Beiträge von Faulpelz

    An dieser Stelle ein kleiner wissenschaftlicher Exkurs (schliesslich sollt Ihr ja aus diesem Bericht auch etwas lernen ;) ), das Thema lautet:

    Termitenhügel

    Schon seit langem ist bekannt, dass Termiten in ihren Hügeln Pilze züchten, von denen sie sich ernähren. Lange Zeit war man davon ausgegangen, dass sie diese – analog zu den Blattschneider-Ameisen – auf vergammelnden Blättern züchten würden.

    Seit nunmehr mehr als 20 Jahren ist bekannt, dass dem nicht so ist; dass die meisten Termitenarten ihre Pilzzuchten auf den Exkrementen verschiedener Tiere durchführen. Vor allem auf dem Kot von Erdmännchen oder anderen Mangustenarten. Die Termiten bewohnen in den von ihnen gebauten Hügeln auch nur das Souterrain, den Rest ihrer Bauten stellen sie anderen Tieren zur Verfügung.

    Im Regelfall wohnt im Erdgeschoss eines solchen Hügels eine Schlange, welche den Termiten die meisten Fressfeinde vom Leib hält. Im Obergeschoss hingegen wohnen eben besagte Meerkatzen- oder Mangustenarten, welche regelmässig den Termiten vor den Bau kacken – für die Termiten wiederum der perfekte Nährboden für ihre Pilzzucht!

    Natürlich fressen die Bewohner des Obergeschosses regelmässig eine gewisse Anzahl der Kellerkinder und dienen ihrerseits dann wieder als Nahrung für die Schlange dazwischen. Aber insgesamt ist diese Beziehung am Ende dann doch sehr ausgewogen und funktioniert seit Ewigkeiten perfekt.

    Im Tarangire National Park fiel uns dann immer wieder auf, dass ein Grossteil der Termitenhügel nicht, wie z.B. später in der Serengeti, frei in der Landschaft standen, sondern entweder unmittelbar um die Stämme bestimmter Akazien oder zumindest in deren unmittelbarer Nähe errichtet worden waren. Von unserem Guide erfuhren wir dazu Folgendes:

    Die im Tarangire National Park dominante Termiten-Spezies züchtet einen ganz besonderen Pilz. Dieser verbindet sich sehr schnell mit den Wurzeln des nahegelegenen Baumes (ein Phänomen, welches inzwischen weltweit bekannt ist und bestimmte Baumpopulationen überhaupt erst möglich macht) und bildet dort ein Gift. Dieses ist weder für die Termiten noch für den Baum problematisch, aber umso mehr für diejenigen Tiere, die gerne die Blätter des Baumes fressen.

    Und nun geht es los: während viele Akazienarten in der Savanne versuchen, ihren Fressfeinden durch schnelles Wachstum in grosse Höhe zu entkommen, stellen jene Bäume im Tarangire Park, die einen Hügel haben, unmittelbar nachdem sich die Pilze an ihre Wurzeln angedockt haben, das Höhenwachstum komplett ein! 8|

    Stattdessen leiten sie das genannte Gift in ihre Blätter und wachsen von da an nur noch in die Breite, was wiederum für den Termitenhügel einen perfekten Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung ergibt. Im Gegensatz zu ihren «Kollegen» in der Serengeti mögen es diese Termiten nämlich eher kühl, ebenso der von ihnen kultivierte Pilz. :/

    Ein hochgradig faszinierendes Beispiel dafür, um wieviel komplexer Symbiosen im Tier- und Pflanzenreich doch sein können, als wir das noch in der Schule gelernt haben. :)

    (Ende des wissenschaftlichen Exkurses.)

    Und einen solchen Termitenhügel konnten wir nun beobachten, mit einer ganzen Gruppe von Mangusten/Mungos:

    Aber trotz der frühen Vormittagsstunde hatte die Savanne noch nicht genug davon, uns ihre Wunder zu zeigen. Nur 100m weiter bogen wir um eine Ecke – und sahen unsere ersten freilebenden Löwen: =O:love:

    Im Gegensatz zu den Mungo-Fotos, welche ich mit meiner 52x-Bridgekamera gemacht habe, entstand dieses Bild mit meiner einfachen Handykamera, welche auf maximal 5fache Vergrösserung kommt. Wir waren von den Löwen also nur wenige Meter entfernt!

    Offensichtlich hatten beide Männchen erst kürzlich gut gefressen, daher wohl auch die sehr relaxte Körperhaltung des einen. Als Katzenliebhaber hatten meine Familie und ich (auch aufgrund des Umstandes, dass wir unsere eigenen Stubentiger bereits sehr vermissten) einen grossen Drang, einfach aus dem Jeep zu springen und der «grossen Katze rechts» einfach mal den Bauch zu kraulen (was ja bekanntermassen vor allem unsere Lucie sehr liebt). Vor allem Schnarchpelz , der künftige Tierarzt, war ganz hin und weg! :love::love::love:

    Ein paar Minuten später merkte dann auch «die Mieze rechts», dass er beobachtet wurde - «Hö?»:

    Und dann haben die beiden für uns regelrecht gepost: :*

    Noch eine kleine Panorama-Totale:

    Unser Guide erklärte uns, dass es sich um Brüder handelte (nicht-verwandte männliche Löwen würden sonst niemals so friedlich nebeneinander liegen), welche ca. 6-7 Jahre alt seien (was man daran erkennen könne, dass die Mähne der beiden dabei ist, allmählich dunkler zu werden; ein Prozess der bei männlichen Löwen im Alter von ca. 5 Jahren beginnt).

    Und schliesslich stand einer der royalen Brüder auf, zeigte uns kurz sein Hinterteil und verzog sich dann hinter den Baum. Katzen halt!

    Da hat sich dann auch ein Halbaffe in einem nahestehenden Baum vorsichtshalber verzogen:

    Nach diesem grossartigen ersten Safaritag fielen wir wie Steine in unsere Betten. Okay, der Komfort war dann doch nicht so hoch, wie die Bilder weiter oben vermuten liessen – unser Himmelbett war halt ein Himmel-Feldbett: anstatt einer weichen Latex-Matratze o.ä. lagen wir auf aufgespanntem Stoff mit einer weichen Auflage.

    Es hat uns aber nicht weiter gestört.

    Während der Nacht umgaben uns die vielfältigsten Tiergeräusche. Vor allem viele Vögel waren zu hören, darunter Afrikagänse oder auch der sogenannte «Go Away Bird». Dieser wird nicht nur so genannt, weil sich sein Ruf fast genauso wie «Go Away!» anhört, sondern weil er es geradezu liebt, einen sich im hohen Gras anschleichenden Beobachter zu beobachten, um dann im letzten Moment die potentielle Beute mit ebenjenem Ruf zu verscheuchen.

    Der kommende Morgen begrüsste uns dann mit einem kräftigen Frühstück. Das Buffet war zwar etwas spärlicher bestückt, als es in den folgenden Unterkünften der Fall sein sollte, aber immerhin gab es Eier nach Wahl (Spiegeleier, Rühreier oder gekochte), gegrillte Tomaten, Pilze und Fisch, baked beans, 3 verschiedene Cerealien, frisches Obst (Melonen und Ananas), drei Sorten Joghurt (plain, Vanille und Erdbeer), Toast (den guten groben, welchen ich noch zu schätzen lernen sollte), verschiedenes salziges und süsses Gebäck aus der Friteuse sowie Kaffee, Tee, Milch und – für die Jungs – heisse Schokolade.

    Ehrlich gesagt: ich hatte in einem solch kleinen Camp nicht mit einer so grossen Auswahl gerechnet. Und der Blick aus dem Essenszelt war grossartig:

    Wie man auf obigem Foto erkennen kann: unser Jeep stand schon bereit, also ging es gleich los in den nächsten Safaritag. Doch Halt! Erstmal war noch eine Frage zu klären:7

    Wir bekamen die Wahl: entweder ein langer Safaritag bis in den Nachmittag unter Mitnahme eines Lunchpakets, oder ein ca. 5stündiger «game drive» mit einem anschliessenden «late lunch» im Camp, anschliessen den Nachmittag frei zur Erholung.

    Nach kurzer Beratung war sich die Familie einig, dass es die zweite Option werden sollte. Uns steckte immerhin noch die Anreise in den Knochen, und 5 Stunden im Safarijeep sind ja auch nicht ganz ohne.

    Unmittelbar bei der Ausfahrt aus dem Camp waren wir schon wieder mittendrin im Geschehen, kamen an weidenden Gnus vorbei:

    Unmittelbar danach begegnete uns auch der erste Star aus dem «König der Löwen» - Zazou (ein Rotschnabeltoko):

    Und schon wenige Minuten später hatten wir den ersten Schockmoment der Reise: mitten auf freier Piste gab das Armaturenbrett unseres Jeeps plötzlich Rauchzeichen! Ach Du Scheisse!!!

    Unser Guide Emmilian fluchte, stellte den Motor ab, haute ein paar Mal mit einem Tuch auf den Rauch und stieg dann aus, um unter die Motorhaube zu schauen. Diese Gelegenheit nutzte ich spontan, um es ihm gleichzutun. Klar, Aussteigen auf freier Strecke war ein absolutes no-go. Keine Ahnung, welcher Teufel mich an dieser Stelle geritten hat, aber wahrscheinlich war es einfach der Nervenkitzel. Aber nicht ohne meine Kamera!

    Okay, die zwei Bilder, die in den geschätzt 90 Sekunden, die ich ausserhalb des Jeeps war, sind im Nachhinein nicht wirklich beeindruckend:

    Kurz darauf hatte unser Guide das Problem unter Kontrolle gebracht, es konnte weiter gehen.

    Nur wenig später kamen wir ein einer Herde Afrikanischer Büffel vorbei:

    Diese Bilder lassen erahnen, warum diese Tiere nicht nur zu den "Big Five" zählen, sondern auch zu den gefährlichsten Geschöpfen überhaupt in der Savanne.

    Eine Minute später in der Ferne eine Gruppe Geier, die sich wohl um einen Tierkadaver geschart hatten:

    Und danach ging es Schlag auf Schlag!

    (Fortsetzung folgt in Kürze)

    also auf der mein Schiff 1 war die HuM kein „Gewächshaus“, da konnte man komplett alles verdunkeln

    Das ist leider ein spezifisches Problem auf der 3 und 4. Damals hatte man bei der Konstruktion dieses Problem nicht bedacht, ab der 5 wurden dann Verdunklungen eingeplant.

    Aber ich verstehe immer noch nicht ganz, warum die HUMs auf der 3 und 4 nicht nachgerüstet wurden... :huh:

    Ach ja, noch ein kleiner (aktueller) Nachtrag:

    Ich hatte heute Vormittag in meiner Sprechstunde eine Patientin, welche vor mehr als 10 Jahren aus dem Bürgerkrieg in Burundi geflohen ist.

    Bislang haben wir uns primär auf Englisch, weitergehend auf Schwyyzzerdüütsch unterhalten.

    Heute habe ich sie mit einem fröhlichen "Jambo Rafiki!" ("Hallo Freund!" in der Suahili-Sprache Ostafrikas) begrüsst. Die gute Frau guckte mich zuerst sehr fragend an, woraufhin ich mit "Karibu sana" ("sehr willkommen") weiterfuhr.

    Suahili ist zwar nicht ihre originale Sprache, aber dennoch hat sie mir mit "asante sana" (vielen Dank) geantwortet.

    Ich liebe es, in meiner Praxis Kenntnisse aus meinen Reisen anwenden zu können. :)

    Etwas anderes: in fast allen Lodges, bis auf einer (und dafür gab es gute Gründe, welche ich an entsprechender Stelle erläutern werde), hatten wir immer in irgendeiner Form Abendunterhaltung.

    Im "Tarangire Tortillis Camp" bestand diese darin, dass sämtliche (!) Mitarbeiter des Camps am Ende des Abendessens singend durch das Essens-Zelt gezogen sind und dabei tansanische Lieder gesungen haben.

    Eines dieser Lieder hatten meibe Frau und unser Grosser bereits im Massai-Dorf am Beginn der Tour gehört. Es wurde Anfang der 1980er-Jahre von der tansanischen Band "The Mushrooms" aufgenommen und gilt seither als der Song für Afrika (in multiplen Versionen).

    Leider haben im Laufe der Zeit auch so diverse westliche Musikproduzenten versucht, auf diesen Erfolgs-Zug aufzuspringen., Allen voran der deutsche Produzent Frank Farian, welcher nicht nur das Desaster "Milli Vanilli" zu verantworten hat, sondern auch seine andere Erfolgsband "Boney M" vor 35 Jahren diesen Song singen liess.

    Egal! Wenn Ihr wirklich Bock auf den Sound unserer Reise habt, dann schaut bitte mal beim Hirschen nach "Jambo bwana". Ihr werdet dort diverse Versionen finden - hoffentlich auch jene, die wir seither im Ohr haben. :)

    Wirklich tolle, beeindruckende Fotos Faulpelz ! Ich bin begeistert. Aber ich glaube, ich hätte etwas Angst in so einem Zelt mitten in der Wildnis zu übernachten, würde wahrscheinlich kein Auge zu tun und dafür auf jedes Geräusch hören =O. Ich bin gespannt, was Du weiter berichtest!

    Dann solltest Du aber wirklich nicht mehr bei uns bleiben, denn die sehr nahe Annäherung sollte schon sehr bald für uns Realität werden... :evil:

    Dann kam das erste Abendessen in der Savanne. Schnarrrchsack und ich hatten ja bereits grosse Bedenken, wie unsere Jungs darauf reagieren würden. Die beiden sind ja in puncto Essen nicht so ganz einfach.

    Und dann kam die erste Suppe, eine Erbsencremesuppe:

    Und was soll ich Euch sagen? Die beiden haben sie geliebt! :love:

    Sogar so sehr, dass beide nicht weniger als 2x Nachschlag verlangt haben!!! :)^^:D

    Danach gab es wahlweise Fisch (s.u.) oder Poulet, beides jeweils frittiert:

    Die Elche kamen dann beim tansanischen Cider dazu:

    Und anschliessend gab es noch einen gezuckerten Zimtkuchen:

    Alles superlecker, Elche und Jungs werden mir da zustimmen!

    Und ein toller Abschluss eines grandiosen ersten Safaritages! :love:

    Irgendwann an diesem Tag war unser interner Speicher dann so überfüllt, dass wir froh waren, mit dem «Tarangire Tortillis Camp» unsere erste Unterkunft auf dieser Safari anzusteuern. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an einem wirklich beeindruckenden Baobab-Baum vorbei, welcher laut unserem Guide ca. 3000 Jahre alt sei:

    Wohlgemerkt: ich hatte speziell um das Downgrade an dieser Stelle der Reise gebeten, um zumindest für zwei Nächte einmal ein «echtes» Safari-Gefühl in einer «tented lodge» zu erleben.

    Aber wer nun erwartet, dass wir in irgendwelchen kleinen Iglu-Zelten übernachtet haben würden – weit gefehlt! Die Zelte in diesen Lodges sind doch um einiges grösser:

    Vom Vorzelt aus hatten wir einen tollen Blick auf den Sonnenuntergang über dem nahegelegenen Sumpf:

    Vom Vorzelt aus ging es in den ersten Schlafraum:

    Dahinter befand sich ein zweiter Schlafraum mit einem Einzel- und einem Etagenbett für die Kids. Dahinter eine komplette Badezimmer-Einheit mit zwei (!) Duschen, einem kompletten WC und einem Waschtisch.

    Einziger Nachteil: wenn man heiß duschen wollte, musste man dies mindestens eine halbe Stunde im Voraus anmelden. Hat aber für uns sehr gut funktioniert.

    Eine andere Bedingung für die Camps und Lodges in den Parks erfuhren wir an dieser Stelle ebenfalls: nach Einbruch der Dunkelheit (aufgrund der Nähe zum Äquator recht pünktlich um 6 Uhr abends) bis zum Morgen (ebenfalls um 6 Uhr, aber eben andersherum) durften wir uns im Camp nur in Begleitung der Mitarbeiter bewegen.

    Praktisch funktionierte das in diesem Camp so: wir mussten mit einem uns beim Einchecken übergebenen Walkie-Talkie anmelden, dann kam ein junger Massai zu unserem Zelt. Nach dem Abendessen ging es andersherum wieder zurück.

    Diese Jobs in den Camps sind bei jungen Massai sehr begehrt, denn sie stellen in Tansania praktisch die einzige Möglichkeit dar, im Gefahrenfall einen Löwen zu erlegen – was bei den Massai Grundbedingung ist, in die Krieger-Kaste aufgenommen zu werden.

    Daher auch die auf diesem Foto ersichtlichen Massai-Speere links und rechts des Camp-Schildes:

    Aber je weiter wir in den Park hineinführen, umso mehr Tiere konnten wir umso näher sehen:

    Schnell kam dann die Mittagspause – mit einem reichhaltigen Lunchpaket:

    Die waren übrigens während der gesamten Safari stets gut bestückt (immer ein Stück Fleisch, wie z.B. Huhn oder Rind, dazu Gemüse in Form von Sandwiches oder Samosas, etwas frisches Obst, Fruchtsaft, Wasser, Kuchen oder Keksen) und erweckten schnell die Aufmerksamkeit der lokalen Fauna:

    Selbstverständlich ist – wie in allen Parks – auch an allen Picknickplätzen das Füttern der Tiere streng verboten, um zu verhindern, dass diese damit ihr natürliches Verhalten verändern.

    Aber leider mussten wir im Verlauf feststellen, dass sich beileibe nicht alle Touris an diese Regeln halten sollten…

    Kurz darauf kamen dann auch die ersten Giraffen in Sicht:

    Die ersten Minuten im Park waren... naja... aufregend. Also irgendwie.

    Rückblickend muss ich feststellen, dass wir in diesem Moment einfach dermassen hochgefahren waren, wilde Tiere zu sehen, dass wir selbst die kleinsten Bewegungen im Buschland frenetisch begrüsst haben.

    Oh mein Gott, Antilopen:

    Noch eine, unter einer Akazie!

    Zebras!!

    Noch mehr Zebras!!!

    Alle zu diesem Zeitpunkt aufgenommen mit meiner neuen Super-Kamera mit 52x optischem und 20x Digital-Zoom. Und hey: da schläft sogar ein Warzenschwein unter einem Baum:

    All das war für uns bei der Einfahrt in den Park dermassen grossartig, fantastisch und sensationell, dass bereits zu diesem Zeitpunkt hätte klar sein müssen, dass uns in Kürze sämtliche Superlative ausgehen würden...