Kanarische Inseln mit Madeira & Kapverdische Inseln 11.-25.02.2024

  • Das hat mir gefallen ...

    Route

    Eine wunderbare Kombinationsroute, die uns sowohl Entspannung am Strand als auch kulturelle Einblicke und Naturerlebnisse bot.

    Die beiden Stopps auf den Kapverden hätten nicht unterschiedlicher sein können. In Mindelo genossen wir einen herrlichen Vormittag am Strand mit einem anschließenden kurzen Spaziergang entlang der Promenade. Wer abseits der Karibik oder des Indischen Ozeans türkisblaues Wasser erleben möchte, ist hier genau richtig. Trotz starker Winde waren die Temperaturen angenehm. In Praia erkundeten wir die Insel mit einem TUI-Bikeausflug. Hier erhielten wir einen schönen Einblick in das Inselleben. Auch ein kurzer Aufenthalt am Strand von etwa einer Stunde war Teil des Ausflugs, obwohl der Strand in Praia nicht so schön war wie in Mindelo. Die Temperaturen stiegen hier teilweise auf 33 Grad, was einigen Mitfahrern auf normalen Fahrrädern durchaus zu schaffen machte, obwohl wir bereits früh morgens (um 8 oder 9 starteten).

    Besonders schön war, dass wir fast zwei ganze Tage auf Gran Canaria verbrachten. Vegueta hat uns etwas enttäuscht, aber Las Palmas lädt zu einem schönen Spaziergang ein. Wer möchte, kann auch problemlos individuell nach Maspalomas fahren, da das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel auf den Kanaren problemlos funktioniert. Mit 29 bzw. 25 Grad hatten wir an beiden Tagen fantastisches Wetter. Am Abreisetag war es jedoch eher bewölkt und es regnete leicht.

    Das erste von zwei großen Highlights der Reise war Madeira, wo wir erneut zwei ganze Tage verbrachten (von 0 bis 16.30 Uhr am nächsten Tag). Am ersten Tag machten wir einen Spaziergang durch Funchal, da es in den Bergen teilweise bewölkt war. In der Stadt selbst schien überwiegend die Sonne, und es war wiederum angenehm warm bei etwa 25 Grad. Am Abend unternahmen wir einen weiteren Spaziergang. Funchal läd zu einem Abendspaziergang wirklich sehr ein, da es vom Liegeplatz keine 15 Minuten bis zur Stadt sind. Am zweiten Tag fuhren wir mit dem öffentlichen Bus auf den Monte und machten dort eine Levada-Wanderung. Aufgrund eines recht steilen und treppenlastigen Mittelstücks war die Wanderung nicht die angenehmste, aber die Luftqualität und die Ntur erinnerte uns fast an Norwegen. Gegen Mittag wurde es wieder sehr heiß, sodass wir vom Botanischen Garten mit dem Bus zurück in die Stadt fuhren und dann zu Fuß zum Schiff gingen.

    Das zweite Highlight war auf La Palma die E-Bike-Tour (meine erste E-Bike-Tour). Die Natur und die Aussichtspunkte waren einfach atemberaubend und machten La Palma definitiv zur besten Kanarischen Insel. Dank der Motorunterstützung waren die 800 bis 900 Höhenmeter problemlos zu bewältigen. Weniger schön war die knappe Stunde Freizeit am Ende in der Innenstadt von Santa Cruz. Diese hatte nicht viel zu bieten, und nach bereits knapp 5 Stunden Fahrt hätten die meisten von uns lieber direkt zum Schiff zurückgekehrt.

    Die letzten beiden Inseln waren Teneriffa und Fuerteventura. Auf Teneriffa erkundeten wir sowohl La Laguna als auch Santa Cruz. Das Highlight hier war definitiv eine Parade von Schulen und Kindergärten in La Laguna, aber es lohnt sich vermutlich eher, Ausflüge in andere Teile der Insel zu unternehmen. Das Gleiche gilt für Fuerteventura. Viele von uns, einschließlich mir, nutzten den Tag eher als Seetag und drehten nur eine kurze Runde durch Puerto del Rosario. Dort gab es jedoch nicht viel zu sehen, und man war nach 10 Minuten mehr oder weniger durch.

    Crew

    Ich möchte an dieser Stelle besonders das Personal auf der Mein Schiff 1 loben. Die Crew war fast durchgehend freundlich, und wir fühlten uns sehr wohl. Besonders die Kabinencrew sprach uns persönlich an und erkundigte sich immer nach unserem Befinden.

    Schiff (Mein Schiff 1)

    Die Mein Schiff 1 war neben der Mein Schiff 6 in den letzten Reisen irgendwie unser Schiff, und ich muss sagen, sie hat uns auch dieses Mal wieder sehr gut gefallen (mit Ausnahmen, siehe unten). Alles war sauber, nichts wirkte abgenutzt, und trotz der knapp über 3000 Passagiere (über Doppelbelegung), hatten wir nie das Gefühl, dass das Schiff überfüllt war. Mit Ausnahme eines Seetages fanden wir auch immer problemlos freie Liegen. Das Fitnessstudio war jedoch teilweise ziemlich voll, was ich von früheren Reisen so nicht kannte und man teilweise warten musste.

    Aufpreisrestaurants (Große Freiheit)

    Während der 14 Tage besuchten wir alle drei Aufpreisrestaurants, und wir waren mit allen sehr zufrieden, sowohl mit dem Service als auch mit der Qualität des Essens. Besonders genossen wir das Mittagessen im Außenbereich des Cucimare - definitiv ein Geheimtipp für ein ruhiges Mittagessen im Freien. Ein kleiner Kritikpunkt war das Frühstück im Esszimmer an einem Seetag. Wenn alle Kabinen belegt sind, sind die dort eingesetzten 6-8 Crewmitglieder etwas knapp bemessen. Einige Gäste beschwerten sich über die langen Wartezeiten für Getränke und Eierspeisen (teilweise Wartezeiten von 15-20 Minuten nur für Getränke). An anderen Tagen war das Frühstück dort wie immer hervorragend, und die Ruhe ist ein großer Vorteil gegenüber dem Buffetfrühstück. Der Preis von 8,50€ für frischen Orangensaft, besseren Kaffee und Spezialitäten wie Onsen-Ei, Eggs Benedict und Crêpes ist definitiv gerechtfertigt.

    Das Essen in den inkludierten Bedienrestaurants (Atlantik, Fischmarkt) war ebenfalls gut.


    Das hat mir nicht gefallen ...

    Anckelmannsplatz

    Bezüglich des Essens möchte ich aber erwähnen, dass der Anckelmannsplatz schon letztes Jahr in Norwegen nicht wirklich überzeugend war, aber gefühlt ist die Qualität der Speisen nochmals gesunken. Leider scheinen Gulasch, Ragout und Ratatouille mittlerweile Standardgerichte zu sein und etwas besonderere Gerichte sucht man vergeblich. Die "Spezialitäten", wie frisch aufgeschnittener Lachs oder Braten, waren teilweise völlig durch und trocken. Auch die Auswahl an Obst war etwas enttäuschend. Während Melonen dominierten, fehlten zum Beispiel Granatapfel, Bananen, Mango oder Passionsfrucht inzwischen gänzlich. Angesichts der aktuellen Preise finde ich das Angebot etwas dürftig.


    Ganz schön Gesund Bistro

    Nach schlechten Erfahrungen beim ersten Besuch im Jahr 2019 haben wir dieses Bistro lange gemieden, und ich muss sagen, wir hätten dabei bleiben sollen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Aufpreisgerichte war hier miserabel. Die Portionen waren schon klein, und die Suppe bestand zum Beispiel fast ausschließlich aus Seetang. Da hätte man gleich nur Seetang auf die Karte schreiben können. Dazu ziemlich lange Warten, für kaum besetzte Tische. Im Vergleich zur Osteria auf den vorherigen Schiffen, finde ich dieses Restaurant einen deutlichen Nachteil.

    Publikum

    Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber einige Mitreisende habe ich als sehr negativ empfunden. Es gab Vordrängler in den Aufzügen, und an der Sicherheitskontrolle wurde man blöd angemacht, wenn man zu viel Abstand hielt (ja nicht zu wenig!!!). Besonders ärgerlich fand ich die Paare, die bei den Fahrradausflügen oft 15-20 Minuten zu spät kamen und behaupteten, sie hätten die Zeit aus den Augen verloren. Auch das Gedränge am Buffet, als gäbe es gleich nichts mehr zu essen, war unangenehm.

    Entertainmentprogramm

    Obwohl ich keinen großen Wert auf Entertainment lege, war das Angebot auf dieser Reise wieder enttäuschend. Warum es TUI immer noch nicht schafft, wieder ein Showensemble auf die Beine zu stellen, ist mir ein Rätsel. Immerhin haben sie kürzlich in den sozialen Medien groß dafür geworben und der Presse einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Hochwertiges Entertainment konnte ich jedoch nicht feststellen.

    Große Freiheit

    Zum Abschluss noch ein negativer Punkt zur Großen Freiheit. Obwohl der Diamant schön aussieht, sind die Plätze direkt am Fenster bei Sonnenschein kaum zu nutzen, wenn man nicht verbrennen möchte. Auch die Positionierung des Außenbereichs finde ich ungünstig. Durch die hohen Glasscheiben staut sich dort die Hitze enorm, und wenn dort geraucht wird, ist es mit Frischluft vorbei. Ich finde die Bereiche auf den Schiffen 3-6 wesentlich besser gelöst. Daher würde ich diese Bereiche auf den neueren Schiffen bei warmem Wetter nicht mehr aufsuchen.

    Etwas nervig war auch, dass einige Waren (Moet, Pommery beispielsweise) die kompletten zwei Wochen nicht verfügbar waren. Soweit ich mich erinnere, wurde während der zwei Wochen nur einmal auf Teneriffa geladen.


    Alles in allem war es eine schöne Reise mit tollen Zielen und einem angenehmen Erlebnis an Bord. Bei den aktuellen Preisen wird es vermutlich auch die einzige Reise dieses Jahr bleiben. Für teilweise 300-400€ pro Nacht müsste TUI wieder an die früheren Leistungen anknüpfen.

  • Pooldeck 24 - Die Kreuzfahrspezialisten
  • Lieben Dank John für deinen, wie immer, informativen und interessanten Bericht. :thumbup: Schade, schade, dass es bei diesen Preisen immer noch so viele Punkte gibt, die man einfach nicht übersehen kann und schon länger nun ein Kritikpunkt sind. ||