Auf dem Weg zum Flughafen machte Viktor dann noch einen kleinen Umweg durch sein Wohnviertel, eine Neighbourhood, in der fast nur Exilkubaner*innen wohnen:
Sowas finde ich ja auch immer wieder toll, es gibt so einer Tour einen sehr persönlichen Touch. 
Im Übrigen war Viktor der wohl am besten vorbereitete Tourguide, den wir je hatten. Wir haben jede Menge über die Geschichte Miamis erfahren, dazu hatte er mehrere dicke Ordner voll mit alten Fotos und Karten, mit denen er die Vergangenheit und die Entwicklung der Stadt für uns lebendig werden liess. 
Schliesslich setzte er uns am Flughafen ab, von wo wir dann mit Swiss über Nacht nach Zürich zurückflogen. Und so werden die letzten Bilder dieses Berichts noch einmal ein wenig Foodporn sein:
Fazit: eine wunderbare Reise, ein absolut würdiges 10-Jahre-Kreuzfahrten-Jubiläum. Auch wenn ich die abschliessenden Tage in Florida wieder in meiner männlichen Verkleidung unterwegs war, war es für mich doch ein ganz wichtiger Schritt bis zu meinem finalen Coming-out im vergangenen Juni und hat mir viel Selbstsicherheit gegeben. 
Sollten unter Euch womöglich noch andere Transpersonen sein, die den Schritt in die Öffentlichkeit noch nicht vollzogen haben, so kann ich – auch unter der Erfahrung unserer beiden anschliessenden KFen mit TC – ganz klar sagen: eine Schiffsreise ist der perfekte Ort, aus dem Wandschrank zu kommen! Ich durfte auf allen drei Kreuzfahrten 2024-2025 die Erfahrung machen, dass das dortige Publikum, von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, sehr grosses Verständnis hat. Wobei ich denke, dass es den meisten Menschen im Alltag sowieso egal ist, wie sich jemand kleidet, wie man nach aussen rüberkommt. 
Aber diese 11 Tage im Februar 2024 haben mir enorm geholfen, meinen Weg weiterzugehen, wieder ich selbst zu sein.
Und inzwischen habe ich auch wieder richtig Bock bekommen, RBe fürs Forum zu schreiben. Als ich vor fast 2 Jahren mit diesem Bericht begann, war ich ständig unzufrieden, weil ich gerne bestimmte Dinge schreiben wollte, aber es mich nicht getraut habe. Dadurch entstand ungewollt eine gewisse Distanz zu diesem RB, den Ihr wahrscheinlich auch beim Lesen des ersten Teils gespürt habt.
Naja, dann bis bald in meinem nächsten RB. Mal schauen, wann das soweit sein wird. 