Der 13.2.2024 war ja nun – auch in D/A/CH – der «Fastnachtsdienstag». Dies berücksichtigend hatte ich für diesen Tag auf Trinidad auch einen entsprechenden Ausflug gebucht. Nota bene: unsere Familie hat eigentlich mit Karneval nicht wirklich viel am Hut. Meine Frau kommt aus der Umgebung von Hannover, ich selber aus Schleswig-Holstein – da hatten wir auch nicht wirklich viel Gelegenheit, uns mit der Fastnacht anzufreunden (wenn man mal vom Kinderfasching in der Grundschule absieht).
Ich selber bin im Februar 1998 mal mit einem Kommilitonen (die regelmässigen Leser*innen meiner Reiseberichte kennen ihn bereits als «Onkel Joe») zu den «tollen Tagen» nach Mainz gereist, um einen gemeinsamen Bekannten, welcher dort zu dieser Zeit ebenfalls Medizin studierte, zu besuchen, und gemeinsam mit ihm dort «einen draufzumachen». War lustig, wir haben am Fastnachtssonntag sogar eine 6stündige Prunksitzung des «Mainzer Carnevals-Vereins» in der Rheingoldhalle besucht. Naja, «lustig» wurde alles erst nach mehreren Bieren… (allen «Meenzer*innen» sage ich nur: «Uijuijuijuijuiiijuiiijuuiiiiih, auauauauaaah»)
Ein Jahr später
habe ich mit meiner heutigen Ehefrau extra am Rosenmontag nochmal die
lange Reise von Hannover nach Mainz gemacht. Wir standen dann gut 3
Stunden an einem Punkt am Beginn der Umzugsstrecke, aber ohne Alkohol
war es irgendwie nicht mehr dasselbe. ![]()
Heute leben wir in der Nordwestschweiz, einer der grossen Fastnachtshochburgen von Helvetien. Unsere Jungs haben bereits im Kindergarten Bekanntschaft mit der Schweizer Fastnachtstradition gemacht, wurden mit dieser aber nie wirklich warm.
Aber egal: wir waren
am Fastnachtsdienstag in Trinidad, bekannt für den grössten
Karneval des amerikanischen Kontinents nach Rio de Janeiro. Und genau
diesen wollten wir nun einmal feiern, egal was käme! ![]()
Unseren Guide Ricardo hatte ich auch über TBL gefunden und gebucht (RCCL hatte leider keinen Karnevalsausflug im Programm). Wir fanden ihn schnell ausserhalb des Terminals, er musste nur noch schnell sein Auto holen, dann ging es los.
Zu Beginn informierte uns Ricardo, dass ihm leider bei der Planung ein Fehler unterlaufen war: die Parade, bei der die traditionellen Masken getragen werden, hatte leider schon am Vortag stattgefunden. Heute gebe es eine Parade mit moderneren Masken, welche sich eher an das jüngere Publikum wende. Okay, wir waren auf jeden Fall gespannt.
Als wir zum Festivalgelände kamen, bemerkten wir als allererstes die sehr laute und ebenfalls sehr rhythmische Musik. Ich beschreibe sie mal als Mischung zwischen Calypso und Techno. Nur gut, dass wir für unseren lärmempfindlichen Kleinen den Gehörschutz mitgebracht hatten.
Vom Parkplatz waren es nur ein paar Schritte bis zum Eingang. Dort posierten dann gleich zwei junge Damen für uns, und wir bekamen einen Eindruck, welcher Art die Kostüme an diesem Tag sein würden:
Aber je näher wir kamen, umso deutlicher wurde uns, dass der Gehörschutz unserem jüngeren Sohn nicht ausreichen würde. Es war nicht so sehr die Lautstärke allein, dazu kam auch noch eine irre Hitze. Es war zwar erst 11 Uhr am Vormittag, aber das Thermometer war bereits auf 37°C, also Körperkerntemperatur, gestiegen. Wir sind erstmal für ein paar Minuten stehen geblieben, aber letztlich wollte niemand von meiner Familie so wirklich näher herangehen.
Ich vereinbarte mit Ihnen, dass ich mich mal kurz ins Getümmel stürzen würde, um wenigestens ein paar Eindrücke zu bekommen. Etwa 200m weiter zog der Umzug entlang: jede Menge Menschen zwischen diversen Trucks, die mit riesigen Lautsprechern bestückt waren. Ich war zwar noch nie in meinem Leben auf einem Rave, aber so ungefähr stelle ich mir das vor.
Links und rechts des Umzugs gab es dann verschiedene Tribünen, auf denen jede Menge Zuschauer, sassen. Eine davon war einer Jury vorbehalten, die Punkte für die Kostümierung der verschiedenen Karnevalsgruppen vergab (ja, das Ganze wirkte zwar recht chaotisch, hatte aber dennoch Methode). Hier einfach mal ein paar Bilder:
Ein irres Gewusel, aber irgendwie auch echt cool. Ich wurde spontan von Menschen beiderlei Geschlechts angetanzt und habe versucht, dabei irgendwie mitzuhalten. Naja, es blieb am Ende beim Versuch. Aber die Leute waren gut drauf, wir machten gegenseitig Selfies miteinander. Dennoch riss ich mich nach etwa 20 Minuten los, um zu meiner Familie und unserem Guide zurückzukehren.
Wir berieten uns kurz. Es wurde deutlich, dass meine Familie nun lieber doch etwas Anderes machen wollte, und Ricardo bot uns an, uns ein wenig die Stadt zu zeigen. Okay, los ging es!
Auf dem Rückweg zum Auto trafen wir in einem Zelt noch auf eine Gruppe Indigener, die sich auf den Besuch der Veranstaltung vorbereiteten:
Ausserhalb des Festivalgeländes begegnete uns dann noch ein Stelzenläufer samt Helfer: