Höhepunkte Marokko – eine 10tägige Rundreise im April 2024

  • Vorwort:

    Wir haben schon länger mit einer geführten Gruppenreise geliebäugelt aber nie so richtig gewusst, ob das wirklich etwas für uns ist. Eine Kollegin hat ein paar Mal erwähnt, dass Ihre Freundin schon einige Reisen mit Studiosus unternommen hat und jedes Mal sehr zufrieden war. Nicht billig, aber sein Geld wert. Also hab ich die Kataloge angefordert (JA, so richtige Kataloge aus Papier, liebes Marketing von TUI) und mich inspirieren lassen. Galapagosinseln. Japan. Kanada. Namibia. Wow! Wenn man viel Geld hätte, könnte man richtig spannende Ziele ins Auge fassen!

    Überlegung – wir machen eine geführte Wanderreise nach Madeira. Interessant und bezahlbar. So richtig sicher waren wir aber nicht.

    Ein halbes Jahr später saß ich eines Abends im August mit dem Tablett in der Hand auf dem Balkon und hab mir die Reisen für das kommende Jahr 2024 „Welt“ angeschaut (Europa war noch nicht buchbar). Beim Durchscrollen bin ich bei Marokko hängen geblieben – passender Zeitraum und bezahlbar auch noch. Leider nur 10 Tage, aber zum „Schnuppern“ würde das ja passen? In der Ausflugsbeschreibung stand ständig was von „Weltkulturerbe“, hat sich echt interessant angehört. Das wäre doch was für uns! War eigentlich nicht ganz ernst gemeint. Madeira oder Marokko – egal :). Es gingen wieder einige Tage ins Land.

    Am Weinfestsamstag saßen wir am Nachmittag auf dem Sofa und haben drauf gewartet, dass es losgeht. Der Gatte hat sich hingelegt mit den Worten „lies mir doch mal vor, was man da in Marokko so macht, vielleicht kann ich dann einschlafen“ (!!! :huh: !!!). Nach fünf Minuten saß er wieder. Als ich fertig war, haben wir uns angeschaut – hört sich interessant an, sollen wir echt? Wo genau liegt das eigentlich? Warum nicht, so was in der Art haben wir noch nie gemacht? Wahrscheinlich denkt dann mal wieder jeder, jetzt spinnen sie komplett? Gruppenreise, echt jetzt – eigentlich mögen wir nicht ständig irgendwelche Menschen so lange so eng um uns rum haben im Urlaub …

    Was soll ich sagen – ein paar Tage später haben wir gebucht, leicht nervös mit der Aussicht auf eine Gruppenreise, das hat mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet. Aber wie heißt es immer so schön – Komfortzone verlassen!

    Irgendwann ist mir eingefallen, dass die mobilen Daten in Marokko auch nicht funktionieren, wie lösen wir das Problem denn dann? (eSim von Holafly)

    Wie ist das denn dort mit der Währung? (Dirham, darf nur begrenzt ein- und ausgeführt werden)

    Was zieht Frau da an, brauch ich ein Kopftuch? (nein)

    Gibt’s da echt nur Stehtoiletten? (nein, ich war nie auf einem)

    Ist das echt sicher da? (ja)

    Gruppenreise, echt jetzt? (ja, kein Problem)

    Und wenn die Reiseleitung es nicht drauf hat? (hatte sie, aber so was von)

    Fragen über Fragen. Irgendwie haben wir uns VOR der Buchung weniger Gedanken gemacht als nachher. War halt doch irgendwie spontan, aber es war gut so – sonst hätten wir uns vielleicht doch nicht getraut. Was wäre uns entgangen!

    Da ich an den Abenden der Reise schlicht aus Zeitmangel immer Sprachnachrichten in unsere Urlaubs-WhatsApp-Gruppe Marokko (bestehend aus meinem Mann und mir) als „Reisetagebuch“ geschickt habe, ist der Reisebericht umständehalber teilweise in der Gegenwart verfasst.

    Und los geht’s, viel Vergnügen wünsche ich euch 8)!

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Tag 1 / Freitag – Anreise

    Wir sind glücklich in Casablanca im Hotel Barcelo angekommen. Es ist Daheimzeit 1:20 in der Nacht, also Casablanca-Zeit 0:20 Uhr.

    Wir sind fix und fertig, waren jetzt genau 14 Stunden auf den Beinen. Anreise braucht kein Mensch. Abreise auch nicht, aber es nutzt ja nix – FlixBus wäre halt auch keine Option gewesen ;).

    Mit dem ICE ging es 1. Klasse (im Paket dabei) nach FFM zum Flughafen.

    Sehr komfortabel war, dass wir in Frankfurt aus dem Zug raus sind und fünf Minuten später standen wir schon vor dem Shuttlebus zu Terminal 2. War ne gute Sache!

    Auch sind die Koffer dieses Mal so leicht! Wir haben es ernsthaft geschafft, jeder nur 12 kg in den jeweiligen großen Koffer zu packen. Halt nur ein paar Schuhe als Ersatz, viel Funktionssachen, Leinen, kein Lockenstab und kein Tablett … geht alles, man muss nur wollen.

    Das Terminal 2 ist viel übersichtlicher als Terminal, 1 finde ich. Alles entspannter, kleiner, nicht so hektisch.

    Koffer abgeben ging recht fix und dann sind wir zum Gate. Das war ein Erlebnis für sich. Komplett unorganisiert und völlig chaotisch. Aber gut, irgendwann waren wir dann durch, unser Flieger kam auch zu spät, also alles gut.

    Die Sitze bei Royal Air Maroc waren überraschend bequem, das Essen überraschend gut (2 x vegetarisch bestellt, 1 x vegetarisch bekommen, aber wir wollen mal nicht so sein – ich bin sowieso nur Teilzeitvegetarier :)).

    Nach 3 ½ Stunden sind wir dann in Casablanca angekommen, unsere Koffer waren sehr schnell da (hurra), Geld wechseln war recht unkompliziert und unseren Studiosus-Schild-Halter haben wir auch zügig gefunden.

    Am Flughafen war allerdings die totale Wallung. Gefühlt 1.000 Menschen in weißen, wallenden Gewändern samt Weihwasserkanistern, waren wohl gerade aus Mekka zurückgekehrt und wurden von gefühlt 2.000 Menschen im Empfang genommen. Was für ein Chaos!

    Wir standen also mit 15 anderen (sehr nett wirkenden) Studiosus-Reisenden vor dem Flughafen, dann kam unser Bus. Ich weiß nicht warum, aber ich hatte irgendwie einen verstaubten, klapprigen 30 Mann Barbados-Bus erwartet. Weit gefehlt, es kam ein sehr großer, sehr moderner Reisebus mit Fußstützen, Klimaanlage und freundlichem Fahrer und beides haben wir nun die ganze Zeit. Wow.

    Auch unsere Reiseleiterin hat sich vorgestellt. Andrea heißt sie und wirkte unglaublich sympathisch.

    Nach 45 Minuten waren wir dann endlich im Hotel. Nachdem wir den „Fish“ ausgefüllt hatten (Anreiseformular, muss jetzt in jedem Hotel ausgefüllt werden), durften wir dann endlich auf unsere Zimmer.

    Ich ahne jetzt schon, dass mir der Anreisetag noch tagelang in den Knochen hängen wird :sleeping::sleeping::sleeping:.

  • Tag 2 / Samstag – von Casablanca nach Rabat

    Die erste Nacht war kurz. Wir waren aber so müde, dass wir tief und fest geschlafen haben.

    Die Matratzen waren total hart, aber es gab keine Rückenschmerzen. Die Zimmer war sauber, allerdings hing auch schon mal ne Steckdose aus der Wand … über das Frühstück konnte man auch nicht meckern. Es ist halt nur schade, dass man nicht alles essen sollte. Reiseleiterin Andrea hat uns auch vor O-Saft, Salaten, Majo etc. „gewarnt“.

    Um 10:00 Uhr sind wir dann gestartet, da die Lufthansa- und Iberia-Gäste erst in der Nacht um halb drei in Casablanca gelandet waren. Ich glaube, von der Anreise haben sie noch tagelang was .. mit mir könnte man den ganzen Urlaub lang nix mehr anfangen.

    Der Tag war total voller Eindrücke.

    Begonnen haben wir den Tag mit einer kleinen Stadtrundfahrt in Casablanca. Ja, naja. Wir haben’s mal gesehen. Rick’s Café war auch unspektakulär. Dann kam DAS Highlight von Casablanca – die Moschee Hassan II – WOW!

    20.000 Quadratmeter groß ist die Gebetshalle, 25.000 Leute können in der Moschee beten (davon 5.000 Frauen, da gibt es einen extra „Balkon“), ca. 80.000 Menschen dann noch mal auf dem Vorplatz. Das Minarett ist 210 Meter hoch und sieht echt klasse aus. 1993 wurde das Gebäude eingeweiht, anlässlich des 60. Geburtstages des ehem. Königs von Marokko, Hassan II. Da hat er sich echt ein super Denkmal gesetzt!

    Ganz, ganz toll, unheimlich beeindruckend. Wunderbar gepflegt, alles super sauber, ganz tolle Mosaike - wenn man sich unsere Fotos so anschaut, kommt das nicht annähernd rüber. Wir waren einstimmig der Meinung, dass muss eines der Highlights der Reise gewesen sein.

    (Es ist unglaublich schade, dass ich hier keine Innenaufnahmen zeigen kann.)

    Wir mussten im Innenbereich die Schuhe ausziehen, aber die Haare bedecken mussten wir auf der ganzen Reise nicht. Alles war top gepflegt, bis zu den Waschräumen im Keller. Da gibt’s über 120 Brunnen, in denen sich jeder, der da beten will, dreimal gründlich waschen muss (Hände, Gesicht, Nase, Ohren), bevor er beten darf. Schlappe 1.200 Leute können sich zeitgleich diesem Waschritual unterziehen. Ich möchte mir nicht vorstellen, was das dann für ein Gewusel ist.

    Wir hatten übrigens auch einen sehr guten, örtlichen Guide, der echt gut deutsch gesprochen hat. Andrea durfte das in diesem Fall nicht, das hat sich durch die ganze Reise gezogen. Ist Vorschrift in Marokko.

  • Dann ging es mit dem Bus 100 km weiter nach Rabat. Das hat uns auch gutgetan, ein bisserl runterzufahren und einfach zum Fenster rauszuschauen.

    Gegessen haben wir in einem kleinen Lokal, in dem ich meine erste Gemüse- Tajine gegessen hab. War sehr lecker, das Couscous vom Gatten dagegen war extrem trocken. Froh war ich, dass einige unserer Mitreisenden französisch sprechen, denn mit meinem Englisch komm ich da nicht weit, die sprechen ja alle (bewusst) nur französisch dort. Man kommt sich schon leicht hilflos vor …

    Als nächstes kam der Königspalast von Rabat, allerdings nur von außen. War ne nette Ecke dort. Wir durften auch die Wachen fotografieren lt. Andrea, wobei man da in Marokko sonst wohl sehr vorsichtig sein muss. Der Königspalast wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der Stelle des alten Palastes erbaut und ist noch heute quasi die Hauptresidenz des Königs.

  • Dann wieder ab in den Bus und wieder raus bei einem „Mausoleum aus Marmor zum Gedenken an Sultan Mohammed V. aus dem Jahre 1961 im arabisch-andalusischen Stil“. Hat auch sehr gut ausgesehen. Das Mausoleum war noch intakt, der 44 Meter hohe Hassanturm sah auch noch gut aus, ansonsten standen da nur noch irgendwelche Säulen rum, weil bei irgendeinem Erdbeben irgendwas eingestürzt ist (...ich merke mir schon jetzt nicht mehr alles …). Auf alle Fälle haben wir zum ersten Mal den Ruf eines Muezzins gehört in Marokko. Hat durchaus was!

    Ich hab mich heute irgendwie wirklich an 1.001 Nacht erinnert gefühlt. Alles wunderbar gepflegt, sehr orientalisch und wunderbare Mosaike.

    … und die schönsten / meisten kann ich jetzt gar nicht zeigen.

  • Okay, dann also wieder rein in den Bus und raus bei der Kasbah des Oudayas, einer ehem. Festung aus dem 12. Jahrhundert. War nice da, wir sind ganz entspannt durch die Gassen geschlendert. Gefreut hatte ich mich auf die vielgelobten weißen Häuser mit blau gestrichenen Elementen .. jaaaa .. ich kenne halt Santorin, das ist überhaupt kein Vergleich. Aber nett war's trotzdem und es waren GsD nicht so viele Menschen dort.

    Vor dem frisch gepressten O-Saft hat uns Andrea noch gewarnt. Der sieht total lecker aus, aber man weiß ja nie, mit welchem Wasser die Verkäufer diese Pressen sauber machen oder ob überhaupt. Also haben wir das mal lieber gelassen.

    Es war ein schöner, entspannender Abschluss des vollen Tages.


  • Leicht müde sind wir dann zum nächsten Hotel, dem Mercure Sheherazade, gefahren.

    Die Zimmer seinen sehr klein, hat Andrea gemeint. Jaaa, also ich konnte z.B. den Kleiderschrank nicht aufmachen, weil da das Nachttischschränken davor stand ;)... aber sonst, meine Güte. Es war sauber und am nächsten Morgen sind wir ja schon wieder weitergefahren. Ich brauch da keinen Tanzsaal, in einem B&B ist das Zimmer auch nur unwesentlich größer.

    Wir haben uns auf alle Fälle nicht unwohl gefühlt – auch wenn die Badtüre sowie die Duschtüre nicht geschlossen haben. Sauber war’s, das war die Hauptsache.

    Was für ein langer Tag - ich merke jetzt schon, dass der Input dieser Reise für Monate anhalten wird :saint:.

  • Tag 3 / Sonntag – über Meknes nach Fes

    Eigentlich hatte ich ja bedauert, dass die Reise nur 10 Tage dauert – eigentlich ja nur acht, weil man ja die An- und Abreise wegrechnen muss.

    Wir haben nun Tag drei und ich bin jetzt schon der Meinung, dass es gar nicht mehr Tage hätten sein dürfen. Ich glaube, dass ist so, als würde man auf dem Schiff die ganze Zeit nur Tagesausflüge machen und überhaupt nicht mehr zum Verschnaufen kommen.

    Das sage ich am dritten Tag – ich glaube, das wird ANSTRENGEND.

    Vorhin beim Abendessen hab ich das geäußert. Eine Mitreisende (82) „Sie finden das anstrengend?! Sie sind doch noch so jung?!“ ^^ Diese Rentner haben eine Power, das ist der Hammer! So möchte ich in diesem Alter auch mal sein, beneidenswert :love:.

    Die Reisegruppe wirkt übrigens sehr angenehm. Durch uns senkt sich das Durchschnittsalter natürlich mal wieder, das sind wir ja schon gewohnt, wir sind nämlich die Jüngsten in der Truppe. Viele gechillte Rentner sind dabei. Lauter freundliche Mitreisende, soweit man das jetzt schon beurteilen kann. Zwei allein reisende Damen haben wir auch, die machen beide auch einen sehr netten Eindruck.

    Im Bus haben wir einen guten Platz ergattert. Wir sitzen schräg gegenüber der Hintertür, d.h. man kann aus dem Fenster sehen und auf der gegenüberliegenden Seite auch. Passt.

    Wir sind heute übrigens bewusst schon um sechs aufgestanden, weil wir wenigstens in der Früh mal etwas Zeit für uns haben wollten. Schlaf wird um Urlaub einfach überbewertet ;).

    Okay, also nach dem Frühstück ging’s wieder in den Bus und wir sind Richtung Meknes aufgebrochen. Wir waren total überrascht von der Landschaft, denn die war so schön grün! Es wächst hier sogar Getreide, man glaubt es kaum.


  • Zuerst hat man uns für einen kurzen Fotostopp am Tor Bab el Khemis rausgelassen. War mal der Haupteingang zur alten Mellah, dem jüdischen Viertel von Meknes und ist heute ein schönes Fotomotiv.


  • Weil irgendein supertoller Getreidespeicher, der eigentlich auf dem Programm stand, geschlossen hatte, haben wir ein sicherlich noch supertolleres Mausoleum angeschaut, das Mausoleum von Moulay Ismail. War glaube ich die bessere Wahl, denn das war wirklich sehr, sehr, sehr (!) schön. Wenig los, noch mehr schöne Mosaike, ebenfalls sehr gepflegt. Wir haben schöne Bilder gemacht und das auch noch ohne Menschen drauf ;).

    …. die besten kann ich leider nicht zeigen, weil Innenaufnahmen.


  • Erschreckt haben uns auf dem Weg dorthin die „Pferdetaxis“ in Meknes mit lauter vernachlässigten Tieren. Grauselig, die hatten teilweise schon blutige, offene Stellen. Bei uns hätte es schon längst Anzeigen gehagelt.

  • Dann ein kurzer Besuch in unserer ersten Markthalle - bei den Metzgern vergeht dir echt alles und jetzt war’s ja noch nicht mal warm! Es hatte so ca. 20° und wir hatten Jacken an. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es im Hochsommer da stinkt. Puhhhh.

    Andere Länder - andere Sitten, so ist das. Reisen erweitert den Horizont.

  • Mittags haben wir in einem kleinen Dörfchen auf der Durchreise gegessen. War wunderschön da. Andrea hatte auf der Dachterrasse reserviert und es gab mal wieder Gemüse-Tajine und danach noch leckere (viel zu süße) Kekse und (viel zu süßen) marokkanischen Minztee. Wir haben gelernt, das ist ja nicht Tee mit Zucker, sondern Zucker mit Tee. Glauben wir sofort :saint:.

    Die Gemüse-Tajine hätte mal wieder irgendwie mehr Würze vertragen können, also haben wir Andrea mal gefragt – in Marokko wird nicht scharf gewürzt. Das hat uns überrascht. Dadurch, dass man immer diese ganzen Berge toller Gewürze sieht, denkt man halt, die Marokkaner tun die auch ins Essen .. weit gefehlt. Es schmeckt alles sehr mild, für uns fast zu mild.

    So. Dann kam die Vorstellungsrunde, auf die mein Mann und ich uns schon mega „gefreut“ haben. Schlussendlich war es wirklich harmlos, interessant und auch lustig. Wir hatten uns wie üblich vorher viel zu viele Gedanken gemacht.

    Alles in allem war es eine richtig schöne Pause. Essen war gut, wir sind alle etwas lockerer geworden, man hat erkannt, dass unsere Mitreisenden auch recht harmlos sind, wir saßen schön im Schatten auf der Terrasse bei warmem Wetter und Sonnenschein und zum ersten Mal auf dieser Reise hab ich angefangen, mich zu entspannen :).


  • Okay, dann ging’s weiter zu einer Ausgrabungsstätte der römischen Stadt Volubilis (seit 1997 UNESCO-Weltkulturerbe). Gut erhaltene Ruinen, kunstvolle Mosaike - sehr spannend! Andrea sagt, sie ist archäologisch gesehen Marokkos älteste Stadt. Unglaublich weitläufig, noch recht gut erhalten, sehr gepflegt und unsere Andrea macht ihren Job wirklich wunderbar. Ich vergesse zwar alles wieder recht schnell, aber diese vielen Infos kann ja kein Mensch behalten. War ein schöner Ausflug. Die Sonne war da, auch ein leichter Wind, die Blumen haben geblüht, Andrea hat so schön erzählt, die Atmosphäre war einfach toll.

    Etwas uneben war das Gelände, eine der älteren Frauen ist auch umgeknickt. War ein bisserl doof für sie. Andrea hat sie irgendwo hingesetzt und die Frau hat dann halt gewartet, bis wir nach einer Stunde wieder da waren. Machste nix. Andrea hat sich dann am Abend im Hotel allerdings auch um einen Doc bemüht. Der kam und hat die Frau samt Ehemann mitgenommen und wieder gebracht. Rundum-sorglos-Paket bei Studiosus.

    Es gab hier nur übrigens nur „untergeordnete“ Toiletten (eine elegante Umschreibung von Andrea, fand ich klasse), aber wir mussten eh nicht ;).


    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da er nicht mehr verfügbar ist.

  • Gut, also dann wieder ab in den Bus und zwei Stunden Fahrt nach Fes. Eigentlich war der Plan, ich sortiere Bilder, bereite Status vor und döse ein bisserl. Das war irgendwie gar nicht möglich, denn man musste ja quasi die ganze Zeit aus dem Fenster schauen, weil die Landschaft so schön war :). Bisserl Berbermusik haben wir gehört (GsD nicht so lange, war nicht so der Brüller, stand aber halt im Programm).


  • Liebe sabische73 ich hab Deinen Bericht aboniert und stelle fest das Dein Schreibstil sehr kurzweilig und informativ ist. Mir gefällt auch das Ihr Euch getraut habt, Eure Komfortzone zu verlassen! Bei Marokko bin ich mir nicht sicher, das jemals erneut tun zu können da mir vor 30 Jahren schon mal ein Tagesausflug von Malaga aus gereicht hat, um keine weitere Lust auf einen Urlaub dort zu verspüren. Ja, ich weiss: auch dieses Land hat 100pro mega nette Menschen und tolle Landschaften und Kultur zu bieten…. aber mir reicht die virtuelle Mitreise weiterhin aus;):saint:. Daher bedanke ich mich, auf diesem Weg etwas mehr Eindrücke gewinnen zu dürfen. Also schon mal danke an der Stelle für‘s Mitnehmen. Bin gespannt was alles noch so folgt….

    Schöne Grüße,

    Bumblebee :)

  • In Fes sind wir dann erst mal ins Hotel. Das Royal Mirage ist so ein Hotel bei dem man, wenn man reinkommt, denkt – wow, so stell ich mir das vor. Orientalisch, groß, toll. Außenanlage mit Pool war top. Scheint wirklich ein hochpreisigeres Hotel zu sein. Dann kommst du ins Zimmer und denkst – wow, schön groß. Dann schaut man so in die Ecken und auf die Möbel und denkt – ja, wir sind halt in Afrika ;). Haare waschen war dann auch kaum möglich, kam nur ein dünnes Rinnsal aus dem Duschkopf. Fugen sahen auch aus wie bei mir daheim. Kurz, eindeutig Renovierungsstau.

    Ich hab übrigens mein erstes Souvenir gekauft :P. Die haben einen Andenkenladen hier und ich hab so orientalische Lederschuhe erstanden für 100 Dirham (= 10 €). Da kannste nicht viel falsch machen und es erwartet vor allem keiner, dass du hier im Hotel handelst!

    Abendessen gab es dann mit Mensa-Atmosphäre und wahnsinnig laut. Essen war gut, aber bei so einem Buffett ist das als Vegetarier irgendwie wie im Ankelmann auf dem Schiff. Man findet schon was, aber wenn man dann auf den Teller schaut, passt das alles irgendwie nicht zusammen. Gut, wir sind ja satt geworden.

    Nach dem Essen haben wir den hoteleigenen Geldautomaten noch genutzt und jetzt jede Menge Dirham im Geldbeutel. Wahrscheinlich haben wir viel zu viel abgehoben, aber man kann das echt schlecht einschätzen. Wir werden sehen.

    Das mit dem Wasser ist auch gut gelöst. Wir haben ja einen Busfahrer-Helfer und der verkauft Wasserflaschen. 10 Dirham für einen Liter Wasser. Das scheint geringfügig teurer zu sein als im Supermarkt, aber es ist immer noch unschlagbar günstig und vor allem unschlagbar bequem. Passt!

    So. Jetzt ist es schon wieder fast 24:00 Uhr, der Status bei WhatsApp für die Daheimgebliebenen ist drin, der Reisebericht aktuell, wir sind hundemüde und haben morgen schon wieder einen anstrengenden Tag .. aber das darf ich ja nicht sagen, die 82jährige Mitreisende hat ja gesagt, ich bin ja noch so jung .. 8).

  • Liebe sabische73 ich hab Deinen Bericht aboniert und stelle fest das Dein Schreibstil sehr kurzweilig und informativ ist. Mir gefällt auch das Ihr Euch getraut habt, Eure Komfortzone zu verlassen! Bei Marokko bin ich mir nicht sicher, das jemals erneut tun zu können da mir vor 30 Jahren schon mal ein Tagesausflug von Malaga aus gereicht hat, um keine weitere Lust auf einen Urlaub dort zu verspüren. Ja, ich weiss: auch dieses Land hat 100pro mega nette Menschen und tolle Landschaften und Kultur zu bieten…. aber mir reicht die virtuelle Mitreise weiterhin aus;):saint:. Daher bedanke ich mich, auf diesem Weg etwas mehr Eindrücke gewinnen zu dürfen. Also schon mal danke an der Stelle für‘s Mitnehmen. Bin gespannt was alles noch so folgt….

    Hallo Bumblebee, danke für deine netten Worte :).

    Ja, Komfortzone verlassen ist manchmal wichtig. Sagt sich immer so leicht - schon alleine das Ziel (wir wussten wirklich nicht genau, wo Marokko liegt - irgendwo in Afrika, oder 8o) und dann das mit dieser Gruppenreise :huh:. Aber es hat sich de facto gelohnt. Erholsam ist zwar was anderes, aber das wussten wir ja vorher schon.

  • Tag 4 / Montag – noch immer Fes

    Es ist schon wieder fast Mitternacht, wir sind noch immer im Hotel in Fes (sehr angenehm, zur Abwechslung 2 x im gleichen Hotel zu übernachten), ich bin hundemüde und morgen müssen wir früh raus – aber wenn ich jetzt meine Gedanken nicht sortiere, bekomme ich sie überhaupt nicht mehr zusammen. Ich habe heute den Wochentag schon verwechselt, so voll ist mein Kopf.

    Also – wir hatten heute fast den ganzen Tag einen einheimischen Guide, der sehr gut deutsch gesprochen hat. Andrea durfte mal wieder nichts machen, sie war einfach nur dabei. Marokkanische Vorschriften, was willste machen.

    Zuerst hatten wir einen kurzen Stopp beim Bab Boujeloud, dem kolonialzeitlichen Stadttor. Ist das Wahrzeichen der Stadt und sieht sehr schön aus: