Beiträge von Faulpelz

    Das frage ich mich schon seit geraumer Zeit.

    Was zum Henker ist „Entspannungsdoting“?

    Du tupfst so eine Art Stift, an dessen Enden unterschiedlich grosse Metallkugeln sind, abwechselnd in Ölfarbe und auf eine Holzplatte, bis Du komplett durchdrehst, weil es nicht funktioniert und überhaupt nicht so aussieht, wie in der Kursbeschreibung.

    Dann versuchst Du, das Ganze irgendwie zu retten, musst aber mit Entsetzen feststellen, dass jeder Versuch Dein Ouevre nur noch weiter verschlimmbessert, während Du von Herzen Bob Ross verfluchst, der in Deinem Hinterkopf in Endlosschleife sein Mantra „We don‘t make mistakes, only happy little accidents.“ herunterdudelt mit seiner legendären Stimme, die sogar Gandhi zur Raserei gebracht hätte. Also wenigstens Kevin Gandhi, das ist mein Gemüsehändler, und der dreht schon durch, wenn der Rhabarber mal nicht in Reih und Glied liegt.

    Irgendwann versuchst Du dann, die letzte „Optimierung“ vorsichtig wieder wegzuwischen und verwandelst das, was vorher noch als exotische Blume durchgegangen wäre (also zumindest nach der Logik, die die Älteren unter uns noch vom Bleigiessen zu Silvester kennen) in eine Elektronenwolke. Schrödingers Pointilismus sozusagen.

    Atelierbesuch, Teil Zwo. Nachdem ich meine Frau mit Origami zur Verzweiflung gebracht habe, quält sie mich jetzt mit Entspannungs-Dotting. Im Hintergrund fein untermalt vom Klang einer historischen Tätowiermaschine aus dem Studio nebenan. =O

    (Laut der Atelierchefin findet man sowas heutzutage gar nicht mehr. Zum Glück, würde ich sagen. Nur warum hat man das letzte überlebende Exemplar ausgerechnet hier an Bord versteckt?) :/

    Sorry, aber da brauche ich jetzt mein ganz eigenes Entspannungsmittel:

    Ich glaube, ich hatte vorgestern gar nichts zu unserem Besuch im "La Spezia" geschrieben. Böses Versäumnis. Denn das war richtig klasse, hat uns sehr gut gefallen. Von den drei verschiedenen italienischen Restaurantkonzepten bei TC finden wir es jetzt definitiv am besten.

    Die Osteria ist gut, wenn man vor allem Pizza und Pasta mag und einen schnellen Snack braucht. Ist lecker, hat man aber auch schon mal besser gegessen.

    Das Cucimare hingegen ist schon sehr speziell und aus meiner Sicht ein wenig abgehoben. Vor allem "normale" Pasta, also Bolognese, Carbonara oder Lasagne sucht man da leider vergebens. Und die Pizzen sind auch ein wenig schickimicki.

    Das La Spezia liegt da angenehm in der Mitte. Vor allem die "klassische" Pasta kommt in einer tollen Qualität daher, aber stets mit dem gewissen Pfiff, den man beim Italiener zuhause nicht unbedingt findet. Dazu ein paar Klassisker von Fisch und Fleisch, bodenständig und doch speziell. Und das Milanese unsere Kleinen war nochmal ein Stück grösser als das Wiener Schnitzel vom Vorabend, ausserdem durch eine Grissinipanada sehr knusprig.

    Eine echte Show war dann noch das am Tisch zubereitete Tiramisu:

    Frisch gebackene Löffelbiscuits, Kaffee aus der originalen Espressokanne, dann ordentlich Amaretto für viel Wuppdich, alles liebevoll mit Mascarpone bestrichen und feinfühlich mit Kakaopulver bestreut - ein Gedicht! Können Schnarrrchsack und ich nur wärmstens empfehlen. :love:

    Nach dem Besuch im T&N sind wir noch durch den Neuen Wall gebummelt. Ich hatte der Parfümerie auf dieser Reise schon zwei Besuche abgestattet, da ich mir vorgenommen hatte, mal nach einem neuen Duft zu schauen.

    Hintergrund: ich habe vor drei Jahren mal ein Parfüm von meiner Frau geerbt (sie meint ja: geklaut :huh:), was ich für mich auch ganz passend fand. Das blieb auch mit dem Einstieg in die Östrogentherapie so. Aber mit Beginn der Testosteronblockade vor gut 7 Monaten veränderte sich sehr vieles für mich, unter anderem auch mein Geruchssinn bzw. meine olfaktorischen Präferenzen. Was aber nicht unerwartet kam.

    Und deshalb hatte ich nun ein wenig gestöbert, wobei ich von Anfang an sehr klare Vorstellungen und auch bereits beim ersten Besuch in der Drogerie eigentlich schon etwas für mich gefunden hatte. Aber ich wollte mich halt professionell beraten und mir vor allem auch Zeit lassen. Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber spätestens nach 5-6 Düften braucht meine Nase erstmal wieder eine Pause.

    Naja, heute ist es dann doch das allererste Parfüm geworden, welches mir zugesagt hatte. Der erste Gedanke ist ja meistens der beste. Ich bin nun also von Laura Biagotti zu Christian Dior gewechselt. ;)<3

    Okay, ich will Euch nicht weiter auf die Folter spannen. Vorweg, es gibt keine Tapas. :(

    Es gibt auch keinerlei Sossen heute auf dem Buffet, was zur unmittelbaren Konsequenz hat, dass der verliebte Koch wieder zum Salat zurückversetzt wurde. Er scheint aber derzeit in einer on-oiff-Beziehung zu sein, denn während der Muschelsalat dramatisch an den Salzleckstein von Knuts Cousine Inga, das tote Meer und an den früheren Liptauer beim Diamantfrühstück (sorry, Insiderwitz für die Kenner*innen meiner RBe) erinnerte, glänzte das NaCl im Tomaten-Avocadosalat durch komplette Abwesenheit. Beide Salate gemischt waren aber sensationell! (Oha, es geht schon wieder los! ^^)

    Ein alter Bekannter hat heute ebenfalls den Weg auf das Buffet zurückgefunden: der auberginenfarbene, ungeschälte Reis, der uns schon beim französischen und chinesischen Tag begegnet war. Heute hiess er "schwarzer Reis" und war wieder genau so zubereitet worden, wie wir es bislang nicht schätzen und lieben gelernt hatten: furztrocken. =O

    Dann gab es noch einen sogenannten Fischeintopf, was letztlich vor allem kalter gewürfelter Dosenthunfisch war, den irgendjemand orange eingefärbt und mit eine mikroskopisch kleinen Menge von irgendetwas Rotem (ich vermute Paprika, der in eine TNT-Explosion geraten war) vermengt worden war. Passte gut zum Reis, war nämlich auch furztrocken. Zu diesem Zeitpunkt holte ich mir bereits das zweite Glas Spezi.

    Richtig geraten hatten wir formal mit der Paella, die allerdings weder Poulet, noch Garnelen oder gar Kaninchen enthielt, sondern nur ein wenig gemischtes Erbsen-Möhren-Mais-Dosengemüse und dementsprechend als "Gemüsepaella" angeschrieben worden war. (Ich glaube, für diesen Frevel erhält man in manchen spanischen Bergregionen noch heute die Todesstrafe.)

    Sie mögen es "Paella" nennen, ich nenne es "Gemüsereis". Punkt. :evil:

    Auch mit den Patatas irgendwas hatten wir richtig gelegen, allerdings fehlte ihnen überraschend jegliche Knusprigkeit. Akuter Krankheitsfall bei der Küchencrew? Die Pommes sahen nämlich heute auch mal essbar aus.

    Der allgemeine Salzmangel auf allen Stationen ausser einer setzte sich dann auch bei den "gegrillten Pimentos" fort, die streng genommen einfach gewürfelter roter und gelber Paprika waren, die komplett ohne Würzung einmal durchs offene Feuer gezogen worden waren, damit sie kleine schwarze Flecken bekamen, aber weiterhin schön knackig roh blieben.

    Das Beste auf dem Teller war noch die Tortilla, die ganz okay war.

    Beim Nachtisch stellte ich dann erleichtert fest, dass der Herr der Friteuse doch nicht auf dem Sterbebett darniederlag, er durfte heute nur einmal etwas anderes probieren. Allerdings scheint ihm niemand erzählt zu haben, dass Churros erst ins heisse Fett kommen, denn wenn man sie bereits ins kalte Fett wirft, saugen sie sich mit Fett voll und schrumpfen danach. Ein schöner Kontrapunkt war dann aber die, ebenfalls von uns vorhergesagte Crema Catalan, die definitiv der heutige Höhepunkt im T&N ist und auch von unserer alten Studierendenmensa vor 30 Jahren nicht besser hätte gemacht werden können. :thumbup: