Beiträge von Mara88

    16.01.2025 Antarktis - Tag 1 – Teil 3

    Erste Pinguin in Sicht

    Am späten Nachmittag stand für uns das nächste Highlight an. Wir haben unsere ersten Pinguine in der Antarktis gesehen!

    Erst waren sie nur als kleine Punkte ganz weit weg zu erahnen. Es waren kleine, winzige schwarze Flecken auf den Bergen zusehen. Als wir dann an einer kleinen Inselgruppe näher vorbei kamen, konnte man sie immer besser erkennen. Ich war ganz begeistert. Ich konnte die einzelnen Tiere richtig sehen. Ihre Konturen wahrnehmen, sie auf den Felsen stehen sehen und ihren schwarz weißen Körper erkennen. :love:

    Zu dem Zeitpunkt wussten wir ja noch nicht, wie nah wir ihnen in den nächsten Tagen noch kommen sollten und welche faszinierenden Erlebnisse mit ihnen noch auf uns warteten.

    Für uns war der erste Tag ein voller Erfolg. Wir hatten so viel Neues, Faszinierendes und Beeindruckendes gesehen und erlebt. Zufrieden schlenderten wir am Abend noch mal über die Außendecks. Es war für uns irgendwie immer noch unfassbar, wo wir gerade waren.

    Die Nacht verbrachten wir im Bereich der südlichen Gerlach Straße. Am späten Abend konnten wir einige andere Schiffe erkennen. Auch die Le Boreal von Ponant, die wir ja bereits in Ushuaia im Hafen gesehen hatten, hielt sich in unserer Nähe auf.

    Auf unserer Reise sind wir tagsüber nie einem anderen Schiff begegnet. Dass wir abends ab und zu ein anderes Schiff gesehen haben, fand ich irgendwie auch ein bisschen beruhigend. Wir waren ja doch schon ganz schön weit weg von allem – halt Mitten in der kalten, antartischen Welt.

    Dies und Das - Kleidung in der Antarktis

    Während unserer Zeit in der Antarktis lagen die Temperaturen um die 0 Grad. An manchen Tagen etwas darüber, an manchen etwas darunter. Gerade durch den eisigen Wind an manchen Orten und den dichten, nassen Nebel fühlte es sich manchmal aber auch wie Minus 5 bis 10 Grad an.

    Also, dicke Jacke, gefütterte Winterschuhe, warme Handschuhe, Mütze, lange Wollunterwäsche und Wollpullis oder Flies Jacken sind unerlässlich. Wenn man das „Erlebnis Antarktis“ nicht nur von drinnen durch die Fensterscheibe erleben will. Wir waren oft stundenlang draußen.

    Kurz und knapp, kann man die Kleiderfrage auch so beantworten: Man braucht das gleiche Sortiment an Winterbekleidung wie auf einer Kreuzfahrt im Winter nach Norwegen. Und die haben ja schon einige von Euch gemacht, oder? ;)

    Am Vortag hatte der Kapitän beim Briefing gesagt, dass der 2. Tag in der Antarktis sicherlich ein Highlight werden würde – „Viellicht der Beste?" Wir waren schon sehr gespannt, was wir morgen alles erleben werden.

    Beim Einschlafen dachte ich noch mal an die Pinguine. Wie toll wäre es, wenn wir sie nicht nur noch einmal sehen würden, sondern wenn wir sie auch auf einer Eisscholle fotografieren könnten. So ein Bild war jahrelang das Hintergrundbild des PCs meines Schwiegervaters. Sie hatten 2010 die Antarktis bereist. Und der Pinguin auf einer Eisscholle war eines seiner Lieblingsbilder von dieser Reise. Na mal sehen, ob wir auch so viel Glück haben werden?:/

    Wie unser 2. Tag in der Antarktis verlaufen ist, berichte ich morgen. Ich verrate Euch aber schon mal, dass ein paar Pinguine und Wale nicht ganz unbeteiligt sein werden …. ;)

    Bis Morgen!

    Ganz lieben Dank für alle Eure Rückmeldungen :love: und viele Grüße!

    16.01.2025 Antarktis - Tag 1 – Teil 2

    Nachdem wir die Mannschaft der Palmer Station an Bord genommen hatten, setzten wir unsere Reise fort. Der Kapitän steuerte den bekannten Lemaire Channel an. Hier hatten wir nun unsere ersten großen antarktischen Momente.

    Am Nachmittag erreichten wir wieder die Palmer Station. Die Mitarbeiter mussten ja wieder zurück zu ihrer Forschungsstation. Mit viel Winken und „Bye,Bye“ Rufen von beiden Seiten, verabschiedeten wir, die Cruise Gäste, das Team der Palmer Station.

    Nun setzten wir unsere Fahrt fort. Wir passierten den Neumayer Channel, der für seine dramatische Schönheit und seine spektakulären Ausblicke bekannt ist. Leider wurden an diesem Tag die Wolken immer dichter. Trotz der für die Antarktis nicht unerwarteten Wetterlage, spürten wir die gewaltige Landschaft und erfreuten uns an der mystischen Faszination dieser unwirklichen Fahrt durch dieses beeindruckende Panorama. Dunst und Nebel können halt auch sehr reizvoll sein. ;)

    Der ursprünglich noch geplante Anlauf des William Glaciers für diesen Abend, konnte leider nicht erfolgen. Die Sicherheit von Schiff und Gästen steht gerade hier in der Antarktis an erster Stelle. :thumbup:


    Geht gleich weiter …

    16.01.2025 Antarktis - Tag 1 – Teil 1

    Willkommen auf dem Weißen Kontinent

    Diese 4 Tage in der Antarktis waren einfach unglaublich und wir werden diese Zeit und die besonderen Erlebnisse sicher nie vergessen.

    Willkommen in der der Antarktis

    Wir sind da! Mitten drin!

    Egal wohin man blickt, man sieht ein weißes Panorama. Mal sind die weißen schneebedeckten Berge ganz nah, manchmal etwas weiter am Horizont zu erkennen. Auch die ersten Eisberge haben wir heute Morgen schon gesehen. Was für eine unwirkliche weiße Welt, die auf einmal echte Realität ist.

    Der erste Blick vom Balkon war schon ziemlich beeindruckend. Aber als ich oben auf dem Pooldeck, bei einem Rundumblick das erste Mal diese Landschaft in ihrer Gesamtheit wahrgenommen habe, war ich in ihren Bann gezogen. Das war hier – im wahrsten Sinne – einfach nur cool. :love:

    Auch das Tagesprogramm von heute hat es uns schon verraten:

    Dies und Das – Routenkarte Ja oder Nein?

    An dieser Stelle hätte ich Euch nun gerne unserer Routenkarte, die wir von HAL erhalten haben, gezeigt. Aber nach Rücksprache mit Sophie /Pooldeck geht das leider nicht, da ich keine Nutzungsrechte für kommerzielle Zwecke für dieses Kartenmaterial habe.

    Gerade bei Karten, und das ist ja oft ein Thema hier im Forum, haben wir als Privatpersonen bei vielen App Anwendungen oder auch gedruckten Karten, die wir kostenfrei oder auch bezahlt haben, das Recht diese für den privaten Gebrauch zu verwenden. Wenn wir hier aber im Forum Bilder einstellen, verlassen wir den privaten Bereich und bewegen uns in einem kommerziellen Umfeld. Auch wenn wir immer denken, dass wir hier privat und nur unter uns Foris sind … ;) ist es schlussendlich ein öffentliches Forum.

    Daher an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Deine Erklärung :thumbup:, liebe Sophie. Administrator Da ich diese Thematik nun verstanden habe, kann ich damit gut leben. Zugleich möchte ich Euch bitten an dieser Stelle auch keine neue Karten Diskussion zu beginnen.

    Da ich Euch aber wirklich gerne einen Eindruck vermitteln will, welche Orte / Regionen wir alle angefahren haben, markiere ich diesem Bericht, die angefahrenen Destinationen immer fett und so kann jeder, der es etwas genauer wissen will, unsere Route auf seinem eigen Kartenmaterial mitverfolgen.

    Neue Gäste an Bord der Oosterdam

    Am frühen Morgen nahm die Oosterdam Kurs auf die Anvers Inseln. Unser Ziel war der Gamage Point, der an der Südküste der Insel liegt.

    Hier befindet sich eine von mehreren Forschungsstationen, die von den Amerikanern geleitet werden. Die Palmer Station. Die Reederei Holland America Line pflegt seit sehr vielen Jahren einen sehr engen Kontakt zu dieser Station. Wann immer es möglich ist, lädt sie die Mannschaft, bzw. Teile davon, zu einem Besuch auf ihr Schiff ein.

    Unser Kapitän hatte uns bereits gestern mitgeteilt, dass wir gegen 08:00 Besuch bekommen werden. Daher waren wir natürlich heute schon um 07:30 an Deck und warteten gespannt auf unsere Gäste.

    Pünktlich um 08:00 erreichte uns der Zodiac der Palmer Station mit einer 10 köpfigen Mannschaft, die uns heute an Bord besucht.

    Dieser Besuch ist ein absolutes „Win-Win-Erlebnis“ für beide Seiten. Die Gäste erfahren bei einem Vortrag der Mitarbeiter „hautnah“ etwas über die Arbeit, aktuelle Forschungsprojekte und das Leben auf einer Forschungsstation.

    Die Mitarbeiter der Palmer Station freuen sich nach Monaten der antarktischen Isolation mal wieder (andere) Menschen zutreffen. Aber ganz besonders freuen sie sich auf die Shops an Bord, wo sie einkaufen können und das Essen an Bord. Vor allem auf frisches Gemüse und Obst. Das absolute Highlight sind für sie die frischen Erdbeeren. HAL hat wohl für sie immer eine Extra-Ration an Bord.;)

    Der Vortrag wurde einmal um 10:00 und einmal um 11:30 gehalten. So konnten wirklich alle interessierten Gäste diesen besuchen und einen Platz im World Stage Theater finden.

    Der Besuch der Mannschaft an Bord war für mich ein absolutes Highlight. Dass ich selber einmal eine Forschungsstation in der Antarktis, die man ja nun wirklich nur aus dem Fernsehen kennt, sehen würde, war gefühlt schon super. Aber auch noch einen Vortrag zu erleben, persönliche Einblicke in die Welt der Antarktisforschung und dem Leben der Mannschaft zu erhalten, fand ich richtig toll. :thumbup:

    Geht gleich weiter …

    uschisiggi Deine Frage ist schwer zu beantworten. ;) Grundsätzlich ist es für mich immer eine Frage wie "deutlich" bzw. verständlich ein Referent spricht. Die Aussprache von Adrian, der Geologe, war perfekt. Wir konnten ihn extrem gut verstehen. Den Expeditionsteamleiter konnten wir teilweise schwer verstehen, da sein neuseeländischer Akzent eine gewissen "Einhöhr-Zeit" bedurfte. Im Vortrag ging das für uns gut, über Lautsprecher manchmal nur bedingt gut. Generell waren aber alle drei Referenten gebrieft langsam zu sprechen. Sie waren sich absolut darüber bewusst, dass viele der Zuhörer Englisch nicht als Muttersprache haben. Das fand ich sehr positiv. Natascha fragte auch immer wieder nach, ob sie zu schnell spricht.

    Die Einstufung "eingerostet Schul-Englisch" ist schwer einzuordnen. Definiert ja jeder anders. ;) Wenn man thematisch sich mit einem Thema auskennt, ist es sicher einfacherer einem Vortrag in einer anderen Sprache zu folgen. Wenn alle Begriffe neu sind, ist es ja im Deutschen schon manchmal schwierig. Die Folien von den Vortragen waren alle sehr gut gemacht. Mit vielen Schaubilder, Fotos, Zeichnungen. Solche optischen Unterstützungen helfen ja auch immer für das Verständnis. Generell hatte ich nicht das Gefühl, dass die Vorträge valide Fachkenntnisse voraussetzen, sondern dass es eher darum ging, Grundsätze zu erklären, ein Verständnis zu vermitteln.

    Es fällt mir schwer, Dir da eine "richtige" Antwort zugeben. Hoffe, dass meine Beschreibung ein bisschen hilft. Sonst gerne noch mal nachfragen.

    Extradry Da gratuliere ich zur Reise:thumbup:Für den Teil Machu Picchu komme ich gerne als Gast mit in den Koffer. Da möchte ich so gerne mal hin.;) Und mein Mann kommt mit in den Koffer für die Wasserfälle.;) Spass beiseite - tolle Reise, die Ihr da geplant habt.

    @Euch alle Ganz herzlichen Dank für Eure positiven Rückmeldungen. Ich freue mich wirklich sehr darüber. Danke! :thumbup::love:

    15.01.2025 Seetag – Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel - Teil 4

    Dies und Das - Kreuzfahrten in der Antarktis

    Bei Reisen in die Antarktis werden grob 2 Varianten unterschieden. Bei Expeditionsreisen erfolgt in der Regel während der Schiffsreise auch eine Anlandung mittels Zodiacs, d.h. man betritt selber den 7.Kontinent und kann hautnah bestimmte Tiererlebnisse erleben oder besondere historische Orte erkunden.

    Bei Fahrten mit klassischen Kreuzfahrtschiffen der größeren Reedereien wie z:B. Holland America Line, Princess Crusies, Celebrity, Oceania Cruises oder Azamara, fährt man durch diese faszinierende Gegend. Es erfolgt keine Anlandung.

    Für welche Variante man sich entscheidet, ist sicherlich auf der einen Seite eine Frage des Portemonnaies. Aber für mich ist die viel entscheidendere Frage, was will ich bei einem Besuch von Südamerika insgesamt gesehen und erlebt haben.

    Ganz entscheidend ist, aus meiner Sicht, aber die Anzahl der Tage, die man tatsächlich hier im Areal der Antarktischen Halbinsel verbringt. NCL hatte vor ein paar Jahren z.B. eine Südamerika Reise von / bis Buenos Aires mit einem zweitägigen Aufenthalt in der Antarktis im Programm. Das finde ich aufgrund der langen Anreise über die Drake Passage und dem bekannten Wetter-Risiko (Nebel, Wind, Sturm … ) als zu kurz. Hier sehe ich eine große Gefahr, dass man, weil man keinen zeitlichen Puffer hat, am Ende gar kein echtes Antarktis Erlebnis hat.

    Dies und Das - Routengestaltung in der Antarktis

    Die detailierte Route, welche Highlights tatsächlich angefahren werden, wird immer erst zeitnah festgelegt. Aufgrund der aktuellen Wetterlage, kann man das auch nicht vorher genau sagen. Ich vermute, dass jede Reederei schon ihre ungefähren Anlauf-Punkte kennt, aber sie immer individuell angepasst werden. Daher ist bei vielen Kreuzfahrtangeboten oft nur als allgemeines Ziel „Antartic Experience – Antarktische Halbinsel / Antartic Peninsula“ angegeben.

    Das ist gerade während der Entscheidungsphase, mit welcher Reederei man in die Antarktis fährt, ein „bisschen blöd“. Man kann im Vorfeld schwer vergleichen, was die einzelnen Reedereien machen oder nicht machen. Ich sage mal flapsig „Man kauft so ein bisschen die Katze im Sack“ oder man muss der Reederei vertrauen, dass sie es gut machen wird.

    Allerdings kann man auch seine eigene Recherche machen, wenn man will und viel Zeit hat. ;)

    Durch Zufall haben wir im Dezember 2024 bei der Web Seite von cruise mapper eine tolle Funktion entdeckt. Normalerweise benutze ich diese Seite nur um nachzusehen, wann welche Schiffe in einem bestimmten Hafen liegen werden.

    Wenn man hier auf ein bestimmtes Schiff klickt, kann man unter anderem auch die aktuelle Route, die das Schiff fährt, sehen. Und zusätzlich kann man sich diese auch noch als Karte anzeigen lassen. Das finde ich einfach super. Und so haben wir die Oosterdam auf ihrer Reise vor uns, genau verfolgen können. Wir konnten ihre Route, die sie in der Antarktis gefahren ist, genau sehen. Hammer ! Parallel dazu sieht man auch genau welche anderen Schiffe sich zeitgleich in dieser Region befinden. Allerdings sind diese Routendaten nur solange verfügbar, wie die jeweilige Reise geht. Historische Verläufe werden nicht angezeigt.

    Persönliche Anmerkung: Ich war erstaunt, wie viele der bekannten Expeditionsschiffe sich im Umfeld der Oosterdam befunden haben oder andersherum ich hatte nicht erwartet, dass die Oosterdam so „tief“ in die Antarktische Halbinsel rein fährt. Aber das ist wirklich nur meine ganz subjektive Einschätzung.

    Zum Abschluss des heutigen Berichtes möchte ich Euch noch ein besonderes Buch vorstellen.

    Dies und Das - Buchtipp „Antarktis Atlas , Peter Fretwell

    Dieses Buch „Antarktis - Atlas eines unbekannten Kontinents“ können wir absolut empfehlen.

    Mein Mann, weil er es zur Vorbereitung auf unsere Reise gelesen hat. Dabei hat er nicht nur unheimlich viele Informationen rund um die Antarktis bekommen, sondern auch sehr viele interessante Dinge erfahren.

    Ich kann es empfehlen, weil ich durch die Erzählungen meines Mannes so unfassbar viel gelernt habe. Er war auf dieser Reise mein persönlicher Antarktis Spezialist. Vielen Dank dafür. :love:

    Aufgebaut ist dieser Atlas in verschiedene Themenblöcke. Geografie, Eis, Land, Atmosphäre, Meer, Tiere, Menschen und Erforschung. Diese werden mittels verschiedenster Karten und begleitenden Texten beleuchtet. Wer eine Affinität zu Karten hat, dem ist dieser Atlas besonders zu empfehlen. Aber auch für Anti-Karten-Fans, wie ich es bin, ist es eine wirklich informatives und kurzweiliges Nachschlagwerk.

    Das waren nun ein paar „Facts & Figures“ zur Antarktis und einige Informationen zu HAL. Ich hoffe, dass es doch für den ein oder anderen, an einigen Stellen hilfreiche Informationen gab.

    Und so ganz ohne ein Bild mit Meer geht es ja nicht, oder?

    Ansonsten gilt, morgen geht es weiter.

    Freut Euch auf die Antarktis, dann mit vielen Bildern.

    Morgen gibt es auf jeden Fall schon mal Eisberge zu sehen …;)

    Vielen Dank und Viele Grüße!

    Anke

    15.01.2025 Seetag – Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel - Teil 3

    Das Kapitäns Briefing

    Heute am 15. Januar hat das erste von zwei Kapitäns Briefings während unsere Antarktika Reise stattgefunden. Unser Kapitän fuhr diesmal bereits die 3. Antarktische Saison auf der Oosterdam. Unterstützt wurde er durch einen speziell ausgebildeten und sehr erfahrenen „Ice Piloten“. In unserem Fall war das ein HAL Kapitän, der über sehr lange Jahre die Kreuzfahrten in dieser Region selber gefahren ist und eine besondere Expertise im antarktischen Meer besitzt.

    In den Kapitäns-Briefings wurde uns jeweils der Routenverlauf für die kommenden 2 Tage vorgestellt. Die endgültige Route wird immer erst sehr zeitnah und wetterbedingt festgelegt. Bei unserer Reise spielte weiterhin die angespannte Wind / Sturm Lage eine besondere Rolle. Hier musste das Team immer wieder Anpassungen vornehmen und Ausschau nach windgeschützten Passagen halten. Die Farben Pink und Rot waren weiterhin unsere Begleiter. Wir konnten die Tiefausläufer einfach nicht abschütteln.

    Mit detaillierten Karten zeigte uns der Kapitän, welche Orte wir anfahren werden und gab immer genaue Zeitfenster an, wann wir wo sein werden und was an der jeweiligen Stelle besonderes Zusehen ist. (Tiere, Gletscher, Eisberge…).

    Allerdings machte er auch immer wieder deutlich, dass dies ein Plan ist, der sich zu jeder Zeit wieder ändern kann. Sollte sich das Wetter verändern oder besondere Tiererlebnisse auftreten, würde man diesen anpassen. Und genau so war es. Dank dieser Flexibilität und dem wirklich tollen Fingerspitzengefühl vom gesamten HAL Antarctic Team haben wir eine ganz besondere Reise erlebt.

    Am späten Nachmittag dieses letzten Seetages vor unserer Ankunft in der Antarktis, hatten wir die aktuelle Routenplanung als Karte zusätzlich auf die Kabine bekommen. So konnten wir uns einen sehr guten Überblick verschaffen, was wir in den nächsten Tagen erleben werden. Auch das war wieder eine der vielen tollen Service Leistungen seitens HAL, die mir sehr gut gefallen haben. :thumbup:

    Dies und Das - Crow’s Nest / Oosterdam

    Im Crow‘s Nest war ein eigener Bereich mit Karten und Informationsmaterial über die Antarktis eingerichtet. Zu bestimmten Uhrzeiten konnte man auch hier noch mit Spezialisten und Offizieren sprechen und seine Fragen plazieren. :thumbup:

    Das Crow’s Nest befindet sich auf Deck 10 ganz vorne im Schiff. Es ist sozusagen der „verglaste“ Bug-Ausguck mit „Wohnzimmer Charakter“. Hier gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Sitzmöglichkeiten. Eine Bar mit Getränke Service und Kaffee Spezialitäten. Eine Ecke, wo man sich Spiele ausleihen kann. Tische, wo man gemeinsam puzzelt. In diesem Bereich werden auch immer wieder kleinere Veranstaltungen durchgeführt. Es ist – und das ist auf allen HAL Schiffen so – ein beliebter Treffpunkt. Ganz besonders begehrt ist die Sitzreihe direkt an den bodentiefen Fenstern. An Tagen mit „Scienic Viewing“ sind sie sehr begehrt und ständig belegt.

    Geht gleich weiter …

    15.01.2025 Seetag – Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel - Teil 2

    Dies & Das – Das Eis der Antarktis

    Ostantarktis und Westantarktis

    Die Westantarktis und Ostantarktis sind von großflächigen Eisschilden überzogen. Eisschilde sind im Prinzip Gletscher. Ab einer Größe von über 50.000 Quadratkilometern spricht man nicht mehr von Gletscher, sondern von Eisschild. Die Eisschilde der Ostantarktis stellen den größten Teil dar. Hier sind auch die höchsten und dicksten Schilde zu finden. Das höchste Eisplateau hat eine Höhe von ca. 4000 Metern. Die Abgrenzung zur Westantarktis ist das Trans-Antarktische Gebirge.

    Von der Westantarktis aus ragt die felsige Antarktische Halbinsel etwa 1000 km Richtung Norden. Geologisch stellt die Antarktische Halbinsel die Weiterführung der südamerikanischen Anden dar.

    Das Eis der Antarktis Eisschild, Eisschelf und Meereis

    Die Antarktis ist zum Großteil von Eisschelf umgeben. Die wesentliche Unterscheidung der Eismassen besteht zwischen den Begriffen Eisschild und Eisschelf. Das Eisschild ist Inlandseis, welches eine Vergletscherung von kontinentalem Ausmaß darstellt. Die größten Eisschilde sind das grönländische und das antarktische Inlandseis.

    Als Eisschelf bezeichnet man schwimmende Eisplatten, welche durch das Auslaufen von Gletschern in den Ozean entstehen. Beide Arten bestehen aus Niederschlagsflüßigkeit.

    Meereis ist eine Eisschicht, die durch gefrorenes Meerwasser entsteht. Das Meereis rund um den arktischen Kontinent führt durch die jahreszeitlichen Temperaturunterschiede zur größten naturräumlichen Veränderung auf der Erde. Im arktischen Winter verdoppelt sich die Gesamtfläche der Antarktis. Im antarktischen Sommer reduziert sich dieser Teil wieder. Eine Reise wie unsere ist daher nur im arktischen Sommer möglich.

    Dies und Das – HAL „Antartica Experten Team“

    Einige Tage bevor wir die Antarktis erreichten, gab es bereits eine separate Veranstaltung, in der das „Antartica Expeditions-Team“ dieser Reise vorgestellt wurde. Beim „Coffee with Ed“, unserem Kreuzfahrtdirektor, lernten wir sie kennen und konnten auch schon erste Fragen stellen.

    Ähnlich wie bei der Mein Schiff gibt es bei HAL kleine „Plauderstunden“ mit dem Kreuzfahrtdirektor. Morgens hießen diese um 09:00 „Coffee with Ed“ oder am Nachmittag um 16:30 „Cocktails with Ed“.;) Hier werden verschiedene Themen, die das Schiffsleben betreffen oder Künstler, die an Bord sind, vorgestellt.

    Unser Experten Team wurde von Graeme Ayres von der ARC Services New Zealand geleitet. Er hat selber an Expeditionen in die Antarktis teilgenommen, diese auch teilweise geleitet und war Officer in der neuseeländischen Forschungsstation Scott Base, die auf der Ross Insel steht.

    Unterstützt wurde sein Team durch die Meeres-Biologin Natasha Mcintosh und den Geologen Dr. Adrian Corvino. Er hat auch in mehreren Forschungsprojekten über Monate hinweg in der Antarktis gearbeitet.

    Diese 3 haben zu ihren jeweiligen Fachgebieten verschiedenste Vorträge gehalten, welche die ganze Reise über statt fanden. Alle Drei waren super, sehr fachkundig und eine absolute Bereicherung für unser Antarktis Erlebnis. Daher gibt es 3 mal: :thumbup::thumbup::thumbup:

    Es gab also diverse Informationen rund um die Tier- und Artenvielfalt der Antarktis, klimatische Besonderheiten und geologische Information z.B. über die Vielfältige Vulkanlandschaft oberhalb und unterhalb der Antarktis, die besonderen Eisarten in der Antarktis. Zusätzlich wurde auch die geschichtliche Entwicklung bzw. besondere Ereignisse beleuchtet, wie z.B. historische Forschungsreisen und Expeditionen.

    Jeder dieser Vorträge wurde zweimal, jeweils an verschiedenen Tagen, präsentiert. Daher hatten wirklich alle Gäste, die interessiert waren, die Möglichkeit diese zu besuchen. Kleiner Tipp: Die erste Veranstaltung war immer brechend voll, bei der Wiederholungs-Präsentation bekam man immer gut einen Platz. Es waren aber insgesamt so viele verschiedene Vorträge, dass wir gar nicht alle besuchen konnten. ;)

    Zusätzlich wurden wir an den vier Tagen in der Antarktis, immer von einem Mitglied aus dem Experten Team über Lautsprecher während unserer Fahrten begleitet und informiert.

    Geht gleich weiter …

    15.01.2025 Seetag – Auf dem Weg zur Antarktischen Halbinsel - Teil 1

    Liebe Foris,

    heute gibt es „leider“ sehr viel zu lesen und ganz wenige Bilder. Aber ich hoffe, dass ich einigen von Euch, die sich näher mit dem Thema Antarktis beschäftigen möchten, die ein oder andere interessante Information geben kann.

    Heute geht es um die Antarktis im Allgemeinen. Und zugleich möchte ich Euch zeigen, wie wir seitens HAL auf das besondere Erlebnis vorbereitet wurden.

    Bereits beim Kapitäns Empfang war uns klar geworden, dass nicht nur für uns Gäste eine Reise um Südamerika und in die Antarktis etwas ganz Besonderes ist, sondern auch für HAL, für den Kapitän und seine Crew. Oft werden ja am ersten Tag diese bekannten Sätze gesagt, aber schlussendlich wird die Reise am Ende doch recht standardmäßig abgewickelt. Auf dieser Oosterdam Reise spürte man aber diesen besonderen Geist, dass sie wirklich ihren Gästen eine „Once in a Life time“ Reise „schenken“ möchten.

    Holland America Line hat eine extrem lange Kreuzfahrt Historie bei Fahrten in die Antarktis. Seit mindestens 15 Jahre – aber ich denke noch sehr viel länger – bieten sie jedes Jahr 3 Fahrten in dieses Gebiet an. Man kann sie aus meiner Sicht als absolute Experten bezeichnen, was das Befahren und Bereisen dieser Region mit Kreuzfahrtschiffen betrifft. Sie wissen, was sie tun. :thumbup:

    Bevor wir nun in den nächsten Tagen die Antarktis näher kennenlernen, dann auch wieder mit ganz vielen Fotos ;) , möchte ich Euch ein paar sogenannte „Facts & Figures“ liefern.

    Dies und Das – Antarktis - ein paar allgemeine Informationen (… und sicher nicht vollständig)

    Die Antarktis ist der 7. Kontinent.

    Sie ist ca. 14 Mio Quadratkilometer groß. Als eigenständiges Land wäre die Antarktis das zweitgrößte Land der Welt, nach Russland.

    Hier sind über 50 Forschungsstationen zu finden. Geforscht wird hier u.a. in den Bereichen Geophysik, Geologie, Biologie, Meteorologie und Klimaveränderung

    Doch wo beginnt die Antarktis?

    Politisch gesehen, in Anlehnung an den Antarktisvertrag, beginnt sie beim 60. Südlichen Breitengrad. Die physikalische-geografische Grenze ziehen Wissenschaftler an der Stelle, wo die kalten arktischen Wassermassen auf die warmen atlantischen oder pazifischen Wassermassen treffen. Dies wird auch als Antarktische Konvergenz bezeichnet und ist sozusagen eine marine Grenze, welche in der Höhe 50 bis 55 südlicher Breitengrad beginnt.

    Antarktische Halbinsel, Westantarktis, Ostantarktis

    Die Antarktis unterteilt man in drei Teile:

    Antarktische Halbinsel,

    Westantarktis

    und Ostantarktis.

    Die Ostantarktis ist der mit Abstand größte Bereich der Antarktis.

    Hierist auch der Südpol zu finden. Allerdings gibt es verschiedene Definitionen für den Südpol. Zum einen gibt es den geografischen Südpol, der bei 0 Grad Ost, 90 Grad Süd, liegt. Der magnetische Südpol, die Stelle wo die Kompassnadel senkrecht nach unten zeigt, hat keine feste Stelle. Er verschiebt sich jedes Jahr um 10 bis 15 Kilometer. Aktuell befindet er sich vor der Küste der Ostantarktis. Der dritte Südpol ist der geomagnetische Südpol, der von Geografen und Seeleuten genutzt wird. Dieser ist ein fester Punkt, tief im Inneren der Ostantarktis und liegt bei 107,0 Grad Ost, 80,5 Grad Süd.

    Antarktische Halbinsel

    Die Antarktische Halbinsel ist der „touristische Hot Spot“. In diesen Teil führen die meisten Kreuzfahrten und Expeditionsreisen. Aktuell zieht es zurzeit ca. 40.000 Besucher jährlich dorthin. Da die Eisdichte hier in den Sommermonaten relativ gering ist, ist das Navigieren für Kreuzfahrtschiffe möglich und relativ sicher.

    Das Kerngebiet befindet sich zwischen der Gerlach Straße und dem Grandidier Kanal. In diesem Areal gibt es eine vielfältige Tierwelt, z.B. mit großen Pinguin Kolonien und Walen. Zugleich kann man die „eiskalte-schneebedeckte“ einzigartige Landschaft besonders gut auf Passagen entlang sogenannter Kanäle erkunden, wie z.B. den bekannten Neumeyer oder Lemaire Kanal . Hier gleitet man an riesigen Bergmassiven, Gletschern- und Eisberg Formationen vorbei.

    Im Bereich der Antarktischen Halbinsel sind auch viele internationale Forschungsstationen angesiedelt.

    Geht gleich weiter …

    14.01.2025 Kap Hoorn & Drake Passage – Teil 3

    Für uns ging unsere große Reise Richtung Süden weiter. Wir machten uns auf, die bekannte Drake Passage zu durchqueren.

    Dies und Das - Die Drake Passage

    Die Drake Passage ist die Meerenge zwischen dem Südamerikanischen Kontinent, genauer ab Kap Hoorn, bis hin zu den südlichen Shetland Inseln. Sie ist nach Sir Francise Drake, dem bekannten englischen Entdecker und Piraten, benannt.

    Es sind ungefähr 800 km von Kap Hoorn bis zur Antarktis und Kreuzfahrtschiffe brauchen ungefähr 1,5 bis 2 Tage, um diese Seestraße zu durchqueren.

    Hier spielt der antarktische Zirkumpolarstrom (spezielle Art der Meeresströmung) eine besondere Rolle. Zugleich treffen hier die warmen und kalten Luftmassen direkt aufeinander.

    In dieser Region treten sehr häufig starke Winde auf. Um es einfach zu sagen, eine Überfahrt durch die Drake Passage kann heftig sein. Oder ganz entspannt. Um es mit den Worten unseres Kapitäns zu sagte „Drake is lake or Drake is shake“.

    Wir haben beides erlebt. Die Hinfahrt war tiefenentspannt, also lake. Die Rückfahrt war stürmisch mit ordentlichem Seegang, also shaky.

    Je mehr wir uns an dem Tag vom südamerikanischen Kontinent entfernten, desto mehr Vögel konnte man beobachten. Ich habe an beiden Tagen oft an der Reling gestanden und sie bei ihren tollkühnen Flugmanövern beobachtet. Ich bin kein Ornithologe und kenne mich nicht besonders gut mit Vögeln aus. Vor allem kann ich sie auch nicht wirklich zuordnen. Aber ich vermute, dass ich neben verschieden Arten von Sturmvögeln auch den einen oder anderen Albatros gesehen habe.

    Wir haben diese zwei Tage sehr genossen. - Eigentlich waren es ja nur 1, 5 Tage, denn am ersten Tag haben wir ja morgens noch Kap Hoorn umrundet. - Es waren „klassische“ Seetage, wie man sie auch z.B. von einer Transatlantik Passage kennt. Man hat einfach Zeit. Man kann sich ein bisschen erholen, endlich mal ein bisschen lesen, ein bisschen über das Schiff schlendern und die besondere Atmosphäre genießen, die an solchen Tagen auf Kreuzfahrtschiffen herrscht.

    Obwohl – so ganz stimmt das nicht.:/ Denn jetzt begannen die ersten inhaltlichen Vorbereitungen zur Antarktis. Dazu aber morgen mehr …. .

    Nicht nur am Tag hat sich der Blick auf das Meer gelohnt. Auch am Abend haben wir wieder einen tollen Sonnenuntergang erlebt. Diesmal mitten in der Drake Passage. Diese Bilder haben wir gegen 22:00 Uhr aufgenommen. Je südlicher wir kamen, umso länger wurden die Tage und die Nächte umso kürzer. Denn hier ist jetzt Hochsommer. Und die Lichtverhältnisse sind hier vergleichbar zur Mitternachtssonne im Norden Europas.

    Am 2. Tag haben wir gegen Mittag den 60. Breitengrad südlich passiert und somit das südliche Polarmeer erreicht. Jetzt näherten wir uns immer mehr dem 7. Kontinent.

    Morgen geht es weiter hier im Reisebericht.

    Ich zeige Euch, wie wir von HAL auf die Antarktis und das besondere Erlebnis vorbereitet wurden. Es gab besondere Vorträge, Briefings und Unterlagen mit Kartenmaterial. Und natürlich stelle ich Euch unser Antarktis Expeditions Team vor, das uns auf dieser Reise begleitet hat. ;)

    Morgen gibt es also ein bisschen Dies und Das - zur Antarktis und zu HAL

    Bis Morgen!

    Vielen Dank und viele Grüße!

    14.01.2025 Kap Hoorn & Drake Passage – Teil 2

    Jetzt hatten wir die westliche Seite der Insel fast komplett passiert. In der Ferne konnte man die ersten Konturen der Inselspitze erkennen. So langsam waren meine Hände richtig kalt. Aber mit dem Handy fotografieren und Handschuhe vertragen sich einfach nicht. ;) Daher legte ich eine kleine „Hände in die Handschuhe Aufwärm-Pause“ ein. Ich wusste ja, dass mein Mann weiter fotografiert.

    Wir kamen der Südspitze immer näher. Konnte man schon etwas sehen? Ich zog schon mal vorsorglich meine Handschuhe wieder aus. Das Handy und ich waren wieder bereit.

    Aber es half alles nichts. Man muss diese Südspitze wirklich erst umrunden und hinter dieser – wenn man von Westen kommt – dann kann man sie sehen! :)

    Das bekannte Albatros Denkmal und den Leuchtturm mit der roten Kirche „Capella Stella Maris“

    Mein Mann strahlte über das ganze Gesicht. Seine Augen leuchteten. Er war am Kap Horn. :love: Für ihn gehört dieser Moment zu seinen ganz persönlichen Top-Highlights dieser Reise.

    Was hatten wir für ein Glück gehabt.:thumbup: Das Wetter und der Seegang haben mitgespielt. Nicht jedes Kreuzfahrtschiff kann die geplante Passage um Kap Hoorn auch durchführen. Nicht alle Kreuzfahrer können ihr „Albatros Denkmal Foto“ auch wirklich machen, denn oft ist hier nur grau, diesig und nebelig.

    Dies und Das – Umrundung von Kap Hoorn

    Die Umrundung von Kap Hoorn gilt nach wie vor als eine der gefürchtetsten Schiffspassagen der Welt. Mehr als 800 Schiffe sind hier gesunken, über 10.000 Menschen haben hier ihr Leben verloren. Zum Gedenken an diese, wurde 1992 das Albatros Denkmal errichtet. Auf der Tafel findet man die Inschrift von der chilenischen Dichterin Sara Vial:

    „Ich bin der Albatros, der am Ende der Welt auf dich wartet.

    Ich bin die vergessene Seele der toten Seeleute,

    die zum Kap Hoorn segelten, von allen Meeren der Erde.

    Aber sie sind nicht gestorben im Toben der Wellen,

    denn jetzt fliegen sie auf meinen Schwingen für alle Zeit in die Ewigkeit,

    wo am tiefsten Abgrund der antarktische Sturm heult.“

    Seeleute, die das Kap Hoorn auf einem Frachtsegler- also ohne Motor - umrundet haben, dürfen sich als sogenannte „Kaphoorniers“ bezeichnen. Da wir als Kreuzfahrer diesem Segel-Mythos natürlich nicht entsprechen, wurde „unsere Leistung“ aber trotzdem von unserem Kapitän gewürdigt.;)

    Uns wurde das Zertifikat „Order oft he Moss Back“ verliehen. Damit dürfen wir jetzt einen goldenen Ohrring im rechten Ohr tragen (unsere Anreise war vom Atlantik), uns ein spezielles Kap Horn Tattoo stechen lassen, gegen den Wind spucken und beim Abendessen einen Fuß auf den Tisch legen. ;) Aber keine Sorge, am Abend waren wir Gäste alle ganz „brav“, beide Beine blieben unter der Tischkannte.

    Kleine Information am Rande. Auf einer Art Kurzreise kann man das Kap Hoorn auch von Ushuaia oder Punta Arenas besuchen. Als wir an der Südspitze waren, hatte gerade eines dieser Schiffe die Gäste mittels Zodiacs an Land gelassen. Man kann dann zum Kap Hoorn hinauf steigen und das Denkmal und den Leuchtturm aus der Nähe betrachten.

    Habt Ihr Euch auch schon gefragt, ob man nun „Kap Hoorn“ oder „Kap Horn“ schreibt? Ich weiß es nicht genau. Es gelten wohl beide Schreibweisen. Die Variante mit nur einem „O“ lehnt sich an die englische und spanische Schreibweise an. Die mit zwei „O“ entspricht der deutschen Schreibweise.

    Nach unserer beindruckenden Umrundung von Kap Hoorn fuhr unser Kapitän erstmal wieder ein bisschen nordwärts – zurück Richtung Südamerika. Schließlich mussten unsere chilenischen Lotsen, die wir speziell für die Umrundung von Kap Hoorn an Bord genommen hatten, wieder zurück. Am frühen Mittag wurden sie von ihrem Lotsenschiff abgeholt. Für sie ging es zurück nach Port Williams in den Beagle Kanal.


    Geht gleich weiter ….

    14.01.2025 Kap Hoorn & Drake Passage – Teil 1

    Einmal im Leben Kap Hoorn umrunden

    Frühmorgens erreichten wir die chilenische Inselgruppe des National Parks „Parque Nacional Cabo de Hornos“. Morgens um 05:00 (!) standen wir bereits auf dem Pooldeck und erlebten einen traumhaften Sonnenaufgang.

    Langsam bahnte sich die Oosterdam ihren Weg durch diese Inselformationen. Unser Kreuzfahrtdirektor Ed kommentierte die Fahrt und gab uns immer wieder interessante Informationen. Schließlich waren wir ja auf dem Weg zum tatsächlichen „Ende der Welt“, wie Kap Hoorn auch gerne bezeichnet wird. Hier treffen der Atlantik und der Pazifik aufeinander. Mit Spannung warteten wir Frühaufsteher auf die Hauptattraktion. Wann würden wir es sehen und das bekannte Albatros Denkmal zu Gesicht bekommen?

    Die Lichtverhältnisse waren an diesem Morgen magisch. Die Sonne war unterhalb der Wolkendecke aufgegangen. Je höher die Sonne stieg, desto näher kam sie dem Grau des Himmels. Doch die Sonnenstrahlen fanden immer wieder ein neues Loch in der Wolkendecke. Fast minütlich veränderte sich dadurch die Beleuchtung der Szenerie. Was für ein Naturschauspiel!

    Kap Hoorn selber liegt auf der Insel Isla Hornos. Auch heute wusste unser Kapitän - mal wieder - , wie man die Spannung steigert. ;)

    Wir hatten in der Nacht den Beagle Kanal verlassen und steuerten somit von der Atlantikseite aus auf die Inselgruppe zu. Wir passierten die Insel Hornos zunächst auf der nördlichen Seite und fuhren weiter Richtung Pazifik. Langsam glitten wir an der Insel entlang. Unsere Blicke suchten immer wieder nach dem bekannten Denkmal. Aber von hier aus kann man es noch lange nicht sehen.

    Zwischenzeitlich zog sich der Himmel immer mehr zu. Die Wolken wurden dichter. Wir zogen die Mützen tiefer ins Gesicht. Zum Glück hatten wir unsere langen Unterhosen und dicken Winterjacken angezogen.


    Gleich geht es weiter ….

    13.01.2025 Ushuaia , Argentinien - Teil 4

    Durch die verlängerte Liegezeit konnten wir die Option des Tour Anbieters, uns am Tourende in der Stadt rauszulassen, gerne annehmen. Das wäre bei unserer ursprünglichen Liegezeit von 14:00 bis 20:00 nicht möglich gewesen.

    Und so kamen wir noch zu einem Stadtbummel von Ushuaia. :)

    Uns hat die Stadt ausgesprochen gut gefallen. Die Atmosphäre ist locker und leicht. Hier gibt es unzählige Geschäfte, Souvenirshops und Outdoor-Läden. Im Gegensatz zu unseren Erfahrungen in Chile ist sie super sauber, gepflegt und sehr freundlich.

    Und was darf bei einem Besuch der südlichsten Stadt der Welt nicht fehlen? Natürlich – ein passendes T-Shirt. Und dann soll es ja auch nicht irgendeins sein, oder? Hier hat mein Mann sein erstes Hard Rock Cafe T-Shirt erstanden. ;)

    Mit großer Erleichterung hatten wir inzwischen festgestellt, dass das Pink in der Windy App hier rund um Ushuaia deutlich nachgelassen hatte. Wettertechnisch schien also alles zu passen. :thumbup:

    Aber so langsam begannen wir auf die Uhr zu gucken. Es war zwar erst Nachmittag. Wir sollten ja erst um 20:00 ablegen. Aber wir wollten zurück zum Schiff. Denn diese Abfahrt wollten wir definitiv nicht verpassen.

    Wir schlenderten also nun an der Uferpromenade entlang zurück zum Schiff. Genossen noch einmal den Ausblick auf die imposante Berglandschaft.

    An der Pier betrachten wir die anderen Schiffe, die mit uns heute hier lagen. Es waren die „Le Boreal“ von Ponant und ein Schiff von Viking.

    Und natürlich haben wir „unser“ Schiff auch noch mal fototechnisch in Pose gebracht. ;)

    Leinen los!

    Um 20:00 Uhr standen wir an der Reling. Wir spürten das Vibrieren der Motoren. Ganz langsam entfernten sich die Oosterdam von der Kaimauer. Die Möwen zogen ihre Kreise über der Heckwelle. Mit einem letzten Blick auf Ushuaia verabschiedeten wir uns von Südamerika. Als dann auch noch das Schiffshorn ertönte, hatten wir richtig ein bisschen Gänsehaut und eine kleine Träne im Auge.

    Jetzt geht es los!

    7 Seetage am Stück - Kap Horn & Drake Passage & Antarktis

    Unser nächstes großes Abenteuer beginnt!

    Wir waren schon sehr gespannt. Was werden wir erleben? Was werden wir sehen? Wie wird es sein? Wird alles klappen?


    Hier geht es mit dem Bericht am Samstag weiter.

    Wir werden dann Kap Horn umrunden.


    Wir lesen uns also übermorgen wieder … ;)

    Bis dann und viele Grüße

    Anke

    13.01.2025 Ushuaia , Argentinien - Teil 3

    Jetzt erreichten wir die Lapataia Bay. Hier wartete das nächste Highlight auf uns. Hier endet der Pan-America-Highway Nummer 3. Natürlich wurden auch hier wieder alle wichtigen Schilder fotografiert. Und wenn man schon mal da ist, blanko- nur das Schild, einzeln und zu zweit.;)

    Hier befindet sich auch ein wunderschöner kleiner Rundweg. Wir hatten das Glück, dass wir hier mit unserer kleinen Gruppe fast alleine waren. Die Stimmung und Atmosphäre waren magisch. Ich musste ständig stehen bleiben. Ich konnte mich nicht satt sehen an diesem Naturpanorama und versuchte förmlich diese Ruhe und Kraft in mich aufzusaugen.

    Nun setzten wir die Fahrt fort. Es ging vorbei an Bächen und kleinen Flussläufen. Wir passierten Wälder und Lichtungen. Die Berge und Täler nahmen uns in ihren Bann.

    Unser nächster Stopp war der „Lago Roca“ . Dieser smaragdgrüne See gehört zu 2/3 Chile, zu 1/3 Argentinien. Der Chilenische Westteil heißt „Lake Errazuriz“. Der argentinische Ostteil trägt den Namen „Lake Roca“. Diese Namen erhielt der See

    1899 zu Ehren der jeweiligen Länder-Präsidenten. 2008 wurde er seitens der argentinischen Nationalpark-Verwaltung umbenannt. Sie führte für ihren Teil den ursprünglichen Namen „Acigami“ wieder ein. So wurde der See früher in der Yaghan Sprache genannt. Diese Namensänderung wurde 2024 unter Präsident Milei wieder rückgängig gemacht.

    Das Farbspiel des türkisen Wassers mit den Bergen und Wolken war einfach super. Allerdings waren wir hier nicht alleine. Viele Busse von HAL und andere Touranbieter waren auch hier. Ein bisschen wie „Rush Hour“ am Ende der Welt.

    Als wir weiterfuhren war ich fast schon ein bisschen „Guck-Müde“. Wir hatten bereits so viel Tolles gesehen, was sollte da noch kommen? Stimmt, es war wohl noch ein Kaffee Stopp geplant. Na mal sehen ….

    Dies und Das – Zug am Ende der Welt / Train at the end of the World

    Diese Schmalspurbahn wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut. Sie diente als Versorgungsstrecke für das in Ushuaia angesiedelte Gefangenlager. Damals war die Strecke 25 km lang und wurde speziell für den Holztransport benötigt. Im Jahre 1952 wurde die Strecke stillgelegt.

    Im Jahr 1994 wurde sie an anderer Stelle als Touristenattraktion wieder neueröffnet. Heute führt eine ca. 7 km lange Strecke durch Teile des Nationalparks. Sie ist eines der Top-Ziele. Viele Besucher wollen unbedingt einmal mit dem Zug „am Ende der Welt“ fahren.

    In der Regel werden viele Kontingente an Kreuzfahrt-Tagen von den Reedereien aufgekauft. Diese Ausflüge werden auch entsprechend hochpreisig angeboten - und wer hätte das gedacht- sie sind auch sehr schnell ausverkauft. Wir haben an dem Tag zwar auch später in der Stadt Schilder mit Angeboten für die Zugfahrt gesehen, aber ich kann nicht sagen, ob man den Zug in Eigenregie organisieren kann.

    Train-Spotting im Tierra del Fugo

    Unseren letzten Halt haben wir an einer besonderen Aussichtplattform eingelegt. Von hier aus konnte man die vorbeifahrenden Züge beobachten. Ihre Dampfwolken sehen und ihre ratternden Motoren hören.

    Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir auf unserem Ausflug den Zug überhaupt sehen werden. Dass wir nun aber an einem speziellen Platz, gleich mehrmals die Züge vorbeifahren gesehen haben, war einfach „die Kirsche auf der Torte“ für mich. :love:

    Neben dem „Train-Spotting“ hat uns unser Guide an Hand von Karten die gesamte Region von Feuerland erklärt. Sie zeigte uns, welche Stationen wir auf unserer Tour gesehen haben und erzählte uns noch viel vom Leben hier am Ende der Welt.

    Hier gab es neben Kaffee und speziellen argentinischen Keksen auch noch den für Argentinien so typischen Mate Tee zum Probieren. Okay, es war die Teebeutel Variante. Aber für uns war es eine richtig schöne Geste. :thumbup:

    Wie „echter“ Mate Tee schmeckt und wie er frisch zubereitet wird, haben wir später während unserer Reise bei einem anderen Landgang noch kennengelernt. ;)

    Nun hieß es leider Abschied nehmen vom Fuego Nationalpark und es ging zurück nach Ushuaia.

    Diese Landschaft hat uns einfach „geflashed“. Ich habe selten so etwas Beeindruckendes und gleichzeitig Erholsames gesehen und gespürt. Wenn es nicht so weit weg wäre, es ist halt am (anderen) Ende der Welt, würde ich bestimmt wieder kommen.:)


    Geht gleich weiter …

    13.01.2025 Ushuaia, Argentinien - Teil 2

    Wir hatten heute eine private Kleingruppen-Tour im Minivan in den Nationalpark „Tierra del Fuego“ gebucht. Federico und sein noch relativ junges Unternehmen hatte ich im Internet über einen anderen Reisebericht gefunden. Ich kann ihn und sein Team einfach nur empfehlen. Der Mailkontakt war schnell und unkompliziert. Die Tour war einfach super. :thumbup: Finden kann man ihn über Ushuaia / shoreexcursion / Federico.

    Dies und Das – Eintritt Nationalpark „Tierra del Fuego“

    Bevor wir gleich mit unserem Ausflug starten, noch eine Anmerkung zu den Preisen der Touranbieter. Der Eintritt in den Nationalpark ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. In diesem Jahr lag der Preis bei 30.000 ARS, ungefähr 30,- Euro pro Person.

    Daher sollte man beim Buchen von Ausflugstouren darauf achten, ob das Ticket im Preis bereits enthalten ist oder nicht. Manchmal wird es nur im Nebensatz erwähnt, dass man zusätzlich noch das Ticket vor Ort kaufen muss. Bei der Summe aber keine Kleinigkeit, wie ich finde.

    Nun geht es aber los. Direkt an der Gangway, keine 20 Meter entfernt, standen die beiden Kleinbusse von Federico – noch vor den Bussen von HAL.

    Der Tierra del Fuego Nationalpark

    Dieses Areal ist der südlichste Nationalpark Argentiniens. Er ist über 600 Quadratkilometer groß und grenzt direkt an Chile. Er wurde 1960 eröffnet und dient dem Schutz der subantarktischen Wälder, Moore und Landschaften. Er ist ca. 15 km von Ushuaia entfernt. Man kann ihn also relativ schnell per Bus oder Auto erreichen. Für längere Outdoor Touren kann man auch eine Art „Camping Lizens“ erwerben und dann mitten im Park übernachten.

    Unser erster Halt war die Ensenada Bucht. Sie liegt am Nordufer des Beagle Kanals. Diese Bucht ist traumhaft schön. Hier hatten wir Zeit, die Landschaft zu genießen und konnten auch noch einen kleinen Klippenspaziergang machen.

    Aber eigentlich wollen alle, die in diese Bucht kommen, nur das eine:

    Das südlichste Postamt der Welt fotografieren.

    Seit dem Sommer 2024 ist es aktuell geschlossen, da der Holzsteg zu marode ist. Normalerweise herrscht hier an dem Postamt ein großer Andrang. Jeder möchte natürlich eine Postkarte vom Ende der Welt verschicken oder sich wenigstens seinen Stempel abholen.Da das zurzeit nicht möglich ist, haben wir von unserem Tour Guide eine Karte mit Stempel erhalten. Optional zur Erinnerung oder zum Abschicken aus Ushuaia-Stadt.

    Als die ersten großen Busse der Reederei sich dem Parkplatz näherten, machte sich unsere Kleingruppe bereits wieder auf den Weg. Unsere Fahrt ging auf Schotterstraßen und breiten Feldwegen durch die Wälder Feuerlands.


    Geht gleich weiter …

    13.01.2025 Ushuaia, Argentinien - Teil 1

    Liegezeit: 09:00 bis 20:00

    Verzaubert in Feuerland

    An manchen Tagen frage ich mich beim Schreiben dieses Reiseberichtes, ob wir das wirklich alles an einem Tag erlebt haben? Der heutige Tag gehört definitiv dazu.;)

    Morgens um 06:20 war ich bereits auf dem Pooldeck und konnte die schneebedeckten Fels- und Gletscher Formationen des Beagle-Kanals erleben. Es hatte über Nacht nochmal geschneit und es war einfach nur wunderschön.:love:

    Der Blick auf Ushuaia an diesem Morgen, mit den vom Schnee frisch bestäubten Bergen im Hintergrund, war unglaublich.

    Ushuaia

    Ushuaia hat inzwischen über 80.000 Einwohner und ihre Zahl steigt stetig an. Es ist der touristische Hot Spot im Süden Argentiniens. Ob man bei der Größe wirklich noch von einem „Dorf“ sprechen kann …? Oder ist vielleicht Ushuaia doch die südlichste Stadt der Welt. :/

    Von hier starten eine Vielzahl an Expeditionsreisen in die Antarktis. Von Buneos Aires gibt es regelmäßig Flüge, die die Gäste hierher bringen. Für Kreuzfahrer, die auf den klassischen „rund um Südamerika Routen“ den Kontinent bereisen, ist Ushuaia ein interessanter Durchgangshafen. Zugleich ist die Region Feuerland auch ein beliebtes Wander- und Trekking Gebiet für Camper und Outdoor Fans. Für viele Südamerikaner ist es einer der Orte, an den sie reisen, wenn sie einmal in ihrem Leben „echten“ Schnee sehen und erleben wollen. Seit 1999 gibt es hier auch ein eigenes Ski Gebiet.

    Hier, in Ushuaia, werden eine Vielzahl an Ausflügen angeboten. (Reederei und externe Touranbieter) Neben Ausflügen in den bekannten Nationalpark „Tierra del Fuego“ gibt es die Möglichkeit z.B. Bootsausflüge über den Beagle Kanal zu machen, Wanderungen zu einem Gletscher zu unternehmen oder eine spezielle Outdoor Aktivität, wie Kanu fahren zu praktizieren. In der Stadt selber gibt es mehrere Museen, die sich mit der Geschichte der Stadt befassen. Obwohl uns die Stadt sehr gut gefallen hat, kann ich nur jedem empfehlen, hier unbedingt eine Tour in die Natur zu unternehmen.

    Geht gleich weiter …

    12.01.2025 Seetag - Der Agostini Fjord - Teil 2

    Die Fahrt in diese doch recht unbekannte Region für Kreuzfahrtschiffe war sicherlich navigationstechnisch eine echte Herausforderung. Und ich kann mich noch gut an die Durchsage des Kapitäns erinnern, als er uns – nicht ohne Stolz in der Stimme - mitteilte, dass noch nie ein anderes Kreuzfahrtschiff unserer Schiffsgröße hier rein gefahren ist. Gleichzeitig bedankte er sich auch bei den beiden chilenischen Lotsen, die uns auf diesem Küstenabschnitt begleitet haben. Für uns Gäste stand am Abend fest, dass war eine Meisterleistung. Und egal mit wem man gesprochen hatte, alle waren voll des Lobes für „unseren“ Kapitän.:thumbup:

    Wir alle haben an diesem Tag ein echtes Kleinod kennengelernt. Die normalen chilenischen Fjorde, die ja ausgefallen waren, kann ja jeder... . ;) Wir haben an diesem Tag wirklich ein besonderes Reiseerlebnis geschenkt bekommen.

    Die bekannte Glacier Allee haben wir in der Nacht und in den sehr frühen Morgenstunden auf dem Weg nach Ushuaia passiert. Die Gletscher, die wir heute tagsüber gesehen haben liegen auch in dem Parque National Alberto de Agostini. Sie gehören dem gleichen Eisfeld, dem Cordillern Darwin, an. Sie liegen aber auf der Rückseite des bekannten Beagle Kanals.

    Der Beagle Kanal wurde bei einer Expeditionsreise im Jahr 1931 von Robert Fitz Roy entdeckt. Er benannte ihn nach seinem Schiff „Beagle“. Auf dieser Reise wurde er u.a. auch von Charles Darwin begleitet. Der Beagle Kanal und die Magellan Straße sind die beiden einzigen Wasserwege im äußersten Süden Amerikas, die eine Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Pazifik herstellen, ohne die gefährliche Umrundung von Kap Horn.

    Ihr kennt es ja bereits, ... ;) Unsere tägliche Runde über das Promenadendeck:

    Und heute noch zusätzlich ergänzt mit Impressionen vom Pooldeck der Oosterdam am Abend. ;)

    Morgen geht es weiter – wir sehen uns in Ushuaia.

    Vielen Dank an Euch alle und viele Grüße!

    12.01.2025 Seetag - Der Agostini Fjord - Teil 1

    Die Entdeckung eines Kleinods in Patagonien: Der Agostini Fjord

    Heute stand nun unser nächster – ungeplanter – Seetag auf dem Programm. Der Kapitän hatte gestern Abend angekündigt, dass es heute wohl Gletscher zu sehen gäbe …. :/

    Aber nach unserer Windy App war rund um uns starker Wind und Sturm. Nur in einem ganz kleinen Teil im Inneren der Fjordlandschaft, hinter dem Beagle Kanal, schien es windstiller und wolkenfreier zu sein.

    Die Nacht hatten wir windgeschützt zwischen der Inutil Bucht und der Magelanstraße verbracht. Am Morgen erreichten wir nun ihren südlichsten Punkt und zweigten in den Magdalena Kanal ab.

    Hier im inneren der Fjord Region liegen der Agostini Fjord und der Martinez Fjord. Der bekannteste Gletscher ist der Aguila Gletscher.

    Viele der Gletscher haben hier noch nicht einmal einen Namen. Auch unsere Reiseführer, die wir zur Vorbereitung des heutigen Berichtes noch mal zur Hand nahmen, waren dabei keine große Hilfe.

    Es war einfach super. Eine faszinierende Landschaft mit vielen Gletschern und schneebedeckten Bergen - und einer unglaublichen Ruhe.:love:


    Geht gleich weiter ….

    uschisiggi Erst mal vielen Dank für das coole Foto.:thumbup: Den Grabstein haben wir nicht gesehen, das heißt aber nicht , das er nicht mehr da ist.;)

    Zum Thema Ausflüge will ich noch ein eigenes Dies und Das machen. (Ausflüge Südamerika generell, Ausflüge HAL, Ausflüge selbst organisiert usw. ... ) Könnte mir vorstellen, dass das für einige von Euch interessant sein könnte. Allerdings kommt das erst später, an einem der Seetage auf der Rückreise nach Buenos Aires. Hoffe, dass das für Euch in Ordnung ist.

    Der Ausflug in Punta Arenas hat, wenn ich mich richtig erinnere, 99,- USD pro Person gekostet. Aber Du hast absolut Recht mit Deiner Aussage sehr teuer / überteuert. Ich sag dann oft, da krieg ich "Schnapp-Atmung". ;)

    Vielen Dank und viele Grüße

    11.01.2025 Punta Arenas, Chile - Teil 2

    Mit einem Bus und einer Gruppe von ca. 25 bis 30 Personen ging es mit unserer deutsch-chilenischen Reiseleiterin auf Tour. Sie stammt aus einer deutschen Einwanderer Familie in der 4. oder 5 Generation. Ihre Anekdoten über ihre Familie und von damals waren eine nette Unterhaltung.

    Unser erster Halt war der bekannte Aussichtspunkt der Stadt.

    Dies und Das – Feuerland - Patagonien

    Bis zum Tag in Punta Arenas war ich sehr großzügig mit der Verwendung Feuerland und Patagonien umgegangen. Ich dachte es wären mehr oder weniger Synonyme. Aber Achtung, das ist falsch. ;) Feuerland ist nur die Region „Tierra del Fuego. Auf dem Bild sieht man es - oben links, der Küstenstreifen. Von Punta Arenas aus guckt man also auf Feuerland, ist aber in Patagonien.

    Magellan benannte diese Region als Tierra del Fuego – Feuerland. Nachts hatte er vom Schiff aus immer wieder Rauchschwaden und Feuerstellen gesehen, die von den einheimischen Einwohnern stammten.

    Hier an dem Aussichtspunkt steht auch dieser tolle „Weg-Weiser“ bzw. „Welt-Weiser“. Ein Blick auf die vielen Orte lohnt sich.

    Weiter ging unsere Fahrt zum

    Friedhof Punta Arenas

    Dieser Friedhof ist vor allem durch seine Vielzahl an Zypressenbäumen bekannt. Sie werden regelmäßig pünktlich zum 1. November geschnitten.

    Auf den Gräbern sieht man oft Plastik-Blumen. Das wirkt im ersten Moment etwas befremdlich. Hat aber einen ganz einfachen Grund. Hier, im äußersten Süden der Welt, wachsen einfach keine Blumen ganzjährig und Sommerpflanzen, wie wir sie kennen, sind extrem teuer.

    Uns hat der Besuch auf dem Friedhof sehr gut gefallen. Ich wollte ihn unbedingt sehen. Wenn jemand sich aber zwischen dem Friedhof Punta Arenas oder Buenos Aires entscheiden muss, ist unser Favorit ganz klar: Der Recoleta Friedhof in Buenos Aires. :thumbup:

    Danach folgte ein Besuch in einem Museum. Hier gab es viele ausgestopfte Tiere, mehr oder weniger informative Schautafeln. Ausstellungsstücke, die an die Vergangenheit erinnerten und aktuelle Exposes zur Entwicklung der Region.

    Unser letzter Halt war der Plaza de Armas. Hier spielte mitten auf dem Platz eine lautstarke Trommel-Gruppe. Das war Rhythmus und Begeisterung pur.

    Rund um den Platz stehen wieder einige der wichtigsten Gebäude der Stadt. Hier findet man auch das

    Palacio Sarah Braun / Villa Sarah

    Am Ende unserer Tour besichtigten wir diese Villa bei einem Rundgang. :) Die Eigentümer waren eine der wohlhabendsten und bedeutendsten Familien hier in Punta Arenas. Die Inneneinrichtung ist prunkvoll, edel und luxuriös. Die Gemälde, Möbel und Vorhänge wurden extra aus Europa importiert. Hier erwachte das Leben der damaligen High Society so richtig vor dem geistigen Auge zum Leben. Man fühlte sich wie ein „Schaf-Baron“ und konnte sich ein bisschen das feine Leben hier am Ende der Welt von damals gut vorstellen.

    Für mich war die Besichtigung ein echtes Highlight und ein schöner Abschluss unseres Ausfluges.

    Bisher hatte unser Kapitän alles richtig gemacht. :thumbup: Wir hatten wohl heute in Punta Arenas einen der sonnigsten Tage in diesem Sommer bisher erwischt. Aber wir merkten schon am Abend, dass der Wind wieder deutlich zunahm. Und auch die Windy App zeigte schon wieder die nächsten Tief-Ausläufer an …. Es bleibt pink.

    Morgen geht es weiter …. Lasst Euch überraschen. Wir waren es auch.;)

    Bis morgen!