Am Sonntag hat der dritte Reiseabschnitt begonnen: Rund 300 Passagiere haben das Schiff verlassen und genau so viele sind neu hinzugekommen. Immerhin sind über 200 von Anfang an dabei. Die Mückenplage ist (vorerst) vorbei, aber spätestens ab Rio kündet sich neues Ungemach an: dort grassiert derzeit Denguefieber. Also haben wir uns erstmal mit weiteren Flaschen Anti-Mückenspray eingedeckt und werden morgen auch unsere Kleidung noch einmal imprägnieren.
Nach den Häfen von Montevideo und Punta del Este in Uruguay sollten wir heute eigentlich den ersten brasilianischen Hafen Rio Grande do Sul im gleichnamigen Bundesstaat anlaufen, aber der starke Wind macht ein Einlaufen durch den engen Kanal in diesen Hafen unmöglich, und so fahren wir gleich weiter in Richtung Balneario Cambroriu. Ob wir dort früher anlegen können oder noch einen anderen Zwischenhafen anlaufen, wird derzeit eruiert.
So nutze ich die Zeit vom gestrigen Tag in Punta del Este zu berichten. Dieser Badeort, wo sich (nicht nur) die Reichen und Schönen Südamerikas während des Sommers treffen, liegt im Süden Uruguays im riesigen Mündungsdelta des Rio de la Plata. Kilometerlange Sandstrände laden zum Baden in geschützter Lage ein, riesige Hotel- und Appartement Hochhäuser zeugen von der Nachfrage. Damit diese vielen Wohnungen nicht 9 Monate im Jahr leer stehen, sind private Hochschulen entstanden, und die Studenten wohnen dann in den Appartements.
Wir hatten einen Phoenix Ausflug (Kurze Stadtrundfahrt, Rallimuseum und Caspueblo) gebucht, es war einer der besten bislang. Die kompetente und entspannte Phoenixmitarbeiterin plante zusätzliche kurze Fotostopps während unserer Stadtrundfahrt ein, und auch die Zeiten in den beiden Museen waren großzügig mit jeweils einer Stunde bemessen.
Unser erster Stopp war an einem der Wahrzeichen der Stadt, der Skulptur des chilenischen Künstlers Mario Irrazábal „Los Dedos“ (die Finger), eine Steinskulptur in Form von fünf Fingern, die aus dem Sand herausragen. Der Künstler wollte damit vor der gefährlichen Brandung an diesem Strandabschnitt warnen.
Danach ging es weiter am Strand, an Hochhäusern
und dieser ungewöhnlichen Brücke
und durch einige Villengebiete mit reetgedeckten Häusern zum Rallimuseum. Dieses Museum war heute exklusiv für uns geöffnet - herrlich diese Ruhe. Das Rallimuseum Museum beinhaltet eine große zeitgenössische Sammlung von Künstlern Südamerikas. Darüber hinaus eine Skulpturensammlung von Salvador Dalí sowie in einer Sonderausstellung Bilder und Skulpturen von Henry Moore. Leider kann ich Euch von dieser Besichtigung keine Fotos zeigen, aber wer Interesse hat, kann ja mal das Rallimuseum Museum in Punta del Este (es gibt inzwischen fünf weltweit) googeln.
Danach ging es zum Wohnhaus und Atelier des Künstlers Carlos Páez Vilaró, der vor 10 Jahren im Alter von 90 Jahren gestorben ist. Das Gebäude heißt Casapueblo und erinnert mich im Baustil stark an Gebäude, die César Manrique auf Lanzarote errichtet hat. Auch hier hatten wir ausreichend Zeit, Teile des schönen Gebäudes und einige seiner Werke anzuschauen.
Der erste Blick
Danach sind wir zurück zum Schiff getendert, da es inzwischen zu regnen angefangen hatte.