Wir waren heute Nachmittag zum Test in Müllheim.
Da wir nicht genau wussten, wohin wir uns wenden sollten, gingen wir erstmal am Haupteingang hinein, wo wir an der Rezeption erfuhren, dass wir 1x komplett um die Klinik herum zur Notaufnahme mussten. Immerhin kann man dort auch problem- und kostenlos parkieren. 
Nachdem wir geklingelt und unser Anliegen vorgebracht hatten, kam eine etwas genervte Krankenschwester zur Tür und fragte: "Alle 4?" Und danach: "Haben Sie alle Unterlagen dabei? Auch die Krankenkassenkarten?" 
Ich wies sie darauf hin, dass wir aus der Schweiz kämen und daher unsere Karten nicht von ihrem System eingelesen werden könnten. Doch, das könne man, antwortete sie schnippisch. Wir sagten ihr, dass wir leider nur die Karten von meiner Frau und mir, aber nicht von den Kindern dabei hatten (weil wir letztere zuhause nicht gefunden hatten), daraufhin entgegnete sie wiederum genervt: "Dann können wir den Test nicht machen. Wir können nur so Ihre Daten einlesen." 
Ich fragte, ob das wirklich nicht anders ginge, zumal ich die Information hatte, dass die Karten nicht zwingend erforderlich seien, sondern nur der Beschleunigung des Ablaufs diente. Daraufhin durften wir dann paarweise hereinkommen. Es wurde Fieber gemessen, ausserdem wurden wir gefragt, ob wir schon einmal einen Corona-Abstrich gemacht hätten und wie das Ergebnis gewesen sei. Dann mussten wir das erste Mal ein Formular unterschreiben.
Wir wurden dann zum Schalter für die Aufnahme der Patientendaten geführt und die Schwester rief der Dame am PC zu: "Schon wieder TUI Cruises!" Dann wurden wir, weil noch andere Patienten warteten, erstmal zu einer separaten Sitzecke geführt.
Es war durchaus etwas los in der Notaufnahme, aber auch nicht megaviel (verglichen mit meinen persönlichen Erinnerungen an meine Zeit als Assistenzarzt im Spital). Aber dennoch mussten wir gut 40 Minuten warten, bis endlich unsere Daten aufgenommen werden konnten. Die Dame, die das erledigte, bestätigte mir dann, dass man unsere Schweizer Versichertenkarten tatsächlich nicht einlesen könne - das hatte man gut eine Stunde zuvor festgestellt, als meine Assistentinnen zum Test dagewesen waren.
Aber die ganze Situation erklärte sehr gut, warum auf uns so angefressen reagiert wurde: das Personal der Notaufnahme musste die Tests für TC eben neben der sonstigen Arbeit erledigen. Weswegen das Eingeben unserer Daten auch fast eine Dreiviertelstunde in Anspruch nahm, da der Vorgang wiederholt wegen wichtigerer Dinge unterbrochen werden musste. Aber die Dame am PC und letztlich auch die Krankenschwester waren sichtlich dankbar, dass wir dafür viel Verständnis zeigten; da waren in der letzten Woche wohl ganz andere TUI-Passagiere am Start gewesen, die sich über jede Verzögerung beschwert hatten. 
Nochmal mussten Formulare unterschrieben werden, u.a. auch eine erneute Datenschutz-Einwilligung, da diejenige, die wir von TC erhalten und bereits ausgefüllt und unterschrieben hatten, wohl nicht die richtige gewesen war. 
Unsere Pässe wurden übrigens zu keinem Zeitpunkt verlangt oder überprüft - theoretisch hätten wir auch eine ganz andere Familie zum Test schicken können... 
Dann hiess es nochmal warten, so etwa 20 Minuten, dann wurden wir zum Abstrich gerufen. Er wurde mit demselben Tupfer erst aus dem Rachen und dann aus der Nase genommen (allerdings aus letzterer nicht so tief, wie ich es von meinem Test im März in Erinnerung hatte; war also bei Weitem nicht so unangenehm). Das Ganze dauerte dann weniger als 5 Minuten. 


Und als wir gerade fertig waren, kam noch ein Paar für den TC-Abstrich - 15 Minuten vor Toreschluss. Ich habe noch gesehen, wie die Krankenschwester mit einem Seufzer die Schultern nach vorne fallen liess, sie tat mir in dem Moment richtig leid. 
Fazit: es hat nicht ganz 2 Stunden gedauert, das Personal war bemüht, wenn auch etwas genervt - was aber aus unserer Sicht durchaus nachvollziehbar war. Wer schon einmal in einer Spitalsnotfallaufnahme gearbeitet hat, wird problemlos erkennen können, dass es nicht wirklich glücklich ist, da zusätzlich noch Abstriche für Touris zu machen. 
Ich wünsche es den Spitalsmitarbeiter*innen sehr, dass da in Zukunft noch nachgebessert wird.