bar ausgetauscht
werden. Die Sessel und Sofas sind doch schon sehr durchgesessen.
Die
Amadea kann maximal 600 Passagiere befördern; bei der Artania sind
es doppelt soviel. Bei unserer Reise war das Schiff nicht ausgebucht;
es befanden sich rd. 480 Passagiere an Bord. Da kann man schon fast
von einer familiären Atmosphäre sprechen. Ich will jetzt nicht
behaupten, dass wir am Ende der Reise alle Gäste kannten; jede Menge
Bekanntschaften haben wir aber schon gemacht und viele nette
Gespräche geführt.
Zum
Frühstück waren wir immer im Amadea Restaurant (bis auf Puerto
Quetzal), einfach weil es auf unserem Deck lag und daher mit wenigen
Schritten zu erreichen war. Auch das Abendessen haben wir überwiegend
dort eingenommen. Dabei zeigte sich nach etwa einer Woche, dass sich
zum Abendessen überwiegend die selben Gäste zusammenfanden. So
haben auch wir mit einem netten Paar aus dem Schwarzwald
zusammengesessen.
Unser
Lieblingsplatz für einen Drink war eindeutig die Vista-Lounge auf
Deck 10 im Bug. Warum auch immer, abends war hier nie viel los. So
manchen Abend waren maximal 6 bis 8 Personen anwesend. Die
musikalischen Darbietungen endeten hier meistens um 21.00 Uhr, so
dass man sich danach angenehm unterhalten konnte.
Die
Verpflegung war, wie von Phoenix-Schiffen gewohnt, sehr gut.
In beiden Restaurants war ein Frühstücksbuffet aufgebaut, das keine
Wünsche offen lies. Eierspeisen und Omelettes wurden frisch
zubereitet. Das Mittagessen haben wir fast immer ausfallen lassen;
ansonsten nur einen Gang genommen. Zum Abendessen, das am Tisch
serviert wurde, gab es eine Vorspeise, eine Suppe, das Hauptgericht
und eine Nachspeise. Auswahlmöglichkeiten waren jeweils vorhanden;
beim Hauptgericht meist Fisch oder Fleisch dazu ein drittes Gericht
(Hausmannskost, aus der kalten Küche, Nudeln); ein vegetarische
Variante war auch vorhanden. Die Speisen waren immer ansprechend
angerichtet und schmackhaft. Gegen Ende der Reise tauchten auf der
Karte, wahrscheinlich den knappen Vorräten geschuldet, teilweise
gewöhnungsbedürftige Zusammenstellungen auf. Als Beispiel nenne
ich: Wiener Würstchen in Gulaschsaft mit Gewürzgurke und Brötchen.
Die
zahlreichen kulinarischen Sonderaktionen habe ich im Bericht ja schon
erwähnt.
Wie
immer bei Phoenix warteten auf der Kabine einige Gastgeschenke auf
uns; neben einer Flasche Sekt zählten dieses Mal eine Strandtasche,
eine Uhr und ein Kochbuch dazu. Die Phoenix Umhängetaschen ließen
wir an Bord; davon haben wir schon genug.
Die
familiäre Atmosphäre an Bord zeigte sich auch bei der
Abschiedsveranstaltung; als Kapitän Flatebo sich bei seiner
kompletten Crew für ihre Mitarbeit angesichts der Umstände
bedankte, gab es donnernden Applaus von den Rängen. Emotional wurde
es auch als Steffen Spiegel sich bei einer seiner Reiseleiterinnen
für die jahrelange Zusammenarbeit bedankte. Sie wechselte nach der
Reise zur Zentrale nach Bonn; man sah ihr an, dass sie völlig
überrascht war und die Tränen nicht zurückhalten konnte. Tränen
flossen auch, als sich Entertainment Manager TomTom (ich habe seinen
zivilen Namen vergessen) von seinem Ensemble verabschiedete.
Jetzt
noch einige Anmerkungen zu den Dreharbeiten für das Traumschiff. Wir
hatten ja anfangs arge Bedenken und trugen uns zeitweise mit dem
Gedanken, die Reise zu stornieren. Unter anderem die Beiträge hier
im Forum haben uns davon absehen lassen. Wie war es denn nun
tatsächlich? Nun die Zeiten und Örtlichkeiten der Dreharbeiten
wurden immer im Tagesprogramm kommuniziert, so dass man sich darauf
einstellen konnte. Einmal mussten wir beim Verlassen der Vista-Lounge
ein paar Minuten warten, weil im angrenzenden Kabinenflur gerade
gedreht wurde, ein anderes Mal wurden wir freundlich gefragt, ob wir
unsere Plätze auf Deck 9 im Außenbereich evt. verlassen könnten;
dort waren die Lichtverhältnisse wohl besser. Ansonsten haben wir
wirklich nichts mitbekommen. Allerdings stand des Öfteren Equipment
in den Treppenhäusern oder Fluren, das war zwar nicht wirklich
störend, wir fanden es aber etwas lästig. Die Schauspieler waren
alle sehr nett und grüßten bei Begegnungen freundlich. Meistens
traf man sich beim Frühstücksbuffet. Von ausgelassenen Partys trotz
Corona Krise, die die Traumschiff-Crew nach Berichten der Yellow
Press gefeiert haben soll, haben wir nichts gehört. Auf dieser Reise
wurden nur die Innenaufnahmen gedreht; die Außenaufnahmen für die
Folge Kapstadt!!!, die wohl Weihnachten gezeigt werden soll,
waren schon abgedreht. Etwa 30 Mitreisende hatten sich als Komparsen
beworben. Wenn wir diese mal trafen, saßen sie meist schick
gekleidet irgendwo herum, hatten ein Glas Sekt vor sich und warteten
auf ihren Einsatz. Obwohl es also nicht so schlimm war, werden
wir in Zukunft Reisen ohne Dreharbeiten bevorzugen.
Zum
Schluss möchte ich noch erwähnen, dass wir schon an Bord ein
Schreiben von Phoenix erhalten haben, in dem uns wegen der besonderen
Umstände ein Ausgleich angeboten wurde, und zwar entweder eine
Bar-Erstattung entsprechend 5 Tagessätzen oder eine
Reisepreisreduzierung von 8 Tagessätzen auf eine Neubuchung. Wir
haben uns für die zweite Variante entschieden und kurz nach unserer
Rückkehr für den Juli 2021 eine Schwarzmeerkreuzfahrt mit der
Amadea gebucht, weil wir die Hoffnung nicht aufgeben, dass es
irgendwann, wenn auch vielleicht nicht mehr 2020, wieder
Kreuzfahrten geben wird.
In diesem Jahr sind noch zwei Flusskreuzfahrten und eine
Hochseekreuzfahrt gebucht. Die erste Flusskreuzfahrt im Mai auf dem
Rhein nach Holland und Belgien ist schon abgesagt; die zweite soll
uns im August auf Rhone und Saone führen. Hier heißt es, erst
einmal abwarten.
Im
Juli wollen wir mit der AIDA Bella zum Nordkap. Die Reise ist bisher
noch nicht abgesagt; AIDA bewirbt sie sogar noch. Wir können uns
aber nicht vorstellen, dass die Tour stattfindet. Selbst wenn die
weltweite Reisewarnung schrittweise aufgehoben werden sollte, wie
will man die Abstandsregeln, die sicherlich noch länger Geltung
behalten werden, auf einem Kreuzfahrtschiff einhalten? Wir sind da
eher pessimistisch gestimmt und setzen unsere Hoffnung auf 2021.
Hoffentlich haben sich bis dahin nicht einige Anbieter vom Markt
verabschiedet.
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Das war mein Bericht über eine außergewöhnliche Kreuzfahrt, die uns bestimmt ewig im Gedächtnis bleiben wird. Vielen Dank, dass uns so viele auf dieser Reise begleitet haben. Danke auch für die netten Kommentare und die Likes.
Ich wünsche allen ein schönes verlängertes Wochenende; bleibt gesund. Hoffentlich können wir unserer Leidenschaft Kreuzfahrt in Zukunft auch weiter frönen.
Ankunft in Bremerhaven
und Heimreise (02.04.), bedeckt und windig, 11 Grad
Vor
den Restaurants wartete schon ein Glas Sekt zum Abschluss der Reise
auf die Gäste. Wir bedienten uns und ließen uns das letzte
Frühstück an Bord schmecken. Inzwischen waren wir bereits auf der
Weser unterwegs.
Gegen
10.00 Uhr hatte die Amadea am Columbus Cruise Center festgemacht. Da
war schon klar, dass der von Phoenix ausgetüftelte Zeitplan
Makulatur war. Es sollte danach nämlich schon um 10.00 Uhr mit der
privaten Abreise und den Mietwagen starten. Weil aber noch kein
einziges Gepäckstück ausgeladen worden war, konnte das nicht
klappen.
Unser
Bus nach Dortmund, Leverkusen und Köln war der 7. von 15 und sollte
ca. 14.15 Uhr bereit stehen. Also suchten wir uns einen Platz in der
Vista-Lounge und harrten der Dinge. Die kamen mit einer Durchsage von
Steffen Spiegel: Die Behörden fordern, dass sich die Passagiere noch
heute mit ihrem örtlichen Gesundheitsamt in Verbindung setzen.
Dieses trifft dann die notwendigen Maßnahmen. Nachdem einige Gäste
dieser Forderung nachgekommen waren, hörte man von
unterschiedlichsten Reaktionen der Gesundheitsämter; von „ Sie
waren 17 Tage am Stück an Bord, weshalb rufen Sie uns dann überhaupt
an“ bis zur Anordnung einer 14tägigen häuslichen Quarantäne.
Ich
habe dann das Bürgertelefon unserer Kreisverwaltung, das im Internet
als erste Anlaufstelle für Corona-Fragen benannt war, angerufen. Als
ich der Dame erklärte, dass wir seit 17 Tagen nicht mehr an Land
waren und keinen Corona-Fall an Bord hatten, fragte sie noch, ob wir
evtl. die bekannten Symptome aufweisen würden. Ich verneinte das,
worauf sie meinte: „Dann verbinde ich Sie erst gar nicht mit dem
Gesundheitsamt. Gute Heimreise“.
Nachsatz:
Nach zwei Tagen meldete sich ein Mitarbeiter des Gesundheitsamts
telefonisch und wies darauf hin, dass wir uns melden sollen, wenn
sich bei uns Symptome zeigen würden.
Gegen
11.30 Uhr wurden die ersten Gepäckstücke abgeladen. Etwa um 13.00
Uhr war die Aktion beendet. Kurz danach begann die Ausschiffung.
Trotz der Auflagen ging das Ganze schneller als erwartet vonstatten,
so dass der Aufruf für unseren Bus zum vorgesehenen Termin erfolgte.
Wir
begaben uns in die Atlantik-Lounge. Dort konnten wir uns ein
Lunch-Paket, das ein Sandwich, einen Müsliriegel und einen Apfel
enthielt, nehmen und bekamen anschließend von Steffen Spiegel jeder
zwei Atemschutzmasken. Eine davon setzten wir auf, verabschiedeten
uns herzlich vom Kreuzfahrtdirektor und verließen die Amadea.
Auf
dem Weg zum Terminal standen etwa alle 10 Meter Polizisten, die
darauf achteten, dass wir auch die Mindestabstände einhalten.
Gruppen von mehr als 2 Personen waren nicht erlaubt. Das Terminal war
für Besucher nicht geöffnet; wer das Terminal einmal verlassen
hatte, durfte nicht mehr zurück. Abholer durften zwar auf den
Parkplatz fahren, das Auto allerdings nicht verlassen.
Wir
waren froh, als wir endlich im Bus saßen. Dort standen für die
Passagiere Tüten bereit, die Schokolade, ein Päckchen Kaffee und
eine Tasse enthielten. Wegen der Abstandsregeln beförderte unser
Doppeldeckerbus nur etwa 20 Personen. Nachdem der Bus den Hafen
verlassen hatte, nahmen die meisten Gäste ihre Masken wieder ab.
Unterwegs
wurde eine Toilettenpause eingelegt. Dortmund als ersten Stopp
erreichten wir gegen 19.30 Uhr. Von dort nahmen wir uns ein Taxi für
die restlichen 20 km. Die beiden großen Koffer trafen am
darauffolgenden Montag unbeschädigt bei uns ein.
Der
letzte Seetag! Wir haben es tatsächlich bald geschafft. Der Tag
begann mit zwei Durchsagen innerhalb von wenigen Minuten. Der
Kreuzfahrtdirektor gab die Vorgaben der Behörden für die morgige
Ausschiffung bekannt. Diese dürfe erst beginnen, wenn das komplette
Gepäck entladen ist. In den Transferbussen müssen die Abstände
eingehalten werden; die Sitzplätze, die belegt werden dürfen, sind
entsprechend gekennzeichnet. Personen, die im gleichen Haushalt
leben, dürfen nebeneinander Platz nehmen. So langsam reifte die
Erkenntnis, dass wir bis jetzt augenscheinlich auf einer Insel der
Glückseligen gelebt hatten.
Weitere
Informationen zur Ausschiffung folgten dann in der Atlantik-Lounge.
Dort stellten die Phoenix-Mitarbeiter detailliert dar, wann welche
Busse wohin abfahren werden. Das Ganze bekamen wir natürlich auch
noch schriftlich.
Die
zweite Temperaturmessung war heute geteilt, die Decks 4 bis 7 waren
vormittags an der Reihe, die Decks 8 bis 10 folgten am Nachmittag.
Ein
„Bayrischer Frühschoppen“ darf auf einem Phoenix Schiff nicht
fehlen; Harry`s Bar war der Ort des Geschehens. Nur Freibier gab es
heute nicht; das Fassbier war ja bereits ausgegangen und auch der
Vorrat an Flaschenbier war merklich geschrumpft. Es wurde aber ein
Glas Sekt gereicht. Während des Frühschoppens wurde die Seekarte
dieser Reise verlost. Dabei war uns das Glück leider nicht hold.
Der
Termin zur Temperaturmessung und das Abschieds-Bingo kollidierten
miteinander, so dass ich mein Glück leider nicht noch einmal
versuchen konnte.
Nach
dem letzten Abendessen ging es in die Atlantik-Lounge. Best of
Artists hieß es dort; alle Künstler dieser außergewöhnlichen
Reise traten noch einmal auf.
Danach
stellten wir die gepackten Koffer, versehen mit den
Tefra-Gepäckbanderolen, vor die Kabinentür und legten uns zum
letzten Mal auf dieser Reise aufs Ohr.
Wie
vorhergesagt hatte sich die See spürbar beruhigt. Die Außenbereiche
wurden wieder geöffnet.
Wir
gingen nach dem Frühstück noch einmal zu einem Vortrag von Dr.
Pelka. Er stellte uns unter dem Titel „Englischer Humor unter der
Lupe“ die wahre Geschichte von Miss Sophie und ihrem Butler James
vor. Dabei zeigte er neben dem kompletten Silvester-Klassiker auch
Ausschnitte aus einer kölschen Version mit Annette Frier und Ralf
Schmitz und einer weiteren, die zum 60. Geburtstag des Komikers Otto,
ebenfalls mit Ralf Schmitz, entstanden ist. Es gab also viel zu
lachen.
Um
12.00 Uhr ging uns noch einmal eine Stunde verloren. Jetzt hatten wir
endlich wieder Übereinstimmung mit der Heimat.
Der
Gästechor hatte an der Rezeption seinen zweiten Auftritt. Die
Zuhörer standen und saßen im Treppenhaus, so dass mit Fug und Recht
von einem Treppenhauskonzert gesprochen werden kann.
Am
Nachmittag ließen wir uns in der Vista-Lounge ein „Feierabendbier“
aus der Flasche schmecken, als plötzlich Hektik aufkam. Tische
wurden zusammengeschoben, Stühle gerückt, Laptops angeschlossen.
Des Rätsels Lösung erfuhren wir vom Kreuzfahrtdirektor: Die
Behörden in Bremerhaven hatten angeordnet, dass an zwei Tagen bei
allen Passagieren und allen Crew-Mitgliedern die Temperatur gemessen
werden muss.
Das
Ganze wurde in Windeseile organisiert und bald darauf ging es auch
schon, nach Decks geordnet los. Trotz allem dauerte es natürlich,
bis etwa 800 Messungen durchgeführt waren, so dass sich der weitere
Ablauf des Abends um eine Stunde nach hinten verschob.
Heute
war nämlich wieder Gala-Abend. Bei einem Glas Sekt verabschiedeten
sich der Kapitän, die Schiffs- und Hotelleitung sowie der
Kreuzfahrtdirektor mit dem Phoenix-Team von den Gästen. Anschließend
wartete in den Restaurants das Gala-Abendessen auf die Passagiere.
Als Hauptgerichte wurden kanadischer Hummer (ausgelöst) und
Rinderfilet, für uns wieder ohne Kalbsbries, gereicht. Die
traditionelle Eisparade durfte am Ende des Dinners natürlich nicht
fehlen.
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Derart
gesättigt begaben wir uns in die Atlantik-Lounge zum dritten
Auftritt von Christian Meringolo unter dem Motto „Concerto
Atlantico“.
Zwei
Anmerkungen zum Schluss:
Wir
befanden uns jetzt ja schon seit geraumer Zeit im Ärmelkanal, also
waren auch wieder vermehrt Schiffe zu sehen. Sicherlich ein
Lichtblick nach den Tagen, als wir scheinbar mutterseelenallein
unterwegs waren.
Neben
dem Fassbier waren auch einige Spirituosen und Liköre nicht mehr
vorrätig. Ich erinnere mich z.B. an Ouzo und Baileys.
Geburtstagskind um Barbara Wussow, die am 28.3. ihren 59. Geburtstag an Bord feierte.
So ist es. Meine leichte Kritik bezieht sich nicht auf die Person, sondern auf den Umstand, dass hier offenbar ein Kommunikationsproblem vorlag. So ein Geburtstag kommt ja nicht aus heiterem Himmel; hätte man im Vorfeld (z.B. im Tagesprogramm) darauf hingewiesen, dass die Örtlichkeit wegen einer privaten Feier für X Stunden nicht zur Verfügung steht, wäre das doch in Ordnung gewesen.
Ansonsten war die Traumschiff-Crew nämlich sehr umgänglich. Ich werde in meinem Fazit darauf noch näher eingehen; auch ob wir die Dreharbeiten als störend empfunden haben.
Auch
heute wurde wieder an der Uhr gedreht, weil aber in Deutschland
gleichzeitig die Sommerzeit begann, betrug der Zeitunterschied immer
noch eine Stunde.
Steffen
Spiegel musste bei seiner morgendlichen Durchsage erneut Unangenehmes
ankündigen; diesmal ging es aber ausnahmsweise nicht um das
Corona-Virus sondern um die Wetterlage in der Biskaya. Dieses
Seegebiet, das sich von Galicien bis zur Bretagne erstreckt, ist für
schlechtes Wetter, starke Stürme und extremen Seegang bekannt. Er
müsse uns darauf vorbereiten, dass die Seestärke im Laufe des Tages
immer mehr zunehmen werde; am Abend würden wir voraussichtlich
Seestärke 6, in der Nacht sogar 7 (hohe See, Wellenhöhe 7 – 10 m)
erreichen. Die Außendecks werden gesperrt, man solle sich vorsichtig
auf dem Schiff bewegen, am besten immer mit einer Hand irgendwo
festhalten.
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Beim
Bingo am Nachmittag war es noch nicht ganz so schlimm; gewonnen haben
allerdings andere. Richtig los ging es dann beim Abendessen. Die
Wellen schienen von allen Seiten zu kommen. Wir griffen mehrfach zu
unseren Weingläsern, weil zu befürchten war, dass sie sonst
umkippen. Spontanen Applaus bekam ein Kellner, der, als die Amadea
gerade von einem seitlichen Brecher getroffen wurde, trotzdem sein
Tablett mit Weinkaraffen sicher zum Tisch brachte, ohne etwas zu
verschütten.
In
der Atlantik-Lounge wurde später die Traumschiff-Folge „Marokko“
gezeigt, die im Fernsehen erst Ostern laufen wird. Das wollten wir
uns dann doch nicht antun. Wir stimmten uns stattdessen in Harry`s
Bar auf die stürmische Nacht ein. Als ich zufällig am Asuka-Zeichen
vorbei kam und den heutigen Late Night Snack (Würstchen mit
Kartoffelsalat) sah, war es um mich geschehen.
In
dieser Nacht haben wir nicht viel geschlafen. Die Amadea schien zum
Spielball der Elemente geworden zu sein. Entweder sie stürzte in ein
Wellental oder bekam schwere Schläge von der Seite. Dazu das
ständige Knarren aus allen Ecken der Kabine. Es war schon ein
Höllentrip. Unnötig zu erwähnen, dass in den Treppenhäusern die
wohlbekannten Tüten hingen.
Zu
dem Tag passte es natürlich, dass das Fassbier jetzt wirklich aus
war.
Seetag (30.03.)
Am
Morgen hatte sich die See noch immer nicht beruhigt. Die
Morgentoilette im Bad war bei dem Seegang schon eine Herausforderung,
ebenso der Gang zum Frühstücksbüffet.
Etwas
Hoffnung machte die Ankündigung von Steffen Spiegel, dass der
Seegang gegen Mitternacht nachlassen werde; dann hätten wir die
Biskaya hinter uns.
Im
Laufe des Tages wurde es auch schon etwas besser; Seestärke 6 hatten
wir aber immer noch.
Beim
Bingo war ich mal wieder bei den Gewinnern: großes Bingo! Dieses Mal
waren wir nur zu Dritt und konnten uns jeder über 25 € freuen.
Zwei
Höhepunkte hielt der Abend noch für uns bereit: Das philippinische
Abendessen und die Crew und Guests Show.
Das
von den philippinischen Köchen zubereite Essen mit Spezialitäten
aus ihrer Heimat ist immer ein Genuss. Als Hauptgericht wählten wir
Bistek Tagalog, Rinderfilet im Ganzen mit Soja-Zitronensoße,
Karotten-Bohnengemüse, Knoblauchreis. Köstlich!! Zum Abschluss
Mango Turon, gebackene Mango mit Sesam-Karamellsoße und Vanilleeis.
Auch
die Crew-Show war wieder eine Klasse für sich. Es verbergen sich
doch viele Gesangs- und Tanztalente in den Reihen der Crew. Gäste
mischte ebenfalls mit. So führte ein Paar z.B. einen Sketch von
Loriot auf. Musikalische Einlagen gab es vom Staff-Kapitän und vom
Schiffsarzt des Traumschiffs. Eine rundum gelungene Veranstaltung.
Harry`s
Bar war heute Abend für die Crew reserviert. Als Dankeschön für
die geleistete Arbeit in der dieser außergewöhnlichen Situation
fand dort eine Party für alle Crew-Mitglieder statt.
Nachdem
die Uhren gestern wieder um eine Stunde vorgestellt worden waren,
betrug der Zeitunterschied nur noch eine Stunde. Wenigstens der
Jet-Lag beim Rückflug blieb uns also erspart.
Erfreuliches
wusste Steffen Spiegel zu verkünden. Nach Auskunft der Behörden in
Bremerhaven sei die 14tägige Quarantäne keine Anordnung sondern nur
eine Empfehlung. Entscheiden müsse das örtlich zuständige
Gesundheitsamt.
Als
Mittagsspezial präsentierte das Küchenteam heute einen köstlichen
Lammbraten. Wie fast immer blieben wir dem Mittagessen aus bekannten
Gründen fern.
Am
frühen Nachmittag saßen wir in Harry`s Bar als plötzlich der
Gästechor erschien und mit seinen Proben begann. Ansonsten probten
sie immer in der Vista-Lounge. Wie wir dann erfuhren, war die
Vista-Lounge gesperrt; eine Schauspielerin des Traumschiffs feierte
dort ihren Geburtstag. Die Chormitglieder und auch der Leiter des
Chores waren darüber nicht informiert worden. Ich lasse das mal
unkommentiert.
Bingo
fiel heute aus weil in Harry`s Bar eine Abschiedsveranstaltung für
die Weltenbummler (Genua-Bremerhaven) stattfand.
Ein
gebratenes Rotbarschfilet für Gaby und ein Rumpsteak für mich
beendeten den Tag kulinarisch.
Nach
dem Frühstück strömten die Passagiere in die Atlantik-Lounge, dort
waren nämlich um 10.00 Uhr Informationen zur Ausschiffung in
Bremerhaven angekündigt. Dabei erfuhren wir folgendes
Beim Verlassen des Schiffes müssen Atemschutzmasken getragen
werden. Zwei weitere Masken muss jeder Passagier mit sich führen.
Dies wurde später korrigiert, es wurde nun nur noch eine
Ersatzmaske gefordert.
Die Werkstatt an Bord der Amadea stellt einige hundert
Staubschutzmasken zur Verfügung. Der Rest soll aus Servietten
gebastelt werden; Passagiere, die dabei mitwirken wollen, können
sich in eine Liste eintragen.
Die Behörden ordnen eine 14tägige häusliche Quarantäne für alle
Passagiere an.
Phoenix stellt für die Heimreise Busse zur Verfügung, die
unterschiedliche Ziele ansteuern. Es wird eine Liste mit den
Zielorten auf die Kabinen gebracht, in die man sein Wunschziel
eintragen soll.
Bei der Buchung von Flügen (ab Hamburg) oder Mietwagen ist die
Reiseleitung behilflich.
Gäste, die individuell abreisen wollen, mögen sich ebenfalls bei
der Reiseleitung melden.
Der Tefra Gepäckservice kann noch nachträglich gebucht werden.
Zum
Schluss seiner Ausführungen machte Steffen Spiegel auf die Situation
der Artania, die zur Zeit vor Fremantle/Australien auf Reede liegt,
aufmerksam und endete mit den emotionalen Worten: Wir denken an alle
an Bord.
Nach
der Veranstaltung war natürlich genug Stoff für Gespräche
vorhanden. Die meisten Passagiere äußerten ihren Unmut über die
angeordnete Quarantäne. Schließlich hätten wir bei Ankunft in
Bremerhaven 17 Tage ohne Landgang und damit verbundene Kontakte
hinter uns; außerdem sei bisher kein Passagier am Coronavirus
erkrankt.
Am
frühen Nachmittag war die Produktion der Masken bereits im vollem
Gange. Zahlreiche Passagiere hatten sich in die Teilnehmerliste
eingetragen, darunter auch die Kostümbildnerin der Traumschiff-Crew.
Zwei Nähmaschinen standen zur Verfügung.
Ein
weiterer Versuch meinerseits, beim Bingo abzuräumen, blieb leider
erfolglos.
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Zum
Abendessen wurde uns heute ein Rinderfilet am Stück gebraten,
Kräuterbutter, Bohnen-Speck Gemüse und Röstkartoffeln serviert.
Seetag (27.03.)
Mit
der Ankunft in Miami und dem Rückflug über Nacht nach Frankfurt
wäre unsere Traumreise heute eigentlich zu Ende gegangen.
Stattdessen näherten wir uns den Azoren und werden, den heutigen Tag
eingerechnet, noch 6 Tage unterwegs sein.
In
seiner morgendlichen Durchsage verkündete Steffen Spiegel, dass er
weiter in ständigem Kontakt mit den Behörden in Bremerhaven sei und
auf jeden Fall wegen der häuslichen Quarantäne noch einmal
nachfragen werde.
Ansonsten
verging der Tag mit Lesen und Spaziergängen auf dem Promenadendeck.
Beim Abendessen entschieden wir uns für ein gegrilltes
Rinderrückensteak mit Chili-Limonenbutter, gebackenen Bohnen und
Kartoffel-Wedges.
Um
21.15 Uhr öffnete in der Atlantik-Lounge die „Hamburger
Haifischbar“ ihre Pforten. Die Showbühne hatte sich in eine
Hafenspelunke verwandelt, deren Chef Kreuzfahrtdirektor Steffen
Spiegel war. Ein Junggesellenabschied wurde gefeiert; Bauarbeiter,
Bordsteinschwalben, Anbieter von Kieztouren tummelten sich vor der
Bühne. Gesangseinlagen gab es natürlich auch; einer der Höhepunkte
war dabei der Auftritt des Gästechors, dessen Mitglieder sich
plötzlich von den Zuschauerbänken erhoben und auf der Bühne einige
Seemannslieder intonierten. Viel Beifall und Zugabe-Rufe war der Lohn
für diese Darbietung. Einige Schauspieler der Traumschiff-Crew
hatten sich dem Chor ebenfalls angeschlossen.
Den
Zuschauern wurden während der Veranstaltung ein Schnaps und
Fischbrötchen serviert. Die bildeten auch den Late-Night-Snack,
nachzulesen im Tagesprogramm. Trotzdem wunderten sich einige
Passagiere, dass am Asuka-Zeichen heute nichts Essbares aufgebaut
war.
Beim
Frühstück hatte sich die Auswahl an Marmeladensorten halbiert. Aber
zur Einordnung, vorher waren es acht, jetzt vier verschiedene Sorten,
also keine wirkliche Einschränkung. Auch Orangensaft fehlte heute;
der war an den folgenden Tagen aber wieder vorhanden.
Heute
Mittag wurde schon wieder an der Uhr gedreht; jetzt waren es nur noch
zwei Stunden Unterschied zur Heimat.
Die
bestellten Medikamente konnten im Hospital abgeholt werden. Es waren
zwar nicht die Originalpräparate aber solche mit identischen
Wirkstoffen.
Ab
15.30 Uhr gab es am Pool frische Waffeln und Eiscreme; da konnten wir
nicht widerstehen.
In
seiner abendlichen Durchsage informierte Kreuzfahrtdirektor Steffen
Spiegel darüber, dass der Kapitän entschieden habe, den Kurs zu
ändern. Ursprünglich sollte die Amadea nördlich der Azoren gen
Biskaya fahren, dort lag aber statt eines Azorenhochs ein
umfangreiches Tiefdruckgebiet. Deshalb würden wir die Azoren jetzt
südlich passieren. Dadurch kämen bis Bremerhaven allerdings auch
einige Seemeilen hinzu. Außerdem wäre die Amadea zuletzt wegen des
Seeganges mit verminderter Geschwindigkeit gefahren; all das führe
dazu, dass unsere Ankunft in Bremerhaven jetzt auf den 02.04.
terminiert sei.
Habe
ich schon erwähnt, dass ich in der zweiten Woche, als noch alles
normal verlief, einen Termin bei der Bordfriseurin haben wollte?
Damals konnte ich schon am nächsten Tag kommen, das hatte sich wegen
der Nachrichten aus Deutschland (Friseurläden geschlossen)
grundlegend geändert. Die Arme war bis zum Ende der Reise schon fast
ausgebucht.
Nach
dem Abendessen (Hackbraten mit Zwiebelsoße, Rahmgemüse und
Kartoffeln) präsentierte das Amadea-Showensemble unter dem Motto
„Nur die Liebe zählt“ einen Liederabend im Zeichen der Liebe mit
Ohrwürmern von Elton John, Whitney Houston, Phil Collins, den
Beatles u.a.
Um
11.00 Uhr konnten die Passagiere Küchenchef Felix Kunze über die
Schulter schauen. Es wurde live Graved Lachs auf Rote Beete Carpaccio
zubereitet. Ferner konnte man beim Eisschnitzen mitraten und eine
Flasche Sekt gewinnen.
Um
12.00 Uhr wurde wieder an der Uhr gedreht, so dass der
Zeitunterschied zu Mitteleuropa nun noch drei Stunden betrug.
Weil
wir ja eigentlich von Miami zurückfliegen wollten und am 28.03.
morgens in Frankfurt eingetroffen wären, hatten wir dort auch den
Tefra-Gepäckservice gebucht, der uns am Gepäckband in Empfang
genommen und uns von den beiden großen Koffern befreit hätte. Weil
das nun hinfällig war, rief ich bei Tefra an, schilderte die
Situation und ließ den Auftrag stornieren. Das klappte problemlos;
der Mitarbeiter fragte noch, ob der Veranstalter evtl. den
Koffertransport ab Bremerhaven anbieten würde. Gute Frage, darum
wollte ich mich dann einmal kümmern.
Am
Nachmittag machten wir wieder beim Bingo mit, dabei schlürften wir
den Tagescocktail S. On the Beach. Dieses Mal hatte ich doch
tatsächlich das große Bingo; weitere fünf Mitspieler aber auch.
Immerhin bekam jeder 10 €. Na also, geht doch.
Zum
Abendessen bestellte sich Gaby Lengfisch im Serrano Schinken während
ich mal wieder der kalten Küche den Vorzug gab: Kalbfleischwurst mit
Zwiebel, gehacktem Ei, Kräutervinaigrette und ofenfrischer
Laugenbrezel. Kreativ war die Küche in Zeiten knapper Ressourcen auf
jeden Fall.
Seetag (24.03.)
Heute
blieben die Temperaturen erstmals seit langer Zeit unter der 20 Grad
Marke. Die Zeit der T Shirts und kurzen Hosen war definitiv vorbei.
Im
Tagesprogramm war folgendes zu lesen: Haben Sie die Tefra Gepäck
Abholung ab Flughafen gebucht? Dann melden Sie sich bitte an der
Phoenix Information zwecks Umbuchung. Na toll, da war ich wohl zu
voreilig gewesen. Die Mitarbeiterin an der Information versprach,
sich um die Angelegenheit zu kümmern und bei Tefra die Umbuchung in
die Wege zu leiten. Unnötig zu erwähnen, dass alles perfekt
geklappt hat.
Wodka
Bingo stand heute auf dem Programm. Wir hatten zwar keine Ahnung, was
sich dahinter verbirgt, nahmen aber selbstverständlich teil. Kurz
gesagt, es war ein normales Bingo mit dem Zusatz, dass bei einer
gezogenen Schnapszahl jeder, der diese auf seinem Bingo-Brett hatte,
einen Wodka bekam. Ich hatte mir ein Brett ausgesucht, auf dem nur
die 66 war; trotzdem reichte es in den zwei Runden zu drei Schnäpsen.
Andere waren noch erfolgreicher, was man teilweise auch bemerkte.
Nach
dem Abendessen (gebratenes Tilapiafilet, Dillsoße, glasiertes
Sommergemüse, Röstkartoffeln für uns beide) hatten die
Hauptstadt-Tenöre Thorsten Hennig und Björn Kuhn ihren zweiten
Auftritt. Unter der musikalischen Begleitung von Manuel Jadue am
Klavier sangen sie deutsche Lieder.
In
seiner morgendlichen Durchsage verkündete Kreuzfahrtdirektor Steffen
Spiegel wahrhaft Erschreckendes: Das Fassbier geht aus! Man müsse
sich in Kürze auf Dosen- oder Flaschenbier einstellen. Es dauerte
aber dann doch noch ein paar Tage, bis es soweit war. Hat übrigens,
soweit ich das mitbekommen habe, keinen sonderlich gestört.
Der
Obstkorb in der Kabine ist auch verschwunden. Wir hatten uns zwar ab
und zu etwas Obst als Zwischenmahlzeit gegönnt, sonderlich vermisst
haben wir das Kabinenobst aber nicht wirklich. Beim Frühstück gab
es darüber hinaus bis zum letzten Tag immer frisches Obst.
Nach
Decks gestaffelt war heute eine Besichtigung der Kommandobrücke
möglich. Weil unser Deck schon um 09.30 Uhr an der Reihe war und wir
etwas spät zum Frühstück gegangen sind, schafften wir es leider
nicht mehr. Allerdings hatten wir die Brücke der Artania schon
einmal besucht. Bei der Amadea klappt es bestimmt beim nächsten Mal.
Ansonsten
verbrachten wir bei sommerlichen Temperaturen viel Zeit auf dem
Balkon. Dabei konnten wir ab und zu Schildkröten im Wasser
beobachten, auch fliegende Fische bekamen wir zu sehen.
Um
12.00 Uhr wurden wieder einmal die Uhren um eine Stunde vorgestellt.
Der Unterschied zu Mitteleuropa war jetzt auf vier Stunden gesunken.
Am Pool hatte das Küchenteam Hering und Shrimp Stipp in der
Ofenkartoffel vorbereitet.
So
ging auch dieser Tag langsam vorüber. Zum Abendessen habe ich keine
Notizen gefunden. Geschmeckt hat es aber sicherlich.
Seetag (22.03.)
Was
macht man eigentlich an so vielen Seetagen am Stück? Nun wir hatten
uns dafür etwas Lektüre mitgebracht. Weil jetzt aber deutlich mehr
Seetage auf uns zukamen, würde zumindest bei mir das eine Buch nicht
reichen. Also holte ich mir in der gut bestückten Bibliothek der
Amadea noch einen weiteren Roman. Damit kam ich dann auch gut über
die Runden.
Natürlich
konnte man auch die vielfältigen Angebote aus dem Tagesprogramm
wahrnehmen. Die umfassten neben Frühsport, Dehnübungen und
Relinggymnastik auch so klassische Kreuzfahrt-Aktivitäten wie
Shuffleboard, Tischtennis oder Darts. Selbst über einen Golfplatz
verfügt die Amadea.
Zwei
Lektoren hielten fast jeden Tag Vorträge. Während sich der
Raumfahrthistoriker Stephan Hillenbrand bei seinem Thema „Das
Space-Shuttle Programm der NASA“ nicht umzustellen brauchte, hatte
es Dr. Pelka etwas schwerer. Er wollte uns ursprünglich etwas über
Land und Leute der bevorstehenden Länder erzählen; das war aber
seit Nicaragua Schnee von gestern. Trotzdem schaffte er es, andere
interessante Themen aus dem Hut zu zaubern. Heute ging es z.B. darum,
wer eigentlich Amerika entdeckt hat. Schließlich hatten wir noch
eine Diplom-Psychologin an Bord, die über Stress und Stressabbau
referierte. Am Ende dieser nicht abschließenden Aufzählung will ich
den Gästechor nicht vergessen, der sich nach einem entsprechenden
Aufruf gebildet hatte und fleißig probte.
Bei
herrlichem Sonnenschein genossen wir am Nachmittag frischen
Blechkuchen am Pool. Danach zog es uns zum zweiten Mal zum Bingo.
Heute musste ich nicht singen, gewonnen habe ich aber auch nichts.
Immerhin waren mir jetzt die Regeln klar.
Nach
dem Abendessen (Schollenfilet für Gaby und Hirsch-Sauerbraten für
mich) nahm uns das Amadea-Showensemble mit auf eine Zeitreise zurück
in die Ära der ersten Disco Hits und des
Rock´n Roll unter dem Motto „Oh what a Night“.
Übrigens
vermissten wir beim Essen den Brotkorb; nur die drei Aufstriche
standen auf dem Tisch. Bevor wir nachfragen konnten, kam schon unser
Tischkellner mit einer Auswahl an Brot und Brötchen und fragte, was
und wie viel wir haben wollten. Auch wenn diese Maßnahme evtl. den
knapper werdenden Vorräten geschuldet war, sollte man das doch in
Zukunft beibehalten. An unserem 6er Tisch saßen wir fast immer nur
zu viert. Die Reste aus dem Brotkorb werden dabei doch sicherlich
weggeworfen. Das lässt sich mit der Vorlage durch den Kellner
vermeiden.
Ihren
heutigen Geburtstag wollte Gaby eigentlich in Kolumbien feiern, doch
Corona hatte andere Pläne mit uns. Weil sie keinen Wert auf
irgendwelches Tam Tam legt, habe ich den Restaurant Chef nicht über
den Geburtstag unterrichtet, so dass ihr auch kein Ständchen
gebracht wurde.
Aus
der Heimat trudelten über Whatsapp etliche Glückwünsche ein.
Unsere Tischnachbarn gratulierten ebenfalls. Mit ihnen erhoben wir
nach dem Abendessen in Harry`s Bar die Gläser und tranken auf Gabys
Wohl. Gabys Geburtstagsessen bestand übrigens aus einem gebratenen
Zanderfilet in Pernod-Safransoße, Peperonata und
Reis-Knusperzigarre. Ich entschied mich für die „Hausmannskost“:
Bratwurstschnecke mit Kartoffelsalat, Ketchup und Senf.
In
der Kabine fanden wir später eine kleine Torte und eine Flasche Sekt
mit Geburtstagsgrüßen vom Kapitän und dem Phoenix-Team vor.
Einen
gewissen (Galgen) Humor kann man den Machern des Tagesprogramms
gewiss nicht absprechen. Die Differenz zu den im Titel meines
Berichts angegebenen 17 Tagen resultiert daraus, dass sich im Laufe
der Atlantiküberquerung die Ankunft wegen einer Routenänderung um
einen Tag verschoben hat. Außerdem habe ich vom 15.03., unserem
letzten Landgang, an gerechnet. Tage an denen wir nicht an Land
konnten, sind für uns Seetage, auch wenn wir den ganzen Tag auf
Reede lagen oder den Panama-Kanal durchfuhren.
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Erfreuliches
hatte Kreuzfahrtdirektor Steffen Spiegel bei seiner morgendlichen
Durchsage zu verkünden: Wegen der besonderen Umstände erhalten alle
Passagiere und alle Crewmitglieder für den Rest der Reise
unbegrenzten Zugang zum Internet. Die entsprechenden Zugangsdaten
wurden im Laufe des Vormittags auf die Kabinen gebracht. Die
Verbindung mit der Heimat war also jetzt jederzeit möglich. Zwar war
das Netz immer mal wieder überlastet, so dass wir uns nicht
einwählen konnten, aber dann wurde eben etwas gewartet und
irgendwann klappte es dann auch.
Kapitän
Jarle Flatebo hatte zu Beginn der Atlantiküberquerung eine weitere
Sicherheitsübung angeordnet, die ebenso zufriedenstellend ablief wie
die zu Beginn der Reise.
Weil
Gaby heute morgen immer noch mit der Seekrankheit zu kämpfen hatte,
verzichtete sie aufs Frühstück; ein belegtes Brot brachte ich ihr
aber mit. Nach dessen Verzehr und der Einnahme einer Reisetablette
ging es ihr dann besser. Um noch mehr in den Magen zu bekommen,
gönnten wir uns zum Mittagessen noch eine Kleinigkeit.
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Am
Nachmittag versuchten wir uns gemeinsam mit unseren Tischnachbarn zum
ersten Mal beim Bingo. Die beiden meinten, sie würden sich damit
auskennen. Das Ende vom Lied war, dass sowohl Eberhard als auch ich
ein Kinderlied (Hänschen klein) vortragen mussten, weil wir beide
fälschlicherweise schon Bingo gerufen hatten, obwohl das gar nicht
stimmte.
Nach
dem Abendessen (Schweinefilet Geschnetzeltes) sahen wir uns dann eine
Show an, die wohl auf keinem Kreuzfahrtschiff fehlen darf: Abba in
Concert, vorgetragen vom Amadea Showensemble und der Amadea Showband.