Vorwort:
Wir haben schon länger mit einer geführten Gruppenreise geliebäugelt aber nie so richtig gewusst, ob das wirklich etwas für uns ist. Eine Kollegin hat ein paar Mal erwähnt, dass Ihre Freundin schon einige Reisen mit Studiosus unternommen hat und jedes Mal sehr zufrieden war. Nicht billig, aber sein Geld wert. Also hab ich die Kataloge angefordert (JA, so richtige Kataloge aus Papier, liebes Marketing von TUI) und mich inspirieren lassen. Galapagosinseln. Japan. Kanada. Namibia. Wow! Wenn man viel Geld hätte, könnte man richtig spannende Ziele ins Auge fassen!
Überlegung – wir machen eine geführte Wanderreise nach Madeira. Interessant und bezahlbar. So richtig sicher waren wir aber nicht.
Ein halbes Jahr später saß ich eines Abends im August mit dem Tablett in der Hand auf dem Balkon und hab mir die Reisen für das kommende Jahr 2024 „Welt“ angeschaut (Europa war noch nicht buchbar). Beim Durchscrollen bin ich bei Marokko hängen geblieben – passender Zeitraum und bezahlbar auch noch. Leider nur 10 Tage, aber zum „Schnuppern“ würde das ja passen? In der Ausflugsbeschreibung stand ständig was von „Weltkulturerbe“, hat sich echt interessant angehört. Das wäre doch was für uns! War eigentlich nicht ganz ernst gemeint. Madeira oder Marokko – egal
. Es gingen wieder einige Tage ins Land.
Am Weinfestsamstag saßen wir am Nachmittag auf dem Sofa und haben drauf gewartet, dass es losgeht. Der Gatte hat sich hingelegt mit den Worten „lies mir doch mal vor, was man da in Marokko so macht, vielleicht kann ich dann einschlafen“ (!!!
!!!). Nach fünf Minuten saß er wieder. Als ich fertig war, haben wir uns angeschaut – hört sich interessant an, sollen wir echt? Wo genau liegt das eigentlich? Warum nicht, so was in der Art haben wir noch nie gemacht? Wahrscheinlich denkt dann mal wieder jeder, jetzt spinnen sie komplett? Gruppenreise, echt jetzt – eigentlich mögen wir nicht ständig irgendwelche Menschen so lange so eng um uns rum haben im Urlaub …
Was soll ich sagen – ein paar Tage später haben wir gebucht, leicht nervös mit der Aussicht auf eine Gruppenreise, das hat mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet. Aber wie heißt es immer so schön – Komfortzone verlassen!
Irgendwann ist mir eingefallen, dass die mobilen Daten in Marokko auch nicht funktionieren, wie lösen wir das Problem denn dann? (eSim von Holafly)
Wie ist das denn dort mit der Währung? (Dirham, darf nur begrenzt ein- und ausgeführt werden)
Was zieht Frau da an, brauch ich ein Kopftuch? (nein)
Gibt’s da echt nur Stehtoiletten? (nein, ich war nie auf einem)
Ist das echt sicher da? (ja)
Gruppenreise, echt jetzt? (ja, kein Problem)
Und wenn die Reiseleitung es nicht drauf hat? (hatte sie, aber so was von)
Fragen über Fragen. Irgendwie haben wir uns VOR der Buchung weniger Gedanken gemacht als nachher. War halt doch irgendwie spontan, aber es war gut so – sonst hätten wir uns vielleicht doch nicht getraut. Was wäre uns entgangen!
Da ich an den Abenden der Reise schlicht aus Zeitmangel immer Sprachnachrichten in unsere Urlaubs-WhatsApp-Gruppe Marokko (bestehend aus meinem Mann und mir) als „Reisetagebuch“ geschickt habe, ist der Reisebericht umständehalber teilweise in der Gegenwart verfasst.
Und los geht’s, viel Vergnügen wünsche ich euch
!
