Beiträge von Faulpelz

    Der 13.2.2024 war ja nun – auch in D/A/CH – der «Fastnachtsdienstag». Dies berücksichtigend hatte ich für diesen Tag auf Trinidad auch einen entsprechenden Ausflug gebucht. Nota bene: unsere Familie hat eigentlich mit Karneval nicht wirklich viel am Hut. Meine Frau kommt aus der Umgebung von Hannover, ich selber aus Schleswig-Holstein – da hatten wir auch nicht wirklich viel Gelegenheit, uns mit der Fastnacht anzufreunden (wenn man mal vom Kinderfasching in der Grundschule absieht).

    Ich selber bin im Februar 1998 mal mit einem Kommilitonen (die regelmässigen Leser*innen meiner Reiseberichte kennen ihn bereits als «Onkel Joe») zu den «tollen Tagen» nach Mainz gereist, um einen gemeinsamen Bekannten, welcher dort zu dieser Zeit ebenfalls Medizin studierte, zu besuchen, und gemeinsam mit ihm dort «einen draufzumachen». War lustig, wir haben am Fastnachtssonntag sogar eine 6stündige Prunksitzung des «Mainzer Carnevals-Vereins» in der Rheingoldhalle besucht. Naja, «lustig» wurde alles erst nach mehreren Bieren… (allen «Meenzer*innen» sage ich nur: «Uijuijuijuijuiiijuiiijuuiiiiih, auauauauaaah»)

    Ein Jahr später habe ich mit meiner heutigen Ehefrau extra am Rosenmontag nochmal die lange Reise von Hannover nach Mainz gemacht. Wir standen dann gut 3 Stunden an einem Punkt am Beginn der Umzugsstrecke, aber ohne Alkohol war es irgendwie nicht mehr dasselbe. 8|

    Heute leben wir in der Nordwestschweiz, einer der grossen Fastnachtshochburgen von Helvetien. Unsere Jungs haben bereits im Kindergarten Bekanntschaft mit der Schweizer Fastnachtstradition gemacht, wurden mit dieser aber nie wirklich warm.

    Aber egal: wir waren am Fastnachtsdienstag in Trinidad, bekannt für den grössten Karneval des amerikanischen Kontinents nach Rio de Janeiro. Und genau diesen wollten wir nun einmal feiern, egal was käme! :saint:

    Unseren Guide Ricardo hatte ich auch über TBL gefunden und gebucht (RCCL hatte leider keinen Karnevalsausflug im Programm). Wir fanden ihn schnell ausserhalb des Terminals, er musste nur noch schnell sein Auto holen, dann ging es los.

    Zu Beginn informierte uns Ricardo, dass ihm leider bei der Planung ein Fehler unterlaufen war: die Parade, bei der die traditionellen Masken getragen werden, hatte leider schon am Vortag stattgefunden. Heute gebe es eine Parade mit moderneren Masken, welche sich eher an das jüngere Publikum wende. Okay, wir waren auf jeden Fall gespannt.

    Als wir zum Festivalgelände kamen, bemerkten wir als allererstes die sehr laute und ebenfalls sehr rhythmische Musik. Ich beschreibe sie mal als Mischung zwischen Calypso und Techno. Nur gut, dass wir für unseren lärmempfindlichen Kleinen den Gehörschutz mitgebracht hatten.

    Vom Parkplatz waren es nur ein paar Schritte bis zum Eingang. Dort posierten dann gleich zwei junge Damen für uns, und wir bekamen einen Eindruck, welcher Art die Kostüme an diesem Tag sein würden:

    Aber je näher wir kamen, umso deutlicher wurde uns, dass der Gehörschutz unserem jüngeren Sohn nicht ausreichen würde. Es war nicht so sehr die Lautstärke allein, dazu kam auch noch eine irre Hitze. Es war zwar erst 11 Uhr am Vormittag, aber das Thermometer war bereits auf 37°C, also Körperkerntemperatur, gestiegen. Wir sind erstmal für ein paar Minuten stehen geblieben, aber letztlich wollte niemand von meiner Familie so wirklich näher herangehen.

    Ich vereinbarte mit Ihnen, dass ich mich mal kurz ins Getümmel stürzen würde, um wenigestens ein paar Eindrücke zu bekommen. Etwa 200m weiter zog der Umzug entlang: jede Menge Menschen zwischen diversen Trucks, die mit riesigen Lautsprechern bestückt waren. Ich war zwar noch nie in meinem Leben auf einem Rave, aber so ungefähr stelle ich mir das vor.

    Links und rechts des Umzugs gab es dann verschiedene Tribünen, auf denen jede Menge Zuschauer, sassen. Eine davon war einer Jury vorbehalten, die Punkte für die Kostümierung der verschiedenen Karnevalsgruppen vergab (ja, das Ganze wirkte zwar recht chaotisch, hatte aber dennoch Methode). Hier einfach mal ein paar Bilder:

    Ein irres Gewusel, aber irgendwie auch echt cool. Ich wurde spontan von Menschen beiderlei Geschlechts angetanzt und habe versucht, dabei irgendwie mitzuhalten. Naja, es blieb am Ende beim Versuch. Aber die Leute waren gut drauf, wir machten gegenseitig Selfies miteinander. Dennoch riss ich mich nach etwa 20 Minuten los, um zu meiner Familie und unserem Guide zurückzukehren.

    Wir berieten uns kurz. Es wurde deutlich, dass meine Familie nun lieber doch etwas Anderes machen wollte, und Ricardo bot uns an, uns ein wenig die Stadt zu zeigen. Okay, los ging es!

    Auf dem Rückweg zum Auto trafen wir in einem Zelt noch auf eine Gruppe Indigener, die sich auf den Besuch der Veranstaltung vorbereiteten:

    Ausserhalb des Festivalgeländes begegnete uns dann noch ein Stelzenläufer samt Helfer:

    Tag 5 – Port of Spain, Trinidad&Tobago:

    Am nächsten Tag gingen wir zum Frühstück erstmals ins «Chop`s Grille». Dieses Spezialitätenrestaurant steht alle Suitengästen von der Grand Suite aufwärts als exklusiver Breakfast-Spot zur Verfügung.

    Auf dem Weg dorthin habe ich mal ein Foto vom sehr beeindruckenden Atrium gemacht, welches sich von Deck 4 bis Deck 11 erstreckt:

    Das Frühstück im «Chop`s Grille» ist dem im MDR recht ähnlich (mit wenigen Ausnahmen, auf die ich später noch zu sprechen kommen werde). Meine Frau hatte Pancakes mit Ahornsirup, frischem Obst und gebratenem Speck:

    Brrrr, da hat es mich echt geschüttelt. :cursing:

    Aber egal, die Jungs haben sich French Toast bestellt, welcher wirklich lecker war (ich habe es eigens probiert):

    Ich selber kam ja nun nicht umhin, mir wieder einmal Eggs Benedict zu bestellen. Und auch diesmal wieder – wie immer – mit lieben Grüssen an Helmut ebenezer :

    Tjaaah… was soll ich dazu nun sagen?!?

    Nachdem ich nun schon in sooo vielen Reiseberichten über dieses Frühstücksgericht berichtet habe, habe ich mich nun spontan entschlossen, für mich eine eigene Bewertungsskala für Eggs Benedict auf meinen Reisen einzuführen. (Bitte habt Verständnis dafür, dass sich diese Skala derzeit noch im Entwicklungsstadium befindet.) Also:

    Ich referenziere ja an diesem Punkt immer wieder sehr gerne die Eggs Benedict, welche ich im Oktober 2017 im Hotel «Radisson Blu Mall of America» in Minneapolis, USA, zum Frühstück hatte, und die ich seither als die «besten Eggs Benedict, die ich je hatte» bezeichnet habe. Die waren aber auch absolut grossartig:

    Mit «Canadian Bacon» (welcher aber streng genommen kein Speck ist, sondern ein gebratenes Schinkenstück von der Schweinelende), Hash Browns, Blaubeer-Relish und Fried Onions hatte dieses Gericht für mich einen Standard gesetzt, an dem danach alle anderen Interpretationen dieses Gerichts einfach nur scheitern konnten!

    Aber dennoch will ich mit meiner neuen Skala diesem absolut genialen Frühstücksgericht noch ein wenig «Luft nach oben» einräumen, weswegen ich meiner Frühstückserfahrung von 2017 auch «nur» einen Wert von 9 auf einer Skala von 0 bis 10 gebe.

    Klingt ungerecht? Ist es wahrscheinlich auch. Sorry! ;) :)

    Nun braucht die Skala aber auch einen Gegenpol. Den kann ich Euch auch liefern, allerdings habe ich seinerzeit leider kein Foto davon gemacht. Es war im Oktober 2013, als ich mit meinem Schwager in London war, um dort das American Football-Match der NFL zwischen unseren geliebten «Minnesota Vikings» und den «Pittsburgh Steelers» im legendären Wembley-Stadium zu besuchen. Am Tag nach dem Spiel sind wir auf dem Weg zum Flughafen in einem Lokal in London City eingekehrt, in dem ich Eggs Benedict hatte, welche ich rückwirkend mit einer Note von 2 bewerten würde: das Brot trocken, die pochierten Eier verunglückt (wenn auch nicht ganz schlecht), die Hollandaise geronnen (aber dennoch nicht schlecht gewürzt).

    (Bitte entschuldigt, wenn ich im Moment nicht die ganzen anderen Eggs Benedict auf unseren multiplen KFen nachträglich einordne. Das könnte sicherlich einen neuen Thread wert sein, den ich auch gerne im Hinterkopf behalte. Aber derzeit: leider nein. ;) )

    Ich hoffe, Ihr versteht meine neue Skala ein wenig? Jedenfalls gebe ich hiermit den Eiern dieses Tages nachträglich die Note 5. Sie waren nicht schlecht, aber eben auch nicht wirklich gut. Die Hollandaise war wirklich recht fettig (und damit für meine neue Diät eher ungeeignet), der Bacon viel zu kross, die Brote ein wenig zu durch.

    ebenezer : Sag mal, hast Du eventuell Lust, mit mir gemeinsam einen «Eggs Benedict»-Thread hier im Forum aufzumachen und zu gestalten? ;)

    Ich hatte zum Frühstück übrigens auch noch einen sehr leckeren Joghurt:

    Aber ich weiche vom Thema ab…

    Zu zahlst eine Prämie, im Schadensfall tritt die Versicherung mit den vereinbarten Leistungen ein. Tritt kein Schaden ein, erhält man die Präme natürlich nicht zurück.

    Nur, dass in diesem Fall der Schaden gar nicht eintreten konnte. Und wenn eine Reederei die Versicherung vermittelt (und, so mutmasse ich jetzt mal, daran auch nochmal verdient) und dann die Reise absagt, sollte sie dafür auch einspringen. Meine Meinung.

    Zitat

    Das wäre schön, denn dann würde ich z.B. jeden Monat über 500€ für meine Krankenversicherung zurück bekommen, die ich kaum bis gar nicht in Anspruch nehme. Aber so funktioniert das System leider nicht.

    Bei privaten Krankenversicherungen ist das durchaus ein wenig so.

    Zum Nachtisch hatten die Jungs jeweils Pannacotta, sie war aber zumindest für unseren Grossen zu süss und mächtig:

    Ich hatte ein sehr gutes Tiramisu:

    Aber den Vogel hat meine Frau mit ihrem «Chocolate-Hazelnut Cake» abgeschossen, absolut «Death by Chocolate»: :S

    Während sich die Jungs nach dem Dinner auf unsere Kabine verzogen, statteten meine Frau und ich noch dem Bordtheater einen Besuch ab. Dort trat an diesem Abend eine junge britische Künstlerin namens Tracey Shield zusammen mit der Schiffsband auf und gab 50 Minuten lang Hits von Céline Dion zum Besten. Eine wirklich grossartige Darbietung, wir haben es sehr genossen.

    Und damit endete dieser ereignisreiche Tag. Bleibt bitte dran, ich versuche, so bald wie möglich weiterzumachen.

    Auf der Jewel stand an diesem Abend die «White Night» an. Während wir auf unseren beiden Reisen mit MSC dafür nicht richtig vorbereitet waren, hatten wir diesmal vorgesorgt. Zwar waren die weissen Poloshirts unserer Jungs beim Packen zuhause leider irgendwie untergegangen, aber zumindest meine bessere Hälfte und ich konnten diesmal komplett mithalten. :)

    Wir gingen an diesem Abend ins zweite Spezialitätenrestaurant an Bord: «Giovanni`s Table». Dort werden italienische Spezialitäten serviert:

    Als wir seinerzeit 2017 auf der «Allure of the Seas» erstmals dieses Restaurant besucht hatten, waren wir im Vorfeld schon ein wenig skeptisch gewesen, wie original italienisch das Ganze sein würde. Schliesslich haben wir in der Schweiz eine grossartige Auswahl sehr autentischer italienischer Restaurants. Aber damals wurden wir schon sehr bald eines Besseren belehrt (mit kleinen Zugeständnissen an die amerikanische Esskultur).

    Diesmal gab es zu Beginn erstmal eine Mischung aus Balsamico Olivenöl, über welches am Tisch frisch Parmesan gerieben wurde:

    Dazu frisch gebackenes Brot:

    Sah erstmal ein wenig komisch aus, war aber dann doch sehr schmackig.

    Meine Frau hatte sich das Beef Carpaccio bestellt, welches sehr gut war:

    Und ich kam ja nicht umhin, mal die Minnestrone zu probieren:

    Wer meine Reiseberichte aufmerksam verfolgt hat, mag sich an meine sehr stark «variierenden» Erfahrungen mit dieser klassischen italienischen Gemüsesuppe an Bord von Schiffen erinnern. Auf der MS5 im Sommer 2019 fand ich sie furchtbar und urteilte, dies sein eines der schlechtesten Gerichte, welche ich je bei TC gegessen hatte. Im Sommer 2021 bei MSC erlebte ich dann das komplette Gegenteil – eine nahezu perfekte Minnestrone (wobei die meiner Frau immer noch besser ist!). Und im Herbst 2021 auf der MS2 konnte ich dann doch eine deutliche Entwicklung zum Positiven bei TC konstatieren.

    Die Version von RCCL ordnete sich knapp unterhalb der Suppe bei MSC ein: schon sehr gut, aber noch ausbaufähig. :thumbup:

    Zum Hauptgang hatte sich unser Kleiner Ragu mit Penne bestellt:

    Meine Frau hatte den Branzino:

    Unser Grosser und ich hatten uns für Tagliatelle Carbonara entschieden, ein Gericht, welches ich auch zuhause öfters koche. Wir alle lieben es!

    Was dann aber auf unseren Tellern zu finden war, liess uns zunächst ratlos zurück: :huh:

    Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein pochiertes Ei, welches auf Bandnudeln gelegt worden war, welche in einer Speck-Zwiebelbutter lagen. Darüber war etwas Pecorino gerieben worden. Also quasi «Carbonara dekonstruiert» (war ja in Restaurants seit ein paar Jahren ein absoluter Trend ist).

    Klingt seltsam? War aber extrem lecker, wie auch alle anderen Gerichte. Eine wirklich tolle Neuinterpretation dieses Klassikers der italienischen Küche. Ich würde es jederzeit wieder bestellen. :*

    Weiter ging es zum «Sand Dunes», einem der bekanntesten (und bei «Tripadvisor» hoch gelobtem) Grillrestaurants von Barbados:

    Ich hatte meinen Jungs ja wärmstens das Nationalgericht der Insel ans Herz gelegt, das «Flying Fish Sandwich»:

    Ich selber bestellte mir ein Beef Stew mit sehr karibischer Würzung und einer Beilage aus Reis und Maniok:

    War alles sehr lecker, das Restaurant ist ein wirklich guter Tip! :) ;)

    Zum Schluss machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Bathsheba an der Ostküste der Insel. Hier trifft der Atlantik in voller Wucht auf die Insel, so dass im Gegensatz zur der Karibik zugewandten ruhigen Westküste hier auch Schwimmen und Surfen streng verboten ist:

    Auf dem Rückweg zum Schiff kamen wir dann auch noch am Geburtshaus von Rihanna, der berühmten barbadesischen Popsängerin, vorbei:

    Und am Hafen konnte ich noch ein paar Bilder von der Jewel machen:

    Fazit: ein grossartiger Ausflug, einer der besten, die wir je über TBL gebucht haben! :love:

    Uneingeschränkt zu empfehlen. :!:

    Noch mehr «Monkey Content»:


    Aber selber füttern oder gar Anfassen war streng verboten – siehe das Schild im Hintergrund:

    Wir konnten zum Schluss sogar beobachten, wie eine Affenmutter ihr Kleines säugte: :love:

    Besonders für unsere Grossen, den angehenden Tiermediziner, ein tolles Erlebnis. Wir waren ganz nahe an den Affen dran, die meisten Fotos entstanden ohne Zoom! :)

    Als nächstes fuhren wir zu den «Green Monkeys». Hierzu ein kleiner

    Einschub:

    Die grünen Meerkatzen von Barbados haben in den 1940er- und 1950er-Jahren eine wichtige Rolle in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Polio (Kinderlähmung) gespielt. Ihre Vorfahren waren im 17. und 18. Jahrhundert auf Schiffen von Westafrika in die Karibik gelangt. In Afrika haben ihre Verwandten bis heute eine natürliche Immunität gegen diese furchtbare Krankheit, aber auf Barbados tauchten Anfang des 20. Jahrhunderts in der Meerkatzenpopulation immer mehr Polio-Fälle auf, was Forscher dazu brachte, sich Mitte des vergangenen Jahrhunderts mal ihr Blut und vor allem ihr Immunsystem anzuschauen, und dies mit den Afrikanischen Meerkatzen zu vergleichen. Daraus wurden wichtige Rückschlüsse für die Entwicklung des ersten (seinerzeit noch oralen) Lebendimpfstoffs gezogen.

    Leider mussten danach viele Green Monkeys dran glauben, aber ein kleiner Teil konnte schliesslich auch geimpft werden. Diese wurden die Vorfahren der Meerkatzen, die wir nun besuchten.

    Einschub Ende

    Vor 10 Jahren konnten meine Frau und ich die Green Monkeys noch selber füttern – zum Beweis ein Foto von damals:

    Leider war uns dies diesmal nicht vergönnt. Es gibt zwar weiterhin eine Gruppe Monkeys, die man noch aus der Hand füttern kann, aber diese hat ihre Fütterungszeit bereits am Morgen. Wir waren aber nun am Mittag zum Futterplatz gekommen, und die Gruppe, die um diese Tageszeit dran ist, ist ein wenig – nun ja – sagen wir mal «aggressiver». =O Aber dennoch hatte wir viel Spass, ihnen beim Fressen zuzuschauen:



    Auch dieser «Tauchgang» dauerte gerade mal 30-40 Minuten, aber in dieser Unterwasserwelt erschien es uns wie eine Ewigkeit:


    Aber irgendwann hat auch alles Schöne ein Ende: da nun auch dieses Schnorchelrevier von den Touris auf den grossen Booten «entdeckt» wurde, gingen wir wieder an Bord des Katamarans:

    Ich hoffe, Ihr erkennt das unbändige Glücksgefühl bei unserem Kleinen… :love:

    Danach wechselten wir wieder auf das Pontonboot und wurden von Charles zurück zum Strand gebracht:

    Dort wartete bereits Victor auf uns. Wir gingen in die Umkleideräume, duschten uns erstmal kräftig ab und wechselten zurück in unsere Strassenkleidung. Danach ging es weiter zum nächsten «Tagesordnungspunkt».

    Bleibt dran, es geht bald weiter!

    Als unser Guide nun den Motor anwarf, dachten wir schon, dieser Teil unseres Ausfluges wäre bereits zuende, aber mitnichten! Charles nutzte einfach nur die Gelegenheit zu einem Standortwechsel, weg von den anströmenden Massen. Und wir bekamen eine weitere Möglichkeit, ins Wasser zu gehen:

    Nach dem «Turtle Swimming» war nun «Shipwreck Snorkel» angesagt. Dazu dirigierte uns Charles von Bord des Katamarans aus etwa 100m weiter ins offene Wasser. Und was wir dort vorfanden, war wirklich atemberaubend:

    :huh: 8| :love:

    Im Wasser sahen wir dann zuerst nur ein paar vereinzelte Fische: :huh:

    Aber Charles ist ein Vollprofi und lockte sehr schnell mit kleinen Fischködern die erste «Sea Turtle» an:

    Und gleich die nächste:

    Und noch eine:

    Von den Ködern angelockt, trauten sich dann auch grössere Fische in unsere Nähe:

    Und noch mehr Turtles, sie schwammen ungeniert zwischen uns durch:

    Und noch mehr Fische:

    (Ja, das war tatsächlich ein junger Barracuda!) 8|

    Wir waren etwa eine halbe Stunde im Wasser, es kam uns wie ein ganzer Tag vor. Aber schliesslich rief uns Charles wieder an Bord zurück, vor allem, weil inzwischen auch die ersten Boote mit dutzenden Ausflügler*innen in der Nähe aufgetaucht waren. Von diesen waren zuerst mehrere Guides in voller Taucherausrüstung ins Wasser gegangen, allmählich folgten auch die Touris. ;(

    Endlich wieder ein wenig Ruhe im hektischen Alltag, so kann ich meinen Bericht heute fortsetzen.

    Tag 4 – Bridgetown, Barbados:

    Diese Insel hatten meine Frau und ich ja bereits 10 Jahre zuvor bei unserer ersten KF besucht. Damals hatten wir bei einem privaten Anbieter (über «Get Your Guide») einen Ausflug gebucht mit den folgenden Inhalten:

    - Fütterung der «Green Monkeys»

    - Schnorcheln mit Meeresschildkröten mit anschliessendem BBQ am Strand

    - Besuch der Tropfsteinhöhle «Harrison`s Cave»

    Da RCCL leider keinen Ausflug anbot, der auch nur annähernd dasselbe Programm bieten konnte, hatte ich über TBL einen Privatausflug gebucht, welcher zumindest das «Turtle Swimming» und und das «Monkey Feeding» beinhaltete. Der Preis von gut $1k hatte mich zwar zunächst abgeschreckt (soviel hatten wir noch nie für eine private Tour ausgegeben), aber als ich erfuhr, dass unser Guide Victor dafür extra einen eigenen Katamaran für uns buchen würde, hatte ich mich doch dafür entschlossen. Um es vorwegzunehmen: die Tour war absolut jeden Dollar wert! :) :love:

    Der Tourbeginn um 7:30 Uhr war zwar für uns auch ein wenig abschreckend gewesen (zumal die Jewel auch erst um 7:00 überhaupt in Bridgetown angelegt hat), aber Victor hatte mir versichert, dass dies notwendig sei, um vor allen anderen Touristengruppen an den Fütterungsgründen der Meeresschildkröten zu sein, somit quasi in die «Pole Position» zu bekommen.

    Die Schnorchelausrüstung inklusive Schwimmwesten war übrigens im Tourpreis enthalten.

    Da das Frühstück auf der Jewel an diesem Tag erst um 7 Uhr losging, hatten wir uns am Vortag ein Frühstück auf die Kabine für 6:30 Uhr bestellt. Es kam superpünktlich:

    Wir hatten French Toast, Pastries, Joghurt und frisches Obst. War sehr lecker! :)

    Während des Frühstücks liefen wir in den Hafen ein und konnten dabei eine «alte Bekannte» erspähen:

    Ja, da lag die «Mein Schiff 4», jenes Schiff, mit dem wir im Oktober 2015 unsere zweite KF unternommen hatten (die erste mit unseren Kindern (und meiner Mutter) und die erste von vielen weiteren mit TC). Damals ging es 14 Tage von den Kanaren zu den Kapverden.

    Nach dem Frühstück gingen wir hinunter auf Deck 2, wo an diesem Tag der Ausgang sein sollte. Aber leider verzögerte sich unser Ausstieg ein wenig, da die Freigabe der Hafenbehörden auf sich warten liess. Und als wir dann endlich von Bord konnten, mussten wir erst einmal komplett um den Hafen herumlaufen, da die Jewel am äussersten Ende eingewiesen worden war. Es gab zwar Shuttlebusse zum Terminal, aber die waren schon sehr schnell voll.

    Auf dem Weg zum Terminal merkte ich ein weiteres Mal den Effekt meines grossen Gewichtsverlustes in den vorangegangenen Monaten. Noch vor einem Jahr hätte ich auf dem Weg mindestens 2x Pause machen müssen, aber diesmal lief ich meiner Familie regelrecht auf und davon. Was 20kg weniger doch ausmachen… :D

    Ausserhalb des Terminals fanden wir dann auch schnell unseren Guide und fuhren in seinem Van knapp 15 Minuten zum «Carlisle Beach». Da die Umkleideräume erst um 8:30 Uhr öffneten, hatte uns Victor geraten, unsere Badebekleidung bereits unter unserer Strassenkleidung zu tragen, was sich als guter Rat erwies. So konnten wir schnell ablegen und an den Strand gehen.

    Dort erwartete uns bereits unser Bootsführer und Schnorchel-Guide Charles. Der Sprache nach war er ein waschechter Brite, vom Äusseren her aber der Typus «gealterter Surfer». Er hatte am Strand mit einem kleinen Ponton-Boot mit Aussenbordmotor angelegt (im Bild vorne links).

    Mit diesem fuhr er uns dann innert weniger Minuten zu seinem Katamaran (im Bild das erste Boot von links), wo er uns zuerst dabei half, die Schwimmwesten anzulegen:

    Meine Frau entschied sich an diesem Punkt spontan dafür, nicht ins Wasser zu gehen, da sie wegen ihrer immer noch andauernden Knieschmerzen Angst hatte, später auf der engen Leiter nicht wieder an Bord klettern zu können. Sie hat wirklich etwas verpasst! ;(

    Ich ging als erstes ins Wasser und schaute dann den anderen zu, wie sie ihren ersten Schnorchelgang in Angriff nahmen:

    Zur Information: keiner unserer Jungs hatte jemals zuvor geschnorchelt, es war für beide eine echte Premiere. Und dann gleich im offenen Meer, mehrere hundert Meter vom Strand entfernt. An dieser Stelle Respekt, wie die beiden das gemeistert haben (vor allem unser Kleiner mit seiner Angst- und Panikstörung)! :thumbup: :thumbup: :thumbup:

    Können wir bitte mal zum Thema zurückkommen? :saint:

    In der Coronazeit hat mich eine Sache sehr geärgert: bei den abgesagten Reisen wurde die von TC vermittelte Reiserücktritts- und -krankenversicherung nicht erstattet. Auch wenn das vielleicht rechtens gewesen sein mag, aber letztlich habe ich für etwas bezahlt, ohne eine Gegenleistung zu bekommen. Da wäre sicherlich etwas Kulanz angebracht gewesen.

    Zum Nachtisch hatten wir dann geschlossen den Apple Pie mit Vanilleeis:

    Sehr, sehr, seeeehr gut! Würden wir jederzeit wieder nehmen, das Highlight des Dinners!! Geilgeilgeilgeilgeil!!! :) :) :)

    (und definitiv eines der besten Gerichte der gesamten Reise!)

    Als Begleitung zum Dessert wurden uns dann noch spezielle Kafféevariationen angeboten, welche auch in unserem Getränkepaket inkludiert waren:

    Aber jetzt mal ehrlich – und dies auch mit einer Anfrage an unseren Forums-Bajuvaren ebenezer :

    Ein «Bavarian Coffee» mit Kaluha und Pfefferminzschnaps?!? Bitte: was in aller Welt soll daran denn bayrisch sein? :huh: 8| :?:

    Ich habe mich dennoch neugierdehalber für Euch alle erbarmt und das Gesöff tatsächlich bestellt:

    Um es kurz zu machen: es war furchtbar! Sorry, ich bin ja nun wirklich gerne bereit, auch in den schlechtesten Gerichten und Getränken das Positive zu suchen, aber an dieser Stelle war diese Bereitschaft spontan erschöpft. Hätte ich für diese – bitte entschuldigt den Ausdruck! - «Trinkgülle» auch noch bezahlen müssen, ich hätte sie umgehend zurückgehen lassen. Selbst die Zugabe von nicht weniger als 4 Tütchen Zucker machte es nicht um einen Deut besser. :(  ;(

    Meine Frau hatte sich übrigens «The Truffle» bestellt; und obwohl sie eigentlich dem enthaltenen Frangelico sehr zugeneigt ist und ausserdem noch einen Wachmacher für die anstehende «Superbowl-Night» brauchte, hat sie schliesslich auf der Hälfte des «Kaffées» aufgegeben. Es war ihr schlichtweg zu heftig.

    Naja, anschliessend sind wir erst einmal auf die Kabine zurückgekehrt. Ursprünglich mit dem Ziel, relativ schnell wieder aufzubrechen für die «Superbowl»-Übertragungen an Bord.

    Dieses Endspiel um die American Football-Meisterschaft wurde an Bord an vier Stellen gezeigt:

    - im Bordkino

    - auf dem Pooldeck

    - in der «Safari-Lounge» sowie

    - im Bordtheater

    Leider hatte in den Stunden zuvor der bereits erwähnte Atemwegsinfekt nun bei uns allen voll zugeschlagen. Wir vier waren inzwischen massiv am Schniefen und Husten, so dass meine Frau und ich beschlossen, das Spiel erstmal auf dem Bord-TV (auf ESPN) anzufangen, um dann ggf. später irgendwoanders weiterzuschauen. Die Kinder sind in der Zwischenzeit sang- und klanglos eingeschlafen. :saint:

    Aber letztlich kam es, wie es anscheinend kommen musste: meine Frau und die Jungs sind bereits zu Beginn des erste Quarters selig entschlummert. Und als ich zur Halbzeitpause – selber schon reichlich müde – meine Frau anstiess, um wenigstens die zweite Hälfte noch irgendwo in der Gesellschaft anderer Fans zu erleben, bekam ich eine glatte Abfuhr.

    Das Nächste, woran ich mich dann erinnere, war der Moment, als ich kurz nach Ende einer anscheinend dramatischen Verlängerung erwachte, um festzustellen, dass die Kansas City Chiefs leider wieder einmal gewonnen hatten… (ich war im Finale ja für die San Francisco 49ers gewesen) :(

    Okay, das war nun nicht wirklich planungsgemäss verlaufen. Aber andererseits hatten wir für den folgenden Tag einen sehr langen Tagesausflug auf Barbados gebucht, bei dem auch Schnorcheln mit den Meeresschildkröten ein wichtiger Teil sein sollte. Und wie sich letztlich herausstellen sollte, war es gar keine so schlechte Idee gewesen, uns mal gründlich auszuschlafen...

    Wir gingen an diesem Abend ins Steakhouse «Chop`s Grille». An dieser Stelle bitte ich zu entschuldigen, dass ich es erneut vergessen habe, die Speisekarte abzufotografieren. ;(

    Als wir 2017 zuletzt mit RCCL gefahren sind, war ich in diesem Restaurant total begeistert von der Vorspeise «Black Pepper Bacon», weshalb ich mir diesen auch wieder bestellt habe. Hier ein Vergleichbild von damals:

    Klein aber fein! :)

    Vom Kellner erfuhren wir dann allerdings, dass man leider keinen «Pepper Bacon» an Bord habe, so dass uns anstelledessen lackierter Schweinebauch serviert würde. Okay, für das Experiment waren wir bereit. Hat sich allerdings nicht gelohnt:

    Zugegeben, das war – um einmal norddeutsche Terminologie zu verwenden - «absolut essbar» (also gut), aber eben nicht dasselbe grossartige Erlebnis, welches ich 7 Jahre zuvor auf der «Allure of the Seas» hatte. Da fehlte irgendiwe jegliche Finesse! :(

    Unser Grosser war klugerweise beim Cesar Salad geblieben und dementsprechend sehr zufrieden. Da das Menü in diesem Restaurant aus bis zu 4 Gängen bestand, hatte ich mir auch noch die «Lobster Bisque» bestellt:

    War lecker, aber leider weit entfernt von dem, was ich unter demselben Namen bereits in den USA, in Kanada oder bei MSC geniessen durfte. Aber dennoch nicht schlecht.

    Dann kamen die Hauptgänge. Hier zuerst mal ein Foto unserer Beilagen: 2x Mac`n`Cheese (für die Jungs), Kartoffelpüree für mich und «Baby Asparagus» für meine Frau (naja, nach «Baby» sah der nun wirklich nicht aus):

    Der Kleine hatte sich ein Rip-Eye-Steak bestellt (und tatsächlich auch komplett aufgegessen):

    Für unseren Grossen und meine Frau wurde es das Filetsteak:

    Ich selber hatte irgendwie keine Lust auf Fleisch und mich stattdessen für den Lachs mit Pfeffersosse entschieden:

    Sieht auf dem Foto ein wenig verbrannt aus, war aber extrem lecker, nicht trocken-dröge, und die Pfeffersosse sehr gut (wenn auch zu wenig). :) :thumbup: